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FuldaerZertung

Anzeiger für die Stadl Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblakk.

7lr. ss.

Ers»emt sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen: „Die Welt rm Bild" und „Buchenblätter". Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernsprecher Nr. 9. :*:________Monatlicher Brziiaspreis 1.80 Mk.

Freitag, 9. März 1928.

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SS.Zahrg.

Verhandlungen über das Notprogramm

für das Verbot von Giftgasen

Was die Frage der Verhinderung ei­ner Wiederholung solcher Vorkommnisse anbetrifft, so ist man, wie es im Lokalanzeiger heißt, zu dem Ergebnis gekommen, daß ein neuer Ausschuß des Kabinetts gebildet werden soll, der als Kontrollinstanz nicht nur über das Reichs­wehrministerium. sondern über alle Ressorts der Reichsregierung wacken soll. Eine derartige mi­nisterielle Kontrollinstanz könne durch einfachen Kabinettsbeschluß eingesetzt werden.

Nach den Parteiführerbesprechungen fand noch eine Ministerbesprechung statt, in der im wesentlichen das Ergebnis der Unterredungen mit den Parlamentariern zur Kenntnis wurde. Reichsaußenminister Dr. Stresemann wird, wie es im Lokalanzeiger heißt, erst am Mon. tag von Genf nach Berlin zurückkehren, hat als seine ursvrüngliche Absicht, mit Rücksicht auf die innerpolitische Lage nach Berlin zurückzukommen, wieder aufgeqeben. Wie die Blätter schließlich mitteilen, wird die Debatte über den Pboebus- Bericht im Hauptaurschuß am Dienstag stattffn- den. und zwar wird vermutlich der Reichskanzler selbst wenn es sein Gesundheitszustand erlaubt, I den Bericht erläutern.

„ , Im Zusammenhang mit der von Litwinow be- genommen | antragten Zuziehung der türkischen Republik äu den Arbeiten des vorbereitenden Abrüstungs- ausschufles glaubt Journal de Geneve, daß ohne­hin eines der Ratsmitglieder, das sedoch nicht na­mentlich genannt ist, den Vorschlag zur Einladung der Türkei gemacht habe. Man glaube daher, daß die Türkei demnächst aufgefordert werde, an den Arbeiten des Ausschusses teilzunehmen.

wollte zu den Urlehren des Mohammed zurück- kehren, und so stellt denn seine Ahvanlehre sehr ri­gorose Bestimmungen für die Lebensführung auf. Aber auch der Eroberergeist des Mohammed ist in ihm wieder lebendig geworden. Gestützt auf den Fanatismus seiner Krieger begann er im Jahre 1913 seine Eroberungszüge, um ganz Arabien sei­nem Nationalismus und feinen religiösen Anschau­ungen zu unterwerfen. Er drang zunächst nach Osten vor und eroberte El fittfa, die türkische Pro­vinz am Persischen Golf. Während des Weltkrieges

heiliger Krieg in Arabien?

Aus Arabien kommt die Nachricht, daß Ibn Saud, der König der Hedschas und Nedschds in einer Versammlung der Scheits der Nedschdstämme erklärt habe, daß er ihnen in ihrem Kampfe gegen die ungläubigen Beherrscher der Arabien nördlich und nordöstlich vorgelagerten Gebiete, nämlich Ko- weit, Transjordanien und Irak jede Unterstützung gewähren werde. Diese seine Erklärung hat er mit religiösen Gründen unterstrichen, so daß das Wort vom „Heiligen Krieg" der Mohammedaner fast wieder eine historische Rolle annehmen möchte. Ibn Saud, der sich im Besitze der Pilgerstädte Medina und Mekka befindet, gilt in mohammedanischen Kreisen Astens noch als ein Häretiker. Er ist der geistige Führer der Wahabiten, einer besonders strengen Abzweigung des Mohammedanismus. Ihre puritanische Strenge verbinden sie mit einem gewissen Fanatismus, der bei Ibn Saud persönlich arabisch-nationalistische Färbung bekommen hat. Aber der „Häretiker" ist der Beherrscher Arabiens.

Dis politische Geschichte Ibn Sauds ist sehr in­teressant. Seit Jahren hat er sich das Ziel gesetzt, ganz Arabien zwischen dem Roten Meer und dem Persischen Golf national zu einigen und er hat dieses Ziel mit einem Eifer verfolgt, dem der Erfolg nicht versagt geblieben ist. Im Jahre 1901

Ungarn und die Maffenaffäre.

Die von der ungarischen Delegation den Rats­mitgliedern zugestellte Denkschrift zur Auf- klärung des Zwischenfalles von Szt. Gotthard, ent­hält im wesentlichen die chronologische Darstellung vom ungarischen Finanzministerium brw. Wed»

* Der Reichspräsident empfing am Donners- tagvormittag den Reichswehrminister G r ö n e r zum Vortrag. *

der ihn zunächst nach Norden führte, in sein eigent. liches Heimatgebiet. Er eroberte den nördlichen Teil des Nedschd und vertrieb hort seinen Neben­buhler Ibn Raschid. Seitdem nannte er sich Sultan des Nedschd. Drei Jahre später gelang es ihm, den ganzen Westen Arabiens unter seine Botmäßiokeit zu dringen, indem er einen Todfeind, den Scherifen Huffein von Mekka, den letzten Kalifen aus dem Hause Osman vertieb. Er macht sich zum Herrscher de» Hedschas und läßt sich zum „Kalifen" der islamitischen Welt ausrufen. Als Beherrscher von Mekka und Medina sucht er in Beziehungen zum Gesamtislam zu kommen. Im Juni 1926 wurde nach Mekka der panislamische Kongreß einberufen, der Ibn Sauds Verhältnis zum Iilam regeln sollte. Im gleichen Jahre hat er noch einen Ver­trag mtt dem Gebiete Assir im Südwesten Ara­biens geschloffen, wodurch dieses Land ihm bot- mäßig geworden ist. Er drang dann weiter nach Süden vor und besetzte Nedschran, das dem Pemen- gsbiet vorgelagert ist. Das vorige Iabr brachte im Sommer den Abschluß keines Freundschaftsvertra­ges zwischen ihm und England, in dem seine Herr­scherrechte in Arabien anerkannt wurden. So hatte Ibn Saud fast ganz Arabien unter seiner mächtigen Hand vereinigt. Er ist der Erfüllung seines Ju- gendtraume» nahegekommen.

Fast ganz Arabien! Es gibt im Süden noch ein Gebiet, das noch seiner Herrschaft entzogen ist, auch im Norden einen Landstreisen, deffen Besitz- verhältnisse noch ungeregelt sind. Im Süden ist es das Pemenaebiet, das sein Rivale Imam Iahja regiert. Im Norden sind es die Städte Akaba, Maan und das Land Transjordon mit einem weiter östlich gelegenen Gebietsteil. Es kennzeichnet die Sachlage, daß die Absichten Ibn Sauds im Norden auf englische Interessen sto­ßen, im Süden hinsichtlich des Pemenaebietes auf italienische. Dor nicht langer Zeit hat sich Itali-n mit Imam Iabja in Verbindung gesetzt, um Pemen dem Einstuß Italiens zu unterwerfen. Am 2. September 1926 ist es zu einem Vertrag ge­kommen, den der italienische Gouverneur von Ery- träa, das auf der Westseite des Roten Meeres dem Iemengebiet gegenüberlieat, mit Iman Iabva ab­geschlossen hat, der die Einflußrechte Italiens im Iemengebiet, übrigens das dichtbevölkertste Land Arabiens, reoefn soll Nun heißt *5 allerdings h» letzter Zeit, daß zwilchen Iman Iahva und Ibn Saud eine Verständigung zustandegekomnn-n W. so daß der Schluß nabelieat, als wolle sich Ibn Saud für seine jetzt angekündigten Deraeltungsunt-rneb- mungen im Norden und Nordosten den Rücken

gültige Stellungnahme erst treffen wollen, wenn der Bericht vorliegt und von ihnen geprüft worden ist.

eroberte der 21jährige von dem Exil seiner Fa­milie in Koweit aus ihren alten Herrschersitz Ri- jadh im Nedschdgebiet zurück. Da» Nedschdgebiet liegt in Zentralarabien und ist em armes Land, das immerfort von Hungersnöten heimgesucht ist. Seine Aufgabe sah er in den nächsten Jahren da­rin, dieses Land so gut es ging zu organisieren. Das machte er haupffächlich mit religiösen Mitteln, indem er den Wahabismus durch die Gründung der Ahvan-Bruderfchast neu zu beleben suchte. Er

Der Reichstagsausschuß für KrregsbeschS- digtenfragen führte am Donnerstag die Be­ratungen über das Gesetz betreffend Aenderungen im Verfahren m Versorgungssachen zu Ende. Die in einem Unterausschuß voiberatenen Aenderun­gen der Regierungsvorlage wurden einstimmig angenommen.

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Eine Prüfung der Gestehungskosten der eisenschaffenden Industrie verlangt eine von der Reichstagsftaktion des Zentrums, der Demokraten und der Sozialdemokraten im Reichs­tag eingebrachte Entschließung. Heber das Ergeb­nis soll dem Reichstag Deicht erstattet werden.

Line unfeine Bemerkung.

Ein Mitglied der Deutschen Dolksparlei wirst dem deutschnationalm Verkehrsminister Mangel an Dissen vor. — Die Deutschnationalen antworten.

In der Reichstagssitzung am Mittwoch kam es bei der Beratung des Haushalts für das Reichs­verkehrsministerium zu einem auffehenerregenden Zwischenfall. Der volksparteiliche Redner Dr. Mittelmann bemängelte das Bil­dungsniveau des Reichsverkehrsministers Dr. Koch, indem er laut dem Parlamentsbericht Les Vereins Deutscher Zeitungsverleger wörtlich ausführte:

Leider kann man mit einem Amt nicht zugleich auch das erforb-rlidje Wissen übertragen. So ist leider teürustellen. daß Las Reichsverkehrsministerium heute

Im Reichstage empfing am Donnerstag - vormittag der stellvertretende Reichskanzler D r. Hergt in Gegenwart des Reichsfinanzmimsters Dr. Köhler und des Ministerialdirettors Dr. Lothholz die Führer der ehemaligen Koalitions­parteien zu einer Besprechung über das Notpro- £amm. Die interftattionellen Veichandlungen sol- i, wie das Nachrichtenbüro des Vereins deut­scher Zeittrngsverleger hört, in den nächsten Tagen fortgesetzt werden.

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Der langsame Fortgang der Reichstagsarbeiten muß nachgerade auffallen. Tagelang hat man nun über einzelne Etats gesprochen, ohne daß ein wesent­licher Fortschritt in dm Verhandlungen über den Gesamtetat zu verzeichnen wäre. Die Hintergründe für diese merkwürdige Situation liegen auf einem Gebiete, das einer größeren Oeffentlichkeit nicht ohne weiteres erkenntlich ist. Es wird nämlich hinter den Kulissen sehr lebhaft gerungen um die Gestaltung von Personalfragen, wegen deren teiüveise recht empfindliche Schwierigkeiten unter den Parteien entstanden sind. Das Zentrum ins­besondere wünscht nicht mehr eine weitere Ausdeh­nung deS Personalienetats durch diesen gegen­wärtigen Reichstag, während andererseits die Deutschnationalen gewisse Forderungen stellten, über die ein Einvernehmen noch nicht herbeigeführt wer­den konnte. Zu diesen Personenftagen kommen nun aber auch noch Schwierigkeiten wegen der Ge­stattung des Notprogramms im einzelnen, insbe­sondere was die Verteimng der für die Land- wirtschaftshllfe bereitzustellenden Mittelan- gcht. Erst wenn über diese Dinge ein volles Einvernehmen herbeigeführt ist, wird man mit einer systematischen Förderung der Etatsarbeiten im Plenum des Reichstags rechnen können.

nicht mehr die hohe Schätzung in der Oeffentlichkeit ae- nießt wie zu der Zeit, da Dr. Kröhne das Amt seinem Nachfolger übertrug.

Man erinnert sich daran, so schreibt dazu das Westfälische Volksblatt, daß es im vorigen Jahr bei der Neubildung des Reichskabinetts hauptsäch­lich die Deuffche Volkspartei gewesen war, die auf das Reichsverkehrsministerium Anspruch erhoben hatte und daß sie sich erheblich gekränkt fühlte, weil die Deutschnationalen ihre Forderung nach Beset­zung dieses Ministeriums nicht zurückzogen. Seit­her hat es in der volksparteilichen Presse nicht an offenen und versteckten Angriffen auf den neuen Verkehrsminister gefehlt. Er besitzt allerdings nur Volksschulbildung, muß sich aber' offensichtlich be­deutende Mühe um die Erweiterung seines Wis­sens gegeben haben, da er nach mehrjähriger Tä- ttgkeit als evangelischer Arbeiterse­kret ä r in Hagen in Westfalen im Jahre 1913 die Leitung des Reichsverbandes deutscher Staatsar­beiter und -Bediensteter übertragen bekam, in der Leitung der Gewerkschaft deutscher Eisenbahner tätig war, ferner 2. Vorsitzender des Gesamtver­bandes der evangelischen Arbeitervereine, von 1911 bis 1924 Stadtverordneter in Elberfeld, 1919 Mitalied der Nationalversammlung und feit 1920 deutschnationaler Reichstagsabgeordneter für den Wahlkreis Düsseldorf-Ost war. Seit 1926 gehört er der deutschnationalen Parteileitung an. Als er im vorigen Jahre zum Doktor honoris causa er-

Der der Beratung deS zweiten Punktes der Tagesordnung, des rumänisch-ungarischen OpWanten-Konfliktes gab zunächst Ebam- berlain als Berichterstatter eine kurze Darstellung der Entwicklung der Angelegenheit, die den Rat bereits seit 1923 beschäftigt.

weniger Ratstagungen.

Der Dölkerbundsrat hat in nichtöffentlicher Sit- zung beschloffen, den vom Generalsekretär des Völ. kerbundes ausgearbeiteen Bericht über die von England beantragte Herabsetzung der jährlichen Ratstagungen von vier auf drei allen Dölkerbunds- staaten zuzuleiten. Der Bericht erhebt keine grund­sätzlichen Bedenken gegen die vorgeschlagene Herah- lekuna,

zialdemokraten — im wesentlichen einver­standen erklärt. Sowohl die Demokraten, als auch die Sozialdemokraten erklärten, daß sie ihre end-

Am Donnerstag trat im Reichstage der Par­teivorstand deS Zentrums mtt dem Par­teiausschuß und denVorständenderLan- desorganisationen der Zentrumspartei zu­sammen, um sich u. a. mtt den Vorbereitun­gen zu den Wahlen zu beschäftigen.

Die Zentrumsftattion des Reichstags beschäf­tigte sich dieser Tage vorwiegend mit Fragen, die den Haushalt des Reichsministeriums des Innern betreffen und unter diesen Fragen nehmen ja die kulturpolitischen Probleme eine ganz besondere Rolle ein. Außerdem hat die Zen- tmmsftattion auch wichttge Der kehr sftagen ein­gehend erörtert.

Die Fraktion beabsichtigt, vor dem Auseinander­gehen noch im Rahmen e'iner besonderen feierlichen msellsch östlichen Veranstaltung eine Rückschau über ihre Arbeiten während dieser Legislaturperiode des Reichstags zu hatten.

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Am 17. März werden 25 Jahre verflossen fein, seitdem ununterbrochen der Führer der Preußischen Zentrumspartei und der Vorsitzende der Zen­trumsftattion des Preußischen Landtags, Präsident Dr.Dr. Porsch das Vizepräsidium des Preußischen Landtags führt. Ein solches oder ähnliches Jubi- läum ist im Preußischen Landtag bis jetzt über­haupt noch nicht dagewesen. Die Zentrumsftaktion deS Preußischen Landtags beabsichtigt, aus diesem Anlaß ein Bankett abzuhalten, das voraussichtlich am 22. März stattfindet, und zu welchem Einladun­gen u. a. an den Päpstlichen Nuntius, den Wech- bischof von Berlin, den Reichskanzler, die Zen­trumsminister des Reiches, die Mitglieder der Preußischen Staatsregierung, die Chefs der Preu­ßischen Staatsämter und an führende Persönlichkei­ten int öffentlichen und Parteileben ergehen sollen.

Präsident Dr. Dr. Porsch vollendet in diesem Jahre bekanntlich auch fein 75. Lebensjahr.

Tagung der vemokra'en.

Auf der Dorstandssitzung der Deutschen Demo­kratischen Partei ist laut Berl. Tageblatt beschlos­sen worden, daß ein R e i ch s p a r t e i t a g vor den Wahlen nicht mehr statffinden soll, dagegen wird bald nach Ostern eine Reichsparteigusschuß- sitzung abgehalten werden, deren genauer Termin noch bekannt gegeben werden soll.

1 Ministerium fett dem Bekanntwerden des Zwischen» ' sattes und Die an geordneten Maßnahmen. Die 1 Denkschrift betont eingangs, daß Ungarn durch At- 1 titel 118 des Vertrages von Trianon die Einfuhr jeglichen Kriegsmaterials verboten ist, daß es aber andererseits durch Artikel 268 des Vertrages dis Freiheit des Transitverkehrs gewährleisten muß. Der Durchgangsverkehr für Kriegsmaterial dürfe auf Grund der ungarischen Ausführungsbestiw- mungen nur nach schriftlicher Genehmigung durch da» Wehrministerium erfolgen. Für den am 1. Ja­nuar in Szt. Gotthard angehaltenen Waffentrans­port habe keine Genehmigung vorgelegen, so daß es sich um einen Fall von Kontrebande han­delte. Da» ungarische Wehrministerium habe da­her am 4. Januar die unverzügliche Aufnahme einer amtlichen Untersuchung angeordnet. Nach einer Rekapttulierung der früher bekanntgeworde­nen Ergebnisse dieser amtlichen Untersuchung stellt die Denkschrift zum Schluß fest, daß am Tage der Versteigerung am 24. Februar der Dahnhossvor- stand von Szt. Gotthard sowohl den Absender in Verona als auch den Adressaten in Slowakisch-Neu­stadt von der Zerstörung und Versteigerung der Waffensendung verständigte. Gleichzeitig seien die Erwerber der verschrotteten Waffen im Verfolg de» bekannten Telegramms des Raispräsidenten ver­anlaßt worden, das zerstörte Material in 5 ihnen zur Verfügung gestellten Waggons, die von ihnen selbst verschlossen und amtlich plombiert wurden, zunächst auf dem Bahnhof Szt. Gotthard zu be­lassen. Seither ständen diese 5 Waagons unter ständiger polizeilicher Bewachung auf dem Bahnhof Szt. Gotthard.

(Einladung der Mtrünn'gen.

6n der Sitzung de» Dölkerbundsrates am Don­nerstag morgen bemühten sich der Ratspräsident, ferner Chamberlain, Stresemann und andere Bra­silien und Spanien zu bewegen, von dem endgültigen Austritt aus dem Bund, der von die­sen Staaten im Jahre 1926 mit zweijähriger Frist angekündigt worden war, abzuiehen. Man will einen Brief schreiben und eine Entschließung fassen, um den beiden Staaten die Rückgängigmachung ihre» damaligen Entschlüsse» zu erleichtern.

nannt wurde, waren es hauptsächlich volkspartei­liche Kreise, in denen diese Ernennung ins Löcher- liche gezogen wurde. So häufig auch in der Nach­kriegszeit Nichtakademiker an die Spitze von Reichsämtern gelangten, so ist es doch das erste­mal, daß einem Reichsminister von der Tribüne des Reichstages herab mangelnde Bildung zum Vorwurf gemacht wird. Die Deutsche Dolkspar- tei wird nichts anderes tun können, als von die­sem anstandswidrigen Angriff eines ihrer Frak­tionsgenossen möglichst weit abzurücken.

Angriffe solcher Art sind noch stets auf denjeni­gen zurückgefallen, der sie erhoben hat.

Die deutschnationale Pressestelle teilt mit:

„Laut Presseberichten hat der volksvarteiliche Abgeordnete Dr. Mittelmann in seiner Rede zum Etat des Reichsverkehrsministeriums u. a. gesagt: „Leider hat das Reichsverkehrsministerium, da, - , , „ , ,

mit dem Amt leider nicht auch das erforderliche l verhielt er M juH«. ®r ließ sick aber femeNeu- Wiffen übertragen wird, heute nicht mehr die Ach- trolitat von Len Engländern bezahlen. Im Jahre tung in der Oeffentlichkeit wie unter dem Mini- 1921 setzte er bann seinen Eroberungskrieg fort, ster Dr. Kröhne". Diese Behauptung enthält ei- I ■■■■■■■■■■ nen Angriff auf die Person des gegenwärtigen I q« < Reichsverkehrsminister Dr. Koch, der so ungeheu- I Mlttm erlich ist, daß wir uns eine endgültige Stellung- I 4IUIJI

nähme bis nach Prüfung des stenographischen Be- I J

richtes vorbehalten müssen. Sollte der bisher zi- I Aus Moskau wird gemeldet: Das Präst- tierte Bericht die Äußerungen Dr. Mittelmanns I dlum des Zentralexekutivkomitees der Sowjet- richtig wiedergeben, dann wird sich Herr Mittel- I union beschloß die Ratifizierung der Bei­mann den Vorwurf gefallen lassen müssen, daß I trittserttärung der Sowjetregierung zum Proto- ihm die nötigen parlamentarischen! koll über das Verbot der Anwendung von Gift- Formen fehlen, um ernst genommen! gasen im Kriegsfälle und ermächtigte das Außen- zu werden." I kommiffariat zu der Erklärung, daß das Prots-

T)?a mA»hiie-'Rofnr»*nttrt I koll für die Sowjetregierung lediglich den Stoa- Die pqoeous - vefpreryung. ten gegenüber bindende Kraft bat, die das Proto- lieber die Besprechung des Reichskanzlers Dr. I koll gleichfalls ratifiziert oder sich ihm endgültig Marx mit den Parteiführern über die Phoebus- I angeschlossen haben, und daß für die Sowjetregie- Angelegenheit wissen einige Blätter Einzelheiten! rung die bindende Kraft des Protokolls gegenüber mitzuteilen. So schreibt die Voss. Ztg.: Der dem! jedem feindlichen Staat erlischt, dessen Streit- Parlament zu unterbreitende Bericht soll nach den kräfte oder formale bezw. tatsächsiche Derdünd-te feierlichen Versprechungen des Reichskanzlers ent- das in dem Protokoll enthaltene Verbot nicht be­halten, was der Reichstag wissen muß. Es wer- I riicksichtigen werden, den dabei auch Einzelheiten im Bericht enthalten | fein, die bisher nicht bekannt geworden find. I Sfljlt OCS Slu)CrI)Clts60tt1ltCCSe

Ulrich- Das Sicherheitskomitee hat in der Schlußfit- h n$rQ0nen I $«ng feiner zweiten Tagung beschloffen, spätestens behandeln. Der Reichskanzler gab zu, daß arge $nj)e c,uni x« fu xu feiner Dritten T«. alle ^Nor^ebrunaen^aetrnllE/n'?-'?/" ^inö' .öa$TOa^r gung zusammenzutreten. Auf dieser lagesorb- » m s’n r- A nunfl sollen die jetzt ausgearbetteten Dertragsmu- 1 n Vorfälle unmöglich zu I ster in zweiter Lesung beraten werden, ferner die

maT. .__ ., . w deutsche Anregung über einstweilige Maßnah-

.. ®te sogenannten „fcbtDar3en Fonds men zur Kriegsverhütung, über die bi» sind restlos ausgeraumt. Es ist kein Pfennig mehr dahin ein Bericht de» belgischen Vertreter» Botin da, der ohne Wissen des Reichstages ausgegeben Jacquemyns vorliegen wird Ferner soll die werden kann. Mit dem vom Reichskanzler beab- «Prüfung der zweiseitigen Vertragstypen und der sichttgten Vorgehen haben sich die Parteiführer in den Artikeln 10, 11 und 16 des Völkerbunds- also auch die Demokraten und die So- | Paktes enthaltenen Sicherheitsmöglichkeiten fort­gesetzt werden. Im Auftrage des Redaktionsko­mitees gab der griechische Vertreter Politis einen zufammenfaffenden lieber blitf über die vom Sicherheitskomitee geleistete Arbeit und über den allgemeinen Aufbau des bei der Ausarbeitung der verschiedenen Vertragstypen befolgten Systems und zog hierbei eine Interessante Paral­lele zu den Locarno-Verträgen, indem er darauf hinwies, daß die vom Sicheryeitskomi- tee angenommenen Verträge keine Garantie durch dritte Mächte, keine entmilitarisierte Zone und wenigstens im Gegensatz zum Rheinpakt, keine über die Bestimmungen des Völkerbundspaktes hinausgehende Garantierung des territorialen status guo enthalte. In feinem Schlußwort wür­digte der Vorsitzende des Komitees, Benesch, die politische Bedeutung der jmeiten Tagung be» Sk- cherbeitskomitees.