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Fuldaer Zeitung

Sonntag, den 27. Mai 1928.

Pfingstrosen

Der Mann im Monde.

I

Trink’ das

Oie älteste Sparkasse des Regierungsbezirks

= Mundeisicher =

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sich nicht Niemals Niemals Nie war ihrer Not

eine solche Stimmung aus. Man lasse täuschen durch die strahlende Oberfläche, war die Menschheit so hilflos wie heute, war sie dem liebet so wenig gewachsen. Idealismus so bedroht. Wollte sie in

In einem Leid trösten, das wahrscheinlich bald vorübergeht, ist nicht schwer. Wenn man aber weiß, daß es muimaßlich nur noch schlimmer wird, und dennoch trösten können, das ist ein Meister- ftürf. Um so bewundernswerter ist dies, je nieder- drückender das Leid auf der Seele des Menschen lastet. Und geradezu ein göttliches Wunder muß geschehen, wenn der Mensch noch glücklich bleiben soll auf den Trümmern seines Glückes. Unsere Zeit bedarf eines solchen göttlichen Trösters, denn menschlicher Trost reicht nicht mehr zu. Wie die Dinge einmal liegen, wird kein Mensch den Un­zähligen, die ihr Vermögen verloren Haden, es zurückgeben. Kein Mensch wird auch imstande sein, die Weltwirtschaft aus ihrem krisenhaften Zustande zu erlösen. Es müßte zu diesem Zwecke der Kapi­talismus sozial werden, was er höchstens tut in den Abhandlungen von Utopisten. Es müßten die aus­ländischen Betriebe sich zugunsten der europäischen wieder zurückentwickeln, woran sie gar nichi denken. Wie es jeßt ist, wird man die Produktion entweder im rasenden Tempo fortsetzen, und wer soll das alles kaufen? Oder man wird sie herab- feßen, dann wird die Anneee der Arbeitslosen m allen Ländern nicht abnehmen, mag auch vorüber­gehend eine Milderung eintreten. Wie sich im Politischen die Dinge entwickeln, wird die gepan­zerte Faust immer wieder aus dem Handschuh des Pazifismus herausspringen und wird.eine Nation die andere bedrohen. Wie man eine Sache auch angreifen mag, in der Welt der Leidenschaften wird sie eine Quelle des Unglücks. Bon den großen Erfindungen gilt das zumal, die von ihren Ur­hebern gewiß zum Wohle und Fortschritt der Menschheit erdacht worden sind. Alles wandelte sich um zu Werkzeugen der Ausbeutung oder der Zerstörung. Weil die Menschheit das fühlt, weil sie instinktiv aus den Ereignissen nur beängsti­gende Folgerungen ziehen darf, so ist sie verzweifelt. Sie glaubt nur noch an das brutale Hilfe dir selbst, das jeden Augenblick bereit ist, über des Nächsten Leiche zum eigenen Glück zu schreiten. Ach, wie groß ist die Zahl derer geworden, die das Leben einfach nicht mehr meistern. Sie ziehen die Summe von Glück und Leid und beschließen, dieses Leben zu verlassen. Auch unter den Jungen breitet sich

Frage: Will Arnold Schweder etwas anderes von mir als harmlose Freundschaft? Und leise, ganz leise gibt sie dem Gedanken Raum: Wenn es so wäre, wäre es nicht das Beste für dich, würdest du nicht Frieden und Glück finden in der» stillen Hause, das deiner Mutter einst eine so geliebte Heimat gewesen?

Aber hart und unabweisbar drängt sich ihrem streng rechtlichen Sinn eine andere Frage auf: Wäre es nicht ein Unrecht gegen den Mann, der dich liebt und dir ver­traut, wenn du ihm ein Herz entgegenbrächtest, in dem die Liebe zu einem anderen leider nur zu fest Wurzel ge­faßt hat?

Sie lehnt die heiße Stirn gegen die kühlen Scheiben und fromm und innig steigt aus ihrem gequälten Herzen das Gebet empor: „Lieber Gott, führe du mich den rech­ten Weg, laß mich kein Unrecht tun! Mutter, sieh die Not deines bedrängten Kindes, Mutter rate mir und hilf mir!“

doch nur das eine tun und jeßt zu Pfingsten ein­mal aufmerksam die herrlichen Hymnen losen, die in der Gemeinde der Gläubigen gesungen werden.

Komm, heiliger Geist, so beginnt eine der schönsten. Aus Zeiten kommt sie, die gewiß auch ihre Laster und ihre Unglücksfälle hatten, ihre Kriege und ihre Naturkatastrophen. Aber sie hatten den heiligen Geist und liefen jedenfalls nach ihm. Neben der Welt der Krankenhäuser, der Schlachtfelder und der Friedhöfe kannten sie noch eine andere, jenes Land, in dem feine Träne mehr fließt, die über alle Begriffe schön und wundeireiche Welt des Heiligen Geistes. Von da aus erwarteten sie sich den großen Trost und die nie versiegende Kraft. So nannte sie ihn den Tröster, das Geschenk des höchsten Gottes. Aus den Titeln, die sie ihm beilegten, ersieht man so recht, was sie von ihm ersehnten, und es ist ge­nau das, was uns arich heute fehlt.

Fons Dious, tagten sie, was lebendiger Quell heißt. Sie wußten um jenes Geheimnis der

strahlen ihre Augen und man sieht das Glück leuch­tend herausschauen. Fühlte man wieder, wie Got­tes Liebe in allen Dingen ist, wie sie im Lenze grünt und im Schlag der Nachtigall ihr Echo fin­det, wie sie im Glanze der Stirne zieht und in jedem Hauch der Liebenden erglüht, wie wäre dle Welt auf einmal schön und reich Es trabe wohl noch leidende, aber es gäbe keine unglückliche Men­schen mehr. Komm, Heiliger Geist komm Feuer der Siebet Gib der Seele diese Kraft, aus der allein sie leben kann und die sie erfüllt. Dann singen wir auch in unserer Zeit das neue Lied, und das Antliß der Erde wird fick erneuern. Fons vivus, ignis, caritas ... Es sind die schönsten

VIII.

Sonntag nachmittag ist es, ein so friedlicher, stiller Sonntagnachmittag auf dem Lande. Frau Anna krän­kelte ein wenig und da wollte Leni die Tante nicht allein lassen. Frau Barkamp ist fast krank vor Sorge um ihren Sohn. Diettich selbst sieht blaß und vergrämt aus, wohl tut er feine Arbeit.aber nur maschinenmäßig; er scheint das Interesse daran verloren zu haben. Mit ihrem Mann kann Frau Anna über ihre Sorgen nicht reden, er fer­tigt sie immer mit denselben Worten ab: „Dummheit, Frau; an unglücklicher Liebe stirbt man nicht, bann wäre ich damals auch gestorben. Ein echter Mann muß mit sich selbst fertig werden können; traurig genug, wenn Dietrich das nicht kann!"

Frau Anna hat Leni schließlich fast mit Gewalt zu Müllers fortgeschickt. „Du darfst mir vor Abend nicht wiederkommen!" hat sie ihr beim Abschied gesagt, „die Trude und Wisken werden ganz gut allein fertig."

In der großen Küche ist es ganz still, selbst der Herb ist ausgebrannt, benn an warmen Sommertagen wirb der Kaffee kalt getrunken; da braucht man kein Feuer unb kann Holz und Kohlen sparen. Durch bie offen- stehende Haustür ist auf leisen Sohlen die Hauskatze her- eingefchlichen, schnurrend sitzt sie auf der kalten Herdplatte und verstohlen blinzelt sie zu Nimrod hinüber, der unweit ,

spottet er. „Kannst Dir ja was darauf einbilden, Frau Försterin zu werden. Wenn er Dich nur erst nimmt, so zweierlei Tuch sitzt meistens über einem leichlebigen Her­zen."

Leni ist ganz blaß geworden, sie will eine scharfe Ant­wort geben, aber Dietrich ist schon mit einem spöttischen Auflachen weitergegangen. Leni kann es nicht hindern, daß ihr Zornestränen über bie Wangen laufen.

Warum nur muß Dietrich sie immer ärgern unb quä­len? Was tut sie ihm nur, bah er ihr jebe, auch bie harm­loseste Freude durch seinen Spott trüben muß? Wie tann er solch häßliche Bemerkungen über ihr Verhältnis ju Schweders machen? Sie hat an den jungen Förster doch nur als einen guten Freund unb fröhlichen Kamera­den gebucht! Sollte Arno Schweber denn etwas anderes mit feiner Einladung beabsichtigt haben?

In tiefe Gedanken versunken geht sie weiter, zum er­sten Male beschäftigen sich ihre Gedanken eingehender mit dem jungen Mann. Als sie abends am Fenster ihres Stübchens steht, da wandern ihre Gedanken zurück zu dem stillen Frieden des Forsthauses und seinen treuher­zigen Bewohnern.

Weiches, bläuliches Mondlicht umspielt setzt die blühende, knospende Welt. Da draußen auf den Wiesen sieigen weiße Nebelschleier auf, sie verdichten sich zu bi­zarren Formen, rollen wieder auseinander und verflüch­tigen sich zu wesenlosen Schemen, um gleich darauf wie­der wie eine böse Fee im dichten, nachschleifenden dunklen Mantel über die Erde zu streifen. Wie eine schwarze Wand steht der Wald am nächtlichen Himmel, von dem sich bie weißen Birkenstämme wie Gespenster abheben. Aus ben nahen Eichenkronen klingt ber langgezogene Ruf des Uhu, inbes bie kleine Eule auf bem Kirschbaum un- term Fenster ihr kurzes, scharfes „Komm mit, komm mit!" ertönen läßt. Nun hebt im fernen Kolk am Walbesranb ein Froschkonzert an ,auch bie Frösche bringen bem Herrn der Welten ihr Abendgebet bar.

Leni hört unb sieht bas alles, aber ihr schönheits- burftiges Herz nimmt nicht wie sonst bas herrliche Bild des friedlichen Lenzabends in sich auf; es ist aufgewühlt in feinen Tiefen durch die unüberlegten Worte eines riedlosen Menschen. Wieder und wieder stellt sie sich die

2. Blatt.

Druck der Fuldaer Ackiendruckerei, Fulda

Seele, das in jenem inneren Fließen von Kräften und leuchtenden Strömen liegt. Darin wohnt eben das Glück, das niemals auf äußere Umstände allein avfgebaut werden kann. Solange der Mensch in­nerlich noch etwas hat, woran er glaubt und was er liebt, solange kann er noch leben. Zu allen Zeiten hat es Philosophen gegeben, die das schon ausgesprochen haben. Es liegt das Unglück gar nicht im Leid, nicht in der Armut, nicht in der unzureichenden Wohnung, nicht in der Mißernte, nicht im Maifrost, der die Weinberge verwüstet, nein, es liegt einzig allein darin, daß man keine inneren Quellen hat, die unablässig die herrliche Woge des Glückes aus ihren Tiefen hervorsprudeln. Die Verbundenheit mit dem Heiligen Geiste ist eine solche Quelle. Sie verbindet mit dem Leben Gottes. Sie verbindet mit allen Wundern der Natur. Sie taucht ein in die Fülle der immer sich wieder verjüngenden Schöpfung. Sie läßt Sonnen am Himmel Heraufziehen, die niemals un­tergehen. Wem dieser Quell in der Seele fließt, der ist stärker als jedes Unglück und der jubelt fo- sogar im Leid wie es St. Franziskus getan hat.

Ignis . . . Feuer . . . Dabei könnten die auf- horchen, die an ideale Begeisterung nicht mehr glauben. Es ist der Fluch aller materialistischen Levenshaltung, deß darin langsam jene heilige Flamme erlischt, die immer brennen muß, wenn Menschen glücklich fein sollen. Wenn man jeßt nach dem Wahlkampf so manche Drucksache liest, Zettel, die in die Häuser gelegt oder en die Vorübergehen­den verteilt wurden, wie verblüfft ist man gerade­zu über den Mangel an idealen Werten, die darauf ganz zurücktreten hinter allen möglichen wirtschaft­lichen Versprechungen. Unzählige gibt es, die stumpf in den Betrieben, in den Geschäftsräumen, in den Schulen und Universitären sogar, ihre Pflicht tun ohne rechten Zusammenhang mit einem Ideal, das sie begeistert. Raketenluftschiffe, neue Motoren und dergleichen können das geistige Hochziel doch nicht ersetzen. Dieses heilige Feuer muß vom Him­mel herabkommen wie ein Blitz. Es muß erschei­nen, wie die flammenden Zungen sich auf den Aposteln niederließen. Das werden dann Männer, die ihrer Zeit Führer sind. Im Herzen bergen ste Ideale, die der Menschheit neue, große Gedan­ken geben und heiligen Schwung. Man konme in Köln versucht sein, den alten Dom, wenn ihm Abends die hehre Glut von innen erleuchtete, daß er wie ein lichtes Mysterium dastand, in Zwie­sprache treten zu lassen mit der Piessa gegenüber, die phantastisch im Funkeln von Birnen sich hin- streckte. 2luch solch ein Dom ist Publizität, die über Jahrhunderte hinaus dauernde, in Stein ge­meißelte Schrift, das Bekenntnis zu einem jubeln­den Sursum corda. Wir haben demgegenüber ge­wiß mehr Meinungen und gewiß mehr Mittel, um sie in genialer Weise auszudrücken und zu oerbry- len. Aber das Sursum corda, wo ist es geblieben?

Caritas, das ist das letzte Wort. Der Heilige Geist ist der Geist der Liebe. Man weihte ihm, dem Gast der Seele, wohl Herbergen oder auch Krankenhäuser. Er ist die Lebenskraft im Reiche der Gnade, wo Leben gleich Liebe ift Dann erst sind Menschen ganz unglücklich, wenn sie nicht mehr lieben können. Solange sie aber lieben kön­nen, vergessen sie alles andere darüber. Wird es einer Mutter jemals schwer, sich Tag um Tag ZU mühen, Treppe auf, Treppe ab zu eilen, ja über ihre menschliche Kraft sogar alles einzusetzen? Frage sie nur. wie das möglich sei, und sie ant­wortet: Das ist ja für mein Kind . . . Dabei

Das Elektrola-Mai-Programm vielseitig wie immer — tragt dem Pfingst'est durch einen besonders reich ausgrstaHettn, populären Teil Rechnung, ohne deswegen dem Wunsch nach k'ass’scher Musik weniger entgegen zu kommen. Die hiesige .Autorisierte Elektrola-Verkaufsstelle* J. Mollenhauer & Söhne, spielt die Neuaufnahmen bereitwilligst ohne Kaufzwang vor.

Llmö Dotererbe.

Roman von Karola Hellmuth.

20] ---------

Frau Schweder streichelte mütterlich Lenis kleine stand, die für einen Augenblick in der ihren lag.

,Lch komme gern, Frau Schweder, wenn Sie mich haben wollen."

Leni winkte den Zurückbleibenden noch einmal fröh­lich zu, dann schritt sie tapfer aus; sie wollte vor der Dämmerung noch zu Hause sein. Dietrich sollte nicht wieder Gelegenheit haben, häßliche Worte zu sagen, wie gestern. Mit hellen, frohen Augen blickte sie um sich; es war ihr heute so leicht und froh zu Mute wie feit langem nicht. Im Westen gleißte der Himmel wie ein rosenrotes Meer, weiße, rotumsäumte Federwölkchen huschten eilfertig am blauen Himmelsdom dahin. Kosend glitten die letzten Sonnenstrahlen über die knorrigen, moosbewachsenen Stämme der Eichen, Über die schlan­ken, silberglitzernden Birken .goldene Lichter um ihre in zartem Grün schimmernden Kronen zaubernd. Im blütenüberladenen Weißdornstrauch schluchzte und jubelte eine Nachtigall ihre süßen Weisen.

Leni blieb stehen, sie horchte mit angehaltenem Atem, um den kleinen, gefiederten Sänger nicht zu stören. Aus dem nahen Kleefeld stieg eine Lerche auf, trillernd schraubte ste sich höher und höher, dem bloßen Auge kaum Noch als winziges Pünktchen sichtbar, aus dem tiefen Waldesgrund drang der Ruf der Spechte und Meisen, leise raschelte es im dürren Laub, das allein noch an den Winterschlaf der Natur ermahnte. Meister Lampe kam in tollen Sprüngen aus dem Walde; auf dem Wege blieb er einen Augenblick sitzen, lauschend hob er die Ohren, dann äugte er Leni blinzelnd an, als wollte er sagen: du siehst so harmlos aus, du tust mir nichts zu Leide. Schnell noch einen Purzelbaum schlagend, ver­schwand er in dem dichten Unterholz jenseits des Weges. Leni schritt jetzt wieder schneller aus, denn im Walde wird es früher dunkel als auf freiem Felde.

I" ber Nähe des Hofes kam ihr Dietrich entgegen. pNa, hast Du Dir Deine neue Heimat angesehen?"

Städtische Sparkasse

1825 FUlda 1825

Bahnhofstrasse 5

vom Herd fein Schlummerstündchen hält. Ab und zu bellt er im Schlaf laut auf, er ift wohl einem Hasen auf der Fährte, dann zuckt die Katze ängstlich zusammen und duckt sich sprungbereit, um durch die offene Haustür zu entschwinden.

Da plötzlich drönht lautes Gelächter durch die Stille und des Hausherrn Stimme sagt in der nebenan liegen­den Schlafkammer ziemlich laut: „Mutier, schläfst du noch? Es ist schon fünf Uhr, wir verschlafen ja den ganzen schönen Sonntag Nachmittag."

Nimrod ist bei der plötzlichen Störung blaffend auf­gefahren, die Katze aber war mit einem Sprung zur Küchentüre hinaus, jetzt sitzt sie schnurrend auf dem Nuß- bäum und lacht den alten Nimrod aus, der bellend unten steht.

Eben kommt der Schulze aus der Schlafkammer, la­chend sieht er die Bemühungen seines alten Kameraden, die Katze in seine Gewalt zu bekommen.

„Nimrod, alter Kerl, beruhige dich! So geht es mit den Weibern allemal; sie sind schlauer als wir. Wenn wir meinen, wir haben ste fest, schon sind sie verschwun­den und lachen uns noch obendrein aus. So ist öirs mit der Katze auch gegangen."

Er tätschelt den Kopf des Hundes, der sich schweif­wedelnd an seine Knie schmiegt, dabei aber immer noch den Nußbaum im Auge behält, damit ihm seine Feindin nicht entschlüpft.

Die Katze tänzelt auf den Zweigen umher, bann plötz­lich springt sie mit einem gewaltigen Satz in den Garten hinab. Nimrod will ihr nach, aber nun ist es Frau Anna, die eben aus der Haustür kommt und die ihn zurückhält.

„Willst du wohl hier bleiben? Ich will dir helfen, meinen Garten zum Tummelplatz für euren Krieg zu machen. Vertragt euch, wie es Katze und Hund zu- kommt."

Nimrod blickt feinen Herrn bittend an, doch dieser krault ihm lachend das Fell.

„Ja, ein alter Kamerad, was willst du machen? Die Weiber haben das Regiment, ich hab's dir ja eben schon gesagt."

„Immer nicht, nur wenn es fein muß!"

(Fortsetzung folgt.)

Neues aus Frankfurt.

— Die Wiener Krönungsinsignien und -bilder in Frankfurt. Im Rahmen der Ausstellung ..Aus Alt- Frankfurter Bürgerhäusern", die zur 50-Iabrseier des Historischen Museums am 10. Juni eröffnet wird, werden im Römer die Gewänder der deutschen Könige unb Kai­ser unb bes Reickisherolds, bie bei ber Krönung Ivl.-psis II. getragen würben, ferner bas Reitzeug bes Kaisers gezeigt. Auch bie Kcilasialbilber von der gleichen Krö- nunqsfeier aus bem Schlaffe Schönbrunn find zum erstenmale fr er zu sehen. Es sinb also bie In'ignien unb -bilder ber Frankfurter Krönung, bie ber junge Goethe miterlebt hat.

— Zu den Frankfurter Bilderfä'schungen. Die Frank­furter Bilberfälscbungsaffäre in her bisher der Kunst­händler Otto Müller unb eine Frau Elsa T. verhaftet mürben, scheint in ein neues Stadium tu treten 3re;« tag vormittag ist der bisher unauffindbare Maler Baumann, ber in bem Verbacht sieht, die bann als echte Werke vertriebenen Kopien angefertigt zu habcn, in Frankfurt aufgetaucht, ohne bisher verhaftet werden zu können. Er hat einem Mitarbeiter ber ..Franks. Z'a " erklärt, baß er sich an ber Angelegenheit unschuldig fühle, aber bereit fei, sich nach Pfingsten dem Unter« fudnmgsridjter zu stellen. Er gibt zu von ben ver- schiebensten Werken, namentlich von Werken aus bem 19. Jahrhundert der München und Dülle'borfer Schule Kopien gemacht zu haben und auch bie Signaturen nut« kopiert zu haben. Er habe diese Werke aber als Komm an die Kunsthändler verkauft und die Bilder auch ’tn

Rund um die Woche

Pfingsten.

Falz bezw. auf ber Rückseite als Kopien gekennzeichnet. Er hätte auch nur Kopiehonorare erhalten unb fei nach feiner Ansicht also daran unschuldig, falls Müller und feine Helfer die Werke bann als Originale vertrieben hätten.

— Ein fiaffenbofe um 12 000 Mark bestohlen. Durch bie Unachtsamkeit eines Staffenboten mürbe eine Frank­furter Firma um den Betrag von 12 000 Mk. geschädigt. Der Bote hatte den Auftrag, das Geld einzuzahlen und noch einige andere Kommissionen auf der Bank zu er­ledigen. Unvorsichtigerweise ließ der Mann feine Mappe mit ben 12 000 Mark auf einem Schreibpult in der Schal­terhalle der Bank liegen, während er sich selbst an einen Schalter zur Erledigung seiner Aufträge begab. Diese waren in wenigen Minuten erledigt, doch als der Kassen­bote die Mappe mit bem Gelb wieder an sich nehmen wollte, war sie von einer bis jetzt noch nicht ermittelten Person gestohlen worden.

Mieder eine Flugzeugkatastrophe. Da» Verkehrsflugzeug Dortmund—Frankfurt a. M. abgestü^t. — Pilot und zwei Passagiere tot.

- wtb. Düsseldorf, 26. Mai. (Eig. Funkm.) Das Verkehrsflugzeug der deutschen Lufthansa D. 583, das heute früh 7.40 Uhr in Dortmund zum Fluge nach Frankfurt a. M. aufgestiegen war, ist 8.15 ber Radevormwald (Kreis Lennep) ab- gestürzt, wobei es in Brand geriet. Der Pilot und zwei Passagiere kamen ums Leben. Ein Passa­gier wurde verletzt, während ein weiterer Passa­gier unverletzt blieb. Die Leichen von zwei der Getöteten sind vollkommen ver­brannt. Ueber die Ursache des Unglücks konnten noch kein« Feststellungen getroffen werden.

Nach einer weiteren Meldung sind die Namen der bei dem Flugzeugabsturz tödlich Verunglückten folgende: Pflot Hofmann, Herr Lippert- Dortmund und Herr Runge- Dortmund. Der verletzte Passagier ist ein Herr Hummereich aus Essen.

Die Ursache des Kölner Flugzeugunglücks.

Die Untersuchung der Sachverständigen über die Ursache der vor einigen Tagen gemeldeten Katastrophe des französischen Farman - Doppel­deckers bei Köln hat ergeben, daß sich auf der oberen Tragfläche des Doppeldeckers ein Blech gelöst hat, das dann durch den Luftdruck aus der Steuerung des Flugzeuges geschleudert wurde, so­daß diese unmöglich wurde. Als sie auf den Boden aufschlug, geriet infolge des Aufpralls das Benzin durch Berührung mit dem heißen Motor in Brand und zerstörte den Aeroplan.

Tödlicher Autounfall.

wtb. Aalen, 26. Mai. (Eig. Funkm.) Am Freitagabend wollt« der Kaufmann H e e b, der auf einer Geschäftstour war, mit der 22jährigen Rosa Weingart von Rodamsdörfle nach Abtsgernimd fah­ren. Kaum einige Meter unterhalb des Ortes fuhr das Auto auf ein Geländer auf und überschlug sich. Die Insassen wurden herausgeschleudert, das Mäd­chen war sofort tot. Der Autolenker wurde schwer verletzt ins Krankenhaus in Aalen gebracht.

$ute Bier

aus der

* Der Lchochly-prozeß. In dem Moskauer Sckbobage-Prozeß erklärte Angeklagter Nikischin, Vadstieber sei 1926 in den Schacht Petropawlowski gekommen. Köster habe geäußert, die Maschinen seien unter den gegebenen Voraussetzungen un­tauglich, doch wahrscheinlich anderswo verwendbar. Köster ha.be die Leistungsfähigkeit garantiert und versprochen, di« Maschinen, falls unbrauchbar, zu­rückzunehmen. Die im Juni angekommenen Ma­schinen seien im Vergleich zu den amerikanischen Sullivan Maschinen und zu den einheimischen auf­fallend schlecht verpackt gewesen. Nikischin sagte aus, man hätte glauben können, die Kisten ent­hielten statt Maschinen Kohlköpfe. Trotzdem habe man sie aufgestellt, aber sie hätten sehr schlecht ge­arbeitet, so daß Badstieber vorgeschlagen habe, sie umzubauen. Seebold habe geäußert, es hänge nicht von den Maschinen ab, sondern von dem schlechten Stahl. Badstieber habe gesagt, er habe nicht einmal Geld für Bier. Später habe er See­bold ein Kouvert mit 400 Rubel übergeben, wor­aufhin die Maschine nach der Probezeit abgenom- men worden seien. Als Badstieber abreiste, habe er gesagt: Wir werden Euch bald von diesen Maschi­nen befreien. Die Maschinen seien aber zu Tage gebracht worden, während die russischen Maschinen unverwendet bleiben.

„ * Bootsunglück in Amerika. Auf dem Abitibi- fluß bei Northbay (Ontario) ist ein Boot mit vier Forstaufsehern in den Stromschnellen gekentert, wobei alle vier Insassen ertranken. AiiinimiiiHnnmiiimnniinii!Hiiiniumiiniiin»iHiifiiiiiiiiniiinfHiiii!iiiiiiiiiiiiiiiiifiiiijiiuiii!!i!n ■

Kleine tagen grossen Geschäft.

und

Karlstraße 1/3,

io Maschinen, N.ckel-, estecke, Messing waren, Wandgarderoben.

263, 264, 265