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Das Problem des Kapitalismus

6us dem preußischen Landtag.

Das Nachrichtenbüro des VDZ. meldet: Nach der ersten formellen Sitzung des Preußischen Land­tages am Freitag, den 8. Juni, dis nur von für» Dauer sein wird, wird sich, wie das Nachrich- tenburo des VDZ hört, der Landtag auf Sams- taS,..den 9. Juni vertagen, um die Wahl des Prafldrums durchzuführen und eine Erklä- . o. , „

rung des preußischen Staatsministeriums entge- g1?5. rechtfertigen könnte." Er zitiert dann den genzunehmen. In dieser Erklärung wird der preu- I Jesuiten P. Pesch, den verstorbenen Nationalöko- ßische Ministerpräsident Braun darlegen, daß nach "Een: „Was uns den Weg zur Volksseele verlegt, dem Ausfall der Wahlen keine Veranlassung be- ""■**** mvra-----

steht' die bisherige Politik in Preußen oder die Regierungsbasis zunächst zu ändern. Am Mon­tag, den 11. Juni, wird der Landtag in die Aus­sprache über diese Regierungserklärung eintreten, an deren Schluß über ein Vertrauensvotum für ote Regierung abgestimmt werden wird, mit dessen Annahme in parlamentarischen Kreisen bestimmt gerechnet wird, da die bisherige Koalition über »ne ausreichende Mehrheit verfügt.

Biederlack wird alle die oben angeführten Schä­digungen durch dm Kapitalismus als Auswüchse, nicht aber als Ausfluß des Wesens kapitalistischer Wirtschaftsordnung bezeichnen. In der Betonung

übrigen hat überhaupt noch keinerlei Besprechung oder Fühlungnahme der maßgebenden Persönlich­keiten des Zentrums über irgendeine mit dem Ausfall der Wahlen zusammenhängende Frage und erst recht nicht über das Problem der kommenden Regierungsbildung stattgefunden.

Die chauvtverantwortung liegt auf der Sozial­demokratie, das fühlt diese selbst. Die Sozia'demo- kra tische Partei hat für den 6. Juni einen Partei­ausschuß nach Köln angesetzt, und dort wird wahr­scheinlich der Antrag auf Berufung eines außer- ordentlichen Parteitages aestelll werden. Grund- läLlicki ilt die Frage der Regierungsbeteiliauna der

Der preußische 2Nin>sterpräsidenf Dr. Braun verzichtet auf sein ostpreußisches Reichskaasmandat. Das Nachrichtenbüro des V.D Z. meldet: Der preu­ßische Ministerpräsident D r Braun hat sich, wie das Nachrichtenbüro des V.D.Z. hört, entschlossen, auf sein ostpreußisches Mandat .zum Reichstag zu verzichten, da er zugleich auch im Wahlkreis Düssel­dorf-West für den Reichstag gewählt ist. An seine Stelle tritt für Ostpreußen ein neuer Sozialdemo­krat in den Reichstag, der Redakteur an der „Kö­nigsberger Volkszeitung", Lufft. Ministerpräsident Braun vertritt bekanntlich Ostpreußen als sozial­demokratischer Svitzenkandidat im Landtag.

Die Dorstandssitzung des Zentrums

Das VDZ.-Büro meldet: Die Sitzung des Par­teivorstandes des Zentrums am Donnerstag, die bis in die späten Abendstunden dauerte, beschäf­tigte sich, wie das Nachrichtenbüro des Vereins Deutscher Zeitungsverleger hört, mehr mit inneren Varteifragen als mit der politischen Lage und der Koalitionsbildung. Die Entscheidung über dis Regierungsbildung muß im wesentlichen der Reichstagsfraktion überlassen werden, in Preuyen der preußischen Landtaasfraktion.

Den Vorsitz in der Beratung führte der Par­teiführer Rei-^--'"'»^<'r Dr. Marr- die Bergent- gen werden am Freitag mit den Fraktionsvorstän­den der Reichstags- und Landtagsfraktionen sowie • mit den Reichs- und Landessekretären fortgesetzt.

Nach Abschluß der Beratungen ist am Freitag ein parteiofsiziöses Kommunique zu erwarten

Die Beratungen der anderen Parteien.

Zur Vorbereitung der Verhandlungen über *ie Regierungsneubildung im Reiche dienen vor allem die Sitzungen der verschiedenen Parteivor- ftände und Parteiausschüsie. Der sozialdemo­kratische Parteiausschuß tritt bereits am 6. Juni in Köln zusammen und will auch am näch­sten Tage, dem 7. Juni, sein umfangreiches Pro­gramm weiterberaten. — Der Parteivorstand der Deutschen Dolkspartei wird sich Mitte nächster Woche versammeln. Eine Festsetzung des Termins ist noch nicht möglich gewesen, weil die Parteiführer, vor allem Dr. Scholz und Dr. Cur- tins, sich noch in Urlaub befinden. Die Demo­kraten werden vor dem Zusammentritt der Parlamente keine Tagung mehr abhalten, sie Ha­den ihrs Reichstagsfraktion einstwellen für den 13. Juni vormittags einberufen. — Die deutsch- nationale Parteileitung wird sich erst nach dem Zusammentritt des Reichstags versam­meln. Die deutschnationale Reichstagsfraktion ist, wie bereits gemeldet, für den 11. Juni zu ihrer ersten Sitzung eingeladen worden.

Die V o l k s r e ch ts p a r t e i hat bei der Reichstagswahl 481124 Stimmen erhalten, aber nicht acht Mandate, sonders nur zwei erhalten, weil Art. 32 des Wahlgesetzes bestimmt, daß auf die Reichsliste nur soviel Sitze entfallen können, wie auf die Kreiskisten, und auf diese nur je ein Sitz für volle 60 000 Stimmen. Diese Letztzahl er- reichte die Partei nur im Wahlkreisverband 15 < Sachsen) mit 72166 Stimmen; sie erhielt damit nur im Wahlkreisverband ein Mandat und e'-n weiteres aus die Reichsliste. Die 120 000 überstei­genden 361 124 Stimmen gehen verloren.

.Die Bolksrechtsvartei hat jetzt beim Staatsge- nchtshof für das Deutsche Reich Einspruch ge- g^V16 Stimmungen der Paragraphen 31 und 82 des Reichswahlgesetzes erhoben. Auch die lrnken Kommunisten mit 80057 Stimmen uni» der Volkifch-nationale Block mit 264 565 ©timmen, die ohne Mandate geblieben sind, wsr- »en sich, wie der „Germania" zufolge verlautet, em Vorgehen der Volksrechtspartei anschließen.

Seit Anfang dieses Jahres wird in Eberles „Schönerer Zukunft" zwischen einer Anzahl katho­lischer Volkswirtschaftler und Ethiker heftig um das Problem des Kapitalismus gerungen. Zunächst ging der Kampf um den christlichen Eigentums - begriff. Während Prof. P. Biederlack S. J. daran festhielt, daß das Eigentum, innerhalb der Rechts­ordnung betrachtet, aus sich keiner Beschränkung des Verfügungsrechtes unterstehe, daß die Schranken bei seinem Gebrauch ihm vielmehr aus der sitt­lichen Ordnung her von außen auferlegt werden, kämpft eine andere Gruppe, vornehmlich die „Wie­ner Schule", für einen in sich gebundenen Eigen­tumsbegriff, der das freie Verfügungsrecht über die Sache mit Rücksicht auf das Wohl der Allge­meinheit einschränkt. Biederlack wird freilich auch zugestehen, daß es praktisch kein freies, pflichten­loses, absolutes Eigentum gibt. Nur wehrt er sich dagegen, diese Verpflichtung als Wesensmerk­mal in den Eigentumsbegriff aufzunehmen. Die Gegner Wersen Km nyn vor, er trenne zu stark die sittliche und rechtliche Ordnung. Sie sehen in der Frage keine leere Spekulation, sondern kämpfen hier für eine Revision der Stellung der Kirche zum Kapitalismus. Naturgemäß bildet der Eigen­tumsbegriff die Hauptwurzel, wo die Axt angesetzt werden muß, falls der Baum des Kapitalismus zu fällen ist. Äiederlack scheint in dem Eigentums­begriff der Gegner einen Eingriff in das Privat­eigentum überhaupt zu wittern.

Darum geht des weiteren der Streit, ob das kapitalistische Wirtschaftssystem demWesennach schlecht ist oder nur in seinen Auswüchsen. Die ungeheure Bedeutung dieser Frage für unsere ganze wirtschaftsethische Einstellung und unsere Haltung zum Sozialismus liegt auf der Hand. Biederlack hält das System dem Wesen nach nicht für schlecht. Die Gegner, vor allem Abt Dr. Wie- singer (Schlierbach), behaupten das Gegenteil: „Tradition, Leben und Wissenschaft sagen, daß der Kapitalismus in seinem Wesen schlecht ist. Die Tradition sagt es: Nämlich die ganze Zinsgesetz­gebung der Kirche, die sich gegen eine Fruchtbar­machung des Geldes richtet, wie sie für den Kapita­lismus bezeichnend ist. Das Leben sagt es: Es soll sich einmal jemand die Mühe nehmen, die unge­heuere Zinsenlast festzustellen, die heute die einzel-

FuldaerZertung

______Anzeiger für die Stadt Fulda and den Landkreis Fulda. Amtliches kreisblatk.

I das ist vor allem jenes tiefe Mißtrauen der Massen gegen Kirche und Christentum. Man sieht in uns die, Vertreter der kapitalistischen Interessen, Be­schützer der kapitalistischen Wirtschaftsverfasfung. Dieses Mißtrauen, in sich unbegründet, muß mit aller Kraft, Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit bekämpft werden. Wir müßen klare Stellung nehmen gegen den Kapitalismus auch in unserem Programm. Wir müssen dm Uebergang in die neue Wirtschafts - ■ Verfassung nicht über uns ergehen lassm, sondern diesen Uebergang fordern und herbeiführen... Die­ser volle Bruch mit dem kapitalistischen System ist die unbedingt notwendige Voraussetzung, um das Mißtrauen der sozialistischm Arbeiter zu über­winden, aber auch, um die christlichen Arbeiter vor einem solchen lähmenden Mißtraum zu bewahrm. Wir muffen das Volk darüber belehren, daß der individualistische Kapitalismus in schroffem Segen« satz steht zu- christlichm Soziallehre und Moral. Kapitalism' und Christmtum stehm sich gegenüber wie Feuer und Wasser!..."

Der chinesische Bürgerkrieg.

Die südchinesischen Truppm vor dm Toren Pekings.

Die Nordchinesen habm beschlossm, Peking nicht zu räumen, sondern die Linie Liulrho-Matschang zu verteidigen. Nach einem Telegramm aus Tientsin hat die Nachricht vom Falle Paotingftls und vom Rückzüge der Nordchmesm auf der Front Peking - Hankau die Manneszucht unter dm nordchine­sischen Truppm an der Eismbahnlinie Timtsin- Pukau gelockert. Sie habm jede Lust zum Kämpfen verloren, und viele von ihnen befertieren.

Nach einer dem japanischen Hauptquartier zu- gegangmen Meldung hat Tschangtsolin be- schlossm, sich von Peking zurückzuziehen. Ein Teil der nordchinesischen Truppm ist infolge­dessen bereits auf dem Wege nach Mukden. Die japanischen Militärbehörden rechnm deshalb da­mit, daß schon in kurzer Zeit Peking in die Hände der südchinesischm Streitkräfte fällt.

Bedrohliche Lage in Tientsin.

Die Truppen Fengjuhsiangs sollen 18 Meilen | von Tientsin entfernt eingetroffen sein und in I

Die Diskussion ging also auf die Zinsfrage über. Biederlack wehrt sich dagegm, int heutigen Gelbe und feiner Fruchtbarkeit die Wurzel der

westlicher Richtung weiter vorrücken, um die Eisen-

bahnstrecke Peking-Tientsin abzuschneiden. Die Lage s dUt p0UtlsHeN Lüge,

m Tientsin gibt Anlaß zu ernsten Befürchtungen. Aus parlamentarischen Kreisen wird uns ae« Die ausländischen Truppm haben eine Vertei- schrieben:

■?^P ßnglanber und 380 Italiener. Die auslcm- I hoben. Aber es scheint, daß auch aus technischen

dlschen Truppm stehen unter dem Oberkommando Gründen am 13. Juni noch nicht der Reichstag zu-

eines japanischen Gmerals, lediglich die Ameri- sammentreten kann. In den nächsten Tagen wird

ferner stehm unter eignem Kommando. I die Entscheidung getroffen werden. In preußischen

*•• W-. K» ÄKÄt Der Kommandeur der btitten japanischen Division, daß noch vor dem Zusammentritt des Reichstages General Jasnmitsu, der in Tsingtau in der ver- I der Preußische Landtag zusammenkommt, von dem gangenm Woche von den Nordtruvpen, ohne einen man ermattet, daß er nach dem Wahlausfall das Zeitpunkt festzusetzen, verlangt hatte, sich sieben I bisherige Kabinett im Amte bestätigt. Man möchte bie I IN offenbar damit schon eine gewisse Rücken- em ^matum gerichtet, in I deckung für die koalitionspolitischen Verhandlungen svätesiens im Reiche schaffen, die naturgemäß ihre Auswir.

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In den nächsten Tagen werden aber auch schon die Führer der verschiedenen Parteien in Berlin eintreffen. Man wird, ohne daß es zu einer ver­bindlichen Besprechung dabei zu kommen braucht, Hraffs | ä“5ä ä wä ä K-Mp! M MLSÄ * W 6em

nicht nur löblich, sondern er muß von allen Einsich- I <ru, ri„h «

tigen geführt und gefördert werdm. Die von dm darüber daß siebte Äi Geldmächtm getriebene Ausbeutung der Arbeiter L'. .2“ * ^n “oWons-

und des übrigen konsumierenden Publikums rft als ^^"^gwrungs-

bie Hauptwurzel be§ Sozialismus und bet Ausbrei- I ^aben. Wen sie als Kanz-

tung desselben anzusehen, und es wäre daher voll- ".?* "icht fest,

kommm verfehlt, wenn man sich auf die Bekämp- ®daß der anfänglich erörterte Plan fung und Zurückdrängung des Sozialismus allein I ’ n.er Personaluni an zwlschenRe ich beschränken wollte. Auch wir Katholiken dürfen uns I " Preußen fallen gelaffen worden ist. Es nicht etwa dadurch täuschen lasen, daß der Sozialis- stheint ferner, daß die Sozialdemokraten in Preu- mus in viel brutaleren, offeneren und für manchr I 5j-n geneigt sind, ihren jetzigen als preußischen Kreise gefährlicheren Formm gegen bie Religion I Minlsterprastdenen amtierenden Parteigenossen und bie Kirche auftritt, als ber LiberaKsmus und I ~ I 0 " " als Kanzler an das Reich abzutreten, so- bie von ihm zumeist geleitete Hochfinanz das tut.“ I "?ß die größere Wahrscheinlichkeit im Augenblick Biederlack warnt aber davor, ht Bekämpfung eines I für Müller- Franken besteht, der ja schon früher Irrtums in ben entgegengesetzten zu verfallen unb einmal, und zwar von März bis Juni 1920, diese» z. B. in der Zinsfrage die Zinsforderung I Amt verwaltete.

überhaupt als unerlaubt und ungerecht hinzu- I Es ist bemerkenswert, daß jetzt schon in reichs» stellm, statt nur ihre Auswüchse zu bekämpfen. | wie in preußischen parlamentarischen «reifen lebhaft die Frage erötert wird, ob die ßiihrunq der Regierung im Reich wie m ----- — ,------ „—------ ...___0.. ___ Preußen durch die Sozialdemokraten nicht argen Mißstände in der Volkswirtschaft zu sehen, I das sozialistische Uebergewicht für . die Be­ist allerdings der Meinung, daß, „wenn ohne stimmung der deuffchen Politik zu stark werden Schädigung des öfsmtlichen Wohles der Kapitalzins I ließe und ob es demgemäß nicht zu empfehlen fe» völlig beseitigt »erben könnte, vom kirchlichen in Preußen die zweitgrößte Koalitionspartei, allo Standpunkt aus wohl nichts dagegen zu sagen fei." I etwa das Zentrum, für die Ministerpräsidentschaft Biederlack sieht die Wurzel der Hebel „in ber I zu interessieren. Man hat dabei auch schon in an- maßlosen Auffpeicherungssucht, dem von allen Ge- bereit als Zlentrurnskreisen, die sich mit diesen setzen der Liebe und ber Natürlichkeit sich frei dün- I Sinnen überhaupt noch nicht beschäftigt haben und kenden Geist, der die heutigen wirtschaftenden Kreise I vollständig Gewehr bei Fuß stehen 'zwei Raum» beherrscht." „Daß bie volksverderbmdm Auswüchse als preußische Ministerprä^

des heutigen Zmswesens aus dem Wirtschafts- I genannt und zwar einmal bas dem Zentrum anae- SeriSUB"fm ' M bte Wv$)t Sozial- börenbe Mitglied des Preußischen Staatsrat, den e^ckimmer getagt/ Oberbürgermeister von Köln, Adenauer, und

Abt Dr. Wlesmger lehnt dagegen nicht nur bie I zum zweiten den Preußischen Wohlfahrtsminister Auswüchse, sondern das Zinsnehmen überhaupt ab: I Hirtsiefer.

„Auch heute noch ist bas arbeitslose Einkommen, Es ist aber auch weiterhin bemerkenswert daß bas ist der Zms an sich ungerecht und verboten, man in sozialistischen Kreisen noch qarnicht einmal ebttlso wie emst. Z:nsanhänger und-Gegner hn so einheitlich in der Entscheidung ber Frage ist daß katholischen Lager berufen sich auf Kanon 1543 des die Sozialdemokraten im Reiche das Kanzleramt - neuen kirchlichen Rechtsbuches für ihre These. So- und damit die Führung und Bfftirnmung der Pon!

^ m ber Begriffsblldung sich nicht einig sind, tif übernehmen. Man lieböuoelt mit d?m Eedan- wird es schwer fern bte Ansichten beider Partien ken. daß eine Koalitionspartei sich dazu herge°en in dieser Frage richtig toteberiugeben. Dr. Gras ! möchte und da S f r <. <» m « » » » »e en

d'Avernas formuliert die Ansicht der Zinsgegner: I tnegen für eine ßantfertomft niAt *,nes Krankheit "Bei folgerichtiger Auslegung des Kanon 1543 des g man b«eits Ä’

neuen kirchlichen Gesetzbuches ist daran festzuhalten. I j>C5 Zentrums hin f^cF ®cl.te

daß weder Zins, d. i. unerlaubter Gewinn aus Iinf5bemDPrQTiLn besonders .n

einem Darlehen, noch Kapital, d. i. behufs Zms- eiert Mb eÄLmlnh m »ebar"Je prDDa*

gewinnung geborgtes Geld in der Wirtschaft einer £ ®”6e. Koalition unter

christlichen Gesellschaft geduldet werden können." ! Herrn von Gu--rard, des Vor.

Damit will d'Avernas keineswegs den Wegfall I ^entrumsfraktlon des Reichstags,

von Renten, Pensionen ufto. fordern, auf die infolge I L,jL. '?."L .^uJn. Wortführer dieser Forderung anderer Rechtstitel als dem Zins ein Anspruch I na) insbefonbere von Gerlach in der besteht. Aber er meint: „Der heute stets höher I am Montag . Man weiß aber in unter» sich auftütmenbe Reichtum einzelner inmitten bit» I achteten Kreisen, daß hinter dieser Aktion von Ger- terer Rot von Tausenden ist eine Warnung für I ganz andere als nur demokratische Kreise bie Regierungen. Die Verschuldung ganzer Staaten I phen und daß es sich um einen Sondierungsver- verweist auf das kirchliche Zinsverbot als den I ™ch von nicht unmaßgeblichen sozialdemokratischen einzigen Leuchtturm, der, Rettung kündend, aus I "onnfern handelt.

dem wogenden Meere ungerechter Zinswirtschast I Man kann dazu feststellen, daß das Zentrum ragt." I als solches ober Politiker oder Parlamentarier des

Die Kirche hat praktisch in der modernen Wirt- I ^ntrums. an derartigen Kombinationen in ferner schäft ein Zinsnehmen unter gewissen Emschrän- I J"6*'6 beteiligt sind und sie auch absolut ablehnen, hingen geduldet, c nige katholische Nationalöko- I 3« »eldjer Jölüte derartige Dinge schon ge- nomen haben sich unscharf ausgedrückt und erklärt I "'sben sind, ergibt sich auch aus anderen iß reffe« bie Kirche habe das Zinsnehmen „kanonisiert", I ^teuungen. die immer wieder das Zentrum in „erlaubt“. Biederlack weist mit Recht daraus hin, I ben Mittelpunkt ihrer Erörterungen stellen. So daß eine Duldung noch nicht eine Erklärung ber I wollkd der „Jungdeutche" von einer angeblich „gut Erlaubtheit bezeichnet, zumal bie Zins frage zu- I unterrichteten Seite" dieser Tage wissen, daß Herr n ä ch st nicht dem kftchlichen Lehramt, sondern in I von Gu-rard als Kanzler für bie kommende Koali- i ber moralischen Wertung ber natürlichen Sitten- I tion den ehemaligen Reichskanzler Dr Wirth I lehre zugeordnet ist. präffentiert habe. Das Unsinnige einer derartigen

Entscheidend für die Frage, ob der Kapitalismus I Darstellung liegt auf der Hand. Herr von Gu«- in sich schlecht ist, scheint uns bie andere Frage zu I rard weilt zurzeit in Rom unb wird erst in den fein, ob die kapitalistische Gesinnung schlecht ist. I nächsten Tagen nach Berlin zurückkehren und im Der Kapitalismus als Wirtschaftssystem wird sich re- '

formieren lassen, wenn die kapitalistische Gesinnung refonnierbar ist. Wir werden in einem weiteren Ar­tikel das Urteil katholischer Gesellschaftswissenschaftler über die kapitalistische Gesinnung hören und dann im diesjährigen Fastenhirtenbrief von Bi­schof Dr. Christian Schreiber von Meißen über den Kapitalismus das Urteil einer bischöf­lichen Autorität ber Polemik in ber „Schöne­ren Zukunft" gegenüberstellen. Zwar ist ber Hirten­brief in feiner Weise eine Antwort auf diese Polemik, nimmt aber zu ihren Grundfragen Stellung.

5. P.

Wie der „Vorwärts über die Besprechung ftes Reichspräsidenten mit d-m Reichstagspräsidenten erfährt, hat pebe ben Reichspräsidenten auf die Möglichkeit Der Bildung einer Weimarer Koalition er Hinzuziehung der Deutschen Bau»mvartei oder der bayerischen Volkspartei aufmerksam ge- Loebe durch den' R°enrälihpnI nen Völker zu tragen haben. Die Verschuldung der eine" i n f o r mat nriiT» J??5 deutschen Bauernschaft beträgt derzeit fast 12 Mil-

Verhandlunaen feit d-s Rei^n^n'h I IiaTi)en Mark; dabei sind heute die Zinsen drei- bis

KabinrttsMdmm^merden^e^^"^I^'v?^^kn^^'' viermal hoher als in ber Vorkriegszeit. Die Börsen aeaenSaeu LbinrtM hSi, ± unb Banken haben ein Rekordjahr nach dem ande-

kür den Dammewrttt Riesensummen fließen da in die Taschen der

Suni in Ausück^a-nnm^ Nichtarbeiter. Daher kann die Arbeit nicht entfpre-

\>n einenS? nnrhlr^rfn £ ^te chend entlohnt werden. So fällt der arbeitsloss

einen Tag vorher, also am 12. Ium erfolgen. | und batbenbe Arbeiter dem Sozialismus in die Arme... - Das Leben sagt es: Welche Unter­nehmen tragen dem Unternehmer (dieser ist zu unterscheiden vom kapitalistischen Geldgeber) 8 bis 10 Prozent Zinsen? Eine Bauernwirtschaft? Es müßte einer mit dem Leben keinen Kontakt haben, der dies behaupten wollte. Es ist also an sich abso­lut unberechtigt, für etwa einem Landwirt gelie­henes Gelb einen Zins in dieser Höhe zu fordern. — Die Wissenschaft sagt es: Man hat bis heut» keinen Zinstitel gefunden, der allgemein ... den Zms rechtfertigen könnte." Er zitiert bann den Jesuiten P. Pesch, den verstorbenen Nationalöko-

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im Bild" und „Buchenblätter". Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernsprecher Nr. 9. Monatlicher Bezugspreis 1,80 Mk. >:

Samstag,

2. Juni 1928.

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S5.Zahrg.