Einzelbild herunterladen
 
  

Begebenheiten aus aller Welt

Die Kredite für die Landwirtschaft

Achtung!

Auf nac& Neuenberg !

Achtung!

Domschute

<

Der Rektor: Dr. Vonderau.

K ntrittepreiie: für Häl sind hierzu herzlichst eingeladen.

Die in der Dompfarrei wohnenden schulpflichtig werdenden Kinder sind bis zum 20. Februar anzu­melden. Der Impfschein ist vorzulegen.

♦ Dom Schulkreuzer „Berlin". Schulkreuzer „Berlin" ist am 18. Februar von Trinkono- mali (Ceylon) nach Rangoon (Indien) in See gegangen.

* Blutige Zwischenfälle wegen Steuerexekution in Polen. Sn der polnischen Ortschaft Zarka bei Sasnowitz kam es zu blutigen Zwischenfällen, weil zwei jüdische Besitzer von kleinen Geschäften sich der Steuerexekution mit Gewalt entziehen wollten. Der Gerichtsvollzieher wurde von einer Menge jüdischer Einwohner in einem Geschäft gefangen gehalten,

Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft hat Ku» nert schon vor seiner Verhaftung und nach seiner nach dem Urteil erfolgten Freilassung, also in fort­gesetzter Handlung, auf betrügerische Weise Kriegs, anleihe-Neubesitz als Altbesttz angemeldet und so­

mit das Reich um außerordentlich hohe Beträge ge» schädigt.

Der Unterschied zwischen Altbesitz und Neubesitz spielt bei der Aufwertung der Kriegsanleihe des­halb eine besonders große Rolle, weil die Altbesitzer eine fünfmal so hohe Aufwertung erhalten als die Neubssitzer. ____________

Schwere Nesselexplosion.

«tb Saarbrücken. 15. Febr. (Eig. Funkm.) Die „Saarbrücker Zeitung" meldet aus Donderheydt bei Saarbrücken: Heute morgen ereignete sich im Kesselhaus der Grube ^rmelung eine schwere Ex­plosion, die an einem Kesiel ihren Ausgang nahm und sich auf die gesamte Kesselanlaqe übertrug. Die sämtlichen Derschlußtüren im Kesselhaus barsten. Durch 3—4 Meter lange Stichflammen wurden fast alle Heizer im Gesicht und an den Armen schwer verbrannt. Die Verletzten wurden nach Anlegung von Notverbänden in das Knappschaftskrankenhaus im Fischbachkana! übergeführt.

um chn an der Durchführung seiner Obliegenheiten zu hindern. Polizei mußte mit der blanken Waffe vorgehen, um den Gefangenen zu hefteten. Einige Personen wurden verhaftet.

I sie? Warum ließ sie sich nicht blicken? Warum erschien sie nicht da, wo sie hoffen konnte, ihpl zu begegnen? Ein Schuldgefühl überkam ihn. Vielleicht hatte sie ihn mit Lydia beobachtet — aber nein, das konnte nicht sein. So niedrig, dachte Sibylle nicht, und außerdem — was war denn bei ein paar freundlichen Worten, wie sie ihm Lydia gewidmet hatte, viel dabei? Legte er nicht viel zu viel Wert auf die Stunde am Mittagstisch?

So gab er das Suchen auf, aber es fehlle ihm stets etwas, mit einer heimlichen Unzufriedenheit ging er umher, ohne Lust vertiefte er sich in das Studium der Maschinen.

Ms er gerade damit beschäftigt war, trat Ezerny mit einem Mal in den Waschinenraum. Er warf einen Blick auf die funktionierenden Maschinen, dann ging er sofort auf Elaaßen zu und nahm ihn beiseite. Er klärte ihn über die Vorfälle auf und berichtete ihm von dem Ende des Barons. Claaßen war tief erschüttert, dann aber fragte er unvermittelt: „Und Sibylle — Fräulein Rieth? Wie konnte sie sich so in Gefahr begeben?"

Czerny zuckte di« Achseln. „Lieber Freund, es gibt solche Frauen und Solche. Sie sind nicht alle gleich. Und ich glaube fast, Fräulein Rieth — oder sagen wir doch ruhig, Sibylle — gehört zu denen, bei denen eigentlich alle Verehrung nicht genügt."

Claaßen wurde verlegen.

Der Graf fuhr fort: „Und nun wollte ich Die fra­gen, ob sich die Geschwindigkeit de, Schiffes noch steigern läßt. Ich glaube, wir haben nunmehr allen Grund, so schnell wie möglich einen Hafen zu erreichen."

Claaßen überlegte. Er zögerte mit der Antwort. „Ich möchte die Geschwindigkeit nicht gern beschleunigen. Es könnte immerhin sein, daß dann leichter irgend ein Defekt eintritt, den ich nicht beheben kann."

.Lieber Freund." sagte Czerny da. .Lier geht es um unser aller Leben. Die Krankheit ist ein Feind, dem wir nicht gewachsen sind, weniger als Sie Ihren Ma­schinen gewachsen sind. Eine Maschine, glaube ich. ist barmherziger als sie. Also ich empfehle Ihnen — es handelt sich um uns all«, um Sie, um mich, an dem nicht viel liegt, um Lydia, um all die anderen Hundert«, — ich empfehle Ihnen: lassen Sie Ihre Maschinen uns vor jedem Feinde retten, dem wir auf die Dauer sicherüch unterliegen müssen." i

Koftbore Zünde in Lhaldaa.

Von dem Leiter der von der Universität von Pensylvanien und dem Britischen Museum gemein­sam unternommenen Expedition, die sich mit Aus­grabungen in der alten Stadt Ur in Chaldäa be­saßt, ist ein Bericht eingetroffen, daß dort im Grabe der Königin Schubad, die vor 5000 Jabren gestor­ben ist, Schätze von ungewöhnlichem Werte gefunden worden sind. Das Grab der Königin war unberührt, während das ihres Gemahls geplündert worden ist. Am Eingang des Grabes wurden die Ueberrefte von sechs Wacht- soldaten mit eingeschlagenen Kupferhelmen gesun­den, im Grabe selbst befanden sich 50 Leichen von Dienerinnen. Die Leiche der Königin war reich mit Gold- und Lapislazuli verziert.

MMionenschädigung des Reichs.

Große Betrügereien mit Sriegsaulelhe.Llkbeflh- Anmeldungea.

r große Betrügereien lethe-Altbesitzanmel»

Hütte empor, wo sie eingeschneü wurden. Am Dienstagmorgen entschlossen sie sich zur Abfahrt. Dabei wurde einer von ihnen, der Präsident oeS StadtrateS von Genf, Grvßrat und Fürsprecher Marcel Brun et, von einer kleinen Lawine ver­schüttet. Seine Kameraden fuhren zu Tal, wo sie die Rettungskolonne mobilisierten. Er konnte je­doch nur noch als Leiche geborgen werden.

* Die Einrichtung der Gefängniszellen der Feme­mörder. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst erfährt, trifft es nicht zu, daß die in der Mord­sache Wilm Verurteilten Lehnsessel in ihren Zel­len haben. In den Zellen befinden sich vielmehr die gewöhnlichen Holzschemel mit Rückenlehne, die entsprechend den Vorschriften in sämtlichen Zellen bei betreffenden Gefängnisses vorhanden sind. — Der im Untersuchungsgefängnis befindliche S ch u lz erhielt zu seinem Geburtstage am 5. d. Mts. Besuch von einigen ihm nahestehenden .Personen. Die Herren Buckrucker und Seldte sowie ein Herr v. Pape haben sich nickt unter den Besuchern be­funden. Im übrigen ist zu bemerken, daß Schulz zurzeit des in Rede stehenden Besuches noch nicht Strafgefangener war.

18] ---------

»Dann wird einer den anderen meiden — niemand heut anderen trauen — dann faßt niemand mehr etwas

~ hann f)°r* <Ees auf — bann sehe ich Haß, Feind- schast, ja, noch Schlimmeres, kommen. Dann wird das Schiff zur Hülle. Dann hört auch alle Disziplin auf — dann ist, vorbei."

S'.bylle schlug vor: „Vielleicht rufen wir einmal Herrn Claaßen herbei, um zu erfahren, auf wie lange er unsere Fahrt schätzt."

nSd) habe soeben mit ihm gesprochen," erwiderte Czerny, „günstigenfalls noch auf drei Tage, ungünsti- genfalls auf eine Woche."

r. Der Arzt schüttelte bedenklich den Kopf. „Das ist schlimm, sie haben bei dem armen Baron gesehen, wie schnell es gehen kann. In drei Tagen kann das halb« «chiff krank sein, und wenn möglicherweise auch nur vor Furcht."

Endlich beschlossen sie, von einer Isolierung abzu­sehen. Wenn die Epidemie größeren Umfang annahm, hatten die Jsolierraume sowieso nicht ausgereicht. Und man mußte überdies befürchten, daß di« Ansteckungs­keim« unter den Paflagieren bereits weit verbreitet mä­ren. Daß es sich um eine ansteckende Krankheit han­delte, sollte zunächst nicht gesagt werden, jedenfalls so­lang« nicht, als man nicht mit einer größeren Derbrei- fang rechnen mußte und — solang« es nicht geboten war. die Baronin aufzuklören.

So setzte also Dr. Ruoff die Desinfektion fort. —

Claaßen wurde unruhig, als er trotz allen Suchens Sibylle nicht fand. Gern hätte er Lydia gefragt, aber irgendetwas hielt ihn davon ab. Es schien ihm, als wüfle dann ein Schatten fallen auf die schöne Stunde, die er bei Tisch mit ihr verlebt hatte. Schließlich wurde sein« Unruhe so groß, daß er es wagt«, an der Tür der von Sibylle bewohnten Kabine anzuklopfen. Als niemand antwortete, drückte er auf den Drücker und fand, daß di« Tür verschlossen war. Also war sie nicht krank. Sie war im Schift, aber wo? Und was tat

I Rettung vorhanden sei. Czerny und Dr. Ruoff be­ruhigten, soweit sie konnten. Vergeblich. Nachdem ein­mal die Worte „Gelbes Fieber", „Tropische Pest" kur­sierten, war es um jede Besinnung geschehen.

Die Baronin war kaum einen Augenblick allein ge- wesen. Stets war jemand um sie, wenn nicht Lydia, dann irgend jemand anders, den Lydia darum bat. Mehrmals hatte sie schon nach ihrem Mann gefragt. Sie erhielt stets die Antwort, daß er noch krank sei. Doch fchließlich beruhigte sie sich nicht mehr damit, sondern verlangte, ihn zu sehen.

„Ihr behandelt mich ja hier wie eine Gefangene!" rief sie einmal Lydia empört zu, als diese bei ihr ein­trat. „Ich will meine Kabine oerlaflen, da sagt man mir: ich dürft nicht. War soll das heißen?"

„Ach, es war wohl nur gemeint, der Arzt hall es nicht für geraten," beruhigte sie Lydia.

„So? Jetzt bin ich aber vollständig gesund. Und jetzt gehe ich. Zunächst sehe ich einmal nach meinem Mann. Er kann das wohl von mir erwarten. Und dann fjabe ich mich auch sonst noch ein wenig in dem Schiff umzusehen."

Lydia sah ein, daß nichts mehr an ihrem Entschluß zu ändern war. Sie hielt es daher für das beste nach­zugeben und die Aufklärung herbeizuführen. Doch fühlte sie sich selbst weder berechtigt noch stark genug dazu, so ließ sie Dr. Ruoff rufen, während die Ba­ronin sich zum Ausgehen ankleidete.

Dr. Ruoff kam.

„Gnädigste Baronin," sagte er. „Sie können leider Ihren Herrn Gemahl nicht sehen."

„Warum nicht?" fragte sie.

„Sie wissen gar nicht, daß eine ansteckende Krankheit an Bord herrscht?"

„Ansteckende Krankheit? Kein Wort weiß ich. Ich darf ja schon wer weiß wie lange die Kabine nicht oerlaflen. Ich werde ja wie eine Gefangene behan­delt."

„Ja —sagte der Arzt, „aus Schonung. Denn Sie waren ja selber nicht ganz gesund."

„Aus Schonung? Ja, was ist denn pafstert?" Sie sah den Arzt mit großen Augen an. Mit bebender Stimme sprach sie: „Was ist denn passiert?"

Eortjetzung folgt.)

Maschinen ohne Mann

Roman von C. A. Stein.

Kabiofignale beim Rangieren.

Die Erfahrung hat gelehrt, daß die jetzt beim Rangieren verwendeten Signalzeichen unvollkom­men sind, weil der Lokomotivführer sie bei Nebel und unsichtigem Wetter leicht übersieht, wodurch her normale Ablauf des Rangierens oft gehemmt wird. Aus diesen Gründen versucht man neuer* b-nas, drahtlose Telegraphie und Telephonie als a^stische Signale zu verwenden, die der Loko­motivführer, da sie in seiner unmittelbaren Nähe am Führerstand in Form von Hupengeräuschen aber auch als mündliche Mitteilung laut ertönen, unbedingt hören muß. Es handest sich hier um zwei Systeme, die mit längs der Rangiergleise ausgesvannten Antennen arbeiten. An der Brust der Maschine wird eine Rahmenantenne ange­bracht. Die Signale gibt der am Ablaufberg ste­hende Rangierleiter, dem es möglich ist, alle not­wendigen Anweisungen dem von seinem Standort meist sehr weit entfernten Lokomotivführer schnell und sicher mitzuteilen. Damit wird das reibungs­lose Rangieren gesichert und Schäden, die infolge des Zusammenpralls der Wagen mit den heutigen Methoden entstanden, auf ein Mindestmaß be­schrankt. 1

OegenroärFfl wird dieser Rangierfunk in den Bahnhöfen Crturt, Saaffeld, Hamm und Halle ausprobiert. Bei zuftiedenstellenden Ergebnissen wird der Rangierbetrieb im Reichsgebiet mit die­ser neuen Einrichtung versehest werden.

Aus parlamentarischen Kreisen wird uns geschrieben:

Die Meinungen über die Frage, was auf dem Gebiete des landwirtschaftlichen Kredits geschehen kann, gehen in der Landwirtschaft selbst weit auseinander. Ein Teil lehnt jeden neuen Kredit ab. Man verlangt Umschuldung und Zinsverbilligung. Die großen Projekte von Schlange, Hugenberg und Wassermann verlangen aber große Sum­men und werden vom Reiche nicht weiter verfolgt. Rach sachverständigen Aeußerungen kann die deutsche Land­wirtschaft auf dem amerikanischen Markte 400, höchstens 500 Millionen Mark Anleihe beschaffen. Es muß aber bestimmt damit gerechnet werden, daß Ostpreußen und Pommern je 100 Millionen, Schleswig-Holstein 80 Mill., beide Schlesien 100 Mill., die Grenzmark 40 Mill., Bran­denburg 80 Mill, und Hannover für die nördlichen Teile 40 Millionen Mark in Anspruch nehmen, das sind zusam­men schon 540 Millionen Mark, Mecklenburg ist dabei noch nicht berücksichtigt. Der Raum, der in Amerika für landwirtschaftliche Anleihen zur Verfügung steht, würbe also schon bei dieser Sachlage mehr als ausgenutzt. An­dererseits hat der Reichsernährungsminister im letzten Sommer erklärt, daß mit Zinsverbilligung etwa 150 bis 200 Millionen für Meliorationsdarlehen bereitgestellt werden sollen. Diese müssen vorab von den 500 Mill, ab­gezogen werden; «s müßten die etwaigen Forderun­gen der Provinzen schon auf die Hälfte ermäßigt werden. Wenn also hier für den Osten schon solche Summen er­fordert werden, was ,so darf man fragen, hat sich bann der Herr Reichsernährungsminister gedacht, als er feine Versprechungen machte bezüglich der Provinzen Rhein­land und Westfalen und Hessen-Nassau, für die ja über«

Die „Voss. Ztg." meldet: Ein Betrugsskandal von ungeheurem Ausmaß, durch den das Deutsche Reich um Millionenbsträge geschädigt worden ist, beschäftigt zur Zeit die Berliner Staatsanwalt- schäft. Es konnte ermittelt werden, daß seit län- ger als einem Jahr große Betrügereien mit Kriegsanleihe-Altbesitzanmel­dungen verübt worden sind. Als einer der Hauptschuldigen wurde in der Nacht zum Dienstag der aus dem großen Moabiter Aktenschiebungs- vrozeß bekannte Bankier Kunert von Be- amten der Staatsanwaltschaft und der Kriminal- Polizei verhaftet und in das Moabiter Unterfu- chungsgefängnis gebracht. Die Angelegenheit dürfte weitere Kreise ziehen, da nachgeprüft wer­ben muß, auf welche Weise es Kunert gelungen ist, den Anmeldungsschwindel durchzuführen. Weitere Verhaftungen sind zu erwarten.

* Zum $a0 Heia. Der Rottmeister L e ch - »er, der den Posträuber Hein festgenommen hat und der der Landespolizei in Bamberg angehört, wurde vom bayrischen Landespolizeiamt zur vor­zugsweisen Beförderung zum Polizeiwachtmeister oorgeschlagen. Für sein unerschrockenes Verhalten wurde ihm eine Anerkennung ausgesprochen. Wie wir hören, sollen die Thüringischen und die sächsi­sche Staatsanwaltschaft gewillt sein, ihre Zustän­digkeit in Sachen des Räubers und Posträubsrs Hein an Coburg abzutreten, das im Jahre 1920 Payern einverleibt wurde. Das wäre insofern von Bedeutung, als die Todesstrafe in Thüringen weit weniger als in Bayern vollstreckt wird, während man sie in Sachsen nicht mehr ausspricht.

• vier Todesopfer der Diphtherie. Seit einigen Wochen herrscht in Bingen unter den Kindern eine Diphtherieepidemie, der vier Kinder zum Opfer geafllen sind. Erfreulicherweise ist jetzt mit einem Rückgang der gefährlichen Krankheit zu rechnen.

Haupt nichts übrig bleiben würbe. Gleichzeitig hat aber der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft Darlehen zur Verbesserung der Molkereien in Aussicht ge­stellt. Eingehende Erhebungen sind daraufhin von den Landwirtschaftskammern burchgeführt worben. Dem Ver­nehmen nach sollen alle die preußischen Landwirtschafts- kammern 120 Millionen Mark als erforderlich bezeichnet haben. Soweit man hört, stehen dem Reichsernährungs­ministerium aber höchstenfalls 18 Millionen Mark für das ganze Reich zur Verfügung. Auch hier begegnen wir wiederum einem großen Unterschieb zwischen den Hoff­nungen, die in der Landwirtschaft, besonders seitens des Sanbbunbes, erweckt worden sind.

Andererseits ist aber durchaus notwendig, die Betriebe aufrechtzuerhalten. Die Preußenkaffe muß so gestaltet werden, daß die schwebenden Schulden, insbesondere die Wechselkredite auf Dünger, gestundet werden. Cs ist auch seitens der Preußenkafse neues Geld heranzuschaffen, denn die Betriebe müssen auftechterhalten werben. Es märe für die Volkswirtschaft von größtem Nachteil, wenn hier eine Unterbrechung der Erzeugung erfolgen würde. Zur Erreichung dieses Zieles wird es keinen anderen Weg geben, als daß Preußen, die Trägerin der Preußenkasse, bas Kapital vermehrt, und bah auch bas Reich in irgend einer Form sich an dieser Aktion beteiligt.

Man muß sagen, daß in den ganzen Fragen der preu­ßische Landwirtschaftsminister, der jetzt bas Kampfobjekt des Landbundes aus durchsichtigen Gründen ist, mit fei­nen Maßnahmen der Wirklichkeit mehr Rechnung trägt, als das Reichsernährungsministerium, das sich mehr ober weniger nur auf Versprechungen beschränkt.

• Di«r Pferd« bei einem Brande erstickt. In Cronenberg (Rheinland) erstickten bei entern in der Geschirrkammer eines Fuhrunternehmers ent- standenen Brande vier schwere belgische Pferde durch Rauch. Der Schaden, insgesamt 10000 Mk., ist durch Versicherung gedeckt.

• Eine mysteriöse Verhaftung. In Bad Neuen­ahr wurde der Polizeikommissar Steinebach von der Amtsverwaltung von drei ftanzösischen Kriminalbeamten ohne Angabe von Gründen in seiner Wohnung verhaftet und mittels eines Autos nach einem unbekannten Ort, wahrscheinlich Mainz, verbracht, liebet den Grund der Verhaftung war bis jetzt noch nichts zu erfahren.

* Der Typhus in Hagen. Nachdem am Sams- tag und Sonntag zehn Personen wegen Typhus­verdachtes inS Hagener Krankenhaus eingelie­fert worden waren, hat sich die Gesamtzahl aller an Typhus Erkrankten aus 65 erhöht. Die Zahl der Todesfälle beträgt elf.

* Ein Skifahrer tödlich verunglückt. Drei Gen­fer Skifahrer stiegey am Freitag zur Montfort-

Turnen und Sport.

— Dom Radfahrerverein Rönshausen wirb uns wit- geteilt: Um bas von der Vereinigung deutscher Rad- sportverbände, der der Deutsche Rab- und Motorfahrer- Verband Concordia e. V. Sitz Bamberg angehört, aus­gegebene deutsche Radsportabzeichen haben sich unsere Mitglieder: Clemens Leibold, Theodor Leibold, Karl Licht, Clemens Rützel, Franz Joseph Rützel und Joseph Farnung mit Erfolg beworben. In der Hauptversamm­lung vom 29. Jan. 1928 wurden die Erwähnten mit dem Rabsportabzeichen ausgezeichnet. Auch um das Wanderehrenabzeichen der Concordia haben sich die Ge­nannten mit Erfolg beworben und konnten ausgezeichnet werden und zwar mit einer Punktzahl von 142,6.

— Gauvorstandssihuvg des Gaues 8 der Concordia. Arn 5. Februar 1928 tagte der Gauvorstand des Gaues 8 Hessen-Nassau der Concordia in Offenbach a. M. Anwesend waren neben sämtlichen Gauvorstandsmit­gliedern der Verbandsvorsitzende Haas aus Bamberg sowie eine Anzahl Offenbacher Derbandskameraden. Die Beratungen befaßten sich hauptsächlich mit dem Sport­programm für 1928, das sehr umfangreich ist und in allererster Linie mit der Austragung der diesjährigen Gaumeisterschaften in Offenbach a. M. Bezüglich der Korso-Wertung wurde ein Ergänzungsantrag an den Derbandssportausschuß weitergeleitet und Gau-Obmann Heinrich mit der weiteren Erledigung beauftragt. Cs wurde ein Antrag angenommen: „Die Derbandsvoll- sitzung im April 1928 wolle beschließen, den Anschluß an den Reichsverband der deutschen Jugendverbände vor­zunehmen." Die Durchführung eines Saak-SporÜehr- turfus wurde ins Auge gefaßt. Für die Hebung des Radwandersports wurden noch einige Anregungen ge« geben, die noch einer weiteren Verarbeitung bedürfen. Ms Gausportleiter wurde Herr Justus George in Fulda, Petersbergerstr. 24, bestätigt u. eingeführt. H. P,

Großer Ncl-HoshcnDall ,ib Schalthels’Mhen Saale zu Heuenberg am Fastnaffit-Samstag, den 13* tebruar 1928, von abends 7 Uhr ab. Zuchtfreunde und Gönner des Vereins sind hierzu freundlichst eingeladen, ff. Speisen und Getränke! ff. Vogelkapelle!

Ei ntrittspreise: für Hähne Mk. 1.50, für Weibchen Mk. 0.50. Alle, die seither mit Ein'adunjzen bedacht waren, hierzu herrl.rf.ef Der alte Schapper- und Roll-Ausschuss.

Eingesandt.

Für die hier erfolgenden Veröffentlichungen übernimmt die Schriftleitung nur die durch das Preßgesetz oorge« schrieben« Verantwortuna,

Vorgestern brachte die Fuldaer Zeitung eine Notiz über Vogelschutz und Vogeinistkäst e u. Nach den Beobachtungen, die Verfasser dieser Zeilen im hiesigen Schloßgarten angestellt hat, werden die gezim­merten Nistkäsicheu nur von Staren bewohnt. Richt ein einziger Nistkasten war danach von einem anderen Höhlenbrüter bezogen. Viel sind übrigens überhaupt nicht mehr bewohnbar. Es herrscht für Höhlenbrüter sowohl wie für Freibrüter eine große Wohnungs­not. Im Schloßgarten müßten doch unbedingt einige Berlepsche Nistkästen aufgehängt werden. Fulda hat auch wenig Anlagen für Freibrüter. Die Anlagen am Frauenberg und besonders am Kalvarienberg sind ideal, wenn immer für Wasser gesorgt wirb; denn dreierlei braucht der Vogel: Nistgelegenheit, Nahrung und Was­ser. Die Fulda ist schon etwas zu weit und auch für die empfindlichen kleinen Sänger zu schmutzig. Das gleiche gilt von der Waides, in die von irgendwoher ölige Abwässer geleitet werben. Sonst würde der rechte Abhang an der Waides gegenüber der Schloßmauer ein ideales Vogelschutzgehölz sein. Das Gehölz scheint frü­her zum Zweck des Vogelschutzes angelegt worben zu sein, ist aber nicht zu quirlftänbigem Wuchs rechtzeitig beschnitten worben und auch nicht genug gegen räu­bernde Katzen und Hunde gesichert. Ein dichtes Dornge- strüpp müßte es gegen die barüberltegenben (Bärten schützen. Im Schloßgarten sorgt ja der Frosch immer für frisches Wasser, llebrigens müßten auch die Anla­gen am Kalvarienberg gegen herumstrochelnde Hunde gesichert werden. Hunde dürften hier nur an der Leine mitgeführt werden. Könnte nicht die Gegend am neuen Wasserbafsin zu einem Eldorado für Freibrüter umge« schaffen werben? Wer Liebe zur Dogelwelt erwecken will, ber leite die Jugenb nicht nur an zum Bauen von Starkästen, sondern lehre die Jugenb die Vogelwelt in ihrem Treiben beobachten, vor allem ihren Gesang be­stimmen. Und dazu ist jetzt die gegeoene Zeit, denn jetzt find es nur wenige Vögel, die bereits ihren charakteristi­schen Paarungsruf erschallen lassen. Wenn erst mal der bunbertfttmmige Chor im April und Mai feine Weifen erschallen läßt, Amsel, Drossel, Fink und Star und die ganze Vogelschar, dann fällt es schwer, einzelne Sän­ger zu bestimmen. Das Dogelleben bringt in bas un­geheuer ernste Schweigen ber übrigen Natur Mwechs. lungunb Zutraulichkeit. (Folgt Unterschr.)

i Claaßen atmete auf. „Also gut! Dann gilt es! Mit 1 allem, was die Maschinen hergeben können: voran!"

14. Kapitel.

Sibylle stand vor dem Lager ber Kranken und v«r- ' suchte, ihrem Gatten und den Töchtern Trost zuzu- sprechen. Sie hatte nicht den Mut, ihnen zu verhehlen, daß der Ausgang kaum noch zweifelhaft war. Frau Dieckhoff lag in hohem Fieber und delirierte. Von Zeit zu Zeit erbrach sie. Sie klagte in dem einen ober an­deren klaren Augenblick über unerträgliche Kopsschmer- Zen und Zuckungen in den Gliedern. Der Gatte saß da. völlig gebrochen, die Töchter weinten. Immer wie­der kehrte die Frage zurück, was für eine Krankheit es denn fei. „Fieber!" hatte der Arzt nur gesagt, „ein allerdings recht bösartiges Fieber, das zum Tode führen kann."

Auch andere Passagiere klagten nun über ähnliche Erscheinungen. Unermüdlich ging Dr. Ruoff von Lager zu Lager, und je länger es dauerte, desto gewisser wurde es ihm, daß kaum noch etwas zu verheimlichen mar. Fast ein halbes Dutzend weiterer Fälle mußten diagnostiziert werden, und wenn sie auch nicht alle schwer waren, so mußte mit einigen weiteren Todes­fällen doch gerechnet werden. Dor allem aber mußten die Passagiere nunmehr über die drohende Gefahr aus- geklärt werden, damit sie sich in acht nahmen. Alle übrigen Rücksichten mußten nunmehr schwinden.

So sprach er es denn an dem Lager der Frau Dieck, hoff aus: Selbes Fieber — eine epidemische Krankheit — alle Gesunden mußten die Berührung mit den Kran­ken möglichst meiden. Soweit möglich, wollte man sie isolieren. Frau Dieckhoff follte sogleich in die Jsolier- räume geschafft werden, und die übrigen Kranken auch.

Entsetzt hörten di« beiden Töchter und Herr Dieckhoff diese Mitteilung an. Kaum gelang es Sibylle, sie so- weit zu beruhigen, daß sie nicht auf die Korridore hin- ausliefen und die Mitteilung Weitergaben. Als nun aber die Krank« hinweggefchafft wurde, war es unver- weidlich, daß die anderen Paffagiere aufmerksam wur­den und erfuhren, was der Transport bedeutete. Eine ungeheure Aufregung entstand. Ueberaß bildeten sich Gruppen, die verlangten, man solle ihnen sofort die reine Wahrheit sagen, man solle sagen, ob das Schiff Der- i feucht (ei, ob auch nur noch bi* geringste Aussicht auf