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uns

Damit liegt gewiß ein gutes Stück Arbeit hinter uns; aber wir sind nicht am Ende. Erinnem wir uns in diesem Zusammenhänge an den Aufsatz von Johannes Schauff, der mit der Feststellung der Ueberalterung unserer Volksvertretung gleich­zeitig die große Tragik der jungen Generation herausstellte, die im Verhältnis zu ihrem Wollen und zu ihrer Kraft durch politisch enge Auffassungen der älteren Generationen von politischer Verant­wortung zurückgehalten wird. Auf diese Frage ist ja anläßlich der letzten Wahlen wiederholt und mit großem Ernste in allen Parteilagem hinge­wiesen worden.

Jugend und Staat.

Zum 11. August 1928.

Don Erwin Nstfka.

Nur noch wenige Tage trenn«i uns von !der Er- -nnerung an den 11. August ISIS, an I-nen ge­richtlich denkwürdigen Tag, der den g e s tz r » o «. ti h h p r Jl CDOlUnon u 'S 11 »n d?to und den neuen deutschen Staat durch seine Erfassung begründete. Mit besonderem^ Stolz mir auf dieses Werk von Weimar, das ge- LL wurÄ durch den Willen des Volkes von l^nen in die Nationalversammlung entsandten Der. tretern Wenn wir unser Bekenntnis zu Weimar wiederholen, wissen wir gar wohl, daß auch dieses Menschenwerk nicht ohne Fehler ist, daß nach den Erfahrungen, die wir feit 1919 gemacht haben, noch an dieser oder jener Stelle angepackt, entwickelt und aufgebaut werden muß. In der jungen Ge­neration weiß man vor allem um die Mängel un­seres heutigen Wahlrechtes. Die Jugend hat diese Mängel bei der letzten Wahl besonders gespürt, aber auch in den anderen Teilen des Volkes wird es immer deutlicher erkannt, daß die Reform un- seres Wahlrechtes entscheidend ist für die Verlebendigung des Geistes von Weimar, entschei­dend für die Verwurzelung der Demokratie im Volke. Um Staatsform und Symbole geht heute der Streit nicht mehr; in Gegenwart und Zukunft steht der innere Ausba u unseresStaates zur Frage. Die erste Entscheidung mit ihrer gewaltigen Verantwortung liegt bei den vom Volke Gewählten. Darüber hinaus aber fordert das Wesen unseres Dolksstaates von allen Deutschen, die in ihm be­wußt und verantwortlich leben und die zu seiner Grundlegung in Weimar stehen, den ganzen Ernst in politischen und staatsbürgerlichen Fragen.

Das geht mit an erster Stelle die junge G e. neration an. 3m Laufe der wenigen Jahre nach dem Weltkrieg sind die Jungen in allen Par­teien, in allen weltanschaulichen Lagern stärker in den neuen Staat hineingewachsen. In ihnen lebt die neue Zeit, der Glaube an eine Aufwärtsentwick­lung und die feste Zuversicht, daß Deutschland, wie schon oft in der Weltgeschichte, in den großen Fra­gen, die heute Europa bewegen, führend mitzuar- beiten berufen ist. Die katholische Jugend steht hier in vorderer Linie. Die letztjährigen Kund­gebungen der Windthorstbünde, der Jungmänner­und Gesellenvereine beweisen das. Das Bekenntnis zur deutschen Republik ist stärker geworden, die Aussprache über Staatsform und Symbole auch bei uns verstummt.

Wir wollen hier nicht den Gründen nachgehen, sondern vielmehr in der Vorbereitung zum Ver­fassungstage uns an die Jugend selbst wenden; ben" nichts wäre verkehrter, als in der Enttäu- schung stecken zu bleiben oder sich gar den großen svratsturgerlichen Aufgaben, die uns wie jedem Volksgenossen gestellt sind, zu versagen.

Tie gesunde Entwickelung eines Staatswesens wird wesentlich bedingt durch die innere An­teilnahme der Volksgenossen an seinem Geschick. So ist es immer und unter jeder Staats- form gewesen In bedeutend verstärktem Maße gilt das für dm Volksstaat. In dieser Form staatlichen Zusammenlebens, die einem jeden seine Stelle zur Mitarbeit anweist, die sich in Gesetz­gebung und Verwaltung aufbauen muß auf allen Gliedern des Volkes, gilt das in erhöhtem Maße. Die Demokratie muß, wenn sie nicht Farce oder hohler Ausdruck bleibm will — und dann auch zum Untergang verurteilt worden ist — von dem frischen und sich stetig erneuernden Pulsschlag gesunden

Volkskräfte erfüllt sein. Damit stellt der neue Staat bedeutend größere Anforderungen an einen jeden Staatsbürger. Das Werk von Weimar Ist ein Beweis dafür. Denken wir nun an den zweiten Hauptteil der Verfassung, wo eine Fülle deutschen und christlichen Geistes niedergelegt ist als Pflicht­erfüllung, als Verantwortung, Grundsätze, die der Ausführung harren, die nicht auf dem Papier stehen bleiben dürfen. Bald feiern wir die lOjäh- rige Wiederkehr des Verfassungstages. Stellen wir uns bescheiden und offen die Frage, wie viele von uns tarnen und wissen um den Inhalt und die gewaltigen Aufgaben, die uns das neue Grund­gesetz stellt?

Möge uns der Tag von Weimar Ansporn sein, des großen Volkswerkes zu gedenken. Christliche Männer und Frauen haben mitgewirkt, nicht als Handlanger, sondern als Hüter christlicher Kultur­güter. Unsere Pflicht ist es, das Werk zu bewahren und fortzuführen. Der Ruf aber, sich dieser Pflicht um dm neuen Staat, um das kommende neue Europa, an das wir glauben, zu erinnern, geht im besonderen Maße an die Jungen. Auf sie ist die Zukunst gestellt, und von ihrem Wollen und Können wird das Schicksal unseres Vaterlandes abhängen. ________

Deutsche Luftfahrt in Zahlen.

Während am 1. Februar 1928 nur 475 Flug­zeuge in der amtlichen Zulassungsliste aufgefichrt waren, ist diese Zahl bis zum 1, Juli 1928 um 211 auf 686 Flugzeuge gestiegen. Allerdings muß dabei berücksichtigt werden, daß ein größerer Teil der 211 Zugänge am 1. Februar be­reits vorhanden, aber in Grundreparatur oder nicht in Verwendung und deshalb ohne Zulassung war. Die 686 zugelassenen Flugzeuge verteilen sich auf die Zulassungsnummern 1—1436, sodaß weniger als die Hälfte der Zulassungsnummern besetzt sind. In der Liste der Flugzeughalter steht nach wie vor die „Deutsche Lufthansa" mit 186 (145 am 1. Februar) Flugzeugen an der Spitze. Um gleich­falls 41 Flugzeuge haben ihren Bestand erhöht die Deutsche Verkehrsfliegerschule, die mit 117 Flugzeugen an der Reihe der Flugzeughal- ter folgt und die I n d u st r i e f i r m e n , die 77 Flugzeuge in ihrem Besitz haben. Der drittstärkste Flugzeughalter sind aber die Einzelbesitzer, die es auf 85 Flugzeuge gebracht haben. Zusam­men mit den Flugzeugen der Luftfahrtvereine (33) sind also heute 118 Privatflugzeuge im Gebrauch, eine Zunahme von etwa 40 Prozent in den letzten fünf Monaten. Unter den Städten, in welchen private Flugzeughalter wohnen, steht Berlin mit 16 Flugzeugen an erster Stelle. Als einzige deutsche Landesregierung ist der Bayerische Staat Besitzer von zwei Flugzeugen. Unter den privaten Flug­zeughaltern sind Fallschirmabspringer, ein Justizrat, 3 Zirkusunternehmungen, die katholische Missions- arbeitsgemein'chast, 2 Zeitungsoerlage, 1 Zigaret­tenfabrik, 1 Universität, Industriefirmen usw. ver­treten.

Gewerkschaftlicher.

— Bildungsarbeit im Gulenbergbund. Einen über­zeugenden Beweis von der Art und den Erfolgen beruf­licher Bildungsbestrebungen liefert die christlich-natio­nale Buchdruckergewerkschaft, der Gutenbergbund. Auf der Kölner Internationalen Presse-Ausstellung ist der Gulenbergbund in der Abteilung „Buchgewerbe und „Graphik" mit einer eindrucksvollen Schau seiner Bil­dungsarbeit vertreten. Die Ergebnisse der verschiedenen Lehrgänge im Skizzieren von Drucksachen, im Schrstt- schreiben, Fachzeichnen, Tonplattem'chnitt und in der Farblehre zeigen auch dem Laien, wie fruchtbar die Ge­werkschaften heute für die berufliche Schulung ihrer Mit­glieder wirken können Aus Anlaß der Kölner Pressa ließ der Gutenbergbund seine eigene Fachzeitschrift „Graphische Nachrichten" als Pressaheft erscheinen. Die­ses Heft, mit 48 Seiten Text, 70 Bildern und einer An­zahl hochkünstlerischer Farbenbeilagen, hat überall, be­sonders auch im Auslände, Anerkennung und Beifall ge- funden. Nicht nur typographi'ch, sondern auch literarisch handelt es sich um eine Leistung, auf die die christlichen Gewerkschaften stolz sein können. In Wort und Bild gibt das genannte Heft einen Einblick in die Kölner Pressa und in die Bildungsarbeiten des Gutenbergbun- des. Dem gleichen Zweck dient auch die zweite Erschei- nung, eine kleinere Bilderbroschüre, die mit 24 Aufnah­

men den organisatorischen Aufbau und die Liwungsar- beiten der christlichen Puchdruckergeroerkfchaft zeigen zeigen will. Außerdem muri: eine 24seitige Broschüre herausgegsben, b><- oazu bestimmt ist, in unaufdring­licher, aber bezwingender Form für den Gedanken der christlich-nationalen Arbeiterbewegung und damit auch für den Gutenbergbund zu werben.

Tornado auf Florida.

wtb. West Palm Veach (Florida), 8. August. (®ig. Fuitkm.) Ein Tropensturm, der die Küste von Florida heimsuchte, erreichte während der letz­ten Nacht die Stärke eines Tornados. Er hat be­trächtlichen Sachschaden angerichtet. Teilweise hat er den gleichen Weg wie im September 1926 ge­nommen. Aus Miami (Florida) wird berichtet, daß der Mellory-Dampfer Algonguin mit 300 Passagieren inmitten des Wirbelsturmes die Orien­tierung verloren hat. Die Funkstationen bemühen

sich, den Dampfer wieder zu orientieren, um ein Auflaufen auf die Küste zu verhüten.

* Durch eine einstürzende Mauer getötet. (Eig. Funkm.) Bei Artsschachtungsarbesten zu einem Neu­bau auf dem Hofe des Grundstückes Chausseestraße 10 in Berlin stürzte heute vormittag gegen 8 Uhr plötzlich eine neuaufgerichtete Mauer ein. Wäh. rend es verschiedenen Arbeitern gelang, noch recht­zeitig aus der Baugrube herauszuspringen, wurde ein 35 Jahre alter Arbeiter durch einige Mauer» stücke wieder berabgerissen und von den nach- stürzenden Massen in der etwa 3 Meter tiefen Grube begraben. Seine Leiche wurde geborgen.

ie MlllWekllM isk non allen Hefinmen die MrkMWMe und wird es infolge ihrer Billigten und WMeil auö meiden.

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Zur Unwetterkatastrophe in Bayern.

Der völlig zerstörte Fabrikationsraum eines Zementwerkes.

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Die Trümmer eines Rummelplatzes.

Schaubuden, Karusfel und Zirkuswagen bilden einen unentwirrbaren Knäuel. In einer Minute hat die Windhose die Stätte des Vergnügens zu einem Trümmerfeld verwandelt.

Schlechter, unreiner Teint!

Schlechter und unreiner Teint ist wohl der am höu- nölten vorkommende Schönheitsfehler. Es bilden sich g* cUorool>1 beim männlichen als auch beim weib- häufigsten in der Gntwicklungs- Plckel, Pusteln, Wimmerln, Mitesser und Ek- firftt .„mlf Schönheitsfehler, die naturgemäß jedes Ge- sicht entstellen, werden besonders vom weiblichen Ge-

Von Dr.

schlecht heftig, aber leider meist ohne Erfolg, bekämpft. Bortrefflich bewährt sich nach meinen Erfahrungen sol- gendes Verfahren: Man nehme ein Stück Zucker's Pa- tent-Medizinal-Seife, reibe mit der Hand ober noch besser mit einer nassen Bürste, einem nassen Pinsel und bergt, möglichst dicken Schaum, läßt ihn evtl, noch einige Zeit stehen, bis er so dick ist wie Brei, Salbe ober

med. IB.

Sirup, und trügt ihn bann leicht, ohne zu reiben, auf bie zu behandelnden Hautstellen auf. Am besten geschieht das Aufträgen des abends, damit der Schaum genügend Zeit hat, auf der Haut einzutrocknen, und die Nacht über liegen bleiben kann. Morgens erweicht man ihn mit etwas Wasser, spült ihn bann leicht ab und trocknet hierauf die Haut, ohne zu reiben

Das heilige Recht.

Roman von Emil Frank

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Kroch nicht aus allen Winkeln dieses mit sattem Be­hagen ausgestatteten Gemaches das Grauen heran" Legte sich nicht lähmendes Entsetzen mit eisernen Klammern um seinen Leib und seine Seele?

So lange hatte er sich in Sicherheit gewiegt, hatte fest geglaubt, die Vergangenheit sei tot und begraben. Und nun stand sie auf einmal vor,ihm, schleuderte ihm ihre furchtbaren Anklagen ins Gesicht und heischte Antwort und Sühne!

Bah, wo waren denn die Beweise für diese Ankla­gen? Schriftstücke konnten es nicht fein. Denn Olaf Dahlgren hatte von den Beziehungen feines Teilhabers 3u Ulla Larsson nicht das geringste gewußt. Es konnte sich also nur um Vermutungen handeln. Und man sollte es nur versuchen, auf dieser Grundlage gegen ihn vor­zugehen! Mit seiner brutalen Kraft und Rücksichtslosig- keit würde er jeden Gegner zerschmettern.

Mit einer zornigen Bewegung schüttelte er dieses läh- menöe gntfet5en ab, zwang die Angst nieder, die für einen Augenblick in ihm aufgekeimt war. Noch gab er den Kampf nicht auf!

Er zwang feine Stimme zu einem Ton, aus dem Weichheit und Trauer zu ziiiern schien: „Du hast mich einen 4ugenblid fassungslos gesehen. Erik! Nicht etwa, als ob ich mir einer Schuld bewußt wäre! Schon den Gedanken daran weise ich entrüstet zurück. O nein, ich baajte nur em wenig an die Vergangenheit: Ich sah euch Dahlgreniungens nach bem Tobe Eures Vaters, dachte an die Verhatnifse unserer Firma zu jener Zeit. Ich roiü mich nicht rühmen, aber es muß ja heute anschei­nend alles gesagt werden! Nie wäret ihr Brüder das geworden, was Ihr heute seid, hörte ich nicht zwanzig Jahre unermüdlich geschafft. Gewiß, ich tat es auch für mirf)! Aber doch nicht allein für mich! Ihr seid heute Teilhaber eines Industriebetriebes von internationaler Bedeutung! Und nun kommst du und schleuderst mir Singe ins Angesicht, die weder du noch irgend ein Mensch beeisen kann, weil sie nicht wahr sind! Du kommst zu

mir, als wäre ich dein ärgster Feind. O, das tut bitter weh! Alles mögliche habe ich erwartet, bas nicht!"

Vielleicht hätten unter anberen Umstänben biefe Worte auf Erik tieferen Eindruck gemacht. Heute prallten sie völlig wirkungslos an ihm ab. Erik fühlte es nur zu deutlich: Bengt Sjöberg klammerte sich an jeden Stroh­halm. Wäre es nicht natürlicher gewesen, er hätte ihn mit hoheitsvoller Gebärde aus dem Zimmer gewiesen? War dieses wehmütige Beschwören der Vergangenheit, die Aufzählung aller Wohltaten ,bie er ihm und seinem Bruder erwiesen hatte, nicht ein Beweis feiner Schuld? Mit blankem Ehrenschild kämpft man anders! Davon war Erik überzeugt.

Einerlei! Die Sache mußte jetzt endgültig zum Aus­trag kommen! Das Bewußtsein für das gute Recht zu kämpfen, gab ihm die zähe Kraft, die sich nicht beugen läßt, bis bas Ziel erreicht ist!

Mit einer Härte, die noch kein Mensch an Erik wahr­genommen hatte, sprach er jetzt weiter: „Eines haben Sie noch vergessen anzuführen, um mich weicher zu stimmen: daß Sie eine Tochter haben, die mir über alles auf Erden lieb und teuer ist —"

3n Sjöbergs Augen blitzte es hell auf. Daß er nicht baran gedacht hatte! Ingeborg! Ein Glück, daß Erik ihn selbst daran erinnerte! Nun wollte er aus diesem Umstande nach Möglichkeit Nutzen ziehen. Seine Aus­sichten besserten sich!

„Glauben Sie etwa, daß es mir besonders leicht ge» worden ist, Jngeborgs Vater mit solchen Anschuldigungen gegenüber zu treten? Fällt dieser Umstand nicht noch schwerer ins Gewicht als alle von Ihnen angeführten Wohltaten, die Sie mir und meinem Bruder erwiesen? Aber nun wußte ich erst, warum Sie damals so furchtbar erschraken, als^ich um Jngeborgs Hand bei Ihnen warb! So skrupellos Sie auch sonst zu Werke gehen mögen, bar- Uber<roermOl^ten ®'e sich hach nicht hinwegzusetzen, daß des Mörders Tochter mit dem Sohne des Ermordeten zu unlöslicher Lebensgemeinschaft verbunden wurde! Ich sehe das heute auch ein, so furchtbar diese Erkenntnis auch schmerzen mag! Aber Sie sollen sehen, daß ich in Ihnen trotz allem noch Jngeborgs Vater schonen will! Ich mache ihnen meine Vorschläge, ohne mit meinem

Bruder darüber gesprochen zu haben, weil ich glaube, daß er sich einer vollendeten Tatsache eher fügen wird als meinen Vorschlägen ,bie ihm ganz gewiß als zu milde erscheinen werden! Sie treten sofort aus der Firma aus! Die Namen Dahlgren und Sjöberg dürfen nicht auf einem Firmenschild neben einander stehen! Das bin ich meinem verstorbenen Vater schuldig! Sie räu­men so bald als möglich dieses Haus, das ja Dahlgren- sches Eigentum ist. Ihr Privatvermögen bleibt unge­schmälert in Ihrem Besitz. Außer Axel erfährt kein Mensch den wahren Grund dieser Lösung."

Bengt Sjöberg spielte lässig mit feintr schweren Uhr­kette. In feinem Innern kochte freilich der Grimm, daß ' er sich von diesem jungen Lassen in dieser Weise behan­deln lassen mußte. Aber Erik hatte ihm ja selbst eine Verteidigungswaffe in die Hand gegeben. Damit konnte er seine Forderungen am besten abwehren!

Höhnisch gab er zur Antwort: ,Lch bewundere deine Großmut, mein Lieber! Es ist wirklich nicht viel, was du von mir verlangst: Ohne Entschädigung soll ich auf die Teilhaberschaft an einem Unternehmen verzichten, das alljährlich eine nette runde Summe abwirft? Das durch meine zwanzigjährige mühsame Arbeit erst zu seiner heutigen Bedeutung gelangt ist? Du mußt mich doch für furchtbar harmlos halten, daß» du es wagst, ein solches Ansinnen an mich zu stellen!"

„Daß ich Sie ziemlich richtig einschätze,^glaube ich vorhin bewiesen zu haben. Wir wollen gar nicht er­örtern, daß Sie nicht durch einen Rechtsanspruch Teil­haber der Firma wurden, sondern, daß mein Vater Ihnen gutmütig diesen Platz einräumte. Wenn Sie in diesen zwanzig Jahren fleißig arbeiteten, so haben Sie auch gut verdient. Ich fürchte nicht, mich einer lieber- treibung schuldig zu machen, wenn ich Ihnen sage: Die Erfindungen meines Vaters sind die bedeutendste Grund­lage für die Entwicklung des Werkes gewesen! Was Sie durch die Ausbeutung dieser Erfindungen widerrechtlich verdienten, ist Entschädigung genug für die Lösung Ihres Verhältnisses zu uns. Ich gebe Ihnen eine Stunde Bedenkzeit! “

„Und wenn ich die Bedingungen ablehne?"

„Sie werden sich hüten, bas zu tun!"

ober zu frottieren sanft mit einem weichen Tuch. Nachher stets die Haut mit Zuckooh-Creme, die ebenso wie Zucker's Patent-Mebizinal-Seife in jeder Apotheke, Drogerie und Parfümerie sowie in jedem besseren Fri­seurgeschäft zu haben ist, nachbehandeln. Diese Prozedur richtig durchgeführt, schasst in Kürze neue, reine und gesunde Haut und verjüngt um Jahre.

„Hoho, fei dessen nur nicht so sicher! Ich wüßte nicht, wer mich zu einem solchen Vergleich zwingen konnte! Du ganz bestimmt nicht!"

„Ich wiederhole es: eine Stunde haben Sie Bedenk, zeit! Lehnen Sie mein günstiges Angebot ab, so haben Sie es sich selbst zuzuschreiben, wenn auch ich mich nicht mehr daran gebunden fühle, sondern erst mit meinem Bruder berate ,was wir Ihnen sreiwillig geben wollen. Axel ist nicht durch Rücksichten gebunden wie ich."

Bengt Sjöberg horte auf diese letzten Worte kaum hin. Er zermarterte sein Gehirn, suchte nach einem Aus- gang und vermochte doch nichts zu finden. Daß Erik kein zu unterschätzender Gegner war, hatte er zu seinem Leid­wesen in dieser Unterhaltung zur Genüge erfahren. Wüßte er nur, welcher Art die Beweise sind, die er ge­gen ihn besitzt! Daß Olaf Dahlgren seine Pläne in mehr- fachen Ausführungen hergestellt hatte, lag sehr nahe. Möglich auch, daß er ein Exemplar sämtlicher Pausen in seinem' Blockhause verwahrt hatte. Narr, der er war, nicht auch im Blockhause nachzuschauen! Aber damit stöpsle er Erik leider nicht den Mund. Er müßte also notgedrungen den Kaufvertrag oorlegen, und da würde man sehr schnell zu der Erkenntnis kommen, daß alles auf Lug und Trug beruhte. Nein, darauf ließ er es nicht ankommen!

Noch peinlicher aber waren ihm die anderen Vor- würfe, die Erik gegen ihn erhoben hatte. Auch hierfür mußte er* schriftliche Unterlagen besitzen. Woher sie stammten, das mochte der Teufel wissen! Doch kam noch das ergänzende Zeugnis Larssons, bas ihn auf jeben Fall noch schwerer belastete. _

Larsson allein war nicht zu fürchten. Den konnte man leicht als einen alten Narren hinstellen, auf besten Aussagen nicht der geringste Wert zu legen war. Aber mit Erik vereint erhielten seine Worte eine unerschüt­terliche Beweiskraft.

Daß er doch diesem Erik selbst etwas anhaben konnte! Aber dieser Musterjüngling war ja in jeder Beziehung unantastbar, der hatte nur seiner Arbeit gelebt.

Wenn er ihn so reizte, daß er sich tatsächlich an ihm vergriff, daß er zur Notwehr berechtigt wäre! O, dann wollte er schon dafür sorgen, daß sein Mund für immer stumm wurde.