-bä. Mß — Mlrelmmmer lv W. (nit Mr. VMe 15 M.i
uldaerZertung
Anzeiger für die Skadk Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt.
Nr. 20.
Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenberlagen: „Die Welt im Bild" und „Buchenblätter". Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernsprecher Nr. 9. x Monatlicher Bezugspreis 1,80 Mk. x
Mttwoch, 25. Januar 1928.
Anzeigen.Preise: Kleinzeile (Colonel) lokal 0,15 JUL. auswärts 0,20 fijH. Reklamezeile: lokal 0,60 JIM. auswärts 0,80 JUt. Bei Wiederdolungen Rabatt. :< Postscheckkonto Frankfurt a. M. Nr. 4051 X
SS.Zahrg.
Reichztagrwahlen Im Mai?
Aus dem Reichstag wird uns geschrieben:
Die Ereignisse der letzten Woche haben im Lager der Parteien ein sehr lebhaftes Echo, allerdings nicht immer friedlicher Art, gefunden. Lust die deutschnationalen Zeitungen überschreiben ihre Betrachtungen über diese Dinge mit dem Titel: „Eine schwarze Woche" (Deutsche Tageszeitung) ober „Eine wirre Woche" (Lokalanzeiger). Die Aussichten für die neue Woche sind sicherlich nicht günstiger. Schon der Montag brachte empfindliche Dissonanzen. Einmal war es die Reichstagsdebatte, in welcher die Opposition wieder sehr scharf mit der Regierung ins Gericht ging, zum andern aber sind es doch, und zwar ausschlaggebend, die Er- Srterungen, die hinter den Kulissen, ins- besondere im Regierunaslager, über die Vorgänge der letzten Woche geführt werden. Es ist sogar beabsichtigt, diese Dinge innerhalb des Interfraktionellen Ausschufles der Koalitionsparteien zur Sprache zu bringen. Es fragt sich nur noch, wer der Katz die Schelle anhängt. Daß es knistert, knackt und kracht, ist ja sicherlich nicht zu leugnen. Wenn nun noch hinzu kommt, daß ein Reichs- Minister selber die Neuwahlen für den Mai ankündigt — und das hat der Reichswirtfchafts- Minister Eurtius in seiner Versammlung in Mann- heim getan— so kann man sich vorstellen, daß sich die Nervosität immer weiter steigern muß. Die Drohung der deutschnationalen „Kreuzzeitung" freilich aus Anlaß der Rede des Zentrumsabgeordneten Guerard, die Frage des Weiterbestehens der gegenwärtigen Koalition einer Prüfung zu unter, werfen, hat keinen Eindruck gemacht.
Außerdem find neue Schwierigkeiten aufgetaucht in der Haltung der Deutschen Volkspartei zu dem Schulgesetz. Es handelt sich einmal um di« Feststellung der Kosten, die die Ausführung dieses Gesetzes bedingt, und zum zweiten um die Frage der Erhaltung der Simultanschule in Baden und Hessen. Während das Gesetz nur einen noch fünfjährigen Bestand dieser Simultanschulen zulassen will, verlangt die Deutsche Volkspartei eine in der Zeitdauer unbegrenzte Zulassung dieser Schulen. Daß aber über dieser Frage die Koalition platzen könnte, ist doch wohl kaum anzunehmen. Richtig ist allerdings, daß die Lage sich auch wegen de- Schulgesetzes sehr zuspitzt, und daß alsbald eine Klärung herbeigeführt werden muß darüber, ob überhaupt mit dieser Koalition ein Schulgesetz, namentlich wie es das Zentrum seinen Grundsätzen gemäß fordert, durchzufiihren ist. Das ist sicher, daß, wenn das Zentrum die Unmöglichkeit seiner dahingehenden Wünsche erkennt, es nach Erledigung des Etats an der Auf- rechterhaltrrng dieser Koalition kein Interesse mehr haben könnte und deshalb auch die Neuwahlen beschleunigen würde.
' Weitere Auseinandersetzungen vollziehen sich gegenwärtig über die Forderung des Reichsernährungsministers Schiele auf Bereitstellung eines Hundert-Millionen-Kredits von Reichswegen für die östliche Landwirtschaft. Die Notlage der Landwirtschaft kann und darf nicht geleugnet werden. Aber die Erfüllung dieser Forderung stößt nicht nur aus sachliche Schwierigkeiten, nachdem schon bisher die Bemühungen, für die Sozial- und Kleinrentner in Verbindung mit der Deam- tenbesoldung etwas zu unternehmen, nicht zu einem Ergebnis führten. Außerdem bereitet die Opposition mich aus politischen Gründen dieser Forderungen Hemmungen. Im übrigen wird jetzt auch das Reparationsproblem wieder in Fluß kommen, da der Reparationsagent nach Berlin zurückgekehrt ist und jetzt auch auf Grund seiner amerikanischen Besprechungen die Verhandlungen durch den Reichsfinanzminister wieder ausgenommen werden sollen.
In der Reichstagssitzung am Montag, in der bie allgemeine Aussprache über den Etat für 1928 fortgesetzt wurde, widerspricht die Mehrheit einem kommunistischen Anträge, den Bericht des Sparkommissars Saemisch über die Phoebus-Angele- genheit dem Reichstage zugänglich zu machen. Äm Verlauf der Debatte ergriff auch Reichsfinanzminister D r. Kähler das Wort und wandte sich gegen die scharfe Kritik, die an seiner Schätzung der Verhältnisse im kommenden Jahr geübt wurde. Er betont wieder, daß an seiner Forderung, die Ausgaben soviel als möglich zu drosseln, festgehalten werden müsse. Der sozialdemokratische Redner beleuchtete kritisch den Verlauf der Länderkonferenz und tadelt das Verhalten des württem- bergischen Staatspräsidenten Bazille. Außenpolitisch setzt er sich für die Fortsetzung der Verständigungspolitik, ohne die der Wiederaufbau Deutschlands unmöglich wäre, ein. Di« Deutschnationalen, für die der Abg. Q u a a tz sprach, traten für größt» Sparsamkeit ein. Zur Frag« der Verfassungsreform wenden sie sich gegen den Unitaris- mus; die Eigenstaatlichkeit der Länder müsse als wertvolles nationale Gut erhalten bleiben. Nachdem noch die Völkischen für eine völlige Umwand- lung des Steuersystems eingetreten waren und die Länderkonferenz als ein Schlag ins Wasser bezeichnet hatten, wurde die Weiterberatung auf Dienstag 14 Uhr vertagt.
*
„Moralische Einwirkung"? Zwischen dem Reich und Preußen schwebt ein Streit wegen der Besetzung eines Postens im Derwaltungsrat der Deutschen Reichsbankgesellschaft, und zwar ist das Anrecht auf diesen Posten durch den Staatsgerichtshof Preußen zugesprochen worden. Das Reich kann aber diesen Anspruch Preußens nicht erfüllen, weil keine der Persönlichkeiten im Vor-
Kritische Tage für das Schulgesetz.
Der Germania zufolge bestehen innerhalb der Koalition nicht nur über dm Paragraphen 20 des Reichsschulgesetzes, sondern auch über dm Paragraphen 9, der den geordneten Schulbetrieb be- handesi und den Paragraphen 14, der gewiss« Richtlinien für die zum Religionsunterricht be- ftimmten Lehrbücher aufsteM, Meinungsverschiedenheiten. Die Formulierung, die die beiden Paragraphen in der ersten Lesung gefunden häbm, genügt der Zentrumspartei nicht. Sie verlangt, daß über ihrm Sinn hinausgegangm wird.
3m Mldungsausschutz.
V D.Z. Berlin, 24. San. (Eig. Funkm.) Der Bildungsausschuß des Reichstages begann heute die Debatte über die § 19 und 20. Reichsinnenminister von Keudell gab folgende Erklärung ab: Die Umfrage über die mutmaßliche Höhe der K o - ft en, die die Durchführung des Reichsschulgesetzes möglicherweise verursachen wird, hat die schon frü- her vertretene Auffassung der Reichsregierung, daß es sehr schwer, wenn nicht unmöglich sei, diese Kosten zu schätzen, bestätigt. Die Unterrichtsministerien der Länder haben, so weit sie nicht die Angabe von Zahlen überhaupt für unmöglich erklären, mehr oder weniger nachdrücklich betont, daß den von ihnen vorgenommenen Schätzungen eine starke Unsicherheit anhafte, da es völlig unmöglich sei, vorherzusagen, ob und in welchem Umfange die Erziehungsberechtigten von ihrem Recht, die Einrichtung von Schulen zu beantragen, Gebrauch
machen und welche finanziellen Auswirkungen die Genehmigung solcher Anträge haben werde. Die Reichsregierung bezweifle nicht, daß die Emfüh- rung des Gesetzes den Ländern und Gemeinden, benen die Aufbringung der Schullasten obliegt, "mehr Kosten verursachen kann. Angesichts der Finanzlage der Länder und Gemeinden sind wir bereit den Ländern eine einmalige Beihilfe dis zu 30 Millionen Mark in Aussicht zu stellen. Diese Beihilfe soll in erster Linie dazu bienen, die Ueberleitung der zur Zeit bestehenden Schulver- hältnisse, namentlich auch in leistungsschwachen Schulgemeinden in den neuen Rechtszustand zu erleichtern. Ein voller Ersatz der Kosten» die die Durchführung des Reichsschulgesetzes etwa erfordert, insbesondere eine Beteiligung des Reiches an den laufenden Mehrkosten für das Dolksschulwefen, muß nicht nur aus grundsätzlichen Erwägungen, sondern auch deshalb abgelehnt werden, weil es kaum möglich sein wird, Kosten, die aufgrund der Durchführung des Schulgesetzes erwachsen, von denjenigen Ausgaben zu trennen, die das in Ent- wicklung befindliche Volksschulwesen auch ohne den Erlaß dieses Gesetzes verursachen wird. Da sich nicht vorhersehen läßt, wann in Ländern und Gemeinden erstmals besondere Kosten erwachsen und welches Ausmaß sie in den verschiedenen Gebieten erreichen, ist vorgesehen, daß das nähere über die Art der Verteilung von der Reichsregierung im Einvernehmen mit dem Reichsrat festgesetzt wird.
bin Zelllrillllsoorftotz zur Mwatogsrtform.
Um die Frage der Derwaltungsreform in den Ländern aus dem Stadium der Diskus- s i o n in bie Wirklichkeit zu rücken, hat bie Zentrumsfraktion bes preußischen ßanb t a g e s einen Urantrag eingebracht, in dem beantragt wird: Erstens. Eine entsprechende Zusammenlegung von bisher nebeneinander bestehenden Behörden. Zweitens: Eine zweckmäßige den heutigen Verkehrsverhältnisien angepaßte und mit den Interessen der Bevölkerung im Einklang stehende Abgrenzung der preußischen Verwalinngs. bezirke. Drittens. Eine den Bedürfnissen der Bevölkerung gerecht werdende Vereinfachung des In- stanzenzuges. Viertens. Die Beseitigung von überflüssig erscheinenden Behörden. Fünftens. Eine Wegweisung zur Beseitigung der zahlreichen im preußischen Staatsgebiet liegenden Enklaven. Dabei müßte als Resultat der Vorlage gleichermaßen eine Vereinfachung der gesamten Verwaltungsarbeit und eine Herabsetzung der Verwal- tungskosten praktisch erreicht werden.
Wie eine Berliner Korrespondenz hört, wirb der Reichssparkommissar Minister Sämisch, voraussichtlich von Oldenburg und Anhalt aufgefordert werden, Ersparnisvorschläge zu machen.
*
Das Ergebnis der Länderkonfereng wird natürlich sehr verschieden aufgefaßt werden. Der ein» wird von ihr erfreut, der andere von ihr mißgel- sttinmt fein. Daß an eine einheitliche Auffassung nicht gedacht werden konnte, das liegt nicht an der Länderkonferenz, sondern es liegt an der Materie selber, die eben außerordentlich verschiedenartig beurteilt wird.
Vielleicht würde man bie Ergebnisse der Länderkonferenz ruhiger beurteilen, wenn nicht ein» gewisse Partei-Presse in einer nur zu durchsichtigen Agitation den Gedanken des Einheitsstaates geradezu kompromittiert hätte. Sßir meinen vor allem die Berliner Asphaltpresse, di« sich wochenlang nicht genug tun konnte in ihrer Verspottung der gegenwärtigen Verhältnisse, immer mit dem deutlich fühlbaren Aufblick, daß, wenn erst alles einmal in Berlin zentralisiert wäre, dann! alles in Ordnung sein würde. Ein« so geartete Agitation für den Einheitsstaat mußt« natürlich bie Gegnerschaft gegen ihn immer mehr verstärken. Und noch mehr: es mußte auch das Mißttauen immer wacher werden! Es scheint uns vor allem die Ausgabe der Zentrumspartei zu sein, sich von allem Agitatorischen semzuhalten und dafür zu sorgen, daß wenigstens i"n den eigenen Reihen einer ruhigen und sachlichen Klärung die Bahn bereitet wird.
Das eine Gute hat bie Länberkonferenz auf jeden Fall gehabt; sie hat gezeigt, daß es so ein* fach doch Nicht ist, wie manche sich das vorgestem haben. Die Situation war doch so, daß bie Offen- sive bei den EinheitsstaaKern gelegen hatten, die teilweise das Agttatottsche an der Stirn trugen. Z. B. wie unendlich viel Schlagwortpolittk ist mit der Behauptung gemacht worden, der Einheitsstaat sei billiger. Nun sind wir glücklich soweit, daß die andere Seite behauptet, die Lage fei vielmehr so, daß die Einführung des Einheitsftaates die Verwaltung ganz wesentlich verteueregegen- über dem heutigen Zustande. Und das ist nur em Beispiel für vieles andere.
~<5o kann unmöglich in dieser Frage weiter Politik gemacht werden. Wenn auch noch bie Meinungen sehr geteilt sind und nicht einmal die Umriss« für eine mögliche Lösung sichtbar werden, so ist doch die Tatsache nicht zu leugnen, daß die Zentrum spartet bei ihrer besonderen Art eine wichtige roaltungsrot, auch nicht der zu Unrecht dorthin gelangte frühere Reichskanzler Dr. Luther, freiwillig weichen will, und weil auch „moralische Einwirkung" nichts half. Peinlich, daß das im Reichstag festgestellt werden mußte, noch peinlicher, datz . es so ist. Die sozialdemokratische Presse sagt höhnisch, daß „moralische Einwirhrngen" nichts fruch-
Rolle bei der endgültigen Entscheidung voraussichtlich zusallen wird. Diese Rolle gilt es vorzubereiten, sodaß wir dann imstande sind, das Richtige zu ttm und eine im Wesentlichen vorbereitet« Wählerschaft besitzen, die bereit und gewM ist, auch in diesen wichtigen Fragen eine klare und enb- fchiedene Zentrumspolitik zu machen.
Die Zeit der Aufklärung unserer Wähler ist gekommen und zwar einer Aufklärung, die einmal die Schlagworte zu vergessen sucht und sachlich prüft, was int Interesse des Reiches und deS ganzen Volkes siegt.
Wir müssen ttns Har darüber sein, daß das nur langsam reift. Nachdem der Lutherbund seine Auferstehung gefeiert hat, ist es wahrscheinlich, daß noch andere Gruppen mit einer Tendenz erstehen werden, bie ähnliches auf staatspolitischem Gebiete etftreben. Möglicherweise ersteht auch noch em unitarischer Bund, es wäre jedenfalls der Eigenart des deutschen Volkes entsprechend. Allen solchen verwirrenden Unternehmen gegenüber haben wir die Aufgabe der ruhigen und stillen Klärung und Vorbereitung. Nicht Bünde und Vereine können diese Frage lösen, vielmehr ist notwendig, di« Vorbereitung und Schaffung einer geistigen Disposition auf irgend ein großes Ziel, und das sollte im Gegensätze "zu anderen Parteien gerade unsere Aufgabe fein. Daß dabei die historischen Erinnerungen und Grundsätze der Pattei voranstehen, wie andererseits die Veränderung der ganzen, Lage berücksichtigt werden muß, ist klar. Aber es ist auch eine dankbare Tätigkeit, und sie wird ermnal Gelegenheit geben, den Blick von den rein wittschast- sichen Fragen, die uns so viel beschäftigt haben, ab« zulenken und den höchsten Erfordernissen der Gegenwatt und Zukunft einer Nation wieder Bahn zu schassen.
Dr. Held's Ansicht.
Der bayerische Ministerpräsident Dr. Held empfing die Vertreter der bayerischen und außer- bayerischen reichsdeutschen Presse, um ihnen ein Bild des Verlaufes und der Ergebnisse der Länderkonferenz in Berlin zu geben.
Nach den Darlegungen des Ministerpräsidenten sieht man in Bayern die wichtigsten Ergebnisse der Länderkonferenz dann, daß die Ländervertreter über die Notwendigkeit einer grundlegenden Aenderung der Weimarer Vers ass u n g einig gewesen seien, wenn auch über den Weg dieser Aenderung auf der Konferenz keine Einmütigkeit bestanden habe, und daß die LSnderkonfere-z Teillösungen als absolut unzweckmäßig erachtet und damit sowohl den Weg der Uebernahme einzelner Verwaltungszweige der Länder auf das Reich und den Gedanken der Bildung von Reichsländern abgelehnt habe. Schließlich habe der Verlauf der Länderkonferenz auch mit dem Schlagwort aufgeräumt, daß der Einheitsstaat billiger arbeite, als der Bundesstaat.
Eine brauchbare Gesamtlösung des Verhältnisses zwischen Reich und Ländern sei nach bayettscher Auffassung nur dann zu erreichen, wenn das Problem des Verhältnisses zwischen Preußen und Reich in zweckmäßiger Weise gelöst würde. Dabei betont man, daß die Verhältnisse von 1871 sich auf die heutige Zeit nicht übertragen ließen. Bayern werde an der weiteren Erörterung des Problems Einheitsstaat oder Bundesstaat teilnehmen, halte jedoch daran fest, daß eine gewaltsame Lösung dieses Problems, wie von dem Ministerprä- sidenten auf der Konferenz selbst betont worden sei, unmöglich in der Errichtung des Einheitsstaates liege und ausgeschlossen bleiben müsse.
teten bei Leuten, die, wenn sie auch schon eine Reihe von Aufsichtsratsposten haben, doch auf das kleine Nebeneinkommen von 24000 Mark im Jahr nicht verzichten wollen! Es ist empfindlich, daß im Mittelpunkt dieser Ausführungen ein ehemaliger Reichskanzler steht, und wie u***ner die Dinge liegen: ein Rest von Pein
lichkeit bleibt, und dieser Rest ift wahrhaftig nichts gering. _ _ _ . _
rotb. Berlin, 24. Ian. (Eig. Funkm.) Zu einer Notiz des „Vorwärts", Abmachungen mit dem Reichskanzler a. D. Luther betreffend, wird den Blättern mitgeteilt, daß die Regierung sich bei der Besetzung der Stelle durch Dr. Luther nur von rechtlichen Erwägungen hat leiten lassen und von dem Bestreben, mit Preußen zu einer Verständigung zu kommen. Die Bezüge Luthers aus dem' Derwaltungsratsposten bei der Reichsbahn werden natürlich auf feine Pension angerechnet.
Geldmangel.
flaut Täglicher Rundschau ist in einer interfraktionellen Besprechung auch _ der Antrag oer Deutschen Volkspartei auf Schaffung eines F ii r - forgegesetzes für Kleinrentner behänd bett worden, und zwar ist Klacheit darüber geschaffen worben, daß der Antrag im Ausschuß weiter beraten werden soll. Es bestehen jedoch aus dem gleichen Grunde, wie bei den geplanten Maßnahmen zur Unterstützung der Land- wirtschaft auch hier Bedenken bei demReichs- sinanzminister.
Eine drohende Sprache.
Die am 23. Januar in Berlin versammelten Landbundführer von Brandenburg. Han- nooer, Hessen-Nassau, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Schwerin, Mecklenburg-Strelitz, der Hansastädte Lübeck und Hamburg, Anhalt, Freistaat Sachsen, Westfalen und Prov. Sachsen veröffentlichen eine Erklärung, in der es heißt:
Erstens. Wir dulden keine Einfuhr land- wirtschaftlicher Erzeugnisse, die wir aus eigener Scholle hervorbringen können, insbesondere nicht den Abschluß eines polnischen Handelsvertrages, ter nur auf Kosten der Landwirtschaft, besonders auf Kosten der Kleinlandwirte und der Landar- beiter abgeschlossen werden kann. Zweitens: Dur werden unsere Betriebe so schnell wie die Wirtschaftsreform des einzelnen Betriebes es erlaubt, auf die einfachste Form umstellen. Der Zuckerrübenbau wird so weit unterbleiben, als nicht genügend fähige Arbeitskräfte zur Verfügung gestellt werden. Drittens. Wir stehen zu allen von uns eingegangenen Verpflichtungen, können aber Zahlungen an Wechseln, Zinsen, Steuern und Abgaben nur noch aus den aufkommenden Erträgnissen des Betriebes zahlen. Wir werden alles daran setzen, ausreichende Löhne für unsere Arbeiter und Angestellten sicherzustellen. Viertens. Gegen eine zwangsweise Befriedigung aus landwirtschaftlicher Substanz werden wir von Fall zu Fall die uns nötig erscheinenden Maßnahmen ergreifen.
e
D.D.Z. Berlin, 24. Ian. (Eig. Funkm.) Wie wir erfahren, haben bie heutigen Dormittaasverhandlungen bes interfraktionellen Ausschusses zu einer gewissen Uebereinftlmmung in ben die Landwirtschaft betreffenden Steuerfragen geführt. Dagegen ist es noch nicht gelungen, eine Einigung in ben Krebit- und Zinsfragen zu erzielen. Das Reichsfinanz- mtniftertum hat für bie Rentenbankkredite feine Einwilligung zu einer Ermäßigung um die Hälfte der Zinssätze erHärt, bie Forderungen der Landwirtschaft gehen jedoch auf ben vollen Erlaß hinaus. Zur weiteren Klärung dieser Frage ist für heute nachmittag 4 Uhr eine neue Sitzung in größerem Kreise anberaumt worben, und zwar werden daran teilnehmen der interfraktionell« Ausschuß, der Reichsfinanzminister, der Ernährungsminister, der preußifche Landwittschaftsmlnister, Vertreter der Rentenbank und der Preußenkasse. Man hofft, daß es bei diesen Verhandlungen, bei denen auch die zuständigen Bankinstitute ihre Auffassungen über die Möglichkeiten der Erleichterungen darlegen werden, gelingen wird, der Lösung dieser für die Landwirtschaft so außerordentlich wichtigen Probleme näher zu kommen.
viedeutsch-polnischenverhandlungen
wfb. Warschau, 24. Jan. (Eig. Funkm.) Di« offöiöfe „Epoka" äußert sich Über die deutsch-pol- Nischen Handelsvettragsverhandlungen recht optimistisch und betont, daß die Untechandlungennun enbsich konkrete Form angenommen hätten. Aus verschiedenen Stimmen der deutschen Presse könne, man schließen, daß die Frage der sogenannten Valorisierung ober richtiger Umrechnung ber pol- Nischen Zölle auf Gewwährung für die deutsch« Sette von allergrößter Bedeutung sei. Deuffchlmrd trete Konventionszölle an. Sollte die Konvention reasisiett werden, so müßte sie beide Seiten oer« Pfsichten. WaS bie Frage der Ausfuhr polnischer tierischer Probutte anbetreffe, so zeige sich hier bi« Möglichkeit einer beide Setten zufriedenstellenden Verständigung. Optimistisch gesehen könne man somit bie Hoffnung aussprechen, daß zumindest in ben grunbsüßlichen Fragen die Handelsvrr- tragsverhandmngm binnen eines Monats beendigt sein werden.
Die Divisionskommandeure bei Groener.
Retchswehrminister Groener Wirb, einer Dlät- termelbung zufolge, in ben nächsten Tagen die zehn Divisionskommandeure der Reichswehr nach Bersin beordern, um mit ihnen eine Reihe von schwebenden militärischen Fragen zu besprechen.
Vie Splitterparteien.
Wie dem B. T. zufolge aus Reichstagskreisen verlautet, sollen am Dienstag bie Beratungen ber Parteien über einen Gesetzentwurf, ber bie Frage ber Splitterparteien behandelt, beginnen, und zwar werden sich für diesen Gesetzentwurf voraussichtlich alle großen Parteien des Reichstages einsetzen. Cs sind bereits unverbindliche Dor-