Fuldaer Zeitung
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(Schluß.)
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Sorgen um die katholische Bekenntnisschule. Wir werden uns weiter schützend vor das Heiligtum unserer katholischen Schule stellen. Der 20. Mai, der Tag der Reichstags» und Landtagswahlen» wird ein erneutes Bekenntnis des katholischen Balkes zur Schulpolltik des Zentrums bringen.
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Neuanfertigen und Aufarbeiten von Polstermöbeln aller Art, sowie Gardinen und Dekorationen in geschmackvoller Ausführung.
wurde mit der amerikanischen, der deutschen und der irischen Nationalhymne eröffnet. Ein Scheinwerfer beleuchtete eine Komposition aus der deutschen, der Newyorker und der irischen Flaage mit der amerikanischen Flagge als Hintergrund. Gm Nachmittag hatten die „Dremen"-Flieaer mit dem städtischen Festausschuß das deutsche Konsulat besucht und ferner dem englischen Generalkonsul einen Dankbesuch abgestattet für die Glückwünsche, die er bei dem Iahresbankett der Newyorker Konsuln für die Flieger ausgesprochen hatte.
Um aber den ernsten Ton, den diese Trauerpost hervorgerufen, zu verscheuchen, rief jetzt der Wirt Flaschner: „Nun, Herr Fasert! Ihr habt meinen ersten guten Rat befolgt, wie stehts aber um meinen anderen, Euren Webstuhl aufzustellen und hier bei uns zu bleiben?"
Heiter entgegnete der frühere Zollwächter: „Das Plätzchen hiezu habe ich mir schon sorgsam ausgesucht, und, da Ihr mir ein so trefflicher Ratgeber gewesen seid, mußte ich doch auch Euren zweiten Rat befolgen."
Ja, Fasert befolgte pünktlich auch den andern guten Rat des Wirtes Flaschner, und im Wiederscheine des ehelichen Glückes von Marie und Clemens lebten die fünf alten Leute einträchtig und glücklich in der „grünen" Mühle noch manche Jahre zusammen. Jetzt ruhen aber alle, auch die damals jung gewesen, schon längst im Frieden.
Fritz Schleichen, Tapezierermeister
Polster- und DekoratlonsgescMft
Die Bremen-Flieger haben von fast sämtlichen amerikanischen Großstädten Einladungen erhalten, die alle anaenommen wurden. Am 8. Mai beabsichtigen die Flieger zu einem Rundflug zu starten.
JV5 M.
Donnerstag, 3. Mai 1928.
Spezialham für Kopf-Tücher
Sommer-Kopf-Tttcher
ie schöner Ausmusterung, äußerst preiswert.
Marie, die TMer öes ZMWerS.
Eine lustige Schmugglergeschichte von Anno 1813-14.
— Die neueste Gesellschnflsmode — mit den Fin- gern essen! Messer, Gabel und Löffel sind überflüssig, so behauptet der jüngst in London gegründete „F i n g e r k l u b ", dem meist Kaufleute und Angehörige freier Berufe angehören, die allerdings wohl einen ganz besonderen Fond von Spleen besitzen muffen. Ob ihre neue Lehre Beifall in der Kulturwelt finden wird, ist wohl zweifelhaft. Die Mitglieder kommen nach Möglichkeit alle Tage zusammen, wie es eben in den englischen Klubs so Sitte ist. Den Glanzpuntt ihrer Zusammenkünfte bilden aber die allmonatlichen Banketts, bei denen man gern Gäste sieht, um ihnen die neue Mode ober „Lehre", wie sie es nennen, „handgreiflich" Zu demonstrieren. Der Speisezette! aller Banketts besteht ans Broi, Käse, Wurst und geschnittenen Zwiebeln sowie Kompotts.
— Papier aus Maiskolben. Die Cornftalks Pro- bukis Company, Tochtergesellschaft der Euroameriean Cellulose Products Corporation, hat in Banoille im Staate Illinois eine Fabrik gekauft, um aus Maiskolben Papierbrei herzustelleg. Die bisherigen Versuche hatten ergeben, daß mit dem Sornericr.cn Verfahren aus 3 Tonnen trockener Maishalme eine Tonne Papierbrei von besserer Ouatität und mit geringeren Produktioas- kosten als der Hoizbrei gewonnen werden tanu.
Der Wahlkampf hat begonnen. Die Deutsche Polkspartei wendet sich, um ihre eigene Schulpolitik zu verteidigen, mit größter Schärfe gegen das Zeittrum. Der Wahlaufruf, der vor wenigen Tagen veröffentlicht wurde, bringt die gewöhnlichen Anschuldigungen, die volksparteiliche Blätter seit Monaten breit traten, um die unglückselige Haltung der Deuffchen Volkspartei in der Schulfrage zu beschönigen, Anschuldigungen, auf die in der Zentrumspresse schon verschiedentlich geantwortet wurde.
Waren es tvirklich „die überspannten klerikalen Forderungen" des Zentrums, die zum Bruch der Verhandlungen über das Reichsvolksfchulgeseg führten?
Kurz sollen noch einmal die Grundideen der Zentrumsforderungen auseinandergesetzt werden. Das Zentrum wallte Gewissensfreiheit und Elternrecht als entscheidende Faktoren für die Gestaltung )es deutschen Dolksschulwesens grundgelegt wissen. Ruhigen Herzens sprechen wir diesen Satz noch nnmal aus, wenn auch die „Köln. Zeitung" erst oor kurzem in ihren „Randnoten" schrieb, daß das Zentrum ja nicht Gewissensfreiheit und Elternrecht, sondern die geistliche Schulaufsicht gewollt labe. (Kölnische Zeitung, 14. 4. Nr. 205a). _
Auch Dr. Ohlenmüller, einer der Führer des Evangelischen Bundes schrieb in der „Täglichen Rundschau" (16. 3. Nr. 128—129), „daß es ein wirkliches Elternrecht und eine wahre Gewissensfreiheit für Katholiken nicht gebe; Elternrecht und Gewissensfreiheit seien vortreffliche Worte, des Kampfes wert, aber doch zu schade als Parole für »ine brüchige, innerlich unwahrhafte Parteitaktik."
Was bedeutet Elternrecht in katholischer Auffassung? Unsere Vertreter haben es ost und klar genug gesagt, sie haben es immer wieder verlangt, daß die Eltern das bestimmende Recht für die weltanschauliche Gestaltung der Schule, das ihnen die Verfassung im Art. 146,2 zugesteht, auch wirklich erhielten und daß dieses Recht nicht durch alle möglichen willkürlichen Maßnahmen gekürzt und geschmälert würde. Die Katholiken waren und sind bereit, dieses Elternrecht, das sie selber fordern, ebenso für die Anhänger einer freien Weltanschauung gelten zu lassen. So sehr wir das Enfftehen z. B. weltlicher Schulen von katholischer Wertung aller Dinge aus bedauern, so sehr wir sie mit allen Mitteln der Ueberzeugung bekämpfen, nie werden wir unsere Zustimmung dazu geben, daß auf irgend jemand Gewissenszwang ausgeübt wird, daß man etwa gewaltsam, mit gesetzlichen Maßnahmen, die weltliche Schule zugunsten des Christentums zu unterdrücken sucht. Gerade der Zentrumsabgeordnete Prälat Dr. Schreiber betonte in der 65. Sitzung des Bildungsausschusses verfassungsmäßig verbriefte Recht auch der EUern, die dem Christentum fremd gegenüber« stehen.
Wenn wir niemanden daran hindern, das verfassungsmäßig gewährte Recht auszuüben, so müssen wir es aber auch als eine Selbstverständlichkeit «nsehen, daß die einzelnen Menschen dies Recht in Uebereinstimmung mit ihrer Gewissensüberzeugung ausüben. Wir können uns nicht denken, daß man lebendige Menschen in zwei Hälften spalten kann ohne sie zu töten. Ist das wahr, so folgt daraus, das katholische Eltern von ihrem Elternrecht nur in Uebereinstimmung mit der katholischen Auffassung Gebrauch machen können, wenn sie
bewerbe und ^öMcteirischäft.
** ßaumatsnalien, DydcerAo/- Cemstd
2. Blatt.
^3* Druck bet Fuldaer Acklendruckerei, Fulda
Flucht und bas ungewisse Los seines Lieblings erfuhr, bas Gewissen gerührt, und er tarn nach fünfzehn langen Jahren wieder zu seinem unglücklichen alten Schwager, der krank war und an allem Not litt, um sich mit ihm endlich zu versöhnen und ihm fortan zu helfen. Aber kein Unglück ohne — Glück.
Durch seine Flucht brauchte Clemens nicht französischer Soldat zu werden; Oheim und Vater waren versöhnt. Dadurch lernte der Müller Euer Kind kennen und rettete Marie wie ihre Mutter, Cure Frau, vor vielem Ungemach, indem er beide in seine Mühle aufnahm, wo sie jetzt alle glücklich zusammenleben."
Fasert schwieg, sein Haupt war ihm auf die Brust gesunken und der geschwätzige Wirt fuhr in seiner Erzählung geschäftig fort: „Ihr seid just zur rechten Zeit gekommen, um die Hochzeit mitfeiern zu können, da man mit derselben bis zu Eurer Ankunft warten wollte."
„Welche Hochzeit?" frug Fasert ganz erstaunt.
„Nun die Frage!" ries der Wirt. „Natürlich die Hochzeit Eurer Marie mit dem Clemens. Nachdem Eure gescheite Frau „Ja" gesagt hat, werdet Ihr doch nicht mit einem „Nein" kommen wollen oder möchtet Ihr Eure brave Tochter für alle die kindliche Liebe, die sie Euch erwiesen, durch Eure Weigerung ihr ganzes Leben durch unglücklich machen? Ich dächte, einst Besitzerin eines solchen Prachtanwesens, wie die „grüne" Mühle zu sein, wäre ein ganz anderes Los, als eine Zollwächtersfrau zu werden. Ich an Eurer Stelle ließe noch dazu, wo man jetzt dem Napoleon den Garaus gemacht hat, den Hundedienst fahren, und setzte mich, da Ihr auch schon anfangt, ein alter Knasterbart zu werden, der nimmer so recht draußen bei Schnee und Sturm einem lebensgefährlichen Berufe nachkommen kann, in einem warmen Winkel der großen Mühle Eures „Geschreis" und webte alleweil so feinen Damast, wie Ihr es könnt, den man Euch stets gern in Frankenthal um hohen Preis abgekauft hat."
Fasert saß noch länger in düsteres Nachdenken versunken da, und folgte dann dem Wirt, der ihm in feine Schlafstube vorleuchtete, stumm nach. Am anderen Morgen kam er erst spät ins Gastzimmer herab, sah aber fast heiter darein und entgegnete dem Flaschner, als er ihn neugierig fragte: „Habt Ihrs Euch überlegt?
Die Zeitlichkeiten in New-York.
Das Banfeff für He „Bremen"-5tieger.
wtb. Newyork, 2. Mai. (Eig. Funkm.). Das Bankett der Stadt Newyork im Hotel „Commo- dore" brachte erneute herzliche Kundgebungen für die „Bremen"-Flieger und auch für den deutschen Botschafter, der von Bürgermeister Walker als ein nicht mehr unbekannter Gast vorge- stellt wurde. Der Boffchaster gab seiner Freude über die spontane Herzlichkeit der Newyorker Bevölkerung Ausdruck, die sich beim gestrigen Umzug gezeigt hat und äußerte die Hoffnung, daß der Flug der „Bremen" ein bleibendes Band der Freundschaft zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten schaffen möge. Gouverneur Smith telegraphierte Grüße namens des Staates Newyork, wobei er bemerkte, die Leistung der „Bremen"-Flieaer sei ein Symbol für den internationalen guten Willen der Verständigung, die das einzige Mittel zur Lösung der Weltprobleme darstelle. GenerÄmajor Haskell, der Vertreter des Gouverneurs von Newyork, Smith, führte diesen Gedgnken in einer längeren Rede aus, ebenso der irische Gesandte Srfiddy und mehrere andere Redner, die gleichfalls den Flug der „Bremen" in seiner Bedeutung für die inter» nationale Freundschaft feierten. Dem Bankett wohnten 3500 Vertreter bundesstaatlicher Behörden und der Geschäftswelt bei, unter denen Adolf Ochs, der Herausgeber der „Newyork-Ti- mes", die Bankiers Otto Kahn und Felix Warburg, ferner Generalmajor Hanson, der Kommandant des 2. Armeekorps-Distrikts und die konsularischen Vertreter Deutschlands, Oesterreichs, Irlands und anderer Staaten waren. Das Bankett
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1825 Fülda 1825
Bahnhofstrasse 5
Die Mondfahrt steht bevor?
Fertigstellung der ersten Flugrakeke in den Opef- werken. — Pilot Raab als Führer des ersten Welt- raumschiffes verpflichtet.
Die Vorbereitungen zum ersten Start des Opel-Raketenwagens auf der Avus stehen kurz vor dem Abschluß. Der neue Wagen, der auf Grund der Eraebnisse des Deriuchswagens auf der Opelbabn konstruiert wurde, ist bereits fo weit fertigaeft-Ct. daß mit einem Start auf der Avus am 18. Mai zu rechnen ist. Nach Absolvierung der Dersuchstabrt auf der Anus, die natürlich nur verhältnismäßig geringe Geschwindigkeiten ermöglicht, wird der Wagen zu einem Angriff auf den Automobilweltrekord eingesetzt werden. Das Fahrzeug wird gesteuert von Friß von Opel.
Ebenso schreitet der Bau der ersten Flug- r a k e t e schnell vorwärts. Bei den Opelwerken liefen in der letzten Zeit hunderte von Gesuchen von Leuten ein, die sich als iß a f fügt e r e für ein Weltraumschiff zur Verfügung stellen. Die Bewerber setzen sich aus Offizieren, Ingenieuren, Fliegern usw. zusammen, auch eine große Zahl von Damen erklärte sich bereit, ihr Beben für die neue Idee einzufetzen. Unter allen ®e- fnchen haben sich die Opelwerke für den bekannten Piloten Raab entschieden, mit dem am 1. Mai 28 ein diesbezüglicher Vertrag abgeschlossen wurde. Raab wird also der erste Mensch fein, der mit Raketenkraft in die Stratosphäre abgelchossen wird.
Mehr als einmal standen dem glücklichen Vater die »eilen Tränen der Freude im Auge, besonders über die Nenschenfreundlichkeit des „grünen" Müllers und das ühmliche Benehmen seines einzigen Kindes. Schließlich agt er: „Das hätt' ich dem Müller nicht zugetraut, mb auf einen solchen Ehrenmann hatte ich den Verdacht, » wäre auch ein Schmuggler."
„Nun, nun. Schmuggler können auch gute Leute rin", brummte der Wirt, „und der brave Clemens hat chon längst feinem Oheim die Augen geöffnet gehabt, >aß nur der schurkische Geiß Fritz an allem Schuld war, lenn, wie er Euch alleweil abscheulich belog, so hetzte » auch gegen Euch den Müller auf. Und wißt Ihr Darum?"
Fasert sah den Wirt fragend an.
„Nun, well er in Eure bildschöne Tochter verliebt «ar, Marie ihn aber nicht leiden konnte. Denn ihr ge- lel schon lange, ehe der schiebende Wicht bei ihr ange- lopft, unter allen unseren Jungburschen, der schmucke Jemens weitaus am besten."
Fasert wollte dazwischenreden, doch der Wirt ließ sich richt unterbrechen und fuhr unbeirrt fort: ..Mit Gunst, ,ört mich noch ein bißchen an. Der wüste Neidhammel vußte auch ganz gut, daß sein glücklicher Nebenbuhler ünft den „grünen" Müller, den reichsten Mann bei uns, werben würde, darum wollte er den Clemens bei feinem Oheim verdächtigen und in den Verruf bringen, in- >em er auf seinen grimmigen Franzosenhaß spekulierte »nd ihm heuchlerisch überbrachte, daß sein Neffe Eure Tochter ehelichen wolle, und beide nur auf den baldigen Eob des Oheims warteten. Damals nun, als Euch der «ackere Clemens aus den Händen der Schmuggler bereite und Ihr zum Dank dafür, — es war kein feines Stückchen von Euch, Herr Fasert! — den braven Jungen von den Gendarmen ergreifen lassen und unglücklich ,'.achen wolltet, well er sich zu keinem Verrat an seinen Lenolien bergab ward dem „grünen" Müller als er bi*
Und was werdet Ihr tun?* „Wartet es nur ab." Dann bereinigte er feine Zeche und stieg in die ihm fo wohl bekannte Schlucht zur „grünen" Mühle hinab. Als er in den Hof der Mühle trat, pochte ihm das Herz hörbar, denn schon hatte ihn Marie erblickt und flog ihm mit dem Ausruf: „Vater! lieber Vater!" entgegen. Den Ruf ihrer Tochter hatte auch die Mutter vernommen, sie ettte in die Arme ihres Gatten und das ganze Haus wurde lebendig. Jetzt trat der „grüne" Müller in die Türe seiner Mühle und rief freundlich: „Liebe Marie, willst du denn deinen Vater da im Hofe beherbergen?"
Da schob der frühere Zollwächter sanft Weib und Kind zurück und schritt schnell auf den Müller zu, dessen Rechte er herzlich drückte:. „Habt Dank," sagte er, „tau. sendfachen Dank, braver Mann, für all' das Gute, das 2hr^ an meinen Sieben getan habt. Vergelt es Euch
Der Müller lächelte nur; man sah ihm aber an, daß etwas fein Herz bewegte und mit beinahe bebender Stimme sagte er: „Seid stille! Wenns an eine Abrechnung käme, da stände es gar übel um mich, denn bann würde mir Euer herziges Kind eine Rechnung (feiten können, die ich nimmer zu bereinigen vermöchte. 2Iber kommt doch mit mir herein, und seid willkommen."
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Drei Wochen später ward die Hochzeit des glücklichen Paares gefeiert, das so vieles hatte durchmachen müssen. Fasert mußte da nochmals ausführlich erzählen, was er auf seiner eiligen Flucht alles erduldet. Gar vieles war es und Schweres. Fast die ganze Zeit mußte er tränt im großen Feldspital zu Srraßburg darniederlie- gen. Nur den dort jetzt ordinierenden deutschen Aerzten, ihrer Gründlichkeit und gleichmäßigen Vorsorge für Freund wie Feind, verdankte er seine Heilung, was er stbr rühmend anerkannte. „Doch, wen glaubt" Ihr, den ich dort angetroffen?" fragte er schließlich und, als ihn alle gespannt ansahen, sagte er: „Den Fritz Geiß Er war lehr elend daran, er bereute aber alle schlechten Streiche, die er je verübte, aufrichtig und starb in Frieden." „Gott gebi ihm die ewige Ruhe," sagten bewegt die Versammelter, und jedermann bebauerte ben in der Ferne Gestorbenen, war er doch ein Sohn des Dorfes aeroefen.
Was wollte hie Schalpolitik des Zentrum? Die „verklerikalifierung" der Schule?
Von I. Glanz, Düsseldorf.
gen von Volk und Staat fortzusetzen. Mit den besten Wünschen für Ihr ferneres Wohlergehen Ihr sehr ergebener Braun, Preußischer Ministerpräsident." Der Staatssekretär in der Reichskanzlei, Dr. Pünder, hat Vizepräsident Dr. Porsch zur Vollendung des 75. Lebensjahres die wärmsten Glückwünsche ausgesprochen.
Katholische Welt.
= Veränderungen im Limburger Diözesankleus. Zum 1. Mai wurde Pfarrer Glaßner-Aßrnansnhausen in den Ruhestand versetzt und Pfarrer Ieuck-Frauenstein zu seinem Nachfolger ernannt. Die Pfarrei Frauenstein wurde dem Pfarrvikar Zoth-Niederreifenberg übertragen und zu seinem Nachfolger Kaplan Hörigen an der St. Io- sephskirche in Frankfurt a. M. bestellt, dem Kaplan Schmidt-Neuenhain folgt . Als Kaplan in Neuenhain wurde Neupriester Thies-Camberg und als Kaplan in Nastätten Neupriester Noll-Montabaur ernannt. Kaplan Schuth-Nastätten kommt als Kaplan nach Hofheim an Stelle des Kaplans Gemand, der als Pfarrvikar nach Winkels versetzt ist. Pfarrvikar Hans-Winkels ist mit der Verwaltung der Pfarrei Nauort beauftragt, weil der • seitherige Inhaber, Pfarrer Wagner, wegen Krankheit beurlaubt wurde. Zum Pfarrer der Herz-Iesu-Pfarrei in Biebrich wurde Pfarrvikar Rentz-Frankfurt-Hausen, zu seinem Nachfolger Kaplan Bentz in Bad Ems und zu dessen Nachfolger Neupriester Rheinberger-Eltville ernannt.
— Bischof von Haarlem f. Der Bischof von Haarlem, Suffragan von Utrecht, A. Collier, ist gestorben. Der aus einer vlämischen ßotfenfamitie stammende Bischof war 79 Jahre alt. Nach seiner Priesterweihe im Jahre 1872 wirkte er lange Jahre als Lehrer in einem Priester- feminar. Dann wurde er Generalvikar und im Jahre 1905 Bischof von Haarlem. Er ist der Erbauer der neuen schönen Kathedrale der Bischofsstadt.
nicht zu Gesinnungslumpen werden sollen. Diese Auffassung deckt sich aber mit der der katholischen Kirche in allen Punkten. Will man so noch von einer Machtpolitik der Kirche sprechen, ro muß man mit gleichem Recht von einer Machtpolitik des Sozialismus oder Liberalismus in der Schulfrage sprechen, denn auch sie können ihre weltanschaulichen Ansprüche nur auf dem Wege des Elternrechtes durchsetzen.
Wir sind schließlich der Ansicht, daß nur ein so aufgefaßtes Elternrecht, bei dem die Gewiisens- überzeugung einen wesentlich. Bestandteil darstellt, der einzige Weg ist, die heute so notwendige und heiß ersehnte Erziehunasgemeinschaft zwilchen Elternhaus, Schule und Weltanschauung herzustel- len. Es sei darum auch noch einmal gesagt, daß auch von uns die Forderung des Elternrechtes nicht nur um des Prinzips willen erhoben wurde, sondern mit noch größerem Nachdruck danirn, weil wir glaubten, so am besten die Schule und das Wohl unserer Kinder zu fördern und die Grundlage für ein fruchtbares Zusammenwirken zwischen Haus und Schule zu schaffen.
So sollte das Elternrecht dazu dienen, schul- politische Forderungen durchzufetzen, die tiefster Gewissensüberzeugung entsprechen. Forderungen, die nicht der Machtwille der Kirche diktiert, sondern die das Verantwortungsbewußtsein der Eltern für das zeitliche und ewige Wohl ihrer Kinder aufftellen muß.
Aber wird damit nicht doch die Macht der Kirche in das Schulwesen hineingetragen? Wollen die Katholiken denn nicht den Einfluß der Kirche auf die Gestaltung des Religionsunterrichtes und des religiös-sittlichen Lebens der Schule? Einen Einfluß, dem unsere Gegner so gern den Schrecknamen „Geisttiche Schulaufsicht" geben?
Für uns Katholiken war es eine Selbstverständlichkeit. daß Papst Pius XI. vor kurzem noch faschistischen Bestrebungen in Italien gegenüber klar und enffchieden das Recht der Kirche auf einen Einfluß in der Erziehung und Bildung der Jugend und namentlich auf den Religionsunterricht betont hat.
Wir deutsche Katholiken freuen uns besonders, daß wir gerade um unseres mutigen Eintretens für dieses Recht der Kirche auf die Schule so ost angegriffen wurden. Elternrecht und Gewissensfreiheit stehen nicht mit diesem Einfluß der Kirche in Widerspruch, können nicht in Widerspruch stehen, weil ja die Eltern selbst aus ihrer innersten lieber- zeugung heraus diesen Einfluß der Kirche auf die Gestaltung des Religionsunterrichtes fordern. Der gute, gläubige Katholik fühlt sich eins mit seiner Kirche, er wünscht, daß die Kirche ihre tiefe Erziehungsweisheit und ihre starken erzieherischen Kräfte in den Dienst der Bildung seiner Kinder stellt. Er wehrt sich dagegen, wenn liberale und sozialistische Kreise Scheidewände zwischen ihm und seiner Kirche aufrichten wollen.
Das Zentrum wird heute so heftig angegriffen, weil es so mutig für wahres Elternrecht, echte Gewissensfreiheit und für die berechtigten Interessen der Kirche auf dem Gebiete des Schulwesens eintrat.
Das Werk der endgültigen Regelung der Schul, frage blieb trotz heißen Bemühens unserer Abgeordneten unvollendet. Das katholische Volk dankt ihnen aber darum nicht weniger für ihr opfervolles
Oberst Lindbergh beabsichtigt in vielem Jahre einen zweiten Flug Amerika-Europa durchzuführen und dann eine Flugreise dur« Amerika und Asien zu unternehmen.
Aus der Zentrumsvartei.
— Glückwünsche an Dr. Porsch. Ministerpräsident Dr. Braun hat an den Vizepräsidenten des Preußischen Landtages Dr. Porsch zu dessen 75. Geburtstag das folgende Telegramm gerichtet: „Zu Ihrem fünfundsiebzig- sten Geburtstag sende ich Ihnen zugleich im Namen des Preußischen Staatsministeriums herzliche Glückwünsche. Möge es Ihnen vergönnt sein, Ihr erfolgreiches Wirken ungebeugt von der Last der Jahre noch lange zum Se-
Trotz des hohen Milchgehalts unbegrenzt haltbar, selbst in der heißesten ' Jahreszeit, also die richtige Nahrung für Ihr Kind ist
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