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Auch aus anderen Ländern, aus England, Ungarn, Schottland Irland, Polen, Holland, aus den Südameri- kanifchen Republiken werden Protestkundgebungen und Protestschreiben bekannt. Ueberall wird das Weltgewis­sen aufgerufen.

Kanadas Regierung schickte eine Protesterklä. rung nach Mexiko. Marcil, Mitglied des kanadischen Parlamentes, hat öffentich erklärt: „Kanada müsse sich aus Selbstachtung von Mexiko zurückziehen, solange die gegenwärtige Politik befolgt wird. Die Regierung Kanadas schuldet es der katholischen Bevölkerung ihres Landes und darüber hinaus allen, die an die bürgerlich« und religiöse Freiheit glauben, aller Welt kundzutun, dah sie in keiner Weise die Politik Mexikos gegen die Ka­tholiken billige." (Gorbach, S. 35).

Wo bleiben die christlichen Staaten, die Kanada folgen?

In der ersten Zeit der Präsidentschaft Obregons herrschte eine gewisse Ruhe. „Wer der Friede dauerte nicht lange. Die Erschießung eines Mitgliedes der „Katholischen Jugend" durch die Kirchenfeinde zu Morelia (Michoacan) am 12. Mai 1921 und das Dy­namitattentat auf die Basilika von G u d a l u p e, das Rationalhelligtum Mexikos, im November desselben Jah­res waren der Auftakt zu, neuen Stürmen gegen die Kirche." (68.) — 1922 beschränkte die Regierung des Bundesstaates Pucatan di« Zahl der Priester, die im Lande wirken durften, willkürlich auf sechs, später in- scheinend auf neun. — Im selben Jahre wurde das Hans der Nationalversammlung katholischer Arbeiter zu Mexiko von kommunistischen Arbeitern zerstört. — Auf die Re­sidenzen der Erzbischöfe von Mexiko und Guadalajara wurden Dynamitattentate verübt. — Die feierliche Grundsteinlegung des Christusdenkmals auf dem Cubi» letsberg im Jahre 1993, bei der sich über 70 000 Men­schen unter Führung von 14 Bischöfen einfanden, sollte der Anlaß sein, den Kirchenhaß wieder hell auflodern zu lassen. „Die Weihe nahm der Nuntius, Erzbischof Filippi, selbst vor. Nach der Feier, die von den örtlichen Verwal­tungsbehörden vergeblich durch Schikanen aller Art zu stören versucht worden war, behauptete die Regierung, daß bi« Veranstalter die Verfassung von 1917 verletzt hätten, die m Artikel 24 religiöse Handlungen nur inner­halb der Kultusgebäude gestattet. In Wirklichkeit fand die Kundgebung auf privatem Besitz innerhalb ein r Umzäunung statt. Die Bischöfe wurden verhaftet, der Nuntius ohne Gewährung einer Frist, die Kardinal Gas- parri zur Untersuchung des Falles telegraphisch erbeten hatte, ausgswiesen. Sofort nach dem Zwischenfall auf

dem Cubiletoberg begann die Regierung die Berfassung von 1917 gegen die Katholiken wieder anzuwenden." (68.)

„Die folgende Entwicklung der kirchen- politischen Verhältnisse der Jahre 1923 bis 1926 läßt sich nach Kenntnis dieser Kampfgesetze ganz kurz wie folgt zusammensetzen: Im Anfang begannen einzelne Bundesstaaten, seit 1925 die Zentralregierung selbst, die Kirchenparagraphen der Verfassung von 1917 mit rücksichtsloser Streng« und unter Anwendung einer satanischen Sophlftik überall durchzuführen. Nur ganz wenige Bundesstaaten, in denen die freimaurerisch- bol­schewistische Diktatur weniger Macht besitzt, sind bisher noch vom Schlimmsten verschont worden.

Ende Mai 1923 begann die Regierung von Du­rango die Sol)! der Priester auf 25 festzufetzen, die nur mit Erlaubnis des Statchalters chr Amt ausüben durften. Auf je 14 000 Katholiken wäre demnach in der Erzdiözese Durango e i n Priester zu zählen. Der Erz­bischof suchte vergebens das Inkrafttreten des Dekretes zu hindern und verbot schließlich allen Priestern, das staatliche Plazet einzuholen oder anziunshmen, unter Strafe der Suspension. Ferner ließ er alle Kirchen schließen, das Wlerheiligfte entfernen und jede Seelsorgs- arbeit einstellen, soweit es sich nicht um Hilfe bei Sterben- den handelte .... Einen Monat später machte der Staat Chihuhua denselben Versuch, indem er die Priesterzahl auf 65 festfetzte.... In der 100 000 Ka­tholiken zählenden Diözese Campeche wurde die Zahl der Pfarrer auf 25 beschränkt.

Das erste Wetterleuchten eines neuen Kulturkampfes war da." (69.) Vollends brach er aus unter Plutarco Elias Calles, ehemaliger Gouverneur und Kulturkämpfer in Sonora, der am 6. Juli 1924 als Obregons Nachfolger zum Präsidenten gewählt wurde. „In ihm ersteht ein zweiter Carranza, zäher, schlauer, brutaler noch als der erste, «in Mann, der in der Geschichte der ewig. Kirche als einer der größten Kirchenverfolger gedrandmarkt stohen wird." (Berghoff, S. 10.)

Mit ihm und seinem Vernichtungskampfe wollen mir uns nun beschäftigen.

Wer Ist Calles?

Ein Türke, ein Freimaurer, ein Freund der Ameri­kaner. Nacheinander war er Volksschullchrer, protestan- tischer Prediger, Sogialistenführer, General einer revo­lutionären Armee und jetzt ist er Präsident des Staates. Sein Landsmann Brigido Caro gibt in seinem Buche: „Der bolschewistische Diktator Mexikos" interessante Auf­schlüsse über das Vorleben Calles' bis zu feiner Prä­sidentschaft. Er sagt: „Väterlicherseits ein Türke, oder

Syrer vom Libanon, mütterlicherseits ein Socquj, verlief die Jugend Calles unter wechselvollen Ereignissen, ver­rät er doch schon damals einen Zug verwegenster Aden- teurerluft. Von seinem Vater ob seiner zahlreichen Hel­dentaten enterbt, führte er ein elendes, lasterhaftes Le­ben, bis es ihm gelang, mit seinen spärlichen Kenntnisien aus der Volksschule einen Posten als Lehrer zu erobern. Sein Benehmen diente nicht gerade zur sittlichen Förde- rung seiner Schüler. Doch gelang es ihm mit Hilfe seiner Verschlagenheit, die ihn nie im Stiche ließ, und mit Husr von üblen Manövern, allmählich hochzukommcn, bis er beim Ausbruch der Revolution von 1910 das Feld offen sah zu unbegrenztem Aufstieg. Doch da fiel er in die Hände seiner Feind«, und schon sollt« er erschossen wer­den, als einer seiner Freund« dazu kam und ihn durch sein Eintreten vor dem Tode rettete. Kurz darauf wurde er Munizipalbeamter seiner Heimat; da holte er sich aus einer Ansiedlung von Nordamerikanern in der Umgebung seinen alten Lebensretter heraus und ließ ihn mit noch drei anderen an einer Telegraphenstange aufhängen. Stundenlang belustigte «r sich an diesem schrecklichen Schauspiel.

Calles wurde später Gouverneur von Sonora. Als solcher setzte er sich zum Ziel, alle Priester aus dem Ge- biet von Sonora zu vertreiben und erreichte es. Dabei ging er so weit, sein« Verbrecherhand selbst an einige von ihnen zu legen. Sein alter Freund Obregon rief ihn an seine Seite, als er die Präsidentschaft Übernahm und übertrug ihm wichtige Geschäfte. Durch vollständig unerlaubte und verfassungswidrige Mittel gelang es ihm, Obregon auf seinem Posten abzulösen, indem er den ein­zigen Gegenkandidaten, General Flores, von der Bild- stäche verschwinden ließ. Weder seine Abstammung — salls die Behauptung Rigido Caros, Calles sei türkischer Abstammung, zutrisst — noch [ein Verhalten, noch die Sympathien im Volke berechtigen Calles, den Posten ein- zunehmen, den er inne hat. Worauf er sich stützt, ist allein brutale Gewalt und die Unterstützung auswärtiger Mächte, die er nichtsdestoweniger insgesamt verabscheut, um so mehr und insoweit als sie den Titel „katholische Mächte" führen. Eine Schmach ist es für jede Nation, die Anspruch auf Zivilisation erhebt, mit diesem Ungeheuer und geschworenen Feind jeglicher Menschlichkeit herzliche oder freundschaftliche Beziehungen zu unterhalten. Bevor er den Präsidentenstuhl bestieg, bereift« er die Vereinig­ten Staaten und Europa, wo er überall seine Genossen, die russischen Bolschewisten, herzlichst begrüßte. Von chnen hat er gelernt, nach russischem Muster die Gesell- fchaft zu ruinieren." (Gorbach, S. 25.)

Waage und wage.

Nachdem die Reichsbehörden die Schreibung des Wortes „die Wage" mit zwei a angenommen und die übrigen deutschen Staaten ihnen darin zugestimmt haben, hat der preußische Kultusminister angeordnet, daß in den Schulen gestattet wird, das Wort Wage neben der bisher vorgeschriebenen Form mit einem a auch mit zwei a zu schreiben, namentlich bann, wenn in der Mehrzahl und in Zusammensetzungen Verwechslungen mit dem Worte „der Wagen"' möglich sind. Der Minister hat davon abgesehen, die Schreibung Wage mit einem a zu untersagen, da sonst auch Zusammensetzungen wie „wagerecht", .Magebalken" usw. mit zwei a geschrieben und Umstellungen in der Anordnung sämtlicher Nach­schlagewerke sowie Aenderungen in allen Schulbüchern vorgenommen werden müßten. Beide Schreibweisen sind daher als zulässig zu betrachten.

Wissenschaft und Forschung.

- Miigliedwechsil in der römisch-germanischen Kom­mission des Archäologischen Instituts. Nach einer Meldung aus Berlin hat das Mitglied der römisch-ger­manischen Kommission des Archäologischen Instituts des Deutschen Reichs Prof Dr. Georg Wolff-Frankfurt a. M. wegen feines vorgeschrittenen Alters fein Mandat niedergelegt. Auf Vorschlag des Direktors dieser Kom­mission und im Einverständnis mit der Zentraldirek­tion des Archäologischen Instituts hat der Stellvertreter des Reichsaußenministers den Unwersitätsprosesior Dr. Hermann Au bin-Gießen zu seinem Nachfolger er­nannt. _______

Landwirtschaftliches.

---- Dom landwirtschaftlichen Genossenschaftswesen. Nach der Statistik des Reichsverbandes der deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaften waren am 1. Juli 1928 vorhanden: 109 Zentralgenossenschaften, 20 619 Spar- und Darfehnsfaffen. 4659 Bezugs- und Absatzge- nossenschaften, 4334 Molkereigenossenschaften, 10 649 sonstige Genossenschaften, zusammen 40 270 landwirt­schaftlich« Genossenschaften. Die seit Beginn des Jahres zu beobachtende stetige Aufwärtsentwicklung im landwirtschaftlichen Genossenschaftswesen hat sich auch im Juni erneut fortgesetzt. Der Gesamtbestand steigerte sich um 22 Genossenschaften. Wiederum sind es die Mol­kereigenossenschaften und die Gruppe der „Sonstigen Genossenschaften", bei denen die Zahlen der Neugrlln- dungen die der Auflösungen überwiegen; die erstgenann­ten schneiden mit 18 und die letzteren mit 17 effektigen Neugründungen ab. Unter den neugegründeten „Son­stigen Genossenschaften" befmben sich u. a. 7 G e f l ü g e st zücht- und Eierverwertungsgenossenschos­te n und 5 Viehverwertungsgenossenschai- ten. Bei den Bezugs- und Absatz'genossenfchaften ist nur geringe Bewegung zu verzeichnen. 6 Neugründun- gen stehen 7 Auflösungen gegenüber. Die Spar- und Darlehnskassen bleiben mit 12 effektiven Abgängen wei­ter rückläufig.

von den Hochschulen.

— Der neue Dekan der Universität Frankfurt a. IN. Ms Dekan für das Amtsjahr 1928 wurden gewühlt von der Rechtswissenschaftlichen Fakultät Prof. Dr. Klausing, von der medizinischen Fakultät Prof. Dr. Bluntschli, von der philosophischen Fakultät Prof. Dr. Platzhoff, von der naturwissenschaftlichen Fakultät Prof. Dr. Linke, von der wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Fakultät Pros. Dr. Arndt.

— Bedeutsame Bereicherung der Universität Gießen. Aus der Jubiläumsspende in Höhe von 61 000 Mark, welche die Gießener Hochschulgesellschaft anläßlich ihres zehnjährigen Bestehens am Samstag der Universität Gießen überreichen ließ, ist für die Bereicherung der Universität bereits die Hälfte des Betrages fest bestimmt worden. Aus den Spenden des Buchdruckereibesitzers Richard Lange-Gießen und des Fabrikanten Ludwig Rinn in Gießen sind zwei Sammlungen unveröffentlich­ter griechischer Papyri erworben worden, die eine ganz außerordentliche Seltenheit auf diesem Gebiet darstel- len. Die Beisteuer der Landesversicherungsanstalt Hes­sen zu der Jubiläumst'ifttung soll für den weiteren Aus­bau der Lupusheilstäste in Gießen verfügbar bleiben. Die Gabe der Mannesmann-Röhrenwerke soll für den Neuausbau des Geologischen Instituts Verwendung fin­

den, während die Spende von Dr. Otto rtievmoun-Ber- lin dem juristischen Seminar der Landesuniversität zu­gute kommen soll. Von der Hochschulgesellschaft ist an­geregt worden, die andere Hälfte der Jubiläumsspende, und zwo- 30500 Mark, vorzugsweise zur Erfüllung ei- n e s größeren Zweckes, der der Landesuniversität beson­ders am Herzen liegt, zu verwenden. In diesem Zu­sammenhang ist empfohlen worben, mit diesen Mitteln, vorausgesetzt, daß auch der höfische Staat und die Not­gemeinschaft der deutschen Wissenschaft in entsprechender Weise beisteuern, ein Institut für hessische ßanbesfar- schung nach den Vorschlägen des Professors Dr. Aubin- Gießen zu errichten.________________

Deutschtum im Kurland.

akko Die deutschen Katholiken Brasilien« für Erhal­tung der deutschen Dornamen. Anläßlich der 13. Haupt- Versammlung der deutschen Katholiken in Serro Azul im Staate Rio Grande do Sul, die in vielfacher Hinsicht richtunggebende Beschlüsse abfaßte ober doch in vor­bildlicher Weise Anregungen gab, wurde auch die Frage

Musik und Kesang.

= Intendant Legal wird Leiter der Berliner kroll- oper. Einer Berliner Meldung zufolge hat Otto Klem- tors zu entbinden, damit er sich ausschließlich (einen perer ersucht, ihn von den Geschäften des Operndirek­tors zu entbinden damit er sich ausschließlich seinen mu­sikalischen Ausgaben als Generalmusikdirektor widmen könne. Dem Ersuchen ist stattgegeben worden. An Klemperers Stell« wurde Ernst Legal vorn Staatsthea­ter in Kassel mit der geschäftlichen Leitung der Oper beauftragt.

Gewerkschaftliches.

Eine wesentliche Lücke irn Belriebsrälegeseh.

Der Jahresbericht des badischen Gewerbeaussichtsamts macht auf eine Sinn und Zweck des Betriebsrätegefetzes gefährdende Lücke im Betriebsrätegesetz aufmerksam. Es feien immer wieder fast dieselben Betriebe, in denen ein Betriebsrat nicht zustande kommt. Als Grund wird die Angst vor der Uebernahme dieses verantwortlichen Amtes und die damit verbundenen Gefahren für die eigene Exi­stenz angegeben. In diesem Zusammenhang sagt der Bericht:

„Es befindet sich eine schwache Stelle im VRG., die dem weiteren Vordringen des Betriebsrätewesens im Wege steht. Immer öfter lassen nämlich Arbeitnehmer, und zwar frühere Betriebsräte, durchblicken, daß sie mit Rücksicht auf die Sicherheit ihrer Stel­lung im Betriebe lieber kein Amt als Betriebsrat annehmen möchten, und zwar trotzdem sie während der Amtsbauer durch das Gesetz einen rechtlichen Schutz be­sitzen. Aber sie rechnen damit, daß eben doch einmal die Amtszeit abläuft und sie bann bei ber nächsten Ge­legenheit als Leute, die sich unbeliebt gemacht hatten, ihre Arbeitsstelle verlieren. Diese Angst mag in vielen Fälle unbegründet fein. Es genügt aber, daß sie da ist, um besonders in mittleren und kleinen Betrieben außer­ordentlich hemmend auf das Zustandekommen eines Be­triebsrates zu wirken. Die Angst ist im Hinblick auf die große Unsicherheit auf dem Arbeitsmarkt durchaus be­greiflich. So muß es doch die Arbeitnehmer sonderbar berühren, wenn sie hören, dah z. B. ein Betriebsrats- vorsitzender, der bereits acht Jahre in einem Betrieb be­schäftigt ist, nach Ablauf seiner Amtszeit als Betriebsrat bei dem ersten Kündigungstermin entlassen wird, weil er für die Ausfüllung feiner Arbeitsstelle auf einmal nicht mehr geeignet ist. Solche Fälle, mögen sie auch nur ver­einzelt vorkommen, wirken selbstverständlich abschreckend. Es müßte deshalb u. E. die Schutzfrist für den Arbeit­nehmer über feine Amtszeit als Betriebsrat hinaus aus­gedehnt werden, damit der Arbeitgeber Zeit und Gelegen­heit hat, den Arbeitnehmer in seiner bloßen Tätigkeit als Arbeiter wieder schätzen zu lernen, ohne seine in manchen Betrieben immerhin recht starke Belastung als Vertreter der Arbeiterschaft."

Wir sind, so schreibt dazu die Correspondenz ber Christlichen Gewerkschaften, dem Badischen Gewerbeauf­sichtsamt dankbar, daß es auf diese offene Wunde, die wir schon des öfteren herausgestellt haben, so eindringlich aufmerksam gemacht hat. Wir wollen hoffen, daß die Lücke bald ausgefüllt wird, damit das Betriebsrätegesetz sich voll auswirken kann als ein Organ zur Befriedung des Wirtschaftslebens.

Turnen und Sport

Flugsport.

Starke Beteiligung am Rhön-Segelflug-Wettbewerb.

Am 30. Juni war Nennungsfchluß für den Rhön- Wettbewerb. Vis zu diesem Tage lagen bereits über 100 Meldungen (gegenüber 70 im Jahre 1927) vor, und

Göttingen und „Rund um Schotten sind von Fmdaern erste Sieg« in der gleichen Klasse und auf TA», von Kahrmann erstritten worden.

— Ein bekannter Rennfahrer tödlich verunglückt. Der Europameisterfahrer W. Henkel ma n n -Wavne- Eikel, der am Sonntag im Schleizer Dreiecksrennen in ber 250er Klasse auf DKW stürzte und sich eine Gehirn- erschütterung zuzog, ist an den Folgen seiner schwerem Verletzungen gestorben.

= Die Meldungen zu den olympischen Spielen. In Amsterdam liegen jetzt die vollständigen Meldeerged- nisse für alle Konkurrenzen des Hauptteiles der Amster- damer OlymPischen Spiele vor. Insbesondere hat das Boxen mit 31 teilnehmenden Ländern eine sehr starke Be­setzung aufzuweisen. Für das Turnen haben 12 und für bas Schauturnen 7 Länder gemeldet. Nachzutragen ,ft ferner, daß von den 29 Nationen, die zum Ringkampf genannt haben, 26 auf den griechisch-römischen und 14 auf den freien Ringkampf entfallen. Hierbei ist bemer­kenswert, daß Deutschland für das gewöhnliche Turnen und für den freien Ringkampf nicht gemeldet hat. _

Radsport.

— 3um Motorradrennen um den „Großen Breis von Hanau" wird uns mitgeteilt, daß für die Klass« bis 600 Kubikzentimeter mit Beiwagen nicht wie angege­ben, Bocktenk-Dresden Sieger wurde, sondern e, s- müller-Fulda auf TAS. Auch im Voriahre m Hanau, sowie beim diesjährigen Hamberg-Rennen bei

es ist zu erwarten, daß bis Nachmeldeschluß noch einige weitere einlaufen werden. Diese Belegung übertrifft bei weitem diejenigen aller bisherigen Wettbewerbe. Wie zu erwarten, hat sich die im letzten Honbers ge- steigerte Tätigkeit der Vereine des Deutschen Modell- und Segelflugverbandes und der Iugendgruppen des Deutschen Luftfahrtverbandes die Überweisung von Gleitflugzeugen durch den Iugendausschuß des -ü. V an einzelne Vereine und die Neberlassung der Bauzeich­nungen der Flugzeuge „Zögling und „Bruf.tng lei­tens der Rhön-Rositten-Gesellschcift in der gesteigerten Zahl von Anfänger- und Uebungsflugzeugen erwiesen. 41 Gleitflugzeuge und 26 Flugzeuge vom Typ „Bruf- ling" und ähnlicher Klassen sind gemeldet; besonders stark ift aber auch dieses Jahr die Beteiligung bochwerüger Maschinen; etwa 30 Flugzeuge dürfen dazu gerechnet

Aus Frankreich hat außer Auger-Ncuilly, der bereits 1927 auf der Rhön war, noch Guilbaud-Marfellle ge- meldet; aus der Schweiz kommt Soldenhoff, aus.Oester­reich kommt Kronfeld-Wien, der erste der österreichischen Jungflieger, der Stundensegelflüge ausgefuhrt hat.

Auch die akademische Fliegergruppe Danzig entsendet zwei Flugzeuge. Ob es möglich sein wird alle Flug­zeuge und Teilnehmer im Fliegerlager unterzubringen, ist noch fraglich; unter Umständen werden die Veranstal- ter gezwungen sein, von ihrem in der 2Uisfrfjreibung vor­gesehenen Recht Gebrauch zu machen, die Zahl der Test, nehmet zu beschränken.

Schießsport.

jjreisoertdlung des Schützenvereins Fulda e. D. 1572.

Bei dem mehrtägigen Preisschießen, das mit dem 1. Juli seinen Abschluß fand, wurden von folgenden Schützen Preise erzielt: „

Festscheibe: 1. Heurich Emil-Neuhof, 2. Pfeffer- Neuhof; 3. Mbert-Fulda, 4. Zott-Fulda, 5. Retz Martin- Bebra, 6. Rausch-Fulda, 7. Späth-Fulda, 8. Vogler- Fulda, 9. H. Simon-Fulda, 10. Oehlmann-Neuhof, 11. Horn-Fulda, 12. Weber Eduard-Neuhof, 13. P. Kramer- Fulda, 14. Dietz-Gelnhausen, 15. Dannemann-Fulda, 16. Becker-Fulda, 17. Barthel-Fulda, 18. Ruppel-Neuhof, 19. Grosch-Fulda, 20. Englert-Brückenau, 21. Zimmer- Fulda, 22. Haas-Brückenau, 23. Hodes-Fulda, 24. Stille- Neuhof, 25. Vietor-Fulda, 26. Schreiner-Fulda, 27. Wis- semann-Fulda, 28. Goergen-Fulda, 29. Bogel-Neuhof, 30. Lellau-Neuhof, 31. Weber I.-Fulda, 32. Noll-Fulda, 33. Nees-Gelnhausen, 34. Scheuring-Brückenau.

Als Meisterschaftsschützen, d. h. solche, die mit 9 aufeinander folgenden Schüssen auf 20 Ringscheiben die Höchstleistung erzielten, und einen Meisterschaftsstem erhielten, sind zu nennen: 100 Meter Freihand: Haas- Brückenau und Scheuring-Brückenau. 175 Meter Auf­lage: Lellau-Neuhof und R. Knoppe-Fulda. 175 Meter Freihand: Richard Knappe und Hans Simon-Fulda. 100 Meter Rehbock (12 Ringe): Jos. Weber und Richard Knappe.

Die Preisträger der Serienpreise, d. h. 3 Schutz hin­tereinander auf die einzelnen Scheibengattungen sind sagende:

100 Meter Freihand: 1. Späth-Fulda, 2. Vie- tor-Fulda, 3. Weber-Fulda, 4. Vogel-Fulda, 5. Dietz-Geln­hausen, 6. Simon H.-Fulda, 7. Haas-Brückenau, 8. Nees-Gelnhausen, 9. Englert-Brückenau, 10. Grosch- Fukda, 11. Rausch-Fulda, 12. Lellau-Neuhof, 13. Zott- Fulda, 14. Oehlmann-Neuhof, 15. Barthel-Fulda, 16. E. Heurich-Neuhof, 17. Scheuring-Brückenau, 18. Kastner- Brückenau, 19. Becker-.Fulda, 20. Wifsemann-Fulda, 21. Wiegand-Fulda, 22. Horn-Fulda, 23. Romeis-Fulda, 24. Krumme-Fulda, 25. Dannemann-Fulda.

100 Meter Rehbock: 1. R. Knappe-Fulda, 2. H. Simon-Fulda, 3. I. Weber-Fulda, 4. Haas-Brückenau, 5. Dietz-Gelnhausen, 6. Dannemann-Fulda, 7. Noll-Fulda, 8. Lellau-Neuhof, 9. Rausch-Fulda.

175 Meter Auslage: 1. Retz Martin-Bebra, 2. Lellau-Neuhof, 3. H. Simon-Fulda, 4. Dannemann- Fulda, 5. Schreiner-Fulda, 6. E. Heurich-Neuhof, 7. Frau L. Simon-Fulda, 8. R. Knappe-Fulda, 9. Jos. Weber- Fulda, 10. Pfeffer-Neuhof, 11. Barthel-Fulda, 12. Schwabe-Fulda, 13. Zott-Fulda. 14. Vogler-Fulda, 15. Rausch-Fulda, 16. Grosch-Fulda. 17. Noll-Fulda, 18. Dietz-Gelnhausen, 19. Wiegand-Fulda, 20. Wissemann, Fulda.

75 Meter Freihand: 1. Grosch-Fulda, 2. R. Knappe-Fulda, 3. I. Weber-Fulda, 4. H. Simon-Fulda, 5. Haas-Brückenau, 6. Rausch-Fulda, 7. Heinrich Heu- rich-Neuhos.

Resultate ber Jungschützenabteilung: 50 Meter Freihand Tabellen d. h. 9 Schuß hinterein­ander: 1. E. Noll, 2. F. Heerd, 3. Fr. Schäfer, 4. I. Höhl, 5. K. Reith, 6. K. Gensler, 7. H. Schlegel. Auf Serienpreise d. h. 3 Schuß hintereinander: 1. E. Noll, 2. K. Reith, 3. F. Heerd, 4. Fr. Schäfer, 5. K. Gensler, 6. I. Höhl, 7. H. Schlegel.

bet Vornamen angeschnitten, Die in mehreren Aussätzen der großen katholischen und deutschen Zeitung von Porto Alegre, dem „Deutschen Volksblatt", weiter behandelt wurde. Es wurde der Wunsch ausgesprochen, daß in erster Linie christliche Vornamen gewählt werden sollten, erner betont, dah gute deutsche Namen gewählt und mit der Sitte gebrochen werden sollte, diese Vornamen in die Landessprache zu übersetzen ober burch brasilianische En­dungen zu entstellen. Unter allgemeiner Zustimmung wurde Einspruch gegen die Anwendung von Phantasie- namen oder fremdländischer Namen erhoben, wie man

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es teider in den gebilbeten Familien tiur zu eft antrifiu Gemeint sind da besonders Namen, die in Frankreich ober England gebräuchlich sind. Die lobenswerten Anregun­gen ber deutsch-brasilanischen Katholiken verdienen ge­wiß auch, in unserem eigenen Vaterlande beherzigt zu werden!

Schriftleiter: Dr. phil. Johannes Kramer. Fulda. Verantwortlich für die Anzeigen: Direktor Der Fuldaer Aetiendruckerei I P o r j e 11 e r.

Die Katfyolihenverfolgung in Mexiko 5] ----------

Auch die amerikanische Arbeiterschaft er. lieg eine eindrucksvolle Mahnung, die Kirchenverfolgung in Mexiko zu beendigen. In dem offiziellen Schreiben des Präsidenten des großen amerikanischen Arbeiterbun­des (American rzoderation of Labour), des Herrn Green, an Lufs E Morones den Sekretär für Handel und In­dustrie und zugleich Äabinettsmitglieb, der zugleich auch das wirkliche Haupt der mexikanischen Arbeiterschaft ist, heißt «s u. a.: „Zur Zeit großen Kummers, wie er aus ber Lage in Mexiko hervorgeht, ist eg ben Mitgliedern einer bestimmten Kirchengemeinschaft schwer, Ursache und Grund einer solchen Politik zu verstehen. 'Viele halten bas Vorgehen der mexikanischen Regierung jüngster Zeit für einen Eingriff in die Gewissensfreiheit. Sie leben unter dem Eindruck, daß die mexikanische Regie­rung di« katholische Kirche verfolgt und die katholische Religion in Mexiko zerschmettern und zerstören mochte. Es sind mir darum viele Fragen zugegangsn, ob die Slmerican Federation of Labor Mexiko's Religwns-Poii- tit unterstütze." Dann heißt es in dem Schreiben weiter: „Es ist meine feste lleberjeugung, daß die höchsten In­teressen der organisierten Arbeiterschaft Mexiko's nnb der Bereinigten Staaten eine Beilegung der religiästn Kontroverse verlangen, die in Mexiko wogt. Cs scheint mir, daß sich Verständnis und Gegenseitigkeit erreichen ließe. Ein billiges und gerechtes Einverständnis, das den guten Willen förderte und die Rechte der Kirche so. wohl als auch des Staates vollauf anerkannte, würde beim Volke des amerikanischen Kontinents und auf der Sanzen Welt den wohltuendsten Eindruck erwecken. Cs ist kaum anzunehmen, daß der jetzige bedauernswerte Zu­stand ohne End« anhalte." Zum Schluß bietet die A F.

L- ihre Dienste an, dieses Einverständnis herbeizu- führen. (Ckklesiastika, Annalen für zeitgenössische Kirchen- und Kulturkunde. Herausgegeben von d. Kach. Internat. Presse-Agentur (Kipa), Freiburg, Schweiz, Jhrg. 7, Nr. 2 v. 15. Januar 1927, S. 14).

Die Kolumbusritter haben eine Broschüre herausgegeben, welche die mexikanischen Greuel enthüllt. Fünf Millionen Exemplare haben sie bereits verteilt.

Bischöfe, Priester und Laien nehmen sich brüderlich ber hunderttausenden verbannten und geflohenen Mexi­kaner an. Ihre Rufe gehen in einem fort an die Re­gierung der Bereinigten Staaten, Calles auf seinem Wege Einhalt zu bieten.

Carl Seibert, Fulda

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