ntcr.unie» pontnajes Bestreben der kleinen Staaten an der Donau unverkennbar. Eine ganze Reihe von politischen Fragen hat Benesch aufgeworfen, zu der man auch die Meinung Italiens gerne ge- E>ort hatte. Hier schweigt sich Mussolini noch aus. . Alles tn allem kann man sagen, daß die Politik Mussolinis trotz ihrer sähen Aufdringlichkeit die Grenze, wo die Kriegsgefahr beginnt, bisher vermieden hat. Er hat früher einmal gesagt, daß die Jahre 1935 bis 1940 wahrscheinlich eine Epoche kriegerischer Zusammenstöße sein würden. Er hat an diese Prophezeiung auch in seiner neuen Rede Winnert, aber diesesmal in erheblich gemilderter Form. Man möchte wünschen, daß Mussolini immer mehr erkennt, daß kriegerische Auseinandersetzungen keine unbedingte politische Notwendigkeit sind und daß die Erfolge, die durch ein überlegenes diplomatisches Können erzielt werden, den kriegeri. schen Erfolg an Dauerhaftigkeit immer bei weitem übertroffen werden.
Das Präsidium des Landtags.
VDZ. Berlin, 9. Juni. (Eig. Funkm.). Nach der im A e l t e ft e n r a t des preußichen Landtags zustandegekommenen Einigung wird zum Präsidenten -er Abg. Barthel (Soz.) vorgeschlagen werden. Als Vizepräsidenten kommen die Abg. Dr. v. Kries (Dn.), Dr. Porsch (Zentr.) und der Abg. Schwenk (Kom.) in Frage. Der kommunistische Abg. Schwenk hat sich, wie das Nachrichtenbüro der DZV. hört, verpflichtet, die Geschäfts- ordungnsbestimmungen loyal inne zu halten.
Die Wahl dieses Präsidiums gilt damit als für sicher.
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3m preußischen Landtag, der heute mittag um 7 Uhr wieder Zusammentritt, wird zunächst die Wahl des Präsidenten vorgenommen werden. Die Regierungserklärung wird jedoch nicht vor 8 Uhr abgegeben werden.
Die deuschnationale Landtagsfraktion wählte zu fhre Vorsitzenden die Abg. v. Winterfeld, Grass (Anklam), Lubick. Maier (Hermsdorf). Der bisherige Vorsitzende Dr. Winckler wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt.
Dom völkerbundsrat.
Der Völkerbundsrat beschäftigte sich heute vormittag hauptsächlich mit Minderheitenfragen, darunter auch mit den Beschwerden der deutschen Minderheit in Polnisch-Oberschlesien wegen der Errich. tung von deutschen Minderheitsschulen. Au Beginn der Sitzung beschloß der Rat. die Erbauung eines neuen Völkerbundsgebäudes im Dezember zu beraten, da auf dem Grundstücks- markt neue Schwierigkeiten eingetreten feien. Die litauischen Beschwerden u»egen der Behandlung litauischer Bewohner im Wilnagebiet wurde ebenfalls auf Dezember vertagt.
Mussolini über die vertrage.
Die „Agenzi di Roma" bemerkt, besondere Bedeutung würde in den Pressevertretern der Rede des Ministerpräsidenten im Senat den Erklärungen Mussolinis bezüglich einer eventl. Revision der Friedensverträge beigemessen. Sie würden in Europa eine neue Scheidung der Geister herbesisihren, da die besiegten Staaten sich auf Mussolinis Seite stellen werden Es handele sich aber, wie Mussolini ausdrücklich erklärt habe, nicht dämm, daß eine diplomatische Aktion in diesem Sinne unternommen würde, sondern allein um ein allgemeines Prinzip, das Mussolini im europäischen Interesse aufgestellt habe, damit die öffentliche Meinung der verschiedenen Länder es ruhig überdenken und hisfutieten könne.
* Fünf Monate Gefängnis für Beleidigung der BepMik. Vor dem Schöffengericht in Hannover wurde der frühere Generalsekretär der Deutsch- nationalen Volkspartei Erich Hansell in Hannover wegen Beleidigung der Republik und des früheren Reichsministers des Aeußern Rathenau zu einer Gefängnisstrafe von fünf Monaten verurteilt.
I WM Öle MUMM I ß im Heim des kalh. Frauenbundes, Schulstr. 1. ■
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waidmannsleiden bei derkehpürsch.
Don Wadar von B.oroviczeny.
An einem heißen Iulinachmittag zog ich zur Reh- pürsch aus. Die Sonne brannte noch mit ihrer vollen Kraft auf den steilen Pfad; der schattige Tannenhochwald schien mir eine Erlösung. Nach einer guten Stunde Marsch durch den duftenden Nadelwald, immer bergauf, erreichte ich den großen Schlag, hinter welchem der Wald mit Jungholz, vielen Lichtungen und Hochwiesen wechselte. Hier begann meine Pürsch. Obwohl tue Sonne sich schon dem Abend zuneigte, war die Luft noch r>on ihren Strahlen durchhitzt. Kein Wild mar zu sehen. Einem buschigen, steilen Hange gegenüber setzte ich mich am Rande einer Hochwaldparzelle an. Ich wußte, daß drüben am Hange ein guter Bock wechselte. Das An» sitzen schien mehr Erfolg zu versprechen, als die weitere Pürsch.
Richtig! Cs war kaum eine halbe Stunde vergangen, als ich im Buschwerk ein Sprung Rehe äsend ausziehen sah! Das Glas zeigte mir die schöne Krone des Bockes. Tiefer unten stand die Gais. Für einen siche- ten Schuß war der Dock zu weit. Ich mußte unter dem Schutze des Hochwaldes ein gutes Stück Weg hinunter- pürfchen, immer wieder suchte mein Auge den guten Bock und immer wieder sah ich seine rote Decke aufblitzen, wie er langsam, äsend im Buschwerk weiterzog. Die Gais hatte ich aus den Augenverloren. Bald waren die letzten Stämme der Hochwaldparzelle erreicht. Mein Bock aber schien den Abend zu heiß zu finden, denn auch er hatte den Rand des buschigen Schlages erreicht und fein Haupt stand dicht vor den ersten Stan»-- men des oberen Hochwaldes. Ich sah das schön gefrönte Hcmpt deutlich, mit freiem Auge, es waren vielleicht hundertundzwanzig Schritte, die mein Schuß zu durchmessen hatte . . . aber das Blatt war von einer Halel- nußstcmde verdeckt, nur den Hinterlauf konnte ich noch sehen, wie er halb gestreckt, zum Nachsetzen bereit, da- stand. Soll ich schießen . . .? Einen Augenblick zögerte ich. Da zog der Bock weiter: noch einen Augenblick, und er mußte im Hochwald verschwinden. Da flog die Büchse
Aus Wissenschaft und Technik.
Zeichner 1001: ein Schlankheitsbad? — Licht ohne Schatten. — Ultrarot und Hebel. — Der kranke Zahn « als Giftquelle für den Körper.
Don Hanns D e r st r o f f.
Die Anzeigen in der Tagespresse zeigen Lar Bild eines überschlanken Revuestars; Filmdiven haben die Dankschreiben unterzeichnet: Tausende und Abertausende von Flugblättern haben es kreiert: Friseur und Drogist preisen es an; wir ertrinken in der Reklame für das Schlankheitsbad Leichner 1001: Wirkung garantiert, Pr 2 Mark jede Packung! Alles überflüssige Fett schwindet! Gesichert die „schlanke Linie"! Nicht mehr die lästigen Einschränkungen beim Essen! Kein anstrengender Sport, keine unbequeme Massage mehr!" — Diese angekündigte märchenhafte Wirkung hat wohl bei der Namengebung „1001" Pate gestanden.
Ueber den Erfolg weiß ich nichts zu melden. Interessant aber ist die nachstehende Analyse, veröffentlicht von A. Rosahn und M. Herler in der Apothekerzeitung 1928, Seite 74-78. Das Schlankheitsbad Leich- ner 1001 enthält: Reisstärke etwa 85 Proz., doppel- kohlen-saures Natron 8 Prozent, und Soda 6—7 Proz. Die Behauptung der Firma, daß ihr Badegufatz keinerlei gesundheitsschädliche Stoffe enthalte, ist also glänzend be. ftätigt — aber soll man damit schlank werden? — Märchen aus 1001?
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Das Licht ohne Schatten klingt auch wie ein Märchen aus Tausendundeiner Nacht, und doch kann man die schattenlose Lampe heute schon in den Operationssälen sehen.
In der Mitte eines besonders gebauten Linsensystems befindet sich die Glühbirne, deren Lichtstrahlen den Lin
senkörper fast gleichgerichtet horizontal verlassen und auf 39 Planspiegel auftreffen, die kranzförmig am In- nenraume des Lampenkörpers angeordnet sind. Durch diesen Planspiegelring wird das Licht so reflektiert, daß es einen Doppelkegel bildet, dessen gemeinsame Spitze in der Mitte zwischen Leuchtquelle und der zu beleuchtenden Fläche — hier also dem Wundfeld — liegt, wobei Abstand und Neigung der Lampe leicht zu verändern sind. Die auf dem Arbeitsfeld von allen Seiten ring« förmig einfallenden Lichtstrahlen haben die außerordentlich hohe Lichtintensität von etwa 10000 Lux, d. h. einen Heiligkeitsgrad, der entsteht, wenn eine roe’fje Fläche von 10 000 Normalkerzen aus einem Meter (Entfernung beleuchtet wird. Durch den eigenartigen Strahlengang wird erreicht, daß weder der Oberkörper des Operateurs noch di« Hände feines Assistenten nennenswerte Schatten werfen können, da eine teilweise beschattete Stelle ja. ohne weiteres aus anderen Richtungen des Spiegelringes überstrahlt wird — eine praktisch schattenloie Lampe von großer Zukunft.
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Der sck>limmste Feind des künstlichen Lichts ist der Nebel. Wenn über der Themse der dicke Nebel braut, stockt in London jeder Verkehr, Fackeln werden den Fahrzeugen oorangetragen. Der Flieger, der in eine Nebellmnk gerät, verliert oft jede Orientierung, die Strahlen der Scheinwerfer werden verschluckt, Züge verunglücken wegen des Nebels, durch den kein Signallicht bringt Jetzt hat man in den ultraroten Strahlen eine Waffe gefunden, die den Nebel besiegt.
Zerlegt man das Tageslicht z. B. durch ein Prisma, so erhält man ein Spektrum, ein Band von rot bis violett. Schon vor langer Zeit hat man die Schwingungszahlen und die Wellenlängen dieses sichtbaren Spektrums messen gelernt um» gefunden, daß die Wel
lenlängen oes violetten Lichts nur vier Zehntausendster Millimeter, die des roten acht Zehntausendstel Milli- meter betragen. Jenseits des roten Spektrums, unsicktt- bar, liegt das Gebiet der ultraroten Strahlen, die Wellen von einer Länge bis zu einem halben Millimeter aus- weisen, darüber hinaus kommen die elektrischen Em- labungsmefien bis zu unfern Rundfunkwellen von welm hundert, ja tausenden von Metern Wellenlänge^—Diele Wellen werden aber durch den Nebel in ihrer Aus- breitung nicht gestört, sodaß man jetzt Versuche mit Lichtquellen anstellte, die reich sind an ultraroten, den elekrischen Wellen benachbarten Strahlenarten. Dahxi zeigte sich, daß in den sogenannten Kaltlichtstrahlern, deren Licht durch Hochfrequenzentladungen in gasge« füllten Glasröhren erzeugt wird, Leuchtquellen gesun- den sind, die den Nebel außerordentlich weit durch- bringen. Nach dem Ergebnis der Versuche, soweit «3 veröffentlicht ist, besteht jetzt die Hoffnung, der Schiff, fahrt und dem Flugverkehr in dieser neuen Lichtquelle ein hervorragendes Mittel für eine sichere Orientierung im Nebel zu geben.
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Wie berechtigt die zunehmende Bedeutung ist, die man der Zahnpflege beimißt, bewiesen vor kurzem einige besonders interessante Vorträge gelegentlich der 17. ordentlichen Hauptversammlung der Zahnärzte Deutschlands in Berlin.
Bereits vor etwa 20 Jahren behauptete der englische Internist Hunter, bei zahlreichen Menschen in den Spitzen markloser Zähne chronische Infektionsherde gefunden zu haben, die für gewisse Erkrankungen der Nieren, des Herzens, der Gefäße, der Gelenke u. a. m. verantwortlich zu machen feien. Die Zusammenhänge, die Hunter damals zum ersten Mal vermutete, sind außerordentlich kompliziert und es hat daher sehr langer Forscherarbeit beburft, bis man heute auf Grund der Ergebnisse zahlreichen Nachprüfungen in den letzten 10 Jahren kaum noch bezweifeln kann, daß die von Hunter erstmalig beobachteten Beziehungen zwischen Infektionsherden an den Wurzelfpitzen der Zähne und Erkrankungen anderer Körperorgane bei besonders disponierten Menschen tatsächlich auftreten können. Vor allem Amerika, wo die Zahnheilkunde außerordentlich weit entwickelt ist und der Zahnarzt, ebenso wie in England, Hand in Hand mit dem Arzt arbeitet, hat man diesem Problem der Infektionsherde an den Wurzelspitzen be- fonbeer Aufmerksamkeit zugewendet. Leider macht die Wurzelbehandlung ja immer noch der Zahnheilkunde große Schwierigkeiten, und auch bei modernen Wurzel« fiillungsmethoden sind Jnsekttonen an den Zahnspitzen keineswegs in jedem Falle zu vermeiden. Gefordert wird daher eine sorgfältige, auf mikroskopische und bakteriologische Untersuchungen aufgebaute Wurzelbehandlung. Denn auch deutsche Aerzte, wie der Internist Pähler in Dresden und Professor Euler in Breslau, haben, unabhängig von englischen und amerikanischen Forschungen, die gleichen schwerwiegenden Beobachtungen über den Einfluß erkrankter Zähne auf den Ge- samtorganismus gemacht. Ja man ist sogar zu der Ueberzeugung gelangt, daß selbst die reaktionslosen lokalen Infektionen an den Wurzelspitzen keineswegs" als harmlos angesehen werden dürfen, wie die Arbeiten von Professor Euler über die Schutzwirkung der Granulome (Geschwülste aus ausgeroanberten, sich vermehren» den weißen Blutkörperchen) gezeigt haben. Eine enge wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen Arzt und Zahnarzt ist. daher ebenso unerläßlich wie die Forderung, Wurzelbehandlungen nur durch einen erfahrenen und mit allen modernen Theorien vertrauten Fachmann ausführen zu lassen.
Sandstürme als Energiequelle.
In den Bereinigten Staaten stellt man augenblicklich Untersuchungen an, ob die Sandstürme, die in trockenen Jahren in den weiten Ebenen östlich der Felsengebirge häufig auftreten, als Kraftquelle nutzbar gemacht wer- den können. Man hat beobachtet, daß beim Auftreten solcher Stürme Stacheldrahtzäune starke elektrische Spannungen aufwiesen, daß Kraftwagen infolge Versagens der Zündung plötzlich zum Stehen kamen und der Rundfunkverkehr stärker gestört wurde als bei heftigen Gewittern. Bei Sandstürmen treten keinerlei äußerlich wahrnehmbare elektrische Erscheinungen auf, auch ist kein Zusammenhang mit dem Erdmagnetismus bekannt, doch werden alle gegen die Erde isolierten metallischen Gegenstände stark elektrisch geladen, sobald der feine Sand über sie hinstreicht. In Kansas schaltete ein Farmer beim Herannahen eines Sandsturms zwischen seine Rundfunkantenne und die Erdleitung eine zwei» unddreißigkerzige Glühlampe ein, die alsbald hell auf- leuchtete. — Die ersten Versuche auf diesem Gebiet stammen aus Südafrika. Man spannte über das eine Ende eines offenen Blechgylinders ein feinmaschiges Drahtnetz, das einen großen Teil des in den Zylinder gewehten Sandes zurückhielt. Die darin enthaltene Elektrizität wurde in einen Konduktor geleitet, der sich stets als positiv elektrisch geladen erwies. Ein anderer Konduktor fing die negative Lustelektrizität auf. Bei der An- Näherung beider Kugeln wurden Funken bis zu zwei Zentimeter Länge erzielt, die Spannung betrug mindestens 40 000 Volt. Die Versuche erbrachten den Be-
Dickicht brechen hörten. Ein schwerkrankes Reh schleppte sich dort fort Es war ein starker Bock, doch trug er bloß zwei Stangen. Durch einen Fangschuß in den Träger brachte ich ihn zur Strecke. Wir gingen hin und fanden, daß er einen tiefen Blattschuß hatte, der ihn in kurzer Zeit auch ohne den Fangschuß getötet hätte. Die Wunde war ganz frisch .... doch hatten mir keinen Schuß gehört ... es war unwahrscheinlich, daß ein Wilderer den Bock geschaffen hätte, oder doch vielleicht am Abend zuvor?
Der Jäger, der das Gelände gut kannte, eilte nun geradezu auf „meinen Anschuß". „Da, bei dieser jungen Buche ist er gestanden, und da ist kein Schweiß zu finden", empfing er mich, ich ging zu dem erlegten Bock zurück und folgte von dort aus seiner Schweißfährte. So kam ich auch zu einer jungen Buche, die von der Schußstelle aus gesehen, in derselben Richtung tag, wie die Stelle, die der Jäger als „meinen Anschuß" bezeichnete, nur war sie vielleicht um 40 Schritte weiter entfernt. Zwischen den beiden jungen Buchen, die den gleichen Wuchs hatten, lag aber eine tiefe Mulde, die man vorn Punkte aus, wo ich geschossen hatte, nicht einsehen konnte. Ich fand dort die tiefen Anrisse meines Bockes. Ein paar Schritte vorher — im Dickicht — hafte ich schon das erste Wundbett gefunden. Neben der Schweißfährte aber stand die Fährte einer Gais. Sie war es also, die nach dem Schüsse aus dem Dickicht brach und auf welche zu schießen der Jäger mich aneiferte! Wo war aber die dritte Stange geblieben? Wir eilten zu dem erlegten Bock. Als wir das Haupt aus dem Grasbette hoben, löste sich das Rätsel: der eine Lauscher war entzwei gespalten, und in der Entfernung, von der Krone halb verdeckt, hatte er uns eine dritte Stange vorgetäuscht!
— Die INiniaturschrist-Weltmeisterschaft. Ohne „Rekord" geht es bekanntlich heute nirgends mehr. War da ein Student in Glasgow, der es fertig brachte, 11000 Worte auf eine Postkarte zu schreiben und sich nun in den Zeitungen als Weltmeister der Miniaturschreiberei feiern ließ. Flugs kam ein anderer Engländer, diesmal in Britisch-Columbien, und machte ihm den Titel streitig, da er noch 1000 Worte mehr auf eine
Nahtlose Verbindung mit der „Ma" gelungen.
wtb. Königsberg, 9. Ium. (Eig. Funkm.) Die Citta di Milano richtete gestern abend an di« hiesige Funkstation die Bitte, nicht zu telegraphieren, da sie mit der „Italia" Funkverbindung erhalten habe. Der Kapitän der Citta erklärte gestern abend um 10 Uhr direkte Verbindung mit der „Italia" gehabt zu haben, die sich an einem Punkte zwischen dem 81 und 80 Grad nördl. Breite und 2 5—3 0 Grad ö st l. Länge, also nördlich von der Nordspitze von Spitzbergen, befinde.
Die Explosion auf dem Minenleger.
Zu der Explosion auf dem deutschen Minenleger C 12 erfährt das „B. T." von unterrichteter Seite: Die Hebungen des Sperrversuchskommandos in Kiel werden schon sett Jahren vorgenommen, und bisher war ein Unfall noch nicht zu verzeichnen. Es handelt sich um kleine Minenlegerboote, die teilweise sogar keine Antriebsmaschinen haben und deshalb von anderen Schiffen bei den Hebungen ins Schlepptau genommen werden müssen. Die Besatzung dieser kleinen Hilfsfahrzeuge besteht aus wenigen, aber sehr erprobten Leuten. Die auf den Booten zur Explosion gelangten Sprengkörper sind nicht mit Minen zu verwechseln. Die eingelettete Untersuchung wird mit größter Beschleunigung durchgeführt, und es ist zu erwarten, daß noch im Laufe des heutigen Nachmittags der Chef der Marineleitung einen ausführlichen Bericht über das schwere Unglück erhalten wird.
Zu dem Unglück auf dem Minenleger C. 12 verlautet weiter, daß wenig Hoffnung besteht, den Matrosengefreiten Daum aus Darmstadt, der eine schwere Kopfverletzung erlitten hat, am Leben zu erhalten. Dagegen ist man bezüglich der drei anderen Schwerverletzten, die z. T. schwere Arm- und Beinverletzungen da- Dongetragen haben, durchaus hoffnungsvoll. Das Unglück soll beim Aufheben einer Mine während der Sperr» Übung entstanden sein, doch ist genaueres erst nach Abschluß der amtlichen Untersuchung in Erfahrung zu bringen.
Beilelbstelegramtn des Reichspräsidenten.
Der Herr Reichspräsident hat folgendes Telegramm an den Chef der Marineleitung gerichtet: „Tief erschüttert durch die Nachricht von dem Explosionsunglück bei Schleimünde bitte ich Sie, den Hinterbliebenen der in treuer Pflichterfüllung Verunglückten der Reichsmarine die Versicherung meiner aufrichtigsten Teilnahme zu übermitteln und den Verletzten meine herzlichsten Wünsche für baldige Wiederherstellung auszusprechen. Einem Bericht über die Ursache des Unfalles sehe ich entgegen."
Unfall ans einem französischen Truppenübungsplatz.
Auf dem Artillerieübungsplatz in Bourges hat sich bei Versuchen mit einem neuen Mörser eine schwere Explosion ereignet. Das Rohr eines Geschützes zerplatzte, wobei ein Zivilangestellter auf der Stelle getötet und der den Versuch leitende Hauptmann so schwer verletzt wurde, daß er in hoffnungslosem Zustand bar- niederliegt.
* Die Strafanträge im Halleschen Stadtbankprozeß. Im Stadtbankprozeß in Halle, der seit dem 30. Ja
an di« Wange, wie Donner widerhallte der Schuß in den Bergen. Ich sah das Stück am Hang herunterkollern. . . .
Mit langen Schritten eilte ich den Hang hinauf, um zu dem verendeten Bock zu kommen. Der Anschuß mar leicht zu finden, und eine breite Schweißspur ging von ihm aus. Noch einige Schritte, und da lag . . . eine Gais!
Mein Herz stand ftffl. Wie konnte dies Entsetzliche geschehen sein? Die Fährten, wenige Schritte hoher, am Anschuß, klärten mich auf. Knapp unter der Fährte des schweren Bockes standen die Fährten der Gais, die ich aus den Augen verloren hatte. Sie war, da sie tiefer stand als der Bock, von der Haselstaude ganz verdeckt. Als ich mit dem Korn dem Träger entlang ins Laubwerk fuhr, um den Bock am Blatt zu fassen, sah ich nicht, daß hinter dem Lauh das Blatt des Bockes vom Rückgrat der Gais. Die flüchtige, gesunde Fährte des Bockes im Hochwald zeigte, daß er heil davongekommen war.
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Ein andermal pürschte ich am frühen Morgen an einer Baumschule entlang. Die acht» bis zehnjährigen Bäumchen wurden vom Rehwild stark beschädigt, und da auch ein starker Bock einer der emsigen Gärtner in dieser jungen Kultur war, drängte der Jäger darauf, daß er endlich geschossen werde. Seit Tagen wandelte ich im Morgengrauen heraus und saß bis spät abends am Anstand, doch konnte ich die Anwesenheit des Bockes nur an den allerdings sehr häufigen Verbeißungen der Kultur feststellen.
Endlich an diesem trüben Julimorgen stand er da vor mir in einer schon ausqericbteten Reihe junger Eichen und bearbeitete die frischen Triebe mit sichttichem Wohlbehagen. Als ich vorsichtig die Büchse hob, zog er langsam in di« nächste Reihe hinüber. Schleichend folgte ich und sah chn wieder, doch diesmal nicht die jungen Triebe, sondern das taunasse Gras am Boden äsend. Seine Krone war vom Gras verdeckt, doch hatte ich ihn schon früher angesprochen. Es war ein Kapitaler.
Ohne zu zögern, hob ich die Büchse. Der Schuß fiel, der Bock lag im Feuer. Aus der nächsten Baumreihe sah ich noch ein Stück flüchtig baotrnjagen und dachte.
nuar b. I. in nunmehr 66 Verhandlungstagen verhau- beit wurde und dem eine Schädigung der Stabt Halle um 1% Millionen Mark zugrunde liegt, beantragte der Staatsanwalt nach oiertäg. Anklagerede gegen die Hauptangeklagten, den früheren Stadtbankdirektor Berger, wegen Untreue, Urkundenfälschung und Bestechung zwei Jahre sechs Monate Gefängnis und gegen drei seiner Angestellten Gefängnisstrafen von sieben Monaten bis ein Jahr neun Monate. Gegen 24 weitere Angeklagte, meist Geschäftsleute aus Halle, Berlin, Lübeck und Halberstadt, die durch ungedeckte Kreditnahme und Wechsel- chieberei sich der Urkundenfälschung und des Betrugs chuldig gemacht hatten, lautete der Strafantrag auf Ge- ängnis von drei bis zehn Monaten. Bei vier Angeklagten hielt der Staatsanwalt Geldstrafen von 200 bis 300 Mark für ausreichend.
* Unschuldig ein Jahr im Gefängnis. Der frühere Berliner Polizeiwachtmeister Ianckel war vor fünf Jahren wegen Diebstahls zu einem Jahr Gefängnis verurteilt worden und hat diese Strafe bis auf den letzten Tag abgefeffen. Jetzt wurde vor dem Schöffengericht Berlin-Mitte im Wiederaufnahmeverfahren von neuem gegen 'ihn verhandelt. Ianckel hatte damals vor der Strafkammer verschwiegen, baß ihm ber wirkliche Dieb, der Polizeiwachtmeister Ieffat, bekannt war, und er hatte es auch nicht verhütet, daß Ieffat sich als Zeuge meineidig machte. Erst nach der Verbüßung seiner Strafe betrieb Ianckel bas Wiederaufnahmeverfahren und bewirkte dadurch, bah Ieffat inzwischen auf sein eigenes Geständnis hin wegen Meineides und Diebstahls zu 114 Satiren Zuchthaus verurteilt worden ist. Das Schöffengericht sprach Ianckel frei.
* Ein sensationeller Akordprozeh. Der P a r i s e r Ju- welenhändler Mestorino, der vor einiger Zeit einen Geschäftsfreund, dem er Geld schuldete, ermordet, den Leichnam in einen Wald verschleppt, ihn dort mit Benzin übergossen und verbrannt hatte, ist vom Schwurgericht zu lebenslänglicher Zwangsarbeit verurteilt worden. Die Verhandlung nahm einen äußerst sensationellen Verlauf, da während des Zeugenverhörs die Schwägerin des Mestorino als Mitschuldige festgestellt wurde, die ihm bei der Tat behilflich gewesen fein soll. Sie ist auf ber Straße vor dem Theatre Francois verhaftet worden. Sie wird beschuldigt, die Leiche des ermordeten Juweliers Trupheme beiseite geschafft und die entwendeten Juwelen in Gewahrsam genommen zu haben. Auch gegen zwei Juweliere ist wegen Hehlerei im Zusammenhang mit ber Ermordung Truphemes Anklage erhoben worden. „
* Folgenschwere Explosion in bet Filmstadt Hollywood. Das in der Nähe des Filmviertels in Hollywood gelegene und von bekannten Filmkünstlern viel besuchte Eafs „Zum russischen Adler" ist durch eine schwere Explosion zerstört worden. Im Anschluß an die Explosion ging das Erdgeschoß des Gebäudes in Flammen auf. Zehn Personen wurden verletzt, davon zwei lebensge- fahrlich. Zurzeit des Unglücks waren zahlreiche Berühmtheiten der Filmwelt, darunter auch Chaplin, in dem Lokal anwesend, konnten sich aber noch rechtzeitig in Sicherheit bringen.
* Selbstmord des Ackerbaukommissars Georgiens. Aus Moskau meldet ein Telegramm der Sowjetunion-Agentur: Der Ackerbaukommissa: Georgiens, Alexiu Gegetschkori, erschoß sich in einem Zustand seelischer Depression, die dadurch hervorgerufen wurde, daß er infolge starker Verschlimmerung seines Gesundheitszustandes seiner Tätigkeit dauernd fernbleiben mußte.
es sei die Gais, die den Bock immer begleitete. Als ich aber zu dem geschossenen Stück trat, wurde ich eines — nicht Besseren — Schlechteren belehrt. Vor mir lag ein sehr starkes Kitz, mit guten, viel versprechenden Spießen, die noch im Bast waren!
Der Jäger, der mir auf einige Schritte folgte, aber einige Meter höher ging als ich, sah von seinem Standpunkte die Tragödie und gab mir die Erklärung, daß der Starke, als ich zum erftenmale anlegte, nicht bloß eine Baumreihe weiterzog, sondern die nächstliegende Reihe, in welcher der junge Spießer stand, überschritt, und in ber übernächsten Reihe verhasste.
Nun aber schwor ich mir, nie wieder auf ein Stück zu schießen, wenn ich nicht Haupt und Blatt beim Schuß sehen kann! Bisher blieb ich meinem Schwu.re auch treu.
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Wie man trotz aller Vorsicht bei der Jagd getäuscht werden kann und wie wenig man sich auf die „genaueste" Beobachtung verlassen soll, lehrte mich ein Erlebnis im nächsten Jahre. In einem sehr gut besetzten Revier pürschte ich auf Rehböcke, begleitet von einem der dortigen, sehr tüchtigen Jäger. Es war noch kaum Schuß- licht, als er mich auf einen guten Back aufmerksam machte, den ich übersehen hatte. Das Stück stand in einem dichten Waldteile, auf ungefähr 70 Schritte breit da und schien uns nicht wahrgenommen zu haben. Mein starkes, achtfaches Fernglas zeigte mir deutlich, daß der Bock drei starke Stangen trug, und ber Jäger bestätigte diese Beobachtung. Ich kam gut im Platte ab, ber Bock zeichnete durch eine lange Flucht, mit ber er aber im Dickicht verschwand. Wenige Sekunden später kam er wieder in wilder Flucht hervor, machte vor uns eine Schleife und wandte sich dem Stangenholze zu meiner Linken zu. Der Jäger flüsterte in erregtem Tone: ..Der Bock ist g'fehlt! Schießen Sie doch nach!!" Doch ch konnte dem flüchtigen Bock im Stangenholz keine sichere Kugel antragen und zog es deshalb vor, nicht zu schießen.
Der Jäger und ich besprachen nun den Fall ganz laut. Ich war sehr traurig, den Abnormen gefehlt zu haben und wollte gerade zu Anschuß gehen, als wir im .