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Sonntag, 11. März 1028.

Luldaer äelhmg (klmMches Kreisbtaff)

' Nr. 60,

ans aller Welt

suiHiHinuiiinminiiniiiHiniiiiiiuiuiiimnilHuniiiiiiiiiiHiniiittHnlüiiiinfiiinfiinfnHniiuüniiMi ■

Unionbrauerei

Fulda G. m. b. H.

Fulda

Oie älteste Sparkasse des Regierungsbezirks

----- Mündelsicher -----

Karlsbad« 1/3.

strercher", die ewigen Wanderburschen und Ritter der Landstraße, haben sich zu etwa 10000 nt einer besonderen Organisation zusarmnenqesunden und be- absichtigen, unter Verwendung einiger hundert be­sonders würdiger OraanisationSmitglieder, gen Kopenhagen zu ziehen. Die also zustandegekommene Vereinigung der Heimatlosen will durch diese Demonstration einen Druck auf die Regierung aus­üben, um Arbeit und Herberge zu erhalten. Der Demonstrationszug soll in Horsens beginnen; et

* Sin sugeudlHer Defraudant. Der bei einer Leipziger GroßbankfUiale tätige 18jährige Lehrling Engel aus Halle benutzte am Donnerstag die vorübergehende Abwesenheit eines mit dem Wahlen von Banknoten beschäftigten Beamten, um Scheins im Werte von 25 000 Mark an sich zu neh. men und unter Zurücklassung von Hut und Mantel spurlos zu verschwinden.

♦ Gasvergistmmen im Gesellenzimmer. Ms der Fleischermeister Fritz Weiß in Mo sau bei Zülli- chau am frühen Morgen seine Gesellen wecken wollte, erhielt er keine Antwort. Er erbrach die Tür und fand alle sechs von Oxydgasen betäubt vor. Die Verunglückten wurden sofort in das Züllichauer Krankenhaus geschafft, wo Wiederbe­lebungsversuche angestellt wurden. Bei einem der Gesellen waren die Wiederbelebungsversuche erfolg, los. Bei zwei anderen Verunglückten besteht noch schwere Lebensgefahr, während sich die letzten drei auf dem Dege der Desierung befinden.

* Zu der Unterschlagung bei der Saarbrücker Vergwerksdirekkiou. Zu der gemeldeten Unter­schlagung bei der französischen Brrgwerksdirektion in Saarbrücken berichten die Blätter noch, daß es sich bei dem ungetreuen Beamten um den franzö­sischen Hauvtmvnn a D. Riff handelt, der in Un­tersuchungshaft nach Saargemünd (Lothringens gebracht worden ist. Die renmtrcute Summe ist bisher auf 334 000 Fr. sestgestellt worden, dock glaubt man, daß sie sich auf mehr als eine % Million Fr. beläuft.

30 Bergleute verschüttet.

ivtb. Mexiko, 10. März. (Eig. Funkm.). In estrem Bergwerk bei Teiutlan wurden 33 Berg­leute verschüttet. Infolge der Entwicklung von Grubengasen besteht nur geringe Hoff­nung, sie lebend zu bergen.

* Absturz eines polnischen Heeresslugzeuges. Bei Radom in Kongreßpolen stürzte bei stark ne. beligem Wetter ein polnisches Heeresflugzeug ab. Der Flugzeugführer, ein polnischer Offizer, war auf der Stelle tot. Der Beobachter erlitt schwere Verletzungen. Das Flugzeug wurde zertrümmert.

♦ Eine originelle Demonstration. Wie aus Kopenhagen gemeldet wird, erwartet man dort eine recht originelle Demonstration. Die „Land-

Kuf ein Felsenriff gelaufen.

263 Passagiere an Bord. — Hoher Seegang und Klippen vechnrdern dir Bergung.

wtb. Boston. 10. März. (Eig. Funkm.). Wäh­rend eines he'tigen Schneesturmes verlor gestern der amerikanische Passagierdampfer „Robert E. Lee" den Kurs und geriet der felsigen Küste in der Massachusetts-Bay zu nahe. Die Küstenwache hatte den gefahrbringenden Kurs des Schif­fes bemerkt. Ihre Warnung kam jedoch zu spät, da der Damofer bereits auf eine Felsbank, die von der Küste eine Meile, von Plymouch Harbor 3 Meilen entfernt ist, ausgelaufen war. Der hohe Seegang und zahlreiche Klippen machten eS unmöglich, während der Nacht dasSchiff mit Ret­tungsbooten zu erreichen. Man erwartet aber, daß heute morgen die Passagiere deS Schiffes an Land gebracht werden können.

Nach einer weiteren Funkmeldung konnten die 263 Personen an Bord des Dampfers Robert E Lee noch immer nicht geborgen werden, obwohl die Marinebehörden von Boston die drei Spezial­schiffe in die Nähe des Strandungsortes entsandt haben, die vor kurzem da? gesunkene Unterseeboot S. 4 gehoben haben. Wie die Schiffe melden, herrscht noch immer ein Seesturm von 40 Meilen Geschwindigkeit.

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Frankfurter Theaterbrief.

tin allspanisches Epos Im Frankfurter Schauspielhaus. — llnlerhalksames Theater. — Die Nelson-Revue. — Erstaufführungen für höhere Töchter. — Ensemble­kunst im Reuen Theater. — Und ein wort zur Frank­furter Theaterpolitik.

Alte Literaturgeschichten und Pandekten zu wälzen ist nicht immer eine undankbare Arbeit, das hat jetzt wieder Alfred Wolfen stein bewiesen, der das alt­spanische Epos von der e I e ft i n a das erstmals aus der Feder Fernando de Rojas 1499 in Burgos er» schien U. dessen zweite Ausl. 1500 zu Salamanka publi­ziert wurde, neu bearbeitet und zum Drama umgebo­gen hat, indem er die große Kurtisane — vielleicht die größte aller Zeiten — an ihrer eigenen Liebe zu Caliiio .zugrunde gehen läßt. Celestina, die soviele Paare zu- sammengeführt hat, vermag es nicht, sich selbst den Ge­liebten zu erringen. Sie tötet ihn in der Verzweif­lung, um sich dann selbst den Tod zu geben. Wo l- f e n ft e i n h--- aus dem weitschweifigen Epos ein ziemlich bühnensicheres Drama gemacht, dos man Die!» 'eicht stellenweise noch schärfer konzentrieren tönnnte, in­dem man Szenen fallen läßt, die für den Ablauf der Handlung belanglos sind. Dadurch würde auch der Kern des Dramas ohne Zweifel vertieft, der Konflikt ging? nicht in Nebensächlichkeiten unter. Die Uraufführung im Frankfurter Schauspielhaus hatte unter Richard Weicherts Regie Format. Zwar waren die Büch- nehbtlber von Caspar Neher etwas herb, doch unter­malten sie das Wrien der Celestina, die in ihrer gan­zen Tragik durch die hinreißende Gestaltung der als Gast gekommenen Agnes Straub von den Staa's- tbeatern in Berlin erstand. Dem Calisto lieh Leopld B i b e r t i, trotz einer Verletzung, die temperamentvolle Geschmeidigkeit des feurigen Liebhabers, auch Fritz Ode mar als Parno verstand es, die einigermaßen schwierige Gestalt des aus Liebe zugrunde gehend.n Freundes zu charakterisieren. Ein wenig zurückhaltend schien mir Ellen Daub als Milebea, gut verstanden da- gegen Cacilia Loovski und Konstanze M e n z die leichtsinnige Welt der Celestina zu zeichnen. Der Bei­fall war anfangs stark, später verhaltener, doch konnte

Begebenheiten

Starkes Zernbeben.

wtb. Hohenheim. 10. März. (Eig. Funkm). Gestern abend wurde von den Instrumenten der hiesigen Erdbebenwarte ein starkes Fernbeben auf- gezeichnet. Der Herd befindet sich m einer Ent- fernung von 9200 Kilometer und ist in etwa öst­licher Richtung zu suchen. Die ersten Bebenwellen traten hier um 19 Uhr 18 Minuten, 6 Sekun- den ein. >?-■

Klemens Krauß, der ja auch gleichzeitig erster Kapell- meister ist, sich intensiver seinen Jntendanturgeschäften widmen muß, wenn Disziplin und Niveau der Oper nicht notleiden ftril. Es geht nicht an, daß der Intendant wochenlang auf Gastspielreisen im Ausland ist, es ist m. E. auch ein unmöglicher Zustand, daß Frankfurt als Sprungbrett für irgendwelche andere Stellungen benutzt wird. Das erzeugt nur eine Unftetigtelt, eine Un­sicherheit, die zu Konsequenzen führen muß, die man bei dem eminent hohen Gehalt, bas der Opernintendant be­zieht, gerne vermieden wissen möchte. Verträge sind dazu da, um gehalten zu werden. Da« sollte die Stadt Frankfurt ruhig ihren prominenten Künstlern einmal sagen und sich strikte gegen eine vorzeitige Lösung sträuben. Rur bann ist ein wirklich aufbauender künstlerischer Betrieb möglich.

Robert Mösinger.

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--- Allerlei Weisheit. Die beute im Verhältnis kleine Hasenstadt Emden stand im iS. Jahrhundert an t-er Spitze der europäischen Hä fei«. Emdens Flotte war um 1572 größer als die des Äinigsreiches England. 1573 übertrafen die Ein- und Ausfuhrziffern Emdens die aller anderen europäischen Häfen — Die Provinz Ostpreußen, die mit rund 38000 Quadratkilometer ungefähr ebenso groß ist wie die Mark Brandenburg, besitzt in Masuren über 3000 Seen. — In Quedlin­burg, der 1000jährigen Stadt am Harz, wirkte im 18. Jahrhundert Frau Dr. Dorothea Christiana Erxleben, die erste deutsche promovierte Aerztin. Don ihrem Va­ter, dem Quedlinburger Arzt Dr. Leporein, wurde sie in der Arzneiwissenschaft unterrichtet und 1754 promovierte sie — 39jährig — auf der Universität Halle. 1742 schon gab diese moderne Frau eine vielgerühmte Abhand­lung über das Frauenstudium heraus. — Zu den Städ­ten nördlicher Lage, in welchen die Edelkastanie noch wild wächst, gehört Trier. — Einen sellenen Reich­tum an vorgeschichtlichen Ueberreften enthalten die Oehninger Steinbrüche auf der Halbinsel Höri am Bodensee. Hier wurden 2 000 Tier- und Pflanzenarten festgestellt. Nach diesen Funden haben in der Ter- tiärzeit dort Riesenfrösche, Schildkröten, Rhinozeros, Ta. Dir. Affen und Antilopen gelebt,

Markte.

--- Fulda, 10. März. Der Schweinemarkt mar mit 263 Ferkeln beschickt. Die Preise stellten sich je nach dem Alter der Tiere auf 14, 18 und 22 Mark das Stück. Die Absatzmöglichkeit war gering.

Vorberichk de» Berliner Schlachiviehmarkte».

— Berlin, 10. März. (Eia Funkm.) Es wurden be- zahlt für je einen Zentner Lebendgewicht: Rinder 20 bis 59, Kälber 38—86, Schafe 32—64, Schweine a) 58, b) 57—58, c) 55—57, d) 52-55, e) 51-52, f) —.—, g) 50 bis 53. Aufgetrieben waren: Rinder 2110, Kälber 2000, Schafe 3950, Schweine 11302. Marktverkauf: Bei Rin­dern ruhig ,bei Kälbern ziemlich glatt und bei Schafen und Schweinen glatt.

Grausamkeit noch nicht vorgekommen fef. Das Kind trat fast täglich mit entern dicken Lederriemen gezüchtigt worden und sein ganzer Körper war mit Striemen, Wunden und Beulen bedeckt.

♦ Vom Sohn Überfällen. In einem Gehöft bei Roßlau wurde der Besenbinder Kreuter von einem jungen Mann überfallen und niedergeschla­gen. Herbeieilende Leute hollen den flüchtenden Täter ein, der als der 19 jährige Sohn des Ueberfallenen festgesteM wurde.

wird verschiedene Stationen berühren, sodaß etwa 16 Tage vergehen, ehe er nach Kopenhagen kommt. Bemerkenswert ist. daß die Behörden diese Demon­strationen zugelassen haben, die in voller „mm- tärifcher Ordnung" unter Fühmng von Abteilungs­leitern vorsich^hensoll.

sich der Autor mit allen Verantwortlichen, zu denen man auch getrost die Träger der Episoden rechnen darf, feinen dankbaren Freunden zeigen.

Das große Defizit der ftäbt Bühnen in Frankfurt ,zwingt das Schauspielhaus, wohl mehr der Not ge­horchend wie dem eigenen Triebe, die allerhöchsten Pfade der Literatur zu verlaflen und ab und zu einmal aus Kasienrücksichten in die an sich auch gepflegt fein könnenden Niederungen des Unterhaltungsstückes hinab- b-'-x mit?

literarische Experimente, deren Ausgang man nicht be­urteilen rann, too fand denn auch „Ckuntett". eine saubere Komödie Erich Noethers, begeisterte Aufnahn'e, leider verschlang das große Haus viele der Spritzig­keiten des Dialogs, der nur stellenweise einer Nachbe­handlung durch den Rotstift bedarf, wo er zu sehr ht die Breite geht. Für die Aufführung war Artlur Sakheim verantworllich, der aus seinen Darstellern herausholte, was herau-zuholen war. Allerdings läßt sich ein Ensemble, desien Arbeit seither stets und aus­schließlich der hohen Dramatik gewidmet art. nicht so­fort auf das Gesellschaftsstück umstellen. Das braucht Zeit und es ist immerhin aller Anerkennung wert mit welchem forschen Draufgängertum die Spieler ans Werk gingen. Wenn auch Robert Taube noch nicht alle Ei­genschaften des Causeurs und Salonlöwen sein eigen nennt, so entschädigte für Georg Lengbach, der seinem Gutsbesitzer alles mitgab, was er haben mußte und vor allem Toni Impekoven, der einen aufgeblasenen Abge­ordneten in dümmlich frecher Arroganz zu geben wußte. Die Damen Lvovski und Salzer waren treue Helfer am Werk, für das eine kleine, aber dankbare Gemeinde mit Beifall nicht sparte.

Wie im vergangenen Jahre ist Rudolf Nelsan, der bekannte Berliner Komponist und Schöpfer unzähliger Operetten, im Schauspielhaus gastweise eingekehrt. Den Geist und Witz, die charmante Ausgelasienheit der vor­jährigen Revue „Zwanzig Jahre Nelson" sucht man dieses Mal vergeblich. „Madame Revue" ist eine reich­lich strde, stellenweise sogar langweilige Angelegenheit, die auch dadurch nicht unterhaltsamer wird, daß man Nuditäten zur Schau stellt. Wenn es etwas zu bewun­dern gibt, so ist es das fabelhafte Zusammenspiel von Rudov Nelson und Walter Joseph an den beiden Flü­

wtb. Kattowttz, 10. März. (Eig. Funkm.). Auf der Czelaz-Grube bei Siemianowitz brach bei der Neuauszimmerung eines 40 Meter tiefen Schachtes das Gerüst. Der 52 jährige Arbeiter Fellr Ramin und der 53 Jahre alle Arbeiter Kasiinir Dach verunglückten dabei tödlich.

Der Berater des Kopiiän Lohmann

vor dem Großen Schöffengericht Berlin- Mitte fand eine Verhandlung gegen Direktor Jfenb era, den früheren Direktor der Phoe­bus, der hauptsächlich das Reichsmarineamt durch feine Angaben zu den bekannten Geschäften be­stimmt hat, statt. Isenberg hatte sich wegen Ab- gäbe einer falschen eidesstattlichen Versicherung und wegen Beleidigung zu verantworten. Die Be­leidigung war gegenüber dem geschäftsführenden Direktor einer Fmanzgesellschaft, dem Kaufmann David Oliver, begangen worden, der mtt seiner Ge­sellschaft an den großen PhoebuS-Theatem maß­gebend beteiligt ist. Es wurde festgestelll, daß Isenberg tatsächlich in einem Ehescheidungs- Prozeß der Gattin Olivers über dessen Bezüge falsche Angaben gemacht und diese Angaben noch durch eine eidesstattliche Versicherung bekräf- figt hatte. Das Urteil lautete dahin, daß Isenberg anstelle einer verwirkten Gefängnisstrafe von 20 Tagen zu 3000 Mark Geldstrafe ö er ur­teilt sei. Der Vorsitzende bemerkte in der Ur­teilsbegründung, daß es sich hier um ein Vor­gehen handele, wie eS unter anständigen Menschen nicht üblich sei.

* Ein Bietaufo vom Zuge zertrümmert. Ein schweres Automobilunglück ereignete sich auf der Lokal-Bahn-Strecke R S r d l i n g e n—SB emd ing. Das Vieratuo des Nördlinger Ankerbräu wollte noch cor Herannahen des Zuges die Einfahrt über­queren, stieß aber dabei mit der Lokomotive zu­sammen und wurde total zertrümmert. Der Chauffeur war sofort tot, während der Begleiter einige Stunden darauf verstarb.

♦ Sechs Monate Gefängnis für eine Raben­mutter. Wegen Mißhandlung ihres vorehelich ge­borenen zehnjährigen Mädchens wurde die am Berliner Ostbahnhof wohnende Arbeiterftau Wer- ner zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt, wäh­rend der Stiefvater des Mädchens einen Monat Gefängnis erhielt. Das Kind war von Nachbarn Sit Polizei gebracht worden, wo der hinzugezogene rzt erklärte, daß ihm ein derartiger Fall von

tzandel und

Berliner 5am§tag§-Börse.

wü>. Berlin, 10. März. (Gig. Funkm.) Wieder sind es Spezialbewegungen, die die schon gestern beobachtete ireundliche Grund st immung aufrecht erhalten.

[n der Frankfurter Abendbörse hatten die Kurse eine etwa 1 prozentige Steigerung erfahren, im heuttgen Dor­mittagsverkehr konnten sie diesen Gewinn etwa behaup­ten, an der Börse machten sich aber vereinzelt kleine Abschläge bemerkbar, sodaß die Veränderun­gen gegen den gestrigen Mittagsschluß unbedeutend und in Grenzen von 1 Proz. liegen. Die Geschäftsberichte der Deutschen Bank, Commerzbank und der Adca. wur­den nicht ungünstig kommentiert, konnten sich aber an­dererseits auch nicht auswirken, weil die Unsicherheit hin­sichtlich der Lohnbewegungen in der Industrie anhielt. Auch verstimmte eine etwas unklare Meinung, nach der in der endgültigen Unterzeichnung der Eigentums­vorlage durch den Präsidenten Coolidge eine Verzöge- rung eingetreten sei, da seitens des Staatssekretärs Mel­lon angeblich noch Einwendungen gemacht werben. Dar­aufhin lagen Freigabewerte zu Beginn bis 3 Proz. schwächer, konnten aber im Verlaufe diese Verluste teil­weise wieder einholen. Das Hauptinteresse der Börse konzentrierte sich weiter auf die Werte, die schon in den letzten Togen vom Auslande stärker gekauft wurden, wie Glanzstosf, Bemberg, Waldhof, Dolvvhon und Berger, zu denen im Verlaufe noch Ges. f. El., Löwe, Schlesische Gas hinzukamen. Die Kursentwicklung war hierbei mehrfa­chen Schwankungen ausgesetzt, die Grundtendenz blieb aber auch weiter freundlich, auch als bekannt wurde, daß der Reichsbankausweis per 7. d. Mts. nur eine verhältnismäßig geringe Entlastung bringen werde. Am Geldmarkt hat sich nichts geändert. Die Umsätze im Revortgeld sind nur Hein und zum offiziellen Satz von 714 bis 8 Proz. ist nur wenig Interesse festzustellen. An- leiben unverändert. Ausländer geschäftslos, Anatolier leicht nachgebend. Pfandbriefe uneinheillich. Liguida- tionsvfandbriefe und Anteile bis V4 Proz. schwankend. Devisen ruhig, aber unter Schwankungen eher etwas schwächer.

Neicksbank-Entlastuiig.

wtb. Bettln, 10. März. (Eig. Funkm.) Der Aus­weis der Reichsbank vom 7. März zeigt einen Rück­gang der gesamten Kapitalanlage der Bank in Wechseln und Schecks. Lombard und Effekten um 141,8 Dl i l L auf 2405,8 Mill. RM. Im einzelnen haben abgenommen die Bestände an Wechseln und Schecks um 75,3 Mill, auf 2260,9 Mill., diejenigen an Lombards um 66,5 Mill, auf 50,6 Mill. RM. Die Anlage in Effekten ist mit 94,2 Mill. RM. weiterhin unverändert geblieben.

An Reichsbanknoten und Rentenbank- scheinen zusammen sind 225,4 Milt. RM. in die Kassen der Dank zurückgeflossen; und zwar hat sich der Umlauf an Reichsbanknoten um 200,6 Mill, auf 4067,6 Mill. RM. verringert, derejenige an Rentenbank­scheinen um 24,8 Mill, auf 605,6 Mill. RM. Dement­sprechend haben sich die Bestände der Reichsbank an Ren- tenbankscheinen auf 43,1 Mill. RM. erhöht, die fremden Gelder zeigen mit 526,5 Mill. RM. eine Zunahme um 35,5 Mill. RM.

Die Bestände an Gold und deckungssähi- gen Devisen sind mit 2185,6 Mill. RM., im einzel­nen die Goldbestände mit 1888,3 RM., die Bestände an deckungsfähigen Devisen mit 297,3 Mill. RM. ausgewie- sen.

Die Deckung der Roten durch Gold allein besserte sich von 44,2 Proz. in der Vorwoche auf 46,4 Proz., die durch Gold und deckungsfähige Devisen von 50,8 Proz. auf 53,7 Proz.

— Frankfurter Börse vom 9. März. Die Börse bot heute ein etwas freundlicheres Bild. Auf Stützungsaktionen hin wurden Farben-Bezüge bei erhöh- ten Kursen in erheblichen Posten umgesetzt. Dann nahm

Wirtschaft.

die Kulisie auf dem Montanmarkt Deckungen in deiner kenswertem Ausmaße vor. Der amtliche Verkehr verlief indessen recht ruhig. Auf dem Montanmartt sind west­liche Werte bis zu 2 Proz. erholt. Kaliaktien eröffneten gut behauptet und zogen dann um durchweg ebenfalls 2 Proz. an. Auf dem Chemiemarkt sind Scheideanstall gut gebessert. Der Elektromarkt zeigte wenig Verände­rung bei sehr ruhigem Geschäft. Von Maschinenaktien sind Moenus infolge der Wiederaufnahme der Dioiden denzahlung (4—6 Proz.) gesucht. Von Autowerten zogen Daimler an. Schiffahrtswerte verkehrten unverändert ruhig. Bankaktien boten kaum Anregung und neigten gegen Schluß zu Abgaben. Besonderes Interesse wen­dete man auf dem Bauaktienmarkt Holzmann zu, die auf Größere Berliner Käufe hin von 137 auf 141 sprangen.

luch Wayß u. Freitag zogen an. Der deutsche Renten­markt liegt unverändert still. Don Auslandswerten stehen dagegen Guldenrussen, unbeeinflußt von der schwanken­den Haltung der Getamtlage, in lebhafter spekulativer Nachfrage, 4.125. — Die A b e n db ö rs e verkehrte ruhig und ohne Geschäft, war in ihrem Grundton jedoch be­festigt. Montanwerte sind etwas erholt. Kaliwerte un- verändert. Auf dem Cbemiemarkt zogen Scheideanstalt gering an. Farben-Bezüge weiterhin gefragt und fest. Der Elektromarkt lag leicht gebessert, im Geschäft jedoch ruhig. Dankwerte verkehrten uneinheitlich. Der Schifs- fahrtsmarkt liegt unverändert. Don Auslandswerten sind Guldenrussen weiterhin gefragt. ___

-- Frankfurt ». BL, 9. März. Getreidebörse. Es wurden bezahlt für je 100 Kgr. Weizen I. gut, ge­sund, trocken, bis zu 1 Proz. Auswuchs 26—26.50. Rog­gen 25.75—26, Gerste 29—31.5, Hafer 25—26. Mais -I. Sr Futterzwecke 23—23.50, II .für andere Zwecke —, eizenmebl 37.75—38.50, Roggenmehl 35.5—37.75, Wei- zenkleie 14.25, Roggenkleie 15—15.25. Tendenz: stetig.

— Starke Gefchäflserweiternng bet der Commerz- und Privatbank. 11 Droz. Dividende auf das erhöhte Die Abschlußziffern der Commerz- und Privat­bank weisen, nachdem zu Beginn des Jahres bekanntlich das Aktienkapital um 18 Mill, auf 60 Mill. RM. erhöht worden ist, nicht unerhebliche Gewinnsteige- rungen auf. Einschließlich 1517807 (i. V. 1529 540) RM. Vortrag erzielte die Bank einen Reingewinn von 10 208 468 (8 049 680). Da die im Februar heraus­gegebenen neuen Aktien für das ganze Jahr dividenden­berechtigt sind, erfordert die Dividende von 11 Pro 3. 6 600 000 (4 620 000) RM. Der Rücklage wer­den wieder 1,5 Mill. RM. überwiesen. Der Gesamtum­satz ist von 85.69 Milliarden im Vorjahre auf 103,92 Mil­liarden, die Zahl der Konten von 188 000 auf 210 000 gestiegen. Der Geschäftsbericht betont in dem Teile, der sich mit der Bank selbst besaßt, die vermehrten Anfor- Gerungen, die die Entwicklung der Wirtschaftskonjunktur an die Bank gestellt habe. Das abgelaufene Jahr bedeute für die Konsolidierung der deutschen Wirtschaft einen weiteren Fortschritt, wenn auch verschiedene sehr bedeut­same finanzielle und soziale Probleme eine befriedigend, Lösung nicht gefunden hätten.

geln und allenfalls Irma Gofau, ein Theaterblut, dem man einige Augenblicke gerne Gehör schenkt. 3m fiebri­gen Schwamm drüber . .. .!

Da» Reue Theater, desien Darsteller allmählig zu einem Ensemble zusammenwachsen da» sich sehen lassen kann, brachte zwei Erstaufführungen, die in ihrer lieblichen Schmahigkeit für höhere Töchter be­stimmt zu fein schienen. Harmlosigkeit ist ja ganz schön und nett, aber man soll uns um alles in der Wett nicht wie Herr Leo Lenz aus Hamburg weih mache» wollen, daß es heute noch einen Dichterling gibt, der wie In „Toms Tippmamfell" auf der Dachkammer haust und au» reinem JdeÄismus die schönen Dollarscheine seiner lieben Braut ablehnt. Da lachen ja die Hühner ....

Auch Herrn Svend Rindoms Lustspiel „Die Premiere" war eine Angelegenheit, die man mit einem heiteren und einem nassen Auge sah, denn bas heitere quittierte für ein paar gute Einfälle, das nasse sand aber umso fchneller, daß es bei einer Theaterpremiere und ihrem Drum und Dran, vor und hinter den Ki-issen, doch ein ganz klein wenig anders zuzugehen psi egt. Gespielt wurde beide Male ausgezeichnet und geklatscht wunde ausgiebig. Doch die Beklemmung bleibt: Man be­wahre uns doch vor einer Invasion der Hedwig Courths-Mahler auf den weltbedeutenden Brettern. Das haben wir wirklich nicht verdient . . . .! Dann schon lieber Franz Molnar, bei allen Einschränkungen, die ihm gegenüber am Platze sind. Aber ein Lustspiel wie das „Spiel im Schloß", ist doch gekonnt, das bewies die taubere Neueinstudierung, die gleichfalls das Neue Theater herau-brachte. Arthur Hellmer führte die Re­gie mit der R richaft und Delikatesse, die ihm eigen ist.

Nun noch n Wort zu den augenblicklichen Ver- hältnisien an den städtischen Bühnen. Dr. Seckel führt für den entlassenen Müller-Wieland ziemlich energif-b die geschäftliche Regie. Immerhin wäre es norroenbfr. noch vor der jetzt beschlosienen Verstadtung der ftätn* fd>en Bühnen dem Interregnum ein Ende zu machen, damit klar« Verhältnisie herrschen und auf lange Sicht gearbeitet werden kann. Vielleicht wird in diesem Zu- sammenhang auch die Frage des Dpernintenbanten ge­löst, insofern als der derzeitige Intendant Prosesior