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Anzeiger für die Stabt Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblakt.

Nr. 45

Donnerstag, 23. Februar 1928.

55.Zahrg

Anzeigen.Preife: Kleinzeile (Colonel) lokal 0,15 JUL auswärts 0,20 JUL Reklamezeile: lokal 0,60 JUt, auswärts 0,80 JUL Bei Wiederholungen Rabatt. Postscheckkonto Frankfurt a. M. Nr. 4051.

Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen:Die Welt im Bild" undBuchenblätter". Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernsprecher Nr. 9.

>: Monatlicher Bezugspreis 1,80 Mk.

i Berlin, um über gegenseitige Erleichterungen I tm deutsch-litauischen Grenzverkehr zu verhandeln.

Badischen Landespolizet in Berlin.

viermal en, Glas, Steingutmaren, Waffen. Dessen ungeachtet ist mit dem weiteren Ausbau des Lande : eine Ausweitung des deutschen Absatzmarktes in Afghanistan in fortschreitendem Maße zu erwarten. Nach und nach dürfte, sich eine Nachfrage nach Maschinen für Holz- .Stein- und Eisenbearbeitung, Werkzeugmaschinen, Maschinen und Geräten für die Bodenbearbeitung und Verarbeitung landwirtschaft­licher Erzeugnisse zeigen, und Pflüge, Sicheln, Pumpen, kleine Mühlen für Getreide, Oelfrüchte, Spinnerei-, Weberei und Wollmaschinen können in Betracht kommen. Bei der Entwicklung des Woh­nungsbaues es fei hier erinnert an den oben

' icuuuj i|L uuraj eiHV

deutsche Verordnung vom Jahre 1927 die gegen­seitige Meistbegünstigung gewährleistet. Die wirt­schaftlichen, sozialen und kulturellen Verhältnisse Afghanistans entsvrechen schlechthin denjenigen der anderen Länder Vorderasiens. Weite Gebiete sind Gebirge, Steppen und Wüsten.und eignen sich in­folge Trockenheit und des felsigen Bodens nicht für ausgesprochene Bodenkulturzwecke. Dies besagt aber nicht, , daß Landwirtschaft, Ackerbau- und Viehzucht nicht betrieben werden. Bebaut werden derzeit etwa 900 000 Hektar, davon 440 000 Hektar bei künstlicher Bewässerung. Im Norden des Landes wird zumeist zweimal geerntet und erfolgt

(Eig. Funkm.) Anläß. lich der Ankunft des afghanischen Königspaares

Afghanistans Bedeutung für Deutschland

König flntan Allah in Berlin.

Don Dr. jur. Paulheinz Diedrich (Volkswirt R. D. V.), Berlin.

i'D" Herr Abgeordnete Beier (Dresden) hat soeben memen Ausführungen folgende Sätze gesprochen:

dichte hier ein Wort an die Herren Bolksver- dieser Seite (nach rechts) bis zu Ihnen, meine Herren Demokraten. Hier sollen 90 Abgeordnete außer uns sitzen, die von Handwerk und Gewerbe in das Par. lament gewählt sind. Nun möchte ich die Frage auf­werfen: Haben Sie in diesen Jahren das Recht die Lebensnotwendigkeiten dieser Volkskreise zu fördern so gewahrt, wie Sie es vor den Wahlen versprochen haben?

Gegenüber dieser liebenswürdigen Aufforderung, das sozialpolitische Gewissen einmal zu erforschen, muß ich feftstellen, daß der Herr Kollege Beier während der vier Jahre, die ich mit ihm ich Sozialpolitischen Aus­schüsse zusammenzuarbeiten die Ehre habe, nicht ein einziges Mal praktisch den Versuch gemacht hat, ein sozialpolitisches Gesetz in seiner Ausgestaltung zu be­einflussen. Er hat tm Ausschuß nicht einen ein­zigen selbständigen Antrag in all dieser Zeit gestellt und sehr selten den Ausschuß mit seinerüber« ragenden Beredsamkeit" im Sinne seiner heutigen Aus- führungen zu überzeugen versucht. Dasselbe' gilt für Mitglieder seiner Partei, die ihn dann und wann vertre­ten haben. Dasselbe gilt namentlich für die Fragen, durch die das Interesse des Hüiückverks. überhaupt der Wirtschaft, besonders berührt worden ist. Dem Herrn Kollegen Beier (Dresden) bestreite ich allo mit aller Entschiedenheit das Recht, an uns die Aufforderung zu richten, daß wir unser sozialpolitisches Gewissen 'nach der Richtung erforschen, ob wir die Lebensnotwendiq- keiten der Wirtschaftskreise, die uns nahestehen, bei un­srer sozialpolitischen Tätigkeit gebührend berücksichtigt haben." (Beifall). a

Einen nicht minder ergötzlichen Reinfall erfuhr vre Wirtschaftspartei in der Berliner Stadtverord- 1

Afghanistan das Bergland im Innern Asiens, grenzt im Norden an Russisch-Asien, im Osten an Indien ,im Süden an Belutschistan und im Westen an Persien und befindet sich mitten im Stadium einer Entwicklung ,in welchem sich die Wandlung von der orientalischen Despotie zum modernen Staatswesen vollzieht. In den letzten Jahren ist die fortschreitende Gestaltung dieses asiatischen Staates mehr und mehr in die Er­scheinung getreten, dessen Selbständigkeit im Jahre 1919 erklärt und inzwischen allgemein anerkannt worden ist. Die Umwandlung des Emirates zum erblichen Königtum mit konstituionellem Ein­schlag im Jahre 1926 bildete den letzten Schritt auf der» Wege der staatsrechtlichen Formung. Das Land des sich aus einem Gemisch von Jraniern,

netenversammlung bei der Besprechung der Bilan­zen der städtischen Anschaffungsgesellschaft.

Der Vertreter der Wirtschaftspartei, Stadtver­ordneter Haake, beschwerte sich darüber, daß Bettstellen, die die Anschaffungsstelle angeblich für städtische Anstalten geliefert habe, vielzu teuer seien. Die Preise seien von der Anschaffungsstelle so ungebührlich hoch hinaufgeschraubt worden, um auf diese Weise andere Defizite zu decken. Der Vorsteher der Gesellschaft, Obermagistratsrat Scholldoch, konnte demgegenüber fesfftellen, daß die Bettstellen nicht von der Anschafsungsstelle, sondern von dem Mitglied der Wirt­schaftspartei, dem Reichstagsabgeordneten M o l l a t h, geliefert worden seien, worauf allge­meine Heiterkeit und stürmisches Hört! Hört! in der ganzen Stadtverordnetenversammlung den Reinfall der Wirtschaftspartei quittierte.

«Ein Vorzeichen?,

Von einem besonderen politischen Mit- arbeiter wird uns zu dem Ausgang der Wahlen zur Hamburger Bürgerschaft ge- schrieben:

Das Ergebnis der am letzten Sonntag in Ham­burg vorgenvmmenen Bürgerschaftswahlen wird nicht mit Unrecht in den politischen Kreisen als ein Vorzeichen für die Bewertung der Wahlstimmung im Volke betrachtet. Es handelt sich in Hamburg ja nicht allein um irgendeine große Gemeinde, son­dern um eine See- und Handelsstadt von Welt­geltung, aber auch um ein eigenes Land im Ver­band des Deutschen Reiches.

Das bei einer Wahlbeteiligung von 80 PrrHent erzielte Wahlergebnis zeigt nun den klaren Willen der Wähler zur Ueberwindung des Radi­kalismus von rechts und links und zur Kon­solidierung der Mitte. Das Resultat der Hamburger Wahlen kommt im Effekt auf die Statu- sierung der großen Koalition von der Deuffchen Bolkspartei bis zu den Sozialdemokraten heraus.

Aber auch nach einer anderen Richtung hin ist das Wahlergebnis von Hamburg von großer Be­deutung. Es zeigt sich doch, daß die Wirtschafts­partei am Ende ihres Lateins ist. Ihre agitatorische -Zugkraft büßt mchr und mehr ein. Sie mußte den zDerblst von siebentausend Stimmen und zwei Man­ualen Archen. Sie hoffte, die für die Hamburger Bürgerschaft notwendige Fraktionsstärke von zchn Mandaten zu erhalten, ist aber nunmehr empftnd- lich geschlagen worden. Ebenfalls zweitausend Stimmen verlor die Volksrecht- und Aufwertungs- Partei, die sich auch jetzt nur mit einem einzigen Mandat begnügen muß. Deutschnationale und Sozialdemokraten verlieren je drei Mandate, die Demokraten gewinnen dagegen fünf neue Man­date und können einen Zuwachs von zwanzigtau- send Stimmen aufweisen. Die ganze Stoßkraft der Deuffchnationalen war in Hamburg gegen die Demokraten und ihren Vertreter, den Bürgermei­ster Dr. Petersen, das ehemalige Mitglied der demokratischen Fraktion im Reichstag gerichtet, ist aber fehl gegangen. Dieser Hamburger Wahler- solg der Demokraten kann allerdings nicht als typisch für die Beurteilung der Verhältnisse im Gesamtreich angesehen werden. Er baut sich viel- mchr in Hamburg auf der Popularität Dr. Peter­sens selbst auf. Das Zentrum hat sich in alter Zahl unk» in alter Malldatsstärke gehalten.

menstellung der von den Reichsbehörden und der erwähnten Bau der neuen Hauptstadt besteht Reichsbahn im Laufe des Etatsjahres 1927-28 ver- I Interesse für Baubeschläge, Schlösser, Nägel, siebenen A u f t r ä ge vorzulegen. Diese Ueber- Schrauben, Fensterglas, Zement und sonstige Vau- sicht soll genaue Angaben darüber enthalten, von I bedarssmaterialien; ferner sind hierfür anzuführen welcher Seite die Aufträge vergeben wurden, an Lampen für Petroleum und elektrisches Licht, Krast- welche Firmen bezw Vertreter von Firmen, zu anlagen für elektrischen Strom, elektrotechnische Ar- welchen Einheitspreisen und zu welchem Gesamt- tikel, Telephon- und Telegraphenbedarssartikel, preise, ob freihändig vergeben oder auf dem Wege Rundfunkmaterialien. Bei der fortschreitenden Ber­ber Verdingung. I besserung der Straßen und dem Fehlen der Eisen-

I bahnen werden Personen- und Lastautomobile im-

Ute Kirdjenverfolgung in IriCytttO. I mer mehr an die Stelle der Karawanen treten,

, ! so daß die deuffche Automobilindustrie hier gleich-

Der Bischof von Tamaulipas, Dr. Armora, em I falls ein Betätigungsfeld findet; dabei ist aber zu

anderer Priester und zwei weitere Personen sind beachten, daß Ersatzteile in den großen Handels­verhaftet worden. Die Verhaftung erfolgte an- | zentren jederzeit vorhanden sind und daselbst auch scheinend im Zusammenhang mit der Untersuchlng Reparaturen ausgeführt werden können. Fahr- uber die von der Liga zur Verteidigung der Reli- I rüder kommen in zunehmendem Maße in Anwen gronsfreihelt betriebenen Propaganda, die von der bring und finden guten Absatz.

Regierung als ft aa t s f e k n d l i ch bezeichnet wird. I Grundsätzlich ist jedoch hervorzuheben, daß es """"" , I für deutsche Firmen schwierig fft, einen direkten

* Fortsetzung der Verhandlungen mit Litauen I Handel mit Afghanistan zu pflegen, solange sie LautVoss. Ztg." befindet sich der frühere litau- I nicht einen eigenen Vertreter im Lande haben; des- ische Finanzminister Dr. Karvelis augenblicklich in I halb empfiehlt es sich, durch Vermittlung besteh-n-

Durch den Deutschlandbesuch seines Königs Aman Ullah Khan mit seiner Gattin Suraga ist Afghanistan in den Mittelpunkt des allgemeinen Interesses getreten. Neben einem längeren Aufenthalt in der Reichshauptstadt werden die Majestäten verschiedene Gegenden des Reiches auf­suchen. Zweck dieses Aufenthaltes ist, sich über das Staats- und Wirtschaftsleben Deutschlands zu informieren und gegebenenfalls die bisherigen Be­ziehungen zwischen Deutschland und Afghanistan auszubauen. Die nachstehenden Ausführungen unseres Mitarbeiters dürften daher dem Interesse der allgemeinen Oeffentlichkeit dienen.

Die Schriftleitung.

Im Reichstag ist von den Abgeordneten Rauch- München und Esser mit Unterstützung von Zen­trums- und Abgeordneten der Bayerischen Volks­partei folgender Antrag eingegangen:

Der Reichstag wolle beschließen: die Reichs­regierung zu ersuchen, dem Reichstag eine Zusam-

H e r g t in Vertretung des erkrankten Reichskanz- lers, die Reichsminister Curtius, Grüner, von Keudell und Koch, in Vertretung des Don den I Reichsaußenministers Staatssekretär von Schubert, > I ferner der Staatssekretär in der Reichskanzlei, Dr. gegebenenfalls Garne in Frage, da für Wollerzeug- I Bünder, der preußische Ministerpräsident Dr. Nisse, die im Londe selbst gut und billig hergestellt I Braun, Reichstagspräsident Löbe, der Staats­werden, keine Nachfrage besteht. Bei Waren aus I fekretcir des preußischen Staatsministeruims Dr. Leder haben nur solche Gegenstände Aussicht auf I Wejsmann, der Chef der Marineleitung, Ad- Abnahme, soweit sie keine allgemeinen Gebrauchs- I miral Zenker, der Chef der Heeresleitung, Ge- artikel des afghanistanffchen Volkes sind. Klein- I ne.r°I 6eye, Oberbürgermeister Dr. Böß u. a. eisenwaren, Werkzeuge, Aluminium- und Emaille- I Mitglieder der hiesigen königlich afghanischen waren finden leicht Absatz, ebenso erfreuen sich Gesandtschaft waren ebenfalls erschienen.

deuffche Farbstoffe, Chemikalien, und Medikamente I Pünktlich um 11,15 Uhr lief der Sonderzug mit dem wie überall im fernen Osten, großer Beliebtheit. I afghanischen Königspaare und dessen Gefolge auf dem Darüber hinaus sind an für Afghanistan geeigneten I Bahnhof ein Der Salonwagen hielt genau an der Stelle, '------ ~ - - - " -1 " I wo der Reichspräsident mit Staatssekretär Dr. Meißner

und seinem persönlichen Adjutanten, Major v. Hinden­burg, stand. Der Reichspräsident hieß den König von Afghanistan willkommen. Hierauf stellte der König dem Herrn Reichspräsidenten die Königin vor, woran sich die Vorstellung des Gefolges durch den König von Afghani­stan anschloß. Nach der Vorstellung begrüßte das Königs­paar die Mitglieder der königlich-afghanischen Gesandt­schaft und schritt dann, voran der Herr Reichspräsident mit dem König, gefolgt von der Königin, die Staatssekre­tär Dr. Meißner führte, und dem Gefolge den Bahnsteig hrnab, wo die Vorstellung der Vertreter der Reichsregie­rung, der preußischen Regierung und der Behörden statt- fonb. Hierauf begab sich der Reichspräsident mit ihren Maiestaten auf den Platz vor dem Bahnhof, wo die Mit- glieder der hiesigen afghanischen Kolonie das Königspaar lebhaft begrüßten. Im Namen einer » s l a mi t i s ch e n

Den betrübendsten Eindruck macht das Austre- ten der Splitterparteien. Nicht weniger als zwan­zig solcher Parteien und Parteichen haben sich aus- getan. Da erscheint eine Partei der Wohnungs­suchenden, eine Partei zur Bekämpfung von Mie- terschutz und Wohnungsnot, eine freiwirtschaftliche Arbeitspartei, eine Deutsche Reformpartei. Außer - dem etablierten sich Gruppen und Stammtische, andere betrieben einen geradezu abstoßenden Per­sonenkult. Und was war das Ergebnis? Nicht eine einzige dieser Splitterparteien brachte auch nur . ,

ein einziges Mandat auf. Aber viele Tausende I Indiern, Semiten .untermengt mit indischen und von «stimmen wurde auf diese Weise vollständig I mongolischen Stämmen zusammensetzenden afgha- tocrffo§, und diejenigen, die sie abgaben, bleiben I Nischen Volkes hat einen Gebietsumfang von rund ohne jeglichen Einfluß in der neuen parlamen- I 700 000 Quadratkilometer, der sich verwaltungs- tarischen Körperschaft. Aber je mehr der Unsinn mäßig in fünf große und vier kleine Provin-

und dec Unfug dieser Spitterparteien hervortritt, I Zen gliedert und eine Bevölkerung von etwa 10

umso eher Wirtschaften sie ab. Noch mehr Millionen Menschen in sich birgt. An dem'mo-

solcher Wahlen mit noch mehr solcher Ergebnisse I lernen Ausbau der wirtschaftlichen und kulturellen

und wir bedürfen eines Gesetzes gegen den Unfug Erschließung Afghanistans ,mit welchem die land-

der Splitterparteien nicht mehr. Mögen nun doch-

die vernünftigen politischen Elemente unseres Dol­les erkennen, daß der politische Wille nicht auf Abwegen, sondern nur im Verbände großer und zur Führung fähiger Parteien zur Geltung gebracht werden kann.

der Gesellscbaften oder indischer Jmporthäuser, die eigene Vertretungen in größeren Städten unter­halten, tätig zu sein. Auch ist mit der Mentalität des Volkes zu rechnen, welche Ausländer zumeist mit großem Argwohn betrachtet. Die Betätigung Deutschlands, einerlei auf welchem Gebiet, ist kei­neswegs als einfach zu bewerten, zumal Land und Leute sich im Entwicklungsstadium befinden, wel­ches sich zwar der westeuropäischen Vorstellung nähert, aber sie noch nicht erreicht hat. Es mag sein, n, , . » . . . . . » daß Afghanistan auf dem Wege ist, in absehbarer

Aussaat am Jahresende und wird d,e yeit sich w einem modernen Staatswesen in Asien

Bobnen^lUnilv^M entfalten, jedoch wird es dazu noch beträchtlicher bracht, wogegen die zweite 'Aussaaat mit Som- ^es^r^Tatiocke^uud^^Notm^o/eti merbeginn geschieht und im Herbst geerntet wird, .^'wche und Notwendigkeit bewußt fft, be- die sich vor allem aus Reis, Hirse! Mais und der- ^^^Europarme des afghanischen Komgspaa- gleichen erstreckt. In den dazu geeigneten Gebie- I F65' parlamentarischer @enebmtgung un­ten werden Aeviel Birnen Mandeln Vernommen worden ist. Beim Besuche Deutschlanos Pfirsische, Quitten, Aprikosen, Pflaumen, Kirschen! werden sich die Vertreter Afghanistans überzeugen Trauben und Feigen in großen Mengen geerntet I können, was deutsche Arbeit und deutscher Geist in und in getrocknetem Zustande auch ausgefiihrt. der Gegenwart zu leisten und zur Durchführung Bei der Viehzucht ist in erster Linie das aus des begonnenen Reformwerkes zu bieten vermögen. Afghanistan stammende Fettschwanzschaf zu nen- Erwachst aus diesem Besuche eine weitere Verflech- nen, dessen Wolle und Felle zu Bekleidungszwecken tung der bisher schon vielfachen, nicht zuletzt wirt- dienen und zu den wichtigsten Ausfuhrerzeugnissen schaftl'chen bestehenden Beziehungen zwischen Af- des Landes gehören. Durch Flüchtlinge sind aus I ghanrstan und Deutschland, so dürfte dies beiden aus Russisch-Turkestan riesige Herden von Kara- Ländern in jeder Beziehung zum Vorteil gerei- tulschafen ins Land gekommen, deren Lämmer die j Hen.

bekannten Persianerfelle liefern, die gleichfalls I 7)61 KÖnfosbeflld) in Berlin einen bedeutenden Exportartikel bilden. Neben den in Denin.

Schafen werden Pferde, Kamele und Esel gezüch- j Der König und die Königin von Afghanistan tet. Durch Anlage von Lehrfarmen, Molkereien I verließen Dienstag abend mit ihrem Gefolge unter und Kulturen soll die systematische Gestaltung und Begleitung verschiedener offizieller Persönlichkeiten, der organische Ausbau der Landwirtschaft geför- so einer Vertretung der deutschen Gesandtschaft in dert werden. Afghanistan ist zwar reich an Mi- Pern, in neun Automobilen Basel uni) fuhren nach neralschatzen aller Art, wirtschaftlich und indu- Weil-Leopoldshöhe. Dort wurden sie von dem Ge- stnell ist es jedoch noch keineswegs erschlossen, sandten v. Rosen namens der deutschen Regie- Es sind erhebliche Lagerstatten von Eisen. Kupfer, rung auf deutschem Boden willkommen geheißen. Bleierzen, Kohle, Petroleum usw. vorhanden. In- I Der Gesandte und der König wechselten in per- folge t>es Fehlens technischer Hilfsmittel und der fifd)er Sprache freundliche Reden. Vor dem Be- Schwierigkeiten der Transportoerhaltniffs I steigen des von der Reichsregierung bereitgeftetl-

65 bisher überhaupt nicht, I jen Sonderzuges, bestehend aus Salonwagen, vier

Straßen nur m beschranktem Aus- I Schlafwagen und Speisewagen, stellte sich das-

Waren- und HandAsoer- I nigspaar mit Gefolge, sowie die deutsche Abord- karnmnnpn mrmm uung zu einer photographischen Aufnahme zur Ver-

sprechende 3lull6orm*n;, no»!» mW, T-'- ÄSÄ b«.

wesen. Selbst für solche Mineralien, die im Tage- I ©no[ier

läufige Vorstellung lediglich ein unkultiviertes, auf bau ohne Verhüttung gewonnen werden, wie I ' «Mnftmff

primitiver Entwicklungsstufe stehendes Land mit Asbest, Glimmer, ist ein Ausbau nur in gewissem I

rauhen Sitten verbindet, hat Deutschland einen I Umfange erfolgt und eine industriemäßige Gewin- | , wtb. Berlin, 22. Febr.

uno zur i hervorragenden Anteil. Deuffche Architekten, }ng nicht zu verzeichnen. Kohlen, auch Braunkoh- ,

gebracht I Ingenieure, Aerzte und Lehrer wirken in jenen I Ic!? find in verschiedenen Teilen des Landes in be- hatte die Stadt Berlin reichen Fe st schmuck B I Staaten des fernen Ostens, welcher das Binde- I trächtlicher Mächtigkeit festgestellt worden; auch I angelegt. Während der vergangenen Nacht waren I glich zwischen der indischen und westasiatischen Goldlager sind vorhanden, von denen eine Ader die Straßen vom Lehrter Bahnhof bis zum Pa- tlCUCS VON ÖCT IDtrtfdlttftSönrtt*! I 9BeIt und zwischen Vorderasien und China dar- allerdings in bescheidenen Mengen nach primitiven lais Prinz Albrecht, wo das Königspaar Wohnung

1 1 1 " i stE Es mag beispielsweise erwähnt fein, daß I Methoden ausgewertet wird. Ausgeführt wurden i nehmen wird, mit der Reichsflagge und der at»

Einen geradezu ergötzlichen Reinfall erlebte die I die neue Hauptstadt Dar-ul-Aman, deren Grund- I <5 Afghanistan bisher nur etwas Blei, Zink, I ghanischen Flagge festlich geschmückt worden. Schon

Wirffchaftspartei am 11. Februar im Plenum des I steinlegung vor fünf Jahren erfolgte, ausschließ- I Alaun und Asphalt. I lange vor der Ankunft des Zuges traf der Herr

Reichstages. Der wirffchastsparteiliche Abgeord- lich nach Plänen deuffcher Städtebauer angelegt I Da sie von keiner Statistik erfaßt werden, lassen I Reichspräsident in Begleitung des Staats-

tlete Beier-Dresden hatte in einergroßzügi- I wird, das gesamte Elektrizitätswesen in deut- I sich die afghanischen Ein- und Ausfuhrzfffern nicht I sekretärs»Dr. Meißner und seines persönlichen Ad.

9.®" .Rode den ander. Parteien Mittelstandsfeind- I scheu Händen liegt, Bewässerungsanlagen, Kanäle I feststellen, sodaß auch die Kennzeichnung eines ge- I iv-tanten, Major von Hindenburg, auf dem Bahn-

iichkeit vorgeworfen, worauf der Zentrumsabge- und Staudämme von deutschen Ingenieuren ge- nauen Bildes der deutsch-afghaniftanischen Han- I Hofe ein. Bevor Reichspräsident von Hindenburg

orDnete Ess er als Vorsitzender des Sozialpoliti- schaffen werden, in der jetzigen Hauptstadt Kabul delsbeziehungen nickt möglich' ist. Es kann aber mit feiner Begleitung den Bahnsteig betrat, spielte

Wn Ausschusses tm Reichstag folgende öffentliche «n einer deuffchen, nur von afghanischen Schülern soviel gesagt werden, daß Deuffchland im Handel die vor dem Bahnhöfe aufgestellte Reichswehr-

Erklärung abgab: | (etwa 400) besuchten Realschule deutsche Oberleh- mit Afghanistan nach dem Kriege festen Fuß hat kapelle das Deuffchlandlied. Der Reichspräsident

rer in deutscher und persischer Sprache unterrich- I fassen können und die deutsche Einfuhr viele Mll- I begab sich hierauf sofort zum mittleren Bahnsteig,

ten, an der höheren Mädchenschule deutsche Leh- I honen Goldmark beträgt. Als die wichtigsten Ar- I Am Ende des Bahnsteiges hatten sich zur Begrü-

rennnen tätig sind. tikel für eine deuffche Einfuhr kommen in erster ^ung des Königspaares versammelt: Vizekanzler

Die Bedeutung Afghanistans für Deuffchland ist Linie Gebrauchsgegenstände in Betracht, so vor ------------- ' -

damit icdoch noch keineswegs erschöpft Die poli- allem Textilien, Maschinen, elekttijche Artikel, tischen Beziehungen Deutschlands zu Afghanistan I Werkzeuge, Farben, allgemeine Basarartikel wie Vaon ^urd) den Freundschaftsvertrag vom März I namentlich Porzellan und Glaswaren. Bon ven 1926 umfassend geregelt worden; dadurch wurde I Textilwaren kommen nur Baumwollaewebend «erirphinn»« ^^chiung diplomatischer | gegebenenfalls Garne in Fraae. da für Moller»eiia.

Bertretungen m beiden Landern sichergestellt und zwar wird Deuffchland in Kabul durch einen Ge­sandten und bevollmächtigten Minister vertreten, während Afghanistan sich in Berlin durch einen Gesandten repräsentiert. Hinsichtlich der wirffchaft- schaflichen Beziehungen zwischen den beiden Staa­ten ist zunächst allgemein festzustellen, daß zwi­schen ihnen rege Handelsbeziehungen bestehen, die zweifellos durch die Deuffchlandre'ise des afghani­schen Königspaares einen weiteren Ausbau erfah­ren werden. Ein Handelsvertrag ist bisher zwar I t,mcus 1,n0 a" nir Wamlfan geeigneten "och nicht abgeschlossen, jedoch ist durch eine 1 erwähnen: Zucker, Papier, Pa-