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Anzeiger für die Stabt Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblakk.

Nr. 68.

Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen: „Die Welt im Bild" und „Buchenblätter". Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernsprecher Nr. 9.

>: Monatlicher Bezugspreis 1,80 Mk.

Mkkwoch, 21. März 1928.

Anzeigen-Preise: Kleinzeile (Colonel) lokal 0,15 JUt, auswärts 0,20 JUt. Reklamezeile: lokal 0,60 JUt. auswärts 0,80 JUL Bei Wiederholungen Rabatt. :-: Postscheckkonto Frankfurt a. M. Nr/ 4051.

55.Zahrg.

llenzschutzverordnung be

Polizei die

verbieten wollte.

Die Sozialdemokratische Fraktion hat im Preu­ßischen Landtag eine Anfrage emgebracht, in der gefragt wird: Was gedenkt die Staatsregierung zu tun, um in Zukunft die öffentliche Ordnung gegenüber den Landbund-Uebergriffen ficherzuftellen und die für die Ausschreitungen ver­antwortlichen Personen zur Rechenschaft zu ziehen?

_ , proklamiert. So hat dieser Tage die Geschäfts­

präsident v. Gr-es (Dn.) eine Erklärung abgegeben, leitung des Kreislandbundes Delitzsch an das zu- in der er seinen Rücktritt bekannt gibt. Das Haus I ständige Finanzamt ein mit acht Tagen befristetes vertagte sich baiauf auf Dienstag 12 Uhr. | Ultimatum gestellt, nach dessen Ablauf der Steuerstreik angekündigt wird. Derartige Metho­den sind auf das schärfste zu verwerfen. Wohin soll man denn kommen, wenn dieses System Schule

* Spionageprozeß gegen ungarische Staats- angehörige. Aus Belgrad wird gemeldet: Sieben ungarische Staatsangehörige wurden in erster In­stanz wegen Spionage verurteilt. Der Hauptange­klagte, Alexander Hegueiditsch, erhielt zehn Jahre Zuchthaus, sein Helfershelfer Mesaroch acht Jahre und die übrigen Angeklagten Gefängnisstrafen von eins bis zu fünf Jahren.

um die Aufmerksamkeit auf die besondere Notlage ihres Standes zu richten. Derartige öffentliche Veranstaltungen bergen außerordentliche Gefahren in sich, weil sie sehr leicht von unverantwortlichen

März beabsichtigten öffentlichen : kommunistische^Partei eine große " 11 bie Ham-

Zascismus und Gerechtigkeit

Freisprechung von Fascisten.

„Lavore b'Italia" meldet, daß die drei jn Fascisten, welche im November 1926 nach

Einige polnische Blätter versehen ihre Mel­dungen über die Grenzzonenverordnung mit ei­nem halbamtlichen Kommentar, worin festgestellt wird, daß die Aenderungen nur den Zweck hätten, alle Bedenken zu zerstreuen, die bei einer Anwen­dung der Grenzzonenverordnung in der Praxis hätten entstehen können. Solche Bedenken hätten durch gewisse redaktionelle Unklarheiten entstehen können, die bei ungenügender Aufmerksamkeit auch den falschen Eindruck hätten Hervorrufen kön­nen, daß die einzelnen Bestimmungen der Ver- ordnung nicht in vollkommene Uebereinstimmung mit früher von Polen eingegangenen Verpflichtun­gen zu bringen seien. Die neue Verordnung än­dere in nichts das Wesen der vorhergegangenen Verordnungen, die allein den in Polen aufgrund einer Verordnung des Staatsnerteidiaungsrates bestehenden Sonderschutz der Grenzzone präzisie­ren, ähnlich wie dies die Geseßgebunq anderer Länder vorsehe. Die Grenzwnenverordnung ver- leße auch in nichts die von Polen eingegangenen zwischenstaatlichen Verpflichtungen.

weiter vertragslos.

Zu der polnischen Grenzverordnung schreibt die „B. Z.": In politischen Kreisen sieht man nun­mehr keine Möglichkeit mehr, die deutsch-polnischen Handelsvertragsverhandlungen in absehbarer Zeit wieder aufzunehmen. Der vertragslose Zustand zwischen Deutschland und Polen wird also weiter­dauern. In wirtschaftlichen Kreisen wird man hü- den und drüben das Scheitern der Wirtschaftsver- handlungen, die noch vor Wochen einen ganz gün- stlaen Anlauf genommen haben, außerordentlich bedauern. Wahrscheinlich wird es sehr schwieriger diplomatischer Verhandlungen bedürfen, um über­haupt wieder eine Basis zu schaffen, auf der man die wirtschaftlichen Fragen erörtern kann. Die Zusagen des polnischen Außenminister Zalewskis an Dr. Stresemann in Genf sind leider ohne Cr-

machte?

Und schon sehen wir die Rückwirkung: In Ber­lin sind am Sonntag zahlreiche Vertreter des M i t- t e l st a n d e s auf die Strafe gezogen und haben vor der Wohnung des Magistratsdezer- n e n t e n für Mittelstandsfragen demonstriert. Dieses Verfahren wird die Forderungen des Mit­telstandes sicherlich auch nicht vorwärts bringen. Aber wer will sich denn wundern, wenn nach dem Muster des Landbundes diejenigen Kreise, denen es zum mindesten ebenso schlecht, vielleicht noch viel schlechter geht, zu der Meinung kommen, daß solche Demonstrationen das geeignete Mittel seien,

Deutschland und seine östlichen Nachbarn

Die polnische Grenzschutzordnung gefährdet den Handelsvertrag.

Die Zentrumsfraktion des Reichstages hielt am Montag abend eine Fraktionssitzung ab, in der sie nicht, wie erwartet war, über die Frage des Gefrierfleischkontingents verhandelte, vielmehr wurde über die Kontrolle für die Verteilung der Reichsmittel für die Landwirtschaft gesprochen. Der Einsetzung eines Ausschusses für die Ueberwachung der Verteilung stehen inso-

ReWMHiWMWtt Schiele zur Agrarkrise

Gefährliche Entwicklungen.

Das Reichskabinett beriet über Maßnahmen ge­gen die Aufforderungen zum Steuerstreik und zur Steuersabotage an die Landbevölkerung. Auch die preußische Regierung erwägt Maßnahmen gegen die Steuerstreikaufforderungen. Das ganze um­fangreiche Material werde z. Zt. vom preußischen Justizminister geprüft, der in den nächsten Tagen dem Staatsministerium berichten und seine Vor­schläge machen werde.

Die Vorgänge in Regqpten.

In der Sitzung der Kammer in Kairo gab Ministerpräsident Nahas Pascha die Regierungs­erklärung ab, in der es unter anderem heißt: Die Regierung erkennt keine Tatsache und keinen Pakt an, der der völligen Unabhängigkeit Aegyp­tens widerspricht oder die Rechte des Sudan nicht achtet. Bezüglich der kürzlich geführten eng» lifch-ägyptischen Besprechungen sprach Nahas Pascha sein Bedauern aus, daß man keine Grund­lage für eine Einigung gefunden habe, doch sei die ägyptische Regierung sicher, daß sich bei gutem Willen eine Einigung finden lassen werde, welche die. Unabhängigkeit Aegyptens und die Interessen Großbritanniens wahre. Schließlich versicherte Nahas Pascha, daß die Rechte der Ausländer in vollem Umfang geachtet werden würden.

Im Anschluß hieran schlugen die Nationalisten eine Vertagung der Aussprache über die Regie­rungspolitik um acht Tage vor, doch bestand Na­has Pascha auf sofortiger Beratung. Darauf zo­gen die Nationalisten ihren Vertagungsantrag zu- ürck. Die Kammer sprach schließlich der Regie­rung das Vertrauen aus.

fern Schwierigkeiten entgegen, als dieser Ausschuß .auch über die Auflösung des Reichstags hinaus in Wirksamkeit bleiben müßte, dann aber zu keiner, Elementen zu besonders tendenziösen Zwecken aus, Einsetzung eine ZwestuÄtelmebrÜLir oeA Reichstages l geschlachtet werden können. Die aekLchvlickLll Ent'

f l i k t e. Das ist, so erklärte Graf Bernstorff, in I Fascfften wies auf den Umstand hin, daß fein Wirklichkeit von entscheidender Bedeutung. Die Vergehen vorliege, well den jungen Leuten die

deutsche Delegation hat wiederholt erklärt, daß sie böse Absicht gefehlt habe. Das Gericht machte 1

wtb. Hamburg, 20. März. (Gig. Funkm.). Als Gegenmaßnahme gegen den von der Bismarck­jugend am 31. März beabsichtigten öffentlichen Umzug hatte die kommunistische Partei Gegendemonstration geplant. Wie jetzt burger Volkszeitung mitteilt, hat die \ non der K. P. D. zum 31. März angemeldete Ge­gendemonstration verboten. Das kommunisti­sche Bürgerschaftsmitglied Wittorf hat daraufhin an den Senat die Frage gerichtet, ob er nicht den ge­planten Aufmarsch der Wehrverbände

....... „ , jung, womit die ver- chärfte Gefährdung für Liquidation von Grund­tücken in den Grenzzonen fortbesteht. Ferner be- tehe noch immer die grundsätzliche Möglichkeit, elbst vorhandenen Grundbesitz in den Grenzzonen

Gegen die im polnischen Staatsanzeiger ver­öffentlichte Novelle zur Grenzschutzverordnung, die bekanntlich eine Hauptrolle in den deutsch- polnischen Wirtschaftsverhandlun- qen spielt, nehmen die Berliner Blätter scharf Stellung. In der Germania heißt es, daß die Neu­ordnung eine äußerst weitgehende Enttäuschung bedeute, die in keiner Weise einem Entgegenkom­men, wie man es im Interesse der beiderseitigen

Aus den Parlamenten.

Deutscher Reichstag.

.Aach Annahme des Kriegslastenetats ging bet Reichstag am Montag zum Haushalt bes ReichS- fmanzmmisteriums in zweiter Lesung über, wobei die ht letzter Zeit vorgekommenen Lanbbunbdemon- strationen eine große Rolle spielen. Bei ber Einzel­abstimmung würbe von feiten eines nationalsozia- Mschen Abgeordneten eine Beschlußfähigkeit des Hauses angezweifelt. Rach erneuter Feststellung ber Beschlußfähigkect bes Hauses wurde ber Haus­halt in ber Ausschußentschließung angenommen, unb bas Haus vertagte sich auf Dienstag 15 Uhr. Kriegsschäbenschiußgesetz.

Preußischer Landtag.

Nach Erledigung kleinerer Vorlagen setzte ber Preußische Landtag am Montag bie zweite Bera­tung des Kultusetats in bet Einzelaussprache fort, bie nach Zurückstellung bet Abstimmungen auch beendet wurde. Die nun folgende Beratung des Flnanzhaushaltes wurde nach einer Erklärung des I preußischen Finanzminifters, Dr. Höpker-Aschoff, abgebrochen. 5m Verlauf her Sitzung hatte Vize- ‘

Attentat auf Mussolini in die Wohnung ber Frau Serba, ber römischen Korrespondentin des „Vor­wärts", und rn bie Lokale des fozialiftischen Or­gans ber Amsterdamer Internationale eingebrungen waren und bort als Repressalien Möbel und andere Dinge zerstört haben, vor Gericht sich ver­antworten mutzten. Der Verteidiger ber drei jungen

ersorberlich sein würde. Daher wurde nach einer anderen Möglichkeit gesucht, durch welche derselbe Zweck erreicht werden könnte, und es wurde daran gedacht, noch vor der Auflösung des Reichstags diese Frage zur Klärung zu bringen, vielleicht auf dem Wege von Richtlinien, die noch vor dem Auseinander gehen des Reichstags festzulegen wären.

wirtschaftlichen Beziehungen erwarten konnte, end spreche. Artikel 9 der Grenzschutzverordnung be halte seine ursprüngliche Fassung, womit die ver- chärste Gefährdung für Liquidation von Grund-

* In Hamburg wurde zwischen Sozialde­mokraten, Demokraten u. Deutscher Volkspartei eine Einigung über das Regie­rungsprogramm erzielt.

* Der bevorstehende Besuch Aman Ullahs in Sowjetrutzland. Aus Leningrad wird gemel­det: Der afghanische Gesandte in Moskau, Mirza Mohammed Khan, hat die demnächst bevorstehende Ankunft des Königs von Afghanistan angefünbigt Aman Ullah beabsichtigt etwa drei Wochen in der Sowjetunion zu verweilen und die bedeutendsten Städte zu besuchen.

unter der Begründung, daß der Eigentümer im Staatsinteresse als lästiger Ausländer anzusehen ist, zwangsläufig zu enteignen. Durch die Neuregelung sei der reinen Willkür der admi­nistrativen Lokalbehörden, nämlich den zuständi­gen Wojwoden, freie Auswirkung gegeben. Das Blatt stellt schließlich den außerordentlichen Ernst der Lage und die schwere Erschütterung der bisher gewonnenen Basis für die deutsch-polni­schen Handelsvertragsverhandlungen fest.

Die Tägl. Rundschau bemerkt, daß man nach Veröffentlichung der neuen Verordnung in Berlin die Aussichten für eine Weiterführung der Han- delsvertragsverhandlungen nicht mehr als günftig betrachte. Es werde jedenfalls schwer sein, jetzt noch eine Grundlage zu finden, auf der die Ver­handlungen erfolgreich weitergeführt werden können.

Der Lokalanzeiger spricht von polnischer S a - botagepolitik und erklärt, es stehe außer Zweifel, daß die Verordnung als schwere Ver­letzung der deutsch-polnischen Vereinbarungen auf- gefaßt werden müsse. Das gelte besonders für Oberschlesien, da die neue Verordnung im krassen Widerspruch zur Genfer Konvention stehe.

Das Berliner Tageblatt führt aus: Es muß gerade von denjenigen, die fett Monaten wieder an der Verständigung gearbeitet haben, betont werden, daß etwaige Spekulationen der polnischen Regierung auf eine neue deutsche R egie - r ung nach den Reichstagswahlen in diesem Falle völlig müßig sind, zumal über die Grenzordnung sich alle Parteien in Deutschland einig sind.

folg geblieben. Man glaubt kaum, daß vor Juni, also erst nach den Wahlen, eine deutsch-polnische Fühlungnahme zu einem Ergebnis führen kann.

Ukrainische Studenten gegen Pilsudski.

wtb. Warschau, 19. März. (Eig. Funkm.). Wie aus Lemberg gemeldet wird, hatten die Schulbehörden anläßlich des Namenstages des Marschalls Pilsudskis die Gebäude der beiden ukrainischen Staatsgymnasien mit Blumen und Kränzen geschmückt. Ukrainische Studenten ent­fernten in der Nacht den Fesffchmuck und be­malten die Häuserfronten mit schwarzer Farbe.

Die Russenvorschläge in Gens.

In Genf nahm auf ber vorbereitenden Ab­rüstungskonferenz neuerdings Graf Bernstorff das Wort und begrüßte die russischen Vor­schläge sehr, bie er mit größter Aufmerksamkeit geprüft habe. Er habe darin sehr interessante Ge­danken gefunden, die nach seiner Auffassung für den Fortgang der Arbeiten des Ausschusses durch­aus nützlich sein könnten. Wenn die russische De­legation zum Beispiel die schrittweise A d - r ü ft u n g vorschlage, so erscheine ihm daran be­sonders beachtenswert, daß dieser Vorschlag die verschiedenen Etappen in der Abrüstung in eine ziemlich kurze Zeitspanne zusammenfassen will. Ohne in eine Erörterung über die vorgesehene vierjährige Dauer einzutreten, halte er es doch für unerläßlich, daß diese Etappen so rasch als nur möglich aufeinander folgen.

Außerdem zeige der russische Vorschlag mit al­ler Klarheit das bereits mit der ersten Etappe zu erreichende Ziel, nämlich die Verringerung der Möglichkeit bewaffneter Kon­

wicklungen, die hier im Zuge sind, bedürfen der allergrößten Aufmerksamkeit der Oeffentlichkeit, da sie einerseits nicht im geringsten dazu angetan sind, die Notlage der betreffenben bemonstrieren- ben Gruppen zu beheben, vielmehr sehr leicht in bas Gegenteil umschlagen können. Freilich zeigen alle biese Dinge, baß zur inneren Sefriebung unseres Volkes noch ungeheuer viel zu tun ist. Um diese Befriedung aber erreichen zu können, ist eine gemeinsame vernünftige Zusammenar­beit Voraussetzung.

Zur Meliorationen.

Das preußische Staatsministerium hat einen Ge­setzentwurf über die Dereifftellung von Staats­mitteln zur Gewährung von Beihilfen für Me- llorationen und zur Ausführung staatseigener Was- ferbauten dem Staatsrat übersandt mit der Bitte, mit Rücksicht auf bie Dringlichkeit ber Vorlage bie gutachtliche Aeußerung bes Staatsrates mög­lichst bald herbeiführen zu wollen. In bem Ent­wurf sind neun Millionen 792 940 Reichsmark zur Gewährung von befonberen Beihilfen zur Durch­führung von Meliorationen unb 730000 RM. für staatseigene Wasserbauten unb sonstige staatliche Aufwendungen zusammen 10522940 RM. vorge­sehen, die im Wege des Kredits beschafst werden sollen.

Rede des Ernährungsministers.

Der Reichsernäl)rungsrninister Schiele be­gründete Dienstagvormittag im Hauptausschuß die landwirtschaftlichen Notvorlagen, wie sie bis heute vereinbart worden sind. Es han­delt sich vor allem um die Konsolidierung der schwebenden Schulden. Für Hilfe bei Umschuldungskrediten stellt das Reich 75 Mill. Mk. bereit. Ferner wird eine günstigere Regelung der V i e h p r e i s e angestrebt und zwar von der Absatzseite her. Auch die Preise der anderen land- wirffchastlich. Erzeugnisse sollen beeinflußt werden. Schließlich sprach er über die notwendigen Refor­men des Genossenschastswesens.

Berbokene kommunistische Gegendemonstration.

sich die These des Rechtsanwalts zu eigen und sprach die Angeklagten, obwohl sie geständig waren, frei.

* Das Kriegsgerichtliche verfahren in bet „Royal Oak"-Angelegenheit. Wie verlautet, wird das kriegsgerichtliche Verfahren wegen des „Royal Oak"-Zwischenfalles in ungefähr zehn Tagen an Bord eines Kriegsschiffes im Hafen von Gibraltar ftattfinben. ___________________________

Die Phoebus-Rffäre.

Der Lohmann-Ausschuß ist fertig.

Der für bie Aufklärung ber Lohmann-Unter­nehmungen eingesetzte Unterausschuß des Reichs­tags hat laut „Voss. Ztg." seine Beratungen be« endet. Der Berichterstatter, Abg. Heinig (S.), soll zusammen mit bem Abg. Treviranus (Dnat.) bie Folgerungen aus den bisherigen Untersuchungen ziehen und in einem Entwurf den dem Haupt­ausschuß vorzulegenden Bericht bis Mittwoch nach­mittag um 5 Uhr fertigstellen.

Im Verlaufe ber Phoebus-Untersuchungen hat sich, wie bie „D.A.Z." meldet, neuerbings heraus­gestellt, baß Kapitän Lohmann auch bie deut­schen Transozean-Flugversuche finan­ziert hat. Das Blatt erfährt hierzu, daß man im Reichsverkehrsministerium diesen Experimenten mit großer Skepsis und Besorgnis gegenüberstand.

bie elfte Etappe nur dann als einen wirksamen Schritt zur Verwirklichung der Abrüstung betrach­ten kann, wenn diese Etappe eine tatsächliche Herabsetzung der Rüstungen darstellt und außerdem die Verpflichtung zu weiteren rasch aufeinander­folgenden Etappen bringt. Ich bin mit dem rus­sischen Vorschlag vollkommen einverstanden, der darauf abzielt, schon mit der ersten Etappe die militärischen Satteren auszuschalten, die zu einem Angriff dienen können, und ich begrüße mit be­sonderer Genugtuung den Umstand, daß habet auch bie Kampfmittel, die gegen die Zivil­bevölkerung angewandt werden können, einbezogen worden sind. Weiter erklärte Gras Bernstorff, daß eine Einzelberatung der russischen Vorschläge nach Abschluß der General­debatte im Interesse ber Ausschußarbeiten liege. Diese Einzelberatung könnte nach seiner Auffas- ~ wtb. Nimplsch (Schlesien) 20. März. (Eig.

Jung bei der zweiten Lesung der bisherigen Ergeb- ffunkm.). „Der Landsmann meldet: Anläßlich

nisfe des vorbereitenden Abrüstungsausschusses er- I °®,r gestern nachmittag in San genoss (Krs. folgen, die, wie er unter Berufung auf eine Er- N.mptsch) veranstalteten Zwangsversteigerungen klärunq des Vorsitzenden in der letzten Tagung landwirtschaftlichen Betrieben hatten sich etwa keststellte in der aea-nwärtiaen Taauna vorae- 1000 Bauern aus den Kreisen Reichenbach

nommen werden müßte. Was schließlich den Ein- I nnf1 den^Nersteiaeminasnläten ’hie^boabe

berufungstermin für die Abrüstungskonferenz be- An Gebotti? m ?erhindeni^^DerLand^t^des

mogllchst oalbige Einberufun-g voll- mando von 20 Mann nach Langenöls entsandt, kommen der brutschen Auffassung und einem im bie mit bem G u m m i k n ü p p e l gegen die Bau- Dezember vergangenen Jahres von der deutschen ern vorgingen. Es gab mehrere Leichtverletzte. Delegation gemachten Vorschlag. Das Ausmaß der I Als sich der Tumult immer mehr steigerte, weil ein- ersten Abrüstungsdebatte könne nur von der Kon- I bekannter Führer der Landwirte verhaftet werden ferenz selbst festgesetzt werden. Es sei daher nur sollte, ließ der befehlshabende Offizier die M a - logisch, wenn Litwinoff genau so wie er verlange, I schinengewehre anfahren und die daß das Datum der Konferenz möglichst bald be- I Karabiner laden. Angesichts dieser Lage stimmt werde. Die deutsche Delegation behalte sich I wurden die weiteren Zwangsversteigerungen ab- vor, zu diesem Punkte im weiteren Verlauf der gebrochen.

Verhandlungen unter eingehender Darlegung ihrer I *

Stellungnahme einen Antrag einzubringen. I Die verschiedenenorts veranstalteten Land- Nach einer kurzen Erklärung des türkischen b um d-Demonstrationen mit ihrer unverantwortli-

Delegationsführers, Ruschdy Bei, der die russische L^NeMng haben zu Gewalttallgkei en,gegen Delegation als die Vertreterin „eines benachbarten I SrJ? rr^f'..’/Jn“ und befreundeten Landes" zu ihren Vorschlägen I firh ^»^hrt. Sas ’ft&as ®wnfofefte, roasman beglückwünschte und dafiir eintrat, daß diese im I • mhnhJP’tmfc "die ben, wurde die Fortsetzung der Aussprache vertagt. I Front bleiben, und daß die bedauernswerten auf» ♦ I gehetzten Menschen die Folgen tragen müssen. Es

Die s 0 w j e t i st i s ch e Delegation für die ist unerhört, wie immer wieder in Landbund-Ver- Wirtschaftsverhandlungen mit Deuffchland ist wie- sammlungen mit Drohungen operiert wird, der in Moskau eingetroffen. um die Massen aufzuputschen, und mehrfach wird

——H I der Lieferstreik und der Steuerstreik andererseits