f Anzeiger für die Stadt Fulda und den Landkreis Julda. Amtliches Kreisblakk.
Nr. 102.
Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen: „Die Welt im Bild" und „Buchenblätter". Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernsprecher Nr. 9.
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Mittwoch, 2. Mai 1928.
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55.Zahrg.
Einnahme
(England und slegqpten
zu verlangen, daß die oben erwähnten Gesetzes-
haltung der französischen Bündnisverträge stellt.
wer.
Beamtenschaft und Reichstagswahl
die englische Note zu beraten.
ihrer jetzigen Wahlagitation zum Ausdruck.
Mitteln vorschußweise bestritten werden.
Volkes ist miserabel. Die kommunistischen Führer
munismus!
Rückschritt!
Rede Kelloggs ist ein Beweis dafür, daß Deutschland und die Vereinigten Staaten durchaus konsorm gehen. Die Note gipfelt in der Erklärung, daß die Reichsregierung bereit ist, dm Vertrag abzuschlie- tzen und zu diesem Zwecke in die erforderlichen Verhandlungen mit den beteiligten Regierungen einzutreten.
den sollen. Sollte die Zustimmung Mich nicht vor 19 Uhr am 2. Mai erreichm, so erachtet sich bie englische Regierung für frei, solche Schritte zu tun, wie die Lage sie für notwendig erscheinen lassen könnte."
In London fand eine Sondersi<-"ng des Kabinetts statt, in der die ägyptische Situation einer
diese Gesetzgebung unter den Vorbehalt, der in der Note vom 4. April wieder bestätigt wurde.
2. Die englische Regierung hat mich (den englischen Oberkommissar) nunmehr instruiert, von Cw. Exz. als dem Chef der ägyptischen Regierung die sofortige Veranlassung der notwendigen Schritte
große Mehrheit hatten. Das wollten sie aber gar nicht. Und' darin kommt das Unwahrhaftige
ausführlichen Besprechung unterzogen werden soll.
Das ägyptische Parlament ist zu einer Geheimsitzung zusammengetreten, um über
leben gut und die anderen Kreise haben nichts zum Nagen und zum Beißen!
Für unsere deutschen Verhältnisse müßte sich das kommunistische System geradezu v e r h e e. r enb auswirken. Wir sind überwiegend ein Ja
wort kann unter keinen Umständen als ein Angriff auf die französische Bündnispolitik ausgelegt werden, auf der anderen Seite ist es aber unmöglich, daß die Reichsregierung ihre Politik unter dem Gesichtspunkt der Aufr echter -
zu verlangen, um zu verhindern, daß das Gesetz, welches die Bestimmungen wer öffentliche Versammlungen und
Demonstrationen regelt, gesetzliche Kraft erlangt.
3. Ich bin ferner beauftragt worden, von Ew. Exz. eine schriftliche kategorische Fusicherung
Rechtsparteittche Wahlkuriosa.
Herr Stresemann, der seine politischen Rebell gern mit Aussprüchen bedeutender Männer garniert, hat bekanntlich in feiner Berliner Wahlversammlung am vergangenen Sonntag gleich zwei seiner ebenfalls großen Kollegen, Goethe und Bismarck, hintereinander zitiert, um das, was er gegen die Deutschnationalen empfindet, gut und gebildet zum Ausdruck zu bringen. Er hat mit Gret-
3m Semen Osten.
Tfinanfus durch die chinesischen Süd truppen.
maßnahmen nicht weiter gefördert
Maifeier in Berlin.
wtb. Berlin, 1. Mai. (Gig. Funkm.) Der Parole der Gewerkschaft folgend, den 1. Mai zu feiern, herrschte heute in der Industrie Arbeitsruhe, der sich auch die Arbeiter und Angestellten der großen Verkehrsunternehmungen angeschlossen haben. Straßenbahn-, Hochbahn» und Autobus- Gesellschaft, wie auch Stadt-, Ring- und Dorortsbahnen haben dagegen in ihrem fahrplanmäßigen Verkehr keine Aenderung eintreten lassen. Lediglich die Straßenbahn konnte morgens die Zahl der Anhängewagen beschränken, weil die Arbeiter ihren Arbeitsstätten fern blieben. Infolge des p räch - tigen Wetters war die Beteiligung an der Maifeier sehr stark. Bereits in den Morgenstunden sammelten sich sonntäglich gekleidete Männer, Frauen und Jugendliche und zogen dann mit zahlreichen Musikkapellen an der Spitze, mit roten Fahnen und geschmückt piit der typischen roten Nelke nach der Treptower Spielwiese,' wo mittags eine gemeinsame Feier stattsand. Daß dabei besonders an den verkehrsreichen Plätzen der Stadt Unterbrechungen und Störungen im Wagen- und Fußgänger-Verkehr eintraten, war unausbleiblich. Eine besondere Note erhielt der 1. Mai dadurch, daß, abgesehen von den Morgenzeitungen, keine weiteren Blätter erschienen.
Mehrheit im Reichstage und hätten ihre Versprechungen alle d u r ch s ü h r e n können, die sie den Beamten gemacht hatten, da sie ja die
Aus Veranlassung der Beamtenschaft fand vor I cm u
einigen Tagen in Mannheim eine besondere „RadttUOrUdet höherer fln, Beamtenversammlung statt. Nachdem ein Beam- __ __
ter ein einleitendes Referat gehalten hatte, ergriff I 3ur Sfrefcnianns-Rebe im Münchener Burgerbran.
buftrieftaat, und es würde die Sozialisierung der Wirtschaft weitgehend deren Lahmlegung und Untergang bedeuten. Darum Hände weg vom Kom- Er bedeutet für uns Unkultur und
Deutschland für den Antikriegspakt
Der Wortlaut der deutschen Note.
enchält nur vier Artikel, die sich auf den Staats- den breiten Arbeiterschichten Rußlands keine we- vertrag zwischen Preußen und Waldeck vom 23. I sentliche Verbesserung ihrer Lage zu bringen ver- März 1828 beziehen. Die zur Ausführung dieses I macht. Die politische Freiheft wird im heutigen Vertrages erforderlichen Mittel sollen auf den Etat I Rußland noch mehr als unter dem zaristischen Sy- übernommen und soweit erforderlich, aus bereiten I ftem und die wirtschaftliche Lage des schaffenden
In Berliner politischen Kreisen wirb darauf hin- Fewiesen, baß die Reichsregierung von Anfang an den Standpunkt vertreten hat, daß auf die klare Frage der amerikanischen. Note eine klare Ant- > wort gegeben werden müßte. Diese Stellungnahme kommt in der nunmehr veröffentlichten deutschen Rote deutlich zum Ausdruck. Sie geht m ihrer > Konstruktion von der Situation des Deutschen Reiches aus, ohne sich mit den internationalen Zu- s sammenhängen unter den übrigen Mächten zu be- | schäftigten und vertritt klar den Standpunkt der | deutschen Regierung, daß der amerikanische Pakt- | entwurf den beiden Verträgen, die in dieser Hin- I sicht für Deutschland allein in Frage kommen, dem | Völkerbunds- und dem Rheinpakte, nicht wider- I spricht. Diese Frage ist keineswegs rein akademischer I oder juristischer Art, sondern sie berührt das Grund- * Problem des ganzen internationalen Vertragssystems, wie es sich nach dem Kriege entwickelt hat. Ebenso klar wird im wetteren Verlaufe der in der Note mtwickelten Gedankengänge der deutsche Standpunkt U den beiden Fragen der Selbstverteidigung und d«s Paktbruches, ferner der Universalität des siriegsächtungsvertrages vertreten. Dieser Teil der Note kann keineswegs als Vorbehalt gegen die amerikanische Fassung betrachtet werden. Auch die
Die Beamtenfragen haben noch bei allen Wah- len eine besondere Rolle gespielt, diesmal scheint dies besonders der Fall zu sein. Auf dem Lande J Hetzen die Redner des Lanbdundes in un- V' glaublicher Weise die Bauern gegen die Beamten unb das Zentrum auf. Das Zentrum, besonders ! Dr. Köhler, habe den Beamten zuviel gegeben unb barum müßten die Bauern hohe Steuern zahlen. In ben Städten gehen die D e u t s ch nationalen den Beamten um ben Bart und versprechen ihnen alles Mögliche. Genau so macht es die Wirtschaft spart ei. In den Mittelstandsversammlungen geht es mitunter toll gegen die Beamten. Im Haushaltsausschuß des Reichstages hat der Wirtschaftsparteiler Lucke, ein Beamter und Hausbesitzer, beantragt, die Gehälter ' noch mehr zu erhöhen, als es Dr. Köhler wollte, während sein Fraktionsgenosse Eisenberger im gleichen Ausschuß gegen die Besoldungserhöhung stimmte.
Noch toller treibt es z. Zt. die Sozialdemokratie, vor allem der Beamtenabgeordnete Steinkopf. Herr Steinkopf hat mit seiner Partei seinerzeit gegen die Tariferhöhung bei der Post gestimmt, obwohl er wußte, daß die Besoldungserhöhung bevorstand. Nackdem er das Geld für die Besoldungsreform mit feinen Parteifreunden verweigert hatte, das von den Regierungsparteien bewilligt wurde, wollte er noch größere Ausgaben bewilligen, als Mittel zur Verfügung standen, Und weil ihm das nicht gelang, redet er vom Verrat des Zentrums an den Beamten. Und als es einen Tag vor der Auflösung des Reichstags zur Abstimmung kam, lehnte er mit feiner Fraktion ben Reichsetat ab, in dem 792 Mill'vnen Mark für . die Besoldung der Beamten ausgesetzt sind. Und was hatte Herr Steinkopf unb seine Freunde für | eine Erklärung für diese Ablehnung? Die Ausgabeposten im Etat seien zu g r o ß. Im Wahlkampf behauptet er nun, man hätte den Beamten zu wenig Beförderungsstellen bewilligt.
Als vierte im Bunde darf die Deutsche Volks- gartei nicht fehlen. Die Volkspartei verbreitet in den oberen Beamtenkreisen, daß das Zentrum ben oberen Beamten zu wenig gegeben hätte, währenb ber Reichsoerband der Post- und Telegraphenbe- amten in den sozialdemokratischen Zeitungen in Baden dieser Tage die Behauptung aufstellt, Köh- I ler habe eine unsoziale Reform gemacht, weil er ben unteren Beamten zu wenig gegeben habe Es ist verständlich, wenn große Teile ' ber Beamtenschaft sich von diesem wahlagitatorischen Treiben gewisser Kreise bewußt abwenden. Von rechts unb links angegriffen, haben die sich bewußt zum Zentrum bekennenden Beamtenkreise mitunter einen' I schweren Kampf.
Wie unwahr die Darstellung der Parteien von rechts und links ist, geht daraus hervor, daß von 1,493 Abgeordneten 68 zur Zentrumspartei gehören. |2)ie anderen Parteien haben eine Zweidrittel-
Die Antwortnote, die die deutsche Regierung auf oen Antikriegspak t-VorschlagKelloggs in Washington überreicht hat, wird jetzt veröffentlicht. Es heißt darin zusammenfassend:
Die Deutsche Regierung kann die Erklärung abgeben, daß sie bereit ist, einen Pakt nach dem Vorschläge der Regierung der Vereinigten Staaten abzuschließen und zu diesem Zwecke in die er- forberlichen Verhandlungen mit den beteiligten Regierungen einzutreten. Mit dieser Erklärung verbindet jedoch die Deutsche Regierung die bestimmte Erwartung, daß das Zustandekommen eines Paktes von solcher Tragweite nicht verfehlen wird, alsbalo seinen Einfluß auf die Gestaltung der internationalen Beziehungen geltend zu machen. So müßte diese neue Garantie für die Erhaltung des Friedens den Bemühungen um die Durchführung der allgemeinen Abrüstung einen wirk- Iamen Impuls geben. Außerdem aber müßte er Verzicht auf den Krieg als notwendiges Gegenstück ben Ausbau der Möglichkeiten fördern, vorhandene und entstehende Gegensätze der Völ- kerinteressen auf friedliche Weise zum Austrag zu bringen.
wtb. Tschisu, 1. Mai. (Eig. Funkm.). Nach einer hier eingetroffenen Meldung ist Tsinanfu, die Hauptstadt von Schantung, in die Hände der Südtruppen gefallen. Die telegraphischen Verbindun- gen mit ber Stadt sind unterbrochen.
Die japanischen Truppen für Tsinanfu.
wtb. Tokio, 1. Mai. (Eig. Funkm.). Der Mi» nister des Aeußem gibt bekannt: Die chinesischen Nationalisten haben eingewilligt, daß die in Tschingtau gelandeten japanischen Truppen sich unbehindert nach Tsinanfu begeben.
Der japanische Reichstag vertagt
wtb. Tokio, 1. Mai. (Eig. Funkm.). Der Reichstag, ber vor kurzem wegen Einbringung eines Mißtrauensvotums gegen den Minister des Innern vertagt worden war, ist gestern von neuem zusammengetreten, wurde aber nach drei Minuten erneut vertagt.
chen gemeint, es gäbe Pateien, für die man schon soviel getan habe, daß zu tun nichts mehr übrig bleibe unb er hat bann hinzugefügt, wer von dem Pferbe, auf bas er gesetzt fei, herunter falle, ber muffe eben liegen bleiben.
Wir sinb überzeugt, baß bas Grauen bes Herrn Stresemann vor ben Deutschnationalen ebenso tief ist, wie bas Granen bes klassischen Gretchens vor ihrem Verführer. Wir glauben auch, daß biefes Grauen länger anbauern wirb, als es bei national- liberalen Ressentiments gemeinhin ber Fall ist. Herr Stresemann hat ben Deutschnationalen früher manchmal ben Steigbügel gehalten, aber sie haben ihm bas so schlecht gelohnt, daß eine Wiederholung dieses Dienstes sobald nicht zu erwarten ist. Die Abneigung, die Herr Stresemann und mit ihm dis offizielle Leitung ber Deutschen Volkspartei den Deutschnationalen entgegenbringt, scheint aber durchaus geteilt zu werben. Im Lande Oldenburg jedenfalls, das am 20. Mai, ebenso wie Preußen oder Baden auch feinen eigenen Landtag wählt, ziehen Deutschnationale und Deutsche Volkspartei einmütig am selben Strange. Sie haben nicht für den Landtag eine gemeinsame „Landesblockliste"
. , , , । aufgestellt und bieten damit ein ergötzliches Schau-
her Abgeordnete Ersing das Wort. Er belench- Auf die unglaubliche Verwirrung unb Unoer» spiel, bas jeder, der ebenso dichterisch gebildet ist tete den zahlreich Erschienenen das Beamtenpro- I nunft mancher Kreise, die den Patriotismus in I wie Herr Stresemann, mit einem modifizierten blem in feiner geschichtlichen Entwicklung von ber Erbpacht zu haben glauben, haben die Vorgänge Heinezitat charakterisieren könnte. Die Häupter Revolution an, zeigte, wie die Zeitverhältnifse zu I fm Bürgerbräukeller in München wieder einmal I zweier Parteien liegen in heftiger Fehde, während Anwachsen des JBeamtenavparates und ein bezeichnendes Licht geworfen. Es stellt sich nun die Glieder miteinander paktieren, als ob sie nicht schUeßlich zum Abbau führten. Mit diesen Der- I heraus, daß die Versammlung nicht nur von I dazu gehörten.
horon v * s. (EwfI i (O. •• -. _ von ganz I Uch unter den Deutschnationalen gibt es Leute
beren Neuregelung em dringendes Erfordernis oberen Kräften gestört worden ist. Darüber lieft «abr ckeinftck foaar febr oie e denen irn Kernen war. Wenn habet die verfehlten Versprechungen j man &er „Tüalicben Rundfckau" die I •’rl v®Qr JeIv D ulnen m111,. . r,\en
und die trügerischen Hoffnungen nicht erfüllt wor- I ,ur Deutschen" Dolkspartei gehört folgendes-' I rl .mernschast mit der Deutschen Volksparter den sind, so ist dies nicht die Schuld der Zen- 3 Xen Ä Je fiCsonS «Mn die Ä ,ft aIs lJ>re Bekämpfung, unb die selbst dis
trumspartei. An einer Reihe von Beispielen zeigte im Münchner Bü?ge?brä?-Kell» Ln Skandch als ■ Kunden vergeben „ober zu übersehen bereit smb,
er, daß die wirklichen Bearntenfreunben keineswegs 1 ..... -
bei den Parteien sitzen, die zwar Anträge auf hohe Ausgaben stellen, bafür aber dem Finanzminister unb den Äerkehrsverwaltungen die notwendigen Einnahmequellen verweigern.
Das Zentrum habe immer getan, was im Rahmen ber Gesamtbelastung des Volkes und des Haushalts des Reiches möglich war. An diese Ausführungen schloß sich eine rege Aussprache an, die zu dem Entsckluß führte, die Beamtenschaft im Interesse ihrer Selbst und der Partei zusammenzu- schließen, damit die Beamtenfrage eingehend behandelt und etwa auftauchende Mißverständnisse, sowohl innerhalb ber Beamtenschaft selbst, als auch nach außenhin, beseitigt werden könnten. Man war sich bewußt, etwas Ersprießliches für die Beamten und die Partei getan zu Haden, als Land- . „ ..
tagsabgebrbneter Eberhardt mit Worten wärm- I wo uommunmen herrschen, ften Dankes an die Teilnehmer unb an Herrn Er- I fing in diesem Sinne die sehr anregend verlau- Arbeitslosigkeit in Rußland,
fene Versammlung schließen konnte. Die Mann- I Das kommunistische System in Rußland ist Heimer Beamtenschaft, die bisher beim Zentrum I nicht geeignet, der Arbeitslosigkeit Abbruch zu tun. war, hat das unwahrhaftige Agitationsmanöoer I Zurzeit hat Rußland die höchsten Arbeitslosen« von rechts unb links durchschaut unb wird, wie I Ziffern (zirka 2 Millionen). England zählte Enbe bisher, treu zum Zentrum stehen. I Januar 1928 1 260 503 Arbeitslose; Deutschland
........... I 1,4 Millionen Arbeitslose. Italien hatte zu Beginn
* Walbecks Vereinigung mit Preußen. Das I bes Jahres 1928 414 283 und bas kleine Deftet- preußische Staatsministerium übergibt jetzt der I reich 230 755 Arbeitslose.
„Boss. Ztg." zufolge dem preußischen Staatsrat I Es bleibt somit die Tatsache bestehen, daß Ruß- den Entwurf eines Gesetzes über die Vereinigung I land die höchsten Arbeitslosenziffern aufweist, trotz- bes Freistaates Waldeck mit Preußen, das ber dem es ein zu 82 bis 85 Prozent rein agrari- ßanbtag bereits . angenommen hat. Das Gesetz I s ch e s Land ist. Der Kommunismus hat somit
, .. .------ । die die Deutsche Valkspartei gegen bas von den
^bloorbereltete politische Hetze arrangierten, svn- Deutschnationalen angeblich so leidenschaftlich ge- ber »G Hs ch a f t , Mitglieder der I wünschte unb geförderte Reichsschulgesetz begangen n^^na-f?n°Cn&s5 ^mrU^cn Verbandes. I hat Als eine ber prominentesten Vertreter dieser 2™* ^.Ee Schande. Wre uns von Augen- I Deutschnationalen muß ber Abgeordnete unb Ge- ^-chtet Wird' haben die G ener ale v o n I schichtsprofessor Otto Hoetzsch gelten, ber am 25. d * r U"d v on Kr den Skandal nic^ I April In einer großen Wahlrede in Königsberg
nur mitgemaebt fonbern m.tbtngiert unb durch naä) Bericht der „Ostpreußischen Zeitung" fol« Zeichen das Abbrullen ber Lieder unb bte fiarm- I szenen geleitet. Dr. Stresemann wird feinen Wahl- I H ~ ... ra .... ...
feldzug in Bayern sortfetzen unb sich fernen Wäh- MroftTifJim
lern zu Gehör zu bringen wissen. Es wird dafür ge- I ^er u1
sorgt werden, daß die künftigen Versammlungen ^nn 'häthi ^iwvvna °si'nd-n' können in den Formen ber Anständigkeit vor sich gehen I xnenö ®cnn
unb Rabaubrüber höherer unb niederer Art fern- I a^er p^tzlich Dr. Wirth als Mitglied bes Zentrums
gehalten werden " I gegen das Schulgesetz auftntt, so weiß man, was
" —'------------------- • das.zu bebeuten hat. Man wollte nicht,'daß btefe
Rechtskoalition tatsächlich ein großes Werk von Bedeutung fertig brachte unb damit enbgültig erwies, baß Deutschland durch sie erfolgreich und fruchtbringend regiert werden kann."
Wr müssen gestehen, daß berat tige Steuerungen, bie, von rabifaler Seite getan, überhört würden, uns im Munde bes sonst als gemäßigt bekannten Stbgeorbneten Hoetzsch überrascht haben Will der Historiker Hoetzsch wirklich behaupten, da; Scheitern des Reichsschulgesetzes sei auf eine teuf« liche Intrige ober überhaupt auf ein Verfchulden bes Zentrums zurückzuführen? Ist ihm nicht mehr bekannt, daß bas Zentrum im zuständigen Ausschuß bes Reichstages, in der Presse und in Versammlungen stets eindeutig und ohne einen Augen, blick zu ermüden an der Ausgestaltung des Schulgesetzes im christlichen Sinne gearbeitet hat? Ist dem deutschnationalen Redner gänzlich entfallen, daß bie Verschlechterungen des Keudell'schen Entwurfs nur durch das gemeinsame Wirken der Liberalen aller Schattierungen herbei geführt worden sind? Weiß er nicht mehr, daß es die Deutsche
Diese wichtige Stelle der Rote läßt die Tsir für die Festlegung der Einzelheiten offen unb vermeidet damit bei aller Klarheit, daß die Reichsregierung schon jetzt ht allen diesen Fragen festgelegt wird. Wie die Rote endlich m ihrem Schlußpassus auf die Konsequenzen hinweist, die ein solcher Pakt für die Gestaltung der internationalen Beziehungen haben muß, so vertritt sie Gedanken- gänge, die von deutscher Seite bereits früher, z. B. in der bekannten Denkschrift zum Ausdruck gebracht wurden, die kürzlich nach Prag geschickt worden ist. Schließlich wird in politischen Kreisen noch darauf hingewiesen, daß die politische Situation natürlich von der Tatsache des ftanzösischen Pakt- entwurfes beemslußt war. Die ftanzösische Demarche beschränkte sich auf die Ueberreichung des Entwurfes, der gewissermaßen die Quintessenz des Gedankenaustausches zwischen Paris und Washington barstellt. Eine Begleitnote hat die französische Re-
I Die Note, die ber englische Oberkommissar am Wnh» I ®.onnta9 um t9 Uhr dem ägyptischen Premiermi-
die deuffche Note an die Vereinigten Staaten natur- I
CBucr SrAclIcT13! 1 tyaibfc bio Qfhrtj Sic btwon gemäß vieles, aus dem sich der Standpimkt der in Kenntnis zu setzen, daßfttt der UeAqa'b? der eng-
Reichsregierung zu dem ftanzoslschen Entwurf lischen Note vom 4. April die englische Regierung mit
herauslesen läßt. Wenn Übrigens die ftanzösische I zunehmender Besorgnis beobachtet hat, daß die Absicht Presse bereits Sturm gegen die deutsche Note läuft, I der ägyptischen Regierung immer klarer zu Tage ge- ohne ihren Inhalt zu kennen, so wird in politischen I treten ist, gewisse gesetzgeberische Maßnahmen durchzu- Kreisen darauf hingewiesen, daß ja nicht wir es ge- | führen, die die öffentliche Sicherheit beruh, wesen sind, die die ganze Angelegenheit in Fluß I r e n Wie Cw. Exz. nicht nur aus der Mittellung vom gebracht haben, man uns also kaum einen Vorwurf ^. d. Mts sondern auch aus früheren Mitteilungen vor daraus macken kann daß wir im Verlaufe der und nach dem A,de-Msmo:re, das am 4. Marz Sr. Exz. En^icklilng des gawzen Problems" Frage I überreicht wurde, missen müssen, fallt
der amerikanischen Regierung geantwortet haben. Ebenso wie die ftanzösische Regierung ihren Standpunkt ausführlich dargeleat hat, hat auch die Reichsregierung das Recht ,'chre Auffassung vor aller Welt zum Ausdruck zu bringen. Die deuffche Ant-