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Anzeiger für die Stadt Julda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblatk.

Ar. 74.

Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen: „Die Welt im Bild" und „Buchenblätter". Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernsprecher Nr. 9. :-: Monatlicher Bezugspreis 1,80 Mk.

Mittwoch, 28. Mürz 1928.

Anzeigen-Preise: Kleinzeile (Colonel) lokal 0,15 5Ut, auswärts 0,20 Reklamezeile: lokal 0,60 Ml, auswärts 0,80 ßJt. Bei Wiederholungen Rabatt. Postscheckkonto Frankfurt a. M. Nr. 4051.

SS.Zahrg.

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Der Wahltermin in Frankreich

Der Reichsinnen in ini st er hat die Län- /!erreoierungen durch Rundschreiben davon verstän­digt, daß der Termin für die Neuwahl des Reichstages auf den 2 0. M a i festgesetzt werden wird. Die Länderregierungen werden ge­beten, die Gemeindebehörden anzuweisen, mit der Auflegung der Wählerlisten zu beginnen und als Stichtag für die Aufnahme der Wahlberechtigten den 20. Mai vorzusehen. Den Wahltag bestimmt Vr Reichspräsident.

1928 Ersparungsmöglichkeiten von 6,4 Millionen Mark. So würde, von Mecklenburg auf das Reich geschlsssen, sich durch die Neuformung des Reiches in Verbindung mit einer Rationalisie­rung der gesamten Verwaltung eine Ersparnis von mindestens 600 Millionen Mark im Jahre ergeben.

Gegen das geltende Wahlsystem, insbesondere gegen die W a h l l i st e n wenden sich in bemerkenswerter Weise mehr und mehr Stim­men aus allen Parteilagern. So heißt es in der deutschnationalen „Kreuzzeitung" unter anderm: „Aus den bisherigen Mitteilungen über Kandida­turen ist ersichtlich, daß an dem Prinzip der Kandida­tenauswahl sich nichts geändert hat. Daß es unter diesen Umständen sehr schwer ist, jüngeren politisch in«

In der laufenden Woche wird die große poli­tische und parlamentarische Schlußbilanz im Reichs­tag vollzogen. Es werden noch einmal in konzen­trierter Form all die großen Probleme der allge­meinen Politik nach innen und außen, wie im be­sonderen der deutschen Sozial-, Wirtschafts- und Kulturpolitik behandelt werden, und alles, was darüber gesprochen wird, wird mehr als je zuvor unter dem Zeichen der kommenden Wahlen stehen. Der Reichsaußenminister hat übrigens die Absicht, noch in diesem Reichstag über das vollständige Ab­rüstungsfiasko in Genf zu sprechen und Maßnah­men der deutschen Reichsregierung anzukündigen, die einen entscheidenden Schritt Deutschlands zur Förderung dieser Frage beim Völkerbund in Genf zum Ziele haben.

Bezüglich der Neuwahlen setzen sich, um den Wahlkampf mit seinen unvermeidlichen, nicht zuletzt auch wirtschaftlichen Rückwirkungen mög­lichst abzukürzen, weitere parlamentarische Kreise dafür ein, daß der Wahltermin möglichst schon in den ersten Tagen des Mai stattfindet. Aus gewis­sen technischen, namentlich mit der ordnungsmäßi­gen Fertigstellung der Wählerlisten zusammenhän­genden Gründen wird es aber wohl bei dem 20. Mai verbleiben müssen. Der Reichskanzler Marx, der wieder genesen ist, und auch im Reichstag wie­der erschien, wird die vom Reichspräsidenten un­terzeichnete Urkunde bezüglich der Auslösung des Reichstags selbst verlesen.

wtb. Berlin, 27. März. (Eig. Funkm.). Reichs­präsident von Hindenburg empfing heute den Reichskanzler Dr. Mar x.

Reichstag und Panzerkreuzer.

Ju weiteren Verlauf der Reichstagssitzung am Montag schreitet das Haus zu den vorher zurück- gestellten Abstimmungen zum Jnnenetat. Der gegen den Innenminister v. Keudell gerichtete Mißtrauensantrag der Kommunisten wird gegen die Antragsteller, die Sozialdemokraten und die Mehrheit der Demokraten abgel ehnt. An­nahme findet eine Ausschußentschließung, die eine Reichs st ädieordnung und eine Reichsland­gemeindeordnung fordert, im Hammelsprung mit 172 gegen 132 Stimmen bei einer Enthaltung. Dagegen stimmen Deutschnationale, Zentrum und Bayerische Volkspartei. Eine Ausschußentschließung auf Beseitigung der Wnderaesandschaften wird gegen eine starke Minderheit abgelehnt. Der Etat des Innenministeriums ist somit angenommen, ebenso der Nachtragsetat. Die Abstimmungen über den Ergänzungsetat werden auf Dienstag 10 Uhr vertagt. Auf der Tagesordnung stehen äußern­dem der Marineetat und der Phöbusbericht.

Große Flottendebatte im Reichstag

ttehraus und Wahltermin.

muß ebenso wie jeder andere Angehörige der Marine das Recht haben, sich auf deutschen Schif­fen von dem Ergehen alter Kameraden zu über­zeugen (Beifall rechts, Unruhe links.) Dem genia­len Schöpfer unserer Flotte, Großadmiral von Tirpitz, schulden wir Dank für sein Werk. Mr

(ereffierten Persönlichkeiten den Weg zu ebnen, liegt auf der Hand. Im übrigen scheint man Such wieder bei den Deutschnationalen der alten Gepflagenbeit nach- zugehen und die künftigen Volksvertreter weniger nach dem Pexsönlichkeitswert als nach ihrer Beziehung zu gewerkschaftlichen, wirtschaftlichen oder sonstigen be­ruf s ft ä n b i f cf) e n Organisationen auszusuchen.

VDZ. Berlin. 27. März. (Gig. Funkm.) Am Dienstag eröffnete Präsident Lobe die Sitzung um 10 Uhr. Die Reichhaushaltsrechnung für 1925 wird genehmigt. In einer Entschließung wird festgestellt, daß Vorgriffe und Reste, überplanmäße und außerplanmäßige Ausgaben in verschiedenen Etats noch in solchem Ausmaße erfolgt, bezw. vor­handen seien, daß sie mit dem Gesichtspunkt äu­ßertet Sparsamkeit und streng geführter Finanz- gebahrung nicht vereinbar seien. Deshalb sei es notwendig, daß der Rechnungshof nicht nur feine Rechnungsprüfung nach Möglichkeit beschleu­nigt, sondern daß er auch ständig mehr als Wah­rer des Haushaltsrecht es wirkt.

Das Haus wendet sich dann der

2. Beratung des Haushalts der Marine in Verbindung mit dem Bericht über die Loh- mann-Unternehmungen zu. Cs wird beschlossen, zunächst die Angelegenheiten der Marine zu be­sprechen und den Lohmann-Bericht dann in einer besonderen Aussprache zu erörtern.

Abg. Kuhn (Soz.) begründet die sozialdemo­kratischen Anträge, die die Marineausgaben um rund 50 Mill. Ausgaben kürzen und auch die

Mittel für das neue Panzerschiff Acht bewilligen wollen. Die Sozialdemokratie könne die Haltung der Marineleitung nicht billi­gen angesichts der faszistischen Umtriebe bei der Marine und des Phobusskandals. Als Schutz der deutschen Handelsschiffe sei die deutsche Marine un brauchbar. Es sei ein unsinniger und schädlicher Luxus in der kleinen deutschen Flotte, alle Möglichkeiten des Versailler Vertrages aus­schöpfen zu wollen. Deutschland werde auch ohne Flotte sich feinen Platz unter den Volkern der Welt sichern, wenn es konseguent die Verständigungs- I Politik sorfsetzt. Tatsächlich würde das P'cmzer- schlfs die Freihaltung der Ostsee und die Sicherung der deutschen Neutralität nicht erreichen können. Em auf 10 000 Tonnen beschränktes deutsches Panzerschiff könne nicht aufkommen gegenüber den I Kolossen anderer Seemächte. Deutschland müßte nach dem Versailler Vertrag ohne U-Boote und ohne Flugzeuge seine Schisse gegen seinen Feind schicken; das würde aber nach Meinung der Sach-1

wtb. Paris, 27. März. (Gig. Funkm.) Im heutigen „Journal officiel" erscheint das Dekret, das die Kammerwahlen auf den 2 2. April und den zweiten Wahlgang auf den 29. April fest­setzt. iDas Dekret bestimmt, daß 24 Stunden nach feiner Veröffentlichung die Kandidaturen bekannt gegeben werden müssen.

. In der „Voss. Ztg." (Nr. 78 vom 25. März) nimmt Georg Bernhard das Wort zu der Frage: „Was ist's um Wirch?" Bernhard sagt, es soll nicht verkannt werden, daß Joseph Wirth unge­fähr alles getan hat, um seinen Freunden die Verteidigung zu erschweren und seinen Feinden den Erfolg zu sichern. Es ist nie ein Leichtes Es bedeute eine Fiaskoerklärung für das Hals I gewesen, Freu n d Joseph Wirths zu Jein. Denn über Kopf zur Durchführung gelangende Notpro- ^r hat nie ferne Freunde ftnrner

grarnrn, so führte der Redner aus, wenn man für I 5?gen seine Freunde gehandelt. Er kennt nur 1928 die gleich hohe Lebensmitteleinfuhr wie für ^e Massenseele, die zu ihm aufrauscht, wenn 1927 voraussetze. Aber Mangel an Zielklarheit sei

ja das Hauptzeichen dieses Notprogramms. Wir Ä""' geborenen

alle haben, betonte Fischer, das größte Interesse an ?Esmamiem vorkommem Ader der UmgaW mit se^Vroblem^kann ^an"nick^Herr ^we?den^ wenn I unentsiegeltes Geheimnis bleiben. Er weiß nicht en! !annram<“n, v n ^6en' r?etLn I das Echte vom Talmi zu unterscheiden. Er ou[ b<?® ®e^et 6e.F Kaatllchen Sub- I wird niemals dem Erprobten gegenüber einen letz- vention begwt. Wer für den Warenaustausch I tCTT Rest von Mißtrauen loswerden und wird ihr verschiedenen Wirtschaftszweige eintritt könne entscheidenden Augenblick, gerade toetT ihn die nicht dulden, daß man sich über die Bedenken des 5rcunbc warum, in die Schlingen der fal- Handels des Handwerks und der Industrie, über I scheu Berater fallen, einte seltsame Mischung bie einseitige Begünstigung der Landwirtschaft hin- I von Urgefühl für Situationen und Strömungen uno wegsetze. Die letzkge Etats- und Wirtschaftspolitik ist I einer erschreckend richtigen Empfindung für die gekennzeichnet durch eine niemals vorher gekannte f a l s ch e Taktik. Vor allem aber gänzlicher Mangel Ziellosigkeit. Es ist eine der größten Sor- I an logischem Zu-Ende-Dmken der Konsequenzen gen der deutschen Wirtschaft, ob der tünftige I von Handlungen, bevor man sie begeht.

Reichstag in der Lage sein wird, eine Wirtschafts- 1 und Finanzpolitik auf weite Sicht endlich in An­griff zu nehmen. Wie andere Spitzenverbänd« hatte auch der Hansabund über die Frage der Reichsreform eine Untersuchung vornehmen lassen. Ministerialrat Kediug-Schweriu, dem diese Arbeit übertragen wurde, berichtete über seine bisherigen Feststellungen. Für Mecklenburg-Schwerin berech­nete Keding entsprechend den Zahlen des Etats von

verständigen reiner Selb st mord sein. Jetzt seien allein in der Ostsee 56 fremde U-Boote sta­tioniert und 11 neue würden in diesem Jahre hin- zukommeu. Nach der Meinung dieser Sachver­ständigen seien die deutschen Hafen nicht von der See aus zu verteidigen, sondern vom Lande aus. Die führende Zentrümspresse habe noch vor kur­zem sich mit den besten Argumenten gegen das neue Panzerschiff ausgesprochen. Der Redner wen­det sich bann gegen die Zahl der Offiziere, die für die kleine Flotte viel zu groß sei. Die Beförderung des Kapitäns Kolbe wirke als eine Provokation, nachdem dieser Kapitän dem Prin­zen Heinrich Gelegenheit zu großen Reden auf Schiffen der Republik gegeben hatte. Ebenso schlimm sei die Beförderung des „Kappisten" van Löwenfeld zum Konteradmiral. Die Marineoffi- . . . .

ziere, die Verbindung mit verbotenen Wehrver- Selbständig denkende Politiker, die sich zu Staatsmän-

bänden unterhalten, müßten endlich entfernt "ern entwickeln konnten, werden auf diese We.se kaum

tDßrbcn I pctBtTtncn fstti-

Abg. Treviranus (deutschnat.) erklärt, die I „ 5» der volksparteilichen „Deutschen Allgem. deutschnationale Fraktion werde den Marineetat I Zeitung wird darüber folgendes gesagt: und das neue Panzerschiff bewilligen. Die I „Wir haben 'm Deutschland in Wirklichkeit ein Zwei- modernen Sachverständigen seien über den Wert I klassenwahlrecht. Nur die paar hundert Menschen, die dieses Schiffes anderer Meinung als der Abg. KmchidMenaufftellung betreiben besitzen ein roirt- Kuhn. Man hätte dieses Schiff'besser als ged panzerten Kreuzer bezeichnen sollen. Für I

de» an sich durch den Versailler Vertrag beschränk- r^en Ä » aT^ e"(t Lr W§

ten deutschen Heimatschutz sei das neue Schiff von rer unter diesen Umständen nach dem Rezept des Jung- größter Bedeutung. Der Redner wendet sich dann | deutschen Ordens Wahlenthaltung proklamieren, oder gegen die Ausführungen, die Admiral Galster im I solle er sich, wie andere wollen, an Splitterparteien an- „Berliner Tageblatt" gegen den Bau des neuen I schließen? Dann geht entweder feine Stimme eben- Panzerschiffes gemacht bat. Die Flottenbaupolil'k I falls verloren, ober es entstehen eine Anzahl ohnmächtt- des Großadmirals von Tirpitz habe sich durchaus I 9er Splittergebilde, die erst recht die Weiterherrfchast bewährt. Tirpitz werde ganz zu Unrecht beschul- derDonzod:atie sückillsieren helfen. Cs bleibt also we- digt, den Konflikt mit England verschuldet zu ha- *ns bei den bevorstehenden Wahlen nichts anderes ben. Er habe vor der Bagdad-Bahn-Politik ge- ßuWXÄJÄ1

tinfs; hat Helferich gemacht".) I aber Gewähr dafür bieten, daß'sie entschlössen sind, den Helfer,ch bat als Bevollmächtigter der deutschen Parteienstaat zum V e r f a s s u n g s st a a t umzuge. r ,antnTtur Werk fortgesetzt, das 1888 die Deut- I stallen, der Alleinherrschaft des Parlaments Korrektio- sche Bank begonnen hatte. Die frühere General- I Instanzen gegenüber,^uftetten und die Liften des Listen- ftabsauffaffung, daß der Krieg nicht zur See ent- I fystems zu durchkreuzen."

schieden werden könne, ist durch den Kriegsaus- Der „Berliner Börfen-Courier" äußert sich zu gang widerlegt worden. Hungerblockade und demselben Thema in folgender Weise:

h ™ > Entente, die den Krieg I „Oft ift darüber geklagt worden, daß die

entschieden, waren bei einer starken deutschen Flotte I Listenwahl in ihrer gegenwärtig geübten Art selbst den nicht möglich gewesen. Großadmiral Prinz Heinrich I Derfassungsgrundsatz umgeht, daß das Wahlrecht u n - muß ebenso wie jeder andere Angehörige der I mittelbar sein soll. Der neue Reichstag wird schon zu Beginn seiner Tätigkeit feine Pflicht zur Wahl­reform erfüllen müssen. Niemand glaubt mehr an den guten Willen der Führer. Wenn das Parlament wieder versagt, bann wirb das Volk endlich zu dem Mittel des Volksbegehrens und des Volksentscheids grei­fen müffen, um sich ein Recht zu erzwinge! solange und so hartnäckig verweigert morde.

wollen ihm diesen Dank aussprechen gerade in dem

D/nblick wo er sich. aus dem Reichstage zurück- . gn ber „Weser Zeitung wird ausgesprochen: zreyen null, xistr werden mehr ruhen tm Ramme | r L

für deutsches Lebensrecht auch zur See.

I tretet winichaftlicher benachbarter Schichten wird noch

Abg. Wegmann (Zentr.) halt es n i ch t für an- I mehr als bisher an bie Spitze geschoben und die Miß. gebracht, bei dieser Etatsberatung über die Flöt- erfolge, sofern sie Folgen der Ueberfpannung des par- tenpolitik der Vorkriegszeit zu sprechen. Das I lamentarischen Systems sind, werden mit einer weiteren Zentrum fei stets für Sparsamkeitsmaßnahmen zu I Zurückbrängung ber Intelligenz gerächt. Ist es nicht haben, aber die vom Reichsrat gegen die Bewilli- I ?er“t>e^.. ejne Zerfaklerfcheinung, daß wirklich bebeu- gung des neuen Panzerschiffes angeführten Gründe ^nde Kopfe und Führer sich notgedrungen cmf bie seien nicht stichhaltig. Wenn der Reichsrat die flüchkn^ muffen? Geht es fo «eiter; fo

von ihm beantragten Streichungen durch neue! crfen t apÄel Anilii^ntX nnrfnmonr h sirt, _ ~ -..t / r„ I ertennt, wieviel Anteil an Dem Parlamentär, men Elend

A » sgab e n auf der anderen Seite ausglich, so der Proporz unb bie Liste hat." haben wir für diese Haltung kein Verständnis. I

kpwp Charakterprobe für Wirth.

nciric *»nine|ire. I , Die Demokraten wollen Dr. Wirch, nachdem er

Die Sozialdemokraten hielten eine Fraktions- in Baden nicht als Reichstagskandrdat aufgestellt sitzung ab, in der sie über den gemeinsamen I stt, in DErsuchung führen. Sie wollen Amnestievorschlag des sozialdemokratischen Abg. Dr. I 7*” 4incn f*.e ^.lM_u n er re ichbaren Sitz Rosenfeld und des deutschnationalen Abg. Dr. Ever- I m ^ffclborf anbieten, hoffen da-

ling berieten, der Straferlaß für politische Straf- I ^Wcihleritimmen für die h^tnokratische, Partei taten, Einstellung schwebender Verfahren unter I Ruckk-Hr Wirchs, dem sie

Ausschluß von Landesverrat vorsah; Strafen we- I Uebettutt gut . emokratischen Partei

gen Mordes oder Totschlags sollten in Festungs- I t e^enbf^MmaX^^w/raaUn^1">?M' hast mngewandelt und herabgesetzt werden. Die solch'nachckch gl alt ab.

Fraktion kam, wie die Blätter melden, zu dem I b T) sz^)s^EerbieMslchth^dem Wunsche *ÄCfet '^einsame Vorschlag für sie | LLlmschen VoAetwng^ents M^werden.

hansabund und Notprogramm.

Der wirtschaftliche Gesamtausschuß des Hansa- bundes tagte in Berlin. Der Präsident des Hanfa- bundes, Reichstagsabgeordn. Hermann Fischer, erstattete ein eingehendes Referat über die wirt­schaftspolitische Lage.

I Kirche unb Nationalismus.

Rede des Papstes über das Faszisten-RegdnenL

Das offizielle Organ des Heiligen Vaters, der „Osservatore Romano", veröffentlicht eine Red« des Papstes, in der der Papst, ohne Namen gu nennen, aber mit greinlich klarem Hinweis ans die letzte Versammlung des sogenannten „tatboIU lischen Zentrums" in Rom (es handelt sich um sogenannte „Nativnal-Katholiken"), sich darüber beschwert, daß diese Kcttholrken bie sich ostentativ besonders Katholiken nennen, es nicht für not­wendig befunden hätten, gum Heiligen Vater zu kommen, daß sie dagegen gum Kapitol gegangen feien. Der Papst tadelte alsdann in kurzen Worten die Art und Weise, in der die Nati 0 nal- Ka - th oliken über die römische Frage auf dem Kapi­tol gesprochen hätten, und ging alsdann noch näher auf andere Reden ein, die sie über das Verhält- nis von Kirche und Staat auf dem Kapi­tol gehalten hätten. Der Papst sagte alsdann, daß er die guten Seiten des jetzigen Regimes wie­derholt anerkannt habe, und daß diese Worte über­allhin verbreitet worden seien, nicht ohne bereit Tragweite dadurch gu ändern, daß man sie aus dem Zusammenhang gerissen habe.

Der Papst fuhr fort: Wir aber wissen auch, ebenso wie die Bffchöse, bie von allen Seiten gu UnS ihre Zuflucht nehmen, wie viel bebauerns- to erte Uebelstände noch weiter bestehm. Wir wiffen auch, ebenso wie viele christliche Eltern, in welcher Lage sich die christliche Ingenderzie- hung befindet, bie allein der Kirche zusteht auch was die Mittel betrifft. Er beklagte sich darüber, daß ein Plan besteht, die gange Jugenderziehung von Seiten des Staates in Anspruch gu nehmen und zwar nicht nur die körperliche Ausbildung, son­dern jede Erziehung; und das geschehe trotz der Versicherung, die man dem Papst bezüglich der kacholißhen Bewegung gegeben habe. Ebenso greis- man ein in die Leitzing der kcttholischen Vereine und Kongregationen, die unter der direkten Lei­tung der Bischöfe stehen, und zwar geschehe das bald mit Unterstellungen, bald unter Vorwänden. Die National-Katholiken auf dem Kapitol hätten falsche Schlußfolgerungen ans dem Schweigen des Papstes gezogen, berat sie hätten nicht überlegt daß es manchmal besser ist, zu schweigen, nicht, weil man nichts gu sagen habe, sondern, um die Läge nicht zu verschlimmern.

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wtb. Rom, 27. MS«. (Eig. Funkm.) Die vom „Osservatore Romano" veröffentlichte Papstrede, in der gegen den Kongreß der sogenannten natio­nalen Katholiken in Rom unb gegen die Eingriffe deS fasgistischen Staates in der Jugenderziehung polemisiert wird, wirb von bet gesamten Presse­weber gum Abdruck gebracht noch kommentiert. Das entspricht der Mechode der Faszisten.

Polen und Italien.

wtb. Warschau, 27. März. (Eig. Funkm.) Einer unbestätigten Meldung des Pilsudski-Blattes „Glos Prawdy" zufolge, reist Außenminister Zalewski Mitte April auf Einladung Mussolinis nach Rom,

porschs Jubiläum.

Reichskanzler Dr. Marx hat in einem Hand- schreiben dem Vizepresidenten des preußischen Landtages, Herrn Dr. Porsch, anläßlich feHnjer 25jährigen Mzepräsidentschast seine wärmsten Glückwünsche ausgesprochen, desgleichen der Staatssekretär m der Reichskanzlei, Dr. P ü n d e r.

Wie der amtliche preußische Pressedienst mit« teilt, hat Ministerpräsident Dr. Braun an den zweiten Vizepräsidenten des preußischen Land­tages, Geheimrat Dr. Dr. Porsch, das folgende Schreiben gerichtet: Sehr geehrter Herr Geheimrat! Zum heutigen Tage, an dem Sie auf eine 25jäh- rige ehrenvolle Tätigkeit als Vizepräsident des preußischen Landtages zurückblicken können, spreche ich Ihnen zugleich namens des preußischen Staats« Ministeriums meine herzlichsten Glückwünsche aus. Mit Geschick unb unermüdlicher Tatkraft sind Sie stets in ganz hervorragendem Matze den Anforde­rungen Ihres hohen Amtes gerecht geworden. Möge es Ihnen noch recht lange vergönnt bleiben, in gleicher verdienstvoller Weise auf Ihrem arbeits- und verantwortungsvollen Posten zum Besten des Parlamentes und damit auch zum Wohle des Bol­tes wirken zu können. Mit dem Ausdruck meiner ausgezeichneten Hochachtung verbleibe ich Ihr sehr ergebener gez. Braun.

Sm Landtag.

Zu Beginn ber Dienstags-Landtagssitzung ge­rächte Vizepräsident Dr. von Kries, während sich bie Abgeordneten von ihren Sitzen erheben, eines besonderen Jublläurns: der greife Zentrums, abgeordnete Dr. Porsch ist mit dem heutiger Tage 25 Jahre lang ununterbrochen Vizepräsident des Landtags. Dr. von Kries hob hervor, daß bei Jubilar sich burch strengste Unparteilich­keit unb liebenswürbiges Entgegen­kommen bas allgemeine Verttauen, bie Siebt unb die Verehrung seiner Kollegen erworben habe (Lebhafter Beifall.)

Vizepräsident Dr. Porsch gab fernem Dank, ür diese Anerkennung Ausdruck unb sprach bi, Hoffnung aus, baß ber Landtag auch wetterhi, zum Wohle bes Vaterlanbes arbeiten werde. Du Kommunisten hatten während ber kurzen Feier ichkeit ben Saal verlassen. Auf bem Platz, Dr. Porschs war ein großes Blumenarrangemen, aufgebaut.

Vor Eintritt in die Tagesorbnung beantrag Abg. Grube (Kommunist), sofort einen komnm nistischen Amnestie-Antrag zu behanbeln.

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Nach debatteloser Ueberroeifung verschiedener Anträge an den Ausschuß, trat am Montag bai