diesem nicht nur
Charakter solcher diese galten als hatte dafür zu
„verhext", und mancher Unschuldige büßen.
am Grund
Da 5000 Mvrk für Hypotheken mit zu übernehmen sind und das bar zu zahlende geringste Gebot 231,70 Mark betrug, wurden keine Gebote abgegeben. Das Verfahren mußte vorläufig eingestellt werden.
dianerstämmen Südamerikas wird noch bis in die jüngste Zeit dasselbe Mittel angewandt, um Gegner und Feinde unauffällig zu beseitigen, und auch von afrikanischen Negerstämmen wird berichtet, daß sie unerwünschte Kinder, Kranke und Altersschwache mitunter „den Dämonen" ausliefern. Im Mittelalter wurden zuweilen Hexen
und Zauberer für den todbringenden Oertlichkeiten verantwortlich gemacht,
legung eines Verbandes entlassen werden.
Zwangsversteigerung.
Im Wege der Zwangsvollstreckung sollten Mittwoch im Amtsgericht FuDa zwei in der
Fulda, den 26 Januar 1928
Von der Fuldaer Lladtkraftpost.
Die Fuldaer Poststelle, der die Sorge für das Kraftwagenwefen übertragen ist, gibt sich die erdenklichste Müde, um diese Einrichtung so auszu- I gestalten, daß sie den Bedürfnissen des Verkehrs nach Möglichkeit gerecht wird. Es versteht sich da- I bei non selbst, daß man auch die Frage der Unko- stendecknng im Auge behalten muß, wenn Fulda sich auf die Dauer der Annehmlichkeiten des Stadt- kraftpnstverkehrs erfreuen soll. Bevor der Magistrat sich mit der förmlichen Erteilung einer Konzession znm Betrieb der Stadtkraftpost durch die Reickspostverwaltunq bereit erklärt bat, fand dieser Dane eine Aussprache zwischen dem Vertreter der Postverwaltuna und dem Fuldaer Magistrat statt, in der die Möglichkeiten erörtert wurden, in der oben gezeichneten Weise den Verkehr einzurichten und sicher zu stellen.
Uebereinstimmend wurde bei dieser Gelegenheit anerkannt, daß die Poststelle in weitgehendem Maße und in einem Entgegenkommen, das dankbar anerkannt werden muß, alle Möglichkeiten prüft, um der Einrichtung die denkbar beste Gestalt zu geben. Man war sich darüber klar, daß ein endgültiger Zustand immer noch nicht erreicht ist, sondern die Versuche, bezüqllch der Linienführung und der Fahrzeiten das Beste her- auszufinden, noch fortdauern.
Zum bevorstehenden 1. Februar machen sich, wie wir hören, abermals einige Aenderun- a e n erforderlich. Die stark benußte Linie von der Mostkestraße nach der Frankfurterstraße über die Post soll künftig über den Bahnhof geführt werden. Für diese V»rleanng scheinen zahlreiche Gründe zu snrechen. Die Verkehrszeiten sollen so gewählt werden, daß ohne Zeitverlust der Anschluß an die Hauvtzüae erreicht wird. Die neue Linie würde von d-r Moltk-straße über die Leiv» ziqerstraße bis zur Ecke der Buttlarstraße, über die Kurftirstenstraße zum Bahnhof, durch die Bahn- hofftraße zum Postamt und von hier in der bisheri- aen Linie nach der Filzfabrik führen. Die Strecke Po st amt - Paulustor - Friedhofskapelle wird zunächst dann nicht mehr befahren werden. Die Beobachtungen der Benutzung für diesen Teil der bisherigen Strecke rechtfertigen den Entschluß zu ihrer Aufgabe zugunsten der ^Vorteile, die sich durch die Führung der Linie über den Babnbof ergeben. Die bisherigen Betriebsergebnisse machen es weiterhin notwendig, auf die Linie Postamt-Langebrücke, die in eingeschränktem Umfange noch befahren wurde, vom 1. Februar ab ganz a u verzichten. Dagegen erfährt die Linie P o st a m t - Franzosen- wäldchsn- Petersberg eine Verbesserung dadurch, daß sie nicht mehr zum Bahnhof, sondern über den Schweinemarkt direkt durchgeführt wird. Die Linie hat sich namentlich für den Betrieb nach Petersberg sehr gut eingespielt und wird durch den Ausfall der Schleifenfahrt nach dem Bahnhof zweifellos noch gewinnen.
Die geplanten Aederungen werden sicherlich auch wieder hier und da auf Bedenken stoßen. Gleichwbhl svrecken so viele Gründe für diese Versuche, daß nicht darauf verzichtet werden kann, sie in der Praris auszuproben. Die Postverwaltung zeigt damit, daß sie keine Mühe scheut, um durch ihre Einrichtung dem allaemeinen Wohl zu dienen. Wir möchten die Hoffnung aussvrechen, daß diese rastlosen Bemühungen der Kraftpostlei- tung durch einen guten und dauernden Erfolg belohnt werden,
Verlängerung des Vertriebes der Hindenburg- marken.
Entsprechend den Wünschen weiter Kreise hat sich das Reichspostministerium entschlossen, die Hindenburg-Wertzeichen und Postkarten noch bis Ende März durch die Postanstalten nach den bisherigen Bestimmungen vertreiben zu lasten. Mit den Wertzeichen können Postsendungen noch bis Ende Mai freigemacht werden.
Ein Wiedersehen nach 50 Jahren * 1 • - wollen auch die Ostern 1878 (Jahrgang 1864) aus der stadtpfarrlcchen Knabenschule in Fulda entlassenen Schüler im Monat Mai des Jahres herbei'führen. Der Jahrgang 1863 wird gebeten, sich anzuschließen. Nicht alle werden dem Rufe Folge leisten können, die vor 50 Jahren das alte Schulgebäude in der Borgiasstraße Nr. 8 verließen. Der Tod hat leider viele abgerufen, ein großer Teil ist nach Amerika und der Schweiz ausqewandert, andere sind int deutschen Vaterlande zerstreut, wo sie eine neue Heimat fanden. Freuen werden sich gewiß alle, nach so langen Jahren wieder einmal Gelegenheit zu haben, ihre Erlebnisse aus der Jugendzeit auszutauschen. Die stadtpfarr-
Stöften öes Todes.
Dämonenglaube und Naturwissenschaft. — Die Hundsgrotte. — Der unnahbare Vulkan. — Der Tod im Felde.
Bon Otto Wiedemann.
Sowohl bei den Kulturvölkern des Altertums wie bei den Naturvölkern der Gegenwart, ja, auch im Mittel- alter finden sich charakteristische und stets in derselben Form wiederkehrende Sagen, wonach bestimmte Oertlichkeiten von bösen Dämonen bewohnt werden und niemand ihnen ohne Gefahr für Leib und Seele nahen kann. Wir wissen, daß bei den Römern z. B. Sklaven mitunter in der Weise bestraft wurden, daß man sie an solche Oertlichkeiten brachte, wo sie angeblich sich noch einige Augenblicke in Krämpfe und Zuckungen wanden und dann elend umkamen. Bei manchen Jn-
markung Niesig gelegene Wiesen, 18,50 ar
20,61 ar groß, auf den Bauunternehmer Emil Döhler in Fulda eingetragen, versteigert werden.
Es ist kein Zweifel, daß in all bloßer Aberglaube zu sehen ist. Es stecken wirkliche Tatsachen dahinter, und es kann sich nur darum handeln, sie zu erklären. Diese Erklärung ist in manchen
llche Knabenschule bestand damals aus 2 Einzel- und 3 Dopvelklasten. Die Herren Lehrer waren: Dudenz, Fritz, Pabst, Kathariner, Gerlach, die alle noch in guter Erinnerung bei ihren Schülem stehen. Die Israeliten waren zur damaligen Zeit der stadtpfarrlichen Sckule zuqeteilt. Um eine Wieder- sehensieier in die Wege leiten zu können, wolle man die Adresse aller 1878 aus der Stadtschule Entlassenen an Josef Danguillier-Fulda, Hein- richstrahe 41, gelangen lassen.
Benützung von Schnellzügen mit Sonnkogskarken.
In letzter Zeit ist häufig die Wahrnehmung ge- macht worden, daß Reisende mit Sonntagskarten Schnellzüge benützten, ohne vorher Schnellzugszuschlagkarten gelöst zu haben. Da? hat in den vielfach stark belasteten Schnellzügen oftmals unerwünschte Folgen. Reisende mit Fahrkarten des gewöhnlichen Verkehrs lösen im allgemeinen vor Antritt der Fahrt eine Zuschlaaskarte, wenn sie die Absicht haben, einen Schnellzug zu benutzen. Mit Rücksicht aus den an Sonn- unnd Feiertagen herrschenden stärkeren Verkehr ist diese rechtzeitige Vorauslösung der Zuschlagkarten für Reisende mit Sonntagskarten umso notwendiger. Wenn ein Zwang zur vorherigen Lösung von Zuschlagskar- ten auch nicht besteht, so ist doch allen Reisenden mit Sonntagskarten, die einen Schnellzug benutzen wollen, dringend zu empfehlen, sich stets vor Beginn der Reise mit Zuschlagskarten zu versehen. Die sich aus der Nachlösung in den Zügen ergebenden Unzuträgllchkeiten könnten sonst leicht zur Aufhebung der Vergünstigung führen, Sonntagskarten auch in Schnellzügen zuzulassen. Staat!. Derstchenmgsamt d« Landkreises Fulda.
ES bestehen vielfach Zweffel darüber, ob eine bei der Invalidenversicherung versicherte Ehefrau im Falle deS Ablebens deS gleichfalls gegen Jnvalldität versicherten Ehemannes auch zum Be- zuge der Witwenrente bei Eintritt der Invalidität berechtigt ist. Diese Frage ist teilweise zu bejahen. Nach den Vorschriften der Reichsversicherungsordnung erhält in diesem Falle die Witwe die Invalidenrente und von der Witwenrente die Hälfte. (Ohne Kinderzuschuß.)
An der (kcke Leipziger—Surfürstenstratze
stieß gestern nachmittag gegen 5 Uhr ein hiesiges Privatauto mit einem Radfahrer aus Dietershan z u s a m m en. Der Radfahrer wurde überfahren und von dem Führer des Kraftwagens bem San- deskrankenhause zu geführt. Er konnte nach An-
Die freunde der Landesbibliothek.
Sn einer sehr stattlichen Anzahl hatten sich ge- | ftern in der Landesbibliothek die in der Der- ! einigung zulammengeschlossenen Freunde die- fer Anstalt eingefunden, um als Einleitung zur I diesjährigen Generalversammlung an | einer Besichtigung teilzunehmen. Der Vorsitzende I der Vereinigung, Herr Weingroßhändler Ed u a rd [ Schmitt, begrüßte die erschienenen Damen und I Herren, worauf man unter Führung des Herrn I Direktor D r. Theele einen Rundgang antrat. Zunächst wurde die sogenannte Schwanksche Stif- I hmg, die Hinterlassenschaft an Büchern des Herrn Schwank, die bestimmungsgemäß von den übrigen Bibliothekbeständen getrennt aufgestellt bleiben muß, in Augenschein genommen. In dem herrlichen großen Lesesaal, den jeder Fuldaer einmal mit seinem Besuche beehren müßte, hatte der Bib- I liotheksleiter eine Reihe bemerkenswerter Bücher ausgelegt, die er in ihrer historischen, inhaltlichen und drucktechnischen Bedeutung dem aufmerksamen Zuhörerkreis erklärte. Der Gang durch die übrigen Räume des Hauses mit ihren reichen Bücher- Schätzen endete in der Ausstellungskammer, die die Kleinodien unserer Landesbibliothek birgt, die Bonifatiusbücher, die ©utenbergbibel und vieles andere mehr. Die sachgemäße Erklärung fesselte die Aufmerksamkeit der Teilnehmer und vermittelte ihnen einen unvergeßlichen Eindruck von diesen Schätzen, die Fulda aus seiner großen Sergen- gengenheit gerettet hat, während so vieles andere unvergleichliche Kulturgut im Lause der Jahrhun- derte leider von Fulda fortgeschafft worden ist und in anderen Stabten als Sehenswürdigkeit gezeigt wird.
Im Anschluß an die Führung versammelten sich die Freunde der Vereinigung zur Generalversammlung in dem stimmungsvollen Lesesaal, in bung~starben. Ebenso ist überliefert, daß Peter von Toledo, Vizekönig von Neapel, im Mittelalter zwei Verbrecher in eine Grotte sperren ließ, wo sie auf dieselbe Weise umkamen. Es ist kein Zweifel, daß es sich in beiden Fällen um dieselbe Grotte handelt, und zwar um eine Grotte, die heute noch existiert und von ihrem todbringenden Charakter nichts eingebüßt hat. Es ist die sogenannte Hundsgrotte bei Puzzeoli. Sie liegt am Fuße eines Berges in der Nähe des Sees von Anagni und scheint in den Felsen hineingehauen zu sein. Möglich ist allerdings auch, daß sie kein Menschenwerk, sondern ein Werk der Natur ist. lieber ihre Entstehung ist jedenfalls nichts Sicheres bekannt. Sie ist etwa drei Meter lang, eineinhalb Meter breit und drei Meter hoch. Heutzutage ist sie mit einer Tür verschlossen und wird Besuchern gegen Eintrittsgeld gezeigt. Sobald jemand sie besichtigen wird, tritt der Wärter mit dem Besuch und einem Hund, den er an der Leine führt, ein. Der
Hund sträubt sich und will nicht weiter. Der Wärter aber zieht ihn hinein, und es dauert nicht lange, so wird der Widerstand des Tieres schwächer, und bald windet es sich heftig zuckend am Boden, um am Ende wie tot dazuliegen. Dann packt es der Wärter und bringt es wieder an die frische Luft, wo es sich bald erholt.
Was dem Besucher an der Grotte zunächst aufsällt, ist ein weißlicher Nebel, welcher etwa einen halben Meter hoch über dem Erdboden liegt. Dieser Nebel bietet gleichzeitig die Erklärung für die oben erwähnten Erscheinungen. Er besteht aus einem Gemisch von Wasserstoff und Kohlensäure, das unablässig aus dem Boden strömt und durch das Gestein wie auch die Tür entweicht. ............... Kohlensäure nun ist bekanntlich, wenn sie konzentriert Fällen verhältnismäßig leicht. In zwei Fällen greift I auftritt, ein außerordentlich scharfes Gift und wirkt auch sie sogar bis ins graue Altertum zurück und macht Tat- auf Menschen tödlich. Sie ist schwerer als die Lust und fachen verständlich, die. durch die bestimmte Form, in bleibt daher am Erdboden haften, sodaß Menschen in
ier sie überliefert sind, an sich schon den Gedanken an stehender Haltung eine geraume Zeit ungefährdet in der
bloßen Aberglauben ausschließen. Die römische Ge- Grotte verweilen können. Kleinere Tiere dagegen fallen
schichte berichtet, daß der Kaiser Tiberius einst zwei dem Gas augenblicklich zum Opfer. Em Hund stirbt
Sklaven fesseln und in eine Grotte werfen ließ, wo sie | bereits nach drei Minuten, eine Katze nach vier, em tu wenigen Minuten ohne jede weitere Gewaltanwen- 1 Kaninchen schon nach einer Minute, Zach einer Analyse,
dem auch die Stiftung des Herrn Buchhändlers Reinha-dt, der bekannte ..Bücherwurm", auf einem stilgerechten Gestell Aufstellung gefunden hat. Mit Dankesworten an Herrn Direktor Theele für die interessante Führung verband Herr Eduard Schmitt als Vorsitzender der Bereinigung einen Rückblick auf die Geschichte dieser Organisation. Zwei Sahre sind seit der letzten Generalversammlung vergangen. Inzwischen ist Herr Direktor Prof. Dr. Scherer in den Ruhestand getreten Er hat die Vereinigung ins Leben gerufen und ihr in treuer Freundschaft mit rastlosem Eifer sein Interesse gewidmet. Die Vereinigung gedenkt seiner in Dankbarkest und würdigt die großen Verdienste, die er sich um die Landesbibliothek, diesen Huell geistiger Kräfte für das Fuldaer Land, erworben hat. Dem neuen Leiter der Bibliothek, Herrn Dr. Theele, ruft die Vereinigung ein herzliches Willkommen zu und wünscht seiner Arbeit guten Erfolg. Der Zweck der Vereinigung bleibt auch weiterhin die materielle und ideelle Unterstützung der Landesbibliothek. Sie will es vor allem durch dis Beiträge ihrer Mitglieder ermöglichen, über die vom Bezirksausschuß zur Verfügung gestellten Msttel hinaus den Ausbau der Bücherei zu fördern. Mögen die alten Freunde weiterhin ihre Unterstützung leihen und immer weitere Kreise sich zur Mitarbeit entschließen. Mögen vor allem auch die k o r p o r a t i v en Mtglieder, die Stadt Fulda, die Landkreise des Fuldaer Landes, die Handelskammer und andere Organisattonen gleicher Art den Aufgaben der Vereinigung ihre tatkräftige Unterstützung leihen. Dank der Initiative des Herrn Direktor Dr. Theele erhalten die Mitglieder jetzt ein Nachrichten- blatt, in dem die Neuerwerbungen verzeichnet und andere auf die Landesbibliothek bezügliche Beitrage dargeboten werden. Direktor Dr. Th e e le erstattete anschließend einen Bericht über die Kassenverhältnisse der Vereinigung. Im vergangenen Jahr wurden etwas über 1400 Mark aufgebracht. Sie dienten der Erwerbung der Fortsetzungen der von der Vereinigung unternommenen größeren Anschaffungen, unter anderem Propyläen - Kunstgeschichte, Handwörterbuch des Kaufmanns, Weltreich der Technik. Ferner wurden mit den Mitteln der Vereinigung wertvolle Ankäufe aus dem Nachlaß der Frau Hauvttnann Wankel und des Herrn Direktors Manteuffel (Sprache und Reife-bschrei- bnngen) bestritten. Zur Ergänzung der Fulden- sisn-Sammlung m-utzden einige alte Fuldaer Kalender erworben. Die Ergänzung der Fuldensien ist eine Hauptsorge der Bibliotheksleitung. Die Landesbibliothek darf sich als die berufene Stelle betrachten, alle Deröffenttichungen, die stofflich oder ihrem Ursvrung nach zu Fulda und dem Fuldaer Land in Beziehung stehen, zu sammeln. Cs wird immer dankbar begrüßt, wenn die Aufmerksamkeit auf das Auftauchen solcher Stticke gelenkt wird. Im Anschluß an den Bericht brachte Herr Dr. W e y m a r den Wunsch zum Ausdruck, daß die Bibliothek in umfangreicherem Maße auch wirtschaftspolitische, juristische und auf die Gesetzgebung bezügliche Literatur, namentlich Gesetz- und Verordnungsblätter der verschiedenen Behörden bereit hält und den intereffierten Kreisen zugängig macht.
Die Dorstandswahl wurde durch Zuruf getätigt und Herr Eduard Schmitt und Herr Stud.-Rat Dr. Hohmann neben Herrn Direktor Dr. Theele in den Vorstand der Vereinigung wieder gewählt.
Interessante Mitteilungen machte dann Herr Direktor Dr. Theele über die Art, m der in diesem Jahre des 150jährigen Bestehens der Landesbibliothek gedacht werden soll. Als
I Tag der Jubiläumsfeier ist der erste Sonntag nach I Pfingsten (Dreifaltigkeitssonntag) in Aussicht ge« | nommen. Die in der Pfingstwoche in Göttingen zur Jahrestagung versammelten deutschen Biblio- thekare werden an ihre Tagung eine Besichtigungsreise nach Fulda anschließen, um der Eröffnung der Jubiläumsausstellung, die an biefem Sonntag erfolgt, beizuwohnen. Die Ausstellung in dem großen Saal der Landesbibliothek soll nochmals die erreichbaren kostbaren Bestandteile der alten Fuldaer Bibliothek zusammenführen, vor allem die Stücke aus Kassel (Hilde- brandlied), Einsiedeln und Basel. Ferner werden bemerkenswerte Erzeugnffse alter und neuer Buchkunst zur Schau gestellt.
Für die Festakademie ist als Hauptredner der I hervorragendste Kenner der alten Fuldaer Klosterliteratur,' Prof. Dr Paul Lehmann- München I gewonnen. Außerdem ist die Herausgabe einer Festschrift durch den Direktor der Landesbibliothek geplant, die unter Beteiligung führender wissenschaftlicher Persönlichkeiten einen Beitrag zur Geschichte des Fuldaer Geistes- und Kunstlebens in alter und neuer Zeit bieten soll. Auch in ihrer technischen Ausführung, soll die Fesffchrift heimatliche Leistungsfähigkeit nachweisen. An her Iubiläumsveranstaltung wird auch der deutsche ! Kulturhistoriker-Kongreß, der um diese Zeit in
welche gemacht worden ist, enthält die Lust der Grotte 67 Teile Kohlensäure, 7 Teile Sauerstoff und 26 Teile Stickstoff.
Als der Forscher Boussingault in Südamerika weilte, um die dortigen Vulkane zu erforschen, wurde ihm von den heimischen Indianern eine angeblich von Dämonen bewohnte Stelle gezeigt. Sie lag nicht weit von dem Krater des Tunguravilla und bot einen entsetzlichen Anblick dar. Skelette von Menschen und Tieren lagen umher. Tote Vögel, Schlangen, Eidechsen, zum Teil noch ganz ohne Spuren der Verwesung, waren in Menge I zu sehen. Ein entsetzlicher Geruch, der eine Annäherung I fast unmöglich machte, stieg in die Luft, die Pferde, au: denen Boussingault und seine Begleiter saßen, wurden
I widerspenstig, schüttelten sich in Krämpfen, sodaß baldige I Umkehr nötig wurde. Und die Erklärung? Boussingault fand, daß große Mengen von Kohlensäure aus dem Boden aufstiegen, sodaß der alte Indianer, der ihm sagte:
I wenn ein Mensch lange und recht ruhig schlafen wolle,» I so brauche er nur an dieser Stelle sein Lager aufzu- I schlagen, durchaus Recht hatte.
Vulkanische Böden scheinen überhaupt besonders I starke Kohlensäureausströmungen zu besitzen, auch dann noch, wenn die,Vulkaite bereits erloschen sind oder doch
I als erloschen gelten. So hat z. B. heute noch eine Stelle am Laacher See erhebliche Kohlensäureausströmungen.
I Sie sind freilich nicht mehr so stark, daß sie Menschen I erheblich gefährden können, aber Tiere fallen ihnen mitunter noch zum Opfer. In früheren Zeiten dürften
I sie erheblicher gewesen sein. Bei Aigueperse in der Auvergne, wo dasselbe der Fall ist, machen sich die Hirten und Jäger diesen Umstand zunutze. Die Kohlen-
I säure strömt aus kleinen Vertiefungen im Boden, deren Rand infolge des Kohlensäuregehalts der Luft einen | besonders üppigen Pflanzenwuchs aufroeift; denn die Pflanzen bauen ja aus dem in der Kohlensäure enthaltenen Kohlenstoff ihre Gewebe auf. Dieser Pflanzenwuchs 4orft die Tiere an, sie freflen und fallen dann l zunächst einer Betäubung anheim. Diesen Augenblick
Marburg ftattfinbet, seine Anteilnahme bekunden. Die allgemeine Teilnahme der in Betracht kommenden Fuldaer Kreise an dieser bemerkenswerten Iubiläumsveranstaltung ist sicher zu erwarten und soll sich, wie als zusammenfassender Schlußgedanke der Generalversammlung zum Ausdruck kam, zunächst durch freundliche großherzige Förderung der Aufgaben der Vereinigung der Freunde der Landesbibllothek in den nächsten Wochen ausweisen. I. K,
Don einem Unhold überfallen
wurde gestern abend gegen 6 Uhr am Frauenberg auf dem Wege von der Totenkavelle nach der Niefiger Strafte eine 13 rührige Schülerin des Lyze- ums. Erst als auf das Schreien des Kindes Passanten hinzueilten, rieft der Täter von seinem ruchlosen Vorhaben ab und suchte das Weite. Der gemeingefährliche Bursche, der etwa 18—19 Jahre alt ist, trug eine Sportmütze und einen schwarzen Mantel und ist etwa 1,70 Meter groft. Es gelang ihm leider ,in der Dunkelhett unerkannt zu entkommen.
Die illustrierte Beilage
erscheint mit der heutigen Nummer der Fuldaer Zeitung. __________
Zuldaer Gasthof-Zrequenz.
In dem gestern hier mitgeteilten Bericht über die hessische Gasthof-Besitzer-Tagung in Kassel war u. a. auch auf die Stärke bet Benutzung der Kasseler Gasthöfe hingewiesen worben unb auch mitgeteilt, daß die Belegung der Kasseler Gast- Höfe nicht über 60 Proz. der vorhandenen Hotelbetten hinausgehe. Wenn uns für Fulda auch keine Gesamtübersicht zur Verfügung steht, so läßt sich doch über die hiesigen Verhältnisse aus den Auf- zeichnungen des größten der Fuldaer Gasthöfe, des Hotels zum Äurfürften, ein zuverlässiger Anhaltspunkt gewinnen und zwar nicht nur für das letzte Jahr, sondern für alle Jahre nach der In- flatton. Die Freauenz in den einzelnen Monaten ist sehr verschieden. Dagegen weicht das Iah- resergebnis in den von der Statistik erfaßten vier letzten Jahren nicht sehr erheblich voneinander ab. Bei 45 Betten, die täglich zur Verfügung standen, waren im Jahre 1927 für das gesamte Jahr 61,4 Prvz. belegt. Der beste Monat war der Juli mit 80 prozentiger ^Belegung, der schlechteste der Dezember mit 80,6 Proz. Im Jahr 1926 betrug die Belegung im Jahresdurchschnitt nur 56,6 Proz., in 1925 64,7 Proz.; in diesem Jahre wurde im August mit 83,6 Prvz. die höchste Monatsbelegung der ganzen Beobachtungszeit, aber auch int Dezember desselben Jahres mit 29 Proz. die niedrigste Belegung verzeichnet. 1924 betrug die Belegung 62,8 Proz. Für den Durchschnitt der letzten vier Jahre ist also eine Belegung von 61,6 Proz. des größten Fuldaer Gasthofes festgestellt. Diese Frequenz geht damit trotz der häufig auftauchenden Behauptung von einem Mangel an Gasthöfen in Fulda in nut ganz geringem Maß über die Belegungsquote in Kassel hinaus. Es besteht kein Grund anzunehmen, daß die Verhältnisse in den übrigen Fuldaer Gasthöfen sich wesentlich von den oben mitgeteilten unterscheiden.
---- Das Reichsbanner Schrvarz-Rot-Gold veranstaltet am Freitag, den 27. 1. 28 seine Jahreshauptversammlung, in der nach dem Jahresbericht und Vor- standswahlen von Herrn Dr. Büttner ein Vortrag ge- hatten wird über das zeitgemäße Thema: Die Republik und die Neugliederung des Reiches.
— Freunde der Weihnachtskrippe werden zu einer Besprechung auf Freitag abend 8.30 Uhr in der Harmonie (Z. 2) eingeladen. Siehe auch Anzeige.
Was kostet die Sozialversicherung?
In den teilweise gewiß nicht unberechtigten Beschwerden über die starke finanzielle Belastung der deutschen Wirtschaft spielt unb wird in Zukunft wei. ter spielen eine große Rolle neben bem Finanzetat ber Sozialetat. Allenthalben klagt man, nicht bloß bei ber Industrie, auch bei ber L a n b w i r t sch a st und im Mittelstände, über die großen Soziallasten. Dabei werden hierüber vielfach voneinanber adwei. chende Ziffern gegeben.
Die tatsächlichen finb nach einer amtlichen Feststellung folgenbe: Die Kranken-, Unfall-, Invall« ben- unb Angestelltenversicherung, bazu die knapp- schaftliche Pensionsversicherung erforderten im Jahre 1913 1312,7, 1924 1850,1, 1925 2496,4, 1926 2882,5, 1927 etwa 3228,0 Millionen Mark. Dazu
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■> ta x. a> a. l» tu
Tobe a 60 ond 100 PC
paffen die Hirten und Jäger ab, um sich ihrer zu bemächtigen.
Endlich sind auch mehrere Oertlichkeiten in der Umgebung von Paris für ihren starken Kohlensäuregehalt bekannt, ja in Paris selbst will man eine außergewöhnlich häufige und starke Füllung der Keller mit Kohlen- säure bemerkt haben. Besonders die Steinbrüche bei Montrouge gelten nach alter Ueberlieserung als gefährlich, und zwar mit Recht. Sie haben sogar recht starke Kohlensäureausdünstungen und sind nicht ohne Grund eine gemiedene und verlassene Oertlichkell.
Die Tiere im Volksmunde.
Wenn jemand etwas erfahren hat, das ihm keine Ruhe mehr läßt, so sagt man, ihm sei „ein Floh ine Ohr" gesetzt worden. Diese Redewendung kommt schon bei Simplizissimus vor. Oder es „hört einer die Flöhe husten" und das Gras wachsen, wenn er ein übergescheiter Mensch ist. Ein ganz undankbares Geschäft wird mit den Worten abgelehnt: „Lieber Flöhe hüten als so etwas!" Wenn einer übertreibt, so sagt man, daß er aus einem Floh oder einer Mucke einen Elefanten macht. Sich über Kleinigkeiten ärgern, ist so viel, wie sich über „die Mucke an der Wand ärgern". Daraus geht wohl auch ber Ausdruck zurück, den man über einen schlecht aufgelegten Menschen gebraucht: „Er hat. heute wieder seine Mucken!"
Der Ausruf: „Weiß der Kuckuck!" geht auf ben alten Volksglauben zurück, baß der Kuckuck prophezeien könne. Bei uns gilt Kuckuck auch als Bezeichnung des Teufels, und so erklären sich die Ausdrücke: „Daß ihn der Kuckuck hole!" Oder: „Geh' zum Kuckuck!" unb bgl. Der Sperling ist ein frecher, aufgeweckter Kerl. Er weiß alles, was vor sich geht. Darum sagt man auch von einer bekannten Sache, baß sie die Spatzen von ben Dächern pfeifen. Der Rohr'patz dagegen ist ein Vogel, ber sich in Schilffeibern umhertreibt unb durch sein unablässiges Singen unb Schreien bekannt ift Sein, Ge-