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Dienstag, 16. Oktober 1928
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Ausgesuchte; wettervech. — Line Beschädigung der Hülle wahrend der §ahrt ausgebessert. — Eintreffen in LaKehurst erst Montagabend.
noch im Stadium der Vorbesprechungen; erst wenn diese zu einer gewissen Klärung der Auffassungen aller beteiligten Stellen geführt haben, werden offizielle Schritte erfolgen können. Inzwischen dient es der Sache wenig, sich in Kombinationen zu ergehen. die, wie die vorliegende des Populaire Richtiges und Falsches durcheinandermengen.
Von unterrichteter Seite erfahren wir zur obi- 8en Meldung dar«, daß weder über di? Zusam- wsnsehung des Sachvcrständigenausschusfes, noch Uber Zeit und Ort seines Zusammentretens noch >oer die Aufgaben des Komitees, das heißt die ^agesordnung, bisher etwas abschließendes teststeht. Die Erörterungen darüber befinden sich
i Redaktionsschluß wird der Standort des Zeppelin", der eine wechselvolle Fahrt bin« > , sich hat, in der Röhe des Kapes Hatteras an der mexikanischen Ostküste angenommen. Es liegen folgende letzte Meldungen vor:
Langsam vorwärts;
wtb. Friedrichshafen, 15. Ott. (Eig. Funkm) Zu den während der vergangenen Nacht und in. den frühen Morgenstunden eingegangenen Nachrichten, wonach das Schiff nur langsam vorwärts kommt, äußert man sich hier in leitenden Kreisen auf eine Anfrage dahin, daß das Schiff eben ein ausgesuchtes Wetterpech hat. Es soll sich dabei um solche Wetter gehandelt haben, die zuweilen an dieser Küste aüftreten und wobei Regen und Sturmwolken mit solch ursprünglicher Geschwindigkeit auftreten, daß oft selbst Wetterstationen davon überrascht werden. Bei diesen tropischen Wetterfällen bzw. Regengüssen werden selbst
Der Panzerkreuzer-Bau.
Auf der Dresdener Tagung der demokratischen Reichstagsfraktion timten die Abgeordneten ihre Stellungnahme gegenüber der Frage des Pavzerkreu'erbaues dar. Dabei ergab sich, dem „B. T." zufolge, daß die Fraktion gegenüber dem Pan'erkrewerbau einmütig eine a b - lehnende Haltung einnimmt. In diesem Sinne dürfte auch an den Varteiauslchuh berichtet werden.
wtb. Varis. 14. Oft. (Eig Funkm.) Der sozialistische Populaire will in der Lage sein, Angaben über die Konserenz der Finanzsachverständigen zur Liquidierung des Reparationsproblems zu machen, di? nach diesem Blatt geaen den 15. November zusammentreten werde Nack dem Populaire wird außer Deutschland, Frankreich. Groß- Britannien, Italien, Belgien und Japan auch Amerika Zum mindesten offiziös vertreten sein. Owen D Bouna wird di? Bereinigten Staaten vertreten Als Führer der Delegationen nennt der Povulaire die Direktoren der Hauptnoteichaw ken, nämlich Reichsbankpräsident Dr. Schacht den Direktor der Bank von England. Montage Norman und den Gouverneur der Bank von Frankreich Moreau Schon setzt ist man sich wie der Populaire mutier ausführt, über die Tagesordnung der Konferenz einig. Es werden wlgende Punkte behandelt werden: 1 Festsetzung “Js endgültigen Gesamtbetrages der deutschen
als Kavitalsumme, 2. Herabsetzung d»r nach
Dawesplan vorgesehenen Höchstannuitäten, 3 ^tiifung dieser Annuitäten auf einen längeren aetot um c's die im Dawesplan implicite vor- i*,p uncn ^0 Jahre, 4 Ausarbeitung emes Planes n«» "Nerbrinquna der zum Zweck der Kommerzia- —,','^sAg aus»ugebend-n OAigationen der deutschen nuf f.cn verschiedenen Märkten der West besonders QUf j)em amerikanischen.
Die Zweibrückener Zlaggenaffäre.
Am Abend des 13. Oktober wurden in Landau zwei junge Leute aus Zweibrücken, die im Verdacht stehen, in der Nacht auf den 12. Oktober die französische. Trikolore am Offizierskasino Zwei- brücken heruntergerissen zu haben, von der d e u t • schon Polizei verhaftet. Der Erste Staatsanwalt aus Zweibrücken ist persönlich in Landau erschienen, um mit Hilfe der dortigen Gerichtsbehörden und der Polizei die notwendigen Untersuchungen zu pflegen. Die Besatzung ist von der Verhaftung der beiden jungen Leute unterrichtet. Wvs die Schuldfrage anbelangt, so ist es durchaus noch nicht sicher, ob die beiden, die erklärt haben, die Täter zu sein, diese Erklärung nicht aus Großsprecherei abgegeben haben. Ein objektiver Tatbestand ist nach nicht festgestellt. ......
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wtb. Zweibrücken. 15. Oft. (Eig. Funkm.) Zu der Verhaftung zweier junger Leute aus Zweibrük- ken im Zusammenhang mit dem Flaggenzwischen- foll wird poch bekannt: Am Sonntag nachmittag erschien auf dem Landauer Polizeiamt ein Mann und erklärte, daß ihm auf der Landstraße zwei junge Burschen erzählt haben, sie hätten die französische Flagge am französischen Militärkasino ab- gerissen Die Landauer Polizei konnte die beiden nach einiger Zeit ermitteln und festnehmen. Sie wurden in das Landauer Landesgerichtsgefängnis eingeliefert und durch die deutschen Gerichtsbehörden sofort eingehend verhört, wobei die beiden ihre Steigerungen als Prahlerei hinstellten. Es handelt sich um einen 1907 geborenen Lederzuschneider und einen Schlossergesellen, die beide in Zweibrücken ihren Wohnsitz hatten und sich von dort aus polizeilich abgemeldet und auf Wanderschaft begeben hatten. Nach Benachrichtigung der französischen Behörde hat der französische Militärstaatsanwalt ein eingehendes Verhör mit den beiden in Haft befindlichen Burschen abgebalten, wobei sie wiederum betonten, daß sie lediglich geprahlt hätten. Trotz alled-m werden die beiden zur weiteren Klärung des Falles in Haft behalten und am Montag abend von Landau nach dem Zweibrücker Gefängnis gebracht werden. Die französischen Behörden haben bisher noch kein Aus- steferuvosbeaebren gestellt.
* Aufmarsch der Heimwehren in Linz. Ein in Linz an der Donau veranstalteter Aufmarsch der Heimwehren von Oberösterreich, Niederösterreich und Steiermark mit insgesamt 10 000 Mann unter dem Führer Dr. Steidle verlief in der aus bi"?em Anlaß reich beflaggten Stadt unter starker Anteilnahme des Publikum', ohne Zwischenfälle. Die Sozialdemokratische Partei batte sich der ursprünglich genfanten Gegenkundgebung enthalten. Einige Kommunisten wurden verhaftet.
* Die Kaiserinwitwe von Rußland gestorben. Die Witwe des Zaren Alerander HL, Maria Feo- dorowna, geborene Prinzessin Dagmar von Dänemark. ist auf ihrem Schloß Hoidöre bei Kopenhagen im Alter von 81 Jahren verschieden.
Span'er in Nizza verhaftet.
_ wtb. Paris. 15. Oktober. (Eig. Funkm.). Wie Petit Parisien aus Nizza berichtet, hat d e Pol zei auf Ersuchen W spanischen Regierung drei spans-
' Offiziere vorläufig verhaftet und zwar den 62 Jahre alten Oberst a. D. Malcamva und seine beiden Söhne, den Major und den Hauptmann Mal» eampa. Das Vermögen der drei in Spanien ist angesichts des Verdachts ihrer Beteiligung an dem letzten Komplott beschlagnahmt worden. Das zuständige französische Gericht wird über die Auslieferung bestimmen.
Tie Reqclnnqdes Reparationsproblemes Gerüchte über die Konferenz der Sachverständigen. — Zusammentritt am 15. November.
Da herrscht Grdnum!
Die Moskauer Sowjetzentrale geht den den. scheu Kommunisten wegen ihres Beschüsses gegen Thälmann gründlich ans Leder. In einem besonderen Püffel von unerhörter Schärte wird dem deutschen Zentralkomitee der Kommunistischen Partei diktiert: „Die Urheber des Fraktionsmanö- vers im Zentralkomitee müssen mit aller Schärfe bekämpft werden " Des weiteren wurde dekretiert, daß die Betreffenden aus allen führenden Funk- tlonärstcllen entfernt werden müssen.
Inzwischen ist auch damit ongefirgen worden: So ist die R e d a k t i on des kommunistvchen Zen- tralorgans, der „Roten Fahne", in Berlin unterdessen vollkommen neubesetzt worden. Weiter sollen, wie der sozialdemokratische Presse- dienst meldet, die Redakteure der kommunistischen Zeitungen, die sich mit dem Besch'uß der komrnu- nistischen Parteizentrale gegen Thälmann einverstanden erklärt und ihn öffentlich vertrete» haben, restlos ihrer Aemter enthoben werden.
Ferner ist auch die Stellung des größten kom- munfftffchen Schreiers. Wilhelm Pieck der durch die Inszenierung der Radauszenen im Preußischen Landtag berüchtigt geworden ;ft. erfdhühert. Sein Nachfolger soll, wie ebenfalls der iozialdemokrati- schen Pressedienst meldet, „ein hundertprozentiger Korruvtionist Thälmannscher Couleur werden".
Und das alles, weil Moskau und Stalin es befehlen! Man kann sich wirklich nichts Würde'oseres und nichts Erbärmlicheres denken, und es ist unbegreiflich, daß eine solche „Partei" überhaupt noch Zulauf von denkenden Menschen hat!
Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenberlagew „Die Welt im Bild" und „BuchenblSiier" Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernsprecher Nr. 9. Monat!. 1,80 einschl. Postgeb. (30 bezw. 48Pf.).ohne Justellg.
große Seeschiffe in ihrer Fahrtdauer bis um 24 Stunden aufgehalten und erleben noch andere Dinge als das Luftschiff. ,
Man hegt hier weiterhin absolut keine Besorgnis um die gute Ankunft ' n L a k e- h u r st. Es kann natürlich sein, daß das Luftschiff, wenn es südlich Haateras das Festland erreichst über Washington nach Lakehmst fährt.
100 Stunden tr.ferroegs.
wtb. Berlin, 15. Okt. (Eig. Funkm.». Der Graf Zeppelin befand sich heute mittag 1-Uhr aenau 100 Stunden unterwegs. Juterrant ist in diesem Zusammenhänge, daß die längste Fahrrdauer eines Zeppelinlustschlffes bisher 101 Stunden war, und zwar war dieses Schiff von dem jetzigen Stellvertreter Dr. Eckener, Dipl.-Jng. Lehmann geführt. Diese längste Fahrt wird also m ihrer Dauer durch den Grasen Zeppelin überboten werden. Graf Zebelin dürfte bisher be-
Eine rührige Partei!
Der Reichsparteivorstand der Vo! ksrecht > Partei hat beschlossen: „Die Volksrechtparte! lehnt es ab, sich in den Streit der Parteien über die Panzerkreuzerfrage e i n Z u m i i ch e n."
Kurz und bündig: Nun weiß man wenigstens, woran man mit der Volksvartei -st! Man wird dem Pressedienst der Deutschen Volkspartei durchaus zustimmen, wenn er zu dem lakonischen Beschluß bemerkt:
„Wer so ruhebedürftig ist. sich in diesen politischen Streit „nicht einzumischen", sollte bei der Wahlen auf eigene Listen verzichten"
Anzeiger für die Stadt Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches kreisblatk
zeibehörden glauben, daß er von Mitgliedern be? Kukluxklan entführt worden ist.
* Geldstrafe sieben den früheren Brandenten von Portugal. Eine halbamtliche Auslassung aus Lissabon besagt, dckß der Ministerrat beschloß, dem früheren Präfid'mten der Republik, Machado, eine Geldstrafe von 200 000 Escudos aufzuerlegen, weil er versucht habe, an den Vorsitzenden des Völkerbundsrates einen Brief gelangen zu lassen, dessen Inhalt und dessen völlig falsche Dehauvtung geeignet gewesen wären, Portugal in Mißkredit zu bringen.
* Der kommunistische DizeprMentschaftskandi- bat in Amerika. Aus kommunistischen Kreisen in Neuyork wird mitgeteilt, daß der kommumstische Kandidat für den Posten des Vizepräsidenten, Benjamin Gitlow. auf geheimnisvolle Weise verschwunden und in Phönix (Arizona) nicht eingetroffen ist, wo er eine Wahlrede halten sollte. Die Volö-
verhandlungen mit polen.
wtb. Warschau, 15. Oktober Eig. Funkm.) Der Führer der deutsäien Handelsvertragsdelegation, Minister H e r m e s, der gestern morgen aus Berlin hier eintraf, hatte gestern abend eine einsiün- dige Konferenz mit dem polnischen Bevollmächtigten für Handelsvertragsverhandlungen, _ Minister von Twardowski. Wie die offiziöse Epoka mitteilt, informierte Minister Hermes Herrn von Twardowski über die Stellungnahme des Reichskabinetts gegenüber den Postulaten der polnischen Regierung betreffend einen deutich- polnifchen Handelsvertrag. Die Mitteilungen Dr. Hermes werden Gegenstand gesonderter Beratungen der polnischen maßgebenden Stellen sein.
Skudenkenausschreilungen in Warschau.
wtb Warschau, 15. Okt. (Eig. Funkm.) Warschau ist seit einigen Tagen der Schauplatz eigenartiger, von den Studenten veranstalteter Stratzen- kundgebungen für die Aktivierung der p o l n i s ch e n Handelsbilanz und gegen den Ankauf fremdländischer Waren geworden, die im- mermehr den Charakter chauvinistischer Ruhestörung, verbunden mit boshafter Sachbeschädigung annehmen. So stürzte sich gestern eine Horde von Studenten aus das Konfektionshaus „Old England", das in einer der Hauptstraßen errichtet wird. Sie zertrümmerten das Baugerüst und den Zaun cm Geschäft, warfen das Baumaterial durcheinander und beirbmierten dann die Mauer mit der Aufschrift „Fehlt es uns an polnischen Fabriken? Kauft polnische Waren!" Hier, auf begaben sich die Ruhestörer ins Rathaus, wo sie dem Stadtvräsidenten eine Bittschrift überreichten, in der gefordert wird, daß die Errichtung ausländischer Firmen, die Luruswaren importieren, verboten werden soll. Dann durchzogen die Stu- dmten in Trupps verteilt die Stadt, und ^zerstörten zablreickse Automaten der Schweizer Stbo- koladmsirma Suchard. Die Polizei ist nirgends eingeschritten. ___
* Postdfrektvr Joseph OTefoffe. Der bi^eriae Rcichstagsaboeo''dnete, Oberpoftinfpektor Io!evh Allekotte 'm Mülheim a. d Ruhr, ist zum Po'tdirek- for beim Mülheimer Telearavb-'nawt ernannt worden. Allekotte ist aus der Poftb-amtmiaufballn bornoraegangen. 1884 war er Bosioebilfe 1889 Postass-sient' 1904 sRoftiefretär, 1910 Oberpostb'kre- iär, 1920 Dbeipoftinfpeftor und nunmehr ist er zum Postdirektor ernannt worden Allekotte war Mitglied der Verfassunaaebenden deutschen Nationalversammlung von 1919 und 1920 und von da bis zur letzten Neichstagswahl Mitglied des Reichstags. Seine Verdienst um die Zentrumsfache sind wohlbekannt. Allekotte batte sich insbesondere mit den Beamtensr-rgen beschäftigt und auf diesem Gebiet außerordentliche Erfolge erzielt. Wir beglückwünschen ihn zu der wohlverdienten Auszeichnung, die er nun erfahren bat.
ternehmen, um eine dahingehende^ Arbeit tu fordern. Ausschlaggebend ist das Gcjamtwohl von Reich und Ländern.
macht unter der Unterschrift: „43 gegen 17 Millionen?" das Deutsche Volksblatt , Stuttgart (Rr. 234) u a folgende bemerkenswerte Ausführungen:
„Wir wollen zwar,eine Gliederung des Reiches, aber eine g e s u n d e und natürlich aua) zweckmäßige. Wir sind keine grundsatzuchen Feinde d-r Rationalisierung glauben aber, daß man einen Staat nicht rationalisieren kann, ww man einen Wirtschaftsbetrieb rationalisiert. Wen wir eine zweckmäßige Gliederung wollen, sind wir gegen die Bildung eines Blocks von 43 Millionen gegen 17 Millionen Deutsche. Dabei sind wir gewiß daß auch innerhalb der Länder, dis Luther dem 43-Millionen-Block zuschlagen will, noch zayl- lose Politiker sich finden, welche mit uns einer Meinung sind. Namentlich in Hessen und Thüringen Sie alle zufammenzuschließen zu einem Bund, b.or t)ie Erneuerung des Reiches auf einer anderen, gesünderen Grundlage als Dr. Luther anstrebt, erscheint uns als eine Aufgabe der nächsten Zukunft."
Sur Reid)$refotm.
Die am 22 bis 24. Oktober in Berlin zusammentretende Länderkonferenz wird zur Frage der Reichsreform außerordentlich wichtige Ent cheidun- qen treffen müßen Die Debatte über diese Dinge ist ja durch die Denkschrift des Lutherbundes wieder aktuell geworden. Allerdings kann man letzt schon sagen, daß sich eine Klärung der Austastungen keineswegs vollzogen hat; die Meinungen gehen heute ebenso noch auseinander und durcheinander wie früher, und die Einwände und Bedenken gerade gegen die Lutherschen Lösungen sind nicht etwa schwächer, sondern sogar noch stärker geworden. Dabe' muß anerkannt werden, daß oas durch den Bund für die Erneuerung des Reiches aufgebrachte Material sehr wertvoll st und auch Anregungen für eine ersprießliche Behandlung die- fer Dinge in reichern Maße bietet.
Die Reichsstellen sind natürlich nicht untätig geblieben. In der Zwischenzeit ist sehr viel in diesen Fragen gearbeitet worden. Die Vorbereitungen sind inzwifchen nun auch soweit gediehen, daß das Reichsministerium des Innern m den nächsten Tagen bereits mit formulierten Leitsätzen an die Oeffentllchkeit herantreten kann. Die sozialdemokratische Presse legt Wert daraus zu erklären, daß das Reichsinnenministerium „im Gegensatz zur Haltung des Herrn von Keudell und der Bürgerblockregierung in den Fragen der Reichsreform die Führung übernehmen" wolle. Das ist freilich stark agitatorisch, denn gerade die letzte Regierung unter dem Vorsitz von Marx hat ia e-ft die offizielle Behandlung dieser Dinge in Fluß gebracht und unter dieser Regierung haben die wichtigsten vorbereitenden Beratungen stattgefunden, die eine Grundlage geschaffen haben, auf der es ja der So- ziakdemokrkatie setzt erst möglich gemacht wird, die demnächst in Aussicht genommenen Verhandlungen zu führen! lind man darf doch wohl auch mit Fug und Recht daran erinnern, daß der auch jetzt noch amtierende Staatssekretär der Reichskanzlei, Dr. Pünder. in all diesen Fragen nut großer Entschiedenheit sich betätigt und ein richtunggebendes Material beschafft und verarbeitet hat.
Man muß ferner daran erinnern, daß die Ia- nuartagung der Länderkonferenz auch schon weitreichende praktische Forderungen ausgestellt hat. nen denen inzwischen, namentlich was die Frage Beseitigung der Enklaven angebt, eine ganze Seihe erledigt sind. Diesbezüglich? Derhandluiiaen haben in den verschiedenen Ländern, namentlich in Baden, Württemberg, Sachsen und Hessen und Thüringen stattgefunden und vielfach auch schon zu positiven Ergebnissen geführt.
Man muß ferner daran erinnern, daß die in der Ianuarchguna btr Länderfwiferenz ausgestellte Forderung der Sstaffung eines Reichsverwal- tungs-g'eridits in der Zwischenzeit sehr gefördert wurde. So sind die Verho.nd'unaen zwischen Preußen und Reich in dieser Frage bereits abgeschlossen, ein bezüglicher Gesetzentwurf ist in Vorbereitung, mit dem sich der Reichsrat alsbald beschäftigen wird
Wir sind selbstverständlich für die Zusammenfas- sung aller positiven Kräfte zur Förderung dieser Frage. Aber es geht doch auch wirklich nicht an. daß die Sozialdemokratie Fortichrstte, die sie setzt billig f-ststellen kann, einfach als das Ergebnis ihrer Agitation und Arbeit darstellt. So ist es wirklich nicht! Wir hoffen und wünschen, daß die lern- nächstiqe Tagung der Länderkonferenz das wichtige Problem der Reichsreform wiederum 6er Losung ein Stück nüber fuhrt m i r,9e<t un-
vie wohl in Frankreich.
wtb. Paris. 15. Okt. (Eig. Funkm ) Havas veröffentlicht eine Aufstellung über die Ergebnisse der Generalratswahlen, die am Sonntag in Frankreich stattgefunden haben Von den 1511 Mandaten liegen die Ergebnisse für 1259 vor Davon müssen in 201 Fällen Stichwahlen stattfinden. Im übrigen verteilen sich die Ergebnisse folgendermaßen: Rechtsstehende 38 (Gewinn 5. Verlust 9), Rechtsrepublikaner 253 (Gewinn 41, Verlust 36), Linksrepublikaner 157 (Gewinn 16. Verlust 31), Rechtsradikale 117 (Gewinn 22, Verlust 17), Ra- dikale 372 (Gewinn 45, Verlust 48). Sozialrevublt- faner 36 (Gewinn 7, Verlust 7), Sozialisten 78 (Gewinn 22. Verlust 9), Kommunisten 7 (Gewinn 1, Verlust 21.
Sur englischen Politik.
Lord Birkenheads Rücktritt endgültig.
Wie Reuter erfährt, wird Lord Birkenheo^ der Staatssekretär für Indien, über dessen bevorstehenden Rücktritt seit langem mehrfach^ dementierte Gerüchte im Umlauf waren, endgültig die politische Laufbahn verlassen, um einen Posten im Geschäftsleben zu übernehmen. Der Rücktritt wird sofort erfolgen, wenn die Zustimmung des Königs vorliegt. Bis zur Ernennung eines Nachfolgers wird Lord W i n t e r t o n als stellvertretender Staatssekretär für Indien tätig sein. In den Geschäftskreisen der Londoner City war schon feit einiger Zeit bekannt, daß mehrere große Zeitungsunternehmungen sich um Lord Birkenhead bemühten. Man glaubt infolgedessen, daß es nun einem solchen Zeitungsunternehmen gelungen ist« sich Lord Birkenheads Mitarbeit zu sichern.
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