Nr. 231.
Postscheckkonto Frankfurt a. M. Nr? 4051
Seg des Zentrums in Preußen
Der 2
Vie ttonkordatrsrage aus der Tagesordnung.
Ausdruck, dal
* Glückwunsch der Reichsregierung für Dr. Glöckner. Reichskanzler M ü l l e r hat namens der Reichsregierung dem Reichstagsabgeordneten Dr. h. c. Florian Klöckner zur Bollendung des 60 Le- bensjahres feine herzlichsten Glückwünsche übermittelt.
* ^Der Virekkor des Internationalen Arbeitsamtes Lllbert Thomas und der stellvertretende Direktor H. D. Butler statteten auf ihrer Reise zur 42. Tagung des Verwaltungsrates des Internationalen Arbeitsamtes in Warschau dem Reichsarbeitsminister einen Besuch ab. Hierbei ergab sich die Gelegenheit, eine Reihe schwebender Fragen zu erörtern.
in Genf geb111191 iwiu, *■
dauert, daß in den wichtigen Fragen der Räumung und Abrüstung keine Fortschritte erzielt seren.
im 'Oliv uno .< m. q
der Fuldaer Actiendruckerei m Fulda. ./"Sprecher Nr S. Monatl. 1,80 einschl. Postgeb. <30 bezw. 48 Pf.), ohne Zustellg.
Wir betonen nochmals, daß die Gr:tz» Koalition I heute notwendiger ist denn se Die Vorgänge im nationalistischen Lager, die Bostchast des Stahlhelms, drängen die Volkspartei von nach I der Mitte. Das zeigt ja seht auch ber Beschluß des Vorstandes der Reichstagsfraktion der Dein- I sch en Volkspartei. demzufolge es der Vorstand nicht I mehr für möglich hält, daß Mitglieder der Frak- I tion weiter dem Stahlhelm anaehoren.
Man sollte daher der Deutschen Volkspartei m einem kritischen Augenblick den Anschluß nach ter Mitte zu von links nicht erschweren. Sie ’fQnn heute, allgemeinpolitisch gesehen, viel Gutes wirken, wenn man sie zu vernünftiger Arbeit heran- zieht. Dazu bieten die Großen Koalitionen im Reiche und in Preußen Gelegenheit. Aber man fasse diese Frage vorsichtig und behutsam an, he- | reite alles klug vor, um' dann im gegebenen ' Augenblick sie zu verwirklichen. Dieser Augenblick aber scheint uns erst mit dem Zusammentritt des Reichstags gekommen.
Kot!lition6t)erf)anMungen,
Im Anschluß an die Besprechung des Reichs- wirtschastsministerß Dr. Curtius mit dem preußischen Ministerpräsidenten Dr. Braun hat laut,.B. T." die volksvarteiliche Landtagsstaktion dis Aog. ®teubei und Schwarzhaupt zu ihren Un- Mndlern bestimmt, dis mit den bisherigen preu- ^rrungsvarteien über die Erweiterung x »erhandeln sollen. Der vvllspar.
m„^^^^bg«ordnete Scholz wird an K^nkb‘lln^n insofern beteiligt sein, als zwischen der volkspartei- ^1. m .und der volksparteilichen
soll. Die demokratische demokratischen Minister '51. preuß.ichen ac.nstt werden, so fährt das Blast fort, gewitz nichts tun, was die Derhandlun- gen schweren kvnnte, werden sich indes ihre Cnt- "Ä. ^behalten. wichtiger Gegenstand der Koalitionsverhandlunaen wird das Kon- kor dar fern, das von dem preußischen Unterrichts- Minister Dr. Decker m Verhandlungen mit dem Dastkan ziemlich weit gefördert ist. Das Kabinett hat den Gegenstand noch nicht beraten.
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chn Auftrage der preußischen Landtaqssraktion be.r ^f^artei sprach der Abgeordnete Stendel bei dem Preußischen Ministerpräsidenten zwecks
Dom Valkan.
Griechifch-füdflawifche Verhandlungen.
Der griechische Ministerpräsident Benizelos, der von London nach Paris zurückgekehrt ist, hateine dritte Unterredung mit dem südslawischen Außenminister Marinkowitscb gehabt. Der Unterredung wohnten auch der griechische Gesandte in Paris, Politis, und der südslawische Gesandte in Pans bet
Rach einer Mitteilung der südslawischen Ge- sandtschaft sollen Benizelos und Marmkowrtsch sich über die Grundlage und das Derfahren von Verhandlungen verständigt haben, die w Belgrad fortgesetzt werden und, wie man beiderseits yo'ft, .asch zu der von beiden Seiten gewünschten Verstandi- ^"^Beni^los wird von Paris aus die Schweiz und dann Belgrad besuchen.
Die französischen Nüstungen.
Der politische Korrespondent des Daily Expreß schreibt, Frankreich werde in den nächsten 12 Monaten 12 Millionen 200000 Pfund Sterling mehr für seine Rüstungen ausgeben, als im vergangenen Jahre. Wahrend also Großbritannien und andere Mächte ihre Ausgaben verminderten, erhöhe Frankreich die feinen 10 Jahre nach dem Kriegsende noch.
Cs wird uns von zentrumsparlamentarischer Seite geschrieben:
Der Preußische Landtag ist wieder zusammengetreten. Das geschah in einem Augenblick, oer aus vielen Gründen, allgemeinpolitisch gesehen, wesentlich ungünstiger ist, wie am Tage, als er in die Ferien ging. Der politische Horizont hat sich umdüstert, und die Lage ist nicht einfacher geworden als im Sommer. Die letzten Tage des Landtages vor den Ferien waren unter anderem auch der Frage der Regierungsumbildung gewidmet, die ja seit dem 20. Mai ständig eine Rolle gespielt hat. Allerdings ist ste nicht weiter gekommen
Trotzdem muß dieses Problem wieder aufgegriffen werden. Es kann ja unter allen Kundigen kein Zweifel darüber bestehen, daß die Bikdung der Großen Koalition in Preußen zweckmäßig ist und daß sehr Vieles für sie spricht. Vielleicht dürfte man heute sagen: Wenn die Große Koalition im Sommer erstrebenswert war, so ist sie e- deute noch viel mehr.
Es kommt noch hinzu, daß die Volkspartei die Bedingung gestellt hat, daß sie nur dann im Reick-e in der Regierung bleiben werde, wenn sie auch ir. Preußen hineinkomme. Man kann natist- ] sich ve-'chiedener Meinung darüber fein, ob wiche „Forde ungen" einer Partei in einem solchen Augenblick. allgemeinpolitisch gesehen,zweckmäßig sind: aber die Forderung liegt nun einmal vor und sie ist eine politische Tatsache, mit der man sich auseinandersetzen muß. r m .
Freilich erscheint es uns als ein groizes Bedenken, daß der Reichstag, um den es sich bei allen diesen Dingen doch in erster Linie bandelt, roch gar nicht versammelt ist, und daß er auch noch gar nicht daran denkt, sich zu versammeln. Wenn seine Dispositionen nicht geändert werden, dann wird er erst Anfang November zusammentreten. Natürlich könnte man trotzdem in Preußen sslbftandig an eine Umbildung herantreten, und wenn sie gelange so wäre das ein Plus für dis Regierungsbildung im Reiche Das ist sicher. Wenn es aber mtt,t gelingt)- Dann'kann man ebenso sicher sagen, daß das Mißlingen der preußischen Regierungsbildung direkt hindernd auf-/ die - Umbildung im Reiche einwirken würde. Auf jeden Fall ist also die Umbildung vor dem Zusammentritt des Reichstags eine riskante Sache, und wer möchte in einem politisch so schwierigen Augenblick etwas tun, das als riskant gekennzeichnet werden müßte?
Auch die Volkspartei, die doch gerade die These aufgestellt hat, daß im Reich und in Preußen dieselben Regierrnwen sein müßten, und daß sie an beiden beteiligt sein wolle, kann sich doch der Logik nicht entziehen, daß dann eben auch eine Parallelität der Verhandlungen im Reiche und Preußen eigentlich eine Selbstverständlichkeit ist.
' Das alles sagen wir aus Sorge um das Gesingen der Großen Koalition. Sie ist und bleibt das Ideal des Zentrums tm Reich und auch in Preußen, dem es immer gedient hat und dem es ange- fcengen hat selbst zu Zeiten, da es mit dieser Politik nicht verstanden wurde.
Umbildung der preußischen Regierung vor. Ihm I dürfte laut „B. T." eine ähnliche Antwort erteilt worden sein wie dem volkparteilichen Reichswir - schaftminister Dr. Curtius am Tage zuvor, ü. ! verlautet, daß die Deutsche Volkspartei nunmehr am Donnerstag an die Koalitionsparteien m'l dem Ersuchen um Umbildung der preußischen Regierung heranzutreten beabsichtigt.
Die Nonkordaisfrage.
Das „D. T." läßt sich aus Bochum berichten: Die Konkordatsvvrlage ist cm preußifchen Killtus- ministerium fertiggestellt und w^rschemich schon in den nächsten Tagen das Staatsmmiste.mm beschäftigen. Wir verlautet, sieht bie Dorlagen.cht nur die Regelung der finanziellen Fragen vor, sondern soll auch kulturpolitischen Charaktertragen. Sa ber Entwurf be§ Kultusministers die Schulftage berührt, stehen die Koasitwnspar- teien in Preußen vor schwierigen Entscheibungen.
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VDZ. Berlin, 4. Oft (Eig. Funkm.). In preußischen parlamentarischen Kreisen werden tm Augenblick hauptsächlich zwei politische fragen lebhaft erörtert, nämlich die evtl, vorzunebmrnde Erweiterung der R e g i e r u n g s b a s, s und das K 0 n k 0 r d a t. Wie das Nachrichtenbüro des B. D. Z. erfährt, ist, in der Frage der Regierungserweiterung noch immer keine offizielle Verhandlung erfolgt. Zwar haben Vertraums- leute der Deutschen Volkspartei mit dem Ministerpräsidenten Fühlung genommen, aber die 0 fiziel- len Verhandlungen sollen unter den Fraktionen geführt werden. Bisher hat , die Deutsche Dolks- partei, bei ber die Initiative siegen soll, noch keine offiziellen Verhandlungen geführt. Was das Kon- kordat anlangt, fo soll, wie das Nachrichtenbüro des VDZ. weiter erfährt, der fertlggestellte Vorentwurf am nächsten Dienstag zum ersten Male im preußischen Kabinett erörtert werden. Auch hier handelt es sich nur um eine Sorbet »rech u n g, bie ber Ministerpräsident mit den Staatsministern durchführen will. Der endgültige Abschluß des Konkordats liegt noch in weirerer
In getrennten Besprechungen, die der nieder- I österreichische Landeshauptmann Dr. Burisch mit I den Vertretern ber Heimwehr und den Vertretern I des Schutzbundes und der sozialbemakratischen Organisation einerseits sowie der Stadt Wimer-Neu- ftabt andererseits abhielt, wurde von beiden selten den vom Landeshauptmann Dr. Burisch als dem Chef ber politischen Verwaltung des Landes Nieberösterreich gemachten Vorschlägen über die Regelung ber Aufmärsche am 7. Oktober zuge- stimmt. Demgemäß wirb ber Aufmarsch der Heimwehr um 9 Uhr beginnen unb um 11.30 Uhr beenbet sein, worauf sich die Heimwehrwr- mationen nach ihrem Sammelplatz begeben. Der Aufmarsch der Sozialdemokraten erfolgt nachmittags von 14 Uhr an, worauf auch diese Gruppen sich auf ihren Sammelplatz begeben. Der Aufmarsch der beiden Teile, ber durch die Stadt und ihren Hauptplatz führt, muß auf vorgeschrle- benen Ausmarschlinien durchgeführt werden. Zwi- sch en beiden Aufmarschgebieten wird eine neu * trale Zone geschaffen werben. Das Ueberschre-- ten dieser Zone wird nur mit einem Ausweis gestattet sein. *
Gegenüber zwei Vorsprachen wegen Beunruhigung in Anbetracht ber für den c Cttober angefünbigten Demonstrationsaufmärfche m Wiener-Neustadt erklärte Bundeskanzler Dr. seipel, daß zu einer Beunruhigung der Geschäftswelt oder I der in Oesterreich lebenden Fremden kem Anlaß vorhanden ist. Abgesehen davon, daß Wiener-Ncu- stadt fast 50 Kilometer von Wien entfernt und daher ein Ui:bergreifen einer dort entstehenden Bewegung für Wien oder andere Zentren des österreichischen Fremdenverkehrs ausgeschlossen ist, handelt es sich nach den bindenden Erklärungen der beiden demonstrierenden Gruppen lediglich um einen Werbeaufmarsch auf der einen unb' um eine Abwehrdemonstration auf ber anderen Seite. Die Bundesregierung hctt selbstverständlich im Verein mit ber n:ederösterrelchifchen I Landesregierung alle Vorkehrungen getroffen, datz I auch in dem Fall, wenn tatsächlich beide Demonstra- twnszüge stattfinden sollten, ernstliche Zusammen- I stoße ober gar eine Ausdehnung von übrigens gar nicht zu befürchtenden Unruhen auf weitere Gebiete verhindert werden könne. Hierzu reichen bre I zur Verfügung stehenden Organe ber öffentlichen I Sicherheit vollkommen aus.
Neuer Liebesroman in Rumänien.
wtb. Budapest. 4. Okt. (Eig. Funkm.) Privat, telegramm: Pesti Naplo veröffentlicht eine aus Groß-Wardein datierte Meldung, wonach in Rumänien Gerüchte darüber im Umlauf seien, daß Prinz Nikolaus, Mitglied des Regentschaftsrates und Vormund des minderjährigen Königs Michael, der jüngere Bruder des Exkronprinzen Carul, mit einer jungen Aristokratin aus Rumänien heim- lichnachdemAusland gereift ist. Der Prinz befand sich feit längerer Zeit nicht mehr in Ru- mänien; feine Abwesenheit fiel aber nicht auf, da man erklärte, der Prinz habe sich Zwecks Erholung ins Ausland begeben. Wie das -Blatt weiter berichtet, hat Prinz Nikolaus mit feiner Ge- liebten in Paris beimExkronprinzenCa. rul Quartier genommen.
Der neue Liebesroman des königlichen Hauses hat in politischen Kreisen Befürchtungen hervorge. rufen. Den Blättern rvurde strengstens verbown, über die Angelegenheit zu berichten. Die ausländischen Telephon- und Telegraphenverbindungen, sowie die Post werden einer strengen Kon. trolle unterworfen. *
Nach Paris wurden Kuriere an bei» Prinzen entsandt und die Kömginschwester Marie hat in einem Brief den Prinzen Nikolaus gebeten, sofort nach Bukarest zurückzukehren. Dieser Brief blieb aber unbeantwortet. Die Koni g i n w i t w e soll auch an den Exkronprin- I zen einen Brief gerichtet haben mit der Bitte, ,r möge feinen Bruder überreden, nach Rumanier»
I zu r ü ck zu k e h r e n.
Der auswärtige Ausschuß.
DDZ. Berlin, 5. Okt. (Gig. Funkm.) Der Auswärtige Ausschuß des Reichstages setzte am I Donnerstag in Gegenwart des Reichskanzlers Mul» I ler unb des Staatssekretärs von Schubert die a!Ige- I meine Aussprache über die R h e t n I a n b r ä u • mung und Abrüstungsverhandlungen fort. 3u» I nächst ergriff Dr. Dernburg (Demokrat) das Wort.
Nachdem die Vertreter aller Parteien im Auswärtigen Ausschuß des Reichstages sich über bie | Genfer Verhandlungen geäußert hatten, beantwortete Reichskanzler Müller in einer Schluß- I rede einige Fragen, die in der Diskussion ziw I Sprache gekommen waren.
Im preußischen Landtag
kam es am Mittwoch bei der Abstimmung über einen kommunistischen Antrag auf Einführung >. er Siebenstundenschicht im Bergbau zur Aufhebung der Sitzung, da das Haus durch die Rechtsparteien beschlußunfähig gemacht wurde. Shfort wurde eine zweite Sitzung etnberufen, die tm wesentlichen mit einer teilweise stürmischen -bebatte über die blutigen Zusammenstörße zwischen Kommunisten und Polizei am Pfingstsamstag m Berlin ausgefüllt wurde. Ein kommunistischer Antrag, die damals führenden Polizeioffiziere zu maßre- geln, wurde gegen bie Antragsteller abgelehnt. Innenminister Grzesinsky betonte dabei u. t., er werde weiterhin im Rahmen seiner Zuständig- keit d7e Personalpolitik treiben, die ihm passe und Sozialdemokraten dort emftellen, wo fte ijm 1 we- aen ihrer Anschauungen zweckmäßig erschienen. Am Donnerstag: Kommunistischer Antrag gegen den Panzerkreuzer.
* Generaldirektor Dorpmüller besuch« Men. Der Generaldirektor der Deutzen Reichsbahn, Dorpmüller, begab sich Zu einem Besuch des Reichs. bahndirektors nach Regensburg.A^
Bahnen Oesterreichs machen.
Die Wahrheit über Svanien.
Die Agentur Fabra meldet aus Madrid: In letzter Zeit wurden von gewissenlosen Agenten Gerüchte verbreitet, wonach in ©partten politt che Schwierigkeiten bestehen sollten Em Teil der auswärtigen Presse hat auch diese Meldung gutem Glauben übernommen, ohne sich zu verge genmärtig, daß in Spanien dank des mit o.r allgemeinen Zustimmung des Landes geschaftenen Regimes das, was man unter Politik versteht, garnicht besteht. Das letzte der verbreiteten Gerüchte ist ganz besonders töricht, denn es stellt die Lage so bar, als ob ber König mit Beimo de Rivera nicht übereinftimme und ber Regierung i die Unterzeichnung von Dekreten ver^ge durch die dem Regime wenig ergebene Beamte abgefetzt werden sollen. Wir sind in der Lage zu versichern, daß nichts davon wahr ist, vielmehr erzeugt der König tägl'ch der Regierung seine Achtung und sein Vertrauen. Solche Dekrete können auch gar- nicht bestehen weil in Spanien alle Doraussetzun- « gen für irgend einen öffentlichen Konflikt fehlen.
sind zu feige, um unter den Gratulanten Hindenburgs
1 zu fehlen. Deshalb tun sie fo, als ob sie gratulierten I — und wollen in Wirklichkeit den Führer des Reiches I beleidigen! Einer aus dem Kreise um Claß soll gesagt I haben, man wolle Hindenburg s0 lange argern, bis er sein 21 m t niederlegt. Nun, die Kräfte des aufbauenden Aktivisnms stellen sich gegen diese Extremisten vor den getreuen Eckehart der Nation. Wer Hindenburg angreift, der greift auch uns an. Wir verteidigen Hindenburg und wir wissen: Er wird bleiben!
Während der Aussprache im Auswärtigen Aus- schuß brachte bereits am Mittwoch ber volksparteiliche Fraktionsführer Dr. Scholz eine E nt s ch l i e- ßung ein, bie von allen Parteien mit Aus- nähme der Deutschnational en unb Kommun ist en unterzeichnet würbe. Sie bringt zum ' ‘ " ch die Haltung ber deutschen Delegation
billigt wirb; andererseits wirb be-
Die Lage in Oesterreich.
Die Sozialdemokraten haben im Nationalrat eine dringliche Anfrage eingebracht, in ber betont Wirb, die Heimwehren seien in der letzten Zeit allmählich zu fascistischen Formationen geworden und bedrohten die Verfassung mit gewaltsamem Umsturz. Die republikanische Bevölkerung und insbesondere die Arbeiterschaft fei gezwungen, sich gegen die drohende Gefahr zu wappnen. Die Regierung wirb gefragt, ob sie bereit sei, mit ben parlamentarischen Parteien Verhandlungen über eine innere Abrüstung einzuleiten.
Ferne.
Sozialisten und Dr. Schacht.
Wir stehen gegenwärtig innenpolitisch vor einer I interessanten Situation: zum zweiten Male m einer wichtigen Frage haben, die jSonalbemoftffi- ten eine völlige Schwenkung ihrer bisherigen Hal- I tung einnehmen müssen. Nächst der Panzerkreu- I zerftage ist es bie dieser Tag: voll'ogene Wiederwahl des Reichsbankvräsidenten Schacht gewesen, die diesen Umschwung überaus sinnfällig bohimenticrt. Man weiß wohl noch, f^ie ferner« I zeit Schacht Wegen seiner Diskont- und Anleche- I Politik gerade von der Sozialdemokratie und wen* I ter en demokratischen Kreisen auf, bas schärfste an- I gegriffen worben ist unb wohl bie heftigsten Vor- I würfe hat damals im Reichstag der sozialdeino- I statische Abgeordnete H i l f e r d i n g. bet fetzige ReichSfinrmzminister, erhoben. Seme damaligen 1 Ausführungen waren aus bas Motto gestimmt: Weg mit Schacht! _ I
Und nun muß biefer selbe sozlaldemokratlfche | Reichsfinan'minister dem Reichspräsidenten bie Ur- I funbe der Bestätigung der Wiederwahl Dr. Schachts auf vier Jahre als Präsident der Reichsbank m Vorlage bringen! I
Und in der sozialdemokratischen Press« regt sich kein Lüftchen! |
Uebrigens bereit tn ber Panzersteu-erftage bie Sozialdemokratie auch schon den offenen Um- iatl vor. Kein Geringerer als des Reiches Innenminister Severing hat dieser Tage meiner Rede in Hindenburg in Obertchlesien erklärt, es sei Pfticht ber Sozialdemokratie und ber Regie- rung. genau zu prüfen, ob eine Bewilligung der weiteren Raten für ben Panzerkremer angesichts der schweren Prüfung der Grenzbevölkerung, vor allem Oberschlesiens, in Frage kommen könne. Und an einer anderen Stelle seiner Rede hat er ausgesprochen: Wenn der P-mzersteuzer zum Schutz
1 der deutschen Küste notwendig fei, bann müsse er gebaut werden! ..
Dieses Bekenntnis ist von autzerstem Interesse. Wenn es früher von Politikern einer anderen Richtung ausgesprochen wurde, bann sind bie So- Malbemofraten über die Betreffenden hergefallen. Run aber sagt «s ihr eigene^ Minister, und w:r I swb jetzt gespannt auf das Echo!
Der eigenartige Glückwunsch.
Am Geburtstage Hindenburgs brachte bie -Deutsche Zeitung" einen Glückwunsch, per mit ostentativer Nichtachtung den Reichspräsidenten übergeht, und von von dem „K ö n i g l t ch preußifchen G e n e r a l f e l d m a r s ch a l l
I fpncht, der weltfern von dem Geist des. heutigen Staates ber Träger ber vorrevolutionären Solba- tenebre fei. Der „I u n g d e u t s ch e" oermuiet mit Recht, daß diese Fassung des Glückwunsches den Führer des Reiches absichtlich verunglimpfen soll, indem man ihm unterstelle, er habe poU- tisch nicht im Sinne des nationalen Deutschlands gewirkt. Das Blatt bemerkt hierzu:
'' „Diese unerträgliche Anmaßung der Extremisten von rechts rmiß auf das Schärfste zurückgewicsen werden. Die Feder jener 26 Alldeutschen bat vieles von dem I verdorben, was Hindenburg als Feldheer erkämpft mit. I Nun gehen siegenau wie. wir das seit .langem I voraussagten — daran, auch das. zu zerschlagen, was I Hindenburg als Führer des. Reiches geschaffen I hat. Sie wollen das Bollwerk stürzen, hinter dem sich I die gesunde Neugliederung der Kräfte der Nation voll- I zieht. Das soll ihnen nicht gelingen. Jene Ertremisten
FuldaerZettung ^Anzeiger für die Stadl Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt.
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I Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagem „Die^Welt __auswärts 0,20 Reklamezeile: lokal 0,60 JLK IrthtQ 55.
I im Bild" und „BuchenblStter" ^0^110^0» mw Verlag TtClfOfle 5. OtfObCt 1928. auswärts 0,80 JUt. Bei Wiederholur gen Rabatt. JU > »
Iber Stnlbaer 9lctienbrutferei in Fulda. .Fernsprecher Rr S. Postscheckkonto Frankfurt a. M. Nr 4051