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M U9.

Samstag, den 4. August 1928.

Fuldaer Zeitung

2. Blatt.

Druck der AMdaer AcNendruckerei, Fulda

48. VerbMdstag -es Verbandes MV in Karlsruhe

Technik und verkehr

Gottesdienstordnuna

Neue Vücher

an«

neu erschienen.

Licht ist Lebens

um 8 Uhr Andacht, um 77« Uhr hl. Messe, von Vi7 bis 7 Ubr und

be« be-

tteutnbetg. 9 Uhr Amt und Predigt. Lehrer; 8 Uhr Amt und Predigt. Dietersha«. VilO Uhr Amt und Predigt.

Samstag, 11. August. Hrouenberg. Nachm. V«5 feierliche Vesper mit sakram. Segen.

rlatholischer Gattesdienft.

Sonntag. 5.August. $nlba. Born. 1.Beichtgelegen, heiten sind: Samstag moraens von lü6 Uhr ab; nachmittags von 23 für Kinder; von 7-57 Uhr und von 7,8 Uhr ab für Erwachsene: Sonntag morgens von ^,6 Uhr ab. 2. Sonntagsgottesdienste: 7,6, 6, *A7 und 7 Uhr bl. Messen mit Gelegenheit zum Empfang der hl. Kommunion. Norm. 8 Uhr Pfarramt mit Predigt, Kommunion des Männerapostolates und der Kinder des 8. Schuljahres. V»1O Katbedralomt mit Predigt. 7«12 letzte hl. Messe mit Predigt. Nachm. 7,2 Uhr Andacht zu Ehren des hist. Herzen Jesu. Um 2 Uhr Christen- lehre für die Jungfrauen. Um 4 Uhr Predigt, Andacht und Seien. Um 7 Uhr abends Andacht in der Marienkapelle. 3. WerktagSgottesdienste: Jeden Morgen von 7,6 7 Uhr halbstündlich hl. Meffen mit Aus« teilung der hl. Kommunion 7«8 Uhr PfarrgotteSdienst mit hl. Kommunion. 9 Uhr letzte Hs. Messe mit Aus­teilung der hl. Kommunion. Montag abend ist um 7,8 Andacht und Segen zu Ehren des hl. Namens Jesu. Stadtvfarrkirche. Beichtgelegenheit: Samstag nachm. 37, 7V,_8l/l, Sonntag früh 5*/«7 Ubr. SonntagS-Gottes. dienste: 6 hl. Messe und Ansprache, 6«/« hl. Messe und Komm, des Männerapostolates. 8 erster Schul- aottesdienst, Predigt und Kommunion des 8. Schuljahres. 9*/* Uhr Pfarramt und Predigt. 11 Uhr hl. Messe und Predigt. 9V« Uhr Christenlehre der Jünglinge in der Severikirche. Um 1*/. Christenlehre der Jungfrauen. 21/« Rosenkranzbruderschaft. Die hl. Komm, wird von ->1/411/! Uhr jede halbe Stunde gespendet, außerdem um 8V» und 97« Uhr. Werktagsgottesdienste: 6, 6'/,, 77« und 8 Uhr. Am Mittwoch, Freitag und Samstag morgen um 6 Uhr ist Gelegenheit zum Beichten. Pfarrkirche zum heiligen Seift. 7 Uhr Frühmesse unt Ansprache. 8 Uhr Hochamt mit Predigt, Komm, des 8. Schuljahres. »All KinderpotteSdienst und Ansprache. 7112 Uhr Christenlehre für die Jünglinge. 8 Uhr An»

Bedenken Sie das beim Kauf eines Augenglases und gehen Sie zum Fachmann!

dacht. Am Mittwoch Abend An den Werktagen 6 Ubr und

Evangelischer Gottesdienst.

Sonntag, den 5. August. Hulda. Vorm. 8 und 97, Uhr Pfarrer Hattendorfs. vad Salzschlirf. 10 Ubr Kreispfarrer Weber. Amtswoche Pfarrer Hattendorff.

Mittwoch, 8. August. Hulda. Um 8 Uhr abends Bibelstunde (Schwesternhaus).

Lvangel. landerkirchl. Semeinfchast, Hulda, vuttlarftr. 17.

Sonntag. 5. August. Abends um 8 Uhr Bibelstunde. Dienstag abend um 8'/« Uhr Bibel» und Gebetstunde. Jedermann ist herzlich eingeladen.

Deutschen Beamtenbundes hot sich mit der Angelegenheit befaßt und einstimmig beschlossen, ,.^>e Reichsregierung zu bitten, den erwähnten Vorgängen ihre besondere Aufmerksamkeit zu schenken und durch Verhandlungen dahin zu wirken, daß die deutschen Beamten im besetzten Gebiet endlich, nachdem, 10 Jahre seit dem völkertrennenden Krieg verflossen bnd, von der Unterstellung unter fremdes Mi- litärrecht befreit werden, damit sich derart.ge unverständliche Vorgänge wie in Maximisiansau uns Zweibrücken nicht wiederholen können.

Eine große Anzahl Begrüßungsschreiben ging bei der Verbandsleitung ein. U. a. schreibt der Fürstbischof von Breslau, Kardinal Bertram:

,,Doß die wirtschaftliche Not der Grenzgebiete als Lett, gedanke der Tagung gewählt ist, verpflichtet die katholi­sche Kaufmannschaft Schlesiens zu besonderem Danke. Auf Schritt und Tritt sind schädigende Wirkungen des Grengcharakters im Wirtschaftsleben unter den ungün­stigen Einflüssen der erfoloten Durchschneidung der In- teresfengebiete und unter den hemmenden Einwirkungen in den zeitigen internationalen Gegensätzen wahrzuneh­men. Mehr als eine Stadt hüben und drüben wird pssstmiswch wie einsterbendes" Gemeinwesen betrachtet. Die Verbandstagung wird gewiß ihr Bestes tun, um Wege zu zeigen, die für sine nicht zu ferne Zukunft einen erfreulicheren Ausblick bieten".

Die Kundgebung am Sonntag ist dem Auslands- deutfchtum gewidmet An dieser Kundgebung wird auch der Erzbischof von Freiburg, Dr. Fritz, teil- nchmen. Die Verbandstags-Nummer derMerkuria" ist ganz dem Leitgedanken der Tagung gewidmet und enthält interessante Aufsätze von besonderen Fachleuten über die Notlage in den einzelnen Grenzgebieten und über den Kampf um Glaube und Volkstum unserer Aus- landsdsutschen.

Der Geschäftsbericht des goldenen Jubeljahres des Verbandes liegt den Delegierten gedruckt vor. Er gibt ein Bild von dem emsigen Streben und Schaffen des Verbandes auf wirtschaftlichen, sozialpolitischen und kul­turellen Gebieten. Er erinnert eingangs an die beson­deren Ereignisse des Jubiläumsjahres und hebt beson­ders den Erwerb des neuen Verbandshauses in Essen und die noch in diesem Jahre erfolgende Grundstein­legung der K.K. V. »Kriegergedächtniskirche in Leipzig hervor, zwei Werke, die dem KKV. noch 'n späteren Jahrzehnten zur Gl)re und zum Segen ge­reichen werden.

Nach einem kurzen Ueberblick über die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung im Geschäftsjahr 1927-28 führt der Bericht die umfangreiche politische, wirtschaft­liche, scgiale und kulturelle Arbeit des Verbandes an, die außerordentlich fruchtbar gewesen ist. Auch in be­zug auf das kaufmännische Bildungswesen hat der KKV im letzten Geschäftsjahr durch Vorschläge und nicht zuletzt durch praktische Selbsthilfe sehr Ersprießliches geleistet. Die Mitgliederbewegung ist stabil geblieben, eine bemer­kenswerte Tatsache, wenn man berücksichtigt, daß durch die im vergangenen Jahre beschlossene Einführung einer Altersrenten- und Sterbekasse und der barm'- verbünde- nen Beitragserhöhung allgemein ein Rückgang in der Zahl der Mitglieder erwartet wurde. Heute befindet sich die Mitgliederbewegung in aufsteigender Linie. Nach den Erfahrungen der letzten Zeit darf in den nächsten Jahren mit einer starken Aufwärtsbewegung gerechnet werden. Der Jugendbund des Verbandes erhöhte im Geschäftsjahr seine Mitgliederzahl um mehrere hundert. Er hat die 10 000 heute weit überschritten. Die Stellen­vermittlung des Verbandes konnte fast 60 Prozent der ibr gemeldeten offenen Stellen besetzen, ohne Zwe'fel ein günsttges Ergebnis. An Unterstützungen wurden im Berichts,ahre rund 52 000 Mark bewilligt, und dadurch manche bittere Not in Verbandskreisen gemildert.

Der Bericht weist bann noch auf die Wiederbesetzung der Berliner Geschäftsstelle des Verbandes durch ein hauptamtliches Vorstandsmitglied hin und widmet den ausgeschiedenen Herren der Derbandsleitung bem Geist! Beirat P Hub. Kroppenberg S. I., der nach Königs- berg versetzt wurde, Generalpräses Schumacher der als ,Religionslshrer nach Eschweiler ging, und dem Schatz- -meister Theodor Becher, der nach 18jähriger Tätigkeit in den Ruhestand trat, herzliche Dankes- und Abschieds- warte. Als Geistlicher Beirat des Verbandes und Gene, ralpräses des Äugendbundes trat im März b. I. der

Beamtenfragen.

= Landesverband Rheinland des Deutschen Beam- kenbundes. Die in Maximiliansau und Zweibrücken erfolgte Verhaftung zweier Reichsbahnbeamten und ei­nes deutschen Polizeibeamten hat nicht nur bei den Be­amten, sondern auch bei der Geisamtbevölkerung des be­setzten Gebietes lebhafte Unruhe und berechtigte Erre­gung hervorgerufen, da für die Verhaftung, die im Dienst und ohne vorherige Benachrichtigung der vorge­setzten Behörden erfolgt ist, stichhaltige Gründe nicht vorliegen. Die Bevölkerung des besetzten Gebiets steht solchen Maßnahmen militärischer Befehlshaber an. gesichts der Bemühungen einsichtsvoller französischer und deutscher Staatsmänner, die Verhältnisse zwischen beiden Ländern, zu befrieden und freundschaftlich zu gestalten, 'verständnislos gegenüber. Der qefchäftsfüh- rende Vorstand des Landesverbandes Rheinland des

II.

Den Kongreß leitete am Mittwoch die General- verf ammlung der K KV - K ra n t e n taff e ein. Namens des Kassenvorstandes konnte der Vorsitzende Muller-Hannover 110 Delegierte begrüßen. Der vom Geschäftsführer Weyers (Hannover) erstattete Bericht gab ein Bild der wirtschaftlichen Lage. Trotz erfreulicher Anzeichen eines Aufstieges ist die Notlage im Kauf- mannsstand noch groß und lastet besonders auf den älteren Angestellten. Weite Kreise, die in normalen Seiten die Krankenkasse nicht in Anspruch nahmen, müs­sen es jetzt für sich und ihre Familienangehörigen tun. Die Mitgliederzahl der Kasse hat das 24. Tausend über­schritten. Der Zuwachs im letzten Jahre betrug fast 1000. 11 000 Mitglieder haben auch ihre Familien ver- sichert. Keine andere Krankenkasse hat eine prozentual so starke Familienversicherung und leistet hinsichtlich der Familienfiirsorge so viel wie die KKV-Kasse. Die grö­ßere Kinderzahl in katholischen Familien stellte btt Kasse allerdings vor eine schwierige Aufgabe, der sie ober voll gerecht wurde. Der weitere Ausbau der Kasse ist nach wie vor die vornehmste Sorge des Kassenoor­standes und soll verwirklicht werden sobald die Verhält­nisse es gestatten. Gehemmt wird dieser Ausbau zur Zeit durch die Unsicherbeit, ob es gelingt, mit dem Aerzteverband zu einer Verständigung über die Aerzte- bezüge nach dem 1. Januar 1929 zu kommen. Gegen­wärtig sind die Arztkosten in den Ersatzkassen, pro Kopf des Mitgliedes gerechnet, doppelt so hoch wie die der Pflichtkrankenkassen. Von 2% Millionen Mark Ein- nahmen erhielten die Aerzte mehr als 1 Million Mark.

Der Geschäftsbericht stellt mit Bedauern fest, daß die KKV-Krankenkasse nicht als Berufskrankenkasse im Sinne der letzten Novelle zur Reichsversicherunqsord- nung anerkannt worden ist,weil die Zusammensetzung des Verbandes keine rein gewerkschaftliche ist" und ad;« tet an die dem Verband nahestehenden Parlamentarier die dringende Bitte, ihren Einfluß dahin geltend zu ma­chen, daß Ersatzkassen wie der des KKV nicht weiter das Leben erschwert wird. Die großen Erfolge der KKV- Krankenkasse geben ihr das Anrecht, auch weiterhin als gesetzliche Krankenkasse anerkannt zu bleiben. Zur Frage der "Arbeitslosenversicherung sagt der Geschäftsbericht,

Beichtgelegenheit jeden Morgen

Samstag von 46 Uhr. Sonntag morgen 67 Uhr. St Sturmius-Pfarrkirche. 77« Kommun.-Austlg. 77« Frühmesse mit Peed. Komm, des MännerapostolateS. 9 Hochamt mit Pred. Dona» Christen!. 0,2 Segensand äbteikirche der Benediktinerinnen. Sonntag? 6 Uhr Konventamt, 3 Uhr Vesper; werktags 6 stille Messe, 7,9 Konventamt, 3 Vesper. yerz-3es«-yeim. 8 Uhr Amt und Predigt. 2 Andacht und Segen. Werktags ist die hl. Messe um 6. Mittwoch 87« Segensandacht. Hriedhosskapell« am Hrauzosenwäldchen. Sonntag: 67« bl. Messe mit Ansprache und Kommunion - Austeilung. Werktags: 67, hl. Messe mit Kommunion.AuSteilung. Severikircke. 7 hl. Messe. 8 OberrealschulgotteSdienst. Zranenberg. HI. Messen vonS7 Uhr. 8 Uhr Bruderschafts, messe mit Predigt und liturg. Gebeten. 9 Hochamt mit Predigt. 2 Predigt und Andacht für die Terziaren.

praktische Lohnsteuertabellen. Laut Reichsgesetz dem sich ab 1. Oktober 1928 die steuerfreien Lohnbetrage. Der Veränderung Rechnung tragend, sindLohnsteuer- tabeüen" zum sofortigen Mesen der Steuerbeträge für tägliche 40 Pfg., wöchentliche 70 Pfg-, 14tägige 1 Rm. und monatliche 70 Pfg. in der 4. Auslage im Selbstoer. lag von Hermann Lenz, Heidelberg, Brückenstraße 22

daß das Gesetz vom 16. Juli,1927 zwar noch verbes­serungsbedürftig sei, daß es aber einen verheißunas- vollen Anfang darstelle. Den weiteren Ausbau dieses neuesten Versicherungszweiges werde man getrost der Zukunft überlassen können.

Die Generalversammlung billigte debattelos die @e- schäftsführung der Kasse für 1926=27 und erteilte bem Vorstände Entlastung. Bei der Beratung der Anträge spielte wieder die Frage einer Verlegung des Sitzes der Krankenkasse von Hannover an den Sitz der Verbands- leitung nach Essen eine Rolle. Der Kassenvorstand legte einen Antrag vor, daß der Verbandsdirektor des KKV. fortan Mitglied des Kassenvorstandes sein solle. Er er- klärte sich weiter mit dem Antrag einverstanden, daß von den fünf Mitgliedern des Aufsichtsrates fortan drei ihren Wohnsitz außerhalb Hannovers haben können. Unter Ablehnung des Verlegungsantrags (mit 206 gegen 85 Stimmen) wurden diese Vorschläge genehmigt und damit der Anfang zu einer Umorganisation der Kaffen­leitung gemacht. .,, .

Mit Rücksicht auf die erhöhten Verpflichtungen wurde eine Erhöhung der Beiträge um 7 Prozent, bei der Fa­milienversicherung um monatlich 50 Pfg. beschlossen. Die Kosten der Generalversammlung wurden durch eine Beschränkung der Delegierten.zahl erheblich ermaßigi.

Die Vorstandswahl ergab die einstimmige Wieder­wahl der Herren: Eduard Müller, Kuchenbach, Laer, Renne, Lina und Steingräber. 3n den Ausschuß wur­den gewählt: Tergnxinn-.Hannover, Daniels-Hannover, Verse-Magdeburg,' Plück-Hamburg und Struwe-Hiides- heim.

Diplom-Optiker SAUERBORN

Steinweg 12 FULDA Teleph. 732.

Wissenschaft und Forschung.

= Lin einzigartiges Megnpfetgrab in Hildesheim. Das Hildesheimer Pelizaeus-Museum hat vor einiger Zeit in Aegypten eine Anzahl Kalksteinblöcke erworben, die sich als Bestandteile einer Grabkammer darstellten. Rach dem Bericht des Direktors Professor Roeder handelt es sich um die Sargkammer eines Hausoorstehers um 2000 v. Ehr. des Mittleren Reichs, namens Ka-fenu. Das Portal an der Vorderseite ist nach der Beisetzung durch einen Fallblock verschlossen worden der m einer ausgehauenen Führung läuft. Ein Beispiel solcher Fall­türen, wie sie von den Aegyptern in Grabern und als Sperren in den Gängen der Pyramiden angebracht wurden, ist bisher in einem Museum nicht zu sehen ge- wesen. Die Rückseite der Kammer zeigt einen niedrigen Anbau, der der Aufstellung der Eingeweidekruge gedient haben muß.

Theater und Musik.

= Line russische Filmstadt. Die Sowjetregierung will in der Nähe von Leningrad eine Filmstadt erftegen lassen. Sie hat bereits einen Ausschuß ernannt der die Pläne ausarbeiten soll, und sie hat dem ruthemschen Regisseur Belgoskino ihre Unterstützung und Hilfsgel- der versprochen, unter der Bedingung, daß er seinen Wohnsitz in Leningrad nehmen wird Er hat zugesagt, und der Bau des Filmateliers soll nun unverzüglich tu Angriff genommen werden.

Die badische Landeshauptstadt steht im Zeichen der zahlreichen Delegierten ,bie zum 48. Verbandstag des Verbandes Katholisch Kaufmännischer Vereine in Karls- , ruhe weilen. Ein prächtiges Willkommenschild am Bahn- | Hof, wehende Fahnen in den Reichs- und Landesfarben an girlandengeschmückten Masten rufen den Gästen aus allen deutschen Landen, aus Danzig, der Saar, Schlesien, Süd-, Ost-, Nord, und Westdeutschland ein herzliches ®rü6 Gott in der Fächerstadt des Schwarzwaldes", zu. Ueber 400 Delegierte beraten über das Problem der wirtschaftlichen Not der deutschen Grenzgebiete. Zahl- reiche Abgeordnete aus dem Reichstag und den Land- tagen haben ihr Erscheinen zugesagt, ferner werden her­vorragende Persönlichkeiten aus den Grenz- und be­setzten Gebieten an den Verhandlungen teilnehmen.

= Flugleistungen der Deutschen Luft-Hansa im ersten Halbjahr. Die Nug- und Beförderungsleistungen bei Deutschen Luft Hansa im ersten Halbjahr 1928 Haber gegenüber dem gleichen Zeitraum des Voriahres e,m Steiaeruna erfahren. Es wurden befördert: Pass agier« 46 W1 (39 L)/Gepäck 357 522 (331 443) Kg. Frach 471 984 (276 368) Kg., Post und Zeitungen 185 064 (138 034) Kg. Die Zahl der geflogenen Kilometer .-a eine Steigerung von 3 800000 Km. im ersten Halb Mi 1927 auf 4 700 000 Km. im ersten Halbjahr 1928 erfah­ren. Die Zunahme der Flugkilometer ergibt sich in bei Hauptsache aus der in diesem Jahr getrogenen Reuemi richtung einer Anzahl durchgehender Erpreßstrecken während im übrigen die Ausdehnung des Streckennetzei der Deutschen Luft-Hansa ungefähr die gleiche geblieoei ist wie im Vorjahre. Die Frequenz auf den D-Strecke, ist als gut zu bezeichnen und die kommenden Jahr, dürften bei diesen D-Strecken, denen man eine gewiß, Anlaufzeit zubilligen muß, besonders günstige Labe. Ziffern bringen. Beachtung verdient, wie die Verwal. hing erklärt, in der Halbjahresstatistik, daß die Leistungs. Mer in der Luftfrachtenbeförderung um annähernd 8k Prozent geftiegen ist. Die Einrichtung von Speu.ab frachtstrecken und das Flugeis enbahngu terabt ommer vom 1. Oktober 1927 haben hierzu wesentlich beigetragen

--- Restaurattonswagen in beschleunigten Personen- S-gen. Die Reichsbahndirektion Dresden hat in ver- iedenen beschleunigten Personenzügen D-Zug-Wagen 3 Klasse eingestellt, bereit letztes Abteil in eine Küche umgemanbett worben ist. Vorläufig fahren biefe neuen Restaurationswagen von Leipzig nach Dresden und von Dresden nach Bayern. Wenn sich die Probewagen währen, werden nach und nach auch die anderen schleunigten Personenzüge damit ausgerüstet.

I bisherige Gesellenpräses in Essen, Heinr. Wbrod in die | Verbandsleitung ein.

Das heilige Recht.

Roman von Emil Frank.

40] ---------

Wenn es nur möglich wäre, den alten Pächter zur Aufgabe feiner Rachepläne zu veranlassen! Das Auf­finden der Enkelin konnte ihn weich und nachgiebig ge­stimmt haben. Ader was wäre damit gewonnen? Axel muhte die Wahrheit erfahren. Das war aller Weisheit letzter Schluß. Und erst nach einer eingehenden Aus­sprache mit Axel konnte er entscheiden, was zu geschehen hatte.

Es blieb ihm also nichts anderes übrig, als unver­züglich nach Stockholm zu reifen. Könnte er doch die dunklen Wetterwolken scheuchen, die an Jngeborgs Le­benshimmel dräuend aufstiegen! Dann dürfte er selbst wieder auf das Glück hoffen.

Bengt Sjöberg las stirnrunzelnd Frau Gyllenborgs Brief. Der Teufel mußte diesen alten Narren gerade jetzt nach Stockholm geführt haben! Nun war das schöne Geld, das er Frau Karla gegeben hatte, nutzlos vertan. Denn wenn der alte Larsson feine Enkelin zu sich nehmen wollte, konnte ihn kein Mensch daran hin­dern.

Haha, war es denn so sicher, daß der Alte sie zu sich nahm? Man brauchte ihm ja nur die betrübliche Tatsache vorzuhalten, daß Dagmar der Hehlerei beschul­digt worden war, so würde der Narr bei feinem über­spannten Ehrgefühl wie ein Pulverfaß in die Luft fah­ren und Stockholm und feiner schönen Enkelin ohne weiteres den Rücken kehren.

Wenn er es nun nicht tat!

O, die Sache mußte ganz schlau eingefädelt werden! Nur von Lars Larsson drohte ihm Gefahr. Er allein wußte, wer ihn zum Morde an Olaf Dahlgren ange- ftiftet hatte. Der Mann durfte also unter keinen Um­ständen gereizt werden, damit er nicht Dinge erzählte, die zum wenigsten sehr peinlich wenn nicht gar gefährlich werden konnten.

Schade, daß an diesen dalekarlischen Querkopf so schwer heranzukommen war! Denn in diesen letzten

zwanzig Jahren war er höchstwahrscheinlich noch wun­derlicher geworden. Das bewies ja jener Brief, den er an ihn vor einigen Wochen geschrieben hatte.

Wie also sollte er Lars Larsson behandeln?

Mit einer kleinen Komödie konnte er es immerhin versuchen: Er hatte um der alten Beziehungen willen Mitleid mit der armen Dagmar gehabt und sie aus dem Sumpfe befreit, in dem sie zu versinken drohte.

Wie er Larsson kannte, mußte das unbedingt auf ihn Eindruck machen. Um nun ganz sicher zu gehen, mußte er vorher mit Frau Gyllenborg sprechen. Gegen eine hohe Belohnung tat sie alles, was er wollte.

Sjöberg schaute nach der Uhr. Die Zeit drängte. Es mühte doch wunderlich zugehen, wenn es ihm im Verein mit der schlauen Wirtsfrau nicht möglich wäre, den alten Mann zu überlisten!

Schon stand er zum Ausgang bereit im Ausgange der Tür, da erschien Axel mit einem Stapel Akten.

Du willst ausgehen, Onkel Bengt? Schade, ich hätte gerne mit dir einige wichtige Dinge besprochen."

Leider ist das im Augenblicke nicht möglich.^

Vielleicht könnte ich dich eine Strecke Weges begleiten und dir auseinanderfetzen, worum es sich handelt. Die Entscheidung drängt."

Ach, Unsinn, auf ein Stündchen kommt es sicher nicht an, und bis dahin komme ich bestimmt zurück. Auf Wiedersehen, lieber Axel!" Ohne eine Antwort abzu­warten, eilte Bengt Sjöberg hinaus.

Axel schaute ihm kopfschüttelnd nach. Diese Eile war einigermaßen verdächtig! Was mochte der alte Fuchs nur haben? Gedanken verschiedenster Art wirbelten durch Axels Kopf. Alle waren von tiefstem Mißttauen gegen Sjöberg erfüllt. Seit er ihm Dagmars traurige Geschichte erzählt hatte, konnte er den Verdacht gegen Onkel Bengt nicht los werden, daß er etwas Besonderes im Schilde führe.

Kurz entschlossen sprang er auf: Warum soll ich mich mit Vermutungen quälen? Es kann doch gar nicht fo schwer fein, mir Gewißheit zu verschaffen!

Schon nahm er Hut und Mantel und stürmte hinaus. An der nächsten Straßenecke sah er Sjöbergs Auto da­vonfahren. Zum Glück erwischte er sofort einen Kraft­

wagen. Bengt Sjöberg fuhr nicht allzuschnell, es war nicht schwer ihm zu folgen. Und doch verlor sich der Wagen im Gassengewinkel der Altstadt, und es be­durfte eines gewissen Scharftinns, um ihn wieder aus­findig zu machen.

Sjöbergs Auto hielt vor der Wirtschaft zum Rauten­kranz. Axel sah mit großem Erstaunen, daß er in der alten Spelunke verschwand. Als er sinnend bas Firma­schild betrachtete, stieß er einen leisen Schrei aus. Zum Rautenkranz"! Und hier war Dagmar kurze Zeit als Kellnerin beschäftigt gewesen. Bengt hatte sie von ihrer Qual erlöst. Heute aber besuchte er die Spelunke wieder! Das mußte etwas zu bedeuten haben!

Das Mißtrauen gegen den Mann, der ihm niemals sympathisch gewesen, wurde immer stärker. Wenn es nun mehr als ein Zufall gewesen wäre, daß er Dagmar in diesem Hause entdeckt hatte

Bevor Axel noch eine Antwort auf diese Frage fand, berührte ein älterer Herr in unscheinbarem Regenmantel seinen Arm und fragte leise:Sind Sie Herr Axel Dahl­gren?"

Als der Gefragte ihn verwundert musterte, zog der Fremde eine Erkennungsmarke hervor. Was, ein Be­amter der Kriminalpolizei sprach mit ihm? Was in aller Welt mochte der von ihm wollen?

So leise und unauffällig wie vorhin fragte Gladjen er war der Beamtewürden Sie mir eine kurze Aussprache gewähren, Herr Dahlgren? Vielleicht fetzen wir uns in jene Kaffeestube. Dort sind wir um diese Zeit gänzlich ungestört und können doch denRauten­kranz" im Auge behalten."

Axel verstand zwar durchaus nicht, was der Beamte von ihm wollte. Aber er hatte die Gewißheit, daß fein Interesse durchaus freundlich war. Darum folgte er ihm wortlos. Bald faßen sie einander an einem kleinen Tisch gegenüber. Sie waren allein.

Gladjen fing an:Ich hätte Sie nicht angesprochen, wüßte ich nicht, daß Sie an Fräulein Dagmar Hjelmar ein großes Interesse nehmen o, Sie brauchen sich durchaus nicht zu entschuldigen! Ich bin genau orien­tiert! Ist es Ihnen bekannt, daß Fräulein Dagmar Hjelmar wegen des Verdachts der Hehlerei in Unter­suchungshaft faß?"

Ich habe es von Herrn Sjöberg erfahren."

Dann wird er Ihnen mitgeteilt haben, daß wir sie wegen Mangel an Beweisen entlassen mußten."

Axel nickte mißtrauisch. Wollte der Beamte ihn etwa nur aushorchen? Hatte er diesen schändlichen Verdacht gegen Dagmar noch immer nicht aufgegeben?

Lächelnd berührte Gladjen seinen Arm:Ich glaube Ihre Gedanken genau erraten zu können, Herr Dahl- gren! Also feien Sie ganz unbesorgt: Ich bin von Fräulein Hselmars Unschuld vollkommen überzeugt."

Gott fei Dank!" jubelte Axel auf.

5m Gegenteil bin ich der Meinung, daß man das arme Mädchen in diese verzweifelte Lage gebracht hat."

Wieder unterbrach ihn Axel heftig:Wer konnte etwas so Schändliches getan haben?"

Gladjen zuckte die Achseln:Darüber habe ich wohl Vermutungen, doch kann ich Ihnen darüber noch nichts sagen. Also hären Sie mich ganz ruhig an! Als mir Fräulein Hjelmar entließen, mußten wir sie schon aus dem Grunde beobachten, um möglicherweise auf die Fährte der Diebin zu kommen. Da ich den Fall be­arbeitet hatte, übernahm ich auch die weitere lieber- wachung. Ich war nun nicht wenig erstaunt, als Fräu­lein Hjelmar bei Frau Gyllenborg Zuflucht suchte."

Ist das die Wirtin zumRautenkranz"?"

Erraten! Für einen Augenblick hätte das meinen Glauben an die Unschuld des Mädchens beinahe er- schüttert. Bald aber mußte ich die Grundlosigkeit mei­nes Mißtrauens endgültig einsehen. In, allen möglichen Verkleidungen besuchte ich denRautenkranz", und ich muh Ihnen offen bekennen, ich hatte mit dem armen Mädchen das tiefste Mitleid, denn sie hat in der Kneipe ein wahres Martyrium durchgemacht. Das erschien mir umso merkwürdiger, als Frau Gyllenborg eine sehr tüchtige Wirtin ist und sonst schöne Kellnerinnen mit der größten Freundlichkeit behandelt. Während Herr Sjöberg mit der Wirtin verhandelte, stand ich am Schenk- tisch und habe manche Beobachtungen gemacht. Erst glaubte ich, Herr Sjöberg hätte ein nun, sagen wir menschliches Interesse an dem schönen Mädchen. Dazu stand aber im Widerspruch, daß er es in sein Haus nahm. ImRautenkranz" wäre ein Verkehr mit ihm viel unauffälliger gewesen. (Forts, folgt.)