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Nr. 113

Dienstag, 15. Mai 1928

55.Zahrg

in­

st ey gestanden, die in Paris ein Propagandabüro eröffnet hätten, sowie auch mit Rakowski, als die­ser letztes 2abr Sowjetbotschafter in Paris war. Carol habe, wie verlautet, eine Zeitlang ange­nommen, daß er Präsident einer k o m m u n i st i - s ch e n rumänischen Republik werden könnte.

Anwalt und Hüter der Interessen der (? erweisen. ________________

wurde zahlreiches belastendes Material den.

heft von Tsinanfu auf diplomatischem Wege geregelt weide, da jede unmittelbare Gefahr nunmehr beseitigt sei.

eine zweideutige Politik machten, indem sie sich anders verhielten in der Regierung und an­ders gegenüber ihren Wühlern, müssen die Sozialdemokraten nun auch gegen sich sel­be r gelten lassen. Sie ließen sich bisher viel zri viel von der Agitationspolitik beherrschen, und diese Taktik müßte unter allen Umständen oufge- geben werden, wenn eine auf gegenseitige Wahr­heit und Ehrlichkeit aufgebaute Arbeitsgemeinschaft zustande kommen soll. Denn das ist das entschei­dende: Klarheit, Wahrheit und Ehrlichkeit. Wer diesen Erfordernissen nicht entsprechen kann oder will, wird von uns im Zentrum als Partner ab­gelehnt. Das Volk muß Vertrauen haben kön­nen zu denjenigen, die es als Sachwalter seiner Interessen durch die Wahl berufen hat, und das Zentrum wird dafür sorgen, daß dieses Vertrauen nicht enttäuscht wird.

Ob nun die sogenannte Große Koalition kommt oder nicht: Das Zentrum wird, welche Regierungs­bildung auch immer entstehe, sieb als der getreueste

Die Lage im Men.

Friede zwischen Japan und den Chinesen.

Reuter meldet aus Tokio: Die Zeitungen drängen einstimmig auf schnellmögliche Zurückzie­hung der japanischen Truppen aus Schantung. _ Harras berichtet aus Tokio: Premierministei Tanaka erklärte der Presse, daß er den zuständigen Behörden Weisung erteilt habe, daß die Angelegen-

* Abgeordneter Dr. Heß 50 Jahrs alt. Am 13. Mai begeht der Abgeordnete Dr. Joseph Heß sei­nen 50. Geburtstag. Dr. Heß gehört, obwohl er erst 50 Jahre alt ist, doch schon zu den ältesten Mit­gliedern der Preußischen Zentrumsfraktion. Er trat dort 1908 ein und gehört seitdem ununter­brochen dem Landtage an. Dr. Heß hat immer zu den aktivsten Mitgliedern der Prenßenfraktion ge­hört. Schon vor dem Kriege hat er wiederholt die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Da-

politische Unvernunft.

Am Sonntag fmrden in Berlin Wahlumzüge von Verbünden statt. An verschiedenen Stellen kam cs zwischen Stahlhelmern, Kommunisten, Sozialdemo­kraten, Reichsbannerleuten und Nationalsozialisten zu Zusammenstößen. Dis abends 8 Uhr wurden 36 Personen s i st i e r t. Am Kurfürstendamm, wo es mehrfach zu Tätlichkeiten zwischen Demon­stranten kam, wurde ein Polizeibeamter, der Kom­munisten und Stahlhelmer auseinmiderorlngen wollte, von einem unbekannt gebliebenen Täter durch einen Messerstich am rechten Schulterblatt ver­letzt. In Moabit wurde ein kommunistisches Plakat mit einem Ochsenkopf und der Auf­schrift „Wähle SPD" beschlagnahmt. In Lich­tenrade kam es zu Zusammenstößen zwischen Natio­nalsozialisten und Reichsbannerleuten. In Köpenick wurden zwei Stahlhelmer von zehn Kom:,:u m überfallen. _____________

palen und Litauen.

wtb. Warschau, 14. Mai. (Eia. Funkm.s Wie das Regierungsblatt „Epoka" mitteilt, war die ge­stern abend hier eingetroffene polnische Delegation bei ihrer Abreise im Bahnhof von Kowno G e - gen st and feindlicher Demonstratio- n e n seitens einer Gruppe junger Leute. Da der Vorsitzende der litauischen Abordnung auf der pol­nisch-litauischen Konferenz, Balutis, dem polnischen Vorsitzenden .Holowko schon am Tage vor der Alr- reife mitgeteilt haben soll, daß es zu solchen De­monstrationen kommen würde, bezichtigt die Epoka die litauische Regierung, daß sie sich diesen Kund­gebungen nicht widersetzen wollte oder nicht wider­setzen konnte.

* Politische Verhaftungen in Litauen. Wie das „Memeler Dampfboot" zuverlässig erfährt, sind in der Nacht vom 10. zum 11. Mai im Kreise Litauisch-Krottingen 21 Personen verhaftet wor­den. Es soll sich um Angehörige der Pletschkai- tis-Organisation handeln. Bei den Verbackten

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Mit Mut voran

Von Abgeordneten

„Ich wähle nicht mehr," sagen die Einen! „Es hat ja doch keinen Wert," sagen die Anderen!

Ist ein solcher Standpunkt richtig? Richtig besonders gegenüber einer Partei, wie das Zen- Lr t , unter den schwierigsten Verhältnissen u^uhrhaftig seine Pflicht und Schuldigkeit getan

In der Zentrumsfraktion des Reichstags wurde nicht nur m den letzten vier Jahren, sondern seit dem Zusammenbruch im Jahre 1918 eine riesige Arbeit geleistet.

Unser verstorbener Führer Fehrenbach hat | cinmd' Zur Verteidigung der Fraktion gesagt:

„Ich bin stolz darauf, an der Spitze dieser aus- gezeichneten Fraktion zu stehen, dre eine solche Fülle gediegener, sachkundiger Arbeitskräfte besitzt."

So Fehrenbach! Wenn man aber manchmal bic ebenso harte wie ungerechte Kritik gegenüber ver Reichstagsfraktion Hört, bann könnte man mei- nen, die gescheiten Leute säßen alle zu Hause und die Dümmsten seien ins Parlament ent­sandt worden! Daran denken aber die „lieben" Kritiker nicht, wie nach dem verlorenen Kriege alles zusammengebrochen, wie Deutschland außen- uiid innenpolitisch bedroht war und wie in ver- haltnismäßig wenig Jahren ein großes Stück dertt- Icher' Wiederaufbauarbeit geleistet worden ist.

Wer biel arbeitet, der macht auch gelegent- ommal einen Fehler. So ist es auch in der Politik! Wer macht denn keine Fehler? Auch die Zentrumsfraktion mag schon in dieser oder jener Emzelftage einen Fehler gemacht haben. Dabei darf aber nicht übersehen werden, daß sie stets das Gute und Volksförderliche gesucht und er­strebt hat. Uebersehen darf auch nicht werden, ?uß im Regelfall Behauptung gegen Behauptung steht und der Gegenbeweis, ob ein Fehler vorliegt, nicht geführt iverden kann, weil eben die Probe miss Erempel nicht gemacht iverden fanii. Ein Be-ipiel:

Welche Koalition?

Einer unserer parteipolitischen Mitarbeiter schreibt uns:

Je näher wir dem Wahltermin entgegengehen, lrmso mehr häufen sich in Wort und Schrift die Betrachtungen über die künftigen Koalitions­möglichkeiten. Es ist sehr interessant, daß bemer­kenswerte Stichworte für eine solche Debatte gerade von Politikern der Deutschen Volkspärtei gegeben worden sind. Sowohl der Außenminister Stresemann sowie der Wirtschaftsminister E u r t i u s haben in verschiedenen Versamm­lungen dieses Thema berührt. Diese beiden Per­sönlichkeiten sind keine beliebigen Politiker. Man darf wohl annehmen, daß sie als Mitglieder der gegenwärtigen Regierung sich doch wohl auch ein Bild über die künftige Gestaltung einer Reichs­regierung gemacht haben. Und da ist es weiterhin im höchsten Grade beachtlich, daß die beiden ge­nannten volksparteilichen Minister das Thema der Großen Koalition angeschnitten und diese selbst befürwortet haben. Und zwar nicht nur für das Reich, sondern auch für Preußen! Und dieses gleiche Thema ist dann von den dii minores, den kleineren Göttern und Geistern der Deutschen Volkspartei in derselben Weise weitergesponnen worden.

Wenn nicht alle Zeichen trügen, wird in der Tal das Ergebnis der kommenden Wahlen der Bildung der Großen Koalition günstig fein. Es scheint sich auch jetzt schon zu ergeben, daß die Deutschnationalen aus der künftigen Regierungs­bildung ausfallen und infolgedessen demnächst in Opposition stehen werden. Während aber früher die Deutsche Volkspärtei auch nur den Ge d a n - ken der Koalition verwarf, während sie sogar über den Bemühungen, eine solche Regierungs- gemeinfchaft zu schaffen, Krise über Krise hervor- rtef unb dann selbst Regierungen zerschlug, scheint sie jetzt andere Wege wandeln zu wollen. Denn von einem verantwortlichen Politiker der Deutschen Volkspärtei hört man heute nicht mehr wie früher, daß die Deutsche Volkspartei nur mit Den Deutschnaitonalen zufammengehe und ein gemeinschaftliches Arbeiten mit den Sozialdemo­kraten ablehnen würde. Um dieser Idee willen hat die Deutsche Volkspartei eine ganze Reihe von Stilen her auf beschworen und sich damit 3u-einem parlamentarischen Gebilde entgelt, dasma^zu- Mt garnw mehr anders als als Krisenpari i r°nnte- Wenn die Deutsche Volksparte! ravon abkommen würde, so wäre das ohne Zwei­fel ein Fortschritt der Gesundung im Sinne un- ferer innenpolitischen Verhältnisse Es geht nun ffiXrmÄ ancÄ man Arbeitswillige, für'die Gestaltung der Staats- und Reichsverhältnisse sich verantwortlich suhlende Kräfte bewußt von der Mitarbeit fernhalt, lediglich um eines parieipoli- Äein,51°nma u vffCn-. sicherlich ist es anderer- auch cm Unding, daß eine große Partei, die r?lne,m "Uten Teil als ihre Schöp- wnarhe -tarf, etf JeIbm E der verantwortlichen Mitarbeit ausschalet. Niemand, der positiv mft- Die^Dents^'m^/ und darf abgestoßen werden, de» tv! ^Espartei hat das Experiment mit Öen Deutschnationalen gemacht. Man mußte Ver­ständnis bafur auf bringen, denn sie hatte ein Jn- ^re',ie, barmt, den Nachweis zu führen, daß die "i' n'?ma( der Regierungsver- ?İ^Et, auch keine andere und be= r « festere Arbeit zu lefften vermögen, so daß sie also ihre eigenen phatastischen Verip-e- i djungen ad absurdum führten. Dieses Ziel dürfte durch das Wahlergebnis erreicht werden denn daran kann kein Zweifel fein, daß die Deutsch- nationalen nunmehr ihre Regieningsmitarbeit mrt dem Verlust an Wahlstimmen und Mandaten roc ben bezahlen müssen. Eine solche Entwicklung, die von der Phra,e zum Realen führt, kann nur öer arbeitsfähigen und arbeitswilligen '■Ritte xu- flutc kommen. e w

Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochcnbeilagen: „Die Welt im Bild" und „Buchenblätter". Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernsprecher Nc. 9. :< Monatlicher Bezugspreis 1,80 Mk. :»:

für Deutschland!

Andre-Stuttgart.

viel ober wesentlich stärkeren Aufwertungslast, als wie sie beschlossen worden ist, wieder hätte in Fluß gebracht werden können, läßt sich auch nicht schlüssig verneinen oder beweisen. Jedenfalls aber können vom heutigen Stand der Wirtschaft aus die damaligen Vorgänge nicht gerecht beurteilt werden. Die Ausgabe der Polittk kann jetzt und künftig nur darin bestehen, weitere Härten und Ungleichheiten, die mit den Aufwertungsfragen zu­sammenhängen, fn Anpassung an den besseren Stand der Wirtschaftslage auszugleichen; hieran arbeiten Wir im Zentrum!

Diese beiden Beispiele mögen genügen. Durch die Annahme des Friedensvertrages haben wir wertvolle Wählerkveise nach rechts hin verloren: die Aufwertungsfrage und ihre Lösung haben in den geschädigten Volkskreisen eine schwere Miß­stimmung herausbeschworen. Die politische Ent­wicklung hat aber auch hierin schon vielen Kreisen die Augen geöffnet, denn solange die Rechte nicht an der Reichsregierung beteiligt war, trat sie für eine höhere Aufwertung ein. Die Sozialdemokraten und Demokraten aber hatten solange nichts ober nicht viel für die Kleinrentner übrig unb wollten

biiit den Stimmen des Zentrums, der Sozial­demokraten und der Halste der demokratischen stimmen wurde seinerzeit dem Friebensver- I t7;a 9 von Versailles zugestimmt. Dafür wurden wir jahrelang aufs Gröblichste bekämpft und be­schimpft. Mir angegriffenen Zentrumsabgeordneten konnten aber den Beweis dafür nicht erbringen, welch böse Folgen die Ablehnung dieses fürchter- ichen Verttages für Volk und Vaterland gehabt haben würde. Würde etwa Deutschland politisch zerrissen worden sein wie Oesterreiich? Würde Frankreich dauernd die Hand aufs linke Rheinufer gelegt haben? Würde Süddeutschland vom übrigen Reich abgetrennt worden sein? Wir wissen es nicht, können solches nicht beweisen. Wir haben aber den Vertrag angenommen, weil wir in dessen 'Annahme das kleinere liebel gesehen haben. Daß dieses „kleinere liebet" aber ein großes liebel war das tvußten wir, sahen wir, aber wir konnten trotzdem der Entscheidung nicht ausweichen, weil wir das Ende des deutschen Reiches gesehen und befürchtet haben. Die Entwicklung der Verhältnisse hat^übrigens unsere Haltung gerechtfertigt.'

So war es bei der Währungsstabilisierung, M der Aufwertungsfrage! Damals ftanb die Frage im Vordergrund: „Wie retten wir überhaupt unsere Wirtschaft? Wie bringen wir das Wirt­schaftsleben wieder zur Ankurbelung?" Unter dem Druck der damaligen Geld- und Kapitalknappheit

. o die Dinge mit der Großen Koalition nun rem men mögen oder nicht, vermögen wir in die- wm Augenblick naturgemäß nicht zu sagen. Das Zentrum fedenfalls behält sich i e g l: ch e Entfchei- uvr. Das ewige Krifenmachen der Dein- ^enVolkspartei haben mir k-ttr. Wenn sich die Oeut che Volrsparte, mit .uns wieder in eine Ge­meinschaft begeben will, dann werden wir nach rllen bisher gemachten Erfahrungen doch Garan­ten gegen diese wiederholt das ganze Staatsge- uge in Gefahr bringenden Krifenmachereien ver- angeir müssen. Andererseits aber sollen auch die Sozialdemokraten nicht glauben, daß sie so leich-

dem Erfolg der Großen Koalition , w vu„.«uaCu ww srapii-uinappyen ' S Deutschnationale», zum cm- wurde die Aufwertungsgesetzgebung gemacht. Die

7 m,t deckst, vorhalten, nämlich, daß sie 1 Frage, ob unsere Wirtschaft überhaupt mit einer

Damit würden in der Tat die Wege fick die Große Koalition geebnet. Ohne daß wir den kom­menden Dingen in irgend einer Weise vorgreifen wollen, mochten mir nur zum Ausdruck bringen

,cme solche Entwicklung Mcchchlich uns die Beruhigung und Festigung des heutigen Staates zu. gewährleisten scheint Das war n die groß" unb wie sich heute immer deutlicher erweist, durch­aus richuge Idee oes Reichskanziers Marx, als er den Gedanft» der V o l k s g e m e i n f ch a f t propagierte Seine Verwirklichung ist allerdings gescheuert bisher an oem Verhalten der Deutschen Volksparre,. Es wäre geradezu ein Akt politischer Sühne und ausgieichender Gerechtigkeit, wenn nur ,b‘e Deutsche Voltspartei selbst diese Volksgemein- chaft der sie bisher immer widerstrebte, nrnmehr wi.L'!'?^.°'^nst-n Interesse die Wege ebnen1 inuBtc. Einen größeren Triumph könnte sich die siaatsmanmsche Arbeit des Zenrrums, das diese Entwicklung schon seit Jahren anstrebt, wohl kaum

nrals gehörte er zu den mutigsten unb schneidigsten Kämpen für bie Rechte bes deutschen Katholizismus ■ in Schule unb Verwaltung unb er hat sich nie ge­scheut, Wahrheiten, bie gesagt werben mußten, zu sagen, auch wenn dabei Schwierigkeiten zu erwar­ten waren, bie seiner als Beamter erwarten. Da­mals gehörte wirklich Mut dazu, der Regierung solche Wahrheiten zu sagen, wie er es wiederholt getan hat. Das katholische Volk bankt ihm noch heute bafür. Aber erst mit der Mündigkeitserllä- rung des deutschen Volkes burch bie Staatsumwäl­zung im November 1918 begann die Zeit, wo Dr. Heß seine Kräfte voll entfalten konnte. Der schlag­fertige Rheinländer, von nrdemokratischen Trieben erfüllt, voll Kampfesmiit unb mit einer unoorgieich- lichen Witterung für das politisch Richtige begabt, konnte jetzt erst wahrhaft auslaben. Die Fraktion des Zentrums im Preußischen Landtag verdankt ihm sehr viel. Wenn Politik die Kunst des Mög­lichen ist, bann darf man von ihm sagen, daß er, getragen von der vertrauensvollen Unterstützung der preußischen Landtagsfrakticn, unendlich viel er­reicht hat unb mehr erreicht hat, als sich die Schul­weisheit mancher „Kritiker" träumen läßt! Als Parlamentsredner gehört et unstreitig zu den besten des Landtags. Seine Beredsamkeit verleugnet nicht die rheinische Herkunft und gerade darin liegt trotz ihrer ost schneidenden Schärfe doch viel Versöhnen­des, liegt ihr Schmelz und ihr Charme. Das katho­lische Deutschland ehrt in ihm einen seiner besten und verdienstvollsten Männer.

Kbgewimmelt ’

Wir haben uns wiederholt gegen den von eint» gen Parteien geübten Mißbrauch gewandt, die Person des Reichspräsideten in den Wahlkampf hineinzuzerren. Nachdem die D e u t s ch natio­nalen damit begonnen hatten, Hindenburg-Pa- rolen und Hindenburg-Plakate zu vertreiben, kam auch eine örtliche Organisation der Deutschen Volkspartei au* den Gedanken, bi? Persön­lichkeit des Reichspräsidenten in den Dienst ihrer Wahlpropaganda zu stellen. Der Vorstand des Kreisvereins Nordhausen der Deutschen Volkspartei hat diese Partei nämlich in einem Wahlaufruf als „die Partei Hinden­burg s" bezeichnet und dazu noch beim Büro bes Reichspräsidenten ungefragt, wie dieser sich zu der ihm erwiesenen Ehrung stelle. Hierauf erhielt er folgende deutliche Antwort:

„Sehr geehrter Herr! Auf Ihre 2[nfraae nnm 5. Mai teile ich Ihnen nach Vortrag beim Herrn Reichs- Präsidenten mit, daß der Herr Reichspräsident der Deut­schen Volkspärtei nicht angehört und der Vorstand der Deutschen Volkspärtei, Kreisverein Nordhaulen nicht berechtigt ist, die Deutsche Volkspartei als „die Partei Hindenburg" zu bezeichnen. Der Herr Reichspräsiednt ist bei keiner Partei Mitglied.

In vorzüglicher Hochachtung, gez. Meißner, Staatssekr.

Die hier erteilte Lehre kommt etwas spät, aber immer noch früh genug, um den Reichspräsidewen wenigstens in der letzten Woche des Wahlkampfes vor feinen geschäftigen Freunden zu schonen.

von einet höheren Aufwertung nichts wissen, so­lange sie aktiv in der Reichsregierung mitwirkten. Mit dem Hmübergleiten in bie Opposition kam bann die „Bekehrung" zugunsten der Kleinrentner!

Wir vom Ze ntrum konnten unb wollten uns solcher parteitaktischen Schachzüge nicht bedienen, vielmehr mußten wir auch hierin den Lebensnot­wendigkeiten des Reiches Rechnung tragen. Be­dauerlich ist nur, daß oft bie eigenen Parteifreunde so wenig Einblick - in die Schwierigkeiten der Sage haben unb auch nicht sehen wollen, wie wir gerade । unter bet hervorragenden Mitarbeit des Zentrums als Staat unb Volk in ben letzten neun Jahren vorangekommen sind. Das Ausland steht oft ver­wundert dieser Tatsache gegenüber; es hat viel > mehr Vertrauen in unsere Volks- und Wiclschafts- kraft, als weite Kreise des eigenen deutschen Volkes felbft. Die übermäßige Kritik- und Nörgelsucht tzk zu einer politischen Zeitkrankheit geworden.

In den Jahren nach den napoleonischen Kriegen bestand in Deutschland schwerste Hungersnot (1816-17) und ja hrzebnte lang hat das deutsche I Volk unter ben Auswirkungen dieser Kriege schlver L gelitten. — In manchen Kreisen Deutschlands sind I Bürgerkrieg,

aber heute die Ansprüche ans Leben größer, als I Reuter meldet aus Arnoy: Der Kreuzer selbst vor dem Weltkriege; ttotzdem hört man audi I „Haichi" der Nordtrupperi drang in den Außen- m breferx Kreisen nur Klagen über die „schlechte I Hafen ein und beschoß die Forts, die von den na- seit, die „hohen Steuern", bie „unerträglichen I tionalistifchen Truppen besetzt sind. Die Beschie- Soziallasten' unb andere Dinge mehr. I ßung richtete keinen Schaden an. Die Artillerie

Wir haben alle guten Grund, dieser „Stirn- I der nationalistischen Truppen erwiderte etwas ver- mungsmacherei nicht zu unterliegen. Aufgabe der I späte! das Feuer, doch ebenfalls ohne Ergebnis, ^uuk ist es, im Rahmen des Möglichen den wirk- I Es verlautet, der Kreuzer „Haichi" erwartete jetzi lich bedürftigen Kreisen zu helfen und der Wirt- I außerhalb des Hafens den Dampfer „Wale", der ganzer Berufsstande Eg sich entgegen- Munition ausgeladen hat und von dem man geschieht "'cht dadurch, baß I glaubt, daß er noch weitere Munition für Schang-

-V Äen "der daß man den Hai bestimmt an Bord habe.

sieft oder so tick' J I ®iner Reutermeldung aus Schanghai zufolge bin

'^°der so tut, als ob .„Nichts geschehen wäre", finden sich die sü dch in e si sch en Truppen auf “Wut $C x 9e<m1tre>lC - U"d Mit ! dem Vormarsch nach Tientsin. Die fremder

uns^in^^Deutsckrlanb ^wckn^^hvü^ck^ eintreten! Was Streitkräfte in Tientsin fetzen sich aus 4000 Amen, Ss ^e, ge- kauern mit 20 Flugzeugen und 5 Tanks, 100C »rito'Ä istss&Ä äs 3000 srm**»• deutschen Zukunft! Der Weg ist steinig und steil. ———————

mfr^^^nrhlSts^n^iS^ kommen * Die Schwarzen Mattern in der Mandschurei, wir auch vorwärts. Unfriebe zerstört, Einigkeit I Die Agentur ftndo Vacisic berichtet ans erhrtt- unb1 briMat^noni01 P^kcht I bin, daß die Schwarzen Blattern in Cbarbin aus.

uno ormat ecaeni < tauchten-

Prinz Tarol.

Aus London wird gemeldet: Wie mitgeteilt wird, ist Prinz Carol im Begriff, sich von der mit Fieber verbundenen Erkältung, die ihn be­fallen hatte, zu erholen. Das Gebäude, indem der Prinz Wohnung genommen hat, wird dauernd von einem starken Polizeiaufgebot bewacht. Wie man glaubt, wird der Prinz bis zum letzten Au­genblick der ihm bewilligten Frist in England bleiben. Wie erinnerlich, hat der Minister des Innern der Erwartung Ausdruck verliehen, daß der Prinz am Montag den Boden Englands verlassen haben wird.

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Der französische Korrespondent des Dailis Tele­graph berichtet aus Paris, es verlaute, daß der französische Innenminister die Mitteilung erhal­ten habe, Prinz Carol hätte einige Zeit in enger Fühlung mit den rumänischen Kominuni-

FuldaerZertung

Anzeiger für die Staöf Iulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblalk.