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Nr. 112.

Fuldaer Zeitung (NmMches Kreisblatt).

Sonntag, 13. Mal 1928.

ans aller Welt

derer Grenzgebiete, insbesondere Oberschlesiens,

uvi । ueiei vsrenzgeoieie, insoe^onoere ijt'criqjienen Hatte das • des Saargebietes und des Saargrenzqebietes, ei

antrages sämtlicher Regierungsparteien, also auch

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tzens handelte, mit voller Zustimmung der Zen­trumsminister bewilligt morden sind ' 5,Ü...

Zentrum d-ese Aktionen nicht voll unterstützt oder Hütte es sie gar abgelehnt, dann hätten sie eben nicht durchgeführt werden können. Das gilt ins­besondere oen der sogenannten Hindenburgaktion, durch die Ostpreußen 60 Millionen ..41 rem Reich und 15 Millionen M von Preußen bekam. Das Zentrum hat gerade durch leine Zustimmung zu dieser Aktion, die, gemessen an der Notlage an­

besondere Bevorzugung Ostpreußens dacstellt, seine staatspolitische Gesinnung bewiesen, da es darauf verzichtet hat, bei dieser Gelegenheit Kompensa­tionsforderungen für die anderen, überwiegend von Zentrumsleuten bewohnten Gegenden anzumelden. Auch der Grenzfond 1928, der für den Osten 9'- Millionen dl betrug, ist auf Grund eines Initatio-

erfrischen, sind, wie aufgeregt oder neroosf sa muß sie die Störungen unserer 'Hewen beseitigen. Sie muß seelische Zufriedenheit heuwrrufen, wahrend innere Beschwernisse durch ihren Qenuß ausgewogen werden.

des Zentrums, beschlossen worden. Bon Zentrums­seite war mit Rücksicht darauf, daß für Ostpreu- ßen bereits 75 Millionen «M. bewilligt waren, zu­nächst vorgeschlagen worden, den Trenzfond 1928 den anderen östlichen Grenzgebieten unter Aus­schluß Ostpreußens zuzuteilen. Das hatte feinen Grund darin, daß die Sprecher der Fraktion zu­nächst glaubten, der Grenzfond solle denselben Zwecken dienen, wie die bereits mehrfach genannte Ostpreußenaktion Als sie von einem Regierungs- Vertreter darauf aufmerksam gemacht wurden, daß die Ostoreußenaktion lediglich de^ Wiedcraufrich- tung der Landwirtschaft dienen, der Grenzfond da ­gegen zu kulturellen Zwecken verwandt werden sollte, als ihnen gesagt worden war, daß beide Aktionen also ganz verschiedenartige Gegenstände beträfen, hat das Zentrum sofort auch Ostpreußen in seinen Erenzsondantrag einbezogen. Herr (Bott« Heiner hat also kein Recht, aus dieser Sachlage einen Dorwurf gegen das Zentrum heraus zu destillieren. Wenn er seine Wahlreden sachlich und nicht nur agitatorisch aufziehen würde, hätte er keinen Grund gefunden, die Ostpreußenpolitik des Zentrums zu verdächtigen. Aber gerade darauf kam es ihm ja an.

* Rückkehr der „ölalia" nach Kingsbay. Die „Italia" ist nach Kingsbcty zurückgekehrt. Die Rück­kehr erfolgte, weil zu dichter Nebel über dem Eise lag, daß jede Orienkieruna unmöglich wurde.

* Eine Hilfsexpeditton für die „Bremen". Nach einer Meldung der „Associated Preß" aus Was­hington hat Kriegssekretär Davis die Entsendung einer Hilfserpedition, bestehend aus zwei Armee­flugzeugen, die als Land- sowie als Wasserflug­zeuge verwendet werden können, nach Greenly Is­land gutgeheißen. Es soll, um den Weiterflug der „Bremen" zu ermöglichen, der Junkerspilot Mel­chior an der Expedition teilnebmeir. Man rechnet damit, daß dieser Start der „Bremen", wenn er nicht in den nächsten Tagen stattfindet, infolge der Bodenerweichung unmöglich sein wird, und ist da­her bemüht, Melchior schnellstens nach Greenly Is­land zu befördern. Falls die Armeeflugzeuge auf Grsenlu Island nicht landen können, wird sich Mel­chior mittels Fallschirms herablassen. — Nach einer Funkmeldung sind die beiden Armeeflugzeuge in der Nacht zum Samstag in Millerhild gelan- ^t. Dis Piloten gaben über den Zeitpunkt ihres Weiterfluges keine Auskunft. Der Flug nach ..Greenly Island" wird über Neuschottland und Neufundland führen. In St. George auf Neufund­land werden die beiden Flugzeuge auf die „Bre­men" warten. Wie verlautet, rechnet man damit, am Samstag über Greenln Island u. am kommen­den Donnerstag in Neuyork einzutreffen. General Fechtet, bei; die Expedition leitet und in einem der Flugzeuge an ihr persönlich teilnimmt, ist der Kommandeur der amerikanischen Luftstreitkräfts.

Zlugzeuge gegen Heuschrecken.

Die in Koweit zur Verteidigung der Stadt gegen die Wahabiten bereitstehenden Flugzeuge kämpfen jetzt gegen einen anderen Feind, nämlich gegen g e- waltige Heuschreckenschwärme, die im ganzen Land großen Schaden anrichten. Die Flug­zeuge stiegen auf, um die.Schwärme zu zerstreuen; mehrere Apparate waren jedoch gezwungen, wieder zu landen, da die Heuschrecken sich an die Kühler der Flugzeuge setzten und diese dadurch unbrauchbar machten. Auch im Südirak sind Heu- schreckenschwürme aufgetreten; dort ist der Schaden jedoch geringer.

Worte.

Von Emmy Ficus.

Worte sind scharfgeschliffene Klingen, die sich kreu­zen, — oder zarte Liebkosungen, die wie Zephirschwin- gen vorüberstreichen.

Worte sind Federbälle, die rasch, leicht und mühelos durch die Luft geschleudert werden, . — oder Dolch­spitzen, die verletzendes Gift ins Herz bohren.

Worte können Waffen fein, und Balsam. Worte mögen Angriff sein oder Verteidigung, Form oder In­halt. Aber immer — sollten sie tiefer genommen uni» höher gewertet werden, denn als bloßer Klang! —

Klang verrauscht, Worte prägen sich ein.

Klang verweht, Worte bleiben.

Und nicht nur das geschriebene Wort, sondern auch — das gesprochene.

An manchem Wort hängt — Menschenschicksal. Auf der zweischneidigen Schwertspitze des Wortes gaukelt häufig das Glück, bereit zum Warten oder Bleiben. Aber häufiger noch bläst ein zweites Wort — Einsam­keit, Seib und Unglück.

Man sagt den Frauen nach, daß sie in ihrer gefühls­mäßigen Einstellung, die der Vernunft und der Logik schwerer zugänglich ist wie die Veranlagung des nüch­terner denkenden Mannes, daß die Frauen durch Worte gelenkt, geführt, beeinflußt, sogar — verführt werden.

Schmäht deshalb weder die Frauen noch die SBor+e!

Frauen sind Schönh-ütsfucher, die ihrem Alltag gerne Glanz verleihen durch Schönheit, die der Eintönig, keit des Daseins Klang und Musik abtrotzen: Sei es auch nur durch Worte!

Und müssen die Worte immer nur leeres, haltloses Geklingel und inhaltloses Geplätscher sein? Dürfen sie nicht die strahlende Form sein für den köstlichen Inhalt, die Schale aus schimmerndem Kristall für den heilsamen Wonnetrank?

Worte, werdet zum Gralskelch, der die Gedanken hü­tet, bis sie zur Tat der Erlösung und Befreiung gewor­den sind!

Frauen, wägt die Worte, die aus Eurem Munde gehen, wägt die Worte, die zu Eurem Ohr dringen, auf daß ihr Klang nicht vorüberwehe, nicht zur Dissonanz und Disharmonie werde, sondern sich balle und füge zu unvergänglicher, lebensechter Melodie der Tat und des Geschehens! —

Worte sollen die Tore öffnen zu den Blumengärten der Güte und den Paradiesen der Liebesbereitschaft...

ßonunen, -als daß .nidit xüuxfi den Qenuß einet duten ZigaceUe .n&di wUßammenee d^naeßi wecden ßdnnte.

* Verheerende Ueberschwemmungen in Ungarn. (Eia. Funkm.) Wie aus M i s k o l e r gemeldet wird, ist der Fluß Sajo über die Ufer getreten und hat große Ge­biete überschwemmt. Das Ueberschwemmungsgebiet be­trägt bereits mehrere 1000 Joch. Mehrere Gemeinden wurden durch die Fluten von der Außenwelt obge- schnitten.

Begebenheiten

300 000 Mark unterschlagen.

Die Untersuchung der Unregelmäßigkeiten bei der Steueriasse in B r a n d e n b u r g a. d. H. bat ergeben, daß die dort unterschlagenen Beträge west hoher sind, als bisher angenommen wurde. Der Rendant Zimmermann hat bei seinen letzten Ver- "^bmungen zugegeben, nicht nur 40 000, sondern faft 100 000 Mark unterschlagen zu haben Auch der Magistratsinspektor Steulke hat sein Geständ­nis erweitert. Danach erreicht die Summe der von ihm veruntreuten Gelder annähernd 200 000 Mark so daß die Steuerkasse umetwa300000 Mk. g e s ch ä d i g t ist.

Turnen und Sport.

= Sp. 25. Germania Fulda. Im Rückspiel (reffet sich am Sonntag nachmittag 1% Großenlüder 1 Manm sch?,st gegen Germania 2.,Mannschaft. Anschließend um 3 Uhr folgt ein Pflichtspiel der Jugendmannschaft Bo­russia gegen Germania. Die Liga tritt die Reise nach Marburg zu dem dortigen Bez.-Liga-Verein Germ. an.

Ostpreußen im Wahlkampf.

Unbegründete Vorwürfe gegen das Zentrum.

Die Zentrumspartei besitzt in Ostpreußen eine ,, dangcrschast, die der dortigen deutschnationalen Uebermacht erfolgreichen Widerstand leistet und die namentlich im kacholischen Ermland und in der' südlichen Teilen der Provinz ständig an Einfluß und Boden gewinnt. Die Deutschnationalen, die Ostpreußen als ihre ureigenste Parteidomäne be­trachten und die unter allen Umständen verhindern wollen, daß außer ihnen auch eine andere Partei m den bäuerlichen Kreisen dort Ansehen und Be­deutung gewinnt, haben ihre Kampffront in Ost- p"ußen ganz gegen das Zentrum gerichtet. Sach- Uch begründete Vorwürfe sind nicht vorhanden und deshalb wird dieser Kampf mit Reden geführt, cte voll sind von versteckten Spitzen und unzwei­deutigen Verdächtigungen des Zentrums. Deutsch­nationaler Rufer im Streit ist Herr Gotthriner, der dein Zentrum persönlich auch deshalb grollt, weil er die Stelle nicht bekam, auf die er sich schon ge­freut hatte. Diese persönliche Feindschaft soll uns nicht hindern, das, was Herr Gottheiner und neben ihm auch andere dentschnationale Agitatoren dem Zentrum vorwerfen, rußig und sachlich zu wider­legen. Es wird behauptet, die Einstellung des Zentrums gegenüber Ostpreußen sei merkwürdig und es wird der Eindruck erweckt, als ob das Zentrum für Ostpreußen nicht nur nichts übrig habe, sondern obendrein noch bestrebt sei, den "r"-beraufftieg der Provinz zu verhindern. Am

trum sei die Errichtung des eigenen Staate- Sekretariate gescheitert, das Zentrum habe der Pro­vinz auch den Grenzfond 1928 vorenthalten wollen

Was den ersten Vorwurf angeht, so haben wir mnächst darauf aufmerksam zu machen, daß das Reich staatsrechtlich nicht die Möglichkeit besitzt, mr Ostpreußen ein Staatefetretariat einzurichten Sie Verwaltung ist Sache der Länder und des­halb hätte nur die preußische Regierung eine solche Behörde schassen können, wenn 'sie es für richtig gehalten hatte. Der beliebte Vergleich mit dem Rejchsministerium für die besetzten Gebiete ist des­halb nicht angängig, weil dieses Ministerium erstens sine eigene innere Verwaltung hat, wie sie das Staatssekretariat für Ostpreußen nicht haben °önnte, nämlich die Reichsvermögensverwaltung, !>ie das der Besatzung zum Gebrauch überlassene Vermögen des Reiches verwaltet, und weil zwei- iens die Tatsache der Besetzung eine Reihe beson­drer Probleme mit sich bringt, die'in Ostpreußen, üas bekanntlich keine Besetzung hat, nicht vorlie- gen. Im übrigen wird ja das Ministerium für lie besetzten Gebiete, auf das sich die Freunde des ivtaatssekretariats für Ostpreußen so gern beziehen, 'ofort aufgelöst werden, wenn der letzte Besatzunqs- oldat den deutschen Boden verlassen hat. Die preu­ßische Regierung ist zu. der Ablehnung des Staats- ckretariats für Ostpreußen deshalb gekommen, weil die anderen Grenzgebiete, vornehmlich Ober- chlesiem dann sehr bald ebenfalls mit der Forde- runc besonderer Staatssekretariate hervortreten würden. Da die Not und die Bedrohung Oberschle- 'iens ohne Zweifel mindestens ebenso groß ist, wie die Ostpreußens, hätte man auch der Provinz pberschlefiens ein eiaenes Staatssekretariat nicht chschlagen können. Man hätte also mehrere Be- JDrtren Treu schaffen müssen. Das hätte aber der lugemem gebilliaten und sachlich gebotenen Ver- nnfachung des Verwaltungsapparates direkt wi­dersprochen. Die Reichsregierung hat sich diesen Standpunkt Preußens zu eigen gemacht und des­halb auch ihrerleite die Staatesekretärstelle für Ost­preußen abgelehnt. Im übrigen hat im-Reichs- 'abinett nicht das Zentrum die Majorität, sondern )ie Rechtsparteien. Wie kann Herr Gottheiner ilso die Schuld auf das Zentrum schieben? War­um richtet er seine Vorwürfe nicht gegen die vier »eutschnationalen Minister, die dem Reichskabinett mgehören^ Die Nichtbilligung der Ministerial- rateftelle für Herrn Gottheiner, die er als ein ihm persönlich angetanes Unrecht empfindet, hängt da- nit zusammen, daß angesichts der augenscheinlichen Bevorzugung der Deutschnationalen in der Perfo- mlpolitik des Herrn von Keudell das Zentrum sich dagegen gesträubt hat, daß noch ein weiterer »eutfdmationaler Herr befördert mürbe.

Was den Vorwurf anbetrifft, das Zentrum iabe nichts für Ostpreußen getan, so ist festzustel- km, daß sämtliche große Aktionen für die östlichen .Grenzgebiete und speziell für Ostpreußen, einerlei, »b es sich nm Aktionen des Reiches oder Prcu-

gab ohne weiteres drei Schüsse auf sie ab. Mar- zisch erhielt einen Kopfschutz und war auf der Stelle tot, während Penkala mit schweren Ver­letzungen hoffnungslos darniederliegt. Nach der Tat richtete der Polizeibeamte die Waffe gegen sich. Die konnte ihm jedoch entrissen werden. Er wurde in das hiesige Gerichtsgefängnis einaeliefert.

* Ein Kommunislenführer wegen Betrugs ver­urteilt. Das Schöffengericht in Danzig verur­teilte den früheren kommunistischen Dolkstagsabge- ordneten und Führer der Kommunisten in Danzig, Artur Raube, wegen Unterschlagung und Be­truges zu vier Monaten Gefängnis, die durch die Untersuchungshaft als verbüßt gelten. Raube stand unter der Anklage, durch betrügerische Manipula­tionen seinerzeit die Sparkasse Oliva schwer geschä- schadigt und deren Zusammenbruch herbeigeführt zu haben.. Von diesem Vorwurf wurde Raube je­doch freigesprochen. Die Verurteilung erfolgte le­diglich wegen zweier betrügerischer Automobilge­schäfte. die er in Berlin getätigt hatte.

* Mord bei einer Hochzeitsfeier. In der Ge­meinde Poremba störte eine An'ahl Burschen aus einem Nachbardorf als ungeladene Gäste eine Hochzeitsfeier. Sie drangen in die Wohnung der Braut ein und versuchten, sämtliche Hochzeitsteil­nehmer einschließlich des jungen Ehepaares aus der Wohnung herauszuwerfen. Als die geladenen Gäste Widerstand leisteten, zog ein Kutscher ein langes Messer und stach den Bruder des Bräuti­gams nieder. Der Mörder wurde verhaftet.

* Di- Bautätigkeit im Deutschen Reiche im bahre 1927. Die Wohnungsbautätigkeit im Jahre 1927 yot ein recht günstiges Ergebnis zu vrrzeich- nen. Ter Neinzugang an Wohnungen im ganzen Deutschen Reiche stellte sich, nach einer Statistik der Zeitschrift „Wirtschaft und Statistik", auf -88 63a gegen 205 793 im Vorjahr, die Zunahme betrug 40,3 v. H. Damit konnte der aus dem Vor­fahre übernommene Fehlbestand, wenn man den laufenden Jahresbedarf auf etwa 200000 beziffert, um rund 89 000 vermindert werden. In Neu­bauten wurden 284 444 Wohnungen (42,9 v. H. mehr als 1926) fertiggestellt, davon 281090 (44,1 b. H. mehr) in Wohngebäuden. Unter den Bau­herren überwogen bei weitem die privaten Bau­herren, auf die 60,3 v. H. aller in Wohngebäuden errichteten Wohnungen entfielen. Die gemein­nützigen Baugesellschaften stellten 27,9 v. H., öffent­liche Körperschaften und Behörden 11,8 v.' H. aller Wohnungen in Wohngebäuden her.

Der Dirigent des Berliner Lnmpbonieorche- sters mit Gattin tödlich verunglückt. ' Wie die „Voss. Ztg." meldet, verunglückte in einem Auto­mobil der Dirigent des Berliner Symphonieorche­sters, Emils Sahnte, in der Nähe von Pasewalk tödlich. Seine Frau, Lilly geb. v. Mendelsw;n, wurde schwer verletzt. Nach einer weiteren Mel­dung ist auch die Gattin Bohnkes chren fchw'-en Verletzungen erlegen. Der Chauffeur kam mir einem Schlüsselbeinbruch, Hautabschürfungen und einem Nervenschock davon.

* Zwei .Iaht'’ schwerer Kerker wegen Attentats aus den Wiener Bürgermeister. Der frühere Eisen­arbeiter und dann Statist Streb inger, der am 26. November vorigen Jahres nach der Eröffnung des Schneepalastes auf den im Auto abfahrenden sozialistischen Bürgermeister Seitz fünf Schüsse obgab, wurde in Wien nach einer zweitägigen Gerichtsverhandlung zu zwei Jahren schweren Kerkers verurteilt. Strebinger, der 1904 geboren ist, war durch ein psychiatrisches Gutachten als min­derwertig, jedoch bei Ausübung der Tat als zu­rechnungsfähig erklärt worden.

* Selbstmord des Prinzipals vor den versam­melten Angestellter:. Der 52jährige Möbelfabrik­besitzer Fischer in Breslau rief seine sämtlichen Angestellten in sein Kontor. Als sie versammelt waren, richtete er an sie die Frage, wie spät es augenblicklich fei. Kaum hatten die Ain-stellten ihm verwundert die Antwort gegeben, da sagte er, um diese Zeit, genau vor entern Jahre, sei auch sein Vater gestorben, zog einen Revolver ans der Tasche und brachte sich einen Schläfenschutz bei, der den sofortigen Tod herbeiführte. Das Motiv zu dieser Tat soll in wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu suchen sein.

* Racheakt eines Pvlnribeamten. Die beiden Untersuchungsgefangenen Penkala und Marzisch, die seiner,'ell den in Neudorf stationierten Polizei!- beamten Wiezored verschiedener Delikte beschuldigt hatten, wurden arte dem Kattowitzer Untersuchungs­gefängnis zu einem Lokaltermin nach Neudorf ge­bracht. Der Polizeibeamte erfuhr von der Anwesen­heit der Gefangenen in Neudorf, suchte sie auf und