Fuldaer Land und Nachbargebiet.
— Schotten. Im nahen Ulfa feierte das Philipp Flei- /cher'sche Ehepaar das Fest der diamantenen Hoch- -xrtt: — •
— Limburg. Der in Limburg um 22.8 Uhr eintref. fende Berliner Nachlfchnellzug traf dieser Tage mit vier zertrümmerten Fensterscheiben ein. Die Zertrümmerung der Scheiben geschah hinter Laurenburg auf eigenartige Weise. An einem mit Stroh beladenen Güterwagen eines den Schnellzug in entgegengesetzter Richtung passierenden Güterzuges hatte sich die Schutzdecke durch den Sturm gelöst und flatterte hin und her. Beim Borüberfahren der beiden Züge schlug ein Teil der Schutzdecke mit ihren großen Metallösen mit durch den Luftdruck des D-Zuges vermehrter Wucht ge- gen letzteren und schlug die vier Fensterscheiben sowie eine Signallampe entzwei. Da zum Glück Fahrgäste nicht in der Nähe der Fenster saßen blieb es bei dem geringfügigen Sachschaden.
= Offenbach a 2tt. Die unter Leitung des Architek» ten Prof. Hugo Eberhardt stehende Offenbacher Kunstgewerbeschule zeigt in diesem Wintersemester eine Frequenz von 240 Ganztags- und 45 Halbtagsschülern, sowie 140 Kursusteilnebmern in ihren Fachklassen und kunstgewerblichen Werkstätten und zählt sonach zu den stärkstbesuchten deutschen Kunstqewerbeschulen. Die neu- eingerichtete Modellwerkstätte für Lederarbeiter, der eine F-rchklasse für Buchbinderei und Handvergoldung ange- gliedert ist, wurde durch eine Werkstätte für Gürtler, die unter technischer Anleitung des Silberschmieds Eduard Fischer (bisher Wiener Werkstätte) steht, erweitert.
--- Aus dem Taunus. Zwischen Zugmantel und Ehrenbach (Taunus) ereignete sich eine schweres Autounglück. Ein mit Steinen schwer beladener Kraftwagen kam ins Rutschen und über chlug sich Der
— Petersberg. Frau Katharina L o m b feiert heute, im 11. Januar, ihren 80. Geburtstag in geistiger Frische.
— Großenlüder. Anläßlich ihres 40jährigen Dienst- Jubiläums wurde der Hebamme Rosalia Schnell aus Gro- zenlüder seitens des Kreises ein Ebrenaeschenk von 50 RM. überreicht.
— Eiterfeld. Zu der dieser Tage hier abgehaltenen Hauptversammlung des Rhönklubs hatten 'ich trotz des nicht gerade sehr einladenden Wetters die Mitglieder — sogar von auswärts — zahlreich einge- funden. Nachdem der Vorsitzende mit kräftigem „Frisch auf!" die Anwesenden begrüßt und die besten Wünsche zum Jahresbeginn ausgesprochen hatte, erstattete der Schriftführer ausführlichen Jahresbericht. Das verflossene Jahr war für unfern Zweigverein von be- [onberer Bedeutung, weil der verdienstvolle erste Dor- sitzende wegen seiner Versetzung sein Amt niederlegen mußte. Amtsgerichtsrat Steinmetz, den man nur ungern scheiden sah, wurde zum Ehrenmitglied des Rhön- ftubs, Zweigverein Eiterfeld, ernannt und für seine außerordentlichen Verdienste um den Verein ihm das gol- bene Abzeichen verliehen. Die Zahl der Mitglieder beträgt gegenwärtig 62, die der Jugendgruppe 24. Von den Veranstaltungen im vergangenen Jahre seien hervorgehoben: Ein bunter Abend im Vereinslokal, auf welchem unser Wanderfreund Schleichert aus Eisenach einen Lichtbildervortrag hielt, und die Jugendgruppe erst- malig von ihrem Können Zeugnis ablegte. Ferner das Fastnachtsvergnügen beim hiesigen Unterwirt, die Kir- mesfeier bei Mitglied Wiegand in Leibolz und das glän- zend verlaufene Waldfest mit feinem sprichwörtlich gewordenen Rhönwetter. Im Dezember wurde nach Buchenau ein Spaziergang gemacht. Herr Pfarrer Rausch dortselbst hielt einen längeren Dorttag über Buchenau und seine Vergangenheit. Nach dem Bericht des Wan» derwarts wurden im Vereinsjahre 1927 10 Halbtagsund 7 Tageswanderungen gemacht, an denen sich insgesamt 207 Mitglieder, 68 Familienangehörige, 68 Mit- glieder der Jugendgruppe und 55 Gäste, zusammen 398 Personen beteiligten. Die Einnahmen betragen 1421.40 RM., denen 1365.70 RM. Ausgaben gegenüberfteben, sodaß der Verein mit einem Kassenbestand von 55.70 RM. ins neue Jahr tritt. Dem Kassierer wurde für feine mustergültige KasfengefchSstsführung gedankt und ihm Entlastung erteilt. Mit Rücksicht auf die günstigen Kassenverhältnisse wurde der Vereinsbeittag von 7 auf 4 RM. herabgesetzt. Das wird hoffentlich noch manchen, der Lust und Liebe am Wandern und an Gottes schöner Natur hat, veranlassen, nunmehr Mitglied des Rhönklubs zu werden, zumal er wie kein anderer Verein berufen ist, unser Heimatgebirge in jeder Hinsicht zu erschließen und bekannt zu machen, Wanderlust und Wintersport zu fördern, Heimatliebe und Heimatschutz zu pflegen und dem geselligen Verkehr seiner Mitglieder zu dienen. Der Vorsitzende wies darauf hin, baß bas Mitglied, Studienrat Volkert aus Buchenau, am letzten Sonntag im Januar im Vereinslokal einen Lichtbilder- vorttag über das Deutschtum im Auslände halten wird, wozu neben den Mitgliedern alle Vereine sowie die Einwohnerschaft eingelaben sind. Damit war die Tages- orbnung eriebigt. Bei der nun folgenden Vorstandswahl wurde der alte Vorstand einstimmig wiedergewählt. Er setzt sich wie folgt zusammen: Vorsitzender: Oberbahnmeister Henk; Schriftführer: Herr Dr. Ulm; Kassen- unb Wanderwart: Herr Lehrer Schotts; Wegewart: Herr Straßenmeister Kleemann. Mit dem bekannten Rhön- lied ginge zum gemütlichen Teil über.
— Tann. In einer Versammlung des evgl. Kirchen- vorstandes sollte dem Kirchenältesten Heinrich Schleicher anläßlich seines 75. Geburtstages ein Bild überreicht werden. Der Greis war über triefe Ehrung so erfreut, baß er von einem Herzschlag getrof. ien tot 3u Boden sank.
Führer wurde auf der Stelle getötet, während zwei Begleiter erhebliche Verletzungen erlitten. Der Führer tarn dadurch zu lobe, daß chm das Steuerrad die Brust ein» drückte.
— Sebra. Beim Einsteigen in den D-Zug nach Staffel wurde einer Dame die Geldtasche mit einem größeren Geldbetrag und Zinsscheinen der Rheinischen Bodenkreditbank im Werte von rund 300 Mark gestoh - l e n. Der Diebstahl ist vermutlich von gewerbsmäßigen Taschendieben ausgeführt worden. In der Geldtasche befand sich außerdem noch ein Gepäckschein über einen Koffer mit wertvollem Inhalt.
— Efchwege. Die Arbeitslosigkeit in unserem Streife hat in den letzten beiden Monaten wieder recht fraffe Formen angenommen. Die Zahl der Erwerbslosen ist feit Anfang November bis jetzt von 736 auf 1838 gestiegen und hat damit den Stand zu Beginn des vorigen Jahres überschritten. Neben dem starken Zugang aus den Saisonbetrieben sind in großem Maße auch Entlassungen in der hiesigen Schuhindustrie vorgenommen worden. — Hier wird für den Telephonverkehr ein Selbstanschlußamt eingerichtet. Die Arbeiten sind nahezu beendet. Das neue Amt wird am 11. Februar in Betrieb genommen werden.
— Kassel. Aus bisher unbekannten Gründen fuhr im Bereich des Kasseler Hauptbahnhofes ein Triebwagen, der ausschließlich mit Eisenbahnern besetzt war, auf einen Prellbock auf. Zwei Eifenbahner wurden sehr schwer verletzt, drei weitere kamen mit leichteren Verletzungen davon. Die beiden Schwerverletzten mußten in ein Krankenhaus überführt werden. — Bei Arbeiten im Auepark stürzte ein Arbeiter beim Beschneiden der Bäume mit einem eben abgefägten Ast aus beträchtlicher Höhe ab und erlag kurz darauf im Krankenhaus seinen schwe- ren Verletzungen.
--- Kassel. Wie die „Kasseler Post" erfährt, hat der Kasseler Polizeipräsident, Frhr. von Korff, zum 1. April 1928 seinen Abschied eingereicht und bis dahin ab 1. Februar 1928 feine Beurlaubung erbeten.
— Kassel. Dor dem erweiterten Schöffengericht in Kassel hatten sich zwei junge Arbeiter von 21 und 23 Jahren aus Melsungen wegen Beschimpfung der Reichsflagge zu verantworten. Nach der Hindenburg-Geburtstagsfeier des Kriegervereins Melsungen begaben sie sich zur Schule, aus der eine Reichsflagge her- aushing, zerrissen diese und warfen sie in die Fulda. Das Gericht verurteilte den Stäupt Übeltäter zu einer Geldstrafe von 150 Mk. anstelle einer verwirkten Gefängnisstrafe von 3 Wochen, den zweiten Angeklagten zu 100 Mark anstelle von 2 Wochen Gefängnis. Der Strafantrag des Staatsanwalts lautete gegen jeden der Angeklagten auf 200 Mark anstelle von 4 Wochen Gefängnis.
— Kassel. Nachdem kürzlich drei Verbrecher aus der Strafanstalt Wehlheiden entwichen sind, ist vorgestern wiederum ein zu mehrjähriger Zuchthausstrafe Verurteilter aus der Zelle entwichen, nachdem er das Fenstergitter durchgefeilt hatte. Mittels eines aus Tüchern und Decken gedrehten Strickes gelang es ihm, sich über die Mauer zu lassen. Es handelt sich bei dem Ausbruch Zweifels- ohne um einen von langer Hand vorbereiteten Ausbruch. Eine Untersuchung ist eingeleitet.
Heues aus Frankfurt.
— Der neue Spielleiter der frankfurter Oper. Regisseur H. E. Mugenbecher-Darmstadt ist vom Aufsichts- rat der Städtischen Bühnen A. G. zum Oberspielleiter der Frankfurter Oper gewählt worden.
— Städtische Ileberschußgesellschoften. Don den 26 Gesellschaften, an denen die Stadt größtenteils bis zu 100 Prozent des Aktienkapitals beteiligt ist, warfen nur Zehn einen Ueberfchuß ab, bezw. sie brauchten städtische Unterstützungen nicht in Anspruch zu nehmen. So führten u. a. ab die Gasgesellschaft 2.3 Mill., die Reklame- stelle 135 685 RM., die preußisch-hessische Ballgesellschaft 75 000, die Automobildroschken-Gesellschaft 12 795, die Hausrat-G. 16 000, die Nassauische Heimstätten G. m. b. H. 917, die Hellerhof A. G. 1620, der Südwestdeutsche Rundfunkdienst 540, die Rhein-Moin-Donau A. ®; 2025, und die Reichsgetreidestelle in Auflösung 8437 RM.
— Der neue Haushaltsplan ohne Steuererhöhung. Der Magistrat hat durch feine Finanzkommifsion den Entwurf des Haushallsplar.es 1928-29 festgestellt. Es ist gelungen, den Entwurf offne Erhöhung der städtischen Steuersätze auszugleichen. Der Haushaltsplan wird nunmehr der Stadtverordnetenversammlung zugehen.
Die be'ch'aanahmle Mnderpiftole.
Auf dem Polizeirevier in Frankfurt a. M. erscheint ein Arbeiter und meldet, daß fein Hauswirt, der zu Gewalttätigkeiten neige, einen Trommelrevolver im Besitz hat. Ein Wachtmeister nimmt die Anzeige auf. Am nächsten Tage hält ein Kriminalbeamter Haussuchung bei dem Hauswirt und — findet tatsächlich einen Revolver. Die Mordwaffe wird beschlagnahmt und ruhte wenige Tage später als corpus delikti in der Asservatenkammer. Und der Hauswirt erhält einen Strafbefehl, gegen den er Einspruch einlegt Es folgte eine Einzelrichter-Sitzung.
Vorsitzender? „Warum haben Sie denn Einspruch eingelegt. Die Waffe wurde doch bei Ihnen gefunden und ist asserviert worden." Angeklagter: „Das ist aber nur eine Schreckschußwaffe." Vorsitzender: „Bei der Polizei haben Sie aber zugegeben, daß der Revolver bei
t Innen beschlagnahmt wurde." Bngetiagter: „Das schoni 1 Es ist aber doch nur ein Spielzeug." Vorsitzender (zum I Justizwachtmeister): ,Loken Sie mal das Asservat herbei! Schließlich müssen mir noch einen Schießsachverständigen haben." Mit größter Ruhe wartet der Angeklagte auf die Rückkunft des Wachtmeisters. Da kam er schon. Vorsitzender, Amtsanwalt, Referendar und Gerichtsschreiber schauen das Beweisstück mißtrauisch an und ziehen, den Lauf auf die Erde gerichtet, den Hahn ab. Die Trommel dreht sich, alles funktioniert. Auch der Justizwachtmeister, der während seiner Militärzeit oft mit Waffen zu tun hatte, begutachtet den Revolver und entdeckt, daß der Lauf nicht durchgebohrt ist. Vorsitzender: „Lassen Sie mal den Zeugen hereinkommen." (Der Kriminalbeamte tritt ein.) „Warum haben Sie denn eine Anzeige gemacht? Das ist ja gar kein Revolver!" Zeuge: „Es sieht aber so aus." Vorsitzender: „Doch nicht jedes Knallpiftölchen ist eine Schußwaffe!" „Was machen wir nur mit dem Ding?" wandte sich der Vorsitzende an den Anklagevertreter. „Wir müssen es ihm wieder aushändigen." Vorsitzender (diktiert dem Gerichtsschreiber): „Die Schußwaffe wird (sich unterbrechend) nein, das führt ja wieder zu Mißverständnissen. Wie kann man da sagen? . . . Na also! Schreiben Sie! Das Asservat wird dem Angeklagten wieder ausgeffänbigt. Der Angeklagte wird freigesprochen." (Zum Angeklagten): ,Lier haben Sie das Spielzeug! Sie können gehen!" Wacht-
meister: „Einen Augenbllck noch, der Angeklagte mutz zuerst quittieren!" So geschah es und heiteren Sinnes verließ der Angeklagte den Sitzungssaal.
Wissenschaft und Forschung.
— Die chemische Isolierung von Blattgrün. Der Unioerfitätsprofeffor Dr. Emil Bürgt tn Bern hat be. reits vor Jahren, fußend auf der chemischen Verwandtschaft des Blattgrüns geprüft und eine allgemein bele- bende Wirkung des dargereichten Blattgrüns festgestellt. Es gelang ihm, den belebenden Effekt klemer Blatt- grünmengen auf alle Zellen des Organismus zu beweisen und zu zeigen, daß nur das extrahierte, d. ff. aus den Pflanzen chemisch isolierte, nicht aber das in Gemüsen vorhandene Blattgrün angenommen wird. Das erste Verfahren zur chemischen Isolierung des Blattgrüns stammt, wie einem Beitrag der neuen pfälzischen Landeszeitung zu entnehmen ist, von dem in Landau in der Pfalz wohnenden Jng. Wilhelm Plaß, der nach längjährigen Versuchen außerordentliche Wirkungen dieses Präparate shat feststellen können. Ingenieur Platz arbeitet dem gleichen Beitrag zufolge an der Herstellung weiterer Chlorophylpräparate, die einen Bafen- Überschuß aufweifen und den gewöhnlich als Säurever» giftungen bezeichneten zahllosen Erkrankungen entgegenwirken sollen.
Turnen und Sport.
rurubezlrk Fulda—Oberfulda—Werra—Rhöngau.
Aus Streifen der deutschen Turnerschaft wird uns geschrieben:
Anläßlich des am Sonntag, den 8. d. M. in Bad Salzschlirf seitens des Turnbezirks Fulda abgehaltenen B e- jirtsturntages hatten fast sämtliche Vereine ihre Vertreter entsandt. Der Bezirksvertreter (Bauler gedachte vor Beginn der Tagung des leider so früh verstorbenen Dberturnroartes Schwarze. Die Versammlung ehrte den Verstorbenen durch Erheben von den Sitzen. Sodann gedachte die Versammlung der verstorbenen Turnbrüder, insbesondere des Turnbruders Abel von Horas.
Hierauf wurde zur Tagesordnung geschritten. Aus den Berichten der einzelnen Bezirksvorstandsmitglieder war zu ersehen, daß alles getan worden ist zum Wohle der Vereine und der Deutschen Turnerschaft. Die aus der Mitte der Versammlung gestellten Anträge, insbesondere der Durchführung der Bezirksturnfeste und der sonstigen Bezirksveranstaltungen fanden einstimmige Annahme. Auch der Antrag vom Turnverein Flieden, den B e- zirkstag in Zukunft in Fulda abzuhallen, wurde angenommen. Einem weiteren Anträge des Turn- und Fechtklubs Fulda um Austritt des lurnbe« zirks Fulda aus dem 7. deutschen Turnkreis und Uebertrittzum9. Turnkreis konnte nicht entsprochen werden, da die Dereinsvertreter einem diesbezüglichen Beschluß nicht beitreten konnten. Die vorgelegte Denkschrift fand im allgemeinen die Zustimmung der Versammlung. Es wurde eine Kommission gebildet, welche sofort die Denkschrift den einzelnen Vereinen zusendet und die weiteren Verhandlungen einleiten soll. Bei dem nächsten Bejirtsturntag soll dem Anträge nochmals näher getreten werden. Zur Frage der Abhal- tung eines Bezirksturnfestes kam die Bezirksleitung den Wünschen der Deutschen Turnerschaft auf Einschränkung der Feste nach. Es wurde der Beschluß gefaßt, in diesem Jahre kein Bezirksturnfest abzuhalten. Für die Jugendturner bis 18 Jahre soll ein Bezirksjugendtreffen mit einem Geräte- und volkstümlichen Turnen statt« finben. Desgleichen wird bas Bezirksschwimmen abgehalten. Dem Anträge ber Bezirksleitung, in Zukunft bie Götzwanberung, welche auch für den hiesigen Bezirk am Himmelfahrtstage ftattgefunben hat, zu Der- legen, stimmte die Versammlung bei. In Zukunft findet bie Götzwanberung im Bezirk Fulba am Sonntag vor ober nach bem Himmelfahrtstage statt. Die Wahl bes Bezirksvorstandes konnte restlos durch Zuruf erfolgen. Die seitherigen Vorstandsmitglieder nahmen bie Wahl an. Nachdem noch einige Bezirksangelegenheiten besprochen wurden, schloß der Bezirksvertreter den Bezirkstag mit dem Wunsche daß jeder Turn- bruder innerhalb des Bezirks weiter zum Wohle der Jugend und bes Vaterlandes arbeiten möge. Gut Heil!
D3K=Sport.
1. Kreisnachrichten.
Kreistag der DJK. Sonntag, den 15. Januar 1928, nachmittags 2 Uhr, im tatff. Gesellenhaus Frankfurt am Main, Seilerstraße 20.
Tagesordnung.
Dem Kreistag voraus gehen die Sitzungen ber einzelnen Ausschüsse, die alle im Gesellenhaus untergebracht sind und zwar: 1. Leichtathletikausschuß, Samstag 14. 1., abends 8 Uhr. 2. Spielausschuß, Sonntag 15. 1., vormittags 11 Uhr. 3. Schwimmausschuß, Sonntag 15. 1., vormittags 11 Uhr. 4. Turnausschuß, Sonntag 15. 1., vormittags 11 Uhr. 5. Der Kassenwart steht den Bezirkskassenwarten ab 11 Uhr zur Verfügung.
1. Auf Wunsch einer Reihe von Bezirken fallen die Vorführung des Filmes und die Besichtigung des Stadions aus, um genügend Zeit zur Beratung zu haben.
2. Es ist sofort an H. K. Bauer, Frankfurt a. M., Textorstr. 60, zu berichten, wer von den Teilnehmern billige Unterbringung von Samstag auf Sonntag wünscht, und wer am gemeinsamen Essen teilnimmt.
3. Die Bezirke werden um umgehende Einsendung der rückständigen Jahresberichte und Bezirksstatistiken ge
beten. Die rückständigen Fragebogen über Turnen sind ebenfalls sofort an die Kreisleitung einzusenben.
Anträge an ben Kreistag sinb bis jetzt zehn eingegangen. 1. Antrag Ffm. wegen Wiebereinführung irgend einer Form bes Kreisnachrichtenblattes, womöglich zweimal wöchentlich. 2. Antrag Ffm. bes Bezirkes Frankfurt um lleberiaffung bes Kreisbeittages für die Bezirks- kaffe. 3. Antrag Ffm. betreffend Schiedsrichteraustausch zwifchen benachbarten Bezirken. 4. Fünf Anträge von Hünfeld. Rechtzeitge Spielabmeldung bei spielunfähigem Platz. 5. Uederweisung von Mitgliedern. 6. Allgemeine Ermäßigung der Geldstrafen mit einigen Ausnahmen. 7. Ermächtigung ber Gruppenleiter zur Verhängung von Orbnungsstrafen. 8. Sportbibliotheken. Antrag von Fulda. 9. Rücktritt von den Berbanbsfpulen bewirkt Rücknahme in die nächst tiefere Spielklasse im nächsten Jahre. Antrag ber Kreisleitung. 10. Eintreibung von Außenstänben von ben rückständigen Kreis- schuldnern.
Die Kreisleitung verröffentlicht soeben bie Handballrundschau, die ein sehr regesHanddalleben in den Rhein» und Mainbezirken des Kreises Hessen-Nassau aufweist. Da im Fuldaer Land dieser Sport ganz unbekannt ist, erübrigt sich die Veröffentlichung. Die Fußballrundschau folgt nächste Woche. Die Tabellen sind nach dem Stand vom 8. Jan. 1928 spätestens bis zum 10. Jan. an die Kreisleitung einzusenben.
Die Kreisleitung. K. Bauer, Frankfurt a. M., Textorstr. 60.
2. Bezirksnachrichten.
Schlechte finanzielle unb Platz Verhältnisse erfordern eine Aenberung ber Spieltabelle in der Gauklasse und zwar wie folgt: 29. 1. 28 Horas—Kassel. Schiri Bott. 19. 2. 28 Kassel—Wissels, —. 26. 2. 28 Hessen—Kassel, Schiri Hartmann.
Für die Spiele in Kassel stellt ber Bezirk Kassel bie Schiebsrichter. Die Spiele finden 14.30 Uhr statt, ober alle Parteien müssen sich auf eine anbere Tagesstunde reibungslos einigen. Die anderen Termine bleiben bestehen. Der Obmann. O. Frech.
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Geänderter Entwurf nach dem Beschluß der Friedhofskommission vom 3. März 1927.
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zur zrlekhosr- und BeglSdnirordnung der Stadt Zulda.
Die nachfolgenden Bestimmungen bilden einen Bestandteil ber Friedhofs- und Begräbnisordnung.
§ 1-
Die Friedhöfe sind zum Besuche der Gräber und zur Vor- nähme von Arbeiten daran geöffnet vom 1. April bis 1. Oktober von 6 Uhr morgens, in den übrigen Monaten von 8 Uhr morgens abends ium Dunkelheit, jedoch nicht über 9 Uhr
Die Schließung des neuen Friedhofes wird durch das Läuten der Friedhofsglocke cmgezeigt. Bei Beginn des LäutenS muß der Friedhof sofort verlassen werden. Eine Viertelstunde nach dem Lauten werden die Friedhofstore geschlossen.
Das widerrechtliche Eindringen in die geschlossenen Friedhöfe oder das fernere Verweilen auf ihnen nach der seitens des Friedhossaufsehers ergangenen Aufforderung, den Friedhof zu verlassen, wird nach § 123 des Reichs-Straf-Gesetzbuches mit Gefängnis bis zu 3 Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 300 Mk. bestraft.
8 2.
Bei dem Zug zum Grabe geht der Friedhofsaufseher an der spche.
§ 3.
Wer außer dem diensttuenden Geistlichen am Grabe sprechen • will, hat dies vorher dem Geistlichen anzuzeigen. Reden, die die Gefühle Andersgläubiger verletzen können, sind streng verboten.
§ 4.
Nimmt eine Musikkapelle an der Begräbnisfeier teil, so muß sie vorher bei der Polizeiverwaltung um Genehmigung nachsuchen unter Beifügung der Einverständniserklärung des diensttuenden Geistlichen. Es dürfen nur ernste und würdige Choräle zum Vorttag kommen.
Ebenso muß ein Sängerchor zum Vorttag eines LiedeS unter Angabe des Liedes die Genehmigung der Pottzeiverwaltung unter Beifügung der Einverständniserklärung des zuständigen Geistlichen einholen.
§ 5.
Wird am Grabe eines KriegerS eine Ehrensalve abgegeben, so ist dieses dem diensttuenden Geistlichen vorher mitzuteilen.
Fulda, den 10. Januar 1928.
Der Magistrat: Dr. Dr. h. c. Antoni.
Ordnung
für die Benutzung der städtischen Leichenhalle.
Auf Grund deS § 13 der Städteordnung für die Provinz Hessen-Nassau vom 4. August 1897 wird unter Zustimmung der Stadtverordneten-Dersammlung vom 19. Mai 1927 für den Umfang der Stadt Fulda folgende Ordnung bett, die Benutzung der städtischen Leichenhalle erlassen
§ 1.
In der Regel sind alle Leichen alsbald nach Vornahme der Totenschau in die städtische Leichenhalle zu verbringen.
§ 2.
Die Aufsicht über di« Leichenhalle führt der Friedhofsaufseher.
§ 3.
Der Antrag auf Uebersührung einer Leiche in die städtische Leichenhalle ist bei dem Leichenmeister anzubringen.
Er stellt darüber einen Hallenschein aus, der dem FrkedhofS- aufseher bei Uebersührung der Leiche in die Leichenhalle zu übergeben ist. i
§ 4.
Der FriedhofSaufseher weist für die Leiche eine Stätte in der Leichenhalle an und trägt sie in das von ihm zu führende Leichenhallenregister ein.
8 5.
Leichen von an besonders ansteckenden Krankheiten: Diphthe- ritis, Scharlach, Ruhr (Dysenterie), Kopfgenickstarre (Meningitis cerebrospinalis), Aussatz (Lepra), Cholera (asiatische), Fleckfieber (Flecktyphus), Gelbfieber, Pest (orientalische Beulenpest), Pocken (Blattern) Verstorbenen sind in einem abgesonderten Raume aufzustellen.
8 6.
Die nicht unter § 5 fallenden Leichen werden, soweit nicht gesetzliche oder polizeiliche Vorschriften entgegenstehen, entweder rm offenen Sarge oder aus einem Bette in der allgemeinen Leichenhalle aufgestellt.
Der Friedhofsaufseher ist verpflichtet, hierbei diejenigen Maß- regeln zu treffen, durch die er von einem Erwachen scheintoter Personen sofort Kenntnis erhält.
Kurz vor der Beerdigung werden die Leichen eingesargt bezw. die Särge geschlossen und in das sogenannte Sargzimmer verbracht.
Bon auswärts hierher gebrachte Leichen bleiben im ge- schlossenen Sarge und werden sofort im Sargzimmer nieder- gestellt.
8 7.
Das Betteten der zur Unterbringung der Leichen bestimmten Räume der Leichenhalle ist den Angehörigen nur mit besonoerer Genehmigung des Friedhofsaufsehers und auch nur soweit es sich nicht um Leichen der im § 5 gedachten Art handelt, gestattet- Lautes Sprechen in der Leichenhalle ist verboten.
8«.
Die Aussegnung der Leichen geschieht in der offenen Vorhalle. Die Leichen werden zu diesem Zwecke vor der Beerdigung aus der Leichenhalle gebracht und in der Vorhalle aufgebahrt.
Die hierbei notwendigen Lichter, das Kruzifix usw. sowie die Aufstellung des Daum- und Blumenschmuckes bei dieser Ge- legenheit erfolgt gegen die tarifmäßige Gebühr durch den Fxied Hofsaufseher.
8 9.
Für die Benutzung der Leichenhalle werden Gebühren nicht erhoben.
Werden jedoch die Leichen auswärts Verstorbener, die in Fulda ihren Wohnsitz nicht haben, in die städttsche Leichenhalle verbracht, so sind hierfür die tarifmäßigen Gebühren zu zählen.
8 10.
Diese Ordnung tritt am Tage nach der Verkündigung in Kraft. Fulda, den 10. Januar 1928.
Der Magistrat: Dr. Dr. h. c. Antoni.
Tarif für die Benutzung der Leichenhalle.
Es werden erhoben:
1. Für die Benutzung der Leichenhalle zur Niederstellung der Leichen auswärts Verstorbener (§ 9) 12 Mk
2. Für die Befestigung der Kränze an der Bahre, die Stellung der Lichter, deS Kruzifixes usw. (§ 8, S. 2) 3 Mk
3. Für wettere Ausschmückung mit Bäumen u. Blumen 6 ML