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uldaerZettung
Anzeiger für die Skadk Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt. ____
Nr. 14.
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Mittwoch, IS. Ianuar 1928.
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Ser Parteioorstand des Zentrums jusammengeruseu.
Nach der Rede Imbuschr. — Marx und 5tegerwald. — Die politischen Nachwehen der Resoldungsreform.
Im Anschluß an die Ausführungen des Reichs- kagsabgeordneten Jmbusch auf der Wählerversammlung der Zentrumspartei des Stadt- und Landkreises Essen wurde mit allen gegen drei Stimmen eine Entschließung angenommen, in der die Versammlung in sehr scharfer Weise Kritik an dem Schreiben des Reichskanzlers Dr. Marx an den katholischen Lehrerverband übt und betont, daß von dem obersten Beamten des Reiches und dem ersten Vorsitzenden der Partei ein anderes Verhalten hätte erwartet werden müssen. Die von durchaus sachlichen und grundsätzlichen Erwägungen getragen« Stellungnahme Stegerwalds und seiner Freunde sei außer von den Arbeitern auch von weiten Kreisen des Mittelstandes und der Landwirtschaft geteilt worden, worüber sich der Reichskanzler auch in seinem eigenen Wahlkreise Gewißheit verschaffen könne; durch die Veröffentlichung des zwar nicht für die Oeffentlichkeit bestimmten Schreibens sei die tatsächliche Auffassung des ersten Vorfitzenden der Partei bekannt geworden. Herrn Stegerwald spreche die Versammlung ihr volle« Vertrauen aus.
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Die „Germania" geht ausführlich auf die Ober- dausener Rede des Zentrumsabgeordneten und Vergarbeiterführers Jmbusch ein. Das Blatt schreibt u. a.:
Die Rede von Jmbusch hak die Auseinander- setzungen, die wir jetzt leider als Nachspiel der parlamentarischen Vorgänge erleben müssen, nicht unwesentlich verschärft. Sie hat die Gesichts- punkte stark ins Persönliche zugespitzt. Ste- hen wir auch der Erregung des christlichen Bergarbeiterführers mit Verständnis gegenüber, Ton und Form der gegen Marx erhobenen Angriffe schießen weit über das Ziel hinaus und können in keinem Falle gebilligt werden. Es finden sich diese Uebertreibungen, Verallgemeinerungen und Schiefheiten in der Jmbuschrede, die sich vor allen Dingen auf die Zusammensetzung der Fraktion beziehen, aber man würde es sich zu leicht machen, wollte man mit dieser Kritik über die Rede von umbusch hinwegsehen. Mit wachsender Besorgnis
muß doch die Tatsache festgestellt werden, daß sich Parteileitung und Zentrumsarbeiterschaft von einander entfernen. Es ist wünschenswert, daß den Gründen aufrichtig und ehrlich von allen Seiten nachgegangen wird. Ganz unbestritten ift daß aus der psychologischen und sozialen Lage der Arbeiterschaft, in der sie sich nach schweren Jahren schwerer Notzeit immer noch befindet, eine ganze Reihe von Forderungen ihre innere Berechtigung erhält. Klug und weise und nötig dünkt uns, daß diese Forderungen nicht nur gehört werden, sondern daß man ihnen ernsthaft Rechnung trägt. Eins ist unbedingt erforderlich: die Verkettung, die aus dem unglücklichen Nachspiel dir parlamentarischen Verhandlungen jetzt enfftanden ist, muß gelöst werden. Dem Reichskanzler hat es durchaus ferngelegen, zum Anlaß einer solchen Auseinandersetzung zu werden und wenn wir alle nur den Willen haben, dem Charakter der Partei entsprechend, wahrhaft dem Ausgleich zu dienen, dann sei es unsere Aufgabe, und nicht auseinander, sondern zueinander zu führen.
Lin Schritk Skegerwalds. — Der Parkeivorfiand des Zentrums tagt.
— Berlin, 17. Dez. (Eig. Funkm.). Die D. Z. berichtet: In politisch parlamentarischen Kreisen er- hält sich hartnäckig das Gerücht, daß Abg. Stegerwald sein Amt als zweiter Vorsitzen, der des Zentrums niedergelegt hat mit der Begründung, daß ein gedeihliches Zufam- menarbeiten mit dem ersten Vorsitzenden, Reichskanzler Dr. Marx unmöglich geworden sei.
Es wird bestimmt erwartet, daß der Partei, v o r st a n d in den allernächsten Tagen zusammen, berufen wird, um die Differenzen zwischen den beiden leitenden Persönlichkeiten der Partei auszugleichen.
Wie Wolffs Telegraphenbüro hierzu aus parlamentarischen Kreisen erfährt, wird die Sitzung des Parteivorstandes des Zentrums am morgigen Mittwoch stattfinden.
Bringt Der Berliner LWerkongretz Nutzen?
und
taat und ferner darin, daß man die Gnt
Dr.
Re-
In der Rede, mit der Reichskanzler Marx die zu der Länderkonferenz in Berlin erschienenen deutschen Staatsmänner willkommen hieß, wies er auf die historische Bedeutung des Versammlungssaales hin, in dem 1878 der Berliner Kongreß und im November 1918 die bedeutsame Aussprache mit den Vertretern der einzelnen Freistaaten unter dem Vorsitz des damaligen Volks - beauftragten und , späteren Reichspräsidenten Ebert .stattfanden. Er skizzierte dann kurz die Aufgabe der Länderkonferenz, wobei er besonders hervorhob, daß jede Neuregelung in den Beziehungen zwischen Reich und Ländern auf der Grundlage vollster gegenseitiger Loyalität erfolgen müsse. Es werde sich ferner vor allem darum handeln müssen, einzelnen Ländern durch Uebernahme gewisser Verwaltungszweige auf das Reich zu helfen, ferner die Beseitigung der Enklaven und Exklaven mit möglichster Beschleunigung zu betreiben und im Reich und in den Ländern auf dem Wege umfassender Verwaltungsmaßnahmen wesentliche Ersparnisse zu erzielen. Die Reichsregierung erwarte von den Beratungen ein ergiebiges Resultat und von der Aussprache eine Verttesung und Stärkung des Bewußtseins, daß die Einheit der Natton und des Reiches unser wertvollstes und bestes Gut sei, das dem deutschen Volke aus den Stürmen der Kriegs- und Nachkriegszeit geblieben sei.
Nach geschäftsordnungsmäßigen Mitteilungen begannen zu der Frage der verfassungsrechtlichen Beziehungen zwischen Reich und Ländern die Referate und Korreferate.
Petersens Dorschlag.
Das zweistündige Referat des Hamburger Bürgermeisters Dr. Petersen gipfelte in dem Vorschlag, einen Sachverständigenaus chuß einzusetzen, der die bisher vorliegenden Entwürfe für die Umgestaltung des Reiches durcharbeiten, eigene Vorschläge machen und sie der weiteren Beschlußfassung der zuständigen Stellen zur Verfügung stellen soll.
Dieser Ausschuß soll zusammengesetzt sein aus Polttikern, Verwaltungspraktikern, Staats- und Verwaltungsrechtlern, Vertretern der Wirtschaft, einschließlich der Arbeitnehmerorganisationen. Dm Vorsitz soll ein Vertrauensmann der Reichsregierung und der Länderregierungen führen.
Die" jetzige Länderkonferenz soll nach der Auffassung Petersens die Frage formulieren, die dem Ausschuß vorzulegen wären, und seine Arbeitsgebiete genau abgrenzen. Im Verlaufe seiner Rede sprach Petersen die einzelnen Vorschläge zur Reform des Reichs durch. Er kam dabei zu dem Ergebnisse, daß über die Einzelheiten der Umgestaltung keine Ueberemstimmung besteht, daß aber alle Vorschläge sich in folgenden grundsätzlichen Punkten einig sind: 1. Durchführung des demokratischen Prinzips der Reichsverfassung auch bei der Einwirkung der Länder auf die Willensbildung des Reiches. 2. Stärkung der Reichsgewalt. 3. Vereinheitlichung der politischen Willensbildung in einem einzigen Reichsparlament und damit Vermehrung der Stetigkeiten in der Verwaltung des
Reiches. 4. Ausbau lebendiger unterer und mittlerer Selbstverwaltungsbezirke und Verkürzung des Instanz mweges zur Zenttalregierung. 5. Neugliederung des Reiches in Gebilde, die kulturell und wirtschaftspolitisch lebmssähig sind und im Rahmen des Reiches ein Eigenleben führen.
Dr. Petersm ging bann die Einzelheiten der vorliegmden Vorschläge durch und dabei besprach er insbesondere dm Plan der Bildung freier Reichständer und eigenem Landtage und eigenem Üandespräsidenten. Er erklätte, daß ihm dieser Vorschlag ganz unmöglich erscheint, weil seine Voraussetzung die Zerbröckelung Preußens wäre. Preußen müsse aber echalten bleiben, bis es im Reiche aufgehen kann. Der umgekehrte Weg sei verhängnisvoll.
Bazille als Redner.
Im Anschluß an das Referat des Hamburger Bürgermeisters Dr. Petersen sprach der würüem- bergische deutschnationale Staatspräsident Bazille. In seinem Vorttag „Reich und Länder" betonte Bazille nach einer eingehenden Besprechung der fundammtalen Grundsätze der Verfassung Bismarcks, auf ber^r Grundlage sich das deutsche Voll mit größter Schnelligkeit zum kraftvollsten Volk der Erde entwickelte, daß die Bismarcksche Verfassung ein System von Gewichten und Gegengewichten bildete, indem jedes Gewicht mit seiner vollen Kraft Witten konnte, ohne die Wirk- samkeit der anderm zu vernichtm. Alsdann zählte der Redner die Punkte auf, in benen eine Preis- gäbe bet Grundsätze der Bismarckschen Polkttk in der Weimarer Verfassung erfolgte. Bettachte man die Verfassung von Weimar im ganzen, so hat zwar auch sie sich bemüht, Gegengewichte anzubrin- gm, aber sie hat die Element« frember Versah jungen so unglücklich mit einander vermischt, daß die neue Reichsversassung einer Maschine gleicht, deren Räder nicht in ehtanbergreifen und miteinander wirken, sondern von benen jedes den Gang des anderen stört.
Die Korreferate.
Weimarer Verfassung zwischen Bundesstaat Einheits i
scheiduna darüber, wie die Weimarer Verfassung umzugestalten sei, nicht mehr lange hinausschie- ben dürfe. In dem Ziele dieser Umgestaltung stehe er jedoch auf dem entgegengesetzten Standpunkt wie der erste Referent. Die Dominante bei der Forderung des Einheitsstaates bildet eine fi- nanzWirtschaftliche Betrachtung mit dem Ergebnis, daß im Einheitsstaat größere Ersparungen in der Gesamtverwaltung möglich würden und eine Steuerentlaftung für die gesamte Wirtschaft sich erreichen ließe. Man führt für den Einheitsstaat vor allem ins Feld, daß damit das Gegeneinander, Nebeneinander und Durcheinander beseitigt wird, woran die Weimarer Verfassung Schuld fein soll.
Nach einer Mittagspause sprach zuerst als Korreferent der bayerische Ministerpräsident Held. Er betonte, daß er mit den ersten ferenten des Tages durchaus einig gehe in der Auffassung über den Kompromißcharakter der
Der wirkliche Grund für das mancherlei Durcheinander und Gegeneinander in Deutschland liegt aber in der geistigen und sozialen Zer- rissenheit des deutschen Volkes. Diese Zerrissenheit würde auch im Einheitsstaat nicht vermindert, sondern vermehrt.
Die notwendige Verbilligung sei im Bundesstaat in gleicher Weise und sogar noch zweckmäßiger durchführbar als im Einheitsstaat. Man sollte daher von einer umstürzenden Umgestaltung der Verfassung zum Einheitsstaat absehen und zunächst die Mängel der Weimarer Verfassung beseitigen. Wo der Wille zur Erhaltung der Eigenstaatlichkeit in einem Lande vorhanden ist, muß dabei auf ihn Rücksicht genommen werden.
Der Kernpunkt des innerbeutfdjen Problems ist das Problem Reich und Preußen. Der Redner legt dann die verschiedenen Vorschläge zur Lösung dieses Problems dar und betonte, bei einer Lösung des Problems, wie sie auch fein möge, müßten die Länder unbedingt folgende Forderungen erheben: Verfassungsautonomie der Länder und ihre Sicherung, Gebietsautonomie der Länder, Einschränkung der Gesetzgebungsrechte des Reiches, Sicherstellung der Länderverwaltung gegen Eingriffe der Reichsverwaltung, Wiederherstellung einer größeren finanziellen Selbständigkeit der Länder durch eine Ausscheidung der Steueruellen und Rückübertragung der Steuerverwaltung für die eigenen Steuerquellen, ein Finanzausgleich, der die Erhaltung der Länderselbständigkeit ermöglicht, Ausbau des Reichsrates als Gesetzgebungsfaktor und verfassungsmäßige Sicherung aller dieser Rechte der Länder.
Auch der preußische Ministerpräsident Dr. Braun, der die Verhandlungen mit seinem Referat abschloß, betonte die Notwendigkeit einer ruhigen und sachgemäßen Entwicklung der in Frage stehenden Probleme. Er unterstrich, daß man an die Dinge ohne Rücksicht auf Parteistandpunkte Herangehen müsse. So ist mit den vier großen Referaten zunächst die Grundlage geschaffen worden, auf der sich die Diskussion entwickeln kann. Naturgemäß läßt sich am Abend des ersten Tages noch nicht sagen, zu welchen Beschlüssen die Konferenz kommen wird. Soviel aber kann man immerhin bereits feftfteöen, daß die Verhandlungen die großen Probleme freimütig offengelegt haben, sodaß sich nunmehr aus der Diskussion die schließlichen Ergebnisse der Konferenz herauskristallisieren können.
Der Herr Reichspräsident gab abends zu Ehren der Staatspräsidenten und Ministerpräsidenten der Länder ein Essen, zu dem auch die beteiligten Reichsminister und Minister der Länder sowie die Bevollmächtigten der Länder zum Reichsrat geladen waren.
Getzler und die Phöbus-Nffäre.
Die »Voss. Ztg." übernimmt aus der „Neuen Freien Presse" Wien ein Interview, bas der Berichterstatter des Wiener Blattes mit „einem Freunde" des Reichswehrministers Geßler gehabt hat. Die „Voss. Ztg." erklärt, dieser Freund äußere sich derart oertraut mit den Gedankengängen des Mnifters, daß man wohl keine unzulässige Vertauschung vornehme, wenn man diese Aeußerungen so behandele, als stammten sie von Dr. Geßler f e I b ft.
Zu Beginn des Interviews wird bargelegt, daß Dr. Geßler schon im Juli 1926 habe gehen wollen, auf dringendes Bitten des Reichskanzlers noch geblieben fei, aber gleich angekündigt habe, daß .es sich nur um einen Aufschub von ein paar Monaten hanbeln könne. Jetzt könne er körperlich und seelisch einfach nicht mehr weiter. Es wird habet an die schweren Schicksalsschläge erinnert, die den Minister betroffen haben. Der Minister werde nach seinem Rücktritt zunächst eine Reise durch feine bayerische Heimat an treten und bann einen längeren Erholungsaufenthalt wahrscheinlich in der Nähe von Innsbruck nehmen. Vielleicht werde er die Muße benutzen, seine Le- beneerinnerungen aufzuzeichnen. Er halte es für seine Pflicht, eine wahrheitsgemäße Darstellung der Ereignisse, an denen er beteiligt war, zu hinterlassen. Ein Hauptgrund für diese Demission sei die Phöbus »Affäre gewesen, die den Minister schwer getroffen habe. Hinter dem Rücken des Ministers und seiner anderen Vorgesetzten habe Kapitän Lohmann sich in die Geschäfte mit der Phöbus-Film eingelassen und dafür nicht nur die ihm zur Verfügung stehen, den Fonds verausgabt, sondern auch namens des Ministeriums Bürgschaften für Mi lHone nbeträge Übernommen. Diese Millionen seien v e r l o r en und das Reichswehrministerium werde genötigt sein, in einem Nachttagsetat vom Reichstag die Bewilligung dieses Millionenbettages zu verlangen. Was den Kapitän Lohmann bewogen habe, fei völlig unklar. Unlautere Motive hätten keineswegs mitgefpiett. Hohmann habe nicht den geringsten Nutzen aus den Geschäften gezogen. Der Minister glaube, daß fein Rücktritt die parlamentarische Erledigung her fatalen Angelegenheit erleichtern werde; denn sein Nachfolger könne sagen, was er selbst nicht hätte sagen können: nämlich, daß her Minister ungenügend und unrichtig informiert worben ist.
lieber bie Nachfolge sagt Eeßlers „Freund", baß Geßler selbst bet Ansicht fei, bas vakante Ministerium müsse befinitio besetzt werden. In G eneral Groener erblickt er eine Persönlichkeit, bie nicht nur als ausgezeichneter Fachmann alle für bie Leitung des Wehrministeriums erforderlichen Eigenschaften besitzt, sondern auch wahrscheinlich der Linken mehr Vertrauen einflössen würde, als mancher Politiker, der als Geßlers Nachfolger ins Auge gefaßt worden fei.
Coolidge auf Kuba.
Der Präsident von Kuba, Machabo, wies in einer Ansprache, mit der er Präsident Coolidge und die Delegierten der panamerikanischen Konfe- renz bewillkommnete, darauf hin, daß Coolidge der Vertreter des Landes fei, bas ben G rund - säßen der Unadhängigkei t serkla- r u n g entsprechend Kuba in seinem Frechettskamps zu Hilfe gekommen sei und erklärte bann, zu ben Aufgaben der Konferenz übergehend, der Grundsatz der Zusammenarbeit müßte an bie Stelle der Gedanken an die trennenden Interessen treten Nichts könne die Strömung aufhalten, Geschicke her westlichen Hemispäre auf rechtlichen Grundlagen, bie für die Erhaltung des Friedens unerläßlich feien, in einer brüderlichen Vereinigung zuscnnmenzufaffen fuche. Kuba habe, seitdem es ein Staat geworden fei, Bewunderung für bie Länder Amerikas gehegt, die vor ihm bie Frechen gewonnen hätten. Die U n a b h ä n gi g k e 11 ftr bas kostbarste Gut aller Nationen. Als eine solche biete Kuba seine Gastfreundschaft. r
Dann hielt Präsident Coolibge eine Ansprache, in der er u. a. ausführte: In dem Geifi Christoph Columbus besitzen alle amerikanischen Staaten ein ewiges Band der Einheit, eine uns allein hinterlassens gemeinsame Erbschaft. Wenn wir die letzten vier Jahrhunderte überblicken, so können wir feststellen, daß wir berechtigt sind zu versichern, baß die westliche Halbkugel nicht versagt hat, als es galt, einen Dienst zu leisten, der sie, wie es schien, der Menschheit leisten sollte. Eine friedliche und vom guten Willen geleitete Haltung herrscht unter unseren Völkern.
Einer der wesentlichsten Dienste, die wir der Menschheit leisten, ist, baß wir besonders verantt wörtlich sind, bie Ideale der westlichen Welt aufrechtzuerhalten. Wir sollten uns vergegenwärtigen, baß bas oberste Recht Rücksicht, Zusammenarbeit, Freunbschaft unb Nächsten- liebe ist. Ohne diese gibt es keinen Frieden, keinen Fortschritt, keine Freiheit und keine Republiken. Das find Eigenschaften, die die menschlichen Beziehungen aus der mechanischen über bie tierische in eine höhere Sphäre rücken, bie an bie göttliche grenzt. ——————
Das Schulgesetz.
— Berlin, 17. San. (Eig. Funkm.). Zu ben Verhandlungen über das Reichsschulgesetz schreibt die D. Z. am Mittag, es sei eine ernste Wen- düng eingetreten, die das Schicksal des Schulgesetzes in Frage stelle. Es handele sich um den Paragraphen 16 a, der ausdrücklich festlegt, daß in all denjenigen Gebieten des Reiches, wo bereits bie Frage des Religionsunterrichtes geregelt fei, es bei dieser Regelung bleibe. Hierzu erfährt WTB., daß der Deutschen Dolkspartei hinsichtlich dieses Paragraphen 16 a, der auf Antrag der DVP. in das Gesetz ausgenommen würbe, in her Tat Be- denken gekommen seien. Wenn aber bas genannte Blatt von einer Gefährbung des Schulgesetzes, spricht, so ist darauf hinzuweisen, baß her Schwer- punkt ber Lage nach wie vor in bent Paragraph 20, der die Simul tan sch ul en betrifft, ziu suchen ist, da bie Parteien mit Bezug auf biefen Paragraphen an ihren Auffassungen festhalten.
* Rücktritt des litauischen Oberbefehlshat ers. Aus K o w n o wird gemeldet: Der Oberbefehls- Haber, General S ch u f a u, ist um seinen Abschied eingekommen, bet vom Staatspräsidenten bewilligt worden ist. Eine Neubesetzung des Postens ist nur für Kriegszeiten vorgesehen. Die Abwicklung ber Geschäfte übernimmt der Chef des Hauptstabes, Oberst Blechahitschius.
* Zum Fall Geßler. Wie den Blättern mit- geteilt wirb, ist bie Reichsregierung augenblicklich durch die Länderkonferenz unb andere Vorgänge so belastet, daß eine Entscheidung über die Nachfolge des bisherigen Reichswehrministers vor Ende der Woche nicht zu erwarten ist.
* Der HaupkomÄchuß des preußischen Landtages. Das DDZ.-Büro teilt mit: Der Hauptausschuß des Preußischen Landtages bewilligte am Montag eine Reihe kleinerer Etats, insbesondere den Haushalt ber Oberrechnungskammer, ber Staatsschuld, ber Münzoenvaltung unb der Lot- terieroerroattung. Bei dem letzteren fand ein Zentrumsantrag Annahme, der das Staatsministerium ersucht, bald möglichst weitere kleinere Einnahmestellen zu errichten. Der Ael- teftenrat des Preußischen Landtages ist für Dienstag zu einer Sitzung zusammenberufen. Als Sitzungsabschnitte werden bis Ostern 1928 vorgeschla- gen, der 17. bis 21. Januar, ber 2. bis 18. Febr., Der 1. bis 10. März und der 20. bis 31. März. In den Pausen sollen die einzelnen Etats im Ausschuß weiter gefördert werden.
♦ Zur Mnnftionsbeschlagnahmung im Kieler Hafen. (Eig. Funkm.). In Sachen der Munitions- beschlagnahme im Kieler Hafen führt dem Vernehmen nach bie Staatsanwaltschaft in Serbin- düng mit der Kriminalpolizei in Halle gegenwärtig die Untersuchung m Halle und Torgau. Es handelt ft chbekanntlich um die 17 Eisenbahnwagen mit Gewehrmunition, die jetzt nach der gerichtlichen Beschlagnahme in einem Speicher verwahrt wird. Absender und Empfänger der Sen- düng waren bisher nicht in Erfahrung zu bringen.
wirtschaftliche Kampfbewegungen.
— Der Metallarbeiterftreik in Mitteldeutschland. Nach Blättermeldungen aus Maadeburg wurde am Montag nachmittag um 3 Uhr die Arbeit in den größeren Schrieben niedergelegt. Von dem Streik in Magdeburg werden rund 20 000 Arbeiter betroffen. — Die Abstim- mungen in den Betrieben über den Schiedsspruch des Schlichters für die mitteldeutsche Metallindustrie haben in Magdeburg eine Mehrheit von 92 bis 99 S Prozent gegen den Schiedsspruch ergeben.