Ml-aer Land und Nachbarqebiet.
= Johannesberg. Einen eigenartigen Besuch, der Stt'l Unheil hätte anrichten können, erhielt dieser' Inge der Gastwirt Kreis-Johannesberg. Es hatte sich nän>- I'di ein großer, 16 Zentner schwerer Bulle auf der Domäne losgerissen und kam an die Hintere Eingangstüre des Gasthauses. Dort arbeitete er sich durch den schmalen Gang und kam in die Wohnstube, wo die Familie beim Essen saß, die sich erschreckt in die anliegende Kammer flüchtete. Nachdem der Bulle noch einen Stuhl und Tisch umgeworfen hatte, trat er seinen Rückweg an.
— Hünfeld. Tod eines Missionsbruders. Aus Windhoek (Südwestafrrka) kommt die Nachricht, daß Bruder Johann Rau O. M. Z. auf der Missionsstation Andara am 18. April infolge Schwarzw.rsserfieber gestorben ist. Es hat über einen Monat gedauert bis die Nachricht von Andara bis nach Windhoek befördert werden konnte. Er trat am 30. Okt. 1903 in Hünfeld in den Oblatenorden ein und war fett 3905 ununterbrochen in der afrikanischen Mission tätig. Er war einer der Mitbegründer der schwierigen Missionen am Oka- wangofluh und galt als einer der tüchtigsten unter ollen Brüdern. R. i. p.
— Aus dem Vogelsberg. In dem Dorfe Altenhain im Kreise Schotten treten seit einiger Zeit die Masern in Form einer Epidemie außerordentlich heftig auf. Um die Bekämpfung wirksam dr-rchzufiihren und eine weitere Verbreitung der Krankheit verhindern zu können, wurde die Schule auf unbestimmte Zeit geschlossen.
— hersseld. Die Deutschnationale Volks- Partei griff in diesen Tagen in der schärfsten Form die Deutsche Volkspartei in der Tagespreise an. Die Hersfelder Zeitung bringt u a. eine Annonce: Warum scheiterte das Reich--5chulgeseß? Weil es der Deutschen Volkspartei mehr rm Briands Freundschaft, als um die Rettung der deutschen Jugend zu tun war. — Bei den Wahlen in Stadt und Kreis erhielt die s o z taldemokratische Partei die Mehrheit der Stimmen. — Der eoattgl. Jünglingsoerein kaufte das Grundstück des Herrn Thomasius an. — Für die Gesundheitsfürsorge des Krei
ses Hersfeld bestehen jetzt außerhalb der Kreisstadt Hersfeld 21 Schwesternstationen. (n)
— Gladenbach. Ein Landwirt aus dem Dorfe Roßbach im Kreise Biedenkopf streute dieser Tage mit der Hand, an der er eine eiternde Wunde hatte, unvorsichtiger Weise Amoniak-Superphosphat und zog sich dadurch eine schwere B l u t v e r g i f t u n g zu. Die Erkrankung nahm so heftige Form an, daß der bedauernswerte Mann nach Gießen in die Klinik überführt werden mußte. An dem Wiederaufkommen des Kranken wird gezweifelt.
Neues aus Frankfurt.
VriderfAfchungsfabrik ausgedeckt.
Der Kriminalpolizei gelang es, eine große Fälschungsfabrik in Frankfurt a. M. zu entdecken, die sich damit befaßte, Bilder, meist alter Maler, in den handel zu bringen. Seit längerer Zeit konnte festgestellt werden, daß'von Frankfurt aus eine große Anzahl wertvoller Gemälde in die Welt geschickt bezw. durch den Aptiquitätenhandel vertrieben und zu teuren Preisen abgegesetzt wurden. Bald kam der Verdacht auf, daß es sich um sehr geschickte Fälschungen handelte und nach monatelangen Ermittlungen verhaftete die Kriminalpolizei einen Frankfurter Kunst- und Antiquitätenhändler, der auch zugeben mußte, die Fälschungen vertrieben zu haben. Die Bilder wurden von einem Frankfurter Maler hergestellt und mit einer falschen Signatur versehen. Eine Anzahl bekannter Persönlichkeiten, die teilweise flüchtig sind, sollen in diese Angelegenheit verwickelt feiv- Es ist mit weiteren Verhaftungen zu rech- nett. Der' Skandal dürfte ziemlich weite Kreise ziehen, da die Angelegenheit nach allen möglichen Großstädten u. a. auch nach Köln und München hinüberspielt.
= Die Ehefrau mit der Axt erschlagen und Selbstmord verübi. In der Nacht zürn Dienstag erschlug der 75 Jahre alte Invalide Peter Franz seine schlafende
77 Jahre alte Ehefrau mit einem Handbeil. Nach der Tat begab sich Franz an die Eisenbahnstrecke Frankfurt- Cronbera und warf sich in der Nähe des Biegwaldes vor einen fahrenden Zug: er wurde sofort getötet. Der Invalide Franz weilte seit einiger Zeit in einer Nervenheilanstalt, aus der er entwichen war.
Aus Oberhessen.
— Marburg. Die bei dem schweren Unfall des Wiesecker Autoomnibusses am Himmelfahrtstage bei Leidenhofen (Kreis Marburg) am schwersten verletzten Personen befinden sich immer noch in der Gießener Klinik. Das mit schweren Körperquetschungen eingelieferte Fräulein Ranft befindet sich erfreulicherweise auf dem Wege der Besserung, dagegen ist das Befinden des Wagenführers Wagenbach, der bei dem schweren Omnibussturz bekanntlich einen Schädelbruch erlitt und dem
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In der 6ro6fifl3t mlf Ihrem Staub und Dunfl weiss die Bausfrau die reine, prächtig [(bäumende Sunlldif-Seife doppelt ?u schätzen, wie keine andere erleichtert sie das waschen und Olle Reinigungsarbeiten. Millionen brauchen [le zum Händewaschen.
außerdem der Brustkorb eingedrückt wurde, noch unverändert ernst, wie am läge der Einlieferung. Der Stand des Fiebers ist nach wie vor noch sehr hoch, sodaß die
Befürchtungen für das Leben des bedauernswerten Mau- nes weiter bestehen.
— Arankenberg. In dne hiesigen Ziegeleiwerken verunglückte am Montag der in Somplar wohnhafte Arbeiter Rohleder tödlich Eine Lehmwand stürzte auf ihn und drückte ihm Kopf und Brustkorb ein, sodaß der Tod auf der Stelle eintrat
Tarifwesen.
— Arbeikszeilverhandlungen in der Metallindustrie. Die am Tarifvertrag für die Metallindustrie beteiligten Arbeitnehmerorganisationen haben, wie bereits gemeldet,, das Arbeitszeitabkommen für die Metall-Industrie in Hessen und Hessen-Nassau zum 31 Mai gekündigt und Neuregelung der Arbeitszeit und Bezahlung der Ueberzeitarbeit gefordert, lieber diese Forderungen der Arbeitnehmergewerkschaften — des deutschen und des christlichen Metallarbeiterverbandes — fanden am Dienstag Verhandlungen zwischen dem Verband der Me- tallinduftriellen und den Arbeitnehmergewerkschaften statt. Eine Einigung über die gestellten Forderungen konnte zwischen den Parteien nicht erzielt werden, sodaß die Verhandlungen ergebnislos abgebrochen werden mußten. Wie der Lpd. erfährt, werden die Arbeitnehmer-Organisationen den Schlichtungs-Ausichuß zur Entscheidung anrufen. Termin ist bisher noch nicht festgefetzt. ___
Briefkasten der Schriftleitrmg.
3. Sch. in $• Rach dem heutigen Recht wird Kriegs- dienstzeit und Militärdienstzeit aller Art nur noch als Ersatzzeit n Anrechnung gebracht. Tatsächlich erwächst aber dadurch dem Rentenempfänger kein wirklich in die Erscheinung tretender Verlust. Beispiel:
Kl. A oder I Steigerungnsbetrag pro Woche 0,03 RM. Kl. B ober II „ „ „ 0,06 RM.
2 Jahre aktive Dienstz. — 104 Wvch. X 0,03 3.12 RM. 4 Jahre Kriegszeit — 208 Wochen X 0,06 12.44 RM. ergäben nach altem Recht pro Jahr als Steigerung«« betrag von 1556 RM.
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