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Handel und Wirtschaft

Iie deutschen Windthorstbunde im Zähre 1927

Krone,

Technik und Verkehr.

In einem

verschiedenes

Uiohnungsgesuche

dritten grund­

deutschen hin von

Maskenkostüm

billig zu verleihen.

Slikolausstraße Spart.

• Abreise des General Lharpy aus Polen. Aus Warschau wird gemeldet: Der bisherige Chef der französischen Militärmission in Polen, General Charpy, verließ Warschau und reiste nach Frank- reich zur Uebernahme eines neuen Postens zurück.

* Eine scherzhafte Rechtsfrage. In einer Pen- sion wohnte ein Herr H. und ein Herr P. Tür an Tür. Wenn sich Herr H. rührte, begann es bei Herrn P. laut zu rufen: „Ruhe, Du Lausbub!" Cines Tages drang Herr H. wütend in das Zim­mer des Herrn P, ein, (Er fand seinen Nachbar

Zentrumsversammlungen zwecks Neubelebung der Parteiorganisation im Kreise Hünfeld:

Sonntag, den 12. Februar 1928,

nachmittags 3% Uhr in Wölf in der Gast­wirtschaft Wilhelm Hodes.

abends 7% Uhr in Eiterfeld in der Gast­wirtschaft Wilhelm Hodes.

Zu diesen Versammlungen sind die Zentrums. Wähler und -Wählerinnen der betr. Orte und der näheren Umgebung dringend eingeladen.

nicht vor, aber einen Pavagei, der gerade wieder diesen Befehl von sich gab. Herr H. nahm nun an, Herr P. habe seinem Vogel diese Worte her­gebracht. um ihn zu beleidigen. Vor Gericht kam es jedoch zu einem Vergleich. Es wäre interes­sant gewesen, ob man jemand durch einen Papa­gei beleidigen lassen könnte!

Auto-u.Motorrad Nummerschilde werden vorschriftsmäßigund sauber angefertigt.

Eckhardt & Kollmann Malermeister

Florengasse 27.

biS 21,00, Wicken 21,00—23,00, Lupinen, blaue 14,00 bis 14 75, Lupinen gelbe 15,50—16,00, Seradella 00—00 neue 20,50-23,5 Rapskuchen 19,75-19,90, Leinkuchen 22 00 bis 22 2 Trockenschnitzel 12,90—13,00, Soya-Schrot 21,0 bis 21,40, Kartoffelflocken 23,90 —24,10.

In diesen Notierungen sind Umsatzsteuer und Provi­sionen der Einkäufer und Landhändler, Borfrachten, Sackabnutzung und dergl. mehr nicht enthalten, um welche Spesen sich also die Erzeugerpreise ermäßigen.

besonderer Bedeutung geworden. Nicht allein, daß eine festere Durchorganisation des Verbandes stattgefunden und die Anzahl der Bunde und der Dundes-Mitglieder sich vermehrt hat, im vergangenen Jahr stand die poli­tische Bildungsarbeit in den Bunden, Gauoerbänden und Provinzialoerbänden im Bordergrund. Anläßlich der Reichstagung in Landau wurde, wie in den Vor­jahren, ein Arbeitsplan herausgegeben, dessen Anregun­gen in zahlreichen mehrtätigen Kursen durchgearbeitet wurden. Die Hauptaufgabe der Windthorstbündarbeit wurde daher in der politischen Bildungsarbeit gesehen.

Wir können aus der großen Reihe der Veranstaltun­gen hier nur das wichtigste zusammenfofsen. Verwei­sen möchten wir aber auf die zusammenfassenden Be­richte im Januarheft 1928 der Monatsschrift des Reichs­verbandes der Deutschen Windthorstbunde „Das junge Zentrum". Der Reichsverband veranstaltete zwei Reichsschulungswochen, eine westdeutsche in Königswin- ter und eine süddeutsche in Bad Griesbach. Auf der westdeutschen Reichsschulwoche, die in der Karwoche 1927 stattsand, wurde das Thema behandelt: Was wir vom deutschen Volk und Land wissen müssen. Anschlie- ßend an die einzelnen Referate wurden in der Form der freien Arbeitsgemeinschaft Aussprachen über die ge­stellten Themen gehalten. Von den einzelnen Refera­ten nennen wir: Das deutsche Land, das deutsche Volk, die deutsche Landwirtschaft, die Wohnungs- und Sied­lungsfrage. Die süddeutsche Reichsschulwoche, die An­fang Oktober in Griesbach abgehalten wurde, stellte sich das Thema: Der Lebensraum des deutschen Volkes. Hier wurde insbesondere gesprochen über die deutsche Industriearbeiterschaft, die deutsche Landwirtschaft und über die Fragen der Wahlrechtsreform.

Reben diesen Reichsschulwochen fanden Innerhalb der Gau- und Provinzialverbände mehrtägige Kurie statt. Verschiedentlich wurden die Mitglieder der örtlich zu- fammengeschlossenen Bunde zu Wochenendtreffen sammengeführt. Diese dienten nicht allein der lieber- mittlung des poliftschen Wissens, sondern vor ollem der politischen Aussprache über bestimmte Fragenkreise, so über die Siedlungsfrage, die Wahlrechtsreform, die Christlich-soziale Reichspartei, das Zentrum in der neuen Koalition.

Auf der erweiterten Reichsverbandstagung im Fe­bruar des vergangenen Jahres in Berlin behandelten Ministerpräsident a. D. Dr. Stegerwald und A. H. Berning das Thema: Politische Parteien und außerpar­lamentarische Verbände. Das zweite Thema der Ber­liner Tagung galt den Fragen der politischen Bildungs­arbeit. Die Erfahrungen und Bildungsbestrebungen de» Dolksvereins für das katholische Deutschland, der Reichs, zentrale für Heimotdienst und der Parteiorganisation wurden stärker in den Dienst unserer Arbeit gestellt.

In der Pfingstwoche kamen die deutschen Windthorkt- bunde zu ihrer 7. Reichstagung in Landau in der Rhein. Pfalz zusammen. Das Hauptthemo der Tagung war: Um die politische Einheit der deutschen Katholiken. Ein. geleitet wurde die Tagung durch Referat und Aussprache über den politischen Weg der jungen Generation. Dr. Wirch sprach in einer öffentlichen Kundgebung über Frankreich und Deutschland. Auf der Tagung wurden ferner die Möglichkeiten des politischen Spieles in un- feien Bunden untersucht, ein Spiel selbst vorgeführt. Ueberhaupt wurde in vielen Bunden besonderes Gewicht gelegt aus die Neugestaltung des politischen Festes. Das kam besonders zum Ausdruck anläßlich der Feiern am Verfasiungstage.

Amtsperiode durch einen Präsidenten sätzlich verurteilt.

Märkte.

= Aulda, 11 Febr. Dem Schweinemarkt wa­ren 216 Ferkel zugeführt worden, die je nach dem Alter zu 10, 16 und 22 Mark das Stück verkauft wurden. Der Handel war sehr schlecht; es verblieb viel Ueberstand.

* Keine weitere Kandidatur Loolidges. Aus Washington wird gemeldet: Der Senat hat die von Lafoilette eingebrachte Entschließung an­genommen, die die Annahme einer

Statistik der winde.

In ganz Europa herrschen die Winde aus westliche» Richtung bei weitem vor. Allerdings variiert die Rich­tung ein wenig nach der Lage der Länder. Die im Westen liegenden Länder, Spanien, Frankreich, und England haben in der Hauptsache Südwestwinde. In den zentral gelegenen Ländern herrscht der ausgespro­chene Westwind, in den östlichen Ländern herrscht der Nordwest. Für Deutschland haben genaue Beobachtun­gen folgende Tabelle ergeben, die die Zahl 1000, d. h. 1000 Windtage zur Grundlage hat: Nordwind 84, Nord­ost 98, Ost 119, Südost 87, Süd 97, Südwest 185, West 198, Nordwest 131. Die West-, Südwest, und Nordwest, winde zusammen machen die Zahl 480 aus, d. h. also fast die Hälfte aller Winde. Diesem Umstande hauptsächlich verdankt Europa und verdankt auch Deutschland sein warmes Klima. Denn die Westwinde kommen von der warmen Aeguatorialströmung, die sich, dem Golfstrom entsprechend, über dem Atlantischen Ozean von dem Aequator nach dem Nordpol hin bewegt. Der vielleicht merkwürdig erscheinende Umstand, daß Mitteleuropa an­dere Winde hat als die wesüichen Länder, erklärt sich aus einer Tatsache, die schon vor Tausenden von Jahren beobachtet worden ist: daß nämlich in Europa eine Ab­lenkung der Winde in der Richtung der scheinbaren Be­wegung der Sonne erfolgt; ein Südwest geht also in West-, ein Nord ost. in Ostwind über. Schon den alten Griechen war diese Tatsache bekannt und Aristoteles erwähnt sie ausdrücklich in feinem Werke über die Na­tur. So geht der aus dem Süden kommende Aequa- torialluststrom auf seinem Wege allmählich in Südwest- und endlich in Westwind über. Ohne diese Ablenkung würden wir seiner Segnungen in sehr viel geringerem Maße teilhaftig werden. ', . , ;

* Ein gemütliches Skadkparlcnnenk. I» Bericht der Oppelner Nachrichten (Nr. 18) über die Wahl des Vorstandes der Stadtverordneten­versammlung in Eutentag lesen mir: „Das «mt des Schriftführers wurde Herrn Fleischer­obermeister Karl Hoeppe einstimmig übertragen. Cr nahm die Wahl an und sollte sogleich seines Amtes walten. Da rief er: „Halt, heute schreibe 77 .protokolliere ich — nicht, denn ich habe keine grille. „Was, Du hast keine Brille?" fragte -hnStadtv. Pieczonka." — „Nun, schreibe Du für maj , war die Antwort. „Du gibst dafür einen Schoppen aus?!" „Ja, freilich." ... — Damit war Die Tagesordnung erschöpft. Da plötzlich rief eine Stimme: „Fahren wir mit dem neuen Omnibus zum „Grünen Baum" nach Goslanitz zu einem Schoppen!" Ein Zuhörer erwiderte: „Nein, das gibt es nicht, hier in der Stadt bleibt das Geld!" Der Stadtoerordnetenvorsteher verbat sich diese Einmischung des Zuhörers mit den Worten: „Paul, Du hast hier gar nichts dremzureden!" Alsdann dankte Stadtverordnetenvorsteher Piec­zonka den Anwesenden für die zweistündige „Ar­beit", und schloß die Sitzung pünklich 10 Uhr mit der Einladung an sämtliche Stadtväter, zu einem Glase Bier in den „Südpark Gabor" zu kommen." Also geschehen am 19. Januar 1928.

♦ Die Unwetterkatastrophe in Norwegen. An­dauernd laufen noch aus Norwegen Nachrich- ten über Zerstörungen und Verluste an Menschen- leben als Folge der Schneelawinen und Ueber- schwemmungen ein. Ein Haus in Vadheim im Be­zirk Sogn wurde unter einer Schneelawine be­graben, wobei fünf Personen ums Leben kamen. Es ist schwer, die Zahl der ums Leben .Gekommenen

Dom Reichsgeschäftsführer Dr. Heinrich Berlin.

Das verflossene Arbeitsjahr ist für die Windthorstbunde nach mehreren Richtungen

Vorbericht des Berliner Schlachlviehmarkkes.

— Berlin, 10. Febr. (Eig. Funkrn.) Es wurden be­zahlt für je einen Zentner Lebendgewicht: Rinder 19 bis 61, Kälber 45—83, Schafe 28—62, Schweine a—b 58—59, c) 55—57, d) 53—55, e) 48-52, f) 44—46, g) 52—54. Äufgetrieben waren: Rinder 2110, Kälber 1801, Schafe 4650, Schweine 12 671. Marktverkauf: Bei Rin­dern, Kälbern und Schweinen ruhig, bei Schafen ziemlich glatt.

— Bereinigte Schuhstoffabriken Fulda 21.-©., Fulda. Der A.-R. beschloß, wie angekündigt, der auf den 27. März einzuberufenden G.-B. auf 720 000 RM. A.-K. eine Dividende von 4 (0) Proz. für 1927 vorzuschlagen. Der Geschäftsgang fei gegenwärtig befriedigend.

— Die deutsche Roheifengewinnung im Januar 1928. Die deutsche Roheisengewinnung im Januar 1928 ist mit 1.180.576 To. um 30 896 To. oder um 2.7 Proz. höher als die des Dezembers 1927. Arbeitstäglich belief sich die Gewinnung auf 38 083 To. Diese Leistung entspricht 8 2.8 Proz. der durchschnittlichen arbeitstäglichen ®e- roinnung des letzten Vorkriegsjahres 1913 im Deutschen Reich damaligen Umfangs. Ende Januar waren ebenso wie Ende Dezember von 191 Hochöfen 116 im Betrieb und 10 (8) gedämpft.

— Die Ianuarindexzifferu in Frankreich. Die E i n- zelhandelsindexziffer belief sich im Januar 1928 auf 530 gegen 523 im Vormonat. Die Lebenshal­tungskosten in Paris wiesen die Gesamtindexziffer von 498 auf, die sich im Einzelnen zusammensetzt aus: 504 für Ernährung, 555 für Heizung und Licht, 275 für Woh- nung, 581 für Kleidung und 590 für Verschiedenes. Die Großhandelszifser in Frankreich stellt sich im Ja­nuar 1928 auf 620 gegen 617 im Dezember 1927. Die entsprechenden Ziffern für 20 Lebensrnittel lauten 556 gegen 553 und für 25 Industriemaieriallen 676 gegen 673.

ober den Umfang der Schäden festzustellen. Bis jetzt nennt man 20 biS 30 Tote. Die Verkehrs- Verhältnisse der Bergen-Bahn sind unverändert. Es wird noch einige Zeit vergehen, bis die <m- gerichteten Schäden ausgebessert sind.

* Explosionskatastrophe in einer Destillerie. In Everett (Massachussetts) wurden infolge einer Explosion von Destillierapparaten bei der Beacon Oil Company mindestens fünf Personen getötet und ungefähr 30 verletzt. Nach der Explosion brach ein Brand aus, der jedoch nrnerhall» emer Stunde lokalisiert werden konnte. Don hundert m der Nähe der Destillierapparate beschäftigten Per- fönen wurden mehrere in die Lust geschleudert.

Der Hund im Dienste der Rerchsvaqn.

Im Jahre 1924 verwendete die Reichsbahn 50 Diensthunde, heute über 550 ausgebildete Schutz- und Polizeihunde, die jeder der Obhut eines sorgsam aus- gewählten und ausgebildeten Hundeführers anoertraut sind. Die natürlichen, die menschlichen zum Teil weit übertreffenden Fähigkeiten machen den gut ausgebilde­ten Hund in der Hand eines geeigneten Führers auch für den Bahnpolizeidienst vor allem bei den regelmäßi­gen Nachtstreifen geeignet. Ein tüchtiger, gut geführ­ter Diensthund ersetzt eine Anzahl von Beamten und er­möglicht Leistungen, die mit menschlichen Kräften oft überhaupt nicht zu erreichen sind. So beging z. B. an einem Herbstabend gegen • 6 Uhr eine Streife von drei Mann mit dem Diensthund „Rino" eine Bahnstrecke. Sie bemerkte auf einem vorbeifahrenden Güterzuge vier Personen, die von den Wagen große Mengen Kohlen herunterwarfen. Der Zug fuhr so schnell, daß die Streife ihm nicht folgen konnte. Die Streifbediensteten setzten deshalb den Dienschund zur Verfolgung der Diebe an; sie selbst folgten so schnell es möglich war. Als der Zug bei der Einfahrt im nächsten Bahnhof langsamer fuhr, sprangen die Diebe herunter und Der- suchten zu entfliehen. Hierbei stellte „Rino" einen der Siebe und hielt ihn, ohne zu beißen, solange fest, dis die Streife hinzugeeilt kam. Dadurch konnten alle vier Diebe, die bereits viele Zentner Kohle abgeworfen hat­ten und ohne die Hilfe „Rinos" entkommen wären, der Bestrafung entgegengeführt werden.

Durch feine außerordentlich scharfen Sinne ist der Hund auch bei schneller Stöberarbeit imstande, seinem Führer kundzutun, 06 irgendwo, sei es auf freier, Strecke, sei es auf Güter- oder Äerschubbahnhöfen, im Werkstätten- oder anderen Gelände irgend etwas Außer»: gewöhnliches wahrzunehmen ift Der fliehende Ser- brecher, der hinter Wagen, Gemäuer oder Dickicht zu­mal bet Dunkelheit leicht entkommen kann, wird vom Diensthund in kürzester Zeit gestellt und kann dann vom Beamten festgenommen werden. Die Leistungen von Polizeihunden im Auftuchen von Spuren auf Grund der Witterung werden häufig bezweifelt. Zahl- reiche Erfolge beweisen jedoch die Nützlichkeit der Ver­wendung von Polizeihunden auch hierbei. Ein Bei­spiel: In einer Güterkasse war nachts eingebrochen worden. Der Dieb hatte mit einem Brecheisen das Schalterfenster zur Güterkasse gewaltsam ausgebrochen und sich in den Kassenraum gezwängt. Fenster und Fensterwand trugen deutliche Spuren des Einsteigens. 8 Stunden nach dem Einbruch wurde der Diensthund „Otto" an der Einbruchsstelle angesetzt und bekam Wit­terung. Nach einigen Sekunden zog er an, ging die Treppe hinunter auf die Straße, die Bahnhofsauffahrt entlang bis zur Hauptstraße und über die Bahnhofs­brücke am Bahnhof vorbei. Die Straße war bereits stark begangen und teilweise mit Neuschnee bedeckt, die Nasenarbeit also recht erschwert. In einer Sackgasse verlor er die Fährte, wurde zur Abzweigstelle zurück- geführt und ging dann einen Weg von insgesamt 1000 Meter bis zu einem Hause, dessen Vorgarten mit einem eisernen Zaun abgeschlossen war. Hier verlangte „Otto" Einlaß. Zwei Treppen hoch blieb er vor einer Tür ste­hen, fing an zu winseln und zeigte fortgesetzt mit Blick und Schnuppern nach der Einlaßtür. Drei Oberland­jäger wurden hinzugeholt. Otto ging sogleich bis ins Schlafzimmer, wo er auf den noch im Bett befindlichen Wohnungsinhaber verwies. Die Haussuchung förderte das Brecheisen zutage, mit dem der Einbruch ausgeführt worden war. Der Täter gestand. Für den Dienst bei der Reichsbahn als Schutz- oder Polizeihund kommt in erster Linie der deutsche Schäferhund und an zweiter Stelle der Airedale-Terrier in Frage. Vereinzelt wer- den auch Riesenschnauzer, Rottweiler, Dobermannpin­scher und Boxer verwendet

■= Frankfurter Börse vom 10. Febr. Wenn auch der Reichsbankausweis eine gewisse Befriedigung aus- löste, so drückte das Fehlen der sogen, zweiten Hand (Privatpublikum) doch unvermindert stark auf das Bör­sengeschäft. Trotzdem war anfangs die Stimmung nicht unfreundlich. Freigabewerte wurden auf die günstigen Nachrichten über das Freigabegesetz in bemerkenswerten Posten spekulativ gekauft und zogen teilweise recht kräftig an. Montanwerte verkehrten weiterhin völlig ruhig. Ebenso auch Kaliwerke. Auf dem Chemiemarkt ist die Lage leicht gebessert. Im Vordergründe stehen hier Scheideanstalt. Unverändert ruhig liegt der Elektromarkt. Für Autowerte setzte bei Gewinnen bis zu 3 Proz. eine lebhaftere Bewegung ein. Maschinenwerte sind später bei kleinstem Geschäft gering erholt. Der Bankaktienmarkt zeigte keine Veränderung. Schiffahrtswerte gut erholt. Auf dem Bauaktienmarkt war die Sage etwas freundli­cher. Der Deutsche Rentenmarkt verkehrte ohne jede An- regung, nur in Gold-Pfandbriefen wurden erhebliche Um­sätze getätigt. Auslandswerte wurden kaum beachtet. Die Börse schloß geschäftslos. — Die Abendbörfe verkehrte weiterhin sehr still, wenn auch bei leicht gebes­serten Kursen. Montanwerte sind durchweg gehalten. Von Chemiewerten sind Scheideanstalt anfangs etwas gefragt, Farbenindustrie gehalten. Auf dem Elektromarkt sind ver­einzelte Großwerte leicht erhöht, hatten aber gleichfalls keinerlei Geschäft. Auto- und Maschinenaktien unver- ändert. Bankaktien uneinheitlich. Von Schiffahrtswerten sind zu Beginn Norddeutscher Lloyd gering gefragt und Steigert. Der Anleihemarkt zeigte kaum nennenswertes

--- Frankfur o. 10. Febr. (®e reibebörfe. Es wurden bezahlt für je 100 Kg.: Weizen 1. gut, ge­sund, trocken, 1 Prozent Auswuchs 24.50, Weizen 2. gut, gesund, trocken, bis zu 3 Prozent Auswuchs 23.26 bis 23.50, Weizen 3. geringere Beschaffenheit, bis zu 23 Prozent Feuchtigkeit 22.75—23.25, Roggen 24.50, Gerste 27.5—29.5, Hafer int 23.5—24, Mais 1. für Futter- zwecke 22.50, Mais 2. für andere Zwecke 22—23.25, Weizenmehl 36—36.75, Roggenmehl 33—35, Weizen- kleie 14.15—14.25, Roggenkleie 15—15.25. Tendenz: Flau. Mais und Kleie fest

— Berlin« Produktenbörse vom 10. Februar. Amtlich festgesetzte Preise. Getreide und Celfaaten per 1000 Kg. sonst per 100 Kg. in Reicksmark. Weizen märk. 225—228 Roggen märt. 229—233, mecklb. 000—000, PC mm. 000—000, Sommergerste 220—270, Wintergerste 000 bis 000 Hafer märkischer 203—214, pommerscher 000—000, toeftpr. 000—000, Mais loko Berlin Waggon frei Hamburg 219 221, Weizenmehl pro 100kg frei Berlin brutto tnfl. Sack (feinste Marken über Notiz) 28,50 biS 32.75, Noggenmebl pro 100 kg frei Berlin brutto infl. Sack 29.50-33.00, Weizenkleie frei Berlin 15,25 bis 15,30, Roggenkleie frei Berlin 15,25—00,00, Raps 345 bis 350, Leinsaat 000—000, Viktociaerbsen 43,00—55,00, kleine Speiseerbsen 32,00—35,00, Futtererbsen 21.00 bis 22,00, Peluschken 20,00—21,00, Ackerbohnen 20,00

Die Jungakademiker haben an allen Tagungen der Windthorstbunde lebhaft teilgenommen. Besonders stark waren die Studenten auf der Erweiterten Reichs- verbandsvorstandssitzung im Februar in Berlin ver­treten. Anläßlich der Reichstagung in Lande wurde ein- gehend über die Zusammenarbeit innerhalb des Kartells republikanischer Studenten gesprochen. Im Sommer hat sich in Berlin ein Kreis für christliche Politik gebil­det. Träger sind verschiedene studentische Gruppen. Auch die Zentrumsgruppe hat sich an der Gründung und dem Aufbau des Streifes beteiligt. Während des Win- terfemefters 1927-1928 werden 13 Vorträge abgehalten, an die sich jedesmal eine Aussprache cmschließt.

Die Monatszeitschrift des Reichsverckandes „Das junge Zentrum" hat mit Ablauf des Jahres 1927 den 4. Jahrgang beendet. Es darf als ein guter Erfolg be­trachtet werden, daß sich die Leferzahl im vergangenen Jahre um 600 vermehrt hat. Im inneren Aufbau der Zeitschrift hat sich im Vergleich zu den früheren Jahr­gängen wesentlich nichts geändert. Die stärkere Be­schäftigung der Bunde und in den Kursen mit politi- fdjen Einzelfragen machte es erforderlich, die Hefte all­gemeineren Inhaltes durch Sonderhefte, die bestimm­ten Fragenkreisen gewidmet wurden, zu ergänzen. So beschäftigte sich das Februarheft 1927 mit der Alkohol­frage und der kommenden gesetzlichen Regelung durch das Schankstättengesetz. Das Märzheft berichtÄ über Referate und Aussprache der Berliner Februartagung und gibt Anregungen für den Ausbau und Durchfüh­rung der politischen Bildungsarbeit. Zur 7. Reichs- tagung in Landau gab die Schriftleitung das Sonder­heft „Um Volk und Staat", der Weg der deutschen Windthorstbunde, in einer erweiterten Auslage heraus. Der Zweck dieses Heftes war, Rückschau zu halten über das Werden und Wirken der Windchorftbunde, beson­ders über ihre praktische Arbeit im Bunde. Es gab Anlaß zur Besinnung und Förderung der Windthorst- bundarbett und diente den neugegründeten Bunden als gute Anleitung für ihre beginnende Tätigkeit. Ein reichhaltiges Bildungsmaterial aus den Schriftenreihen des Volksvereins für das katholische Deutschland und aus den Schriften und Bildern der Reichszentrale für Heimatdienst soll Anregung geben für die persönliche Weiterarbeit und für die Ausgestaltung der Bundes- abenbe.

Die starke Beschäftigung mit der Siedlungsfrage führte zu einer zusammenfassenden Behandlung der bäuerlichen Siedlungsfrage im Oktoberheft. Er erschien unter dem Titel: „Jungbauer erwache" und wurde

5lmauuIlah-Nhan.

In den nächsten Tagen wird das afghanische Königspaar in Berlin erwartet, das vor einigen Wochen eine Europareise angetreten hat und nun- mehr über Rom und Paris in Brüssel angekom- men ist- Die Reife soll über London nach Berlin führen. Amanullah-Khan ist der erste af­ghanische Herrscher, der sein Land verlassen hat. In mancher Beziehung hat er Aehnlichkeit mit Ke- mal Pascha, dem Reformator der asiatischen Tür- fei- Auch Amanullah-Khan hat in seinem Lande Diktatorstellung, wenn er auch das Wort nicht gerne hört, und er hat das Hauptgewicht feiner Re- gierungspolitik darauf gelegt, Afghanistan zu euro­päisieren. Sein Vater, Habibullah-Khan, ist vor neun Jahren, am 20. Februar, unter geheimnis­vollen Umständen ermordet worden. Engländer und Bolschewisten haben sich gegenseitig dieser Er­mordung bezichtigt. Amanullah-Khan aber hat die Urheber in der neu entstandenen afghanischen Un­abhängigkeitspartei gesucht und deren Häupter, das heißt seine nächsten Anverwandten, aus dem Wege geräumt. Nach seiner Thronbesteigung hat er die proenglische Politik seines Vaters nicht fortgesetzt, sondern um die Unabhängigkeit seines Landes ge­gen die Engländer gekämpft. Er hat das durch Seuchen geschwächte englische Heer im Herbst 1919 gezwungen, seine Alleinherrschaft anzuerkennen. England mußte aus das Protektorat verzichten.

Er hat sich alsdann ganz dem inneren Aufbau feines Landes gewidmet und vor allem mit dessen Abgeschlossenheit gegenüber aller Welt, insbeson- dere der europäischen, gebrochen. Die Jugend Af- ghanistans kann heute in Europa studieren. Er verbot in seinem Lande die Sklaverei und ver­hängte über jede Verfehlung dieser Art schwere Strafen. Auch die Vielweiberei schaffte er ab und befahl die Einehe. In Kabul richtete er eine ös- sentliche Frauenschule ein. Er führte in seinem Land die allgemeine Wehrpflicht ein, indem er die von den einzelnen Stämmen gehaltenen irregu­lären Truppenverbände auflöste. Die militärische Ausbildung übertrug er türkischen Offizieren. Seine Unabhängigkeit von England dokumentierte er dadurch, daß er einen autonomen Zolltarif ein­setzte, von dem hauptsächlich die englischen Waren betroffen wurden. Scharfe Strafmaßnahmen er­griff er gegen das Bestechungsunwesen. Im Ge- gensatz zu seinem türkischen Nachbar ist er auch Trager der obersten geistlichen Gewalt, er ist Staatsoberhaupt und oberster Kirchenfürst. Diese Doppelwürde hat seine Demokratisierungsabsichten etwas behindert, sie hat ihn gezwungen, den mo­hammedanischen Einwohnern seines Landes gewisse Vorrechte vorzubehalten, nur sie können in den Staatsdienst eintreten.

Wie schon gesagt, läßt sich Amanullah-Khan Nicht gerne Diktator nennen. Er hat auch eine 5tette von Einrichtungen getroffen, die seinen Ab- solutismus in einem milderen Lichte erscheinen lassen sollen. Ihm zur Seite stehen einige Fach- Minister und außerdem ein aus drei Abteilungen aufgebauter Staatsrat, von denen die eine die Ge­setze vorbereiten und auslegen, die zweite Recht sprechen soll. Von der dritten, der sogenannten „bürgerlichen" Abteilung, weiß man nicht genau, wozu sie da ist. Das gilt allerdings auch von dem Ministerrat und dem Staatsrat überhaupt. Im Grunde genommen macht Amanullah alles allein, indem er sich mit beliebig zusammenberufenen Ko­mitees berät.

Die Europäisierungstendenzen des tatkräftigen Herrschers haben natürlich in dem Lande nicht ohne weiteres Anklang gefunden. In den ersten Regie- rnngsjahren ist es sogar zu offenen Auflehnungen I gekommen, die offenbar durch englische Propaganda I geweckt und unterstützt worden sind. Besonders die Jahre 1923 und 1924 waren voll schwerer in- I nenpolitischer Kämpfe, bei denen hauptsächlich die Geldausgaben als Element der Aufhetzung dienen I nnlßten. Auch die Einrichtung fremder Gesandt- jchaften und die Befreiung der Frau mußten als Propagandamittel gegen ihn herhalten. Daß die englische Propaganda hinter diesen Ausständen nand,, ergibt sich deutlich aus der Forderung der Aufständischen, daß der Freihandel mit Britisch- Dndien wieder eingeführt werden solle. Amanul­lah-Khan hat alle diese Bewegungen mit starker I leber9:efd,Ia9en und die Kraft der Feinde auch dadurch gebrochen, daß er einige ihrer Füh­rer in seinen Staatsdienst übernahm. Wenn er | sttzt als erster Herrscher von Afghanistan eine I «roße Europareife antritt, so darf das als ein Be- weis dafür angesehen werden, daß er die Ruhe I in seinem Lande für gesichert hält. Sein Besuch in England entbehrt obendrein nicht der Note demonstrativen Selbstbewußtseins.

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über den Kreis der Windthorstbunde hinaus allen an | — Der Kraflfahrzeugverkehr in der Rheinprovinz. Wie

dieser Frage interessierten Kreisen besonders der Land- I der amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, haben der fugend zugestellt. Das Heft ist befürwortet und kritisch I Minister für Handel und Gewerbe und des Innern in der Presse behandelt worden. Ein Teil der Aufsätze | durch Erlaß bestimmt, daß zur Kennzeichnung der Kraft- wurde von der Gesellschaft für innere Kolonisation' in | fahrzeuge in der Rheinprovinz außer dem dort bisher einem Sonderdruck zusammengefaßt. I verwendeten Buchstaben Z noch der Buchstabe Y zur

In Anlehnung an frühere Weihnachtshefte führte das Dezemberheft 1927 unsere außenpolitische Aus- I spräche weiter. Cs ging diesmal um die Fragen der STnrh^imh

Abrüstung, der Tätigkeit des Völkerbundes in dieser htm

tena2tufrüftuna’in'ffiuMM:DerbunLTnnh ”” t,erftärf’ | Buchstaben Z erhalten. Diese Regelung mußte wegen ten Aufrüstung in Europa verbunden sind. I öer ^hr großen ständig in der Zunahme begriffenen Zahl

Zusammenfafsend können wir fessstellen, daß die I der Kraftfahrzeuge in der Rheinprovinz zur Vermeidung Deutschen Windthorstbunde sich eifrig bemüht haben, I sechsstelliger Ziffern erfolgen, die das Ablesen bei schnell die Ausgaben mit erfüllen zu helfen, die eine neue Zeit I vorüberfahrenden Fahrzeugen besonders in der Dunkel- unferem jungen Dolksstaate gestellt hat. Sie haben j heft schwierig machen, bewußt in der Partei mitgearbeitet und sind bestrebt, mitzuwirken an der inneren und äußeren Gestaltung der deutschen Republik im Geiste des Christentums und unseres deutschen Volkstums.