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FuloaerZertung

Anzeiger für die Stadt Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblakt.

Nr. 47.

Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen: „Die Welt im Bild" und „Buchenblätter". Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernsprecher Nr. 9. >: Monatlicher Bezugspreis 1,80 Mk. :-:

Samstag, 25. Februar 1928.

Anzeigelk-Preise: Kleinzeile ((Solonel) lokal 0,15 JU, auswärts 0,20 5UL Reklamezeile: lokal 0,60 5U. auswärts 0,80 JUt. Bei Wiederholungen Rabatt. :-: Postscheckkonto Frankfurt a. M. Nr.' 4051.

55.Zahrg.

Das deutsch-französische Saarabkommen, i

Der König aus dem Morgenlande

Trotzdem will uns scheinen, als wenn der 23er«

Bauernparteien und Zentrum

* Der Ku-Klux-Klan schafft das Geheimwesen ab. Die amerikanische Geheimsekte Ku-Klux-Klan gab eine öffentliche Bekanntmachung aus, nach der alles Geheim­wesen und alle politischen Bestrebungen des Ordens ab- geschafft werden sollen und sein künftiger Namen „Ritter vom großen Walde" sein soll.

Die enge Verbundenheit der preußischen und der Reichspolitik wird auch hier wieder klar. Allerdings hat der preußische Landtag eine ganz andere politische Linie gehabt wie der Reichstag; sie ist wesentlich stetiger gewesen, aber für die Gesamtbeurteilung kommt das nicht in Frage. Ent­scheidend wird vielmehr sein, daß eben in Preu­ßen im wesentlichen eine Linksregierung gewesen ist, während im Reiche die Mehrheiten außer­ordentlich gewechselt haben. Die Derßrche der Reaktion, sich wieder in Preußen in den Sattel zu setzen, sind im Frühjahr 1925 zum Scheitern gebracht worden, und nun sieht es nicht aus, als wenn diese Kreise im kommenden Landtage irgend welche Aussichten auf Erfolge haben würden.

Natürlich muß der Wahlkampf in Preußen einen ureigenen Sinn haben. Er kann u. E. nur darauf

Der Vorstand der Deutschen Demokratischen Partei ist auf Dienstag, den 6. März zu einer Sitzung km Reichstagsgebäude einberufen wor­den. Auf der Tagesordnung stehen folgende drei Punkte: 1. Wahlvorbereitung, 2. Politische Lage, 3. Verschiedenes. Da der Reichstag bis zu dem Termin der Vorstandssitzung bereits wieder eine Woche zusammen ist, wird sich bis dahin vielleicht schon erkennen lassen, ob die Durchführung des Notprogramms möglich ist. Der Parteivor­stand tritt also, wie das „B. T." bemerkt, in einem Augenblick zusammen, der ihn. nicht nur vor eine politisch hochgespannte Situation, sondern vielleicht auch vor die Notwendigkeit wichtiger Entscheidung gen stellt.

reale Einsicht obsiegt und daß man in den bäuer­lich. Kreisen durchaus erkennt, daß man mit bäuer- fettiger Standespolitik nicht vorwärts kommt. Ein besonders bemerkenswertes Zeugnis nach dieser Richtung hin lesen wir in der „Glocke" in Oelde (Nr. 42 v. 20. Februar 28), deren Haupi- verbreitungsgebiet große landwirtschaftliche Be­zirke Westfalens umfaßt. Es wird dort gesagt:

„Wir glauben nicht, daß die neuen Bauernparteien dem Zentrum starken Abbruch tun werden. Sie werden in ihren Programmen wahrscheinlich mehr Schuß für die mittleren und kleineren Bauern und eine stärkere Inangriffnahme der Siedlung verlangen. Gott sei Dank haben wir im Zentrum Abgeordnete, die auf defem Gebiete Vorbildliches geleistet haben. Sorgen wir aber, dafür, daß sie auf der Wahlliste an sicherer Stelle zu stehen kommen. Das ist die beste Antwort auf die Gründung der neuen Parteien. Denn Programme ha-

Preußenwahlen?

Man schreibt uns aus parlamentarischen Krei­sen:

Daß der preußische Landtag zugleich mit dem Reichstag gewählt werden wird, ist unsicher. Wa­ren die Wahlen im Jahre 1924 schon gemeinsam, so werden sie es auch diesmal wieder sein. Man kann natürlich verschiedener Ansicht sein, ob das zweckmäßig ist oder nicht.

Ueber das deutsch-französische Saarabkommen wird von der deutschen Delegation folgendes Auf- klärende mitgeteilt:

Die Bedeutung der in Paris nach längeren 23er« Handlungen gezeichneten Vereinbarung zwischen Deutschland und Frankreich über den Waren- austau sch zwischen dem Saargebiet und dem deutschen Zollgebiet liege darin, daß der Wirtschaft des Saargsbietes Erleichterungen für ihre Versor­gung und gewisse Absatzgebiete, die das Saargebiet früher im deutschen Zollgebiet besaß, wieder ge­währleistet werden. Zwar trug schon bisher das über diesen Warenaustausch abgeschlossene Einzel­abkommen der besonderen Lage des Saargebietes bis zu einem gewissen Grade Rechnung, doch fehlte es bisher an einer umfassenden Grundlage für eine stetige und ruhige Entwicklung der Saarwirtschaft. Mit Abschluß des deutsch-französischen Handelsver-

barung wieder einem großen Teil der Waren erzeugnisse des Saargebietes den deutschen Markt geöffnet: Die Listen B, Bl, B2, 233 enthalten diese Waren, die in der Hauptsache aus den drei' großen Industrien des Saargebietes, der Eisen-, Glas- und Keramikindustrie stammen. Darüber hin­aus hat aber auch die Produktion der kleinen und mittleren Industrie des Saargebietes weitgehende Berücksichtigung gefunden. Die Vereinbarung ist auf unbestimmte Zeit abgeschlossen worden und kann grundsätzlich vor dem 30. Juni 1929 nicht ge­kündigt werden.

Ein Sonderkündigungsrecht ist nur für den Fall vorgesehen, daß in den internationalen Verein­barungen auf dem Gebiete der eisenschaffenden In­dustrie, die diesem Staatsvertrage zugrunde liegen, eine Aenderung eintritt. Die normale Kündigung ist nur halbjährlich, bzw. mit einer Frist von drei Monaten, womit auch die Festsetzung der Kontin­gentperioden nach dem Kalenderhalbjahr im Ein­klang steht. Auf diese Weise ist erreicht, daß die Saarwirtfchast vor plötzlicher Erschütterung gesichert ist. Die Vereinbarung soll sofort nach der An­nahme durch die beiden Parlamente und nach dem Austausch der Ratifikattonsurkunden in Kraft ge­setzt werden.

vom Völkerbund.

Tschang £o bei Briand.

Die ,.D A. Z." meldet aus Paris, daß sich der gegenwärttge Präsident des Völker« bundsrates, der Chinese Tschang Lo, gegen« wärtig in Paris aufhält, wo er eine längere Un­terredung mit Briand hatte, die sich in der Haupt­sache mit der italienisch-ungarischen Waffenaffäre befaßte.

Die „Tägl. Rundschau" bringt eine ähnliche aus Genf dosierte Meldung.

vom Herrn Reichspräsidenten und dem preußischen Ministerpräsidenten, der sich in Begleitung von Dr. Weißmann befand, begrüßt. Der Ministerpräsi­dent führte sodann seinen Gast und den Herrn Reichspräsidenten in die Gebenkhalke, die der Er­innerung an die gefallenen deutschen Soldaten ge­weiht ist. Der , König von.Afghanistan legte dort einen Kranz nieder, der Schleifen in den afgha­nischen und in den deutschen Reichsfarben trug. Auf der Rückseite der in den afghanischen Farben ausgeführten Schleife standen die Worte: Aman Uklah, König von Afghanistan. An die Kranz­niederlegung'schloß sich ein kurzer Rundgang durch die Räume des Zeughauses an.

Das Frühstück nahmen die Gäste beim Reichstags- Präsidenten. Abends hatte Reichskanzler Dr. Marx und Gemahlin das afghanische Königspaar zu einem Festessen geladen. Das Königspaar, der Reichspräsident, das beidersettige Gefolge, sowie die übrigen Gäste wurden durch Frau Reichs« kanzler Dr. Marx, unterstützt durch den Stell- vertteter des Reichskanzlers, Exzellenz Hergt, und Staatssekretär Dr. Pünder begrüßt. Nach der Vor­stellung begaben sich die geladenen Gäste in den Kongreßsaal. Der König führte Frau Dr. Marx, während der Reichspräsident und Exzellenz Hergt die Königin gefetteten. Neben dem Gefolge und der Ehrenbegleitung des Königspaares waren zahlreiche führende Persönlichketten geladen. Wäh­rend des Essens begrüßte Vizekanzler Exzellenz Hergt _ in Vertretung des Herrn Reichskanzlers, das afghanische Königspaar. Der König hielt eine Dankrede.

ben wir genug gelesen. Eindruck macht nur noch bie Tat.

. Diese Ausführungen bezeugen einerseits den gesunden politischen Sinn bei der Beurteilung die- ser Dinge, andererseits sind sie aber auch ein Do­kument der Treue der Zentrumsbauernschaft ge­genüber der Partei.

Dauernfang in Nassau.

Ausgerechnet der in der D e u tsche n V o l ks- Partei bisher, führend tätige Landbündler •yepp hat in Limburg in einer Versammlung ber Nassauischen Bauernschaft die Parole ausge­geben, für die kommenden Reichs- und Landtags­wahlen besondere Bauernlisten einzureichen. Es wird uns aus Limburg berichtet:

Reichstagsabgeordneter Hepp ging ausführlich auf dre Frage ein, wie sich die Bauernschaft bei den kom­menden Wahlen zu verhalten habe. Der Vorstand habe sich in zwei Sitzungen eingehend unter Prüfung des Für und Wider mit der Frage beschäftigt und a!s- dann beschlossen, eigene Listen aufzustellen und gleichzeitig die Gründung der Christlich na­tionalen Bauernpartei zu begrüßen. Cs wurde die folgende Entschließung vom Vorstand der Versammlung vorgelegt: „Die Vertreterversamm- lung der Bezirksbauernschaft für Nassau und den Kreis Wetzlar beschließt in voller Uebereinstimmung mit der Auffassung ihrer Bauernschafts-Mitglieder, ' bei den kommenden Wahlen zum Reichstag und preußischen Landtag eigene Bauernschaftsliften aufzustellen. Sie begrüßt bantm die Gründung der Christlich­nationalen Bauernpartei. Der Vorstand der Bezirksbauernschast wird beauftragt, sofort die V e r - b i n d u n g mit dieser herzustellen."

Der Vorsitzende führte zur Begründung der Ent­schließung noch aus, daß von seiner Seite nichts erfolgt

Wir haben dieser Tage von der Gründung von Bauernparteien berichtet. Einmal handelt es sich um eine Gruppe, die sich Chrifüiche Bauernpartei , । zu der sich drei aus der deutschnationalen

wirtschaftliche ttampfbeweaunaen. ! Reichstagsfraktion ausgeschiedene Abgeordnete > schlugen, zum anderen um den Bayerischen Bau- ernbunb, den der frühere Landwirtschaftsrninister Dr. Fehr führt. Dieser hat auch vor kurzem auf e^er ^a9un9 der schlesischen Bauernschaft erklärt, da» der Bayerische Bauernbund bei den kommen- „'chstagswahlen Listen für das ganze Reich aufstellen werde.

AnMeffende Gerüchte.

Zu einer Meldung des „Jungdeutschen", daß Reichskanzler Dr. Marx di^ Absicht habe, wegen seiner Erkrankung den Reichspräsidenten um Ent­lassung aus seinem Amte zu bitten, und daß Vize­kanzler Hergt dann bis zur Neubildung der Regie­rung nach den Wahlen die Führung des Kabinetrs übernehmen soll, erfährt die „Germania", daß difte Mitteilung nicht zutrifft. Dr. Marx werde viel­mehr nach seiner Genesung seinen Erholungs­urlaub antreten und nach völliger Wiederherstel­lung die Amtsgeschäfte wieder übernehmen.

Der Nachtragsetat für das laufende Etatsjahr, der in Höhe von etwa einer halben Milliarde Mark bereits mehrfach angekündigt worden ist, ist, wie das „B. T." hört, jetzt dem Reichsrat zugeleitet. Ein Posten dieses Nachtrags- etats sieht eine „einmalige Ausgabe in Höhe von fieben Millionen Mark beim Etat der allgemeinen Finanzverwaltung für die Abwicklung der Ver- pflichtungen betreffend die Phoebus-Film- A.-G." vor. Weitere Verbindlichkeiten in Höhe von 3,2 Millionen werden noch angekündigt. Im übrigen enthält der Nachtragsttat für die Gehalts- und Lohnerhöhungen, sowie die Erhöhung der Ruhegehälter und Kriegsrenten insgesamt 172 Ml. Honen Mark. Für die Barzahlung nach dem Knegsschädenschlußgesetz sind die vielfach angekün- drgten 160 Millionen angesetzt, Grenzgebiete er­scheinen mit 81 Millionen, die verschiedenen sozia­len und wirtschaftlichen Hilfs- und Notstandsmaß. nahm«! mit 50 Millionen. Die Durchführung des Anleiheablösungsgesetzes erfordert noch weitere 44 Millionen, für die Abgeltung von Länderansprü­chen sind 56 Millionen eingesetzt. Die sonstigen Ausgaben der einzelnen Ministerien betragen rund $5 Millionen, zu denen die 7 Millionen Phoebus- zahlungen hinzutreten.

Ferner enthält der Gesetzentwurf die formelle Garantie des Reiches für einen Betrag von 225 Millionen Vorzugsaktien der Reichsbahn, 12 Mil- lionen Mark Garantie zur Rationalisierung indu­strieller Betriebe in besonders gefährdeten Grenz­gebieten und 3,5 Millionen Garantie zur Beichaf- fung von Düngemitteln für die von Unwetter- schäden betroffenen Gebiete Pommerns. Bon den Ausgaben entfallen 526,5 Millionen Mark auf dis fortdauernden Ausgaben und 170,5 Millionen Mk. auf die einmaligen, von denen jedoch nur 15,5 den ®tat belasten, da den einmaligen Mehrausgaben in Höhe von 170 Millionen 155 Millionen Mark Ersparnisse beim Reichsarbeitsministerium gegen« überstehen. Der außerordentliche Etat ist im Nach« trag mitoertreten.

= Berlin, 24. Febr. (Eig. Funkln.). Wie die B. Z. erfährt, treten heute nachmittag um 4 Uhr die in Berlin anwesenden Mitglieder des Reichs­kabinetts zu einer Ministerbesprechung zusammen, in der die endgültigen Beschlüsse über das Notprogramm der Regierung gefaßt werden sollen. In dieser Sitzung wird die R e g i e r un as- erklärung, die am kommenden Montag dein Reichstag vorgelegt werden soll, in ihren Grund­gedanken und Grundzügen festgelegt werden, da­mit die genaue Formulierung des Wortlautes nach rechtzeitig vor Montag erfolgen kann.

= Wiederaufnahme der Arbeit in der Mitteldeutschen Metallindustrie. (Eig. Funkm.) Wie der Verband mittel­deutscher Metallindustrieller mitteilt, ist am Freitagvor- jnttfag in fast allen Betrieben der mitteldeutschen Metall­industrie die Arbeit wieder ausgenommen worden.

träges vom August des vergangenen Jahres war der Anlaß gegeben, auch diese Frage im Sinne des Entgegenkommens zu lösen. Dies war natürlich nicht möglich, ohne daß der deutschen und der fran­zösischen Wirtschaft gewisse Opfer zugemutet .. -------- - ----------— ----- , werden mußten. So hat die französische Regierung

hinauslaufen, daß in Preußen eine möglichst I einer großen Anzahl von deutschen Wären, die in breite Regierungsbasis geschaffen wer- I den Listen A, Al, El und C2 im einzelnen auf« den muß. Diesen Standpunkt muß man u. E. geführt sind, einen bevorzugten Zollsatz bei der auch einnehmen, wenn die Wahlen eine Verstär- I Einfuhr in das Saargebiet zugestanden. Es han- kung der gegenwärtigen Regierungskoalision her- I beit sich dabei in der Hauptsache um Waren, die verfuhren sollten. Und das ist sogar wahrscheinlich, die Industrie des Saargebietes für ihre Jngang- 2Ben« «iölt alles täuscht, wird die Rechte aus den Haltung braucht und die sie bisher aus dem Zoll« preußischen Wahlen geschwächt heroorgehen, die I gebiet bezogen hat. Darüber hinaus sind in den Linke verstärkt, wenigstens als Ganzes gesehen. I Listen Waren enthalten, die nicht unmittelbar als Mau kann sich vorstellen, daß die Linke die Ab- I Produktivmittel angesehen werden können, die viel- stcht hat, die preußische Koalition, wie sie heute I mehr den unbedingt nötigen Bedarf der Saarbe­ist, weiter aufrecht zu erhalten. 2Bir würden das I Dotierung in den von ihr von alters her gewohn- nicht für richtig halten, schon deshalb nicht, meil ten Gebrauchsgegenständen deutschen Ursprungs be« die Stellung der Demokraten im gegenwärtigen I friedigen sollen.

Kabinett viel zu stark fft und als eine Roterschei- I . Die Deutsche Regierung ihrerseits hat, wie schon nung sich darstellt. Wie denn Überhaupt das Ka- I in den alten Vereinbarungen, durch diese Verein« binett in seiner Zusammenstellung deutlich die Züge eines Gebildes besonderer Notstände an sich trägt.

Es ist naturgemäß, daß im Lager der Parteien die Frage aufgeworfen wird, ob solche Splitter- grunbungen nicht den Parteien selbst Abbruch tun. Insbesondere mußte man sich naturgemäß auch int 3 ent rum diese Frage vorlegen. Aber noch immer haben wir gerade bei der Bauernschaft des I Zentrums die Erfahrung gemacht, daß die gesunde I

wtb. Berlin, 24. 2. (Cig. Funkm.) Freitag mittag bat die Reichshauptstadt als solche dem afghanischen Königspaare durch die städtischen Körperschaften einen festlichen und herzlichen Emp- fang bereitet. Punkt 12 Uhr trafen die Herrschaf­ten im Rathause ein. Nach gegenseitiger Vorstel­lung führte Oberbürgermeister Böß das Kvnigs- paar die Freitreppe hinauf, an deren oberem Ende Frau Bürgermeister Böß und die städtischen Be- Hörden die hohen Gäste erwarteten. Im Stadt­verordnetensitzungssaal begrüßte Oberbürgermeister Dr. Böß die Majestäten und überreichte ein Ge­schenkbuch. Das Königspaar und das Gefolge trug sich darauf in das „Goldene Buch" der Stadt ein. Die Reden waren umrahmt von musikalischen Dar­bietungen. Es folgte ein Frühstück im Festsaal.

such gemacht werden muß, auch in Preußen zur , Großen Koalition zu kommen. Da- wird I Aus Berlin wird uns von einer besonderen nicht leicht fein. Denn der Wahlkampf wird das Seite geschrieben:

Zentrum kulturpolitisch in scharfem Kampfe zum I Das republikanische Berlin durchlebt cmgenblick- gesamten Liberalismus sehen, und es ist nicht un- I lich Königstage mit allem höfischen Prunk und wahrschemftch, daß aus dieser Front des Wahl- Glanz. Zum ersten Make seit Bestehen der deut- kampfes sich gewisse Schwierigkeiten ergeben tonn. I scheu Republik macht ein fremder Souverän aks tew Freilich wird man nicht vergessen dürfen, I offizieller Vertteter seines Landes dem deutschen daß schließlich der Wahlkampf nicht um seiner selbst I Volke einen Besuch. Der König Aman Ullah von willen da ist. Die, Einbeziehung der Volkspartei I Afghanistan ist eine Persönlichkeit, die in der Tat sU die große Koalition wäre ein Mittel zur Sta- I das deutsche Interesse durchaus verdient. Er ist billsierung der preußischen Verhältnisse. Ob die« ein fortgeschrittener und klüger Beobachter, der ser Plan an der Volkspartei scheitert, liegt bei I insbesondere den technischen Errungenschaften der V fe • ,ttoTan- .wie sie sich kulttir- I Neuzeit zugänglich ist. Ms besonderes «verdienst

politisch im Wahlkampf im Hinblick auf die Dor- I muß man es ihm anrechnen, daß ft für diese Auf- gange mr Reichstag emstellt. Man sollte aber an- I gaben vornehmlich Deutsche herangezogen hat, und nehmen, daß diese Partei in der Zeit ihrer voll- I den Stamm der deutschen Wissenschaftler, derdeut- kommenftl Isolierung Zeit genug gehabt hat, dar- I scheu Baumeister und der deutschen Handwerker über nachzudenken, daß die Politik vom Frühjahr I gewann er ans den in fein Land geflohenen deut- 1925, roo sie das Zentrum zu zwingen suchte, nicht I scheu Kriegsgefangenen, deren er sich in üb?ra"s bte richtige war. I menschlicher Weise annahm. Unvergessen fft auch,

Alles in allem genommen darf jedenfalls auch | wie er den Leipziger Forscher Stratil-Sau er, der preußische Wahlkampf als recht interessant an- I der als Christ von einem mohammedanischen Ge- gesprochen werden. Das preußische Zentrum hat I richt verurteilt war, fteigab. König Aman Ullah eine ganz vorzügliche Arbeit geleistet, und was I weift- in Deutschland, um sich insbesondere über es in den fast 10 Jahren des neuen Preußen an die technischen Fortschritte dieses Landes an Ort Umwälzendem geleistet hat auf dem Gebiete zur I und Stelle zu vergewissern, und die industriellen Wiedergutmachung des den Katholiken an- I Beziehungen zwischen Deutschland und seinem getanen Unrechts, das gehört zu seinen größten I ~ani>e auf eine feste Basis zu stellen. Zu diesem Ruhmestaten. So kann die Partei in Preußen I Zweck wird über einen großen Millionen-Auftrag den Wahlen mit der größten Ruhe entgegen sehen. I für die deutsche Industrie verhandelt. Das alles Unsere Wähler wissen, was sie an ihren Abgeord- I rechtfertigt gewiß das große Interesse und den, neten gehabt haben und man darf annehmen, daß I wenn auch recht kostspieligen Empfang des afgha- sie wie bisher, ihre Pflicht tun werden. Daß auch I Nischen Königspaares. Allerdings wird hier ein in Preußen manche Wünsche offen bleiben, wer I Präzedenzfall geschaffen, der vielleicht doch ein« wollte das leugnen. Aber welche auch immer zu« I mal — man denke nur an einen eventuellen sammengesetzte Regierung würde es besser machen I offiziellen Staatsbesuch des Präsidenten der öfter- können, als die so viel angefeinbete Weimarer I reich,scheu Republik oder dergleichen — nicht ohne Koalition. Auch in Preußen geht es mit Zuver« I bestimmte Auswirkungen bleiben könnte.

stcht an die Wahlen, und hoffentlich einer neuen I *

K" entgegen, die di- Stabilität der Dft König von Afghanisten, der tn Paris am

। ?en staatspolitischen Zustande endgültig I Grabe des unbekannten Soldaten einen Kranz ' ' RL ——————— I niedergelegt hatte, hatte den Wunsch ausgesprochen,

* - . „ I auch das Andenken ber deutschen Kriegsgefallenen

. „Dasueue jugoslawische Kabmett. Das neue auf die gleiche Weise zu ehren. Auf Anregung der fugoslawische Kabmett Wukr tsch ewrtsch ist end- Reichsregierung hat deshalb der preußische Mini» gultig gebildet worden. Das Kabinett setzt sich aus sterpräsident Dr. Braun den König von Afgha- zehn Radikalen, fünf Demokraten, einem Mitglied nistan in das Zeughaus geladen. Wenige der slowenischen Volkspartei, einem Mohammedaner I Minuten vor bet Ankunft des Königs ttaf ber unb einem Parteilosen zusammen. Die neuen Mini- I Reichspräsident v. Hindenburg ein. Der König fter haben den Erd auf die Verfassung geleistet. wurde in der unteren Halle des Zeughauses sodann

* Das amtliche (Ergebnis ber japanischen Dah­len. Aus Tokio wird gemeldet: Nach den jetzt vorliegenden amtlichen Ergebnissen sind bei den japanischen Parlamentswahlen vom Sonntag 221 Konservative (Seiyukai), 214 Liberale (Minseito), 16 Unabhängige, 8 Proletarier, 4 Vertreter der Kaufmannspartei und drei Reformparteiler ge­wählt worden.___________