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Fuld aer Z ertung

Anzeiger für die Stadt Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt.

Nr. 46.

Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen: „Die Welt im Bild" und „Buchenblätter". Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernsprecher Nr. 9. Monatlicher Bezugspreis 1,80 Mk.

Freitag, 24. Februar 1928.

Anzeigen-Preise: Kleinzeile (Colonel) lokal 0,15 JUL auswärts 0,20 JUL. Reklamezeile: lokal 0,60 JUt. auswärts 0,80 JUl. Bei Wiederholungen Rabatt. Postscheckkonto Frankfurt a. M. Nr/ 4051.

55.Zahrg.

ReichNinister Schiele im Jeuischen Lml-m'irtichllBrllt

Sie Kriegsgefahr gebannt werden soll

Formulierung der deutschen Anregungen in Gens.

Vertretern folgender Länder: Deutschland, Argen­tinien, Frankreich, Italien, Japan und Polen.

Benesch über die Abrüstung.

wtb. Paris, 23. Febr. (Eig. Funkm.) Der Außenpolitiker des Matm in Genf berichtet seinem Blatte übet Erklärungen, die der tschechoflowakische Außenminister Benesch ihm gegenüber abgab. Benesch führte aus, sein Bericht werde der vor­bereitenden Abrüstungskonferenz vorgelegt und, wenn von ihr gebilligt, auch im Juni dem Dölker- bundsrat unterbreitet werden. Was die Mili- tärkontrolle anbetreffe, so handle es sich um Verhandlungen, die nach dem Völkerbundsstatut auf die Friedensoerträge unterworfenen Staaten angewandt und später, wenn die allgemeine Ab­rüstung verwirklicht werden könne, auf alle Staa­ten ausgedehnt werden müßte. Die Aufgabe des Sicherheitskomitöes gelte einer anderen Art der Kontrolle. Es handle sich hier um Maßnahmen, die ergriffen werden müßten, so bald ein Konflikt drohe oder ausbreche und loyal die Dinge in dem gerade vorhandenen Zustand zu belassen und ge­heime Sitzungen vor Erlaß des Schiedsspruches zu verhindern.

England und der Sowjet-plan.

wtb. London, 23. Febr. (Eig. Funkm.) Die Morgenpresse schenkt dem Sowjet-Plan große Be- achtung. Cuschendun sagte in einem Presse-Jn- terview: Ich glaube, die russischen Vorschläge müs­sen ernsthaft und sorgsam auf ihren Wert hin geprüft und dürfen deshalb nicht abgelehnt wer­den, weil sie von Moskau kommen. Wenn der Plan im nächsten Monat zur Erörterung kommt, werde ich ihm die größte Aufmerksamkeit widmen. Als besonders bemerkenswert bezeichnete der bri­tische Vertreter die Anregung wegen der „See­mandate". Der Genfer Korrespondent der „Mor- ning Post" schreibt, der Plan der Sowjets hat hier lebhaftes Interesse hervorgerufm. Die allgemeine Ansicht ist allerdings, daß er im gegenwärtigen Au- genblick keinem guten Zweck dienen kann und daß in der Abrüstungsfrage nur ein schritt­weises Borwärtsrücken möglich ist. Der Genfer Korrespondent der „Daily Mail" meint, die Dor- schläae sind in der Hauptsache eine Wiederholung !>er phantastischen Vorschläge vom vorigen Dezember. Der Genfer Korrespondent des „Daily Chronicle" agt, obgleich die Vorschläge von erfreulicher Kühn- heit sind, breitet sich doch die Auftastung aus, daß hier endlich ein gedrängter und endgültiger Ab­rüstungsplan vorliegt, der sorgsam ohne Vor­urteil geprüft werden sollte.

wtb. Berlin, 23. Febr. (Eia. Funkm.) Auf der 58. Vollversammlung des deutschen Landwirtschafts­rates führte der Reichsminister für Ernährung und Landwirftchaft, Schiele, u. a. aus:

Die Grundtatsache, durch die die heutige Lage gekennzeichnet wird, stt das seit 4 Jahren bestehende Betriebsdefizit von etwa W» Milliarden Reichs­mark. Die Hauptursachen des starken Betriebs­verlustes der letzten Jahre liegen in der Preis- unü Marktlage: Allein die Roggenpreise vom Jahre 1925 bis 1926 fügten der Landwirtschaft einen Verlust von rund 400 Mill. Mark zu, tue Kartoffelpreise dieses Wirtschaftsjahres von rund 200 Mll. Mark und die Schweinepreise im Ka­lenderjahrs 1927 von rund 3—400 Mill. Mark. Hinzu kamen die Unwetterschäden.

Die erste und dringendste Aufgabe besteht da­rin, daß wir die deuftche Landwirtschaft, insbeson­dere die gefährdeten Betriebe bis zur kommenden Ernte hindurchbringen. Ich nehme die Gelegenheit wahr, dem gegenwärtig amtierenden Reichskabi­nett dafür zu danken, daß es bereit ist, mit starker Hand, aus Mitteln des Reiches zuzupacken und dem bedrohten Berufsstand zunächst über dieses Jahr hinweg zu helfen. Außer den bereits geleiste­ten Maßnahmen hält die Reichsregierung eine Reihe von wetteren Sofortmaßnahmen für un­abweisbar. Der Minister geht dann im einzelnen auf die im Notprogramm vorgesehenen Hilfsmaß­nahmen, für die Landwirtschaft ein und fügt hinM, die Reichsregterung fei fest enftchlosten, diese Maßnahmen so rasch wie möglich in die Tat um- zufetzen. Die grundsätzliche Einstellung der Reichs­regterung gehe dahin, daß für die Maßnahmen der deuftchen Handelspolitik die Erhaltung der Land­wirtschaft ein wesentliches Ziel darstelle. Unsere zukünftige Wirtschaft und Handelspolitik müsse aus­gehen von dem Prinzip der Erhaltung und Stärkung aller produktiven Kräfte der Nation.

Der Minister schloß mit den Worten: Deutsch­land muß sich wieder eine eigene agrarische Grund- läge schaffen, auf der seine Volkswirftchaft sicher ruhen kann und das wird auf keinem anderen Wege geschehen können als durch beflere Pflege des deutschen Bauerntums.

Erneute Steigerung der Schullasten.

Die Deutsche Dauernkorrespondenz schreibt uns:

Die Schullasten, die in den letzten Jahren ne- ben den Fürsorgekosten die größte Steigerung er­fahren haben, nehmen in vielen Landgemeinden bereits bis zu 70 Prozent der direkten Gemeinde-

Um dar Rotgesetz.

Die Sozialdemokraten gegen ein rUanlelgeseh.

Wie wir bereits mitgeteilt haben, hat die Reichs­regierung die Absicht, die durch das sogenannte Notprogramm zu behandelnden gesetzgeberischen • Fragen in einem Mantelgesetz zusammenzu­fassen, sodaß also dieses Notprogramm als ein ge­schlossenes Gesetz zu gelten hätte. Gegen diese Ab­sicht wendet sich der „Vorwärts" mit bemerkens­werter Schärfe, und man darf annehmen, daß er die Stellungnahme der sozialdemokratischen Reichs­tagsfraktion zu dieser Frage wiedergibt.

„Das würde bedeuten", so sagt der „Vorwärts", „daß dem Reichstag das Recht genommen werden soll, ihm zweckmäßig erscheinende Teile des Not­programms anzunehmen, unzweckmäßige aber ab­zulehnen. Wir nehmen das Auftauchen einer sol­chen Idee für ein Zeichen der vollkommenen Kopflosigkeit, die in der Bürgerblockregierung herrscht, möchten aber einstweilen nicht glauben, daß damit ernst gemacht wird. Die Aussichten für das Zustandekommen des Notprogramms würden dadurch noch schlechter werden, als sie es ohnehin schon sind."

Aus dieser Stellungnahme ergibt sich, daß die Verabschiedung des Notprogramms Schwierigkei­ten von einer Größe begegnen kann, die sie gerade- iu in Gefahr bringen kann.

(Ein Zentrumsparteitag?

wtb. Berlin, 23. Febr. (Eig. Funkm.) Privat- mformation. Wie wir erfahren, wird in führenden Kreisen der Zentrumspartei die Absicht erwogen, noch vor den Wahlen einen Reichsparteitag nach Berlin einzuberufen. Er soll den Zweck haben, das Wahlprogramm und die Wahltaktik der Par­tei zu bestimmen. Andere politische Fragen wür­den nicht auf die Tagesordnung gesetzt werden. So ist denn auch nicht anzunehmen, daß die Aus­sprache über die inneren Verhältnisse der Partei auf dem Partestage fortgesetzt werden würde. Die Entscheidung darüber, ob die Absicht der Einberu­fung verwirklicht werden soll, wird von den zu­ständigen Instanzen bereits in den nächsten Tagen besprochen werden. In parlamentarischen Kreisen wird dieser Plan damit in Zusammenhang ge­bracht, daß die Aussichten der parlamentarischen Durchführung des Arbeitsprogrammes im Augen­blick eher skeptisch er beurteilt werde.

Zum Scheitern des Schulgesetzes.

wtb. Berlin, 23, Febr. (Eig. Funkm.) Der in Berlin versammelte Kirchensenat der evange­lischen Kirche der altpreußischen Union nimmt von dem Scheitern des Reichsschulgesetzes mit tief­stem Bedauern Kenntnis. Nach wie vor fordert er in Uebereinstimmunq der Beschlüsse des Statt« zarter J?ii ^0^5 für evangelische Kinder nach­drücklich evangelische Schulen. Er erwartet zuver­sichtlich, daß die evangelischen Eltern als die in erster ßmte Berufenen und Verantwortlichen nicht nachlassen im Kampfe um die Sicherung der be- währten evangelischen Staatsschule durch ein Reichsschulgesetz, das der Gewissensfreiheit und der Elternverantwortung den ihnen gebührenden und in der Reichsverfastung gewährleisteten Raum schafft. " tj

In gleicher Weise fordern bekanntlich die ka­tholischen Eltern katholische Schulen.

* wie hoch waren 1927 die kosten der Arbeils- losensürsorge. Das Jahr 1927 stand, wenigstens in seinem Anfänge .immer noch unter dem Zeicken starker Arbeitslosigkeit. Das drückt sich auch in den Kosten der Ärbeitslosenfürforge aus. Insge­samt wurden 1927 — 908,3 Millionen Rm. für' die Arbeitslosen- und Kurzarbeiterunterstützung aus­gegeben ,gegen 1179 Millionen Rm. im Vorjahre. Davon brachten die Beiträge der Arbeitge­ber und Arbeitnehmer mehr als zwei Drittel auf, nämlich 682,3 Millionen Rm. Das Reich gab an Beihilfen 116 Millionen Rm., die I Länder 52,8 Millionen Rm. und die Gemeinden I 53,8 Millionen Rm .An tatsächlichen Unterstützun- I gen wurden ausgezahlt 547,1 Millionen Rm., 63,9 I Millionen Rm. kostete der Arbeitsnachweisapparat, I 60,7 Millionen die Krankenversicherung der Ar- I beitslofen, 68,1 Millionen Rm. wurden als Zu- | schüfst und Darlehen für Notstanüsarbeiter abge- I Ährt. ,. I

Die Wahlen in Japan.

wtb. Tokio, 23. 2. (Eig. Funkm.). Nach den bis I letzt bekannten Wahlergebnissen fallen auf die Kon- I strvativen (Seiyukai) 214 Sitze, auf die Liberalen I (Minsesto) 210, auf die Unabhängigen 14, auf die I Proletarier 8, auf die Partei der Kaufleute 4 und I auf die Reformpartei 4 Sitze. Die Ergebnisse I ms 12 Wahlkreise^ fehlen noch.

* Die deutschen Vertreter bei der Mrtschasts- ronferenz. Zur Tagung des Komitees der Wirt- fchaftskonstrenz des Völkerbundes werden als I deuftche Vertreter amtieren Dr. Trendelen- l bürg als Führer, Dr. Hermes für die land- I wirtschaftlichen, Abgeordneter Lammers für die industriellen, von Mendelssohn für Han­delsfragen. Außerdem wird Hermann Müller I gewifferma ßen als Sachverständiger für die Ver- I draucherfragen, namentliche soweit sie durch ein Reichsgetreidemonopol berührt würden, fungieren.

* Aukounfall des preußischen Kultusministers. In der Kaistrallee in Berlin ereignete sich ein I Autozusammenstoß, bei dem'zwei Wagen schwer beschädigt wurden. In dem einen Waaen be­fand sich der preußische Kultusminister Dr. Vek- ° e r, der bei dem Zusammenstoß gegen die Wand «eines Wagens geschleudert wurde. Dr. Becker er­litt einen Ohnmachtsanfall, erholte sich ober lwnell und setzte seinen Weg in einem Mietsauto I fort 1

steuern in Anspruch. Dabei ist zu bedenken, daß die Realsteuern in den Landgemeinden eine über das Maß des Erträglichen oft weit hinausgehende Höhe erreicht haben. Besonders nachteilig wirkt sich die gegenwärtige Regelung der Mehrstellen aus, für die die Gemeinden etwa dreimal so hohe Beiträge zur Landesschulkasse zahlen müssen als für die einfachen Lehrstellen. Auf Grund des Pa­ragraphen 46 des Volksfchullehrer-Diensteinkom- mengefetzes müssen nämlich diejenigen Schuloer­bände, die mehr Schulstellen unterhalten, als für je 60 Schulkinder erforderlich sind, erhöhte Schul- stellenbeiträge (Mehrstellenbeiträge) zahlen. In­folge dieser hohen Belastung müssen viele Landge­meinden sich schweren Herzens zum Abbau der Mehrstellen entschließen, was vom kulturellen Standpunkt keineswegs zu rechtfertigen ist. Dazu kommt, daß die Zahlung der staatlichen Ergän - zungszuschüfse ganz eingestellt ober gegen­über den Vorjahren auf einen geringen Bruchteil herabgesunken ist. Daß unter diesen Umständen an eine ordnungsmäßige Unterhaltung der länd­lichen Schulgebäude, eine Ergänzung der Schulbi­bliotheken, eine hinreichende Beschaffung der erfor- derlichen Lehr- und Lernmittel nicht zu denken ist, liegt auf der Hand.

Dieser für die Bildungsmöglichkeit der Land­bevölkerung unhaltbare Zustand wird im neuen Rechnungsjahr noch erheblich verschlechtert werden. Wie verlautet, sollen ab 1. April die Bei- träge zur Landesschulkasse und Landesmittelschul- kasse in Preußen bedeutend erhöht werden. Nach den bisherigen Berechnungen macht die hier­durch entstehende Mehrbelastung in vielen Ge­meinden 40 bis 50 Prozent der jetzigen Grundver­mögenssteuer aus, die diese Mehrkosten zu 90 Pro- zent tragen müßte. Bemerkenswert ist, daß durch die in Aussicht genommene Steigerung die Schul­lasten sehr häufig höher sind als die den Landge­meinden zu überweisenden Reichssteueranteile. Als einziger Ausweg kommt also hier nur der Rück­griff auf die Realsteuen in Betracht, die aufs neue erheblich gesteigert werden müßten.

Bei der Notlage der Landwirftchaft ist jedoch eine weitere Erhöhung der jetzt schon unerträglich ' hohen Realsteuern undurchführbar. Die Bauern- 1 vereine verlangen daher dringend, daß eine baldige ! Abänderung der jetzigen Landesschulkassengesetz- gebung zugunsten der leistungsschwachen ländlichen j Schulverbände durchgeführt wird, und daß vor # allem die jetzige schwierige Finanzlage der Agrar- gemeinden durch hinreichende Ergänzungs- । zu schüsse des Staates möglichst bald erleichtert

I ...Den Abschluß der allgemeinen Aussprache des I Slcherheitskvmitees bildeten nach kürzeren Reden der Vertreter von Argentinien und Chile, von Rut- Zers (Holland), einem der drei Berichterstatter, die Ausführungen des deutschen Vertreters v. Sim-

1 f o n, der auf einige Bemerkungen von Paul-Don- I cour und Sokal (Polen) antwortete und die in fei- I "er ersten Rede gemachten Anregungen in folgen­der Formulierung vorlegte.

I ... Interesse der Kriegsverhütung könnten vom Sicherheitskonntee folgende Möglichkeiten einer Prü-

I fung unterzogen werden:

I m daß der Rat mit einer konkreten

I Streitfrage befaßt ist, könnten die Staaten im voraus Die Verpflichtung übernehmen, vorläufige Emp-

V-V n9 en &es Rates anzu,nehmen und zur Ausführung zu bringen, die zum Zwecke haben, einer Verschärfung oder Ausdehnung der Streitigkeit vorzu­beugen und solche Maßnahmen der Parteien zu ver­hindern, die eine nachteilige Rückwirkung auf die Aus- führung der von dem Rat oorzuschlagenden Regelung Haven könnten.

I 2. Insbesondere könnten die Staaten für den Fall, daß eine Kriegsgefahr vorliegt, im voraus b i e Ver. pflichtung übernehmen, diejenigen Empfehlun­gen des Rates zunehmen und zur Ausführung zu bringen, die zum Ziele haben, den mstitärifchen status guo des normalen Friedensstomdes aufrecht zu erhalten oder wi - ' en.

3. Für den Fall, daß Feindseligkeiten irgendwelcher Art bereits begonnen haben, ohne daß nach Ansicht be» Rates die Möglichkeiten eines friedlichen Ausgleiches er« schöpft find, könnten die Staaten sich im voraus ver- wlichten, einem vorn Rat vorgeschlagenen Waffenstillstand zu Land, zur See und in der Uift anzunehmen, wobei sie insbeisondere die etwa be­reits in fremdes Gebiet vorgedrungenen Streitkräfte zu. ruckzuziehen und die Achtung der Staatshoheit des an­deren Teiles sicherzustellen hätten.

4. Es wäre zu prüfen, ob die vorstehend bezeichneten Verpflichtungen nur bei Einstimmigkeit des Rates ober aud) bet einfacher ober qualifizierter Mehrheit zu über­nehmen wären. Auch wäre zu prüfen, welche Form oen Verpflichtungen zu geben wäre, damit sie mit dem Mechanismus der Dölkerbpndssatzung im Einklang stehen.

5. Diese Verpflichtungen könnten in einem Der- trag oder Protokoll festgelegt werden, das allen Mitglieds, oder Nichtmitgliedsstaaten des Völkerbundes zur Zeichnung offenstehen und vielleicht, ähnlich wie

/"dem Entwurf des Vertrages über gegenseitige Hilfeleistung von 1923 vorgesehen war, für die verschie- oenen Kontinente gesondert in Kraft treten könnte."

Daraufhin wurde auf Vorschlag des Prästden- m Benesch beschlossen, mit der Einzelberatung der Berichte und der eingegangenen Vorschläge für die <nrmfn eventuellen Vertragstexte in öffentlichen Vollsitzungen des Ausschusses sofort zu beginnen, welche Arbeit mindestens bis Ende der Woche dau­ern wird, und ein zwölfgliedriges Redaktionsko- mitee etnzusetzen, das besteht aus dem Vizepräsi- danten (Unden), den drei Berichterstattern und

«Ein Mgzeng als Geschenk.

Wie die „B. Z." erfährt, wird die deutsche Re­gierung dem König von Afghanistan als Geschenk ein Flugzeug stiften. Es wird eine Junkers D 24-Mafchine sein von dem gleichen Typ wie sie im ständigen Verkehr m Deutschland und Mittel­europa gebräuchlich ist. Dem König von Afghani­stan sind die Junkersflugzeuge bekannt, denn in Kabul sind mehrere stationiert, die von dort au- Verkehrsflüge veranstalten.

Airs dem Flugplatz Tempelhof.

. totb. Berlin, 23. 2. (Eig. Funkm.). Das afgha­nische Körftgspaar hatte sich heute vormittag mit feinem Gefolge zur Besichtigung nach dem Flug­platz in Tempelhof begeben. In seiner Begleitung befanden sich Reichsverkehrsminister Dr. Koch, Staatssekretär Gutbrod und der Dezernent für das Lufftahrttvesen im Reichsverkehrsministerium, Mini­sterialdirigent Brandenburg. Ferner waren von seiten der Behörden Staatssekretär von Seefeld, vom preußischen Handeksministenum Landtags­präsident Bartels, Oberbürgermeister Dr. Böß, Polizeivizepräsident Dr. Weiß, Kommandeur Hci- mannsberg und Regierungsdirektor Wündisch er­schienen. Beim Eintreffen der Gäste wurden 21 Kanonenschüsse abgefeuert. Stadtbaurat Adler be­grüßte die Gäste und wies in seiner Ansprache auf die Bedeutung des Flugplatzes Tempelhof hin. Hieran schloß sich ein Rundgang unter Führung der Direktoren der deuftchen Lufthansa an, worauf der König mit großem Interesse die einzelnen technischen Eimichtungen besichttgte. Eine große Ar^ahl von Verkehrs- und Sportflugzeugen war auf dem Flugplatz ausgestellt worden, die während des Rundganges verschiedentlich Kunsftlüge zeig­ten. Rach einem kurzen Imbiß begaben sich die Gäste zu der Hansa-Luftbild E. m. b. H., für die sich der afghanische König ganz besonders interes­sierte.

*

Bei dem Diner, das der Reichspräsident v. Hin« denburg dem König von Afghanistan am Mitt­wochabend gab, trank der Gastgeber nach einer herzlichen Rede auf den König und sein Land auf die Gesundheit des Königspaares nach deutschem Brauch mit einem Glase Wein. Der dem Moham- rnedanismus angehörende König Aman Ullah er­hob, wie er es schon in den tmberen Hauptstädten getan hatte nach seiner Dankesrede das ..Glas m:f reinem Wasser" nud leerte es auf die Gesundheit des Gastgebers und des deutschen Volkes.

* Polizeipräsidentenkonferenz in Berlin. Im preußischen Jnnenministeftum begann unter Vorsitz des Ministers Grzesinski eine Konferenz der preu- ßischen Polizeipräsidenten, an der die Leiter samt- sicher Polizeibehörden teilnehmen. Die Konferenz, die zwei Tage in Anspruch nehmen wird, umfaßt eine allgemeine Aussprache namentlich über Fra- gen der Verwaltung und der Verkehrspolizei. Es ist anzunehmen, daß dabei auch die Uniform­frage behandelt wird, die in Polizeikreisen als besonders aktuell angesehen wird, da eine zweck- mäßige Ausgestaltung der Uniform je nach Jahres- zeit und besonderen Dedürfttissen wünschenswert erscheint. ___________

Deutsches Memorandum an Estland.

wtb. Berlin, 23. Febr. (Eig. Funkm.) In letzter Zeit hat sich die estnische Presse wiederholt mit dem unlängst in Reval überreichten deutschen Memorandum in der Agrar-Entschädi- gungefrage befaßt und hat dabei der deut­schen Stellungnahme eine Auslegung gegeben, die weder dem Inhalt des Memorandum entspricht noch dem deuftchen Bestreben, einen Ausgleich in den deutsch-estnischen Meinungsverschiedenhei­ten herbeizuführen, Rechnung trägt. Das deutsche Memorandum verlangt, gestützt auf die Reichs­tags-Resolution vom 26. Juni 1924, lediglich Meistbegünstigung für die enteigneten Deutschen, d. h. diese sollen hinsichtlich der Entschädigung für die von Estland vorgenommene Enteignung nicht schlechter gestellt werden als andere von Estland enteignete ausländische Grundbesitzer, Ferner ist >er estnischen Regierung zu verstehen gegeben mar- len, daß die Reichsregierung in Handelsvertrags­verhandlungen schon bann eintreten könnte, wenn zwischen beiden Regierungen wenigstens eine grundsätzliche Deiftändigung über das Ausmaß einer Entschädigung zustande gekommen wäre. Hieraus geht hn Gegensatz zu den in der estnischen Presse geäußerten Bedenken hervor, daß Deutsch- land von Estland weder eine besondere Vergünsti­gung in der Behandlung der enteigneten reichs- deutschen Grundbesitzer noch besonders gesetzaebe. rische Maßnahmen dieser Art erwartet. Das Bestre- ben der Reichsregierung geht vielmehr lediglich dar- auf hinaus, zu einer praktischen baldigen Lö- fung der Agrar-Enftchädigungsfrage zu gelangen.

* Strafantrag gegen Zubkoff. Gegen Zubkoff, der sich in der vergangenen Nacht in einem Nacht­lokal in der Trunkenheit Ausschreitungen zuschul­den kommen ließ und einen 18jährigen Angestell­ten des Lokal mißhandelte, ist, wie' eine Korrespondenz meldet, Strafantrag wegen Beleidigung und Körperverletzung gestellt worden. ______________

— Sehr günstiger kaliabsah im Februar. 5m Fe» bruar find bis jetzt insgesamt 1.8 Mill. Dz. K,0 an Auf- trägen durch das Syndikat verteilt worden. Hiermit ist bereits jetzt der Gesamtabsatz des Februar 1927 (1.8 Mill. Dz.) erreicht worden. Man kann erwarten, daß der Februarabsatz dieses Mal die Höhe von 2 Mill. Dz. über­schreitet, womit etwa der diesjährige Januar-Absatz (2.03 Mill Dz.) erreicht wird, wobei zu berücksichtigen ist, daß Februar zwei Tage weniger hat als der Januar.