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Nr. 244

Aus-

wesentlich.

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Reichsrat.

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auf

Rec

der Fuldaer Ac'tiendruckerei in Fulda. Fernsprecher Nr. 9. Monatl. 1,80 einschl. Postgeb. (30 bezw. 48 Pf.), ohne Zustella.

Aufnahme des Weltrundfunks.

Die ständig wachsende Ausbreitung des Rund­funks in allen Kulturländern hat schon lange den Wunsch reifen lassen, mit Hilfe der auf ihre Fern- Wirkung erprobten Kurzwellensender einen Rund­fun kau stauschüber Länder und M e e re, einen Weltrundfunk, ins Leben zu rufen. Die Deutsche Reichspost hat diesen Gedanken frühzeitig aufgegriffen und aufgrund erfolgreicher technischer technischer Versuche vor mehreren Monaten einen Kurzwellen-Rundsender größerer Lei- stung in Auftrag gegeben. Aller Voraussicht nach

: an einer Regelung

V.. -jrc Verpflichtun­

gen genau bezeichnen, sondern btt auch von der lästigen Kontrolle des Dawes-Planes befteten

rechnen können.

Gerüchte vom Nhein.

Chicago Daily News" meldet aus London, dem Generalagenten für Reparationen Parker Gil­bert sei es nach erheblichen Schwierigkeiten gelun­gen, den Schatzkanzler Churchill zu dem Ver­sprechen zu bewegen, daß England die kommende Dawes-Plan-Konferenz nicht durch Ob- struktion behindern werde. Parker Gilbert lege

Wert darauf, daß diese Konferenz z w i s ch e n d e m 10. November und dem Monat März ab- gehalten werde, also nach den amerikanischen Präsr- dentschastswahlen und vor den britischen Parla­mentswahlen. /

Verständigung?

so heiß gegessen wie gekocht, aber die Sozialdemo­kraten sind jetzt, mit ihrer ganzen Parteireputation an der Einlösung ihrer Ankündigung engagiert, lieber die weitreichende politische Bedeutung die­ses ihres Antrages werden sie sich aber wohl klar sein. *

Und nun der Stahlhelm! Ob nach dem jämmerlichen Reinfall der Kommunisten nun auch der Stahlhelm nach Lust hat, seinVolksbegeh­ren", das eine Aenderung der Verfassung zum Ziele hat, zu betreiben? Dm Interesse der Beru­higung und Reinigung der innerpolitischen Atmo­sphäre könnte man nur dringend wünschen, daß mit der Einbringung des Stahlhelmvolksbegehrens auch nach dieser radikalen Seite hin einmal völlige Klarheit geschaffen wird.

Unter der Ueberschrift:Die Nächsten, bitte!" schreibt unter anderm derVorwärts": Was will der Stahlhelm? Dasselbe wie die Kommunisten: unter dem Vorwand des Volksbegehrens Propa­ganda treiben für das eigene Geschäft. Gleichzei­tig mit der vorbereitenden Propaganda für die Volksbegehren läuft die Propaganda des Hasses gegen die Republik, ihre Verfassung und ihre Ver­treter Es ist die Unehrlichkeit der Kommunisten Ins rechtsradikale übersetzt. Wir glauben aller- ding-i kaum, daß die Leute vom Stahlhelm heute von der kommunistischen Modeerfindung noch so begeistert find wie vor drei Wochen."

Der volksparteiliche General von Schoch halt in derDeutschen Allgemeinen Zeitung" dem Stahl­helm dringend den Unsinn ihres Vorhabens vor Augen. Er sagt unter anderm:Es gwt kaum einen größeren Fehler, als an die Durchfuhrilng einer Gefechtsaufgabe unzulängliche Mittel zu setzen. Dieser Satz, einst für den Infanterleangnff geschrieben, hat auch für den politischen Kampf feine unumstößliche Richtigkeit. Zweimal schon, beim Kapp-Putsch und beim Hitler-Putsch, ist man mit völlig unzureichenden Mitteln Sturm gelaufen ge­gen die Weimarer Verfassung; auch der letzt ge­plante Angriff, wenn auch diesmal in versapungs. mäßigen Formen, ist von vornherein zum tern verurteilt; man braucht ja nur an dte Zahlen der letzten Reichstagswahlen zu denken."

Degen Schändung jüdischerFriedhöfe. , Auf einer in Berlin vom Zentralverein deut­scher Staatsbürger jüdischen Glaubens e. V. ver- anstalteten Kundgebung gegen die zahlreichen Falle von Friedhofs- und Synagogenschändungen und auf die gerade in letzter Zeit zunehmenden lieber* fälle gegen jüdische Bürger nahm auch der Reichs- justizminister Dr. Koch das Wort zu einer Erklä­rung, in der er ausführte:

Die Reichsregierung, in deren Namen ich spreche, ist sich mit Ihnen einig in der Entrüstung über die Vorfälle, die Sie zum Protest veranlaßt haben. Sie ist einig mit Ihnen in dem Schmerz darüber.

Die Nationalliberale Korrespondenz stellt ge­rn oo genüber Gerüchten über angebliche Ruck - rup-i trittsabfichten Dr. Stresemanns Huf- fest, daß Dr. Stresemann sich in Baden-Baden sehr | sehr gut erholt hat, und daß alle Meldungen I über Rücktrittsabsichten gänzlich unbegründet, not« | lig aus der Luft gegriffen find.

hängrr sind davongelaufen. Auch an der kommu­nistischen Partei wird sich das Schicksal aller Be­wegungen erfüllten, die in Perioden der wirt­schaftlichen Zerrütung geboren wurden und es nicht verstehen, zur rechter Zeit die Zer­störung von Werten zu beenden und an der aufbauenden Arbeit teilzunehmen. Mit agi­tatorischer Schaumschlägerei kann man wohl einige Zeit gewisse Erfolge erzielen, schöpferische Wir- kung geht aber nur von der positiven politischen Tat aus."

Was hier derVorwärts,, von den Kommu­nisten sagt, galt früher Wort für Wort für die agitatorische Betätigung der Sozialdemokre- t e i f c I b ft. Es sollte uns freuen, wenn die So- «aldemokratie, die im letzten Satz ausgesprochene Richtlinie auch dann wieder einbaüen würde, wenn sie nicht mit der Regierungsverantwortlichkeit be­packt ist!

DieVosfifche Zeitung" bemerkt: Die Kommu­nisten beben die sozialdemokratische Parteidisziplin bei weitem unterschätzt. Der Parteiführung ist es gelungen, die Bewegung in die Hand zu bekom­men und zu verhindern, daß eine irgendwie nen­nenswerte Zahl von Mitgliedern sich einzeichnete. Dazu kam natürlich, daß man das Volksbegehren als eine Unehrlichkeit empfand, von einer Partei, die öffentlich erklärte, daß sie sich über den Bau jedes Panzerkreuzers in Sowjetrußland freuc aber in Deutschland ablehne. Die doppelte Moral der Kommunisten war zu augenscheinlich, Ql5 öa& man die Massen des Volkes hätte darüber hinweg- täuschen können."

Auch dasBerliner Tageblatt" ist der Mei- nung, daß aus demAngriff der Kommunisten auf die sozialdemokratische Partei ein Erfolg ijer g0, ziattemokratie geworden ist, die sichtlich ihre An­hänger in der Hand behalten hat, so datz jüc demagogisch-radikalen Schlagworte der Konnnuni- ften nicht wirkungslos geblieben sind."

DieNationalliberale Korrespondenz stellt fest daß das Ergebnis bedeutet, daß der von den Kom­munisten geforderte Gesetzentwurf nicht an den Reichstag gelangt. Trotzdem werden im Parla­ment die Kämpfe um den Panzerkreuzer wieder aufleben. Zunächst haben die Kommunisten eine große Anfrage gestellt, die demnächst zur Bera­tung steht. Nach der völligen Niederlage des Volks­begehrens ist zu hoffen, daß die Sozialdemokraten den kommunistischen Parolen in Zukunft standhaf­ter gegenuberstehen. Aus dem Ausgang des Volks­begehrens kennen sie die sehr nützliche Lehre Zie­len. Eine Partei, die vom Willen zur Macht er­faßt ist, und deshalb in die Verantwortung em- trat, muß nun einmal den Mut besitzen, der Stra­ßenpropaganda zu trotzen."

In ber Tat ist der Kampf um den Panzerkreu­zer mit dem kommunistischen Volksbegehren-Fiasko noch lange nickst erledigt. Jetzt wird angekündigt, daß der Reichstag am 13. November zusammen­tritt und sich noch einer außenpolitischen Aussprache sofort mit dem Zanzerkreuzerantrag beschäftigt, den die Kommunisten bereits eingsbracht haben, und der ja nach der kürzlichen Ankündigung des Par­teivorsitzenden Wels nun ergänzt werden soll durch einen eigenen, von der Sozialdemokratie einzu­bringenden Antrag, der kurz und bündig die Ein­stellung des bereits begonnenen Baues des Pan- rerkreuzers verlangt. Die. Suppe wird zwar nicht

Oie Niederlage der Kommunisten.

Noch selten ist eine politische Aktion so zusam- mengebrochen wie jetzt das kommunistische Bolks- begehren. Kaum mehr als VA Millionen haben sich eingezeichnet. Nachdem die Kommunisten bei ven letzten Wahlen etwa 3^ Millionen Stimmen auf- gebracht haben, ergibt sich, daß selbst zwei Millio- nen Kommunisten ihre eigene Partei verlassen haben!

Etwas Schlimmeres konnte der kommunistischen Partei namentlich nach den letzten Vorgängen mit Thälmann und dem Konflikt mit Moskau nicht passieren. DenFührern" graut es heute schon vor dem Donnerwetter, bag Stalin über die deutsche kommunistische Partei jetzt loslassen wird.

Es ist recht interessant, sich einzelne Ergebnis,e -nzusehen. Am besten ist ein Vergleich der für das diesmalige Volksbegehren abgegebenen Stimmen mit den kommunistischen Wahlstimmen vom 20. Mai 1928. Da ergibt sich, daß tn ganz Berlin die Kommunisten diesmal nur etwa 400 000 Stim­men aufgebracht haben, während sie am 20. Mai über 600 000 Stimmen erzielten. In anderen dcu:- fchen Großstädten ist das Mißverhältnis noch gro­ßer. So erhielten die Kommunisten in Hamburg nur 40 000 gegen 113 000 Stimmen vom 20. Mai, in Leipzig nur 35 000 gegen damals 70 000. Die Kommunisten selbst hatten allein für Berlin mit etwa 900 000 Einzeichnungen gerechnet. Sie haben bei weitem noch nicht einmal die Hälfte aufbrin­gen können! In manchen deutschen Städten sind noch nicht einmal ein Viertel der am 20. Mai für die Kommunisten abgegebenen Stimmen diesmal für das Volksbegehren eingezeichnet worden!

Das ist ein jämmerlicher Zusammenbruch, der den Hochmut der Kommunisten, der nach den Wah­len vom 20. Mai ins Unermeßliche gestiegen war, einen starken Dämpfer aufsetzt.

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Dieses Fiasko der Kommunisten ist von einer recht erheblichen politischen Bedeutung. Sie wird in der Presse aller Parteirichtungen nachdrücklich gewürdigt. DerVorwärts" sagt:

Man glaubte in der kommunistischen Führer­schaft mit dieser Aktion einen besonders schweren Schlack gegen die sozialdemokratische Partei suh- ren zu können, die Gelegenheit für eines der übli- Entlarvungsmanöver schien so günstig, wie nie Utnio größer ist jetzt der Katzenjammer in den kommunistischen Reihen. Die eigenen An-

wtb. London, 19. Ott. (EiS- Funkm.) In ihrem offenbar inspirierten Artikel zu deii Lvn^ doner Besprechungen Parker Gilberts verbreitet sich die Times über die Rheinland­frage und die Reparatlonsfrage und er­klärt, die jetzt eröffneten Beftrechungen hatten zum Ziel, die der deutschen SouveranHat auf­erlegten Einschränkungen zu liquidieren. Das Blatt sagt dann: In der Frage der Ernennung des in Aussicht genommenen Sachverstandigen- Ausschusses sind bereits m-------

worden. Inzwischen t, Frage zu regeln, nämlich, web Initiative ergreifen und of des Sachverständigen-Aus^""'

Dazu wird noch gemeldet:

VDZ. Berlin, 19. Okt. (Eig. Funkm). Wie das Nachrichtenbüro des Vereins deutscher Zei­tungsverleger erfährt, wird im Rahmen der am 22. Oktober beginnenden Beratungen der Ans- schösse der Länderkonferenz auch der sogenannte Finanzausschuß zusammentreten, der seiner Zeit damit beauftragt worden war, Maßnahmen zur Erzielung sparsamster Finanzgebarung m Reich, Ländern und Gemeinden auszuarbeiten. Dieses Gremium, das sich unter Vorsitz des Reichs­finanzministers aus dem preußischen, bayerischen, badischen und thüringischen Finanzmimster sowie dem Präsidenten der Hamburgischen Finanz-De^i- tation zusammensetzt, wird voraussichtlich am 29. Oktober sein schon jetzt fertiggestelltes zufammen- fassendes Gutachten vorlegen. Einstweilen.wird

der Inhalt dieses umfassenden über 200 Seiten starken Werkes vertraulich behandelt, doch w'cd dem Nachrichtenbüro gemeldet, daß der Stand- punkt, den der preußische Finanzmimster auf dem Salzburger Juristentag darlegte und der eine Aen­derung des Haushaltsrechtes durch Stärkung der t uiutvtu- 1 Positionen des Finanzministers und durch Ver­den zuständigen I pflichtung der Parlamente bei Mehrausgaben auch f'oim I Deckung zu sorgen, in dem Gutachten wesent- lich heräustritt.

M herMmg einer neuen Meß-AmM?!

** ° . i schusses der Länderkonferenz, ^die

Die Mitteilungen über die Besprechungen Parker Grlberts in London.

Durch die Presse geht die Nachricht, daß die französischen Truppen a u s d e r z w e i t en i n d; e dritte Zone zurückverlegt worden wa­ren. Das hat lautGermania" t 2"ri."'s2"v* deutschen Stellen Veranlassung gegeben, sich beim französischen Oberkommando im Rheinland zu er­kundigen. Dieses teilt mit, es fei n i cht beabsich­tigt, Truppen aus der zweiten in die dritte Zone zu verlegen. Das französische Oberkommando teilt jedoch nicht mit, ob inzwischen bereits Trup­penverschiebungen stattgefunden haben. Eine Auf" Körung hierüber, fo sagt das Blatt, wäre ?"

wtb. Newyork, 19. Okt. (Eig. Funkm.) N e m- york Times" veröffentlicht an hervorragender Stelle ein Telegramm aus London, in dem be­hauptet wird, daß zwischen dem Generalagenten für die Reparationszahlungen, Parker Gilbert, Premierminister Baldwin und Schatzkanzler Chur­chill eine Verständigung über die Bildung einer neuen Dawes-Kommission zustandege- kommen sei, deren Aufgabe es sein soll, die Re­parationssumme endgültig festzulegen. Gleichzei­tig veröffentlicht das Blatt eine Meldung aus Pa­ris, in der es als wahrscheinlich bezeichnet wird, daß selbst ohne die Mitwirkung Amerikas die deut­schen Iahreszahlunaen auf 2 M i l li a r- den Mark herabgesetzt werden konnten. Falls , jedoch Amerika einen ausreichenden Betrag an deutschen Obligationen unterbringen könnte, werde man auf eine entsprechende Erleichterung

Wie der Sozialdemokratische Pressedienst hört, hat die Rheinlandkqmmission in Kob­lenz mit den deutschen Behörden über die Frage ihres künftigen Wohnsitzes Fühlung ge­nommen für den Fall, daß die zweite Befatzungs- zone bald geräumt wird. Die Internationale Kommission'hat drei Städte bezeichnet, die ihr zu- sagen würden, u. zwar Wiesbaden, Mainz

ts gute Vorarbeiten geleistet ist noch eine diplomatische ilche Regierung die md offiziell die Bildung ischusses beantragen soll. Der Standpunkt der britischen Regierung ist der, daß sie sich, solange feststeht, das dem britischen Steuerzahler keine neuen Lasten auferlegt wurden, nicht von irgendeinem Versuch fernhaltcn wird- die endgültige Regelung der Reparatlonsfrage zu beschleunigen. Die Ansicht der Schatzamtssachvev- ständigen über die Möglichkeit einer Regelung innerhalb der nächsten 6 Monate ist ntcht so optimistisch wie die ihrer französischen,, deutschen und sogar amerikanischen Kollegen. Die Haupt­frage ist, ob es angebracht ist, die Festsetzung der deutschen Reparationssumme im gegenwärtigen Augenblick zu erörtern. Parker Gilbert glaubt es und Poincare, viele deutsche Staatsmänner und eine große Anzahl einflußreicher Amerikaner ttilen seine Auffassung. Die ftanzösische Regierung sicht sich noch immer der Notwendigkeit gegenüber 400 Millionen Dollar für amerikanische Kriegsanleihe im August nächsten Jah­res zu bezahlen und wünscht dringend, eine Regelung zu erlangen, die den Weg zur Kom­merzialisierung der deutschen Schuld dadurch er­öffnen würde, daß in Nicht allzu langer Zett dre > und Jndustrieobttgcttionen fit werden. Und die deutsche

schusses der L ö n d e r k o n f e r e n z, die Ende Oktober in Berlin ftattfinden soll-, wird, wie ute Voss Ztg." meldet, auch der Finanzmmisteraus- schuß, der aus dem Reichsminister der Finanzen und aus vier Finanzministern der Länder besteht, zusammentreten, um das Ergebnis feiner Arbei­ten zur Sicherstellung einer möglichst sparsamen Finanzgebarung in Reich, Ländern und Gernem- den zu formulieren.

FuldaerZettung

^Anzeiger für die Stadl Fulda und den Landkreis Auida. Amtliches Kreisblatt.

"* ' I ei»in3»il» (gnlnnKl) lokal 0,15 JUl,

Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen:Die Welt auswärts 0,20 X«. Rek amezeile: lokal 0,60 5U, 55, iCWtC*«

im Bild" undBuchenblätter" Rotationsdruck und Verlag SrtmßfflCL 20. UllODCt 1928. auswärts 0,80 Bei Wiederbolur gen Rabatt, der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernsprecher Nr. 9. y, ., Postscheckkonto Frankfurt a. M. Nr. 4051.

Der Reichsrat erledigte in feiner öffentlichen Vollsitzung vom Donnerstag die Ruhr d e n k - fchrift durch Kenntnisnahme und sprach die Er­wartung aus, daß die Regierung der Frage, wie -....... - u-- . ... - west Entschädigungen aus dem Ruhrkampf zurück-

oder Speyer. Ehe eine Vereinbarung über I werden könnten, nachgehen und darüber diese Frage getroffen werden kann, müssen erst die I Reichsrat Bericht erstatten möge.

beteiligten Städte gehört werden. I Angenommen wurde eine Verordnung, wonach

| vom 1. November d. Is. ab zu den R e n t e n d e r dasi Deutsche Deutschen derartiges haben antun Invalidenversicherung nach ausländi- können. Mr alle, die wir hier vereinigt sind, w's- I scheu Grenzgebieten auch der Se'^zuschuß geja h t f,.n b»utfd) ist wer durch Sprache, Sitte, Kul- I wird. Das Braurecht für das Rechnungsjahr 19-8

tur und Schicksalsgemeinfchaft zum deutschen Va- I wurde gleichmäßig auf 100 Prozent festgesetzt Der terlande gehört, und wir alle sind uns einig in der Reichsrat genehmigte, daß landwirtschaftliche Bren Verurteiluna von Ausschreitungen, die deutsche I nereten, die nach dem 1. September b. 5 betrieb. Staatsbürger gegen deutsche Staatsbürger und ihr I fähigor^n ^her^enfeer

Gewissen begehen. Wenn sich Haß und Lei- I arbeiten dürfen, die die Eigentümer oder Besitzer hpnfrhaft und Irrwahn sogar gegen die To - I der Brennereien nicht selbst gewonnen haben. Äon ^vergehst geh? das weit über jeglichen Anti- Sch a tz a nw e isu n g e n der Stabte. München, fpmitismus hinaus Seien Sie überzeugt, daß die I .Nürnberg, Augsburg, Frankfurt a. Main, Berlin, deutsche Justiz hier ihre Pflicht tun wird. Sie I Dortmund, des Bezirksverbandes Kassel und des wird ihre Pflicht tun, weil sie sich bewußt ist, daß Bezirksverbandes Wiesbaden wurde die M u n - sie verletzten Deutschen helfen muß, ferner weil sie | delsicherheit verliehen.

sich der Wirkungen der Handlungen auf das Aus-

land bewußt ist, schließlich aber auch, weil sie sich I wieder DflUfe M Warschau,

in ihrem Rechtsgefühl beleidigt fühlt. Ste I iviuvci -puui« m wui-iu/u«.

haben recht getan, diesen Protest in die Wett hin- I Reichsminister a. D. Dr. Hermes erstattete auszuschicken. Die Reichsregierung schließt sich I l)em Reichskabinett Bericht über feine letzten War- Ihnen an. I schauer Besprechungen. Daraus ergibt sich, daß

y. . , . . mj-u I zunächst eine Pause in den Verhandlungen eintriit,

PöiltiCDC ftl lUtSn. I durch die polnische Erklärung veranlagt ist,

wtb. Wien, 19. Okt. (Eig. Funkm.). Um Mit- daß die Kommissionsarbeiten für Öen 2lugenbluf ternacht ist der französische Kriegsminister Pain- I gegenstandslos feien. Da trotz deutschen Entge- leve aus Paris kommend zu mehrtägigem Besuch genkommens von polnischer Sette, namentlich m hier eingetroffen. Zur Begrüßung war auch ein I der Zolltarifkommifsion, keinerlei nennenswerte Vertreter de« Bundeskanzleramtes auf dem Bahn- I Zugeständnisse gemacht worden sind, ist der polm- Hof Wenn der Besuch Painleves, der in feiner I scheu Erklärung Rechnung getragen worden , Eigenfchaft als Vorsitzender des leitenden Ausfchus- I Die deutschen Mitglieder der bis zuletzt tn ses des Pariser I n st i t u t s f ü r g e i st i g e Z u - ! Warschau tagenden Zolltariftomrmssion kehren fammenarbeit nach Wien kommt, auch pri- I deshalb zunächst nach Berlin zuruck. Inzwischen vaken Charakter hat, so wird zu Ehren des I wird das Reichskabinett zur setztgen Lage tm em- französischen Ministers, der hier int Kulturbund 1 zelnen Stellung nehmen. Dann werden voraus- und in der Universität Vorträge über die geistigen sichtlich zunächst die beiden Delegationsfuhrer die Beziehungen unter den Völkern halten wird, eine I Besprechungen fortfetzen.

Reih? von Empfängen durch offizielle Stellen $ tf in ber polnischen Sozialdemokratie, itctttttnocn. I

I wtb. Warschau, 19. Okt. (Eig. Funkm.). Die

* Tod eines polnischen Generals. Der frühere I Spaltung in der polnischen sozialdemokratischen polnische Kavallerieinspektor, General der Kanal- I sjjartet ist nun vollzogen. Die Pilsudski treues lerie Taddäus Rowardowski, ist am Donnerstag I Sozialdemokraten des Warschauer Bezirks haben in Warschau verschieden. Rowardowski, der I ^en Beschluß gefaßt, unter dem vorläufigen Na- aus der österreichischen Armee hervorgegangen | menPolnische sozialistische Partei, war, nahm während des Pilsudski-Puffches gegen I gewesene revolutionäre Fraktion" eine neue Partei den Marschall Partei und mußte damals desme- I hjlden. Das vor 10 Tagen gegründete Blatt gen eine mehrmonatige Gefängnisstrafe verbüßen. IPrzedswid", das ebenfalls sozialistisch und Pil-

* Reform der Militärgerichtsbarkeit in Frank- fubsfi freundlich ist, hat sich den Sozialisten zur reich. Aus Paris wird gemeldet: Das im "Jour- Verfügung gestellt.

nal Dfficiel" erscheinende Dekret über die neue Mi- '----------

litärstrafterordnung hebt die Kriegsgerichte auf und ersetzt sie durch 12 ständige Militärgerichte in Frankreich, drei in Algier, eins in Tunis, drei in Marokko und zehn in den französischen Kolonien.

* Auswirkung der Amnestie in Spanien. Ha- vas berichtet aus Madrid, daß das Iustizministe- rium bekanntgibt, daß die Zahl der Gefangenen in Spanien, dis ffich am 1. September auf 12-814 (einschließlich der politischen Gefangenen) belief, am 1. Oktober auf 9130 (davon 8 550 männliche Gefangene) zurückgegangen ist, was auf die Aus­wirkung der Amnestie zurückzuführen fein soll, die zur Erinnerung an den 13. September 1923 erlas­sen wurde.