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Das Kreuz im Moor.

Roman von Fritz Gantz er.

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„Noch nicht das Grausigste, Gesine. Ehe er selbst nn Irrsinn seinen Tod sand, hat er einen anderen er­würgt."

»Lohn Meyer!" stieß Gesine gewißahnend hervor.

Klaus bejahte mit einem schwerfälligen Nicken. „Ich sand beide im Gewittersturm nicht fern von Delmenhorst nachdem mich ein Hilferuf in Todesnot angelockt. Es war schon geschehen, als ich hinzustürzte. Und in dem Mörder erkannte ich meinen Vater, der aufschreiend floh, als ihm das Leuchten des Himmels auch mein Gesicht wies. Da hat sein Wahnsinn begonnen, dessen Ende Hinnerk und ich sahen, als wir ihm in der Absicht ihn zu retten, gefolgt waren."

Gesine preßte die krampfhaft verschlungenen Hände gegen den Leib. „Ein Höherer hat den Betrug an uns Stacht, Klaus," sagte sie ernst. „Denn ich weiß jetzt ge­wiß, mein Fühlen sagt es mir, daß die beiden Toten uns m,t einer Schufterei betrogen haben. Man soll es nicht Klaus, aber ich kann nicht anders in dieser Stunde: Fluch' ihnen, tausendfachen Fluch! . . . Mein Gott, es ist mir als wenn ich in einem Sumpfe stände! Ich sehe festes Land, aber ich komme nicht zu ihm hinüber. Es ist alles verloren! . '

Sie s-hritt schwankend auf Klaus zu und sank ihm, m ein heißes Weinen ausbrechend, an die Brust „Warum bist du noch gekommen, Klaus," stöhnte sie, sich langsam den Armen des wehen Jammers entwindend. „Ich war nahe am Stillesein. Und nun! . . . Warum schriebst du nicht ein einziges Mal! Und wenn es ein Wort gewesen wäre: Warte! Und ich hätte gewartet Ja, Klaus, meine Schuld ist nicht klein. Sie ist nicht auszudenken. Aber du hast's durch dein Schweigen mit- verfchuldet ... daß ich des andern Weib wurde."

Sie preßte sich mit heißer Leidenschaft an ihn und umschlang seinen hals. Klaus fühlte den tosenden Puls­schlag ihres Blutes. Die lebensgesättigte Wärme ihres Leibes entzündete sein matt am Boden liegendes hoffen zu auflodernden Flammen. Das heiße Sehnen während tanger Monde, das feit ihrem feine ganze Seele erfchüt-

| ternden Bekenntnis wie etwas Unerfüllbares geflohen war, wandte sich, in weiter Ferne schon, noch einmal um und kehrte wieder, zuletzt in rasender hast dahinstürmend. Und dann nahm es und genoß ... (Ein wilder Taumel packte Klaus. Was war ihm jetzt der andere, dessen Be­sitzrechte er bisher in Scheu geachtet! Sein war sie! Niemand anders hatte ein Recht an ihr als er! Daß man fie ihm genommen durch Lüge und Betrug, würde nun rum Ausgleich kommen. Denn er wollte sie nun. Und das zu Recht!

Sie duldete das wilde Aufpressen seiner Lippen auf irie ihren. Ihr bleiches Gesicht kam zum Erglühen, und ihr Atem flog.

„Deshalb bin ich gekommen, Gesine," stieß er leiden­schaftlich zwischen seinen Küssen hervor. „Daß ich dich nun habe und halte und nie wieder lasse . . . Komm, wir wollen hinweg zur Stunde. Wirf alles hinter dich. Die Ferne gibt uns schon irgendwo ein Dach. Und müß­ten wir es uns jenseits des Meeres suchen . . . Komm, Gesine! M e i n e Gesine!"

Sie drängte ihn nicht von sich. Nein, sie preßte sich nur noch fester an ihn und fand in ihrer Seele kein überlegendes Zaudern. Nur das alles hintenandrän­gende wilde Wollen: Ich gehe mit ihm zur Minute!

Schon formten sich ihre Lippen zu bejahendem Laut. Da drang ein ängstliches Kinderweinen von der Schlaf­kammer her an ihr Ohr und riß ihr Herz als das einer Mutter wach. Wie in Scham und Entsetzen entwand sie sich Klaus' Armen und stand zitternd vor ihm . . . „Es geht nicht, Klaus," stammelte sie. „So höre doch!"

Er strich sich das wirre Haar aus der glühenden Stirn und lauschte. „Ich höre ein Kind meinen . . . Dein Kind? . . . Euer Kind?"

Sie nickte nur und fühlte etwas wie eine neue Scham in sich aufsteigen. Aber eine andere, als die vorhin. „Ja, unser Kind", hauchte sie tonlos.

Er wandte sich einen Augenblick ab und biß die Zähne aufeinander. „So laß doch," fuhr er dann herum. „Und das soll dich nicht halten ... Der Vater bleibt ja dem Kinde."

Hinnerk! Gesines Denken flog ihm zu. Bisher hatte nur ein schwaches, mattes Hiitübertasten ihres Sinnes ihm gegolten. Seine Person war wie in einem Nebel vor ihr aufgetaucht, um gleich darauf wieder zu ent- |

schwinden. Nun stand sie plötzlich in voller Klarheit vor ihrem geistigen Auge. Mit dem ernsten Gesicht und dem treuherzigen Blick, in dem immer etwas von einem War- ten zu schimmern schien in Geduld und Hoffnung.

Hatte er es verdient, daß sie heimlich von ihm ging? Ihr ganzes Herz schrie: Nein!

Er war schuldlos an seinem und ihrem Unglück . . . es könnte denn sein, daß er von . . .

Sie kam im eisigen Erstarren und schreckhaften Zu­sammenzucken ihres Herzens über etwas plötzlich als ganz neu auftauchendes nicht mit einem bloßen vernei­nenden Kopffchütteln hinweg. Sie wollte es auch gar nicf)t. Denn dieses Neue war trotz seiner abgründigen Tiefe plötzlich ihres Herzens Hoffnung geworden.

_Unb abermals Hub sie ihr Denken an, das vorhin nur Ehsam sich zu Ende gerungen. Nun lief es hasten- öer durch ihr Hirn, schon zu einem gewißen Verdacht werdend: War es unmöglich, daß er von dem Betrüge an ihr gewußt? Nein! Es war schon möglich. Es konnte fein! Und ihr erstarkendes Hoffen, vielleicht doch noch frei zu kommen, stieß das letzte Zaudern und Sträuben hinweg und formte als Gewißheit: (Es ist so!

Die ließ sie nicht wieder los. Gleich Klammern, fes­selnden, unentrinnbaren, schloß es sich um ihr Denken. Sie mußte denken: (Er ist mit im Betrüge gewesen! Er hat um alles gewußt! Und er hatte es nicht besser verdient, daß sie nun von ihm ging, der Sitte und dem Gesetz zum Trotz und Hohn. Ja, sie hatte fein Leben mit dem ihren verknüpft und Ketten geschmiedet ,auf die die Kirche ihre segnenden Hände gelegt. Sie würde sie zer­reißen. Ja, ja! Tausendmal ja! Dem Betrüge mußte man so begegnen und ihm in das gleisnerische Gesicht schlagen mit harter, rücksichtsloser Hand.

Vor beider Augen sollte er fein Mitbetrügen be­kennen.

Sekundenlanges Schweigen war nach Klaus' letzten Worten schon im Zimmer. Und von nebenan drang das tärker gewordene Schreien der kleinen Gesine wie etwas hart Anklagendes. An der Mutter Ohr ging es vorüber eit dem Aufblitzen des Verdachtes. Klaus sah bas Ar­beiten ihrer Gedanken an dem wechselnden Ausdruck des Gesichts. Nun glättete sich alles bis auf einen harten, entschlossenen Zug um den Mund und eine düstere Falte über der Nasenwurzel. So herb und hart und düster

I roar "uch das nun über ihre brennenden Lippen gehende Fragen: „Wo ist Hinnerk?"

„Er ist nicht daheim. Er ist nach Delmenhorst hin­über."

Ha! Das sah nach feiger Flucht aus. Er war wohl dem Ansturm eines sofortigen Aussprechens tlugeroeife aus dem Wege gegangen.

»So! Nach Delmenhorst!" lächelte Gesine spöttisch „Wenn der Bruder heimkommt, läuft er nach Delmew horst."

„(Einer mußte hinüber, Gesine. Der Gerichte wegen Mich ließ er nicht, obwohl ich es dringend wollte."

„Er wird guten Grund haben, fortzulaufen." Wie­der das spöttische Lächeln. „Und er wird sobald nichi wieder kommen . . . Dem sitzt das böse Gewissen im Nacken . . . Und im Mut war er nie groß . . . Der Feig­ling . . . Klaus, das ist auch einer von den Betrügern in uns."

Klaus sah das Erwachen der alten Leidenschaft in ihren Augen, das ausschauhaltend nach dem Gewinnen der Freiheit flammte. Und er dämmte es mit keinem bezweifelnden Worte. Er schürte es noch . . . Ja, das konnte schon sein, was Gesine für wahr hielt. Das stam­melnde, entsetzte Sprechen des Bruders, das er an ihm bemerkt, als er gekommen, sprang in feine Erinnerung Zurück. Sein ganzes verstörtes Wesen fiel ihm ein. Seine Hast, mit der er fein Fortgehen betrieben. Ja, ja, Ge­sine vermutete recht. Er war auch einer der Betrüger!

„Vielleicht der größte, Gesine, der, der den Betrug gewollt."

Sie trat dicht zu ihm, daß ihr heißer Atem sein Ge­sicht traf. „Sumpf, überall Sumpf! Aber ich sehe einen Äeg zum festen Land. Und den will ich mit dir gehen, wenn ich Gewißheit habe. Sofort muß ich sie haben. Laß den feigen Betrüger heimkommen, wann er will. Ich fahre gleich zu den Meinen hinüber. Die will ich zur Wahrheit bringen . . . Denn ich ahne plötzlich, daß auch mein Vater im Bunde war . . . O, diese Kette von Lüge und Hinterlist! Sie haben uns alle um unser Glück be­trogen, Klaus. Aber die Rache ist unser . . ." Sie um« chlang ihn heiß und flüsterte vor feinem Munde: „Küsse mich nur noch ein einziges Mal, und bann laß mich eilen;"

(Fortsetzung folgt).

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Antrag des Zentrumsabgeordneten Schulte- Breslau, der dem einen Ehegatten em Scheidungs­recht einräumen wollte, falls der andere Ehegatte eine vor der Eheschließung verekn'barte kirchliche Trauung verweigert oder wenn die kirchliche Trau­ung wegen gewisser im kanonischen Recht gelten- den Eheschließungsgründe nicht stattfinden kann. Durch diesen Anttag wollte das Zentrum die Ge­ro i ff e nsnot aufheben, in die ein wahrhaft r e - ligiöfer Mensch geraten kann, wenn er vom Staat zur Aufrechterhaltung einer Lebens gemein- fchaft gezwungen wird, der die Kirche aus reli- giöfen Gründen ihre Weihe versagen muß. Für den Antrag Schulte stimmte neben dem Zentrum nur die Bayrische Volks Partei, aber

Sein Leben ist wahrhaft köstlich gewesen, weil es ein Leben voller unermüdlicher Arbeit nach einem Ideal war, und wenn der nun fast 75jährige sich eine 25jährige Präfidentenarbeit vollenden sieht, so hat er das Recht, von sich zu sagen: mein Leben hat vorbehaltlos meinen Mitbürgern, meiner Partei, meiner Kirche, meinem Vaterlande gehört!

Wohl dem, der d a s von sich sagen kann!

Möge ein gütiger Gott uns Felix Porsch noch lange erhalten!

materiellen Opfern irgend eine Parteiaufgabe zu übernehmen, so fft sich der Jubilar darin gleich geblieben!

Aus preußischen zentrumsparlamentarischen Kreisen schreibt man uns:

Am 27. März werden 25 Jahre verflossen fein, feit der Führer des preußischen Zentrums, Felix Porsch, das Ehrenamt des Vizepräsidenten des Landtages übernahm.

Das war im Jahre 1903, und im Herbst des­selben Jahres wurde er als Nachfolger des Frei­herrn v. Heeremann Vorsitzender der Traktion.

Beide Ehrenämter werden also in tiefem Jahre 25 Jahre in feinem Besitze fein. Fürwahr ein sel­tenes Jubiläum!

§elix Porsch steht heute im 75. Lebensjahre, om 30. April wird sein Geburtstag fein, sodaß man also vom Jahre 1928 sagen kann, daß es für bte Person dieses hervorragenden katholischen Führers von ganz besonderer Bedeutung ist und ihm nicht weniger als drei Jubiläen bringt.

^s.eiik Porsch 1903 das Amt des Vizeprä­sidenten übernahm, war das Zentrum die zweit­stärkste Partei und rangierte hinter den Konser­vativen!- So übernahm also Porsch den ersten Vizepräsidenten. Er hat ihn behalten bis 1925; erft in diesem Jahre überholte die deutschnationale Partei an Mandatszahl das Zentrum und über­nahm nunmehr den ersten Vizepräsidenten, und das Zentrum erhielt in der Reihe der Stärke der Parteien den zweiten Matz.

Das Amt des Präsidenten, deren es in Preu­ßen im aanien vier gibt, erfordert hohe Objekttvität, Geschick im Verhandeln, Ruhe und Sachlichkeit, vor allem aber das Vertrauen auch der gegnerischen Parteien. Alles das besitzt der Jubilar in hervor­ragendem Maße.

Im Uebrtgien dürfte es in den Annalen der Geschichte des preußischen Landtages einzigartig sein, daß ein und derselbe Mann ein volles Vier­teljahrhundert diesen schwierigen Vertrauensposten bekleidet; er ist ein Beweis nicht nur des Ver­trauens der eigenen Partei, sondern auch des ganzen Hauses.

Vei dieser Gelegenhest darf übrigens wieder bervorgeboben werden, daß Felix Porsch der älteste deutsche Parlamentarier an Amtsjahren überhaupt ist. Er ist schon 1884 in den preußischen Landtag gewählt worden, nachdem er bereits 1881 dem Reichstage angehört hatte.

Es genügt, sich die gefchichtsbefchwerte Epoche, sie in der siebenundvierzigjährigen Spanne zwi- chen 1928 und 1881 liegt, vor Augen zu halten, um zu ermessen, wie ereignisreich dies Leben ge­wesen ist.

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Freitag, 23. März 1928.

Er ist selbst dafür ein sprechendes Beispiel! Sein ganzes Leben gehörte der Partei und den von ihr vertretenen katholischen Idealen, und wenn , der vielbeschäftigte Anwalt in Breslau keinen I Schulrechtslage in ihrem Gewissen gekränkt uni Augenblick in feinen jungen Jahren zögerte, unter | verletzt werden, damit insbesondere auch überall .. - -- - - • - ■ die katholischen Eltern die Möglichkeit erhalten,

ihre Kinder in katholischen Schulen erziehen zv lassen. Das katholische Volk wird die Schulfrage immÄr als eine der bedeutsamsten Fragen der gesamten Kulturpolitik ansehen und nie auf feine Schusorderungen, die feiner Ueberzeugung ent­springen, verzichten. Es wird stets an der Forde­rung festhalten, daß das in der Reichsverfassung verlangte Reichsvolksschulgesetz auf der Grundlage der Gewissensfreiheit und der gottgewollten El­ternrechte geschaffen wird. Solange das Gesetz nicht möglich ist, werden die Katholiken auf dem Boden der jetzigen Rechtslage ihre Forderungen mit allen gerechten Mitteln durchzufiihren Der» suchen.

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Sm Rechtsausschuß des Reichstages wird ge- senwarttg die Ehescheidungsreform in nnem Tmipo durchgepeitscht, als ob es sich um eine Belanglosigkeit und nicht um eine der wichtigsten fragen des kulturellen und staatlichen Lebens handelte. Jeder Freund des Familienlebens, jeder, der den Willen hat, der Ehe das christliche Funda- ment und den religiösen Schutz zu erhalten, wird die Eile verurteilen. Umsomehr als ein sachlicher öntnö für diese abnorm beschleunigte „Arbeit" gar nicht genannt werden kann. Es'sind nur tak- tifebe Gründe, die die Liberalen und die Sozial­demokraten veranlassen, alles daran zu setzen, daß die von ihnen ja schon seit langem betriebene Re- farm des Eherechtes noch von diesem Reichstag er­ledigt wird. Sie wollen eine zukünftige Koalition nicht mtt einem Gegenstände belasten, der die Gei- ster scheidet. Wir können nicht sagen, daß uns mese Begründung stichhaltig erscheint. Die Zen­trumspartei hat in dieser Frage immer einen sehr eindeutigen und festen Standpunkt eingenommen, bte bat sich zu Kompromissen in dieser Frage nie verstanden und wird es auch in Zukunft nicht tun, ganz gleich wie sich die Mehrheitsverhältnisse tm Reichstag einmal, gestalten. Die unentwegte Verteidigung der christlichen Ehe ist für das Zen- trum Grundsatz gebot. Aber auch die Li- beralen, denen an der christlichen Ehe nichts liegt, sollten die Reform des Eherechtes für eine viel zu folgenschwere Aufgabe halten, um sie im Galopp, rn zwölfter Stunde von einem sterbenden Reichstag erledigen zu lassen.

. Das Zentrum hat den r e l i g i ö f e n Charakter der Ehe auch viel folgerichtiger und viel klarer be­tont, als beispielsweise die Deut sch nationa­len Diese Partei ist in sehr vielen Punkten der 9'er bebandelten Frage mit uns gegangen. Aber vollständig kann sie ihre liberalen Beimischungen mcht verleugnen. Wenn man gewisse deutsch- nationale Aeußerungen liest und die prakttsche Ar- Et der Partei im Ausschuß ganz genau unter die £.upe nimmt, dann gewinnt man doch den Ein- vruck, daß hier neben den religiösen Rücksichten, 7,k lüs einen Teil der Deutschnationalen zweifellos ihre Geltung haben, doch das Staatsintereffe die überwiegende Rolle spielt.

, In der „Pommerschen Tagespost" erschien vor 9<m ein grundsätzlicher Artikel über die Ehescheidungsreform, in dem der Eifer der Libe- ralen sehr richtig als Wahlpropaganda, als Not- U^Esaktion bezeichnet wird. Aber neben den zlbfamitten, die das liberale Manöver gebührend zuruckweisen, finden sich Sätze, die über die prm= ä'p'elle Stellung wenigstens der Deutschnationa­len, deren Anschauungen die „Pommersche Ta­gespost" vertritt, einen recht interessanten Aufschluß geben. Wenn da gesagt wird, daß „für den Staat zum mindesten der Zweck der Ehe insofern von Überragender volkswirtschaftlicher Bedeutung ist, als er in ihr eine Vorbedingung für die Heran­bildung eines gefunden Nachwuchses zu sehen hat" ober wenn das Blatt darauf hinweist, daß kein btaat „ohne Gefährdung seiner und des Volkes Zukunft darauf verzichten" könne, der Eheschei- dung enge und engste Grenzen zu ziehen, dann ichemt uns das darauf hinzudeuten, daß die deutfch- nahonate Taktik in dieser Frage mehr von Z w e ckmaßlgkeits rückfichten beherrfckft wird, als man gemeinhin vermutet.

Noch deutlicher wird die nicht zweffelsfrei grundsätzliche Einstellung der Deutschnationalen zum Eheproblem, wenn man sich die letzten Ver­handlungen im Rechtsausl-buß des Reichstages I hrtrmtthtrt r , • r — 7 P

Felix Porsch, 25 Jahre LaMagUMenl! Ein einzigartiges Jubiläum.

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Wie wird das Wetter?

Während das östliche Hochdruckgebiet sich nordwärts verlagert hat, hat sich über Südwesteuropa ein Tief­druckgebiet entwickelt, dessen östliche Ausläufer auch unser Gebiet beeinflussen. Da die Wirbeltätigkeit über Nordwesteuropa sich weiter fortsetzt, so ist mit allmäh- uchem weiteren Zurückweichen des Hochdruckgebiets und daher auch bei uns wieder mit langsamem Ansteigen der Temperaturen zu rechnen.

Witterungsaussichten für Freitag: Zeitweise auf- hetternd, doch meist bewölkt, nur noch vereinzelte Nie- verschlage, tagsüber wieder milder, wechselnde Winde.

Schriftleiter: Dr. phil Johannes Kramer. Fulda. Verantwottlich für die Anzeigen: Direktor der Fuldaer Acttendruckerei I. Parze Iler.

Haltung der deutschnationalen Vertreter nicht auch ein Beweis dafür, daß diese Partei die Ehefrage nicht so grundsätzlich betrachtet wie das Zentrum? Oder entsprang die deutschnationale Stimmabgabe dem protestantischen Widerwillen, Maßnahmen, die ausschließlich dem Katholizismus zugute kommen, zu billigen? Es wäre nicht das erstemal, daß dieser Widerwille auf wichtige deutschnationale Entschlüsse einen bestimmenden Einfluß übt.

Gotlesdienstordnung.

Israelitischer Gottesdienst.

Samstag, 24. März. Vorabends 6.16, morgens 8.00, nachmittags 4.30, Sabbatausgana 7 30.

Wochentags: Morgens 6.35, nachmittags 6.00, abends

7.30 Uhr. *

Der Reichsausschuß der Katholischen Schulov qanifation Deutschlands nahm in einer eingehen­den Beratung, die am Samstag, den 17. und re, v.r. w „ i Sonntag, den 18. März 1928 in Berlin stattfand,

trume "nnh mehr m ubt» Stellung zu den Beschlüssen, die in der 1. Lesung

nn1*15! k,n x11' mehr "och- Porsch ist der letzte jm Bildungsausschuß des Reichstages über den

no$ febenbe Trager und Zeuge Windthorstscher Entwurf der Rsichsregierung zu einem Reichsschul- ®inbhhnriffi Lr ihn hrinnher« Gesetz gefaßt wurden. Die Verhandlungen führten

Windhorsts gewesen, der ihn besonders schätzte und 3U ix>r Feststellung, daß das Reichsfchulgesetz, wie

tarier°Ä^orökttn finffminaen fJhtF” darlarnen- e5 aus der 1. Lesung tm Bildungsausschuß des

tarier die größten Hoffnungen fetzte I Reichstags herauskam, für den katholischen Volks-

ZX.r gemale Zentrumssuhrer hat Recht behal- I teil völlig unannehmbar war. In Anbetracht dieser ten. Porsch ist wie wenige immer in der vor- I Sachlage bringt der Reichsausschuß der Katholi- dersten Linie gewesen. feinen Parlament«- I schen Schulorganisation seine Genugtuung da-

r,scheu Erinnerungen und Erfahrungen reicht er rüber zum Ausdruck, daß der Entwurf in dieser .45 tief in die Kulturkampfzeit bmab. I Form nicht Gesetz geworden ist. Er spricht den

Man hat von ihm gesagt, daß er lebende Tra- katholischen Abgeordneten für ihre mühevolle Ar- ditton fei. Das ist richtig. Aber er ist mehr; ei beit und ihr zähes Festhalten an den katholischen ist auch die enge Verbindung zwischen einst und Grundsätzen den wärmsten Dank aus. Die deut- setzt; denn für Felix Porsch bedeutete die Revo- schen Katholiken wollen ein Reichsvolksschulgesetz, lution und die Nachkriegszeit sicherlich einen ge- das in Ausführung der Schulartikel der Reichs- wattigen Wechsel, aber die vorbehaltlose Orientte- I Verfassung unter Wahrung der Gewissensfreiheit rung am alten unerschütterlichen Zentrumspro- und der Elternrechte die Grundlage für eine fried- gramm ließ ihn den Uebergang in die neue Zeit liche uni) gerechte Weiterentwicklung des deutschen m einer Weise tun, daß er bas Vertrauen seiner I Schulwesens garantiert. Sie wollen ein Reichs- vollkommen behielt. I volksfchulgesetz, damit Schulfriede werde und die

Das drrifache Jubeljahr des greifen Jubilars, I Schule ihre pädagogischen und nationalen Auf- unter Herrgott mit einer seltenen Frische und I gaben erfüllen kann. Sie wollen ein Reichsvolks- Lebendigkeit gesegnet hat, fällt in eine der erreg- I schulgeseft damit nirgendwo mehr Eltern durch, die testen Zeiten; denn die Wahlen stehen unmittelbar bevor, und die Partei wird erneut beweisen müs­se", daß sie mit den alten Traditionen die neue Zeit zu verbinden versteht.

Aber gerade für diese Kampfesmonate sollte Felix Porsch uns allen ein Vorbild fein, ein Vor­bild der Pflichterfüllung und des Opfermutes für die Ideale der Partei.