Fuldaer Zeitung
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Sonntag, ven 24. Juni 1928
von den Hochschulen
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St. Iohanms-Tag.
Von Dr. Paul I. von L o n e.
Sommer-Sonnenwende! „Der Sonnengott wird von dem Krebs ins Bein gebissen und von den Scheren des Unholds festgehalten, daß er hinfort nur mehr rückwärts gehen kann." Nun werden die Tage wieder kürzer. In mannigfachster Weise hat die Volksphantasie dies himmlische Ereignis ausgedeutet. Der „Sonnenwendmann", so heißt es in den österreichischen Gebirgsländern, verfolgt die Sonne wie ein Wild, wie Hagen von Tronje den Siegfried. Aehnlich heißt es in den nordischen Ländern. Da ist es Baldur, der sonnige, der von dem Dämon der Nacht umgebracht wird. Andere wieder beobachteten, daß nach der Sonnenwende die eigentliche Hitze erst kommt; sie stellten sich das so vor, daß die Sonne in Wahnsinn falle und auch die Welt in die Fieberschauer des Verderbens ziehe. Daher herrscht Unruhe in der Natur wie bei einer Sonnenfinsternis, man bangt vor einem Verhängnis. Da „schwärmen böse Geister, Nachteulen und Unholdinnen durch die Luft und stürzen sich auf die unschuldigen Kinder", heißt es bei einem Naturgelehrten des 17. Jahrhunderts, der diese schädlichen Mächte der Mittsommernacht ebenso fürchtete, wie sie Shakespeare in seinem „S o m m e r n a ch t s t r a u m" dargestellt hat.
Vor ihnen suchte man sich zu schützen und die Kirche hat diese uralten heidnischen Bräuche nicht ausgerottet: Sie verlegte sie um einige Tage, nämlich auf den Festtag jenes Heiligen, der sein Verhältnis zu Jesus mit den Worten kennzeichnete: „Er muß wachsen, ich aber muß abnehmen". Es war der hl. Iohannes, der so in eine sinnvolle Beziehung zum Sonnwendfest gebracht werden konnte, zumal da kein geringerer als der große Augustinus jene Worte des Evangeliums so deutete: Wie zu Christi Geburt die Tage länger .bei Johannes Geburt aber kürzer werden, so nehme Christus, das Licht, zu und trete Johannes, sein letzter Prophet, zurück.
Auf diese Weise ist es gekommen, daß die vielen Sonnwendfeierlichkeit en unserer heidnischen
2. Blatt.
Druck der Fuldaer Ackieudruckerei, Fulda
zen? Nm das noch vorweg zu nehmen, worin besteht eigentlich die Bonzerei? Was ist das für eine Krankheit? Nun, es ist ein Gelenkrheumatismus der Seele. Alle Bewegungen der geistigen Gliedmaßen des Verstandes und der Derant- wortungsfreudigkeit werden langsam und schmerzen. Vielleicht liegt die Ursache wenn auch nicht gerade in Arterienverkalkung, so doch in einer allgemeinen Verfilzung der Ganglien. Die Krankheit kann übrigens schon in der Jugend einsetzen und sich da äußern in einer unbezähmbaren Lust, immer nur churrah zu schreien und damit die kostbare Zeit zu verbringen. Auch Kameradschaftsehe von Tertia an aufwärts und dergleichen Senilitäten, die sonst sinnenfrohen Naturen im späten Alter noch irgendeinen Trost gaben, sind im Grunde auf solche Erschlaffungen des Organismus zurückzuführen, die unter den allgemeinen Begriff des Bonzentums fallen. Wohin also mit den Bonzen? Da wir im Christentum nicht, wie im Buddhismus, über Bonzenklöster verfügen, die alle diese ruheseligen Naturen in sich aufnehmen könnten, da wir ferner finanziell nicht so gestellt sind, um sie mit einem Dauerkommers hinreichend zu beschäftigen, so bleibt nichts übrig, als ihnen Ehren- pöstchen zu verschaffen, möglichst verbunden mit mehrmaligen, periodisch sich wiederholenden Festessen. Vielleicht könnte als neue Splitterpartei sich eine Bonzenpartei bilden, um die dafür reif Gewordenen aus allen Parteien in sich aufzunehmen. Diese Partei könnte man dann nach und nach umgestalten in jenen Areopag oder jene Versammlung der Geronten, die als ehrwürdiges Erbstück der Antike unser» modernen Einrichtungen noch fehlt. Auch die Staatsmaschine bedarf ja der Bremse . . Soweit die heitere Seite dieses an sich sehr "ernsten Problems, das freilich, ehrlich gesagt, doch bsi allem Ernst ein Problem der Bonzenunterbringung bleiben wird. Die beste Lösung also wäre Ehrenpräsidium mit Festessen.
n Bleiben wir noch eine Weile beim Häuslichen, ist es doch in dieser Zeit der internationalen Tagungen das einzig Nahrhafte und können wir die Krise der Parlamente doch wirklich nicht besser aus- nutzen. Dabei wollen wir die häusliche Frage ein wenig in die soziale erweitern. Da war irgendwo neulich Mission. Mag einer darüber denken wie er will, immer bringt eine Mission unaussprechlichen Segen. Ich weiß, daß in einem Dors, das durch alle möglichen Zwistigkeiten zerrissen war, eine einzige Volksmission Friede und Freude zurückgebracht hat. Ich weiß, wie wohltätig" die Straßenmissionen der Redemptoristen gewirkt haben. Es gibt keine Tagungen und Versammlungen, die so viel Glück, persönliches Glück, stiften, wie eben die Volksmissionen, und wäre ich armer Teufel nicht zum Schreiben verurteilt, ich begänne sofort in irgendeinem Kommunistenviertel mit einem Vortrag: Stammt der Mensch vom Affen ab? — was im allgemeinen die Menschen außerordentlich lockt, als wollten sie alle darüber endgültige Gewißheit haben —, worauf ich dann einen zweiten folgen ließe: Was ist vom Spiritismus zu halten? — auch das nämlich interessiert die Menschen über die Maßen — und dann also, wenn ich sie auf diese Weise gewonnen und am Ende noch einen weiteren Vortrag hinzugefügt hätte: Wie entrinnt Nobile den Eisbären? — dann also würde ich anfangen, vom lieben Gott zu sprechen, und ich stelle mir vor, daß das Evangelium so schön ist, daß es auch die wildesten Kommunisten von heute glatt bekehren würde. Also das täte ich am allerliebsten. Was ich aber jenem Fabrikanten angetan hätte, der neulich bei Gelegenheit einer Volks- miffion bei den Arbeitern, die trotz aller Lebens- not doch hingegangen waren, fade Witze über die
Vorfahren nicht mehr am 21., sondern erst am 24. Juni stattfinden. Am ausführlichsten hat sie uns der berühmte italienische Dichter Petrarca geschildert, der auf einer großen Reise im Jahre 1333 zu Köln weilte: „Es war der Vorabend des Festes Johannes des Täufers, als ich dort eintraf, und schon neigte sich die Sonne zum Unter- gang. Sofort ließ ich mich aus Drängen meiner Freunde vom Gasthof zum Fluß bringen, um ein besonderes Schauspiel zu genießen. Das ganze Ufer nämllch wim- melte von einem prächtigen, unabsehbaren Zug von Frauen. Staunen ergriff mich ... Ich hatte auf einer kleinen Anhöhe Platz genommen, um von dort aus die Vorgänge zu beobachten. Es war ein unglaublicher Menschenauflauf. Frauen in lebhafter Erregung, manche mit duftenden Kräutern bekränzt, die Aermel über den Ellbogen zurückgestreist, badeten nacheinander in dem Rhem ihre Arme und Hände und murmelten dazu einen Segenspruch . . . Man sagte mir, das sei ein uralter Brauch, und das Volk sei fest davon überzeugt, alles drohende Unheil des ganzen Jahres spüle die Waschung im Strome an diesem Tag hinweg. Daher pflege man diese jährliche „Reinigung" mit nie versiegendem Eifer und auch in der Zukunft wolle man das so hatten."
Wir erkennen in dem Brauch und dem andernorts damit verbundenen Schmücken der Brunnen mit Kräutern einen uralten Wasserzauber echter Naturfrömmigkeit, die die Missionare dann später leicht auf die Taufe Jesu durch Johannes umdeuteten. Wie durch Wasser, so reinigte man — besonders die Lust — auch durch das andere Element, durch das Feuer. Das ist der Ursprung der berühmten Johannisfeuer. In alter Zeit wurden sie nicht nur auf den Bergen, sondern auch mitten in den Städten und eben um die Mitagsstunde abgebrannt, am Mittag nicht nur des Tages, sondern des ganzen Jahres. „Wer da geboren wird, kann alles sehen". Die auffteigende Lohe sollte alle giftige Brut versengen. Deshalb sprang man auch sebst, besonders die jungen Paare, durch das Feuer.
„Wöll ma's G'hannesliedl singe, übers G'hannesfeuer springe.
ney entsandt, um die Insel kartographisch aufzunehmen und die "Bewohner kennen zu lernen. Die Forscher wurden wider Erwarten fteundlich empfangen. Sie stellten fest, daß die Rennel Insulaner einen stark polynesi. schen Einschlag aufweisen, wodurch die Vermutung von einer Einwanderung der Polynesier nach Melanesien weiter bestätigt wird. Sehr erstaunt waren die Sydneyer über die Fähigkeit der Eingeborenen, von ihrer Heimat Karten zu zeichnen. Dies entdeckten die Forscher, als man den „Oberhäuptling" der Insel nach einem Wege zu einem von undurchdringlichem Dickicht umstandenen Binnensee fragte. Der „König" bat die Reisenden, ihm nach dem Strand zu folgen, und zeichnete dort im Sand mit einem Stock die Umrisse der Insel und die sie durchziehenden Pfade auf. Wie die Forscher später feststellen konnten, entsprach seine Zeichnung bis auf Kleinigkeiten der Wirklichkeit und war ihnen von großem Nutzen. Die gleiche Fähigkeit zum Kartenzeichnen besaßen auch die anderen Eingeborenen. Wenn die Sydneyer einmal auf ihren Märschen quer durch die Insel eine Auskunft über die Geländegestaltung brauchten, so lag in kurzer Zeit die Karte des betreffenden Teiles, von der Hand eines Eingeborenen gezeichnet, im Sand. Die Insulaner konnten der Expedition verschiedene Angaben über ihre Herkunft von anderen Inseln machen, nicht aber ihr allen sonstigen Naturvölkern unbekanntes Talent zum Kartenzeichnen erklären.
* Rückgang des japanischen Geburtenüberschusses. Der seit Jahren ständig wachsende japanische Geburtenüberschuß rief manche Befürchtungen im eigenen Land und noch mehr im Ausland hervor, weil die Geiahr nahe lag, daß Japan feine'Tmmer dichter werdende Bevölkerung nicht selbst ernähren kann und sich deshalb nach Ansiedlungsmöglichkeiten in fremden Gebieten umsehen muß. 3m Jahr 1926 betrug dieser Geburtenüberschuß 944 OOO, während Deutschland mit feinen 470 000 Geviertkilometern nur eine Bevölkerungszunahme von 546 000 Seelen aufwies. Im Jahr 1927 ist indessen der japanische Geburtenüberschuß auf 850000 aesunken.
— Philosophisch-theologische Lehranstalt St. Georgen . Frankfurt a. IN. Die Räumlichkeiten der philosophisch-theologischen Lehranstalt St. Georgen in der ehemaligen Villa Grunelius erfahren augenblicklich erhebliche Erweiterungen durch Anbauten eines Erholungssaales, Speisesaales, von Hörsälen und einer Wandelhalle. Die Bibliothek ist in der früheren Remise untergebracht, sie umfaßt bereits mehr als 20 000 Bände und ist die größte theologische Fachbibliothek von Frankfurt. St. Georgen wird augenblicklich von 8 3 Alumnen und 14 Professoren bewohnt. Die wissenschaftliche Leitung dieser theologischen Hochschule untersteht dem Rektor Pater Ludwig K ö st e r s, Mitglied der Gesellschaft Jesu. Die Hochschule ist noch im Aufbau. Neben den theologisch-philosophischen Studien werden auch gewisse Sprachen besonders gepflegt, so z. B. Polnisch als Pflichtfach für die Studierenden aus der Administratur Schneidemühl, Englisch für die kommenden Missionare und Hebräisch und Syrisch, ebenso Sprachkunde der altchristlichen Literatur zur Vertiefung
Missionäre macht« und das Ganze als einen Uck hinstellte, das will ich hier nickt sagen. Ich kenne Fabrikanten genug, die eine, solche Mission sehr ernst nehmen würden und vielleicht sogar an oer Spitze des Volkes der Arbeiter mitmachten, wie es sich eigentlich gehört. Aber diesen hatte rch mir doch vorgeknöpst. Nur Geduld, die Rache towmt schon. Der arme Junge, der zu früh »die sFabnr seines Vaters geerbt hat, der wahrscheinlich em tüchtiger Mann war und kein Spötter, weiß doch wirklich nicht, wie dur.m er ist. Aber, ihr Herren, treibt es uur weiter mit der großen Dummheit und macht solange Revolution gegen den Herrgott, bis die Menschen anfangen, Revolution gegen euch zu machen. Ich werde nervös, und da erinnere ich mich zur Beruhigung des Sprüchleins, das einig« witzig« Soldaten über das Telephon ihres Unterstandes geschrieben hatten:
Laß nie durch einen Fernspruch Dich aus der Ruhe bringen. Denk immer an den Kernspruch Des Götz von Berlichingen . . .
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Die arme Frau. — wohin mit den Bonzen? — Die junge Generation. — Der Fabrikant und die Volksmission.
Zeiten die Dinge nur gemacht werden mit jenem Schwung, wie er der Jugend eigentümlich ist. Am besten geht beides Hand in Hand, statt wie heute gegeneinander. Nun wollen wir einmal zwei Tatsachen fesfftellen, die grundlegend sind und von niemand geleugnet werden können. Einmal gibt es in der jungen Generation eine Reihe ganz vorzüglicher Kräfte, die auch gewillt sind, mit allem Idealismus, der der Jugend eigen, mitzuhelfen im öffentlichen Leben. Zweitens gibt es unter dem älteren Geschlecht ganz bestimmt eine Anzahl von vielleicht verdienten Männern, die aber dem Bonzentum völlig verfallen sind. Wenn es
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Du liebe arme Frau, was soll ich nur zu Deinem Briefchen sagen? Du meinst, Du wärest immer schön leise aufgetreten, wie ich es geschrieben, aber Du habest doch schlechte Erfahrungen damit gemacht. E r trat nämlich dann um so lauter auf, brachte Gesellschaften mit, die einsachhin unmöglich waren, und Du mußtest diese zweifelhafte Demi- monde auch noch bedienen! Mag es Dich trösten, daß ich Mitleid mit Dir habe, das Mitleid des mitfühlenden Menschen. Wie tragisch ist doch zu Zeiten das Schicksal der Frau! Ihre einzige Waffe ist die Geduld, ist die verzeihende Liebe, ist der Trost in Gott. Vielleicht ist es doch angebracht, einmal durch die ganze Haltung zu zeigen, daß da eine Entwürdigung vorliegt. Männer schämen sich doch nicht gern. Manchmal gibt sich auch am Abend Gelegenheit, allerlei zu sagen. Da muß die glückliche Stunde ausgesucht werden, nicht wahr, Sie verstehen mich schon. Vielleicht helfen ein paar Er- innerungen an Tage, wie sie einst gewesen. Vielleicht ist es auch möglich, dann und wann die Herrin zu zeigen. Genießerische Männer pflegen bei aller Brutalität doch sehr feige zu sein. Einen Fall kenne ich auch, der ganz ähnlich lag, wo der Herr Pfarrer, der Freund des Mannes, wohltättg einwirken konnte. Allerdings erledigt man solche Dinge im allgemeinen besser unter sich Aber es gibt Ausnahmen. Sind Kinder da, so leistet auch wohl der Hinweis auf sie etwas. Ach, ich weiß, wie schwer das alles ist, und wie in solcher Zeit die grauen Tage wie ekle Katzen durch die einsamen Räume schreiten. Sie putzen ihr Fell in allek Ruhe, als wäre das alles nichts und als würze es noch lange so bleiben. Wieviel Glück verscherzen sich doch die wankelmütigen Männer, und wie könnten sie es schön haben, wollten sie in ihrer langweiligen Sachlichkeit doch immer einen Rest von jener Romantik behalten, die den Lenz ihrer Liebe so schön machte. Dobei will ich ehrlicherweise gestehen, daß ich doch nicht vorschnell Partei nehmen will. Vielleicht liegen die Fehler auf beiden Seiten. Aber Sie schreiben doch wieder so, daß ich schon fühle, daß da keine Tantippe ist. Trö- sten Sie sich! Irgendwo gelang es einer Frau erst mit 70 Jahren, die erste Liebe zurückzugewinnen- Da blühten auf einmal wieder Rosen, während der Herbst schon leffe durch den Garten schlich und in all seiner bunten Pracht vor dem Sterben noch den Frühling erneuerte. Herbstrosen sind doch von eigener Poesie.
Eigentlich wollte ich heute von einem andern Problem schreiben, das durch die letzten Wahlen wieder so lebendig geworden ist. Es ist auch eine häusliche Frage, nämlich das Verhältnis der jüngeren Generation ytr älteren. Die Erfahrung der Alten ist gewiß ein großer Wert, den edle Jugend immer achten wird. Andererseits kön-
Katholische weit.
— Die Mssionsvereinigung kalh. Frauen und Jungfrauen, ein internationaler Verband, veröffentlichte jüngst das Ergebnis der Jahresleistungen ihrer verschiedenen Landesvereine pro 1927. Darnach erbrachte der deutsche Mutterverein, Sitz Koblenz-Pfaffendorf, mit den ihm angeschlossenen kleineren Ortsgruppen in der Tschechoslowakei, in Polen, Italien, Brasilien und Uruguay in bar und Paramentenwert 233 636,42 RM., — der österreichische Landesverein, Sitz Wien, 51709,70 Schilling, — der schweizerische Landesverein, Sitz Chur, 3196,85 schweizer Franken, — der in Neubelgien, Sitz Eupen, 215 027,45 belgische Francs, — jener in den Vereinigten Staaten a) Sitz Milwauke 976 937,48 Dollar, — b) Sitz St. Cloud 16 480,47 Dollar, — in Summe 4 451372,59 RM. = 20 233 511,70 Lire. Unter den gearbeiteten und beschafften Paramenten und kirchlichen Geräten finden sich: 14 Tragaltäre, — 2 Tabernakel, — 10 Monstranzen, — 22 Kelche, — 11 Ciborien, —14 Ku- stodien, — 18 vollständige Altareinrichtungen mit Kreuzen und Leuchtern; Missale usw. — an 267 Meßgewänder, Alben und Rochette des lateinischen Ritus, mehrere liturgische Gewänder der griechischen Riten, — 25 Chormäntel und Segensvela mit vollständigen Kapellen, — größere und kleinere Altarleinen nach tausenden, Desgl. über 5000 Devotionsgegenstände und an 8000 Bekleidungsstücke für Missionare, Missionsschwestern und Neubekehrte. Es ist ein überaus segensreich wirkender, von den Päpsten — noch jüngst von Pius XI. — sehr anerkannter Verein, der nicht allein den Heidenmissionen dient, sondern auch den unter Akatholiken lebenden Katholiken zur Erhaltung und Festigung ihres Glaubens seine Hilfe leiht; er verdient die größtmöglichste Förderung.
nun durch ein Wunder der Vorsehung geschehen könnte, daß in diesem Marionettentheater oer Welt jene Jugend und jene Bonzen die Plätze tauschten, so wäre diese schwerste aller sozialen Fra- gen auf die glücklichste Weise gelöst. Wir Menschen aber müssen uns fragen: Wohin mit den Bon-
Kus den japanischen Missionen.
Von unserem Fuldaer Landsmann P. Emil Kircher, S. I., erhalten wir aus Okayama folgende Mitteilung: „Dieser Tage ist der Bischof Hayasaka von Nagasaki, ein Japaner, der vom Heil. Vater als erster japanischer Bischof selbst geweiht wurde, auch bei uns vorbeigekommen. Meine Gemeinde war in großer Zahl am Bahnhof erschienen. Es war für mich ein Hoch- e, einem japanischen Bischof den Ring küssen zu
li. Hoffentlich geht es mit Japan flott so weiter. In allen Zeitungen des Landes wurde über die Weihe des Bischofs ausführlich berichtet und es hat dem Nationalgefühl der Japaner geschmeichelt, daß der Papst ihn selbst konsekriert hat. Auch hier war er gleich von einer Menge von Zeitungsleuten umringt, die ihn photographieren wollten. Mit der Geduld eines vielbesprochenen Weltreisenden ließ er es geschehen. Nun ist er in seiner Diözese eingeführt, die bei weitem die größte von ganz Japan ist, was die Anzahl der Gläubigen angeht. In aller Kürze haben wir auch hier Bischofs- weihe, die Vorbereitungen sind bereits flott im Gange. Diesmal ist es ein Deutscher, dem die Bischofswürde zuteil werden soll; der Hl. Vater hat bereits die Bestätigung telegraphisch gegeben. 25 Priester, darunter drei Bischöfe, werden zur Bischofsweihe erwartet. Und, merkwürdig, der erste japanische Bischof wird jetzt an dem Deutschen P. Roß, S. I., die Bischofsweihe vollziehen. — Ende Juni geht meine Tätigkeit hier zu Ende. Am 4. Juli werde ich in Kobe mit dem Dampfer „Kamakuramaru" abreisen, um einem Missionsruf nach Sao Paulo in Brasilien für die dortigen Japaner zu folgen. Ankunft in Santo Anfang September. Das gibt wieder eine nette und lange Schaukelei. Die Fulda zunächst liegende Stelle ist das Kap der Guten Hoffnung in Südafrika. Die Anhänglichkeit meiner Gemeinde ist rührend. Viele Tränen sind schon geflossen und eine ganze Anzahl meiner Christen werden mich bis nach Kobe ans Schiff begleiten. Das Schiff, das mich nach Brasilien führt, ist ein Auswandererschiff. 8—900 Javaner (Heiden) werden als Auswanderer mit mir die Reife unternehmen. Ich werde mich ihrer unterwegs annehmen. Die Schiffsgesellschaft ist heidnisch, aber sehr entgegenkommend. Neben eigener Kabine gewährte man mir eine lOprozentige Preisermäßigung. Die Reise ist sehr teuer und die Beschaffung des Notwendigsten macht mir große Sorge. Für Brasilien ist die Portugiesische Sprache erforderlich. Nach japanisch also portugiesisch. Vor der Abreise werde ich noch einmal alle meine Mitbrüder sehen. Es wird mir auch noch vergönnt fein, in dem stillen Damaguchi, wo der hl. Franz lauer beinahe ein Jahr gearbeitet hat und wo sich jetzt sein prächtiges Denkmal erhebt, Exerzitien zu halten. Und dann, mit Gott zu neuer Arbeit in die neue Wett!
der theologischen Wissenschaften.
— Einweihung des Erweiterungsbaues der Breslauer Technischen Hochschule. Anläßlich der Einweihung des Erweiterungsbaues der Breslauer Technischen Hochschule hielt der preußische Kultusminister Dr. Becker die Festrede, in der er über die Aufgaben der Technik in der Wissenschaft sprach. Am Schlüsse seiner Rede überreichte Dr. Becker eine Spende von 10 000 Mk. für wissenschaftliche Zwecke in Namen der preußischen Regierung zu Händen des Rektors. Der Rektor sprach für die tatkräftige Mithilfe und für die Gabe seinen herzlichsten Dank aus.
Landwirtschaftliches.
=i Sommervergünstigungen des Salisyndikats. Bis zum 10. Juli d. 3s. sind noch die Vergünstigungen der 3. Periode in Kraft. Das Kalisyndikat gewährt seiner Abnehmern auf alle Bestellungen, die bis zum 10. Juli d. Js. auf prompte Lieferung erfolgen, die Vergünstigung eines zinsfreien Wechselkredits für 3 Monate und Prolongationsmöglichkeit bis zum 28. Dezember 1928 zum jeweiligen Reichsdandkdiskont oder bei Barzahlung einen Skonto von 2% Prozent, außerdem wird in bei» den Fällen eine Lagervergütung von 1 Prozent gewährt. Mit Rücksicht auf die Möglichkeit einer Fvachterhöhung dürfte es im Interesse der deutschen Landwirtschaft Wer gen, sich ihren Kalibedarf möglich bald einzudecken.
wie wird das Wetter?
Im Südwesten des Kontinents ist es infolge starker Einsttahlung, welche die Temperaturen in Frankreich bereits über 30 Grad ansteigen ließ, zur Ausbildung eines flachen Teiltiefs gekommen. An feiner Vorderseite haben wir zunächst noch mit ziemlich heiterem Wetter und hohen Temperaturen zu rechnen. Ein von Westen her- ankommendes Teilgebiet wird jedoch unter ausgebreiteten Gewittern bald wieder Abkühlung und dann neue Aufheiterung bringen.
Witternngsaussichten für Sonntag: wolkig, später wieder aufheiternd, nordwestliche bis westliche - Winde, Temperaturen wieder ansteigend.
daß Sank G'hannes uns tut deut'n, ob man'n Weg zum Ehstand b'schrett'n.
Stieb'n die Flamme lusti für, kumma ma vor d' Heierstür . . .
Auch bekommt, wer durch bas Johannisfeuer springt, keine Kreuzschmerzen, er hat Glück auf Reisen und ist im Kriege unverwundbar. Ja, in der Schweiz hält man selbst Kinder über dies Zauberseuer oder schwenkt sie durch den 'Rauch.
Ebenso jagte man bas Vieh hindurch, steckte darin an- gekohltes Holz in die Aecker, nahm die Asche mit ins Haus und rollte große mit Werg umwickelte Feuerräder in die Berge hinab. Die daraus gewordenen oder damit verbundenen Tänze und Spiele wurden natürlich ebenfalls nun anders gedeutet, zumal da eben sie so wenig auszurotten waren, daß noch im 15. Jahrhundert zu Regensburg und Augsburg die deutschen Könige bei diesen Tänzen mit,prangen. Man deutete sie auf die Freudensprünge des kleinen Johannes unter dem Mutterherzen, wie es die Hl. Schrift erzählt.
Hatte nun in der frühchristlichen Zeit dies Johannes- fest schon an sich eine solche Bedeutung, daß ihm eine ganze Festoktav und eine eigene Präsation gewidmet wurde, so erklärt es sich, weshalb wir eben den I o- hannes-Namen bei allen Völkern Europas verbreitet finden: den I a n in Holland, John in England, Jean in Frankreich, Juan in Spanien, Giovanni in Italien, Ianosin Ungarn, Iwan in Rußland. Ja, auch in diesen Ländern wurde wie bei uns der „Johann" so sehr ein „Volksname", daß er die Bedeutung von „Knecht?, „Diener" bekommen hat.
Die Salomonier als ttartenze chner.
Südwestlich der in letzter Zeit durch den Europäermord und die australische Strafaktion bekannt gewordenen Salomonen liegt die kleine Insel Rennel. Sie ist ein fünfundsiebzig Kilometer langes und etwa achtzehn i Kilometer breites Atoll, das den Forschern bis vor tun I zem als jungfräuliches Gebiet galt. Im Herbst vorigen \ Jahres wurde eine Expedition von der Universität Svd-