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M IU.

Mittwoch, ven 16. Mal 1928.

Fuldaer Zeitung

2. Blatt.

Druck oer Fuldaer AcNendruckerei, Fulda

Für Revolution un-5owjetrepublik.

Die Kommunistische Partei Deutschlands hat niemals einen Zweifel darüber gelassen, daß sie das Parlament für ein notwendiges liebel hält. Ihr Endziel ist die Aufrichtung der Räterepublik, der Weg führt über Revolution und Diktatur des Proletariats.

Deutlich kommt das zum Ausdruck in den Schlußsätzen des Wahlaufrufs der Kommunisten, die in den Worten ausklingen: „Keine Koalitions­regierung, keine parlamentarische Regierung, die sich auf die Machtorgane der bürgerlichen Republik stützt, kann die Banken, die Trusts, den Grund und Boden der Verfügungsgewalt der Kapitalisten und Großgrundbesitzer entreißen und in den Besitz der Allgemeinheit überführen. Nur eine Arbeiter- und Bauernregierung, die, gestützt auf die Arbeiter­und Bauernräte, auf das bewaffnete Proletariat, die Bourgeosie rücksichtslos niederwirft, wird durch Enteignung und Vergesellschaftung der Produk­tionsmittel den Grundstein zum Aufbau der so- zialistischen Wirtschaft im Interesse der Werktäti­gen legen. Nur eine Arbeiter- und Bauernregie­rung kann Deutschland aus den Fesseln des Im­perialismus, des Dawes-Vertrages und des Lo­carnopaktes befreien und ein brüderliches Bündnis mit der Sowjetunion zur Sicherung des Friedens und des gemeinsamen Aufbaues des Sozialismus schließen. Wer am 20. Mai für die Bourgeosie und die Sozialdemokratie stimmt, erhebt seine Hand für die Verewigung der Lohnsklaverei, für die Diktatur des Kapitals, erklärt feine Bereit­schaft, im kommenden imperialistischen Krieg als Kanonenfutter zu dienen. Jede Stimme für die Kommunisten ist ein Bekenntnis für die proleta­rische Revolution, für den siegreichen Sozialismus den einzigen Ausweg aus dem Elend und Chaos der kapitalistischen Profitwirtschaft. Ein Bekennt­nis gegen den deutschen und den Weltimperialis­mus, für die Solidarität mit der Sowjetunion!"

In diesen Sätzen haben wir das ganze Pro­gramm des auf den gewaltsamen Umsturz sinnen- den Kommunismus zusammengefaßt. Da dieser in der Sozialdemokratie seinen „Hauptfeind" erblickt, braucht es nicht wunderzunehmen, wenn im üb­rigen sich der Wahlaufruf fast ausschließlich mst dieser beschäfttgt und sich scharf gegen sie wendet. Den Adwehrkampf gegen den Kommunismus wird

Die JeuWe Mwtei auf KulturkamMeite.

Wieder und wieder betonen die Führer der Deutsä)en Volkspartei, daß sie keinen Kulturkampf wollen. In einem eigenartigen Gegensatz zu die­ser lauten Hervorhebung der Friedensgesinnung stehen Aeußerungen des schulpolirischen Führers der Partei, Geheimrat Runkel. Bekannt ist dke große Eislebener Rede, in der Runkel Ende Ja­nuar den Schlachtruf erhob: „Kein Schulgesetz rm Sinne irgendeiner kirchlichen Richtung, die uns vom Zentrum als Exponenten der römischen Kirche zugestellt wird. Es handelt sich um eine Stellung, nähme antikirchlicher Art im evangelischen Sinne. Das, was wie wir wollen, ist nur Fortsetzung des großen Kampfes, den wir seit Luther gegen die Vergewaltigung der evangelischen Kirche von fei­ten der römischen Kirche führen .... Wir wollen kein klerikales Gesetz im Sinne des Codex Juns Canonici von 1917. Es handelt sich nun um die absolute Mobilisierung des zenttalkatholischen Ge­dankens. Wir werden diesen Kampf unserer Ge­wissen unter die Verantwortung gegenüber dem Vaterland und dem evangelischen Glauben stellen. In hoc signo vinces! In diesem Zeichen werden und wollen wir siegen!" (Eisleber Zeitung vom 30. 1. 1928.)

Auf diese Rede ist schon wiederholt hingewiesen worden. 3)lit großem Bedauern haben die Katho­liken festgestellt, daß hier wahrhaft Kulturkampf- töne erklingen. Aber Geheimrat Runkel schelni sich nicht bekehren zu lassen. In einer Rede, d!e er in Hamburg dieser Tage gehalten hat, führte er folgendes aus: „Aber alle diese Fragen sind immer mehr zu einem internen Konfliktsstoff der evan­gelischen Christen und der kirchenfeindlichen Lin­ken geworden. Das Zentrum arbeitet planmäßig

also zur Hauptsache die Sozialdemokratie selbst zu führen haben. Man wird von ihr erwarten dür­fen, daß sie sich dem kommunistischen Ansturm mit aller Kraft entgegenwirft. Der Ausgang der Wahl wird dann zeigen, wie weit die Sozialdemokratie wirklich fähig ist, den sozialistischen Radikalismus abzufangen.

Wer die Entwicklung des Kommunismus in den letzten Monaten genauer verfolgt hat, durfte er-

weiter. Es hält fest an der Trennung der Kon­fessionen von der Schule an bis zum Tode. Cs gründet immer neue Orden, baut neue Kirchen, es schiebt feinen Einfluß planmäßig vorwärts. Die evangelische Front, die den Hauptstoß gegen bre Politik der Sozialdemokratie aujsangen soll, ist in sich selbst uneins und hadert um eine liberale oder orthodoxe oder weltlich ausgleichende Anerkennung des chrisllichen Gedankens in der deutschen Schule. So ungeheuer groß ist die Gefahr, daß heute schon ganz ernsthaft mit dem Gedanken gespielt wird, daß ein neues Reichsschulgesetz eines Tages durch ein Waffenbündnis von Zentrum und Sozialdemo­kratie Wirklichkeit wird. Die Sozialdemokratie hat es an Bemühungen nicht fehlen lassen. „Gebt uns die weltliche Schule frei, dann lassen wir über Eure Schulwünsche mit uns reden", diesen Sali hat die Sozialdemokratie dem Zentrum oft genug vorgeworfen." Schon vorher hatte er gesagt: „Die wenigsten haben bis heute begriffen, wie absolut wesensfremd die Wirklichkeit jedes Elternrechts in der Schule dem Zentrum ist. Denn in der Schule des Zentrums gibt es in der Praxis kein Eltern­recht und darf es niemals geben. Hier gibt es nur die bischöfliche Instanz und die dogmatische Autorität des Konzils." (Hamburger Corxejpon- dent vom 28. April 1928.)

Man sollte nicht glauben, daß ein Mann von der Bildung Geheimrat Runkels mit derartigen, schon tausendmal widerlegten Schlagworten arbei­ten würde. Aber es scheint, daß der Deutschen Volkspartei im Wahlkampf jedes Mittel gut genug ist. Die deutschen Katholiken werden die Antwort auf derartige Anrempelungen nicht schuldig blei­ben. t

warten, daß der Wahlaufruf sich besonders wenden würde an die Kreise des Mittelstandes und der Bauernschaft, die durch die Verhältnisse in der Nachkriegszeit hart mitgenommen sind. Das ge­schieht denn auch. Die Kommunistische Partei hofft hier ahnungslose Mitläufer zu finden, die die Wäh­ler aus der Arbeiterschaft verstärken sollen. Die Bedrängten im Mittel- und Bauernstand, die etwa Gefahr laufen könnten, den Lockungen des Kom­

munismus zu folgen, müssen sich sagen, daß die­ser nicht an sie herantritt, um ihnen zu helfen, sondern um seinen letzten Zielen näherzukommen: Alle Macht der Arbeiterklasse, für Revolution unfr Sowjetr epublik!_________

Die Nohlenversorgung.

Zenkcumsinterpellalion im Preußischen Landtag.

Die Zentrumsfraktion hat im Preußischen Landtag eine große Anfrage eingebracht, in der nach eingehender Begründung folgende Fragen ge­stellt werden:

1. Ist das Staatsminfterum bereit, darüber Aufklärung zu geben, warum etwa fünf Millionen Tonnen Steinkohlen, die 1926 von den Haldenbe- ftänöen abgesetzt wurden, nicht in der amtlichen Absatzstatistik für das Jahr 1926 erschienen sind?,

2. Ist das Staatsministerium bereit, die Förde» und Absatzstatistik im Ruhrbergbau für 1927, die infolge eingetretener Doppelzählungen höchst un­klar geworden ist, durch eine Nachkontrolle richtig­zustellen? _______

* Die Desoldungsfraqe im Saargebiet. Die Vertreter der saarländischen Beamtenverbände sind für Montag nachmittag von der Regierungskom­mission zu einer Besprechung eingeladen worden. Die Regierungskommission wird Vorschläge über die Regelung der Besoldungsfraae unterbreiten und die Vertreter der Beamtenschaft um ihre Stellungnahme ersuchen.

wirtschaftliche Ramvfbeweaunoen.

= Verschärfung im Rheinstreik. Soweit die Arbei­ter der Umschlagbetriebe in den deutschen Rheinhäsen nicht bereits von der Aussperrung betroffen wurden, sind sie jetzt in den Solidaritätsstreik getreten. Von der Vertretung der ausqesperrten und in den Solida­ritätsstreik getretenen Arbeiter wurde beschlossen, ab Dienstag, 15. Mai, auch jede Arbeit an den ausländi­schen Fahrzeugen einzustellen, da festgestellt worden ei, daß die sperrenden Rbeinichiffahrts- und Umschlags­firmen ihre Güter vielfach mittels ausländischer Ver­kehrs. und Betriebsmittel umschlagen und befördern lassen. Dieser Beschluß bedeutet die Stillegung jeglichen Umschlagsbetriebes in allen deut scheu R h e i n h ä f e n. Ausgenommen von dieser Maßnahme sind die deutsche Personenlchiffahrt, mit der neuerdings ein Tarifvertrag abgeschlossen ist, die Packereien und de­ren Umschlagsbetriebe, soweit sie Packergut verarbeiten.

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Lims Datererbe.

Roman von Karola Hellmuth.

Hildebrand wirft die Tür krachend ins Schloß, dann geht er auf sein Zimmer und gießt sich aus einer dick­bauchigen Flasche ein paar ganz gewöhnliche Schnäpse ein.

„Zum Wein langte ja nicht mehr, da muß es eben der Branntwein tun!" stößt er mit zynischem Lachen hervor.

In der Küche aber stoßen die Dienstboten an. „Hört mal den Herrn, wie er die Türe zuwirft! Da hals wieder Krach abgesetzt. Der junge Barkamp war hier, ich glaube, der will unser Fräulein freien und dem Alten ist er nicht gut genug. Der Esel könnte sich auch eine andere Frau holen, der wird sich noch umgucken!"

♦ X

Der Tag des Erntefestes war herangekommen. Flei­ßig hatte man geschafft bis zum letzten Augenblick, aber nun ist auch alles in schönster Ordnung. Berge von Kuchen duften auf den Tischen im besten Zimmer, das feinste Porzellan hat Frau Anna hervorgeholt, es stammt noch von ihrer Schwiegermutter und wird nur bei besonderen Anlässen verwendet. Leni hat den Tisch mit feinen weißen Damasttüchern gedeckt, dann hat sie Blumensträuße in hohen schlanken Glasoasen darauf ver­teilt. Frau Anna hat bewundernd zugesehen, wie sie hier ein paar bunte, feingezeichnete Dahlien, dott einen Zweig dunkelroten Buchenlaubes mit ein paar weißen Astern geschmackvoll in die Vasen verteilt hat.

„Es sieht ja beinahe aus, als wollten wir Verlo­bung feiern. Leni, hast du dir einen Bräutigam an- geschafft?" lacht Vater Barkamp, in seinem Sonntags­staat ins Zimmer tretend.

„Ach, Onkel Franz, wer wollte solch armes Mädchen wohl haben wollen!" gibt Leni munter zurück.

„Ja, warte nur, Iungferchen, wenn erst der Rechte kommt! Hoffentlich Dauerte noch recht lange."

Der erste Wagen rollte auf den Hof, er unterbrach die muntere Neckerei. Vater Barkamp geht hinaus, um feine Gäste zu bewillkommnen. Es ist fein Schwa­

ger mit feiner Frau, danach folgen die Töchter mit ihren Männern, tüchtige, frischwangige Frauen. Nur Lisbeth, die Jüngste, die einen Lehrer in Ehringhausen geheiratet hat, sieht etwas zierlicher und blasser aus.

Nach und nach kommen auch die Nachbarn, man schwätzt und lacht, es gibt ein gegenseitiges Begrüßen. Stühle werden gerückt, dann nimmt man an den Ti­schen Platz, oben die älteren Leute, unten die Jugend.

Dietrich blickt krampfhaft durchs Fenster, ob denn Hildebrands noch nicht kommen. Er hat oben zwei Plätze für sie freigehalten; wenn sie nun nicht kamen, würde er sich doch arg blamieren.

Schon kommen die Mädchen mit dem Kaffee herein; sie füllen die Tassen mit dem Duftigen Getränk, da end­lich kommen auch Hiildebrands. Alle blicken verwun­dert auf, man flüstert und tuschelt, als Dietrich seine Gäste zu Tische führt. Luise macht ihre schönste Verbeu­gung, als Dietrich sie mit den anderen Gästen bekannt macht. Diese jedoch blicken kaum von ihrer angenehmen Beschäftigung, die leckeren Kuchen zu verzehren, auf. Dietrich sieht den spöttisch verzogenen Mund Luisens und ärgert sich maßlos, denn er weiß ganz gut, daß feine Verwandten nicht aus Dummheit fo handeln, son­dern daß sie ihm zeigen wollen: wir geben nichts auf die hochmütige Bagage, wir halten uns für genau so viel. Hildebrands aber würden sich nun wieder über die dum­men Bauern luftig machen.

Das Gespräch nimmt feinen Fortgang, als wenn nie­mand dazu gekommen wäre; man spricht über die dies­jährige Ernte, die besonders gut ausgefallen ist, über die Schweinemast, die bei den derzeitigen Preisen doch ganz rentabel sei. Frau Hildebrand und Luise sind stumme Zuhörer; auf diesen Gebieten können sie nicht folgen. Dietrich zermartert sich den Kopf, auf welches Gebiet er die Unterhaltung lenken soll, damit alle sich daran beteiligen könne, aber ihm will nichts einfallen. Die nichtigen Kleinigkeiten, über die man sich bei Hilde­brands unterhält, kommen ihm in dieser Umgebung un­sagbar lächerlich vor. Seine Mutter hat sich schon ein paar Mal bemüht, die Damen ins Gespräch zu ziehen, aber es ist ihr nicht gelungen; sie hat auch zuviel zu tun, daß alles ordnungsgemäß klappt, sie kann sich kaum um einzelne Gäste besonders kümmern. Endlich scheint

sene Schwester Lisbeth seine Herzensnot zu ahnen; in ihrer liebenswürdigen Art nimmt sie sich der Damen Hildebrand an; diese aber scheinen durch die Nichtbeach­tung, die ihnen am Anfang geworden ist, arg verschnupft zu sein, denn ste geben nur kurze und hochmütige Ant­worten.

Endlich, alles hat ja einmal ein Ende, erhebt man sich Dom Kaffeetifch, um einen Gang durch Haus und Garten zu machen. Alles glänzt in blendender Sauberkeit, selbst Frau Wemhof, Frau Annas gefürchtete Schwägerin, weiß heute nichts auszufetzen. Der Garten, obwohl feiner meisten Früchte schon beraubt, gleicht dennoch einem Schmuckkästchen. Blumen blühen überall, bunte Dah­lien und glühend rote Malven neben grofjfternigen, roel- feen Astern. Rote Feuerbohnen blicken wie Leuchtkäfer aus dem dunklen Laub, die letzten Rosen verhauchen ihren Duft in der warmen Herbstluft, vermischt mit dem angenehmen Geruch der bescheidenen Reseden, die so acht­los am Boden ranken.

Durch die Ställe geht man mit wohlgefälligem Blick, das blanke, gut genährte Vieh betrachtend, selbst die Schweine werden besehen und über ihr Gewicht verhan­delt. Luise hat sich neben Dietrich gemacht, sie sieht finster und unzufrieden aus.

„Herrgott, ist das langwellig hier; ich hatte mir so ein Erntefest ganz anders vorgestellt."

„Das Beste kommt ja auch noch; heute abend wird getanzt, wenn das Abendessen vorbei ist. Erst muß doch der sogenannte geschäftliche Teil erledigt sein, dann kommt das Vergnügen."

„Tanzen? Ja, wo tanzt Ihr denn? Im Efezimmer etwa? Dann muß das doch erst ausgeräumt werden."

„Keine Idee, Fräulein Hildebrand!" lacht Franz Wem­hoff, der sich Den beiden unbemerkt genähert hat. Auf der Diele wird getanzt, wunderbar, sage ich Ihnen."

Er wiegt seine derbe Gestalt in den Hüsten und schnalzt mit der Zunge. „Darf ich um den ersten Tanz bitten, Fräulein Luise?"

„Bitte, für Sie bin ich Fräulein Hildebrand!" sagt Luise hochmütig. „Herr Barkamp, wollen Sie die Güte haben, mich von der Gesellschaft dieses Menlchen zu be­freien?"

„Nun seh einmal einer diese Hochmutspuppe an, will wohl gern Frau Barkamp werden, aber den alten Onkel vom Dieter nennt sie „diesen Menschen". Haha, hast dir eine Feine ausgesucht, Dieter!"

„Nun muß ich aber sehr bitten, Onkel, deine Beleidi­gungen zu unterlassen. Wie kannst du dich unterstehen, etwas zu behaupten, von dem doch noch gar nicht Die Rede gewesen?" braust Dieter auf.

„Nicht die Rede gewesen, Jüngsten? Die Spatzen pfeifens ja von Den Dächern . Meinst wohl, alle Leute spielten blinde Kuh, wenn du zu Hildebrands gehst? Aber nur zu, mir solls egal fein, wirst dich noch umgucken, wenn Die spindeldürre Marjell mal Frau Schulze Bar­kamp ist." ...

Herr Wemhoff stapft mit hochrotem Kopf davon, im Vorbeigehen seiner Frau zurufend: „Heda Rieka, mach dich fertig, wir fahren nach Hause, ich lasse mich von dem unreifen Burschen doch nicht schuhriegeln."

Ohne auf den Zuspruch der anderen zu achten, holt er die glänzend schwarzen Rappen aus dem Stall, und spann sie vor den Wagen.

Schulze Barkamp ist auf den Schwager zugetreten: er faßt ihn am Arm: „Heda, Hermann, was ist vorge­fallen, was hast Du mit Dieter gehabt? Ich will keinen Zwist in der Familie, der Junge soll abbitten, wenn er schuldig ist. Erst aber mufe ich wissen, was passiert ist."

„Einen „Menschen" hat mich das fpünbelDürre Frauenzimmer genannt und der Dieter hat sich auf ihre Seite geworfen."

Der Schulze mufe innerlich lachen über Die patzige Antwort, aber er bewahrt Doch feinen Ernst, um Den Schwager nicht noch mehr zu reizen.

„3a, Hermann, Das ist doch keine Beleidigung, wenn man jemand einen Menschen nennt. Wenn anders nichts vorgefallen ist, so sehe ich nicht ein, warum du so fort­rennen willst."

Jetzt kommt auch Frau Anna mit Rieke Dazu, sie dereDen Den Mann und Bruder zum Bleiben. Schulze Barkamp aber hat seinen Sohn herangeholt.

.Hier, Dieter, vertrag dich mit Dem Ohm, ich will kei­nen Zank in Der Familie, merk Dir Das!"

(Fortsetzung folgt.)