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Nr. 174.

Sonntag, 29. Juli 1928

xoeye zu einem Ausgieicy uno einer ;= ' < «»« «n«uä

Verständigung mit der framöfitoen Reaieruna ui baiffuf angelegt haben, besondere Schwierig- °us amtliche Verfolgung gestellt.

kommen. In diplomattscken Kreften wird wte^das 8“ ’SA' $ie ftanzösischen Regierungs- * Ministerialdirektor v. Kamele in den einst-

Vlatt weit-i- ^EU'^n^eiMl wiro, wie oas stellen in Paris waren über die Angelegenheit welligen Ruhestand verfehl. Wie der Reichsan,zei-

mcn dab mm ™ n"11* WmuntOctt angenom- garnicht informiert. Der „Vorwärts" weist dann fier mitteilt, wurde der ' Ministerialdirektor 3(m II .’ "0 «man am Puai b 8“ einer Ent- auf die diplomatischen Schritte hin, die in der Reichsministerium des Innern v. Kameke in den

styeivung kommen wird, die keine Belastung der französischen Hauptstadt zu einer schnelleren Bei- I einstweiligen Ruhestand versetzt.

Zum Kulturkampf in Rußland

mgen.

Amerika Wetzt mit kern neuen China Vertrag

Der neue amerikanisch-chinesische Zolltarifverlrag unterzeichnet.

Die kentichnationalen Angestellten;nm Fall Lambach

Rabeals Verfasser gezeichneter Artikel erschienen,

I der sich mit dem (nach der Behauptung des Ver- I fasfers) gefährlichen Zustande eines Gleisteiles be-

* Nachspiel zum Münchener Eisenbahnunglück. In . einer der letzten Ausgaben der „Süddeutschen Sonntagspost" in München war ein mit Karl

Um die Verkehrssicherheit.

Besprechungen von Milgliedern der Reichstags* fraklionen mit dem Reichsverkehrsminister.

Es ist von verschiedenen Seiten dem Wunsche Ausdruck gegeben worden, aus Anlaß der bedauer. lrchen Eisenbahnunfälle der letzten Zeit den Reichs- eifenbahnrat zusammenzuberufen. Hierbei wird die Stellung des Reichseisenbahnrates verkannt. Der Reichseisenbahnrat ist lediglich ein Organ des Rei­ches für Tarif- und Verkehrsfragen; er hat nicht die Aufgabe, sich mit Betriebsangelegenheiten zu befassen. Nach diesen Gesichtspunkten ist auch die Auswahl der Mitglieder des Reichseisenbahnrates

scheidung kommen wird, die keine Belastung der Locarnopolitik bedeutet.

= Berlin, 28. 7. (Eig. Funkm). Wie die B. Z. meldet, dürste, sobald Mitteilungen des Rhein­landkommissars über seine Nachprüfungen der Aus- -ieserungsangelegenheit vorliegen, ein offizieller deutscher Schritt in Paris erfolgen, um auf diplo- natischem Wege zu einem Ausgleich und einer

nehmen, Die Abwehr hat zwar eingesetzt, aber die Position ist nicht stark. Nicht zuletzt dürfte es auch der Mangel an Geldmitteln sein, wodurch die gläubigen Volksteile behindert werden. Will man Kurse abhalten, Bibliotheken eimichten, gün­stige Gelegenheiten schaffen, um dem bolschewisti* schen Treiben entgegenzuwirken, so braucht man an­sehnliche Summen, die bei dem Wirtschaftssystem in Rußland nicht ohne weiteres zu beschaffen sind.

| getroffen. Die Ueberwachung der Betriebssicherheit I der deutschen Eisenbahnen und des allgemeinen Verkehrs obliegt dem Reichsverkehrsminister Die. ser hat gemäß dieser seiner Befugnis eine Anzahl von Mitgliedern des Deutschen Reichstages, die die Fraktionen bestimmt haben, auf den 1. August zu einer Besprechung eingeladen.

spräche. Man fühlt sich in der Zentralregierung beunruhigt und sinnt auf geeignete Mittel, um TfentfrMrtnh I vom kommunistischen Standpunkt aus ge- sten Jahren I Hf1’ möglichst bald und gründlich abzu- ij’Ciy vTt.

Hilfe von außen ist erst recht nicht zu erwar­ten, da bekanntlich dir russischen Machthaber jede Bewegung beobachten und sofort unbarmherzig ein* greifen, wenn sie sich in der Durchführung chrer bolschewistischen Maximen beeinträchtigt glauben. Auch noch so gewaltige Protestkundgebungen im Aus­land vermögen keinen Einfluß auszuüben, da sich die Sowjetleute im Gefühl ihrer unumschränkten Herr­schaftsgewalt um nichts kümmern. Genau wie sie sich in poliftscher und wirtschaftlicher Beziehung abkap- sein, wollen sie sich auch bei ihren kirchenfemd- lichen Plänen nicht in die Karten schauen lassen. Daher kommt es auch, daß nur selten ungeschminkte Wahrheiten über die Grenze dringen können. Die christliche Welt außerhalb des russischen Reiches muß untätig zusehen, wie fanatische Eottesleug- ner am Werk sind, das Heiligste, was Menschen besitzen können, zu vernichten. Doch auch in Ruß- land wird der Tag kommm, an dem es ein böses Erwachen geben wird.

Bei den Gewaltmaßnahmen, welche in Ruß- land auch in geistigen, religiösen Angelegenheiten

Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen: „Die Welt im Bild" und „Buchenblätter" Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruck-rei in Fulda. Fernsprecher Nr. 9.

Monatlicher Bezugspreis 1,80 Mk. >•

xer neue Zolltarifvertrag zwischen den Ver- eimgten Staaten und China wurde am 25. Juli in Peking unterzeichnet Der Vertrag ge­wahrt China oolleAutonomiein allen Fra- ZE-irifspolitik. Er tritt am 1. Januar ,-9 ltl Kraft, falls er bis dahin von beiden Re­gierungen ratifiziert worden ist.

bahngefellschaften und den Eisenbahnergewerk­schaften wurde ein provisorisches Abkommen für die Dauer von zwölf Monaten getroffen, wonach

13. August ab alle Löhne und Gehälter ein­schließlich derjenigen der Direktoren und Geschäfts- führer um 2/4 Prozent herabgesetzt wer- den.

* Die englische Finanzvorlage vom Unterhaus angenommen. Das Unterhaus lehnte mit 249 gegen 84 Stimmen den Antrag der Arbeiterpartei auf Verwerfung der Finanzvorlage ab. Die Vor­lage wurde schließlich in dritter Lesung angenom­men.

* Konferenz über die hedschasbahn. Aus Je. rusalem wird gemeldet: Eine internationale Kon­ferenz über die Hedschasbahn ist am 26. in Hafia eröffnet worden. Die britischen und die französi­schen Vertreter in Hedschas nehmen an der Kon­ferenz teil.

* Die Regierung koroselsch gebikdel. Aus Bel­grad wird gemeldet: Dem Führer der Volkspartei Korosetsch, ist es gelungen, die Regierung zu bil­den, und Mar mit den Vertretern der bisherigen Mehrheitsgruppen, d. h. der Radikalen, der De- mokraten, der Slovenischen Volkspartei und her Muselmanen. Die neuen Minister leisteten den Eid.

„D., A. Z." und „Vorwärts" kommen noch ein­mal auf das Auslieserungsbegehren der stanzö- sischen Behörden zurück. Das erstgenannte Blatt knüpft an eine Protestkundgebung des Deutschen Offiziersbundes folgende Be­merkung an:

Der Deutsche Offiziersbund geht bei dieser Kund­gebung von der Meldung aus, daß die Reichsregie­rung beschlossen habe, dem Auslieferungsbegchren Folge zu leisten. Davon kann aber, wie wir zuver- lassig erfahren, gar keine Rede feilt. Allerdings fdjemt die Rechtslage für die französische Auf­fassung günstig zu liegen. Eine Auslieferung darf jedoch — mag die Rechtslage fein, wie sie will — unter feinen Umständen in Frage kommen. Die Reichsregierung wird daher alles aufbieten müs­sen, um eine Lösung dieser Affäre zu erreichen.

Der „Vorwärts" mißt der Angelegenheit nicht die Bedeutung bei, die ihr besonders von rechts­stehenden Organen gegeben worden ist. Das Blatt teilt mit, daß in Koblenz bereits seit längerer Zett über den Fall verhandelt worden sei und eine für beide Teile durchaus befriedigende Lösung un­mittelbar bevorgestanden habe, als die Tatsache der französischen Forderung in sensationeller Auf­machung mitgeteilt worden sei. Das Blatt schreibt dann weiter: Im vorliegenden Falle, der einen

Ziel ist, diese Schmierigkeiten mit der Pattei und zum Nutzen der Pattei, nicht aber in einer anderen Partei gegen die Deutsche Volkspartei zu überwinden Und das hat Zeit, bis Dr. Stresemann sich, hoffentlich recht gut, erholt hat."

Die „Nationalliberale Korrespondenz" betont erläuternd, daß der unbefriedigende Wahlausfall selbstverständlich zu Besprechungen der ver­antwortlichen Partei-Instanzen führen werde, aber in versöhnlichem Geiste.

Man baut vor.

Der Ruf nach einer kleinen, starken Rechten.

In der deutschnationalen Volkspartei schein» man mit der unbedingten Gewißheit zu rechnen, daß bei der nächsten Wahl noch größere Scharen von Wählern davonlaufen werden, als dies im Mai dieses Jahres der Fall war. Hätte man an­dere Erwartungen, so liehen sich die Ausführun­gen, welche Abgeordneter von Freytagh-Lo. ringhoven im „Tag" machte, nicht erklären. Freytagh-Loringhoven gehört bekanntlich zu der extremen Rechtsgruppe im deutschnationalen La­ger und hat sich schon mehrfach durch überspitzte Beweisführungen als ein Mann der starken Faust zu präsentieren versucht. Sein Artikel im „Tag" wird wohl selbst bei seinen eigenen Freunden ei­nige Verwunderung Hervorrufen. Im einzelnen führt Freytagh-Loringhoven aus, daß eine Ver­schmelzung — an die übrigens kein Mensch ernst­lich denkt — der Deutschnationalen Volkspartei mit der Deutschen Volkspartei, der Bayerischen Volks­partei, der Wirtschaftspartei, dem christlich-natio­nalen Bauernbund, den rechtsstehenden Splitter­parteien, ein frommer Wunsch sei, der jedoch nicht in Erfüllung gehen werde. Weiter heißt es dann in dem Artikel wörtlich:

„Die Freiheit und die innere Wiedergeburt können uns nur große weltpolitische Umwälzun­gen bringen, die unabhängig von uns eintreten werden."

Bei der Mentalität des Verfassers bedeutet die­ser Satz eine finstere Spekulation auf den Eintritt gewaltiger kriegerischer Ereignisse. Abgeordneter Freytagh-Loringhoven will also lieber einen grau­samen Krieg, durch den ganze Völker vernichtet würden, in Kauf nehmen, als zugestehen, daß auf dem Wege friedlicher Entwicklung, auf der Bahn des Ausgleich widerstreitender Interessen, der W e- deraufstieg des deutschen Vaterlandes vollzoger werden kann. Ist die Gelegenheit da, dann darf sie nicht versäumt werden, meint der Verfasser. Di

Ein deutscher Schritt in Paris?

Das Kuslieferungsbegehren.

Die Landesverbandsleitung der Deutschnatto- nalen Volkspartei Potsdam 2 veröffentlicht eine Erklärung über den Fall Lambach, in der es heißt:

„lieber die Tatsache der Veröffentlichung des Brie­fes, den das Parteimitglied Direktor Dr. L e j e u n e • Jung, Mitglied des Reichstags, als bisheriger Vor­sitzender der Ortsgruppe ftalensee an den Landesver­bandsvorsitzenden hinsichtlich feiner Amtsniederlegung mit völlig tendenziöser Begründung gerichtet hat, ist eine Beschwerde an den Herrn Parteivorsitzenden ge­richtet. Eine Disziplinlosigkeit wird nicht gebessert durch eine zweite."

Der deutsch-volksparteiliche Reichstags­abgeordnete Otto Thiel tritt in einem Briefe an die Reichsgeschäftsstelle seiner Partei Meldun­gen entgegen, wonach er im Zusammenhang mit dem Fall Lambach als Mtführer der Deutschna­tionalen Handlungsgehilfen Schritte innerhalb der Volkspartei unternommen habe. Thiel erklärt:

„Ich würde es als eine Gemeinheit anfeben, aus­gerechnet zu derselben Zeit, in der sich unser Parteifüh­rer in seinem wohlverdienten Erholungsurlaub befin­det, eine Patteikrrse anzuzetteln. lieber gewi 'se S o r g e n, die mich und die in der Deutschen Dolkspar- tei vertretenen Arbeitnchmer bedrücken, habe ich schon lange, bevor es einen Fall Lambach gab, Herrn Dr. Stresemann in lovalster SKUHe mifaeffärt Mein

Die Führung des hannoverschen Ange­stelltenausschusses der Deutschnationalen Volkspar­tei, der von der örtlichen Parteileitung aufgelöst worden ist, warnt aus Anlaß der Ausschließung Lambachs aus der Partei alle Anhänger Lam­bachs unter Hinweis darauf, daß der Spruch des Landesausschusses Potsdam 2 nicht endgültig ist, davor, übereilte Schritte zu unternehmen, und er­läßt eine Erklärung, in der es heißt:

„Mt größter Sorge um die Zukunft der Deutschnationalen Volkspartei wird der endgülti­gen Entscheidung des obersten Parteigerichts ent- gegengesehen. Die hannoverschen Angestellten fürchten, daß dieser unabänderlich letzte Spruch zwar die Aufhebung des Ausschlusses Lambachs bringe, ab,er nach Form und Inhalt nur für b l e Gruppe Hugenberg, nicht aber für Lam­bach und feine Anhänger tragbar fein wird. Mne Wiederholung der Rücksichtnahme auf den sozialreaktionären Hugenbergflü- g e l durch das Parteigericht würde von der über­wältigenden Mehrheit der Angestellten als Ver­zicht der Partei betrachtet, noch als Volkspartei ge­wertet und geachtet zu werden."

wto. London, 23. Juli. (Eig. Funkm.) „Ti- wes berichtet aus Peking, der am Mittwoch un- terzeiÄnete amerikanisch-chinesische Vertrag ift völlig im Geheimen zustande gekommen. Der nationalistische Finanzminister hatte bereits mit Beglaubigungsschreiben Nanking verlassen und fand den amerikanischen Gesandten bereits auf bestimm­ter Grundlage zu verhandeln. Die Vereinigten Staaten wollten die ersten fein, die die nationali­stische Regierung anerkennen und haben durch die Unterzeichnung dieses Vertrages einen Erfolg davongetragen, während andere Mächte den Un­willen der 400 Millionen Einwohner Chinas er­regt haben, weil sie wegen ihrer bedrohten Vor­rechte Einspruch erhoben.

*

28‘ 3uli. (Eig. Funkm.) „He- rald Tribüne bemerkt anläßlich der Unterzeich- nung des Vertrages zwischen Amerika und China, daß dieser Schritt die Haltung der an* beren Machte beeinflussen müsse, denn er ver­wandele die u,n°bf>ängigfeit Ef)inas aus einem schattenhchlen Begriff in eine vielver - sprechende Wirklichkeit.

Die Europareise KeHoggs.

In einer Meldung der „Associated Preß" aus Washington über die französische Einladung an Staatssekretär Kellogg, zur Unterzeichnung des Kriegsächtungspaktes nach Paris zu kommen, heißt es:

Wahrscheinlich wird Frau Kellogg ihren Gatten Nach Paris begleiten. Staatssekretär Kellogg hat bereits beschlossen, mit dem ersten nach der Unter­zeichnung des Vertrages verfügbaren Dampfer nach Amerika zurückzureisen. Der Staatssekretär beabsichtigt nicht, feine Europareife zu informellen Besprechungen mit den verschiedenen Ministern des Aeußeren über die Amerika angehenden Fragen auszunutzen. Vom Staatsdepartement wurde er­klärt, der einzige Zweck der Reise Kelloggs sei die Unterzeichnung des A n t i k r i e g s p a k-

wtb. London, 28. Juli. (Eig. Funkm.). „Daily Herald" bezeichnet das Geschrei der tschechoslovaki- schen und französischen Presse anläßlich der deutsch- österreichischen Anschlußbegeisterung als „f ' dumm und sehr absurd" und bemerkt- Der I tv"V.,.luuPlluW.e, Regierung m ouosrcm

Himmel mag wissen, weshalb in einem Europa, empftmden 'dcm ^die^brett^Mattendes Wittes Ins"

das behauptet, feine Landkarte in Uebereinftim- ^ond^re die

mung mit dem Nationalitätenrecht und ?ere§ bm m.a S gL «

dem Grundsatz der Selbstbestimmung umgebildet JE? S .1 & JW. r*T

zu haben, der österreichischen Regierung nicht ge- I rttk ’ Wie e$ ENchewisttschen Prinzip ent* Hattet fein soll, sich den Reichsdeutschen anzuschlie- 1 ™an WHt M ien. Nach Ansicht des Blattes wird sich der An» chluß selbstverständlich vollziehen. 2

und Oesterreich werden sich in den nächsten Jahren in jeder Hinsicht außer dem Namen nach verei-

saßt, den der Schnellzug Berlin—München täglich zu passieren habe. Am Schluß des Artikels war ausgeführt, es sei zu befürchten, daß ein Straf­mandat wegen unbefugten Betretens des Eisen- bahnkörpers die Folge sein würde, wenn jemand politischen Anstrich hat, muß natürlich ein Aus- 2.°" ber Eisenbahndirektion nach dieser gefährlichen

weg gefunden werden. fragen würde. Die Reichsbahndirektion

Es man fein, daß einige französisch e I f?h in dieser Darstellung einen Dorwurf

Herren in Koblenz, die ein Interesse daran lcharfster Pflichtverletzung ihr gegenüber und hat, fiaben, eine frühere Räumung zu verhindern und I tplc einer Mitteilung der Reichsbahndirektion zu die deutsch-französischen Beziehungen zu trüben, I entnehmen ist, dieserhalb Strafantrag und Antrag

lande erstreben. Staatssekretär Kellogg beabsich­tige jedoch nicht, an derartigen Erörterungen teilzunehmen.

polnische Note an den Völkerbund.

Als Antwort auf die letzte Note des litau­ischen Ministerpräsidenten Woldemaras, die e:ne Untersuchung der Verhältnisse an der polnisch-li­tauischen Grenze fordert, hat der ständige polnische Vertreter beim Völkerbund, Sokal, heute abend im Generalsekretariat eine Note überreicht. Na­mens seiner Regierung erklärt er darin, daß Sie jährlichen Truppenübungen im Wilna-Gebiet die­ses Jahr Nicht im August, sondern im September, und zwar in der Gegend von Oszmiano-Iwie, stattfinden werden, also, wie er hinzufügt, viel weiter von der litauischen Grenze entfernt als im Vorjahr. Durch diesen Umstand sei klar erwiesen, ,chaß die Unterstellungen der litauischen Regierung vollkommen grundlos sind."

Die Note betont in sehr entschiedener Sprache das Recht der polnischen Regierung zur Vornahme von militärischen Hebungen auf ihrem Gebiet und stellt fest, daß die anhaftende litauische Taktik, mit der unter Berufung auf unbestätigte Pressemel­dungen Polen kriegerische Absichten unterstellt werden, einen ernsten Mißbrauch darstelle, der vom Völkerbund nicht geduldet werden könne. Die Note gibt die feierliche Zusicherung, daß die polnische Regierung die Aufrechterhaltung friebli- + ^äfthungen mit Litauen wünsche und pro­testiert gegen die von der litauischen Regierung angewandte Metbode, die darauf abziele, eine At­mosphäre der Unsicherheit zu schaffen und vor der Weltmeinung die Verantwortung der litauischen Regierung an dem Scheitern der Verhandlungen mit Polen zu verschleiern.

„Aus Rußland kommen Meldungen, die geeignet , angewandt zu werden pflegen, dürfte es den christ- sebr I M 9eJaTntc AMlche Volk aufhorchen zu | lichen Organisationen nicht leicht fallen, den Kampf Der I IaÜeTL, kommunistische Regierung in Moskau < gegen die Eottesfeinde mit großem Erfolg aufzu*

FuldaerZerturr

Anzeiger für die Stadl Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblakk.

Die Agitationsabteilung des Zenttalkomttees der russischen kommunistischen Partei mußte in Funk- tton treten. Die erhielt den Auftrag, die Propa- Snda zur Vernichtung des Gottesglaubens wir- ngsvoller als bisher auszugestalten. Der „reli­giösen Gefahr" wird nun schärfste Fehde angesagt. Man hält es für unerläßlich, dem Volk die materia­listische, gottlose Weltanschauung beizubringen. In

Kellogg gedenke nicht, von diesem Programm I &Ä* L

MtamSm “m. “ AS""dnn,en beste Mistet jur Entchrlstllchung steh, mmt in

nUnntSi beiläufige Besprechungen gionsfemdlichen Filmen, mit denen die Masse

internationaler Fragen hinausgehen die naturge- jetzt gefüttert werden soll. Da man wohl kaum

^Zusammenkunft von Auhenrmnlstern allzugroße Hoffnungen hctt, die Erwachsenen zu

so vieler wichtiger Lander in einer Stadt stattfin- Atheisten bekehren zu können, soll auf die Jugend ein

den werden. Ausdrücklich wurde im Staatsdepar- ganz besonderes Augenmerk gerichtet werden. Stirbt

tement erklärt, Kellogg werde in Paris nicht die die jetzige Generation aus, so soll der Nachwuchs

Schuld en frage erörtern. Meldungen aus euro- als vollkommen ausgebildetes „gottloses Geschlecht"

päischen Hauptstädten hätte« angedeutet, einige der dastehen.

Außenminister, besonders Dr. Stresemann, dürften eine Erweiterung der Unterzeichnungszeremonie zu einer allgemeinen informellen Erörterung von Fragen, wie der Reparationsfrage und der Frage der Zurückziehung der Truppen aus dem S^ein«

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französischen Hauptstadt zu einer schnelleren Bei- I einstweiligen Ruhestand versetzt.

legung dieses „maßlos aufgebauschten Zwischen* ' Die Entscheidung über die Eijenbahnkarifer- falTeS unternommen werden, und erflart: Auch Höhung. Das Reichsbahngericht, das entsprechend

auf französischer Seite sind, wenn bisher wir recht dem Wunsche der Reichsbahn und dem Beschluß unterrichtet sind, ähnliche diplomatische Bemühun- I des Reichskabinetts das endgültige Urteil über die gen im Gange. I von der Reichsbahn geforderte Tariferhöhung fäl-

• I len soll, wird laut „Voss. Ztg." Ende dieser Woche

Es ist {ebenfalls bezeichnend, daß die Ratio- I Nammentreten.

naliften in Frankreich und die NationalistM in I , ———————

Deutschland sich wieder einmal in die Hände ar- I . Herabsetzung der Löhne und Gehälter bei beiten. Das nennt man dann „nationale Ar- I &en englischen Eisenbahnen. Zwischen den Eisen- b e i t".

Die Knschluhbewegung