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Donnerstag, 22. MSr; 1928.
Fuldaer Zeitung
2. Blatt.
*"♦"* Drutf der Fuldaer Acttendruckerel, Fulda
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2000 Morgen Jungwald verbrannt.
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von 75 Jahren, lebte davon, Kinder polnischer Schnitter m Pflege zu nehmen. Das ist ihm aber schließlich untersaK worden. Im Dezember vorigen Jahres nahm der alte Haase ttotz des Verbotes wieder zwei polnische Schmtterkinder in Pflege, zwei Brüder im Alter von 9 und 18 Monaten, die er in unglaublicher Weise mißhandelte. Mit einem Rohrstock schlug er besonders das jüngste Kind, sodaß es schließlich rechtsseitig gelähmt war. Wenn die Kinder schrien, gab Haase ihnen Schnapszu
Plünderungen in (kcuodor.
wtb. Guayaquil, 21. März. (Eig. Funkm.) Wie gemeldet wird, verüben 5000 Indianer Plünderungen und vernichten die Ernte. Die Regierung hat einen Teil der Garnison von Rio Bamba aufgeboten, um den Aufftand zu unterdrücken.
* Ein Kind zu Tode gemartert. Der Heilkundige Wilhelm Haase und die Arbeiterin Luise Utzig wurden vom Schöffengericht Berlin-Lichtenberg wegen fortgesetzter Kindesmißhandlung und Körperverletzung verurteilt, und zwar Haase zu zwei Jahren Zuchthaus und die Utzig zu einem Jahr sechs Monaten Zuchthaus. H, f,
trinken. Die Kinder mußten ins Krankenhaus gebracht werden. Dori starb das Jüngste an den Folgen der erlittenen Mißhandlungen. Wie man chäter feststellte, hatte sich auch die Utzig an der
* Anklageerhebung gegen einen Nachlaßpfleger. In dem Strafverfahren gegen den Nachlaßpfleger Ruppolt in Berlin hat der Staatsanwalt jetzt die Anklage erhoben. Ruppolt wird angeklagt der Unterschlagung in 67 Fällen sowie der Urkundenfälschung, begangen durch Fälschung von Depotscheinen und außerdem der aktiven Bestechung. Mitangeklagt ist der Justizobersekretär Reichel wegen passiver Bestechung. Insgesamt sind Unter- schlagungen von etwa 200000 Mark unter Anklage gestellt.
* Selbstmord eines Bankdireklors. In Halle wurde auf einem Grundstück an der Saale die Leiche des Bankdirektors Moser aus Guben aufgefunden. Wie die Halleschen Nachrichten melden, liegt Selbstmord durch Erschießen vor.
* Wegen Konkursvergehens und WarenbeseiN- gung verhaftet. Wegen Konkursverbrechens und Warenbeseitigung wurden die beiden Inhaber der Berliner Lederfirma M. Ascher, Leder engros, Klosterstraße 1, festgenommen. Den Passiven der Firma in Höhe von 370 000 RM. stehen Aktiven in Höhe von nur 80 000 RM. gegenüber. Die beiden Inhaber hatten heimliche große Lederbestände aus ihrem Lager vor dem Konkursverfahren in Sicherheit gebracht. Sie machten den Versuch, das Fehlen dieser Bestände durch Gewichtsschwund infolge der Wirkung der Zentralheizung zu erklären. Die beiden Verhafteten, die beide nicht den Namen Ascher tragen, haben die früher hoch angesehene Firma im Jahre 1921 von dem ursprüng- liehen Besitzer gekauft.
* Lawinenunglück im Riesengebirge. Am Südwesthang des Kleinen Teiches bei Krummhübel ging eine große Lawine nieder. Zwei Skiläufer, die sich auf einer Tour befanden ,und zwar ein
schildern den gewaltigen Eindruck. Die Kreidefelsen brachen mit donnerartigem Getöse zusammen und rissen das auf ihnen ruhende Gemäuer mit sich. Der Altar zersplitterte vollständig, während das Altarbild wie durch ein Wunder fast unbeschädigt geblieben ist- Auch mehrere Grabsteine haben den Erdrutsch gut überstanden und liegen nun an der Küste verstreut. Sehr eigenartig mutet dabei die Tatsache an, daß die dänische Presse gerade in den letzten Tagen wieder den Plan diskutierte, die Kirche landeinwärts zu versetzen. Es werden weitere Felsrutsche erwartet.
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wie wird das Wetter?
Der kräftige isländische Tiefdruckwirbel zieht infolge des starken Druckgefälles nordwärts ab und wird auf die Witterung unseres Gebietes keinen Einfluß haben. Vielmehr beherrscht das östliche Hochdruckgebiet weiterhin di« Wetterlage Mitteleuropas, sodaß bei lebhafter östlicher Luftströmung zunächst keine Bewölkungszunahme bei Verschärfung des Temperaturgegensatzes zwischen Tag und Nacht zu erwarten ist.
Witterungsaussichten für Donnerstag: Zunächst kein« wesentliche Aenderung.
* Ein Kulturdenkmal ins Meer geftürhk. Aus Kopenhagen wird gemeldet: Der romanische Chorbau der aus dem 12. Jahrhundert stammenden Sagen umwobenen Kirche in Höjerup an der Steilküste der Insel Möen ist dieser Tage in das Meer hinabgestürzt. Das Gotteshaus würde schon seit dem Jahre 1908 nicht mehr benutzt, da die Kreideküste unter seinen Grundmauern immer mehr von der Brandung umspült wurde. Gleichzeitig
Ein Postwagen beraubt.
Nachts erbrachen auf dem Kleinbahnhof in p &c &e r 9'91 e u m a rf unbekannte Täter einen Postwagen und stahlen eine Kiste mit 14 800 Mark Bargech. Der Raub wurde kurz nach Mitternacht von den Bahnbeamten entdeckt, die den Wagen umrangieren sollten. Wenige Stunden später farid man die leere . Kiste in einem Wagen der Kleinbahn der Station Friedeberg. Aus der ganzen Lage der Dinge ergibt sich, daß der Einbruch nur von Personen verübt worden sein kann, die mit den Vechältnissen genau vertraut sind.
Dienstag vormittag bei Friedland in Mecklen- mirg. 2000 Morgen Schonungen sind bereits den Flammen zum Opfer gefallen. Außerdem wurden große Strecken Hochwald vom Feuer erfaßt und mehrere Heumieten sind niedergebrannt. Am Dienstag abend war es gelungen, den Waldbrand zu lokalisieren. Der Torf brennt jedoch weiter.
Ausdehnung
der Gras- und Heidebrände bei Hamburg.
Die Gras- und Heidebrände bei Hamburg, die sich zunächst in der Hauptsache auf die Vororte Großbor st el, Niendorf und Lan. g e n h o r n erstreckten, haben einen immer grö- ßeren Umfang angenommen. Auch am Montag lft die Feuerwehr nicht zur Ruhe gekommen. Von allen Seiten wurden Gras- und Heidebrände ge- meldet die teilweise einen sehr großen Umfang on ff drohten. In Kaltehofe verbrannten 80 000 Quadratmeter Schilf und Gras. Die Feuerwehr hatte mehrere Stunden angestrengt mit der Niederkämpfung des Feuers zu tun. Am Mon- tag abend gegen 6 Uhr entstand auch auf der Spleehafenmsel beim Kleinen Grasbrock ein Gras- brand. Eine besondere Gefahr bestand hier, daß das Feuer auf die großen Lagerplätze in der Nähe Übergriff. Nach mehrstündiger angestrengter 2k« beit der Feuerwehr gelang es, das Feuer nieder- zilkampfen, so daß die Gefahr eines Uebergreifens
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Begebenheiten
Eiskalte im sonnigen Süden.
wtb. Rom, 20. März. (Eig. Funkm.) In Toscana herrscht wieder Winterwetter. Auf den Bergen liegt Schnee. Das Thermometer zeigt fünf Grad unter Null. Aus Triest berichten die Blätter über einen schweren Sturm, der schon seit elf Tagen wüte. Auch dort ist die Temperatur stark gesunken. In Rom weht feit einigen Tagen kalter Wind. Aus Süditalien wird anhaltenver Regen gemeldet. _______
lieber 30 Alarme bei der Berliner Feuerwehr.
Die.Berliner Feuerwehr und die freiwilligen Wehren der Außenbezirke wurden am Dienstag nicht weniger als dreißig Mal alarmiert, um Gras- und He-deblände die in mehreren Fällen einen lehr bedrohlichen Umfang annahmen, zu bekämp-
Jn den Nachmittagsstunden entstand auf dem Wiesen- und Heidegelände an der Rummelsburger Chaussee bei Karlshorst Feuer, das sich infolge des heftigen Windes mit ungeheurer Schnelligkeit ausdehnte. Als die zu Hilfe gerufenen Wehren eintrafen, stand eine Fläche von 60 000 Quadratmetern in Hellen Flammen. Das Feuer konnte nach Meiftundlger Tätigkeit niedergekämpft werden.— ein weiterer größerer Waldbrand entstand gegen 19 Uhr im Köpenickener Forst. Ueber 4000 Quadratmeter Waldboden gingen in Flammen auf.
* Drchehn Jahre Zuchthaus wegen Erschießung «mes Gendarmen. Vom Schwurgericht Stade bei Händler Leimbech wegen Erschießung des Gendarmeriewachtmeisters Hühne in Neuen-
^ 2al)re 1919 zu 13 Jahren Zuchthaus und bürgerlichen Ehrenrechte auf 10
* Die Deutsche Lufthansa zu neuen versuchen eines Atlanlikfluges. Die Deutsche Lufthansa teilt mit: In den letzten Tagen bringt die Presse die Nachricht, daß auch eine deutsche Besatzung wiederum einen Flug über den Atlantik nach Amerika zu unternehmen beabsichtige. Im Zusammenhang mit dieser Meldung wird der Name von Herrn Köhl, Leiter des Nacht-Flugdienstes der Deutschen Lufthansa, erwähnt. Es bedurfte nicht des Opfers des englischen Fliegers Hinchcliffe, um die Deutsche Lufthansa zu bestimmen, von derartigen Versuchen in aller Oeffentlich- keit abzurücken. Die Deutsche Lufthansa steht nach wie vor auf dem auch im vorigen Jahre eingenommenen Standpunkt, daß Flüge mit den bisherigen Landflugzeugen über den Ozean in kein er Weise zu verantwort en sind, mögen auch die Glückszufälle eines Lindbergh und Chamberlain dagegen sprechen. Der verkehrstechnischen Entwicklung der Luftfahrt wird durch derartige Versuche kaum noch ein Dienst erwiesen. Die Deutsche Lufthansa sieht in Versuchen mit unzulänglichen Mitteln keine Förderung der Luftfahrt und tut daher alles, was in ihren Kräften steht, um von solchen Flügen abzuraten. — Wenn zuverlässige Flugzeuge für den Trans- Ozeanflug, die nach Auffassung der Deutschen Lufthansa nur mehrmotorige Groß-Seeflugzeuge sein können, vorhanden sind, dann wird die Deutsche Lufthansa, die sich mit den Fragen des Trans- Ozean-Luftverkehrs als einer ihrer wichtigsten Aufgaben ständig befaßt, die Initiative rechtzeitig
Der Chevrolet 1927 war der meist» gekaufte Wagen der Welt Der höchste Automobilwert. So groß war die Nachfrage nach Chevrolets, daß im vorigen Jahre eine MiUion davon gebaut werden mußten.
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mit in die Tiefe hinabgerissen. Drei Fischer haben EiiH.-flhitur Institut Boltz, vre Katastrophe vom Meer aus beobachtet und 1 Ilmenau, Thür.
ren und doch ruhigeren Gang. Der Chevrolet, von jeher berühmt für seine schnelle Anfahrt und Beschleunigung, für seine Bergsteige» Fähigkeit, ist jetzt noch stärker und leistungsfähiger.
Dann hat er noch eine große An» zahl anderer Verbesserungen: Lenk» rad in Kugellagern, stoßdämpfende Federn, schmälerer, tieferer Kühler, thermostatische Wasserkontrolle, größere Reifen, neue Farben.
Der neue Chevrolet 1928 ist das Ergebnis einer Konstruktion« und Materialprüfung über 4500000 Kilo« meter. Er hat ein Jahr Garantie.
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etwa 35 Jahre alter Günther und sein 18jähriger Neffe gleichen Namens aus Erdmannsdorf im Riesengebirge sind unbewußt auf der Schneefläche gefahren, die plötzlich abbrach und in den Kleinen Teich stürzte. Während der ältere Günther auf der Lawine bergabrutschte, wurde der jüngere Günther von den Schneemassen verschüttet. Bis Dienstag abend 8 Uhr haben sich etwa 100 Mann an dem Rettungswerk beteiligt, konnten den Verschütteten jedoch bisher nicht retten.
* Furchtbare Bluttat eines Bäckergesellen. (' g. Funkm.) In einem Dorfe bei Albi in Südfrankreick hat am Dienstag ein Bäckergeselle durch Revolver- schüsse seine Frau, seine Schwägerin und sein» Großmutter getötet.
* Derhastung eines Diamanten-Defraudanten. (Eig. Funkm.) Die Polizei in Madrid verhaftete den Angestellten eines Juwelengeschäftes namens Portillo, der Brillanten im Werte von 20000 Peseten unterschlagen hatte. Der Angestellte hatte den Auftrag erhalten, Diamanten, die nach Deutschland geschickt werden sollten, zur Post zu bringen Er hatte die Pakete nachträglich geöffnet, bie Diamanten entnommen und in geschickter Weise die Spuren der Oeffnung der Pakete unkenntlich ge- macht. Als die Pakete in Deutschland ohne Inhalt eingettoffen waren, nahm die Polizei eine Haussuchung bei Portillo vor und entdeckte 146 Brillanten. Die übrigen Diamanten wurden bei einem Hehler ermittelt
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