Fuldaer Zeitung sämtliches Kreisblatt). Dienstag, 5 Januar 1928.
Nr. 2.
Beiblatt
Begebenheiten aus aller Welt.
Silvester-Nachklange.
Ruhiger Verlaus der Neujahrsnacht in Berlin.
Die Silvesternacht ist in Berlin in diesem Jahre ahne größere Zwischenfälle verlaufen. Es wurden nur 234 Zwangsstellungen vorgenommen gegen 545 im Jahre 1926. Die Nnfallstellen des Berliner Rettungswesens wurden etwa 450 mal in Anspruch genommen. Glücklicherweise waren die meisten Unfälle nur leichter Art. Die Feuerwehr wurde in der Silvesternacht und am Neujahrstage 150 mal in Tätigkeit gesetzt. Zumeist handelte es sich um kleinere Brände.
in der Silvesternacht war diesmal noch starker als im vergangenen Jahre.
Ueberfall auf Polizeibeamte in Dreslau.
In der Scheitinger Dorstadt versuchte der Rote Frontkämpfcrbund in der Silvesternacht entgegen einem Verbot Konzerte abzuhalten was ein Polizeihauptmann untersagte. Als dieser, der sich in Begleitung von Zwei Beamten befand, die Menge energisch zum Auseinanderqehen auf- forderte, wurde er, noch ehe er ferne Schußwaffe ziehen konnte, von hinten gepackt und mit einem Messer im Gesicht und am Hals ver- letzt. Während ein Beamter Verstärkungen herbeiholte, versuchte der Offizier mit dem anderen Beamten, der ebenfalls geschlagen wurde, den Messerhelden festzunehmen, was mit Hilfe der mzm- schen eingetroffenen Verstärkungen auch gelang. Es wurden ferner fünf Rädelsführer verhaftet.
Die Rensahrnachk in Frankfurt.
Trotz des Verbotes des Polizeipräsidenten, in »er Neujahrsnacht Feuerwerkskörper abzuschießen, veranstaltete auch in F r a n k f u rt a. M. in diesem Jahre wieder besonders die Jugend ein wahres Trommelfeuer, um den Anbruch des neuen Jahres zu begrüßen. Wie immer, ging btefe Ähießerei nicht ohne Unfälle ab, die aber glücklicherweise nur einen harmlosen Verlauf nahmen. Schlimmer verlief eine Messerstecherei, die sich in der Wallstraße in Sachsenhausen zutrug. Dort waren mehrere Personen nach reichlichem Alkoholgenuß in Streit geraten, in deffen Verlauf der Händler Leopold Hillenbrand aus der Schwanthalerstraße mehrere Messerstiche in den Rücken erhielt. Er mußte in twg Krankenhaus gebracht werden. Die Täter sind noch unbekannt. Insgesamt mußte die Rettungswache 23 Transporte ausführen. Auch die Feuervehr war stark in Ansvruch genommen.
Die Todesfahrt am Neujahrstaa.
Schwerer Autounfoll bei Magdeburg. — 2 Tote, 3 Verletzte.
‘ Auf der Chaussee Berlin-Magdeburg ereignete sich am Neujahrstage in der Frühe ein Autounglück, das zwei Menschenleben forderte. Zwischen den Orten Möser und Gerwisch fuhr ein mit fünf Personen besetzter Privatkraftwagen mit solcher Wucht gegen einen Baum, daß das Auto umgeworfen und die Insassen auf die Chaussee geschleudert wurden. Der Grenadier Günther Bernhard vom Grenadierregiment Nr. 9 in Potsdam und seine Schmetter Bertha Bernhard aus Magdeburg waren sofort tot. Schwer verletzt wurden der Chauffeur und zwei Damen, sämtlich aus Magdeburg. Die drei Verletzten wurden nach einer Prioatklinik in Magdeburg geschafft, die Leichen der Toten nach der Leichenhalle in Cörbelitz. Das Auto ist vollständig zertrümmert. Die auf so tragische Weise ums Leben Gekommenen befanden sich auf der Rückfahrt nach Magde- burg.
• Koblenz in Finanznöten. Nachdem die Stadtverordnetenversammlung die vom Ministerium geforderte Erhöhung der Realsteuern zur Deckung des Fehlbetrages im städtischen Haushaltsplan, abgelehnt hatte, ordnete jetzt der Regierungspräsident die zwangsweise' Erhöhung der Realsteuern an. ' Die Zuschläge zur Gewerbeertragssteuer werden um 125 Prozent von 425 auf 650 Prozent und die Grund- und Gebäudesteuer von 875 auf 300 Prozent erhöht, und zwar mit rück-
iDieLirrdr einer jeden Frau
$t lhr"prachtvoltes Saar nach einer Waichuna mit Lavaren- tzlz. Man hote in einem ^achyehhäit 10 gr, löse die Menie in 250 er Wasser auf und frottier» bis zur gründlichen Schaumblldung. Das Haar zeigt sich danach in einer duftigen, seidenweichen Fülle.
wirkender Kraft vom 1. April 1927 ab. Gegen diese Sätze wird abermals Einspruch bei den Behörden erhoben. Außerdem lehnt auch die Stadtverordnetenversammlung in ihrer Mehrheit die Verantwortung für die Steuersteigerung ab und wird gegebenenfalls die Folgerungen daraus ziehen. Es besteht demnach die Möglichkeit, daß eine Neuwahl der Versammlung stattfinden muß.
• Internationale Paßfälscherbande. Die deutschen Polizeibehörden beschäftigen sich augenblicklich mit der Entwirrung eines wahren Labyrinthes von Paßfälfchungen zum Nachteil der Vereinigten Staaten von Nordamerika. Der litauische Staatsangehörige David Milner verlangte im November 1927 beim amerikanischen Generalkonsulat in Berlin unter Vorlegung gefälschter Führungszeugnisse die Erteilung eines Einreisevisums auf die polnische Quote für Amerika für einen gewissen Josef Stern. Die Fälschung wurde sofort erkannt. Nachforschungen ergaben dann, daß im Verein mit Milner zwei Polen große Paßfälschungen auf die Namen polnischer Staatsangehöriger verübt haben und durch diese Fälschungen zahlreiche Landsleute nach Amerika hineingeschmuggeln wollten. Wahrscheinlich hat die Bande, von der man bisher drei Täter festnahm, auch deufiche Päsie für die deutsche Einwanderungsquote gefälscht und sich hierbei auch gefälschter Ausweisvaviere bedient, die sie fidi bei anderen deutschen Polizeibehörden besorgte. Wieviel Personen auf diese Weise bereits nach Amerika hinüber geschmuggelt wurden, läßt sich kaum feststellen. Ihre Zahl scheint aber nicht unbeträchtlich zu sein. Das Strafverfahren gegen die Mitglieder dieser gemeingefährlichen Bande wurde beim Generalstaatsanwalt in Berlin anhängig gemacht.
7 Tote bei einem SuqzeutzMturz.
Am Samstag stürzte über dem Flugplatz bei Marseille ein neues zweimotoriges Waffe r- flugzeug, das dort erprobt werden sollte, aus bisher unbekannter Ursache aus 400 Meter Höhe ab. Die Insassen, der Flugzeugführer, der Beobachter, ein Funker und zwei Mechaniker, fanden dabei den Tod. Es handelt sich um einen der Apparate, die zunächst für den Verkehr Marseille- Algier und später für die zu errichtende Luftverkehrslinie Frankreich-Südamerika über Dakar bestimmt sind.
* Verkauf der Zuaivihbahn? Wie der ..Tiroker Anzeiger" in Innsbruck meldet, steht der bisherige Präsident der Zugsvitzbahn-2lkttengesellschaft Dr. Stern mit einem Konsortium wegen des Verkaufs der Zugspitzbahn in Verhandlungen.
• Der mittelamerikanische Rrmdflug Lindberghs. Lindbergh ist, von Belize kommend, am 1. Januar in San Salvador eingetroffen.
• Wirbelsturm im Riffgebiet. Nach einer Mel- düng des Matin wurde das Gebiet nordöstlich von Melilla längs der Küste von einem Wirbelsturm heimgesucht. Es fit beträchtlicher Sachschaden angerichtet worden. Auch sollen mehre« Personen umS Leben gekommen fein.
katholische Welt.
--- 5(09 der Stakffklk der katholischen Kirche. Nach den Angaben des St. Petrus-Werkes gibt es in den asiatischen Missionen 4263 eingeborene katholische Missionare. In den afrikanischen Missionen beträgt ihre Zahl 159, in den amerikanischen Missionen 82, und in den ozeanischen Missionen 12. Nach einer statistischen Untersuchung erreichen die Missionare in den Missionsländern ein um 14 Iadre geringeres Durchschnittsalter wie in Europa. Für- Asien beträgt der Verlust für den einzelnen Misionar durchschnittlich 11% Jahre, für Afrika 16% Jahre und für jene Missionsgebiete, wo keine medizinische Hilfe vorhanden ist, sogar 19 Jahre. Der Franziskanerorden zählt nach den neuesten Erhebungen 18 798 Mitglieder in 1863 Klöstern. Davon sind 9414 Professoren. 2685 Kleriker, 741 Novizen und 1054 Laienbrüder. Die Knabenseminare des Ordens zählen 6186 Zöglinge, wovon 1008 auf die Knabenseminare der deutschen Provinzen entfalten. Die Gesellschaft Jesu zahlt nach der neuesten Statistik 20107 Mitglieder; davon sind 9417 Priester, die Zunahme beträgt gegenüber dem Vorjahre 538 Mitglieder. Den stärksten Anteil haben die spanischen Ordensvrovinzen, die einen Mitgliederbestand von 4838 aufm-nsen. Sodann folgen die Provinzen der deutschen Assistenz, im ganzen 10. Sie verteilen sich auf Nieder- und Oberdeutschland, Ungarn, Holland, Oesterreich, Groh- und Kleinpolen und die Vizeprovinzen von Südamerika, Böhmen, sowie Jugoslawien.
von den Hochschulen.
— Studierende an der Universität Heidelberg. Nach dem soeben erschienenen Personalverzeichnis der Universität Heidelberg für das Winterhalbjahr 1927-28 verzeichnet die Universität jetzt 14 Ehrensenatoren und 14 Ehrenbürger. Erster Vorsitzender der Gesellschaft der Freunde der Universität ist Geh. Kommerzienrat Prof. Dr. Karl Bosch geworden. Im Sommersemester 1927 waren 2892 Studierende immatrikuliert. Die Frequenz des Winter- femefters beträgt 2389. Das bedeutet eine Zunahme gegen das vorige Wintersemester um 178. Nach einer Zusammenstellung der Immatrikulierten nach Ländern stammen 2249 Studierende aus dem Deutschen Reich, darunter 1140 aus Baden, 538 aus Preußen, 253 aus Bayern, 99 aus Hessen und 64 aus Württemberg.
Reise und Wanderung.
— Der Fremdenverkehr in Unterfranfcn. Nach vorläufiger Zusammenstellung des Statistischen Landesamts München hat sich der bayerische Fremdenverkehr im Berichtsjahr 1927 (1. Oktober 1926 bis 1. Oktober 1927) im allgemeinen recht günstig entwickelt. Für Unterfranken ergeben sich folgende amtlichen Ergebnisse: Zahl der übernachteten Fremden im Sommerhalbjahr 1927: Würzburg 65 073 (63 401 im Jahre 1926), Bad Kissingen 42 703 (36 555), Bad Brückenau 13 627 (7599), Schweinfurt 12 764 (11281), Aschaffenburg 10 438 (12114), Amor- bach 4937 (2097), Miltenberg 4912 (4870), Kitzingen 3332 (2863), Wernaz bei Brückenau 1964 (1576), Gemünden 1796 (1568), Karlstadt 1717 (1525), Bad Neu- haus a S. 1648 (1016), Hammelburg 1410 (1132), Marktheidenfeld 1011 (872). Die Uebernachtungen betrugen in München 555 286 (436 168), in Nürnberg 150 667 (135 263). Nach Altötting und Lindau steht Würzburg an fünfter Stelle der meistbesuchtesten Städte Bayerns.
Technik und Verkehr.
= Vie Großschissahrlsstraße Aschassenburg-Würz- burg. lieber den gegenwärtigen Stand der Bauarbeiten an der Rhein-, Main-, Donau-Wasserstraße schreibt Siegtenmgsbaurot Th. Reichel-München in der bayerischen Industrie- und Handelszeitung u. a.: Auch am Main sind in dem weiteren Betrieb der Großschiffahrts- straße beträchtliche Forffchritte zu verzeichnen. Die Strecke von Aschaffenburg bis Würzburg soll durch 13 Stauwerke, deren Höhe 4—5 Meter beträgt, stufenweise aufgestaut und so die für 1200 Tonnen-Schiffe notwendige Fahrwassertiefe erreicht werden. Die Bauten werden von unten nach oben, bei Aschaffenburg beginnend, in Angriff genommen. Die beiden untersten Staustufen Obernau und Kleinwallstadt sind seit einem Jahr im Bau, die dritte Stufe Klingenberg ist vor kurzem oergeben worden. Me diese Stufen werden nach einem einheitlichen System ausgeführt. Sie bestehen, aus einen Wehr, das 3 Oeffnungen von je 35 Meter lichter Weite erhält und einer 300 Meter langen Schleppzug- kammerschleuse mit einer Lichtweite von 12 Meter. Die Schiffahrffchleuse ist jeweils auf der einen Flußseite an- geordnet, auf her anderen dagegen der Platz für ein Krafthaus vorgesehen. In Obernau erhält das Wehr Rollschützen mit Eisklappen, in Kleinwallstadt und Mngenberg absenkbare Walzen als Derschlußkörper. Bei den beiden Staustufen Obernau und Kleinwallstadt ist im ersten Baujahr jeweils nahezu die Hälfte der Schleppzugkammerschleusen und eine Wehröffnung vollends worden. Jede Staustufe erfordert eine Bauzeit von zwei Jahren. Bei dem gegenwärtigen Bau- tempo würde Würzburg im Jahre 1935 erreicht werden. Es wöre zu wünsche«, daß das Bautempo beschleunigt werden könnte.
Vie Hanauer Schmuckindustrie.
Die Industrie- und Handelskammer berichtet:
Die Sage der Fabrikation von feinem Iuwelenschmuck und feinen Goldwaren hat sich im Vergleich zum Vorjahre im Jahre 1927 wesentlich gebessert. Der Auftragseingang nahm in nennenswertem Umfang zu: auch der Absatz ins Ausland, insbesondere ins europäische Ausland, konnte etwas gesteigert werden. Teilweise mußte in der Saisonzeit mit Ueberftunben gearbeitet werden, doch sind die Preise sehr gedrückt und die Konkurrenz ist sehr groß. — In der Fabrikation von goldenen Ketten ist ebenfalls im Verlaufe des Berichtsjahres eine Besserung des Beschäftigungsgrades und des Absatzes eingetreten, jedoch muß hier der Absatz in das Ausland als ungenügend bezeichnet werden. Die Preise waren vielfach gedrückt — Die Industrie der Silberwaren war in der ersten Hälfte des Jahres recht gut beschäftigt, mußte bann im Verlaufe des Sommers ihre Fabrikation etwas einschränken und arbeitete im Herbst wieder verstärkt. Die Beschäftigung wurde gestört durch einen Streik im Frühjahr, der zur Erhöhung der Löhne führte. Die Preise für Silberwaren waren durch die Konkurrenz billiger, maschinell hergestellter Waren außerordentlich gedruckt und kaum ausreichend, um die Sechstkosten zu decken. Der Absatz im Inland, wie auch im Ausland konnte gehoben werden: doch erschwerte die schwierige Kapitalbeschaffung eine Vergrößerung der Produktion. — Die Platin verarbeitende Industrie erhielt durch den allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwung im Berichtsjahr Anregung zu stärkerem Bcrbrauch. Dieser ging so
wohl von berSchrnuckwaren-Industtie aus, bei der eine Besserung her wirtschaftlichen Verhältnisse immer am fühlbarsten in Erscheinung tritt, wie auch von der techni- scheu Großinbustrie, bie infolge Vergrößerung ihrer Fabrikanlagen stellenweise erheblichen Bedarf ‘an Platin hatte. Ein weiteres anregendes Moment war bie Senkung des Platinpreises auf ungefähr 9 RM. pro Gramm durch bie russische Regierung, nachdem sie bisher den Preis auf einem erheblich höheren Niveau gehalten hatte.
Eingesandt.
Für die hier erfolgenden Deröffentlichungen übernimmt bie Schristleitung nur die durch das Preßgesetz oorge- schriebene Derantwortuna.
Stadttraflpost. Wenn man den Verkehr heben will, so muß man dem Publikum Gelegenheit geben, die bestehenden Verkehrsmittel so oft und leicht als möglich benutzen zu können d, h. bie Fahrten in kurzer Folge hintereinander ausführen. Gerade bas ®e» gegenteil tut die Kraftwagenstelle durch die ab heute erfolgte Einschränkung des Fahrplanes. Wie sehr richtig in her Freitagsnummer her Fuldaer Zeitung bemerkt wurde, hätte man dafür sorgen müssen, daß man nicht allzulange warten muß, um einen Wagen bet Stadtkraftpost benützen zu können. Wenn man sich ein richtiges Urteil über den finanziellen Erfolg der Kraftwagen bilden will, so muß man bas Gesamtergebnis aller Fahrten einer Woche zusammenrech- nen, und nicht etwa sagen, weil eine bestimmte Fahrt unrentabel sei, sie ganz ausfallen zu lassen. Es dürfte nicht unbekannt sein, daß auch Großstädte rote z. SB. Frankfurt a. M. unrentable Sttecken haben und können sie nicht den Verkehr in den verkehrsschwachen Stunden einstellen: sie helfen sich damit, daß in diesen Stunden verbilligte Einheitsfahrscheine ausgegeben • werden, wodurch die Fahrlust des Publikums erhöht wird. Man hätte in unserem Falle danach trachten müssen, bie Linie rentabler auszubauen und zwar deren Durchführung nach Horas anstatt nach her Langen- brücke. Diese Führung wäre viel besser, weil die New enberger größtenteils über den Steg nach Fulda gehen, während bei der Führung nach Horas ein größeres Gebiet erschlossen wird. Durch die Einschränkung wird es nun kommen, daß auch seitherige Fahrgäste auf bie weitere Benützung der Linien verzichten müssen. Wer wird z. B. am Nachmittag um 14,42 Uhr ab Postamt nach der Hinterburg fahren: die meisten Geschöftsleuts und Angestellten haben doch seither den Wagen ab Post um 13.52 benutzt und müssen nunmehr laufen. Man konnte des ferneren beobachten, daß mjt dem Wagen seither ab Kleegarten um 13.42 eine Reihe Leute gefahren sind, um an der Post in bie anderen Richtungen überzugeben. Werden solche etwa jetzt 10 Minuten früher fahren, um an der Post in her winterlichen Zugluft zu stehen: überhaupt bedenke man doch, daß nunmehr alle Wagen, abgehend am Kleegarten um bie Uhr 32, eine Anschlußzeit von 10 Minuten mit sich bringen. Wenn man nun tatsächlich glaubt, daß die Einschränkung eine Hebung der Rentabilität bringen wird, so irrt man sich. Im Gegenteil, bie Benutzung wirb noch geringer werben. Man konnte sich davon überzeugen, baß die Nachmittagswagen immer besetzt, teilweise sogar stark besetzt waren. Wenn man nun mit her Einschränkung einen Wagen sparen will, warum läßt man nicht jeden Wagen ab Kleegarten um die Uhr 32 bis an bie Langenbrücke gehen. Ist bas Stehen des Wagens an her Post auf die Dauer von 20 Minuten vorteilhafter? Jedenfalls sorge man dafür, wie oben gesagt, den Verkehr durch Verbesserungen zu heben und die Fahrplantäfelchen in Benutzung zu nehmen, damit man endlich weiß, wann bi» Wagen fahren.
Ein regelmäßiger Stadtpostfahrgast.
Me wird das Wetter ?
Das Hochdruckgebiet über Skandinavien hat sich nach Osten ausgebreitet und dabei verstärkt. Uebcr Irland ist ein neues kräftiges Fallgebiet erschienen, das in den nächsten Tagen das Vordringen wärmerer Luftmassen nach dem Kontinent begünsttgt, sodaß namentlich in Westdeutschland mit vorübergehendem Ansteigen der Temperaturen über den Gefrierpunkt gerechnet werden kann. Stärkere Niederschläge sind zunächst nicht zu erwarten.
Aussichten bis Dienstag: Bewölkungszunahme, stellenweise leichte Niederschläge, Temperaturanstieg, südlich» Winde. _____________
M8W M Zen Wern Zes SkMeslE Mitt.
Sterbefälle in der Zeit vom 24.—29. Dez. 1927.
24. Schulrat a. D. Dr. Julius August Ernst, 79 I, 4 M, 21 T. 24. Ehefrau Mathilde Weber, geb. Baus, 41 I, 10 M, 3 T. 24. Ehefrau Mathilde Bott, geb Weber, Kämmerzell, 34 I, 9 M, 8 T. 26. Karl Linden- thal, 7 M, 25 T. 26. Ehefrau Josephne Cäcilia Hahner, geb. Huber, Poppenhausen, 50 I, 1 M, 7 T. 26. Fabrikarbeiterin Pauline Spiegel, 49 I, 8 M, 1 T. 27. Ehefrau Maria Josephine Ried, geb. Wagner, 71 I, 11 M, 15 T. 28. Stadtbürodirektor Wilhelm Trabert, 66 I, 6 M. 28. Arbeiter Georg Scholl, Marbach, 65 I, 9 M, 2 T. 28. Nentenempf. Jenny Trepp, 58 I, 11 M, 1 5 29. Klempnerlehrling Anton Rehnert, Müs, 16 I, 1 M, 1 T.
Kein Haus ohne Fuldaer Zeitung.
Franck.
Äll DIE DEUTSCHE HAUSFRAU.
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