Nr. 244
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Reichsrat.
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der Fuldaer Ac'tiendruckerei in Fulda. Fernsprecher Nr. 9. Monatl. 1,80 einschl. Postgeb. (30 bezw. 48 Pf.), ohne Zustella.
Aufnahme des Weltrundfunks.
Die ständig wachsende Ausbreitung des Rundfunks in allen Kulturländern hat schon lange den Wunsch reifen lassen, mit Hilfe der auf ihre Fern- Wirkung erprobten Kurzwellensender einen Rundfun kau stauschüber Länder und M e e re, einen Weltrundfunk, ins Leben zu rufen. Die Deutsche Reichspost hat diesen Gedanken frühzeitig aufgegriffen und aufgrund erfolgreicher technischer technischer Versuche vor mehreren Monaten einen Kurzwellen-Rundsender größerer Lei- stung in Auftrag gegeben. Aller Voraussicht nach
: an einer Regelung
V.. -jrc Verpflichtun
gen genau bezeichnen, sondern btt auch von der lästigen Kontrolle des Dawes-Planes befteten
rechnen können.
Gerüchte vom Nhein.
„Chicago Daily News" meldet aus London, dem Generalagenten für Reparationen Parker Gilbert sei es nach erheblichen Schwierigkeiten gelungen, den Schatzkanzler Churchill zu dem Versprechen zu bewegen, daß England die kommende Dawes-Plan-Konferenz nicht durch Ob- struktion behindern werde. Parker Gilbert lege
Wert darauf, daß diese Konferenz z w i s ch e n d e m 10. November und dem Monat März ab- gehalten werde, also nach den amerikanischen Präsr- dentschastswahlen und vor den britischen Parlamentswahlen. /
Verständigung?
so heiß gegessen wie gekocht, aber die Sozialdemokraten sind jetzt, mit ihrer ganzen Parteireputation an der Einlösung ihrer Ankündigung engagiert, lieber die weitreichende politische Bedeutung dieses ihres Antrages werden sie sich aber wohl klar sein. *
Und nun der Stahlhelm! Ob nach dem jämmerlichen Reinfall der Kommunisten nun auch der Stahlhelm nach Lust hat, sein „Volksbegehren", das eine Aenderung der Verfassung zum Ziele hat, zu betreiben? Dm Interesse der Beruhigung und Reinigung der innerpolitischen Atmosphäre könnte man nur dringend wünschen, daß mit der Einbringung des Stahlhelmvolksbegehrens auch nach dieser radikalen Seite hin einmal völlige Klarheit geschaffen wird.
Unter der Ueberschrift: „Die Nächsten, bitte!" schreibt unter anderm der „Vorwärts": Was will der Stahlhelm? Dasselbe wie die Kommunisten: unter dem Vorwand des Volksbegehrens Propaganda treiben für das eigene Geschäft. Gleichzeitig mit der vorbereitenden Propaganda für die Volksbegehren läuft die Propaganda des Hasses gegen die Republik, ihre Verfassung und ihre Vertreter Es ist die Unehrlichkeit der Kommunisten Ins rechtsradikale übersetzt. Wir glauben aller- ding-i kaum, daß die Leute vom Stahlhelm heute von der kommunistischen Modeerfindung noch so begeistert find wie vor drei Wochen."
Der volksparteiliche General von Schoch halt in der „Deutschen Allgemeinen Zeitung" dem Stahlhelm dringend den Unsinn ihres Vorhabens vor Augen. Er sagt unter anderm: „Es gwt kaum einen größeren Fehler, als an die Durchfuhrilng einer Gefechtsaufgabe unzulängliche Mittel zu setzen. Dieser Satz, einst für den Infanterleangnff geschrieben, hat auch für den politischen Kampf feine unumstößliche Richtigkeit. Zweimal schon, beim Kapp-Putsch und beim Hitler-Putsch, ist man mit völlig unzureichenden Mitteln Sturm gelaufen gegen die Weimarer Verfassung; auch der letzt geplante Angriff, wenn auch diesmal in versapungs. mäßigen Formen, ist von vornherein zum tern verurteilt; man braucht ja nur an dte Zahlen der letzten Reichstagswahlen zu denken."
Degen Schändung jüdischerFriedhöfe. , Auf einer in Berlin vom Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens e. V. ver- anstalteten Kundgebung gegen die zahlreichen Falle von Friedhofs- und Synagogenschändungen und auf die gerade in letzter Zeit zunehmenden lieber* fälle gegen jüdische Bürger nahm auch der Reichs- justizminister Dr. Koch das Wort zu einer Erklärung, in der er ausführte:
Die Reichsregierung, in deren Namen ich spreche, ist sich mit Ihnen einig in der Entrüstung über die Vorfälle, die Sie zum Protest veranlaßt haben. Sie ist einig mit Ihnen in dem Schmerz darüber.
Die Nationalliberale Korrespondenz stellt gern oo । genüber Gerüchten über angebliche Ruck - rup-i trittsabfichten Dr. Stresemanns Huf- fest, daß Dr. Stresemann sich in Baden-Baden sehr | sehr gut erholt hat, und daß alle Meldungen I über Rücktrittsabsichten gänzlich unbegründet, not« | lig aus der Luft gegriffen find.
hängrr sind davongelaufen. Auch an der kommunistischen Partei wird sich das Schicksal aller Bewegungen erfüllten, die in Perioden der wirtschaftlichen Zerrütung geboren wurden und es nicht verstehen, zur rechter Zeit die Zerstörung von Werten zu beenden und an der aufbauenden Arbeit teilzunehmen. Mit agitatorischer Schaumschlägerei kann man wohl einige Zeit gewisse Erfolge erzielen, schöpferische Wir- kung geht aber nur von der positiven politischen Tat aus."
Was hier der „Vorwärts,, von den Kommunisten sagt, galt früher Wort für Wort für die agitatorische Betätigung der Sozialdemokre- t e i f c I b ft. Es sollte uns freuen, wenn die So- «aldemokratie, die im letzten Satz ausgesprochene Richtlinie auch dann wieder einbaüen würde, wenn sie nicht mit der Regierungsverantwortlichkeit bepackt ist!
Die „Vosfifche Zeitung" bemerkt: Die Kommunisten beben die sozialdemokratische Parteidisziplin bei weitem unterschätzt. Der Parteiführung ist es gelungen, die Bewegung in die Hand zu bekommen und zu verhindern, daß eine irgendwie nennenswerte Zahl von Mitgliedern sich einzeichnete. Dazu kam natürlich, daß man das Volksbegehren als eine Unehrlichkeit empfand, von einer Partei, die öffentlich erklärte, daß sie sich über den Bau jedes Panzerkreuzers in Sowjetrußland freuc aber in Deutschland ablehne. Die doppelte Moral der Kommunisten war zu augenscheinlich, Ql5 öa& man die Massen des Volkes hätte darüber hinweg- täuschen können."
Auch das „Berliner Tageblatt" ist der Mei- nung, daß aus dem „Angriff der Kommunisten auf die sozialdemokratische Partei ein Erfolg ijer g0, ziattemokratie geworden ist, die sichtlich ihre Anhänger in der Hand behalten hat, so datz jüc demagogisch-radikalen Schlagworte der Konnnuni- ften nicht wirkungslos geblieben sind." „
Die „Nationalliberale Korrespondenz stellt fest daß das Ergebnis bedeutet, daß der von den Kommunisten geforderte Gesetzentwurf nicht an den Reichstag gelangt. Trotzdem werden im Parlament die Kämpfe um den Panzerkreuzer wieder aufleben. Zunächst haben die Kommunisten eine große Anfrage gestellt, die demnächst zur Beratung steht. Nach der völligen Niederlage des Volksbegehrens ist zu hoffen, daß die Sozialdemokraten den kommunistischen Parolen in Zukunft standhafter gegenuberstehen. Aus dem Ausgang des Volksbegehrens kennen sie die sehr nützliche Lehre Zielen. Eine Partei, die vom Willen zur Macht erfaßt ist, und deshalb in die Verantwortung em- trat, muß nun einmal den Mut besitzen, der Straßenpropaganda zu trotzen."
In ber Tat ist der Kampf um den Panzerkreuzer mit dem kommunistischen Volksbegehren-Fiasko noch lange nickst erledigt. Jetzt wird angekündigt, daß der Reichstag am 13. November zusammentritt und sich noch einer außenpolitischen Aussprache sofort mit dem Zanzerkreuzerantrag beschäftigt, den die Kommunisten bereits eingsbracht haben, und der ja nach der kürzlichen Ankündigung des Parteivorsitzenden Wels nun ergänzt werden soll durch einen eigenen, von der Sozialdemokratie einzubringenden Antrag, der kurz und bündig die Einstellung des bereits begonnenen Baues des Pan- rerkreuzers verlangt. Die. Suppe wird zwar nicht
Oie Niederlage der Kommunisten.
Noch selten ist eine politische Aktion so zusam- mengebrochen wie jetzt das kommunistische Bolks- begehren. Kaum mehr als VA Millionen haben sich eingezeichnet. Nachdem die Kommunisten bei ven letzten Wahlen etwa 3^ Millionen Stimmen auf- gebracht haben, ergibt sich, daß selbst zwei Millio- nen Kommunisten ihre eigene Partei verlassen haben!
Etwas Schlimmeres konnte der kommunistischen Partei namentlich nach den letzten Vorgängen mit Thälmann und dem Konflikt mit Moskau nicht passieren. Den „Führern" graut es heute schon vor dem Donnerwetter, bag Stalin über die deutsche kommunistische Partei jetzt loslassen wird.
Es ist recht interessant, sich einzelne Ergebnis,e -nzusehen. Am besten ist ein Vergleich der für das diesmalige Volksbegehren abgegebenen Stimmen mit den kommunistischen Wahlstimmen vom 20. Mai 1928. Da ergibt sich, daß tn ganz Berlin die Kommunisten diesmal nur etwa 400 000 Stimmen aufgebracht haben, während sie am 20. Mai über 600 000 Stimmen erzielten. In anderen dcu:- fchen Großstädten ist das Mißverhältnis noch großer. So erhielten die Kommunisten in Hamburg nur 40 000 gegen 113 000 Stimmen vom 20. Mai, in Leipzig nur 35 000 gegen damals 70 000. Die Kommunisten selbst hatten allein für Berlin mit etwa 900 000 Einzeichnungen gerechnet. Sie haben bei weitem noch nicht einmal die Hälfte aufbringen können! In manchen deutschen Städten sind noch nicht einmal ein Viertel der am 20. Mai für die Kommunisten abgegebenen Stimmen diesmal für das Volksbegehren eingezeichnet worden!
Das ist ein jämmerlicher Zusammenbruch, der den Hochmut der Kommunisten, der nach den Wahlen vom 20. Mai ins Unermeßliche gestiegen war, einen starken Dämpfer aufsetzt.
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Dieses Fiasko der Kommunisten ist von einer recht erheblichen politischen Bedeutung. Sie wird in der Presse aller Parteirichtungen nachdrücklich gewürdigt. Der „Vorwärts" sagt:
„Man glaubte in der kommunistischen Führerschaft mit dieser Aktion einen besonders schweren Schlack gegen die sozialdemokratische Partei suh- ren zu können, die Gelegenheit für eines der übli- Entlarvungsmanöver schien so günstig, wie nie Utnio größer ist jetzt der Katzenjammer in den kommunistischen Reihen. Die eigenen An-
wtb. London, 19. Ott. (EiS- Funkm.) In ihrem offenbar inspirierten Artikel zu deii Lvn^ doner Besprechungen Parker Gilberts verbreitet sich die Times über die Rheinlandfrage und die Reparatlonsfrage und erklärt, die jetzt eröffneten Beftrechungen hatten zum Ziel, die der deutschen SouveranHat auferlegten Einschränkungen zu liquidieren. Das Blatt sagt dann: In der Frage der Ernennung des in Aussicht genommenen Sachverstandigen- Ausschusses sind bereits m-------
worden. Inzwischen t, Frage zu regeln, nämlich, web Initiative ergreifen und of des Sachverständigen-Aus^""'
Dazu wird noch gemeldet:
VDZ. Berlin, 19. Okt. (Eig. Funkm). Wie das Nachrichtenbüro des Vereins deutscher Zeitungsverleger erfährt, wird im Rahmen der am 22. Oktober beginnenden Beratungen der Ans- schösse der Länderkonferenz auch der sogenannte Finanzausschuß zusammentreten, der seiner Zeit damit beauftragt worden war, Maßnahmen zur Erzielung sparsamster Finanzgebarung m Reich, Ländern und Gemeinden auszuarbeiten. Dieses Gremium, das sich unter Vorsitz des Reichsfinanzministers aus dem preußischen, bayerischen, badischen und thüringischen Finanzmimster sowie dem Präsidenten der Hamburgischen Finanz-De^i- tation zusammensetzt, wird voraussichtlich am 29. Oktober sein schon jetzt fertiggestelltes zufammen- fassendes Gutachten vorlegen. Einstweilen.wird
der Inhalt dieses umfassenden über 200 Seiten starken Werkes vertraulich behandelt, doch w'cd dem Nachrichtenbüro gemeldet, daß der Stand- punkt, den der preußische Finanzmimster auf dem Salzburger Juristentag darlegte und der eine Aenderung des Haushaltsrechtes durch Stärkung der t uiutvtu —- 1 Positionen des Finanzministers und durch Verden zuständigen I pflichtung der Parlamente bei Mehrausgaben auch f'oim I Deckung zu sorgen, in dem Gutachten wesent- lich heräustritt.
M herMmg einer neuen Meß-AmM?!
*’* ° . i schusses der Länderkonferenz, ^die
Die Mitteilungen über die Besprechungen Parker Grlberts in London.
Durch die Presse geht die Nachricht, daß die französischen Truppen a u s d e r z w e i t en i n d; e dritte Zone zurückverlegt worden waren. Das hat laut „Germania" t“ 2"ri."'s‘2"v* deutschen Stellen Veranlassung gegeben, sich beim französischen Oberkommando im Rheinland zu erkundigen. Dieses teilt mit, es fei n i cht beabsichtigt, Truppen aus der zweiten in die dritte Zone zu verlegen. Das französische Oberkommando teilt jedoch nicht mit, ob inzwischen bereits Truppenverschiebungen stattgefunden haben. Eine Auf" Körung hierüber, fo sagt das Blatt, wäre ?"■
wtb. Newyork, 19. Okt. (Eig. Funkm.) N e m- york Times" veröffentlicht an hervorragender Stelle ein Telegramm aus London, in dem behauptet wird, daß zwischen dem Generalagenten für die Reparationszahlungen, Parker Gilbert, Premierminister Baldwin und Schatzkanzler Churchill eine Verständigung über die Bildung einer neuen Dawes-Kommission zustandege- kommen sei, deren Aufgabe es sein soll, die Reparationssumme endgültig festzulegen. Gleichzeitig veröffentlicht das Blatt eine Meldung aus Paris, in der es als wahrscheinlich bezeichnet wird, daß selbst ohne die Mitwirkung Amerikas die deutschen Iahreszahlunaen auf 2 M i l li a r- den Mark herabgesetzt werden konnten. Falls , jedoch Amerika einen ausreichenden Betrag an deutschen Obligationen unterbringen könnte, werde man auf eine entsprechende Erleichterung
Wie der Sozialdemokratische Pressedienst hört, hat die Rheinlandkqmmission in Koblenz mit den deutschen Behörden über die Frage ihres künftigen Wohnsitzes Fühlung genommen für den Fall, daß die zweite Befatzungs- zone bald geräumt wird. Die Internationale Kommission'hat drei Städte bezeichnet, die ihr zu- sagen würden, u. zwar Wiesbaden, Mainz
ts gute Vorarbeiten geleistet ist noch eine diplomatische ilche Regierung die md offiziell die Bildung ischusses beantragen soll. Der Standpunkt der britischen Regierung ist der, daß sie sich, solange feststeht, das dem britischen Steuerzahler keine neuen Lasten auferlegt wurden, nicht von irgendeinem Versuch fernhaltcn wird- die endgültige Regelung der Reparatlonsfrage zu beschleunigen. Die Ansicht der Schatzamtssachvev- ständigen über die Möglichkeit einer Regelung innerhalb der nächsten 6 Monate ist ntcht so optimistisch wie die ihrer französischen,, deutschen und sogar amerikanischen Kollegen. Die Hauptfrage ist, ob es angebracht ist, die Festsetzung der deutschen Reparationssumme im gegenwärtigen Augenblick zu erörtern. Parker Gilbert glaubt es und Poincare, viele deutsche Staatsmänner und eine große Anzahl einflußreicher Amerikaner ttilen seine Auffassung. Die ftanzösische Regierung sicht sich noch immer der Notwendigkeit gegenüber 400 Millionen Dollar für amerikanische Kriegsanleihe im August nächsten Jahres zu bezahlen und wünscht dringend, eine Regelung zu erlangen, die den Weg zur Kommerzialisierung der deutschen Schuld dadurch eröffnen würde, daß in Nicht allzu langer Zett dre > und Jndustrieobttgcttionen fit werden. Und die deutsche
schusses der L ö n d e r k o n f e r e n z, die Ende Oktober in Berlin ftattfinden soll-, wird, wie ute „Voss Ztg." meldet, auch der Finanzmmisteraus- schuß, der aus dem Reichsminister der Finanzen und aus vier Finanzministern der Länder besteht, zusammentreten, um das Ergebnis feiner Arbeiten zur Sicherstellung einer möglichst sparsamen Finanzgebarung in Reich, Ländern und Gernem- den zu formulieren.
FuldaerZettung
^Anzeiger für die Stadl Fulda und den Landkreis Auida. Amtliches Kreisblatt.
"* ' I ei»in3»il» (gnlnnKl) lokal 0,15 JUl,
Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen: „Die Welt auswärts 0,20 X«. Rek amezeile: lokal 0,60 5U, 55, iCWtC*«
im Bild" und „Buchenblätter" Rotationsdruck und Verlag SrtmßfflCL 20. UllODCt 1928. auswärts 0,80 Bei Wiederbolur gen Rabatt, der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernsprecher Nr. 9. y, ., Postscheckkonto Frankfurt a. M. Nr. 4051.
Der Reichsrat erledigte in feiner öffentlichen Vollsitzung vom Donnerstag die Ruhr d e n k - fchrift durch Kenntnisnahme und sprach die Erwartung aus, daß die Regierung der Frage, wie -....... - u-- — . ■ ... - । west Entschädigungen aus dem Ruhrkampf zurück-
oder Speyer. Ehe eine Vereinbarung über I werden könnten, nachgehen und darüber diese Frage getroffen werden kann, müssen erst die I Reichsrat Bericht erstatten möge.
beteiligten Städte gehört werden. I Angenommen wurde eine Verordnung, wonach
| vom 1. November d. Is. ab zu den R e n t e n d e r dasi Deutsche Deutschen derartiges haben antun Invalidenversicherung nach ausländi- können. Mr alle, die wir hier vereinigt sind, w's- I scheu Grenzgebieten auch der Se'^zuschuß geja h t f,.n b»utfd) ist wer durch Sprache, Sitte, Kul- I wird. Das Braurecht für das Rechnungsjahr 19-8
tur und Schicksalsgemeinfchaft zum deutschen Va- I wurde gleichmäßig auf 100 Prozent festgesetzt Der terlande gehört, und wir alle sind uns einig in der Reichsrat genehmigte, daß landwirtschaftliche Bren Verurteiluna von Ausschreitungen, die deutsche I nereten, die nach dem 1. September b. 5 betrieb. Staatsbürger gegen deutsche Staatsbürger und ihr I fähig ™or^n ^her^enfeer
Gewissen begehen. Wenn sich Haß und Lei- I arbeiten dürfen, die die Eigentümer oder Besitzer hpnfrhaft und Irrwahn sogar gegen die To - I der Brennereien nicht selbst gewonnen haben. Äon ^vergehst geh? das weit über jeglichen Anti- Sch a tz a nw e isu n g e n der Stabte. München, fpmitismus hinaus Seien Sie überzeugt, daß die I .Nürnberg, Augsburg, Frankfurt a. Main, Berlin, deutsche Justiz hier ihre Pflicht tun wird. Sie I Dortmund, des Bezirksverbandes Kassel und des wird ihre Pflicht tun, weil sie sich bewußt ist, daß Bezirksverbandes Wiesbaden wurde die M u n - sie verletzten Deutschen helfen muß, ferner weil sie | delsicherheit verliehen.
sich der Wirkungen der Handlungen auf das Aus-
land bewußt ist, schließlich aber auch, weil sie sich I wieder DflUfe M Warschau,
in ihrem Rechtsgefühl beleidigt fühlt. Ste I iviuvci -puui« m wui-iu/u«.
haben recht getan, diesen Protest in die Wett hin- I Reichsminister a. D. Dr. Hermes erstattete auszuschicken. Die Reichsregierung schließt sich I l)em Reichskabinett Bericht über feine letzten War- Ihnen an. I schauer Besprechungen. Daraus ergibt sich, daß
y. . , „ . . mj-u I zunächst eine Pause in den Verhandlungen eintriit,
PöiltiCDC ftl lUtSn. I durch die polnische Erklärung veranlagt ist,
wtb. Wien, 19. Okt. (Eig. Funkm.). Um Mit- daß die Kommissionsarbeiten für Öen 2lugenbluf ternacht ist der französische Kriegsminister Pain- I gegenstandslos feien. Da trotz deutschen Entge- leve aus Paris kommend zu mehrtägigem Besuch genkommens von polnischer Sette, namentlich m hier eingetroffen. Zur Begrüßung war auch ein I der Zolltarifkommifsion, keinerlei nennenswerte Vertreter de« Bundeskanzleramtes auf dem Bahn- I Zugeständnisse gemacht worden sind, ist der polm- Hof Wenn der Besuch Painleves, der in feiner I scheu Erklärung Rechnung getragen worden , Eigenfchaft als Vorsitzender des leitenden Ausfchus- I Die deutschen Mitglieder der bis zuletzt tn ses des Pariser I n st i t u t s f ü r g e i st i g e Z u - ! Warschau tagenden Zolltariftomrmssion kehren fammenarbeit nach Wien kommt, auch pri- I deshalb zunächst nach Berlin zuruck. Inzwischen vaken Charakter hat, so wird zu Ehren des I wird das Reichskabinett zur setztgen Lage tm em- französischen Ministers, der hier int Kulturbund 1 zelnen Stellung nehmen. Dann werden voraus- und in der Universität Vorträge über die geistigen sichtlich zunächst die beiden Delegationsfuhrer die Beziehungen unter den Völkern halten wird, eine I Besprechungen fortfetzen.
Reih? von Empfängen durch offizielle Stellen $ tf in ber polnischen Sozialdemokratie, itctttttnocn. I
—————— I wtb. Warschau, 19. Okt. (Eig. Funkm.). Die
* Tod eines polnischen Generals. Der frühere I Spaltung in der polnischen sozialdemokratischen polnische Kavallerieinspektor, General der Kanal- I sjjartet ist nun vollzogen. Die Pilsudski treues lerie Taddäus Rowardowski, ist am Donnerstag I Sozialdemokraten des Warschauer Bezirks haben in Warschau verschieden. Rowardowski, der I ^en Beschluß gefaßt, unter dem vorläufigen Na- aus der österreichischen Armee hervorgegangen | men „Polnische sozialistische Partei, war, nahm während des Pilsudski-Puffches gegen I gewesene revolutionäre Fraktion" eine neue Partei den Marschall Partei und mußte damals desme- I hjlden. Das vor 10 Tagen gegründete Blatt gen eine mehrmonatige Gefängnisstrafe verbüßen. I „Przedswid", das ebenfalls sozialistisch und Pil-
* Reform der Militärgerichtsbarkeit in Frank- fubsfi freundlich ist, hat sich den Sozialisten zur reich. Aus Paris wird gemeldet: Das im "Jour- Verfügung gestellt.
nal Dfficiel" erscheinende Dekret über die neue Mi- ' —---------—-
litärstrafterordnung hebt die Kriegsgerichte auf und ersetzt sie durch 12 ständige Militärgerichte in Frankreich, drei in Algier, eins in Tunis, drei in Marokko und zehn in den französischen Kolonien.
* Auswirkung der Amnestie in Spanien. Ha- vas berichtet aus Madrid, daß das Iustizministe- rium bekanntgibt, daß die Zahl der Gefangenen in Spanien, dis ffich am 1. September auf 12-814 (einschließlich der politischen Gefangenen) belief, am 1. Oktober auf 9130 (davon 8 550 männliche Gefangene) zurückgegangen ist, was auf die Auswirkung der Amnestie zurückzuführen fein soll, die zur Erinnerung an den 13. September 1923 erlassen wurde.