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Fuldaer Zeitung
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ihrer ausschließlichen Autorität auf diesem Gebiete begeben und ein übernationales Forum dafür ge» schaffen ist. Der Völkerbund hat in der Minderheitenfrage bislang versagt. Das International! Schiedsgericht im Haag ist nach den bisherigen Er- fahrungen ebenfalls Nicht als solche übernationale Stelle 'geeignet. Ein Vertrag, dazu lediglich zwi- lch»n Deutschland und Polen, würde eine neue Quelle von Reibungen und Zwistigkeiten sein, während eine einseitige Regelung der Schulfrage für die preußischen Polen durch Preußen eine Da. sis der Verständigung auf Grund neuer Erfahrun. gen sein kann.
fort.
„Nein!" entgegnete sie zögernd.
„Können sie denn von Fräulein Carmen kommen?
„Vielleicht!"
chen, den Entwurf zur Regelung des polnischen Minderheitsschulwesens eingehend erörtert hat und daß diese Persönlichkeiten, anfänglich keineswegs entzückt von den Berliner Plänen, heute auf dem Standpunkt stehen, daß mit dem Berliner Entwurf ohne Schaden für die deutschen Interessen einmal ein Versuch gemacht werden könne. , , . .
Der Artikel des Heimatbundes behandelt dann auch eine Reihe „sachlicher Ein wend un- gen, die von ostpreußischer Seite den Absichten der preußischen Regierung entgegengebracht werden."
Die erste ist, daß die Regelung des polnischen Minderheitsschulwesens durch eine p r e u ß i s ch e D e r o r d n u ng und nicht durch ein im Artikel 113 der Reichsverfassung vorgesehenes Reichsrahmengesetz erfolgen soll Der Einwand wäre berechtigt, wenn wir in Deutschland bezüglich der zu regelnden Gesetzesmaterie eine hinreichende Erfahrung besäßen oder wenn sonst irgendwie über dieses international interessierende Problem bestimmte allge- mein anerkannte Normen sich entnnckelt hätten. Beides ist leider nicht der Fall. Wir haben in Deutschland zwar die Genf-Wiener Konvention mtt Polen über die Minderheitsrechte in Oberschlesien; wir haben ferner den Versuch einer Regelung der Dänenfrage in Schleswig. Von der oberschlesischen Regelung ist aber kein Mensch befriedigt. Und wenn die schleswigsche Regelung besser funktioniert, so steht doch nicht fest, ob das nicht lediglich auf die besonderen Verhältnisse in Schleswig zurück- Zliführen ist. Gerade weil also die Regelung für die Polen ein Schritt in ziemlich ungewisse Gefilde ist, wäre es verkehrt, sie mit der Autorität eines Reichsgesetzes auszustatten.
Ein weiterer Einwand des Heimatbundes bezieht sich darauf, daß in dem preußischen Minderheitsschulentwurf nicht die kulture ll e Selbstverwaltung vorgesehen sei. Auch der Heimatbund sollte sich darüber klar sein, daß zunächst nur die Schulfrage zur Debatte steht, daß aber die kulturelle Selbstverwaltung eine Reihe weite r e r Gebiete umfaßt, wenn auch die Schulfrage die wichtigste Frage des Minderheitsproblems darstellt. Dazu kommt, daß die kulturelle Selbstverwaltung nicht so allgemein als erstrebenswertes Ziel in der Minderheitenpolitik gilt, wie es der Heimatbund zu glauben scheint Da wo die Minderheitenpolitik wesentlich wirtschaftlich impotente Schichten umfaßt, ist die kulturelle Selbstverwaltung überhaupt undurchführbar. Sie ist aber auch dort, wo der praktische Versuch bei einer wirtschaftlich leistungsfähigen Minderheit gemacht worden ist, gar bald als ein zweischneidiges Schwert empfunden worden. Man wird ferner beachten müssen, daß der preußische Entwurf immerhin noch nicht die grundsätzliche Frage entscheidet, ob es sich bei unserer polnischen Minderheit in Ostpreußen um eine n a - tionale oder, wie das von polnischer Seite selbst ausgesprochen worden ist, nur um eine sprachliche Minderheit handelt. Preußen hat im heutigen Stadium der Entwicklung der Minderheitenfrage keinen Anlaß, diese Frage für fein Gebiet vorweg zu beantworten. Daß andere Minderheiten, wie Wenden, Literatur und Friesen, aus der Regelung für Polen Rechte für sich herleiten, ist zu erwarten, kann aber wohl kaum, wenn man die Minderheitsfrage überhaupt in Angriff nehmen zu müssen glaubt, irgendwie vermieden werden. Auch der Uebelstand, daß durch die geplante Regelung für die Polen lediglich Ostpreußen, die Grenzmark und einige Industriezentren mit starker polnischer Bevölkerung berührt werden, daß die oberschlesi- schen Polen und die Dänen unter anderem Recht leben, muß bei dem heutigen Stand des ganzen Fragenkomplexes zunächst einmal in Kauf genommen werden.
Ein dritter Einwand des Heimakbundes bezieht sich auf die Möglichkeit, aus der deutsch-polnischen Konvention über das oberschlesische Schulwesen die Bestimmung in dem neuen Entwurf zu übernehmen, wonach unter gewissen Umständen polnische Staatsangehörige Lehrer an Minderheitsschulen in Deutschland sein dürfen. Der Heimatbund ist der Ansicht, daß „diese polnischen Lehrer zugleich polnische Agenten
Wie wird bas Wetter?
Der Luftdruck steigt fast allgemein an, sodaß mich weiter mit dem überwiegenden Einfluß des westlichen Hochdruckgebiets gerechnet werden kann.
Witterungsaussichten für Samstag: Vielfach neblig, zeitweise wolkig, noch vorwiegend heiter, tagsüber nur mäßig warm, schwache Luftbewegung. _______
Beichtgelegenheit jeden Morgen von 7i7 Bt8 7 Uhr und Samstag von 4—6 Uhr. Sonntag morgen 6-7 Uhr — St Sturmius-Pfarrkirche- 77« Kommun -Austlg 77, Frühmesse mit Predigt, Kommunion der Frauen. 8 Uhr Hochamt mit Pred. Danach Christenl. 7,2 SegenSand Kbtetktrche der Benediktinerinnen. Sonntags 6 Uhr Konventamt, 2 Uhr nachm. Herz - Jesu.Bruderschafts . Versammlung, 3 Uhr Vesper; werktags 6 stille Messe, */i9 Konventamt, 3 Vesper. — kserz-Zesu-ljeim. 8 Uhr Amt und Predigt. 2 Andacht und Segen. Werktags ist die hl. Messe um 6. Mittwoch 87« Segensandacht. — Lriedhofrkapelle am zranzosenwäldchen. Sonntag: 67« bl Messe mit Ansprache und Kommunion - Austeilung. Werktags: 7 hl. Messe mit Kommunion.AuSte,tung. — Severikirche. 7 hl. Messe. 8 OberrealschulgotteSd,enst — zranenberg. Hi. Messen von S b,S 7 Uhr. Um 8 Uhr Singmesse mit Predigt und Ilturg. Gebeten. 9 Uhr Hochamt mit Predigt. Nachm. 2 Uhr Predigt, Andacht und Umgang für die Fünf - Wunden - Bruderschaft. — St. Michaelrkirche. Feier zu Evren des hl Michael. Vollk. Ablatz. 9*/i Predigt und Hochamt. 2V, Predigt, Andacht und Prozession um den Michaelsberg. — Zosephrheim. 3/«6 Uhr hl. Messe.
Heuenberg. 7,9 Uhr Amt und Predigt. — Lehrer;. 8 Uhr Amt und Predigt. — vielerrhan. */i!0 Uhr Amt und Predigt. _______
Evangelischer Gottesdienst.
Sonntag, 23. Sept. (16. S. n. Trinit.). Fulda 8 und 9.30 Uhr: Theiß aus Burghaun, 11 Uh Kinder- gottesdienst. Vieberstetn. 9.15 Uhr Pfr. Dr. Fritsch. Großenlüder. 10 Uhr Psar. Hattendorfs. Vad Salzschlirf. 10 Uh Kreispfarrer Weber. Amtswoche Kreispfarrer Weber.
Fulda. Mittwoch, 26. September. 8 Uhr Bibel- stunde (Schwesternhaus).
Lvangel. landerkirchl. Gemeinschaft, Zulda, Buttlarftr. 17.
Sonntag. 23. Sepibr. Abends um 8 Uhr Bibelstunde. Dienstag abend um 8'/« Uhr Bibel- und Gebetstunde. Jedermann ist herzlich eingetaden.
. JVo 220.
Freitag, ven 22. September 1928
2. Blatt.
Druck der Fuldaer Ackiendruckerei, Fulda
„Ich verstehe nicht!" stammelte Manuela errötend.
„Ein Wunder ist es im Grunde nicht, daß es so gekommen ist," fuhr Bassewitz fort. „Wenn ein hübscher, warmherziger junger Mann, dessen Herz bisher noch nicht gesprochen hat, täglich ein reizendes junges Mädchen sieht, — muh er sie da nicht liebgewinnen, zumal wenn sie es voll und ganz verdient, geliebt zu werden? Mein Neffe ist ein rechtschaffener Mensch, und ich habe über eine Heirat meine eigenen Ideen. Die Hauptsache ist, daß die jungen Leute Gefallen aneinander finden, daß sie sich gern haben. Das übrige: Vermögen, Name, gesellschaftliche Stellung — kommt erst in zweiter Linie!"
„Aber Herr Baron--"
Ohne sich unterbrechen zu lassen, fuhr der würdige alte Herr fort:
„Wenn Hugo kein großes Vermögen hat, — wissen Sie, verehrte Frau, dos Geld mafijt nicht glücklich, — aber so viel besitzt er, um seiner Zukünftigen ein bequemes, sorgenfreies Leben zu sichern! Cr erbt von seinem Vater einst ein hübsches Vermögen, und was mir gehört, bekommt er natürlich auch! Rechnen wir dazu sein Talent, welches ihm gleichfalls hübsche Einnahmen verspricht, so ergibt sich im ganzen eine sehr angenehme Stellung für ihn. Ein schöner junger Mann, wie er ist — dabei sittsam, bescheiden, häuslich und — fügen wir noch hinzu: bis über die Ohren in sie verliebt, — meinen Sie nicht, verehrte Frau, daß er Fräulein Carmen glücklich machen muß?"
Und eine scheinbare Träne im Auge, die er mit der Linken ostentativ entfernte, reichte er Manuela gerührt die mit zahlreichen Ringen geschmückte Hand. Diese indes versetzte sehr reserviert:
„Sie sehen mich derartig überrascht, Herr Baron, — wir sind so wenig auf Ihren Antrag vorbereitet —"
„Trotzdem mußte er eines Tages gestellt werden!" unterbrach Bassewitz sie mit gutmütigem Lächeln.
„Kurz, ich muß Sie um Bedenkzeit ersuchen!" schloß Manuela.
„Aber ich bitte Sie, verehrte Frau, natürlich, gern, — das ist doch selbstverständlich!" rief er aus. „Eben in Ihrem Zögern erblicke ich die Lauterkeit Ihres Charak-
„Weshalb, verehrte Frau? Betrachten Sie wie ich die Geschichte als konvenabel für beide Teile, — das ist sie doch!"
Manuela seufzte tief.
„Herr Baron", sagte sie gedrückt, „Sie reden, als ob es sich um die einfachste, natürlichste Sache von der Welt handle! Sie sprechen mir von — von einem Projekt, dem Ihrerseits die größte Uneigennützigkeit und Generosität zugrunde liegt — ich sehe das wohl ein — und schäme mich nicht, Ihnen einzugestehen, daß ich dadurch gerührt, daß ich Ihnen dafür aufrichtig erkenntlich bin, — aber ich sehe so viele Hindernisse —"
„Gewiß keine unübersteigbaren!"
Manuela schüttelte den Kopf, ohne zu antworten.
„Auf Ihrer Seite können dieselben nicht liegen!" fuhr
und Agitoren für das Polentum fein werden. Wir wissen nicht, inwieweit die'Annahme des Her- matbundes zutrifft. Tatsächlich gehen die Bestre- bunaen des Polenbundes und des polnischen Schul- Vereins dahin. Sollte diesen Wünschen wirklich Rechnung getragen werden, so müßten auch wir darin den Beginn einer bedenklichen Entwicklung sehen. Wir möchten aber an- nehmen, daß man in Berlin die Klagen des Polenbundes über den Mangel an polnisch sprechenden Lehrern und die den Polen feindliche Einstellung derjenigen ^Lehrer, die die polnische Sprache be- herrschen, zunächst einmal genau untersucht. Es wird sich dabei Herausstellen, daß die Klagen wenigstens für Ostpreußen und die Ostmark unbegründet sind.
Der letzte Einwand fttrifft die Eins chsu- lung der Kinder. Soll dabei lediglich der E l t e r n w i l l e oder. sollen objektive Merkmale, rote ausschließlicher Gebrauch der polnischen Sprache, in Betracht gezogen werden? Gerade hier sieht man, wie ungeklärt die ganze Frage ist. In dem Wiener Abkommen für Oberschlesien hat man lediglich den Elternwillen als maßgebend festge- legt. In dem Genfer Kompromiß über den deutsch- polnischen Schulkonflikt hat die Reichsregierung einer Sprachprüfung der Kinder zugestimmt. In Oberschlesien hat man die Feststellung des Elternwillens allein anfänglich als deutschen Erfolg gepriesen, aber in der Praxis doch schwere Mangel dieser Regelung erkennen müssen. In Ostpreußen wird sicherlich bis auf ganz geringe Ausnahmen überall da, wo der Elternwille zur Einschulung des Kindes in eine polnische Schule besteht, die polnische Sprache auch gegeben fein. Es könnte also für uns ziemlich nebensächlich fein, welche Regelung gewählt wird. Trotzdem möchten wir uns in diesem Falle für das alleinige Recht der Eltern bei der Beschulung der Kinder aussprechen.
Zum Schluß fordert der Heimatbund, man solle den preußischen Entwurf in die Form eines Staatsvertrages fassen und diesen Polen unter der Bedingung der Gegenseitigkeit zur Annahme anbieten. Gewiß, die geplante preußische Verordnung ist eine Art Vorleistung, von der die Deutschen im Auslande, nicht allein in Polen, eine Besserung ihrer Position erst erwarten. Aber die Frage des Minderheitsschulwesens ist solange zweifellos eine interne deutsche Frage, als nicht alle Staaten sich
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Ausstellungen gegenüber dem Bahnhof und Peters bergerstraBe 33. - Fabrik an der Bahn. — Tel. 23.
Größtes Flügel- und
„Ach was, — die ist zu jung, um schon ihren eigenen Willen und ihre geklärten Ansichten zu haben! Sie soll nur den Hugo ein wenig aufmerksamer ansehen, — ein Prachtkerl! Oder kommen wir etwa zu spät? Haben Sie anderweitig verfügt, oder sind Sie im Begriff, es zu tun?"
„Nein!" erwiderte Manuela mit einem Seufzer, den Bassewitz nicht zu bemerken schien.
„Nun also! Oder sollte ich einen Korb erhalten?"
„Einen Korb?" stammelte Manuela verwirrt. „Nein!" „Weiter will ich nichts wissen! Es ist aber, glaube ich, besser, wenn ich Hugo noch nichts sage. Es würde ihn in zu große Unruhe versetzen, — er würde so große Angst haben, am Ende doch nicht zu gefallen! Er ist so verliebt, der arme Kerl! Mag er noch einige Tage in Ungewißheit leben! Sprechen Sie inzwischen mit Ihrer Tochter, verehrte Frau, — sagen Sie ihr, was Ihnen Ihr Mutterherz, Ihre Fürsorge eingibt, und übermorgen, nach der Lektion erhalte ich Bescheid! Ja?"
Ehe sie antworten konnte, fügte er schon hinzu: „Auf Wiedersehen, verehrte Frau! Ich hoffe bestimmt, daß unsere Freundschaft baldigst eine dauernde wird!!"
Und er ging.
Manuela, bestürzt, geängstigt, blieb allein zurück.
(gortfefcuna folgt.)
Durch mehrere Verlautbarungen der preufji» iWicn Regierung ist bekannt geworden, daß sich die ^nrcußsich'rn Amtsstellen mit einem Plane zur fRe« «lung des polnischen Minderheits- fchulwesens in Preußen befassen. Es ist kein Geheimnis, daß dieser Plan auf die Initiative von Persönlichkeiten zurückzusühren ist, denen die kulturellen Interessen der deutschen Minderheit im Auslände besonders am Herzen liegen. Man glaubt, diese auslandsdeutschen Kulturinteressen viel wirksamer fördern zu können, wenn den ausländischen Regierungen der Vorwand genommen wäre, daß die Deutschen draußen nicht etwas zu fordern berechtigt seien, was Deutschland bisher seinen Minderheiten verweigere, nämlich die Regelung ihrer besonderen Lage als Minderheiten.
So hat sich denn die preußische Regierung dazu entschlossen, im Wege einer Ministerialver» ordnung auf einem begrenzten Gebiet, dem des polnischen Schulwesens, einen Versuch zu einer Regelung zu machen. Man wird annehmen dürfen, daß die Berliner Amtsstellen sich der Schwierigkeiten dieses Unternehmens bewußt sind. Darauf beutet die Tatsache hin, daß die Verhandlungen über diesen Gegenstand mit einer undurchdringlichen Mauer für die Oeffentlichkeit umgeben werden. Nicht einmal die Grundzüge der geplanten Regelung sind bekannt. Es muß zugegeben werden, daß dieses Vorgehen einer gewissen Berechtigung nicht entbehrt. Die gute Wirkung, die man von dem Versuch einer Regelung des_ polnischen Minderheitsschulwesens erwartet, könnte geschädigt oder gar ins Gegenteil verkehrt werden, wenn der Entwurf unter einer, wie zu befürchten, lei- Aenschaftlichen internationalen Diskussion ins Leden treten würde, zumal die Anschauungen über die Zweckmäßigkeit einer einseitigen Regelung solcher Fragen überhaupt wie über den Inhalt dieser Regelung himmelweit auseinandergehen.
Wenn ich mich trotz der Geheimhaltung durch die preußischen Stellen dazu äußere, so darf ich als Entschuldigung einen Aufsatz in Anspruch nehmen, den die „Sonderberichte des Heimatbun- des Ostpreußen" Ende August verbreitet bähen und der von einer Anzahl rechtsgerichteter Blätter angedruckt worden ist. Der Aufsatz scheinl nicht unbedingt die Erörterung des in Frage stehenden Problems in voller Oeffentlichkeit zu fordern; wohl aber — was berechtigt ist —, daß „diejenigen deutschen Stellen, die die Interessen der deutschen Grenzbevölkerung vertreten", gehört werden. Der Heimatbund erhebt diese Forderung um so schärfer, als der p o l n i s ch e S ch ul- verein nach der amtlichen Mitteilung vom 23. August um feine Meinungsäußerung angegangen werden soll. Daß man die Polen hört, scheint auch der Heimatbund in Ordnung zu finden. Es bleibt also die Frage, wer die nach dieser Auffassung in Betracht kommenden deutschen Stellen sind.
D«r Heimatbund hat dabei ein Gremium non »führenden ostpreußischen Persönlichkeiten, barunter akademische Lehrer von Namen und Rang", im Auge, die sich schon einmal zusammengefunden haben, um „im Dienste der bedrohten Heimat in Zusammenarbeit mit den zuständigen amtlichen Stellen zu Ergebnisien zu gelangen, die sowohl den Interessen der deutschen Gesamtbevölkerung in Ostpreußen als auch denen der winzigen fremd- nativnalen Devölkerungsteile gerecht" werden. Nun „m1?11 fpäter diese Persönlichkeiten nicht mehr fäbiirhin 9M,n:, ^rum? „Sie tarnen zu gründ- faßlichen Feststellungen, die von den Prinzi - p i e n , auf denen der amtliche preußische Entwurf ofienbar aufgebaut ist, sehr erheblich ab- ™Al „ n' ? 'si begreiflich, daß man in Berlin,
zu bestimmten Maß.
über die Durchführung mit ^en ^SNern zu verhandeln, nicht mehr . Auf der anderen Seite ist mir be- 5» £b 6 Preußischen Amtsstellen Ost?/-, kl'/^^tschen Stellen in fon>obl solchen, die auf- auch solchen, autorisiert sind, als Vertreter der Rutschen G r e n z b e v ö l k e r u n g z u s p re-
Lxerzitien.
St. Joseph, Hofieim Ts. Arn 28. Oktober findet im Exerzitienhaus St. Joseph zu Hofheim Ts. em Ein- kehr sonn tag statt. Männer und Jünglinge, auch solche, die noch keine Exerzitien gemacht haben, stno herzlichst dazu eingeladen. Tagesordnung: Ankunst gegen 9 Uhr morgens: H10 Uhr Frühstück, 10 Uhr Amt, 11 Uhr erster Vortrag, 12 Uhr gemeinsames Mittagessen, Uhr zweiter Vortrag, 3 Uhr Schlußvortrag, anschließend Schlutzandacht; darauf gemeinsamer Kaste,. Rückfahrt gegen 5—6 Uhr.
katholischer Golterdienft.
Sonnten, 23. September. $ulba. vom 1. Beicht- gelegenheiten find: Kamstaa morgens von 1,6 Uhr ab; nachmittags von 2—3 für Kinder; von 7,5—7 Uhr und von Vi8 Uhr ab für Erwachsene; Sonntag morgens von 7,6 Uhr ab. 2. SonntagsgotteSdienste: 7.6, 6, */.7 und 7 Uhr bl. Messen mit Gelegenheit zum Empfang der hl. Kommunion. In der 6 Uhr-Messe Komm, des Mütter- Vereins und der Frauen der Pfarrei. 8 Uhr Pfarramt mit Predigt und Komm, der dieSjähr. Erstkommunikanten. VilO Uhr Kathedralamt mit Predigt. Um ' «11 Uhr Christenl. für die Jünglinge, 7« 12 Uhr letzte hl. Messe mit Pred. 7,2 Andacht zur Erstehung guter Priester mit Segen. 2 Uhr Christenl. der^Jungfrauen. ’/«3 Predigt und Andacht für den Mütterverein. 4 Prediat; Andacht und Segen. 7abends Andacht in der Marienkapelle. 3. WerktaaSgotteSdienste: Jeden Morgen von 7,6—7 Uhr halbstündlich hl. Messen mit Kommunion-Austeilung. 7«8 Pfarrgottesdienst mit hl. Kommunion. Um 9 Uhr letzte hl. Meße mit Austeilung der hl. Kommunion. Montag abend um 7«8 Ubr Andacht für die armen Seelen. — Stadtpfarrkirche. Kollekte ist für das Priester, fern in ar. Beichtgeiegenheiten sind: SamStag nachm. 3—7, 77,-87», Sonntag früh 5'/«—7 Ubr. Sonntags- Gottesdienste: 6 hl. Messe und Ansprache, 6’/« hl. Messe und Komm, der Frauen und Mütter. 8 erster Schulgoites- dienft, Predigt und Komm, des 5. Schuljahres. 7,10 Pfarramt mit Predigt. 11 zweiter Schulgottesdienst mit Pred. 97« Christenl. der Jünglinge in der Severikirche. 17, Christenl. der Jungfr. 27, Quatemberandacht. Um 3'7« Uhr nachm. Andacht für den Mütterverein. Die hl. Kommunion wird von 53/«—77, Uhr jede halbe Stunde gespendet, außerdem um 8’/» und 97« Uhr. Werktagsgottesdienste: 6.67-, 77« und 8 Uhr. Mittwoch, Freitag u. Samstag v. 6 Uhr ab Gelegenheit zum Beichten. Am Freitag Abend ist um 8 Uhr Segensandacht. — vsarrtirche zum heiligen Seift. 7 Uhr Frühmesse mit Komm, des Müttervereins. 8 Hochamt mit Predigt, Komm, des 5. und 4. Schuljahres, ’/«ll Kindergattes, dienst und Ansprache. 7,12 Christenl. der Jungfrauen. 27, Predigt und Andacht für den Mütterverein. 8 Andacht. An den Werktagen 6 Uhr und um 77« Uhr hl. Messe.
gehenden Erkundigungen zu diesem Antrag entschlossen habe! Ich weiß wohl, daß es bei Fräulein Carmen mit der Legitimität hapert —"
„Herr Baron," rief Manuela zornglühend aus, „wenn ich Ihnen meine Geschichte erzählen würde, — meine Tochter ist in rechtmäßiger Ehe geboren! Wie können Sie —"
„Ereifern Sie sich nicht, verehrte Frau!" nickte Bassewitz ruhig. „Ich glaube es Ihnen gern, — ja, in bin überzeugt davon, daß es so ist, — ich weiß auch, daß Sie die Beweise herbeizuschasten trachten, — aber ebenso sehr fürchte ich auch, daß Ihnen das nie gelingen wird! Im übrigen ist mir das alles gleich! Ich suche für Hugo ein rechtschaffenes Mädchen, welches von einer rechtschaffenen Mutter erzogen worden ist. Alles andere läßt mich kalt! Der Name? Carmen wird den ihres Mannes führen und der ist so gut wie irgend einer in der Welt! Alter, guter, schlesischer Adel, — vierzig Ahnen, nach- weisbar! Und was noch besser, das ist das, daß Hugo von seinem Vater und von mir ein jährliches Einkommen an Zinsen von zwölf- bis fünfzehntausend Mark erbt. Wird reichen, denke ich, zu leben und die Kleinen aufzuziehen! Ihre Enkel, verehrte Frau! Wir bitten Sie also, nachdem das Formelle erledigt ist, um die Hand von Fräulein Carmen, Ihrer Tochter! Wir lieben sie, wir werden sie glücklich machen, und Ihre zusagende Antwort wird uns schnell von unserer Krankheit heilen, welche nichts als eine peinigende Ungewißheit und eine übertriebene Angst ist!"
„Weiß der Vater des Herrn von Sternau um diesen Schritt?"
„Noch nicht! Aber ich habe ihm erzählt, daß Hugo mir sein Herzensgeheimnis anvertraut hat und daß ich ihm geantwortet habe, ich wolle sehen, was ich für ihn tun könnte! Ueberrafdjenb kommt ihm diese Heirat also jedenfalls nicht!"
„Und Hugo — Ihr Neffe"
„Der weiß, daß ich mich für ihn zu verwenden beabsichtige! Was soll ich ihm nun sagen?"
„Nichts, noch nichts, Herr Baron! Sie sehen mich so überrascht."
Im Netz der Spinne
16.
Einige Monate waren vergangen. 3>nc o u > b«den Frauen nahm seinen gewöhnlichen Verlauf" Tnn für Tag die gewohnte Arbeit und doch ®ar . U ’ x 9 — der Geist der Trübsal hatte sich eingestellt steter Gast. a ,teut aIs em
Die Lektionen in der spanischen Sprache waren mäßig fortgesetzt worden. Doch schienen weder Boll -ü noch Sternau das geringste von dem zu ahn»» CtDt” futter und Tochter bewegte. Nur daß der alte' d'e liebliche Carmen von Tag zu Tag väterlicher befind ba6 ^in Neffe öfter und öfter ein Auge aut oem Mädchen ruhen ließ, so daß Manuela bald nirht Kegtt *m Reifel fein konnte, welche Gefühlte ihn i^L
U"d eines Tages sollte ihr Gewißheit werden.
ar acht Uhr abends, und sie erwartete wie gewöhnlich trat" ^^"ler, als der Baron von Bassewitz allein eim
"Aem?" rief sie erstaunt.
biaen « 6 ®ie> meinen Neffen für heute zu entschul-
O ®näbi9«! Er ist leidend!"
"Das mnr • ni$ts Ernstliches?"
aenh' Das kommt und geht bei der Ju-
bie beutioe q..?-'6 gestatten, verehrte Frau, ersetzen wir
TOanuera ~ unb Mama - das sind Sie!" erftQUnt °n.
Sei"?? denn! Wisst? mich dumm ausgebrückt.' 11 n toie, woran mein armer Hugo
"Sn will"stb?s Kk i°gie Manuela lächelnd.
»ü;fi, n?, trr brVa9en- Gnädigste," erklärte der würdige alte Herr. „Sehen Sie, - Hugo zählt sechs-
Wr7nb ift °ll° nachgerade in das Mer baT er list." iUn96r M<mn verliebt sein
„Was geht das aber mich an?“
Meutzen unb die polnW MinderheMule
Von Karl Stephan- Allenstein.
Manuela.
Roman von Gustav Rehs,,», 33s ----------- ' °
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