M 75.
Dienstag, 27. März 1928.
Fuldaer Zeitung
2. Blatt.
Druck der Fuldaer Ackiendruckerei, Fulda
Begebenheiten
24 nutodroschken verbrannt.
wtb. Berlin, 26. März. (Eig. Funkmh Heute früt) gegen 5Vs Uhr entstand in einer Groß-Garag) in Wilmersdorf ans noch nicht ermittelter Ursache ein Brand, durch den die Garage sowie die in derselben untergebrachten vierundzwan» zrg Kraftdroschken vollständig zerstört wurden.
* Rätselhafter lob einer Familie. In einem Hause in Düsseldorf-Bilk wurde die Familie eines Anstreichers, bestehend aus Mann, Frau und sohn, tot aufgefunden. Ein freiwilliges Ausscheiden aus dem Leben kommt nach den bisherigen Feststellungen nicht in Frage. Die Gashähne waren geschlossen, eine Gaslampe in der Küche brannte bei der Auffindung noch. Die Familie lebte in geordneten Verhältnissen und wollte am Sonntag die Konfirmation ihres 14jährigen Sohnes begehen Zur Klärung der Todesursache wurde die Leichen beschlagnahmt. Die Ermittelungen sind zurzeit noch nicht abgeschlossen. Wie gerüchtsweise verlautet, sollen verdorbene Lebensmittel zu einem Vergiftungstod geführt haben.
* lktn altes Wahrzeichen Kölns verschwindet. Die zuständigen Behörden haben nunmehr die Erlaubnis erteilt, daß das historische Richmodishaus in Köln, im Volksmunde das Haus mit den zwei „Pähdköpp" abgerissen wird. Die jetzigen Besitzer des Grundstückes, die Firma Gebrüder Fried u. Alsberg werden dort einen großen modernen Geschäftshausbau aufführen lassen.
* Eine holländische historische Wühle abgebrannt. Bei einem in einer Fabrik in Zaandam (Hol- lanb) ausgebrochenen Großfeuer schlugen Funken auf die der Fabrik benachbarte historische Sägemühle De Grootvorst über, in der im Jahre 1697 der russische Zar Peter der Große als Zim- Mermann gearbeitet hat. Trotz baldigen Eingreifens der Feuerwehr brannte die historische Mihle bis auf die Grundmauern nieder.
aus aller
eit
das
Das Siemens-Großlautsprecher-Aulo
am Samstag in Fulda die Aufmerksamkeit weiter Bevölkerungskreise auf sich zog.
Häuser und 14 Schuppen sind niederge- brannt. Auch hier fand eine Frau den Tod.
Ein vollbesetztes Omnibus in Flammen.
Am Samstag abend geriet aus unbekannter Ur- fache ein Omnibus der staatlichen Kraftwagenverwaltung der Linie Z i 11 a u—Groß-Schönau m Brand. Die Insassen gelangten zum Teil durch die Fenster ins Freie. Soweit bis jetzt festgestellt werden konnte, wurden sieben Personen verletzt, doch sind die Verletzungen nicht schwerer Natur. Der Oberbau des Kraftwagens wurde vollständig vernichtet.
Ausdehnung desReichsbahnfkandals
Die Berliner Staatsanwaltschaft I hat am Samstag in der Bestechungsaffäre bei der Reichsbahn mehrere Beamte und Zeugen vernommen. Der Verdacht, daß Bestechungen auch bc* anderen Beamten als Reichsbahnoberrat Schultze vorgekommen sind, hat sich durch den Gang der Untersuchungen jetzt voll bestätigt Es sind von mehre- ren Firmen (nicht nur aus Köln) an die Beamten
des Zentraleisenbahnamtes Schmiergelder als angebliche Lizenzgebühren für Verbesserungsvorschläge gezahlt und auch wertvolle Geschenke gemacht worden. Die Kriminalpoizei hat bei den beschuldigten Beamten Durchsuchungen in den Wohnungen vorgenommen und zahlreiches Belastungsmaterial beschlagnahmt. Oberreichsbahnrat Schultze iftgeftänbig unb gibt btt ihm nachgewiesenen Fälle zu. Inzwischen konnte aber festgestellt werden, daß er auch noch bei an- beten Firmen „Lizenzgebühren für „Erfindungen" erhalten hat.
Feuer im Schiff.
wtb. Gotenburg, 26. März. (Eig. Funkm.). Der „Dampfer „Ortlinde" aus Stettin, der bei ©tagen in Brand geraten war, ist bei Brännö von Schleppdampfern auf Grund gesetzt worden. Heute nacht ist es den BergungbÄampfern gelungen, den Broock zu begrenzen. Die Holzladung des Vorderdecks ist vollkommen vernichtet, die Ladung des Hinterdecks hat nur zum Test Schaden erlitten. Die Aufbauten auf dem Mitteldeck wurden erheblich beschädigt.
Explosion auf einem englischen Kriegsschiff.
Am (Samstag wurde durch eine Explosion auf dem englischen Flugzeugmutterschiff „Courageous", bas z. Zt. in Devonport an der Werft liegt, ein Mann getötet, während drei andere schwere Verletzungen erlitten.
vrand-Lpidemie in Polen.
wtb. Warschau, 26. März. (Eig. Funkm.). Aus Oft-Galizien werden einige größere Brände gemeldet. In Czerczyk sind vorgestern 106 Gebäude niedergebrannt, wobei zwei Personen ums Leben kamen. In Brzozow brannten v i e r W i r t- tes größeres Schadenfeuer wird aus Chamanito- ner in den Flammen den Tod fanden. Ein drittes größeres Schadnefeuer wirb aus Chamanito- wics im Kreise Grodno gemelbet 10 Wohn
*' Laubkagsprüsidenk Barkels erkrankt. Der Präsident des preußischen Landtags, Bartels, ist an einer Grippe erklärst, zu der euch eine Lungenentzündung gesellt hat. Wie der „Vorwärts" hört, gibt das Befinden des Erkrankten, trotzdem er nicht fieberfrei ist, zu unmittelbaren Befürchtungen keinen Anlaß.
* Meder Schulstreik in der Sonnenburger Straße. In einer Gtenroerfammhing der Doppelschule in der Sonnenburger Straße wurde, wie der „Montag" meldet, einstimmig dier Beschluß gefaßt, die Kinder erneut vom Schulunterricht fern- zuhalten.
* Zu den Gerüchten über eine Subvention der D. A. Z. Wie den Blättern mitMeilt wird, wurde von berufener Seite erklärt, daß, feit die D.A.Z. sich nicht mehr in Reichshänden befinde, sie eine Subvention aus amtlichen Mitteln weder verlangt noch erhalten hat.
Die Königsberger polnisch-litauische Konferenz. Nach aus polnischen Kreisen stammenden Mittellungen ist damit zu rechnen, daß die in der nächsten Woche zusammentretende Königsberger Konferenz nur wenige Tage dauern und sich hauptsächlich damit beschäftigen wird, den Geschäftsgang für die eigentliche unmittelbar nach den Ostertagen zusammentretende Konferenz festzusetzen.
September: die amerikanische Maschine „Old Glory", Amerika-Europa, drei Insassen; 8. September: Sir John Carling, Kanada-Europa, zwei Insassen; im Winter endlich: die Maschine „Daw" mit Miß Greyson und den Piloten Orndal an Bord. Dazu jetzt die „Endeavour" mit Miß Mackau unb Hinchcliffe. ______________
Mißglückter Bank-Einbruch.
In der Zweigstelle einer Berliner Großbank Budapesterstraße wurde nachts ein Ein- vruchsversuch m die Tresorräume unternommen. 3)t« Ewbrecher hatten in den vergangenen Tagen mehrere Mauern des Kellers durchbrochen. Beim Versuch, die Tresortüren mit dem Sauerstoffgebläse ju offnen, gerieten Akten und andere Papiere in SBtanb und der intensive Brandgeruch machte einen Bewohner des Hauses auf die Vorgänge austneS- sam. Das Überfallkommando fahndete jedoch btt« geollch nach den Verbrechern, die unter Zurücklassung ihrer gesamten Werkzeuge entfliehen konnten. Nach einer Blättermeldung erregte die «ach Aufdeckung der Tat einsetzende großzügige Attion der Polizei im Berliner Westen großes Aufsehen. Die Polizei sperrte den ganzen Häuserblock ab und nahm die Verfolgung der über dle Dächer flüchtenden Verbrecher auf. Bewohner des von den Einbrechern heimgesuchten Hauses sahen diese noch kurz nach fünf Uhr mor- gen§, als sie das Dach entlangkrochen. Ms den Bestanden der Bank ist nichts geraubt worden.
* Seif Mai 1927 forderte der Ozean 17 Fliegeropfer. Mit dem unglücklichen Ausgang des er« sten Diesjährigen Versuchs einer Ueberquerung des »tfantit von England nach Amerika erhöht sich die Zahl der Opfer, die der Ozean feit Mai 1927 in der Fliegerei forderte, auf 17. Sieben Maschinen stürzten ms Meer und versanken. (Die achte, die von Ruth Elders und Haldeman, konnte im letzten Augenblick von einem Schiff geborgen werden.) Dies ist die traurige Liste der verunglückten Ozean- si-eger: 5. Mai. 1927, bie französische Maschine „Goliath , drei Insassen, verschollen auf einem Flug nach Südamerika; 8. Mai: „Der weiße Vogel", Nungesser unb Coli, Flug Europa-Amerika; 81. August: „St. Raphael", England-Amerika, zwei Piloten unb bie Prinzessin Löwenstein: 7.
Illegale Waffen.
Beschlagnahme eines Maschinengewehrs bei einem Berliner Polizeimajor.
Nach einer Mitteilung des Berliner Poli- zeiprWbiuMs wurde bet dem Polizeimvjor La Baume ein Maschinengewehr mit Zubehör g e f u n b e n und beschlagnahmt. Der Polizei- präfibent, hat sofort dem Major bie Ausübung ber Diensttätigkeit untersagt unb beim preußischen Innenminister Amtssuspendierung beantragt, die bereits ausgesprochen worden ist. Der Polizeipräsident hat ferner ein Strafverfahren gegen den Ma jor wegen Verstoßes gegen das Republikschutzgesetz eingeleitet.
Zu bei Meldung über den Fund eines Maschinengewehrs bei einem Berliner Polizeioffiziei berichtet bie „Voff. Ztg." noch, daß es sich um den stellvertretenden Kommandeur der Polizeiinspektior Tiergarten, den Polizeimajor La Baume in Berlin- ^leudorf handelt. Die Kriminalpolizei versucht letzt festzustellen,, zu welchem Zweck Major Lo -öaume das Maschinengewehr in seiner Wvhnuno »erborgen gehalten hatte. Insbesondere bedarf es ber Nachprüfung, ob Major La Baume Beziehun- Mn zu rechtsgerichteten Verbänden unterhalten bat. Im übrigen scheint festzustehen, daß der Of- fifeerft f6'1 “er^ärtni5mäßiS kurzer Zeit im Besitze des Maschinengewehrs war.
Neue Daffenfunde im Kreise Musen.
v°r einigen Tagen in Hanstedt bei Winsen an der Luhe Waffenfunde gemacht wor- t*" A"""' wurden neuerdings in mehreren Orten bes Kreises Wnsen wiederum Waffenbestände beschlagnahmt. Das Polizeipräsidium Harburg hat Emze.hertsn bisher nicht bekannt gegeben. Nach Pressemeldungen handelt es sich um mehrere Maschinengewehre und Gewehre Modell 98.
demFlugplah Staaten.
2lm ©amsiagmtttag stürzte in der Nähe des Flug- platzes Staaken bei Berlin ein Flugschüler beim dritten Meinflug tödlich ab
Ermordung eines ehemaligen chinesischen Mi- msterprastdenten. Wie bte Agentur Jndo-Paci- ftque aus Tientsin meldet, ist £r ehemalige & wiwdew^n^erpr"si^nt Chang-Hao-Tiang ermordet
können nicht
nachgeahmt wetden
(Püx Deutschland werden keine Lizenzen vergebet^ REEMTSMA A.G.
ALTONA-BAH RENFELO