Fuldaer Zeitung
IN
Gottesdienstordnuna
| bringt das Neueste
Eoangel. lanberkirchl. «emetnfdjaft zulda. Buttlarftr. 17.
Jedermann ist herzlich eingeladen.
Schriftleiter: Dr. phil. Johannes Kramer
Manuela
* Begünstigung der katholischen Schulen in Bulgarien. Die bulgarische Regierung hat den katholischen Schulen dieselbe Rechte in der Verleihung der Diplome verliehen, wie den Staatsschulen. Dag ist eine Art öffentliche Anerkennung der katholischen Schulen durch die Regierung und eine Anerkennung ihrer hohen Leistungen. Die besten Familien senden ihre Kinder in diese Schulen, die durch ihre Tätigkeit viele Vorurteile gegen d?n Katholizismus zerstören.
seinen Kindern nicht auch einmal demokratisch« europäische Neuerungen mitbringen? Es ist da doch unter der Tropensonne so heiß, und selbst zu denken, fällt bei solcher Hitze eben schwer. Daher Uebernahme anderer Einrichtungen.
Nationaltracht ein farbenprächtiges Bild. Sie haben zwar nicht die Eleganz der mondänen Pari- serin, welche sich in den Klubsesseln der Foyers Herumtreiben und in Politik auf ihre Art machen, sondern sie sind naturhafter, nicht aufdringlich wie die moderne Europäerin und vor allem sehr dezent gekleidet.
Die Lektionen hatten ihren Anfang genommen. All- abendlich begleitete der alte Baron seinen Neffen und zeigte sich stets von der größten Liebenswürdigkeit, — gegen Carmen, die den Herren von ihrer Mutter vor- gestellt worden war, sogar väterlich-freundlich. Und dabei blieb es, trotz des ärgerlichen Drängens Hugo's, der diese Art von Angriff zu langsam fand. —
Es war an einem Sonntagmorgen, als Carmen sich wie gewöhnlich aufmachte, der alten Frau Consentius in der Klopstockstraße einen Besuch abzustatten. Sie pflegte sich zu diesem Zweck stets der Pferdebahn zu bedienen. So auch heute. Das Wetter war wundervoll, der Verkehr daher ungewöhnlich stark. Mit Mühe und Not gelang es Carmen, einen der Wagen zu erklimmen.
Noch war es ihr nicht möglich, eine feste Stellung ein- zunehmen, als die Pferde anzogen. Sie verlor das Gleichgewicht und stürzte rücklings auf das Straßenpfaster.
In diesem Augenblick rollte in raschem Trabe ein Wagen daher. Vergebens der Schreckensschrei mehrerer Vorübergehender, die das Unglück kommen sahen, — der Kutscher war nicht imstande, die Tiere zurückzuhalten, das Gefährt rollte über den wie leblos daliegenden Körper der Unglücklichen hinweg.
In demselben Moment fast eilte ein junger Mann herbei, stieß die zur Hilfe Eilenden rücksichtslos beiseite und brachte ide Ueberfahrene in Sicherheit. Als der
Im Gegensatz zu den Chinesen sind die Javaner etwas zurückhaltend, ja direkt verschlossen. Ihr Führer, der Pariser Botschafter ,Graf A d a t ch i, ist ein sehr Heller Kopf und ein schlauer Diplomat. Sein Kovf hat die Form einer Weltkugel und steht in gar keinem Verhältnis zu seinem Körperbau.
Bezahlung welche der Unterricht desselben der Mutter gewähren sollte, — glücklich wie ein kleines Kind!
Wenn sie geahnt hätten, daß mit dem Eintritt des lie- benswürdigen alten Barons und feines Musterknaben von Neffen in ihren Familienkreis der Feind in der Fe- stung war! —
3n einen Menschen wie Hugo von Sternau mußte sich ein junges Ding wie die kleine Carmen verlieben, hatte Diekmann-Bassewitz angenommen. Er ahnte nicht, daß seine Rechnung einen Fehler haben sollte — daß Car- men schon gewählt hatte: Zwei Monate war es her, seit ein hübscher junger Mann das junge Mädchen alltäglich traf. Wenn sie mittags heimkehrte, wenn sie nachmittags das Pensionat verließ, wenn sie Besorgungen machte, — stets war sie sicher, ihn zu sehen und errötend seinen ehr- erbietigen Gruß zu empfangen. —
Evangelischer Gottesdienst.
Sonntaa, den 9. Septbr. Hulda. Vorm. 8 Uhr Kreispsarrer Weber. 91/» Uhr Sazialvfarrer Wepler 11 Uhr Kindergottesdienst. — Großenlüder. Um 10 Uhr Pfarrer Hattendorfs. — vad Salzschlirf. 10 Uhr Pfarrer Herrmonn-Mansbach. AmtSwoche: Kreispfarrer Weber.
Mittwoch, 12. Septbr. Zulba. Um 8 Uhr abends Bibelstunde (Schwesternhaus).
©Ma» dr- Hefter «reuzerbShuna vom 14—2t September einschließlich in Uleinheiligbreuz.
Am Feste Kreuzerböbungfl 4. Sept)von 7 Uhr an Beichte. 7*11 Frühmesse. 9 Amt und Predigt. Am Sonntag in der Oktav von 7 Uhr an Beichtgelegenheit. ’/ilO Uhr Hochamt und Predigt. An den übrigen Tagen der Oktav von 71/« Uhr Beichte, um 8 Uhr Hochamt.
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„Eben den Abend würden wir vorziehen, gnädige Frau! Am Tage arbeitet mein Neffe angestrengt an seinem Gemälde!"
„Und dann — wie oft wöchentlich?"
„So oft wie möglich, gnädige Frau! Etwa viermal die Woche?"
„Von acht bis neun?"
„Das paßt uns wundervoll! Und was den Preis an- belangt, — Sie wissen. Gnädige Frau, was ich Ihnen ge- sagt habe!"
„Ich würde," fuhr Manuela zögernd fort, „als Ho- norar zehn Mark pro Stunde —" Sie hielt erschrocken inne. Der Preis erschien ihr, nun sie ihn aussprach, doch selbst zu hoch. Aber der Baron begegnete ihr mit dem liebenswürdigsten Gesicht: „Mir schon recht, gnädige Frau! Also zehn Mark pro Stunde! Und wann dürfen wir kommen? Morgen?"
„Ja, morgen abend acht Uhr werde ich die Herren erwarten!"
Als der alte/Herr Abschied nahm, konnte er es nicht unterlassen, noch einige freundliche Worte hinzuzufiigen. ..Ihre Tochter, gnädige Frau, nicht wahr? Ich meine die junge Dame, welche ich öfters in Ihrer Gesellschaft treffe?"
„Ja, Herr Baron! Sie ist Musiklehrerin!"
„Ah so!! Ein prächtiges Mädchen! Sie dürfen mit Recht stolz auf Ihre Tochter sein, gnädige Frau!"
„Ich habe niemand als sie in der Welt, Herr Baron! Sie ist allerdings das Glück meines Lebens!" entgegnete Manuela.
„Das begreife ich, — ganz wie Hugo, mein Neffe, das i meinige ausmacht! Nicht wahr, gnädige Frau, wohlge- 1 ratens Kinder — das ist ein Geschenk, für welches man | Gott nicht genug danken kann!"
Damit verabschiedete sich der reizende alte Herr in H seiner höflich-liebenswürdigsten Weise. —
1 „Liebling," sagte Manuela, als sie zu Carmen zurück- tehrte, „in sechs Monaten hast du ein neues Piano!"
Wie sie glücklich war die Kleine, als sie die Mär von seltsamen Schüler vernahm und von der horrenden ]
Mit derselben Genauigkeit und Schläue beobachten die I n der alle Dinge. Es sind schöne Gestalten, teils europäisch, teils in dem indischen Nationalkostüm gekleidet. Einer sitzt sogar als Delegierter mit hohem breitem Turban, der bis tief hinter den Rücken herunterläuft, auf der Bank mit klappbarem Sessel und schaut mit phlilosophenhaf- ter Beweglichkeit und starker Neugierde auf dieses wundersame Europa mit seiner zerrütteten Kultur, auf dieses Europa, welches seine Heimat seit Jahrhunderten unter der Knechtschaft hält und ihr jeden Freiheitsdrang nehmen will. Selbstbestimmungsrecht der Völker hat zwar diese Genfer Institution auf ihre Fahne geschrieben,, aber es ist nichts damit. Hübsch artig und brav müssen sie bleiben, und sie erhalten nur dann und hin und wieder einmal einen Vorgeschmack europäischer Freiheit, wenn sie vorher sich verpflichtet haben, nicht etwa die Dinge der großen Mächte nachzumachen und sich eines Tages einfallen zu kaffen, auch abzurüsten, sowie der Völkerbund es seit beinahe 10 Jahren tut. Mit anderen Worten: sie sollen es sich nicht erlauben, auch in Rüstungen zu machen, weil das nur Europa im Namen der Freiheit der Völker und vor allem im Namen des Selbstbestimmungsrechtes des Völker tun darf. Jede andere Denkart ist verboten, und wer es sich einfallen läßt, die Autorität des Bundes und die wirksamen Erfolge, wie der Präsident zwar etwas naiv, aber immerhin mit der notwendigen poli- tischen Robustheit erklärte, zu bestreiten, wird mit dem Banne des Völkerbundes belegt.
Daher herrscht in Indien tiefes philosophisches Schweigen und die Götter wissen selbst nicht, was das alles bedeuten soll. Auch ihre Frauen haben sich nach Europa aufgemacht und geben in ihrer
Neben den Afrikanern, Australiern und den indischen Asiaten sind auch die Chinesen und die Japaner in gebührender Zahl vertreten. China hat ja anscheinend nun etwas Ruhe bekommen, und daher ist es möglich, daß wieder ein chinesischer Delegierter als Ratsmitglied erscheint. Sie sind wirklich elegant, freundlich und zuvorkommend, sprechen zum großen Teil ein perfektes Deutsch und empfinden eine fast kindliche Freude, wenn Deutsche sich ihnen nähern und sich mit ihnen unterhalten. Sie haben eine starke Sympathie für Deutschland und geben dieser Meinung überall offenen Ausdruck Ich hatte die Gelegenheit, mich mit Chinas Delegierten einige Minuten zu unterhalten, sprach ihn französisch an, setzte die Unterhaltung englisch fort, bis er mir mit liebenswürdigem Lächeln in elegantem Hochdeutsch sagte: „Verzeihen Sie, wenn Sie Deutscher sind, dann reden wir doch in Ihrer Muttersprache." Und siehe da, ein Leuchten ging über seine Züge. Ick sprach von der starken Anteilnahme des deutschen Volkes an den ckinesischen Befreiungskämpfen und erhielt als Dank die Versicherung, daß China wohl die meisten Symvathien für Deutschland habe. Zum Abschied reichte er mir eine echte chinesische Zigarette und lud mich ein, demnächst an einem chinesischen Empfangsabend teilzunehmen.
Vie rote Drohung in China.
Aus Hongkong berichtet man uns: Es wäre ein großer Irrtum, zu glauben, daß in China die rote Drohung zu Ende sei. Die Roten sind noch in Bewegung und scheinen gut mit Geld und Propagandamitteln versehen zu sein/ Jeden Tag hat man Beweise, daß nur dank einer beständiger Ueberwachung die „Roten" niederzuhalten sind. In Swabue und Hoifung sollen Tausende von Kommunisten frei in den Bergen umherirren und droben, sich an den Christen zu röchen, sobald der Kommunismus wieder zur Herrschaft gekommen sei. Die Christen organisieren fick in der Bevölkerung am triäftigften gegen sie. Ein Beweis der Aktion der Roten in Kanton ist die Tatsache daß man von Zeit zu Zeit das Kriegsrecht verkündet und in Haussuchungen fortfährt. In letzter Zeit wurden 24 Kommunisten bingericktet. Eine Gruvve von räubernden Kommunisten wurde in Hunan teils getötet (30 Mann), teils nach der Gefangennahme hingerichtet (28 Mann).
Kalender.
Münchener Kalender 1929 von Professor Otto Hupp. Die Verlegerin, die Verlagsanstalt vorm. G. I. Manz in Regensbura hat den Preis trotz höherer Herstellungskosten nicht erhöht. Er beträgt immer nur noch Rm. 2.—. Diesmal enthält der bekannte Wappenkalender neben dem neuen Staatswappen von Württemberg die Wappen der Geschlechter: Böselager — Carlowitz — Hirschberg — Kerckerinck — Kreß von Kressenstein — Zu Rhein — Niederer von Paar — Schilling von Cannstadt — Thun — Tiefenhausen — Westerholt — Witzleben. Auch die früheren Iahrgäng» werden vom Verlag billigst geliefert und können burd jede Buchhandlung bezogen werden. Die genealogischen, sachkundigen Erläuterungen von Oberarchivar D. phil. Friedrich von Klocke verdienen besondere Beachtung.
M 208.
Samstag, den 8. September 1928.
2. Blatt.
Druck der Fuldaer AcNendruckerel, FuldL
Genfer Bilderbogen.
Don unserem eigenen Genfer Vertreter.
Die neunte Bundesversammlung hat begonnen. Nicht mit Pauken und Trompeten. Denn sie sind eingerostet. Sie müssen wieder etwas verölt werden. Locarno-Import geht zurück und Genfer Ware hält sich nicht. Daher das Bestreben nach Stabill- tät der politischen Ordnung, die mehr oder weniger der vollendete Ausdruck Genfer Unordnung ist.
Diese Unordnung herrschte auch jetzt in den Kreisen der Delegierten und sogenannten „Sachver- ständigen". Zuweilen verstehen sie nicht allzuviel oon^der Sache. Daher der Name „Sachverständige". Genau so wie der Völkerbund, der kein Bund der Völker ist und daher diesen Namen führt.
Die Sachveständigen und Delegierten traten also in den großen Saal der Reformation ein. Nicht etwa in dem Gedanken, nun tatsächlich getreu den Manen Calvins eine Reformation in der europäischen Politik durchzuführen, sondern um die Reaktion zu billigen, d. h. ihre Zustimmung zu dem Zu geben, was die Völkerbürokratie im vergangenen Jahre Gutes und Schlechtes geleistet bat
junge Mann sich eben anschickte, feine Last mit Hilfe einer gutmütigen Arbeiterfrau fortzuschaffen, öffnete Carmen die Augen. Ein Strahl des Erkennens zuckte daraus hervor, begleitet von einem schwachen Lächeln.
„Fräulein, empfinden Sie große Schmerzen?"
„Nein — nein!" flüsterte sie, mit einem Versuch, sich zu erheben. „Es ist nichts —" Mit Aufgebot aller Wil- lenskraft gelang es ihr, einige Schritte zu tun. Doch als- bald taumelte sie und wäre zu Boden gesunken, wenn er sie nicht von neuem gestützt hätte.
„Ich kann nicht! Mein Kopf, — o, mein Kopf!" ent- bebte es ihr und Tränen stürzten aus ihren Augen.
„Ich bringe Sie nachhause, Fräulein, — ich weiß, wo Sie wohnen!" rief der junge Mann erregt.
„Schnell — einen Wagen!" wandte er sich an die Um- stehenden.
Da war schon einer. Mit unendlicher Vorsicht hob er das liebliche Mädchen hinein und nannte dem Kutscher die Adresse. Dann rollte das Gefährt eilig hinweg.
Im Wagen erholte sich Carmen schnell.
„Wie ist Ihnen, Fräulein?" erkundigte sich der junge Mann zärtlich besorgt.
„Ich bin an allen Gliedern wie zerschlagen!" klagte sie. „Und der Schreck — dieser Schreck!"
„Das glaube ich! Weiß ich doch, wie ich erschrocken war, als ich Sie erkannte!" versetzte ihr Begleiter. „Es war die Vorsehung, welche mich gerade zur rechten Zeit herbeiführte, so daß ich Sie Heimbringen »darf zu Ihrer Mutter! Wie ich sie segne, diese Vorsehung!" Schon hielt der Wagen.
Langsam gelangte sie die Treppen hinauf, bis sie, vor der Wohnung der Mutter angelangt, mit dem Finger auf die Korridortür deutete. „Dort wohnen wir!"
Er klingelte. Alsbald erschien Auguste, um zu öffnen und dann, ihr Fräulein bleich, blutend, halb ohnmächtig an der Seite des Fremden erblickend, auszurufen:
„Ach Gott, unser Fräulein ist krank! Frau de Rivas! Frau de Rivas!" —
Ein Schrei und eine entsetzte Frau stürzte herbei. „Kind, Liebling, — was ist geschehen, was fehlt dir?"
Schon hatte Manuela die Schluchzende an sich gezogen und ihr Gesicht mit Küssen bedeckt. Kaum daß sie auf die erklärenden Worte des jungen Mannes hörte, daß
sie seine Worte verstand, als er angstvoll bat: „Gestatten gnädige Frau, daß ich mich morgen persönlich nad dem Befinden des Fräuleins erkundige?"
Erst als er hinzufügte: „Verzeihung, ich vergaß, mitf varzustellen! Mein Name ist Alexander von Versen!" d< fuhr sie auf und sah ihn wie versteinert an.
„Versen!" murmelte sie düster, ohne seine Abschieds Verbeugung zu erwidern, ohne ein Wort des Dankes zu stammeln. —
Im Zimmer hatte sie die Verunglückte schnell auf ein Sofa gebettet und mit ihrer Sorgfalt umgeben.
„Liebling, hast du Schmerzen? Du hast dir gewiß sehr wehe getan?"
„Nein, Mamachen, es ist gar nicht so schlimm; nur der Schreck!"
„Du bist doch aber von dem Wagen herabgestürzt!" „Das war nicht so schlimm, — ich fiel sehr glücklich, — meine Haare verhinderten es, daß mein Kopf so schwer aufschlug, — nur, als ich mich unter den Pferdehufen sah, — als der Wagen über mich hinwegrollte, — da — da verlor ich das Bewußten!"
„Unglückliches Kind! Und dann hoben sie dich auf und brachten dich zum Leben zurück?"
„Ja, — der Herr, Mamachen nahm sich meiner an! Er half mir in den Wagen und brachte mich heim!"
„Warst du denn imstande ihm deine Adresse zu geben?"
„Die wußte er schon, Mamachen!"
„Kennt er uns denn?"
Tiefe Glut bedeckte plötzlich die Wangen des lieblichen Kindes. „Es — scheint — so! "
„Und du, Liebling, — kennst du ihn auch?"
Sie barg ihr Köpfchen an der Mutter Brust und flüsterte verschämt: „Ich habe ihn öfters gesehen, wenn wir aus dem Pensionat tarnen!"
Manuela sah ihr Kind forschend an. Dieses Erröten, diese Verlegenheit sagten ihr genug. Das Herz Carmen's hatte gesprochen. Offenbar, der junge Mann machte ihr den Hof und war ihr nicht gleichgültig. Aber dieser junge Mann hieß Versen, war vermutlich ein Sohn von ihrem Todfeind, des Elenden, der sie einst von der Schwelle des Vaterhauses ihres Gatten gewiesen hatte!
(Fortsetzung folgt.)
Sommerkur fllr
Nervenkranke
and Nervös - Erschöpfte. Spezialkur ansiali Hotoeün
Im Taunus bei Frankfurt am Main. — Prospekte durch Dr. M. Schulze-Kahleyis, Nervenarzt
Döse Zungen behaupten, der Kops Adatchis habe einem Architekten bei dem Wettbewerb zum Palais des Völkerbundes als Modell für eine Konstruktion gedient. Die Japaner sind sehr genügsam und vor allem sehr bescheiden. In europäischen Angelegenheiten sind sie zwar erfahren, aber sie mischen sich nicht gerne darin ein, und deshalb hat wohl auch Adatchi immer wieder es abgelehnt, den Vorsitz Völkerbundversammlungen zu führen.
ist die hl. Melle um 6. Mittwoch 81/» Seqensandacht. — ftriedhokrkapelle am Kranzosenwäldchen Sonntaa: 6V« bl. Messe mit Ansprache und Kommunion » Austeilung. Werktags: 7 hl. Messe mit Kommunion-Austeilung. — Seoeribirlte. 7 hl. Messe. 8 Oberrealschulaottesdienst. — Stoltenberg. Hl. Messen von 5 bis 7 Uhr. Um 8 Uhr ©tngmeffe mit Vredigt und litura. Gebeten. 9 Uhr Hochamt mit Predigt. Nachrn. 2 Uhr Predigt und An- dacht für die Terziaren.
Rettenberg. V,9 Uhr Amt und Predigt. — Lehn en. 8 Uhr Amt und Predigt. — Dietershan. VslO Uhr Amt und Predigt.
Samstag, 15. September, Frauenberg. Fest der sieben Schmerzen Mariä. Gegen V»7 Uhr Levitenamt. Nachm. V,5 feier!. Vefper mit kurzer Festandacht und fairem. Segen. (Heute Beginn der 12 Samstage zu Ehren der unbefleckten Empfängnis Mariä mit jedesmal, voll!. Ablaß unter den gewöhnlichen Bedingungen nebst einer kleinen Andachtsübung zur unbefleckt. Gottesmutter).
von den Hochschulen.
--- Der verband der wissenschaftlichen katholisch Stndentenvereine Anitas zählte im Sommer-Semesl.., 1928 in 50 Vereinen (S. S. 27 : 44) und 2 Zirkeln (2) an 30 (29) Hochschulen 1823 (1602) Studenten und 3080 (2945) 21. H. A. H. Von den Studenten sind aktive Burschen 475 (408), Füchse: 499 (430), Hospitanten 11 (10), I. i. l. 496 (421), 496 (421), I. c. L: 360 (323). _____________________________
Technik und verkehr.
— (Ergebnis der Ausschreibung für zwei amerikanisch« Alarinelustschiffe. Am Mittwoch wurde in Wa'- tjington das Ergebnis der Ausschreibung des Marinedepartements für den Bau zweier lenkbarer Luftschiffe vom Zeppelin-Typ und von je 6% Millionen Krckiksuß Raumgehalt bekanntgegeben. Die Goody ear Zeppelin Company in Akron (Ohio), die drei Entwürfe unterbreitet hatte .erhielt die höchste Punktzahl. Dir zweithöchste Punktzahl erreichte die Berliner Firma Schütte, an dritter Stelle steht die American Browi Bo- veri Company. Die von der Goodyear Zeppelin Company erreichte Punktzahl beträgt 91,9.
ßnifcifetn, diesen lächerlichen Europäern durch sei- nen Zettel mithelfen zu müssen, ihre europäische Bude tn Ordnung zu bringen, steigt er auf der anderen Treppenseite herunter: der erste Akt ist vollzogen. Lehmann vollzieht den eben schon er- wähnten zweiten Akt durch afrikanische, freundliche Begrüßung. Der eine weiß, der andere tief braun oder gar schwarz. Ein merkwürdiges und doch fesselndes Bild. Direkt hinter Lehmann, — er hat 'm Laufe seiner Jahr« einen breiten Buckel bekam- men, — sitzt er, der afrikanische Wüstensohn und beobachtet mit der natürlichen Schläue unverdorbener Naturvölker alle Vorgänge sehr genau. Nichts entgeht ihm. Hin und wieder schreibt er sogar. Vielleicht hat er für sein Landesparlament plötzlich etwas entdeckt, was ihm gut zu sein dünkt und — weshalb soll er aus der Stadt des Völkerbundes
zweiter SchulgotteSbienst mit Predigt. 9V« Andacht der JünglingSsodalität in der Severikirche. IVs Christen!, für die Jungfr. 2Vs feiert eucharistische AnbetungSstunde. 4 Andacht der Dienstmädchenkongreg. in der Severikirche. Die hl. Kommunion wird von 5V.—7Vs Uhr jede halbe Stunde gespendet, außerdem um 87s und 91/« Uhr. WerktagSgotteSdienste: 6,6V», 7V« und 8 Uhr. Mittwoch, Freitag u. Samstag v. 6 Uhr ab Gelegenheit z. Beichten. — Pfarrkirche zum heiligen Geist. EwigesGebet. 6 Uhr früh Aussetzung des Allerheiligsten und hl. Messe. 7 hl. Messe. 8 Hochamt mit Diakmttum und Chorgesang. l/‘10 hl. Messe der Sodalität. »All Kindergottesdienst. 12—1 Andachtstunde für |bte Schulkinder (Knaben) und Jünglinge. 1—2 für die Mädchen. 2—8 für die Jungfr. 3—4 Sodalität. 4—5 Mütterverein. 6 Schlutzandacht.__
SoboHtSt VslO Uhr Gottesdienst. 3 Uhr Betstunde. — ftl Sturmiur-Pfarrkirche. 7V« Kommun.-Austlg. 7V, Frühmesse mit Pred. Kommunion der Jünglinge. 9 Uhr Hochamt mit Pred. Danach Christen!. V,2 Segensand. — UbteiNrche der veneditztinerinnen. Sonntags 6 Uhr
Die Einleitungssitzung ist stark bssucht. Es mehren sich allerdings die Anzeichen dafür, baß die Versammlung nicht viel Bedeutendes bringen wird. Wie immer, fo beobachtet man auch jetzt starken weiblichen Besuch, Pariser neueste Hüte find zu sehen, untermischt mit altmodischsten Wagenrädern aus der Republik Liberia, deren würdiger Repräsendant, Baron Lehmann, ein ehemaliger Spekulant großen Stlls, ist. In langem schwar- M Gehrok präsentiert er sich in dem Vollbewutzt- fein seiner Würde, streichelt hin und roieber zärtlich seinen Schnurrbart und läßt seine Schuhe, die die Form von Oderkähnen haben, über das Parkett dahinschleifen, als ob er eine Bremsvorrichtung betätigte und für jedes abgeschliffene Sohlenpaar ein« Staatsrente bekäme. Er aber kümmert sich um garnichts, für ihn existiert die Umwelt kaum. Lehmann flog von Wien über Paris nach der Republlk von Volkes Gnaden, wurde dort Präfi- denten-Berater, vor allem in finanziellen Dingen, machte verschiedene „Rechnungen" auf und wurde liberianischer Staatsmann. Vor allem scheint ihn das Problem der Sklaverei sehr stark zu interessieren, da nach seiner Meinung in dieser Branche clllerlei Geld zu verdienen ist. Auch Opium liegt ihm nicht fern, sodaß man von ihm sagen darf, daß er einer der routiniertesten Europäer liberianischen Beschäftigungsgrades ist.
Freundlich nicken-, naht sich ihm Afrikas schwarzer Wüstensohn. Mit seinem krausen Haar, seinem eleganten europäischen Anzug, guter Haltung und einem etwas für die Vollversammlung zu dik- ken Bauch, geht er langsam die Treppe hoch, die zu besteigen notwendig ist, um an die Urne her- anzukommen, in die die Zettel für die Präsidentenwahl hineingeworfen werden. Vielleicht für ihn «c erste völkerkundliche Handlung. Er ist sich sei- wr „Würde" sehr bewußt. Stolz und in dem Be-
«acholischer «otterbienft.
Sonntag, 9. September, gulba. Dom. 1. Beicht- gelegentjeiten sind: Samstag morgens von */»6 IHjr ab; nachmittags von 2—3 für Kinder; von V»5—7 Uhr und von Vs8 Uhr ab für Erwachsene; Sonntag morgens von l,i6 Uhr ab. 2. SonntagSgotteSdienste: Vs6, 6, V,7 und 7 Uhr hl. Messen mit Gelegenheit zum Empfang der hl. Kommunion. ’A7 hl. Messe und Komm, des Jugend» und JungmännervereinS in der Marienkapelle. 8 Uhr Pfarramt mit Predigt und Komm, der Kinder des 7. Schuljahres. VslO Kathedralamt mit Predigt. »All Christen!, für die Jünglinge. VJ2 Uhr letzte HI. Messe mit Predigt. Bon 2—8 Uhr AnbetungSstunde anläßlich des Eucharistischen Kongresses. Um 4, Uhr Predigt, Andacht und Segen. 7 Uhr abends ist die Andacht mit Segen in der Marienkapelle. 8. WerktagSgotteSdienste: Jeden Morgen von VsS—7Uhr halbstündlich hl. Messen mit Kommunion-Austeilung. V«8 Pfarrgottesdienst mit hl. Kommunion. Um 9 Uhr letzte hl. Messe mit Austeilung der hl. Kommunion. Montag abend ist um V»8 Uhr Andacht zur Gottesmutter. — Stabtpfarrtir^e. Beichtgelegenheiten: Samstag nachm. 3—7, 7Vs—8Vs, Sonntag früh 5»/«—7 Uhr. Sonntags» Gottesdienste: 6 HI. Messe, Ansprache und Komm, der Dienstmädchen. 6»/« HI. Messe und Komm, der Jünglinae sowie MonatSkommunion der Jugendabtlg. des K. K. B. 8 Uhr erster SchulgotteSbienst, Predigt und Komm, des 7. Schuljahres. VslO Uhr Pfarramt mit Predigt. 11
Maria Ehrenberg.
Das Fest Maria Geburt wird Sonntag, 9. September, gefeiert. 6% Uhr ab Beichtgelegenheit und hl. Messen. 9 Uhr Predigt und Hochamt.
vana?t£mt: 3 Uhr Vesper; werktags 6 stille Messe, I Sonntag, 9. Sepibr. Abends um 8 Uhr Bibelstunde. Ä nT’Ä? ^sper. — Yerz-Iesu-Heim. 8 Uhr I Dienstag abend um 8 7« Uhr Bibel» und Gebetstunde. Amt und Predigt. 2 Andacht und Segen. Werktags | Jedermann ist herzlich eingeladen.