Fuldaer Zeitung
aus aller Welt.
Begebenheiten
3? 120.
Donnerstag, den 24. Mat 1928.
2. Blatt.
Druck bet Juldaer AcNendruckerei, Fulda
Mißhandelte Polizeibeamte.
tptb. Berlin, 23. Mai. ((Eifl. Funkm.) Dor einer Gastwirtschaft in der Alexanderstraste wurden heute Hit) gegen 5 Uhr zwei Polizeibeamte, als sie einen N^veiter festnehmen wollten, von einer Horde von ,tioa l5® Personen umringt, zu Boden geschlagen unb mit Fäusten und Füßen bearbeitet. Erst als {Liiere Polizeibeamte hinzukamen und von ihrem VoliZeiknüppel Gebrauch machten, ließen die Täter den Angegriffenen ab und flohen. Nur der Adtipttüter konnte festgestellt und der Wache zuge- führt werden. Alle anderen sind entkommen. Einer der mißhandelten Polizeibeamten hat bei der Schlägerei Rippenbrüche erlitten» während der iweite Beamte mit leichteren Verletzungen an jtppf, Arm und Händen davongekommen ist.
♦ Line Iran schießt einen Studienassessor nieder. Eine Polin, die vor einigen Tagen nach Boppard zugezogen war, suchte den Studien» aflefsor Gerhard Becker vom hiesigen Gymnasium in dessen Wohnung auf und gab nach kurzem Wortwechsel einen Revolverschuß auf den Assessor ab, der ihn so unglücklich traf, daß der ganze Körper durchbohrt wurde. Auf den Schuß hin eilten die Hausbewohner herbei und fanden die Frauensperson bei dem Schwerverletzten. Es war aus ihr nichts herauszudringen. Die Polizei verhaftete sie sofort. Man nimmt an, daß es sich um «ine Eifersuchtsszene oder um die Tat einer Geisteskranken handelt. Die Frau gibt an, Alma Ulrich zu heißen.
Vie Nordpolflreger in Bergen.
Die Rordpolflieger Milkins und (Eielfon sind in Bergen eingetroffen. Schon lange vorher Hutten sich am Hafen und in den anstoßenden Straßen gewaltige Menschenmengen angesammelr. Der Direktor des Bergener Museums hielt eine Begrüßungsrede an die Flieger und betonte die Bedeutung, die ihr Flug für die wissenschaftliche Forschung, besonders für die Meteorologie gehabt habe. Die Antwort der beiden Flieger löste Pim Publikum stürmischen Jubel aus. Die Ove-
tionen galten besonders Eielson, der norwegisch sprach und erklärte, daß er stolz darauf sei, Sproß eines norwegischen Geschlechtes zu sein. Der amen« kanische Konsul gab zu Ehren der Flieger ein Frühstück.
Aus K i n g s b a y wird gemeldet: Roblle beabsichtigt in sechs Stunden zu einem 82stündigem Fluge nach dem Nordpol zu starten. Es herrsch! Sonnenschein und Windstille.
♦ Verhaftung polnischer Kommunisten in Berlin. Dienstag abend fand in den Berliner Häver» land-Festsälen eine Versammlung von polnischesi Kommunisten statt. Die Tatsache, daß die Versammlung abgehalten werden sollte, war der Polizei bekannt, doch wurde später festgestellt, daß der Zweck der Versammlung und der Name, unter dem sie angemeldet worden war, fingiert waren. Die Abteilung I a erschien deshalb, wie der „Lok. Anz." berichtet, kurz nachdem die Versammlung eröffnet worden war, löste sie auf und nahm 2 6 polnische Kommunisten auf Lastautos mit zum Polizeipräsidium. Dort wurden sie vorläufig eingeliefert, um ihre Personalien festzu- stellen. Eine große Anzahl von ihnen war im Besitz von falschen od'r ungültigen Papieren. Die Ermittlungen der Abteilung I a sind noch nicht abgeschlossen.-
* Lebend ans dem Mather-Bergwerk geborgen. Im Mather-Bergwerk, bet Stätte des furchtbaren Grubenunglückes, haben die Rettungsmannschaften einen der Verschütteten lebend inmitten von fünf Toten auf gefunden. Man hofft, daß von den 140 Vermißten noch weitere lebend geborgen werden, da nach Feststellung der Rettungsmannschaften in einigen Teilen des Bergwerkes die Lustverhältnisse leidlich gut sind.
* Verurteilung wegen kommunistischer Kandidatur. Aus Paris wird gemeldet: Ein Hauptmann der Reserve aus Bourges, der bei dm letzten Kammerwahlen für die Kommunistische Partei kandidiert hatte, ist von dem Gericht wegen antimilitaristtscher Propaganda verurteilt und aus dem Heere ausgeschlossen worden. Gleich
zeitig wurde er als Ritter der Ehrenlegion vor den Ehrmtat der Legion Mertz.
♦ Ein deutscher Fischdampfer verschollen. Das Hamburger Seeamt erklärte dm am 17. Januar mrs Cuxhaven nach der nördlichen Nordsee auf Fang ausgelaufenen 236 Tonnen großen Fisch' bampfet „Steinhooft" ber Cuxhavener Hochseefischerei A. G. für verschollen. Das Schiff wurde am 20. Januar zuletzt gesehen und twurde ferchet vermißt. Es dürfte in den im Januar herrschenden Stürmen untergegangen sein. Die Besatzung betrug 12 Mann.
* Verhängnisvoller Schulausflug. AuS Salzburg wird gemeldet: Anläßlich eines Schülerausfluges, wobei im Freien Experimente mit flüssigem Sauerstoff gemacht werden sollten, explodierte, wie die Blätter melden, der Säuerstoffbehälter. Der Leiter des Ausfluges, Prof. Larr, em Fabrikant Zechar und zwei Schüler erlitten schwerere, fünf weitere Schüler leichter« Verlegungen.
Tödliches Flugzeugunglück.
rotb. Warschau, 23. Mai. (Eig. Funkm.) Bei Thorn ist gestern ein polnisches Militärflugzeug abgestürzt. Unter dem gänzlich zer- trümmerten Apparat konnten nur noch die Leichen des Flugzeugführers und des Beobachters geborgen werden.
♦ Dis Diehfchlachkungen in Preußen. Nach der vom Preußischen Statistischen Landesamt herausgegebenen „Statistischen Korrespondenz" wurden im ersten Vierteljahr 1928 (Januar—März) in Preußen rund 92 000 Bullen und Ochsen, 237 000 Kühe sowie 608 000 Jungrinder und Kälber, also insgesamt 997 000 Stück Rindvieh, ferner 218 000 Sdjafe, 38 000 Ziegen und 24000 Pferde geschlacht» tct. Die bei der Trichinenschau ermittelte Zahl der Schweineschlachtungen betrug in dem genannten Zeitraum rund 4 300 000 Stück. Die Rindoiehund Schweineschlachtungen dürften sich in dem abgelaufenen Winterhalbjahr nut der Zahl der gleichen Monate 1912/13 ungefähr decken. Was die Fleisch- und Fettmenge aus den gegenwärtigen Schweineschlachtungen ergibt, so ist zu beachten, daß das durchschnittliche Alter und so auch das Schlachtgewicht der Schweine heute niedriger ist als , 1912/13 und ferner, daß die ®eoölfentng Preu
ßens gegenwßrtifl zwei Mlllionen Einwohnerv.'t zählt als vor dem Kriege.
Radio-Proyramm.
Donnerstag, den 24. Mai 1928.
13.30—14.30: Don Kassel: Mittagskonzert. „Jmpres fionen". Musikalische Steilung: Kapellmeister Eugen «Bobart. 15.30—16.00: Me Stunde der Jugend (unter Leitung von Mittelschulvektor K. Wehrhan): Aus den Kindheitstagen wichtiger Erfindungen, vorgetrrgen t on Mittelschullehrer Ad. Hering: „Der Leuchtturm". — Für Kinder von 12 Jahre ab. 16.30—17.45: Konzert des Rundfunkorchesters: Alte Operetten. 17.45—18.05: Die Leftftunde. — Aus den Novellen von Nicolai GogÄ. — Sprecher: O. W. Studtmann. 18.15—18.30: Verems- nachrichten und andeve Mitteilungen. 18.30—19.00: Don Kassel: „Religiöse Kunst aus liessen und Nassau , Dorttag von Dr. H. Deckert-Marburg. — Sprecher:
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Manfred Motto. 19—19.30: Stunde katholischer Weltanschauung. 19.30—20.00: Stunde der Frankfurter Zeitung: 20—21.30: Don Baden-Baden: Sinfonie»
Konzert. (Zur Werbung für das zu gründende Sin» fonieihaus Baden-Baden). 21.30: Von Kassel: Pause. Ein Hörspiel von Peter Flamm.
Wie wird das Wetter?
Die Mitteleuropa durchziehende Tiesdruckrinne hat sich ' in der Hauptsache nordwärts verlagert, sodaß an ihrem Südrande auch in unserm Bezirk etwas günstigere Wit- . terung eingetreten ist. Da sich die Luftdruckgegensätze i über Europa aber weiter auszugleichen scheinen, die . kühlere Nordwestostströmung über Westeuropa noch nicht ? ganz ausgeschaltet ist, werden sich immer wieder einzelne | Teilttefs ausbilden, die vorübergehend Verschlechterungen i bedingen.
I Witterungsaussichten für Donnerstag: Wieder etwa, ' kühler, sonst wenig Aenderunz.
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SALEM
AUSLESE
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SINDBAD
DER
SALEM-RAUCHER
Zur Zeit des Kalifen Harun al Raschid lebte in Bagdad ein reicher und angesehener Kaufmann mit dem Namen Sindbad. Als er eines schönen Abends mit seinen Freunden auf der Terrasse seines Hauses die geliebte Salem-Cigarette rauchte, durch die er weit berühmt geworden war, hörte er einen Bettler auf der Straße laut klagen: WO, Allah, warum verteilst du die Güter des Glückes so ungleich und gönnst dem einen den herrlichen Genuß'der wundervollen Salem-Cigarette, und dem anderen nichts als den von der Terrasse des reichen Mannes herunterwehenden Duft!* Als Sindbad dieses hörte, ließ er den Bettler zu sich kommen, setzte ihn auf den Ehrenplatz an seiner Seite und sprach folgendermaßen: „Lieber Bruder, laß dir erzählen,welche unendliche Mühen, Sorgen und Schrecknisse mir das Leben brachte, bis ich den Reichtum gewann, den ich heule genieße, und bis ich diese wundervolle Cigarette fand, um die du mich beneidest. Meine Leben* geschichte ist seltsam und lehrreich genug, um dir zu zeigen, wie wunderbar Allah die Geschicke der Menschen leitet
Damit du aber erst deine eigenen Sorgen vergißt, rauche inzwischen diese süßduftende Cigarette SALEM AUSLESE bmnwm hü
Ilms Datererbe.
Roman von Karola Hellmuth.
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„Ich werde Sonett einen Brief an Herrn Dietrich Darkamp mitgeben, Stiena, aber Sie müssen mir Ihr Ehrenwort geben, daß Sie ihm den Brief persönlich »eben!" sagt Luise jetzt aus ihren Gedanken und Er» wSgungen heraus.
Stiena, die auch tief in Gedanken versunken war, schrak ordenüich zusammen, als Luise sie plötzlich an» redete.
.Aadyott, Fräulein, wie bin ich erschrocken, wcchr» hastig, da hab ich mich in die Finger gestochen! O je, nun wird das schöne, weihe Leinen blutig. Was jch sagen wollte, Fräulein, gewiß gebe ich dem Dieter den Brief selber, darauf können Sie sich ganz feste ver-
Sie sagte ober nicht, daß Dieter ihr einen blanken Taler versprochen hat. wenn sie ihm einmal einen Brief von Luise bringt; ihr Herz macht vor Freude ein paar heftige Schläge, nun wird sie den Taler endlich bekomme».
Gang vorsichtig wickelt sie das feine, fliederfarbene Briefchen am Samstag abend in Zeitungspapier, damit « keinen Flecken bekommt.
„Morgen hat er chn, Fräulein Luise, und am Mittwoch können Sie 's von ungefähr bei mir vorbeikom» wen; dann soll er wohl Antwort gebracht haben Ich muß am Mittwoch beim Schmied die Hoseittiäden versohlen, die Frau ton ns nicht allein, da bin ich M'tt- woch im Hause."
Sie packt die leckere Wurst und die Eier, die Luise freundlich zugesteckt, vorsorglich in ihr braunes rwrbchen, das sie immer auf ihren Gängen bei sich fuhrt: dann watschelt sie dem Dorfe zu. Am Barkamps- hof bleibt sie stehen, sie guckt ein wenig über die Gar- i ttnhecke, vielleicht, daß sie Dietrich irgendwo sieht.
„Meine wahrhaftig, Barkamps sind schon im Garten : gewesen!" sagt sie für sich, „die glauben auch immer, sie müßten die ersten kein, üu und hier riechts auch nach
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Veilchen!" Sie bückt sich und teilt vorsichtig das junge sprossende Grün auseinander.
„Wahrhaftig, da sitzen welche! Wart, die pflück' ich und dann sag ich dem Dieter, die wären von Luise, dann kriech ich noch einen Extralohn.'
Sie pflückt ein Sträußchen der zarten Frühlingsboten und hat wirklich Glück: Diettich kommt von einem Spaziergang zurück. Er geht chr gerade entgegen und schnell gibt sie ihm Brief und Blumen mit einem schönen Gruß von Luise.
Mtt leuchtenden Augen nimmt Dietrich di« Liebesgrüße entgegen und wirklich zwei harte Taler wandern in Stienas Hand, die sie mit verschmitztem Lächeln in ihren Korb verschwinden läßt. Diettich aber stürzt förmlich nach Hause, er muß allein sein, er mutz Luisens ersten Brief in der Stille seines Zimmers lesen. Die duftenden Frühlingskinder aber kützt er wieder und wieder, dann birgt er sie auf seinem Herzen, der arme Tor, er ahnt ja nicht, datz es Stienas Liebesgabe ist! Er sicht nichts mehr von der Schönheit des Frühlings- aibends und doch ist fein Herz sonst nicht unempfindlich für die Reize der Heimat. Schön ist sie ja auch, doppelt schön, wenn der junge Frühling sie mit seinen Lttbes» gaben überschüttet und ihr dadurch viel von der ihr sonst eigenen Herbheit nimmt.
Auch Len' jst heute hinausgewanbert in den Früh- lingsabend, aber sie lenkt ihre Schritte zu einem lieben, füllen Winkel. Ein Jahr ist es heute, datz man die geliebte Mutter hinter der dunklen, hochragenden Tannenhecke des Friedhofes gebettet hat. Die Sttahlen der untergehenden Sonne umspielen den schlichten, wei» ßen Ste'n, Pr:meln und Stiefmütterchen schmücken den kleinen Hügel. Leni hat ein DellchenfttSuß-ben geiam» melt: das legt sie nieder auf der Mutter Grab, dann setzt sie sich auf die schlichte Holzbank, die grade dem Grabe der Mutter gegenüber unter einer tief hernieder hängenden Trauerweide steht. Ihre Gedanken wandern zurück zu jenem Tage, da sich die treuen Mutteraugen für immer geschlossen haben, und Träne um Träne rinnt über ihre Wangen. Freilich, sie darf nicht klagen, sie hat eine gute, neue Heimat bekommen, ber Mutterliebe. Mutterlorae tonn niemand ersetzen. Dann
aber auch denkt sie weiter: wie lange mag chr der Bar- kampShof noch Heimat sein? Wenn Dietrich feinen Vorsatz ausführt, wenn er Luise Hildebrand hetmsührt als fein Weib, dann muß sie, Leni, gehen, denn es würde doch wohl über ihre Kräfte gehen, täglich und stündlich neben der Frau zu leben, die dem Manne, den sie selbst so lieb hat, das Teuerste auf der Welt ist. Sie hat geglaubt, das Berhältnis zwischen Diettich und Luise habe sich aufgelöst; denn Diettich war so lange nicht auf dem Riedhof und auch der Name Hildebrand wurde auf dem Barkcnnpshof nicht mehr genannt Doch nun mußte sie heute abend zufällig Zeuge sein, wie die Stiena dem Dieter einen Brief überreichte. Stiena aber kam von Hildebrand, sie hatte dort Nähwoche gehabt; das hatte sie zufälllg gehört, somit konnte der Brief auch nur von Luise sein.
Die arme Leni sagte es sich ja immer und immer wieder, daß sie eine Törin sei, wenn sie an Diettich denke, aber das rebellische Herz läßt sich nicht bezwingen, gar zu oft ertappt sie es wieder bei der Men Hoffnung, es könne doch wohl anders kommen.
Schritte, die jenseits der Tannenhecke sich auf der Landstraße nähern, stören Leni aus ihren Gedanken auf und bann setzt plötzlich eine helle, klangvolle Männerstimme ein: „Die linden Lüfte sind erwacht, sie säuseln und wehen Tag und Nacht. — Drum armes Herze sei nicht bang, es muß sich alles, alles wenden" klingt es zu ber einsam Horchenden herüber.
Es tft, als ob die schlichten Worte bem Herzen bes betrübten Mädchens unsäglich wohl täten, ein befreiendes Lächeln geht über das ernste, verweinte Gesichtchen und unwillkürlich summt sie die zweite Strophe leise mit
Der junge Förster, denn er ist ber Sänger, ist stehen geblieben; er hat den Hut vom Kops genommen, so daß der 'aue Abendwind in seinen blonden Locken spielt Einen Augenblick zögert er, dann aber wendet er den Fuß und geht zum Friedhof hinüber.
Leni will sich schnell hinter den Stamm der Trauer- weide verbergen, doch fein scharfes Auge hat sie schon erwitzt.
„(Ei, sich da, guten Abend Fräulein Leni! So spitz noch allein an dieser Stätte? Fürchten Sie sich nicht?"
„Fürchten?" Lents Augen blicken ihn erstaunt an, „wovor sollte ich mich denn an Mütterchens Grab fürchten?"
Der junge Mann ist ernst geworden, mitleidig blickt er auf die Sprechende.
„f>ier ruht Ihre Mutter, Fräulein Leni? Meine Mutter erzählte mir, sie habe 3fjre Mutter gut gekannt; mein Vater ist noch Forftgehilfe bei Ihrem Großvater gewesen.
„Sa", erwidert Leni schlicht, „meine Großeltern haben auch in ber Försterei gewohnt. Wäre Großvater nicht so früh gestorben, wäre vielleicht vieles anders geworden."
„Da haben Sie recht, Fräulein Leni, bann wäre gewiß Ihre Mutter Frau Försterin geworden und S-< bewohnten nun bas gemütliche Heim. Ich soll Ihne, übrigens einen schönen Gruß von meiner Mutter aus richten und Sie bitten, doch mal herüber zu kommen Wollen Sie?"
Leni errötet vor Freude.
„Ach ja, ich möchte gar gerne einmal die Räui-e sehen, in denen meine Mutter als Kind gelebt; ich fürchte nur, es sei allzu unbescheiden, darum zu bitten."
„Wer nein, Fräulein Leni, wenn das die Mutter hörte, sie würde schelten. Also, ich darf der Mutter sagen, daß Sie kommen werden?"
„5a, Herr Schweder, ich komme gern. Jch werde bk Tante fragen, ob ich morgen abend zu Ihnen hinübergehen darf."
„Nun werde ich Die aber bis zum Hof bringen und vielleicht gleich den Bescheid Frau Barkamps mitneh, men können. Jch tonn es nicht zugeben, daß Sie allen, so spät durch den Wald gehen."
„3d> fürchte mich aber durchaus nicht: wer sollte mir denn hier etwas tun?"
„Das kann man nicht wissen: ober ist Ihnen meiiu Begleitung unangenehm?"
„Dann wär ich ja gar nicht mit Ihnen gegangen ich konnte doch auf dem Fußweg gehen!" erwidert Len mit einem ühetoildien Blick toi»o