Einzelbild herunterladen
 

Fuldaei' Zeitung

*¥* Drncf der Fuldaer Acklendruckerei, Fulda

Sonntag, 25. März 1928

und Nachdenken versunken, der Engel bringt in I dann danke schön für das Pensionat von Uznach, geneigter Stellung ihr die Botschaft. Von hier ] was bestimmt dabei herauskommt und mit Recht

t

laden.

Parteileitung.

der

reut

au werden, um sich würdig zu zeigen der großen I Diese Schulen bedeuten doch an sich eine große Liebe, die Gott uns gebracht, daß er uns durch I Ersparnis. Umsomehr sollte man ihnen helfen.

^Wreif,

Trink’ das

I Städtische Sparkasse I

3 _ _ _ Z

1825 Falda 1825

Bahnhofstrasse 5

1

Die älteste Sparkasse des Regierungsbezirks

= Mündelsicher a=

Fernruf 263, 264, 265

KarlstraSe 1/3.

■luiflmnfflnmiiainmiiinniniuiininniiniiNnniiiunniinminniniiiiiiniiHitiiiiinnmTimnirtnii

tFortsetzung folgt.)

Zentrumspartei Großenlüder.

Montag, den 26. März 1927, abends 8 Uhr findet im Saale von Konrad Brähler eine öffentliche Zen« trumswählerv erfammlung statt.

Redner Landtagsabg. K. Schmitt.

Alle Wähler und Wählerinnen find dringend einge»

das Leiden seines Sohnes zu seinen Kindern ge­macht hat. In tiefem Glauben wollen wir uns dämm in das Festgeheimnis von Mariä Ver­kündigung vertiefen, wie es die verfolgten Christen in den Katakomben schon getan haben. Hier ist in der Katakombe der heiligen Priszilla das Bild vorhanden: Maria sitzt auf einer Bank, in Andacht

aus nehmen dann die verfolgten Christen den gan­zen Glauben und den tiefen Mut mit hinein in

von Karl Sternheim verspottet wurde.

Unsere Verfassung macht die Schule der Zukunft

mal verblümt deutsch gesprochen hat. Namentlich, daß er den Mut fand, einmal ein kräftiges Wort für unsere von Ordensschwestern geleiteten Lyzeen zu sagen. Es ist im Grunde unglaublich, daß ganze Stadtverwaltungen ruhig zuschauen, wie sich unsere frommen Schwestern für unsere weib­liche Jugend geradezu opfern, ohne daß man ihnen die notwendige finanzielle Unterstützung gewährt.

heit, tiefe Demut und freudiger Glaube erstrahlt in der Gottesmutter, und so ist gerade das Fest der Verkündigung unserer glaubensarmen, wissens­stolzen und lasterhasten Zeit ein Fels im Meere, ein Leuchtturm, der die einzig wahre Lebensstraße kündet, es ruft dazu auf, der Muttergottes ähnlich

die Welt, trotz der Versunkenheit der Welt ein neues Geschlecht heranzubilden, sie umzuwandeln in ein gottgetreues Geschlecht.

Es ist überhaupt unerhört, daß der katholische Volksteil, der doppelt so viel Privatlyzeen und Schülerinnen zählt als hier protestantische, von den staatlich bewilligten Zuschüssen nur ein Drittel und 1926 gar ein Viertel erhalten hat. Unglaublich ist das, wie es auch unglaublich ist, daß der deutsche Liberalismus, der sich so gern auf Goethe, Kant und Schiller beruft, noch im 20. Jahrhundert mit der konfessionellen Streitaxt aus den Tagen des 30jährigen Krieges herumläuft und nach der Art wilder Häuptlinge feine konfessionelle Skalpjägerei ruhig weiter betreibt. Gegen diese Wilden, die mit solcher Pose den zivilisierten Staatsbürger her- auswatüeren, sind wahrlich unsere Sozialisten noch honette Leute.

Gerade unsere weiblichen Erziehungsanstalten sollte man ganz besonders pflegen. Es wachsen dort nämlich die deutschen Mütter der Zukunft heran, und das beginnt mehr und mehr ein sehr düsteres Kapitel zu werden. Die Frau Pastor Urbschat (Berlin) hat da neulich als Vertreterin des Deutschen Frauen- und Mädchenbundes für sittliche Reinheit auf einer Tagung in Duisburg erschütternde Tatsachen erzählt. 75 Prozent ärz- lich untersuchte Mädchen einer bestimmten Fabrik im Industriegebiete litten, so sagte sie, an jenen entsetzlichen Krankheiten, deren Namen zu nennen sich Christen scheuen. Auch von der Jugend ge­bildeter Stände berichtete sie trübe Einzelheiten. Natürlich kann man hier nicht die Schule allein verantwortlich machen. Das Elternhaus muh viel­mehr erkennen, welche Pflichten es vor Gott und unserem Volke hat. Auf die Mütter kommt es da­bei zunächst an. Wenn diese selbe keine Achtung vor diesem schon von Natur geheiligten Beruf haben, wie sie ihn ihren Töchtern nahebringen! Es scheint aber, daß sich in der Frauenwelt die allgemein beobachtete Schwächung des religiösen Empfindens noch unheilvoller auswirkt als unter den Männern. Ein Mann ohne Religion ist ge­wiß schon etwas Schlimmes, ober eine Frau ohne Religion, das ist im allgemeinen noch viel ent­setzlicher. Frauen und Mutter besonders müssen ja mehr leiden als Männer. Gerade im Heilig­tum ber Familie wartet ihrer ein schweres Kreuz. Eben darum ist Mutterliebe und Mutterwürde so tief und hcheitsooll. Nehmt ihr die Religion, wie wird sie den Mut und die Kraft zu ihrem Kreuze noch finden! Wir wollen ruhig zugeben, daß es der früheren Erziehung an manchem fehlte. Es lag darin oft zu wenig Achtung vor der selbstän­digen Persönlichkeit, auf die auch die Frau An­spruch erheben muß. Wenn man zum Beispiel liest, wie im Hause Goethes die Schwester des Dichters, Cornelia, erzogen wurden so ist man da­von geradezu betroffen. Auch heute noch nimmt man das junge Mädchen nicht ernst genug oder protegiert den oberflächlichen Flirt als Vorspiel einer leichtfertigen Ehe. Hier liegt im modernen Erziehungsideal manch gesunder Kern. Soll er aber entwickelt werden auf Kosten der Religion,

abhängig von dem Willen der Erziehungsberechtig­ten. Irgendwann muß ein Reichsschulgesetz auf dieser Grundlage doch einmal zustande kommen. Bis dahin sollen alle Erziehungsberechtigten sich ollen Ernstes einmal selber erziehen, denn auch zum Erziehenkönnen muß man erzogen werden. Entweder wird der Staat von heute von Menschen getragen, die sich zur Selbstverantwortung erziehen öder man hat mit dem sogenannten souveränen Volk den Bock zum Gärtner gemacht und die Re­publik zu einer Farce.

Der Mann im Monde.

Gesine wollte anzweifelnd erwidern. Aber sie ver­mochte es nicht. Sie empfand es mit aller Gewißheit, daß ihr Vater keine Lüge über seine Lippen gebracht hatte. Das ganze Gebäude ihrer gewissen Vorsätze, die sie schon in ihrer Ausführung gesehen, brach in sich zusammen. Sie selbst stand wie zerschlagen an der wirren Trümmer- stätte und fand nicht mehr den Mut zu neuem Aufbau.

Sie erweckte plötzlich mit ihrem ganzen Wesen den Anschein, als ob sie in einer Schuld stände. Als ob sie allein eine Sünderin und niemand anders. Ihre Arme hingen schlaff am Körper herab und erhoben sich nicht zur Abwehr, als Rasmus Erichsen sich ihr mit zagen Schritten näherte und seine Hände auf ihre Schultern legte.

„Gesine," sagte er weich, so weich, wie er vielleicht noch nie in seinem Leben gesprochen, weder zu ihr noch zu einem anderen, „Gesine, es ist das alles wie eine düstere Sturmnacht ohne Stern. Und ich sehe keinen Weg, der aus ihr hinausführen könnte zum Licht. Sag', siehst du einen? Sprich, so du einen weißt! Und wenn es nötig wäre, dir die Möglichkeit, ihn zu gehen, mit der Drangabe meines Lebens zu erkaufen, so wollte ich keine Minute zaudern, es für dich zu geben. Sprich nur ein Port, wie ich dir helfen kann."

Alle seine Worte, bis auf das letzte, waren nur als ein inhaltloser Klang an Gesines Ohr vorllbergegangen. Und das Verständnis des letzten löste ein bitteres Lächeln in ihr aus. „Mir kann niemand helfen. Ich muß allein sehen, wie ich hinauskomme aus aller Wirrnis und Rot. Und nun laß mich." Sie machte sich von seinen Händen frei und schritt zur Tür.

„Gesine!" rief Erichsen angstvoll, als befürchte er, daß sie den Weg gehen werde, der keine Rückkehr mehr zuläßt.

„Was soll es noch?" wandte sie sich um.

„Gehe nicht so von mir," flehte der Bauer, „warte noch. Ich will Mutter und Regina rufen. Wir wollen alle sinnen, wie es möglich ist, dir zu helfen. Wir müs­sen dir helfen können!"

Gesine winkte abwehrend und bewegte den Kopf in stummem Verneinen. „Laß," sagte sie bann, dumpf und hoffnungslos sprechend, „es ist alles so ganz, ganz um­sonst."

Radio-proyramm.

Montag, den 26. März 1928.

12.30—12.30 Von Kassel: Mittagsständchen der Kas­seler Hauskapelle. 15.30—16: Die Stunde der Jugend (unter Leitung von Mittelschulrektor K. Wehrhan): Von fremden Ländern und Völkern, vorgetragen von Lehrer Fr. Voigt: „Im Kampf mit Eis und Sturm im Süd­polargebiet (Berichte verschiedener Forscher)". — Für Kinder vom 12. Jahre ab. 16 30—17.45: Konzert des Rundfunkorchesters: Die Oper der Woche: 1. „Tristan u. Isolde", Vorspiel, Wagner, 2. „Der Zigeunerbaron", Fantasie, Joh. Strauß, 3. „La Traviaia", Verdi, a) Vor­spiel zum 1. Aufzug, b) Arie: „Hat dein heimatliches Land", 4. „Kofi fan tutte", Mozart, a) Ouvertüre, b) Arie: „Mädchen, so treibt ihr's mit allen",5. „Tiefland", Intermezzo d' Albert. 6. „Elektra", Fantasie, Richard- Strauß. Musikalische Leitung: KapellmeisterR. Merten.

Mariä Verkündigung

Von G o e r g e.

Da klingen immer wieder in den Festgebeten die aus der Bibel bekannten Gedanken an: „Gegrüßet seist du, Maria", „Der Heilige Geist wird über dich kommen", „Siehe, du wirst empfangen und einen Sohn gebären". Die ganze Feststimmung ist ein Lob über die einzig dastehende Würde Mariens, so innig empfunden und vorgetragen, wie es allein dem Menreinen und rosenzarten Geheimnis ihrer Vermählung und Vereinigung mit Gott dem Herrn entspricht, lieber dem ganzen Hergang steht immer wieder das wunderbare Prophetenwort: „Siche die Jungsrau wird empfangen." Vollkommene Rein-

wenigstens die Mutter unschuldig an dieser ganzen Elen- digkeit?"

Erichsen preßte ein zitterndes „Ja!" heraus und rich- tete sich mühsam hoch. Seine Augen wagten sich zu Ge­sine hin, die dem flehenden Blick auswich. „Und auch ich hab's nicht gewollt und habe mich bis zum letzten Augenblick gesträubt. Aber Jörnfen war wie besessen und hat mich endlich mürbe gemacht. Und als ich zurück wollte, war es zu spät. Gesine, sage mir nur ein ein- Ziges freundliches Wort, daß du mir verzeihen willst!"

Sie blickte düster vor sich hin. „Wenn ich es auch wollte, ich könnte dir ein solches Wort in dieser Stunde nicht sagen. Vielleicht überhaupt nie. Und wenn ich es täte, was änderte es? Ich bin auch gar nicht gekom­men, um mit dir von Verzeihen zu reden. Du solltest nur erfahren, daß zwei schon dahin sind mit ihrer Sünde: Bis Jörnsen und der Winkelschreiber aus Delmenhorst, der euch seine Hand geliehen hat zu dem schuftigen Be­trüge. Der alte Uhlenhofbauer hat John Meyer erwürgt und der Mörder ist im Teufelsstrich versunken."

Ein grauses Entsetzen machte Rasmus Erichsens Ge­sichtsfarbe fahl und öffnete seinen Mund. „Das ist . . . das ist . . ." stotterte er nur.

„Nicht wahr, willst du sagen," nahm Gesine ihr eisiges Sprechen wieder auf. „Ja, es ist wahr! Ein Stück Rache ist schon unser. Aber wir wollen sie ganz, bis zum letzten ReA. Und nun sage mir: Hat auch Hinnerk um die gemeine Schurkerei gewußt? Hat er mit euch halbpart gemacht, ober habt ihr ihn.betrogen? Aber ich will die Wahrheit wissen. Winde dich nicht heraus mit Redensarten!"

Erichsen erhob die Hand wie zum Schwur.^ In seine verzerrten Züge kam ein Anflug von Feierlichkeit. Und feierlich klang auch seine Stimme. „Ich müßte lügen, wollte ich ihn mitbezichtigen. Nein, Hinnerk Jörnsen hat um die Lüge nicht gewußt. Er ist mit dir betro­gen."

Gesine beugte sich vor. Ihre Augen weiteten sich. Und in die Schläfenadern schoß das Blut so geroattfam, daß sie aufquollen. „Und das ist keine Lüge?" keuchte sie.

- «Bei Gott, nein, Gesine! Die reine Wahrheit." _ ,

Mitwirkung: Adolf Permann (Bariton) vom Frankfur­ter Opernhaus. 17.45—18.05: Die Lesestunde. — Aus dem Roman „Jvanhoe" von Walter Scott. — Sprecher: O. W. Studtmann. 18.15—18.30: Deremsnachrichten und andere Mitteilungen. 18.30—18.45: Von Kassel: Di« Stunde der Frau: „Hausputz und besondere Gardinen- wüsche", Vortrag von Mathilde Meißel. 18.45—19.15: Vortragszyklus der Industrie- und Handelskammer Frankfurt a. M.-Hanau: „Die Freigabe des deutschen Eigentums in Amerika", Vortrag von Dr. Keim, Syndi­kus des Börsenstandes. 19.15—19.45: Englischer Sprach, unterricht, erteilt vom Oberstudienrat Paul Olbrich. 19.45—20.15: Die Schachstunde (Deutsche Normalspeele mit Bezeichnungen, veranstaltet vom Schachverein Anden fen). 20.15: Abend der fünf Mikrophone, Dialekt-Aus. tausch zwischen den Städten Frankfurt, Kassel, Stutt­gart, Mannheim und Freiburg. Anschließend: Schall- platten-Kcmzert, Ungarischer Abend.

Erichsen verstand nicht. Seine Lippen bewegten sich, ohne fähig zu sein, ein Wort zu formen. Er nahm die Pfeife in den Mund und blies hinein, anstatt zu saugen, daß ihm die Asche um den Kopf stiebte und er die Augen schließen mußte. Da murrte er einen Fluch und steckte die Pfeife in die Tasche.

Gesine hatte sich schwer gegen den Tisch gelehnt. „Aber es ist noch mehr passiert: Einer ist wiedergekom­men, einer, der tot gewesen sein sollte."

Sie beobachtete das tiefe Erbleichen im Gesicht ihres Vaters und sagte mit einem höhnischen Tonfall: „Ich glaube, du erschrickst? Braucht man denn zu erschrecken, wenn einer nicht tot ist? Darüber freut man sich doch!"

„Freilich freut man sich," quälte der Alte heraus und stapfte schwerfällig nach der Ofenbank, auf der er sich stöhnend niederlieb.

„Nun, so freue dich doch, daß Klaus Jörnsen wieder­gekommen ist!" rief Gesine gellend und richtete sich hoch auf. „Sei doch fröhlich! Lache doch, daß er nicht in Hongkong am gelben Fieber gestorben ist — daß es mit dem Totenschein eine niederträchtige, gemeine Lüge war . . . Ha, du kannst nicht lachen!!"

Nein, diese Fähigkeit schien Rasmus Erichsen plötz­lich verloren gegangen zu sein. Er hatte seine stieren Augen auf Gesine gerichtet, und fein Gesicht sah grau und verfallen aus, wie plötzlich um ein Jahrzehnt ge­altert. Gesine beobachtete ihn scharf und las das Be­kenntnis feiner Mitschuld aus den verzerrten Zügen.

„Ha, du kannst nicht lachen!" wiederholte sie nach ge­raumer Zeit, nur noch schärfer als vorhin, einen Schritt vortretend. „Und was ich ahnte, weiß ich nun gewiß." Ihre Rechte schnellte vor und wies auf den völlig in sich Zusammenfinkenden: „Du bist auch mit im Betrüge ge­wesen. Leugne es nur, wenn du den Mut dazu be­sitzest."

Rasmus Erichsen stöhnte nur und bedeckte fein Ge­sicht mit den Händen.

Seine Tochter warf ihm einen verächtlichen Blick zu. „Also bas tatet ihr! Ohne Besinnen logt ihr einen tot, um mich au verkuppeln und unglücklich au machen. Ist ,

lieber Mexiko hörte ich neulich von einem Herrn Amapi, der lange drüben war und namentlich die Geschichte jenes Landes kennt, recht interessante Dinge. Ich erzähle sie deshalb, weil man sogar auf katholischer Seite es hören kann, alles liebel komme dort vom Klerus — omne malum ex clero — oder auch, der Riesenlandbesitz der Kirche sei schuld an den Unruhen. Das ist doch alles der helle Unsinn, der von Leuten produziert wird, die keine Ahnung von den dortigen Verhältnissen haben. Gewiß hat die Kirche dort viel Land, aber alles in allem hat sie es benutzt dazu, um Indianer anzusiedeln, die unter ihrer Führung zu seßhafter Kultur erzogen wurden. Dabei hat die Kirche gsänzende Erfolge ge­habt. Mexiko »st ein richtiger Jndianerstaat gewor­den. Seine Bevölkerung ist edel, wohlgebildet und außerordentlich höflich. Man denke nur, was im Gegensatz zu der kirchlichen Politik in Mexiko die liberale Dollarpolitik in den Vereinigten Staaten mit den Indianern angefangen bat. 1840 gab es in den Vereinigten Staaten 24 Millionen Indianer. Heute sind es noch einige Hunderttausend. Diese vielen Millionen sind seitdem sinnlos der Dollar- polittk geopfert worden. Von dieser grauenvollen Geschichte, die mit Mord und Seuchen ein ganzes Volk in wenigen Jahrzehnten vernichtet hat, wird demnächst noch mehr erzählt werden. Erst das leuchtet in die Untergründe der verbrecherischen Verfolgung von heute.

Überhaupt die Landfrage in Mexiko! Das Ge­biet ist viermal so groß als Deutschland und be­herbergt nur 15 Millionen Einwohner. Dabei ist es eines der reichsten Länder der Welt, und die Fruchtbarkeit des Bodens ist so groß, daß es drei Ernten in einem Jahre gibt. Wenn in einem sol­chen Staate Landhunger entsteht, dann bestimmt nicht auf eine natürliche Weise. Der Urheber des Landgesetzes, das die Kirche enteignet, General Obregon, Calles' Freund, ist selber der größte Grundbesitzer in Mexiko. Na also! Wenn die Kirche irgendwo Landbesitz hat, stellen sich ge- wisse Herren auf den Kopf. Nach den Latifundien, die etwa verschiedene amerikanische Eisenbahn­gesellschaften besitzen, fragt fein Mensch. Dies und ähnliches hat mir der Herr gesagt, der sich Amagt nennt — er weiß noch mehr. Wartet!

Wie der katholische Volksteil in Sachen Ade- xikos der einzige Anwalt der Toleranz ist, so scheint er es auch im Innern bei uns roerbeit zu sollen. Mit großer Freude habe ich gelesen, wie der Herr Abgeordnete Lauscher in Berlin ein«

8.

Rasmus Erichsen stand im Hoftor, rauchte aus einer kurzen Holzpfeife in den Morgen hinein und taxierte den frühen Tag auf die Wetteraussicht. Allem Anschein nach durfte man auf klaren Himmel und heiße Sonne rech­nen. Und das war nur gut. Mitten in der Ernte gibts nichts Vertrackteres als eine Reihe von RegentÜgen, wie sie sich gern nach einem Gewitter einzustellen pflegen.

Rasmus Erichsen wollte sich befriedigt abroenben. Er kam aber nicht bazu. War bas nicht ein Gefährt vom Uhlenhof, was eben um jenen Knick bog? Und saß hinten im Wagen nicht Gesine?

Ei gewiß! Was wollte die denn schon in aller Frühe? Monatelang ließ sie sich sonst nicht sehen. Und nun zu einer Zeit, die sie besser zu Hause gefunden hätte, als im Kutfchierwagen über Land. War etwa ein Unglück daheim geschehen?

Ihr Gesicht schien von einem solchen zu sprechen, als es Erichsens genau unterscheiden konnte. Von einem großen Unglück. So bleich und starr, fast wie bas einer Toten sah es aus.

Sie hatte keinen Gruß. Sie sprach überhaupt fein Wort, als sie an ihrem Vater vorüberfuhr. Auch bann noch nicht, als sie abgeftiegen war. Da winkte sie nur stumm unb schritt voran ins Haus.

Erich folgte mechanisch, ließ vor Bestürzung seine Pfeife erkalten und buchte: Hat sie ihren klaren Sinn verloren?

Er ftanb ihr zunächst allein im Zimmer gegenüber, da die Bäuerin und Regina das Kommen Gesines nicht bemerkt hatten unb mit ber Besorgung bes Viehes be­schäftigt waren. „Bringst bu schlechte Nachricht, Ge- fine?" fragte er schließlich verlegen unb um etwas zu lagen. „Man wirb aus bir nicht klug . . . Ist einer ge­storben?"

„Zwei," stieß sie dumpf hervor. „Zwei, die es ver­dient haben." *

, Jrt der alten Kirche herrschte der Brauch, in der vurzigtägiqen Fastenzeit Martyrerfeste und sonstige Heiligenseste nicht zu feiern, der ganze Ernst der Zeit, die Vorbereitung auf Ostern sollte den Men- ' scheu durchdringen und umspannen. Die orientalische Kirche kannte nun keine Festzeiten als geschlossene Einheft in unserem Sinne, und so war die Schwie­rigkeit nicht allzu groß, das Ereignis, das die Vorfeier des Weihnachtsfestes enthält, festlich zu begehen. Das Fest, das mit zu den ältesten Marien- feften gehört, steht zudem auch in dem vollen Glanze der göttlichen Offenbarung. Es verdankt so seinen Ursprung nicht frommen Erwägungen, ine Urheber von Legenden oder fromme Mönche über marianische Fragen anstellten, sondern der klaren und bestimmten Nachricht des Lukasevange­liums. Sv war es schon um 400 in der griechischen Kirche bekannt. Es hatte sogar eine solche Beliebt­heit erlangt, daß man es zur Zeitbestimmung gebrauchte, wenn es z. B. in der alexandrinischen Osterchronik von 624 heißt, der Kaiser Heraklius sei am Tage Mariä Verkündigung mit seiner Streitmacht nach dem Orient aufgebrochen. Vor der Einführung des Weihnachtsfestes wurde aller­dings unser Fest am 7. April gefeiert, da ja die Geburt Christi am 6. Januar festlich begangen wurde. Die schismatischen Armenier haben diesen Brauch noch heute. Anderswo begegnet uns der 25. März als Kalendertag des Festes, und die Mehrheit entschied sich denn auch dafür, als be­sonders noch die römische Kirche, ganz entgegen ihrer Gewohnheit in der Fastenzeit Heiligenfeste zu begehen, sich dem Brauche anschloß. 9htr die spanische Kirche hielt an der Sitte, die Fastenzeit ganz stteng allein auf das Leben des Heilandes einzustellen, fest, wählte aber, um die Lukas- erzahlung durch ein Fest auszuzeichnen, den vierten Adventssonntag. Noch im 11. Jahrhundert befaßten sich Synoden mit der Frage, entschieden sich aber, offenbar mit Rücksicht auf den römischen Brauch, für den 25. März. Läßt man die Idee des Kirchenjahres, das die Veranstaltungen, die Gott zum Helle der Menschen getroffen hat, insbesondere das Leben und Leiden des Herrn ins Gedächtnis zurückzurufen und sie gleichsam nochmals vor den Augen der Christen sich abspielen zu lassen, so stünde das Fest am besten in der Adventszeit. Jetzt wird es" doch, besonders in der Karwoche, als Fremdkörper empfunden, und die Neuregelung der Feste durch Pius X. hat ja auch die äußere Feier des Festes aufgehoben. Fällt es in die Karwoche oder Osterwoche, so wird es auch llturgisch ver­legt. Aber ttotz allem: das Fest kann und soll die ganze Freude über Gottes Großtat an die Menschheit verkünden.

wie wird das Wetter?

Das Tiefdruckgebiet im Westen hat sich wesentlich cet._ stärkt. An feiner Rückseite bringen unter einzelnen Nie­derschlagen kühlere Luftmassen nach Mitteleuropa vor und bringen wieder einen Temperaturrückgang. Da ber Luftdruck von Westen her schon wieder stärker ansteigt, fft bald mit dem Aufhören der Niederschläge und infolge Sonneneinstrahlung mit neuer Erwärmung zu rechnen.

Witterungsausfichten bis Sonntag: Heiter, trocken, wieder wärmer, abflauende Südwestwinde.

Die gilt eingerichtete Küche gehört zum behaglichen Helm

Vollständige Küchenausstattangen hauswirtschaftliche Maschinen, Nickel-, Tafel- und Kochgeschirre, Bestecke, Messingwaren, Flur- und Wandgarderoben.

C A. Arnd G. in. 6. H. Fulda.

Rund um die Woche.

Dmne malum ex elero. — Kirchliche Politik und Dollarpolitik. - Etwas von Tole­ranz in Deutschland. — Deutsche Mütter und Lyzeum.

Sine Bier

aus der

Sottesdienstordnung.

Katholischer Gottesdienst.

St. SttirminsNrche. Nachm. 2 Uhr Aufnahme in di« Jungfrauen-Kongregation, Predigt und Andacht.

■iiiHniimiiimHiiiiii!itiiii!iiiniiiiiniifniiiiinniii!iui(iiiiiiiiiiiii!fniiiitiiiiiiiiiiiiiiinfiiiiiuui!!!tiirr*

Das Kreuz im Moor

Roman von Fritz Gantzer. 25] ---------