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Nr. 2

Dienstag, 3. Januar 1928

Postscheckkonto Frankfurt a. M. Rr. 4051.

Politische NeujahrNünsche in Berlin und Paris

Worten dankte.

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teileben, in der Presse und in den Volksvertre­tungen, daß die Wahl, in deren Zeichen das

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Reichspräsident, Reichswehrminister und die Oberbefehlshaber haben anläßlich der Jahreswende an Aeer und Marine die üblichen Neujahrswünsche gerichtet.

Anläßlich des Jahreswechsels sandte der öster­reichische Bundespräsident Hainffch folgendes Tele­gramm an den Herrn Reichspräsidenten:DaS Ende des Jahres, in dem die ehrftrrckitsnebietend^ Persönlichkeit Eurer Exzellenz das achte Jahrzehnt vollendet Haden, bietet mir den erwünschten Anlaß, Ihnen, hochverehrter Herr Reichspräsident, die wärmsten Wünsche für Ihr ferneres Wohlergehen sowie für das Blühen und Gedeihen des großen

Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen:Die Welt im Bild" undBuchenblätter". Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernsprecher Nr. 9. :-: Monatlicher Bezugspreis 1,80 Mk. :-.

Deutschen Reiches, das in so enger Gefühls- und Kukturgemeinschast mit unserem deutschen Vater­lande steht, auszusprechen. Möge es dem Deutschen Reiche vergönnt sein, wie bisher ein mächtiger Faktor auf dem Gebiete der Befriedung der ganzen Welt zu bleiben."

Vorstehendes Telegramm hat sich mit folgendem Telegramm des Herrn Reichspräsidenten gekreuzt:

Es ist mir ein lebhaft gefühltes Bedürfnis, Ihnen, Herr Bundespräsident, und dem österreichi­schen Volke zum Jahreswechsel die häßlichsten Glückwünsche auszusprechen. Möge die schwer« Arbeit am nationalen Wiederaufbau Oesterreichs und Deutschlands im kommenden Jahre weiter vorwärts und aufwärts führen."

Neujahrsempfang in Paris.

Im Elyfee fand der Neujahrsempfang des di­plomatischen Korps statt, an dem in diesem Jahre Ministerpräsident P o i n c a r e wegen Unpäß­lichkeit nicht teilnehmen konnte. Er wurde durch Justizminister Barthou vertreten. Bei dem Emp­fang hielt der Doyen Nuntius M a g l i a n e eine Ansprache im Namen des diplomatischen Korps. Er sagte unter anderem:

Die Völker, die die schrecklichen Leiden des Krieges noch nicht vergessen haben, verlangen, daß der Friede durch Gerechtigkeit und Zusammenar- beit gefestigt und gesichert werde. Wir kennen die edelmütigen Gefühle Frankreichs und seinen Wunsch, seine Interessen mit der Aufrechterhal- tung der Eintracht unter den Völkern zu verbin­den".

Der Präsident der Republik Doumergue erwiderte, er könne nicht ohne Befriedigung fest­stellen, daß die Periode, die jetzt zu Ende gehe, eine neue und glückliche Anstrengung der Regierungen zur Befestigung des Friedens bedeute. Das fei ein Unterpfand für das Bedürfnis nach Ordnung und Fortschritt, das allen Böllern eigen sei. Als Beweis könne er nur die ins Auge fal­lende Entwicklung der allgemeinen Auffassung von

wS. Washington, 2. Januar. (Erg. Funkm.) I» den nächsten Tagen werden 150 Soldaten zur Verstärkung der amerikanischen Streitkräfte in Nicaragua entsandt. Das gemeldete Gefecht bei Quikai, das den Anlaß zu dieser Maßnahme bildet, wird als sehr ernster Zwischenfall be trachtet.

Englische Augzeuge gegen feindllche Nubier.

Flugzeuge, welche die englischen Truppen ge- gen einen feindlichen Stamm im Lau-Gebiet amoberenNil unterstützten, fügten ihm große Verluste zu und bombardierten die Pyramide Dengkur, die bei den Eingeborenen eine symboli­sche Bedeutung hat.

neue Jahr stehen werde, nicht zur Vertiefung der Gegensätze und zu persönlicher Bekämpfung und Verletzung ausarten, sondern daß auch im Wahl­kampf derGedankeandasVaterland und an die Gemeinschaft des deutschen Volkes vor dem Streben nach parteipolittschen Vorteilen steh« Denn nur in diesem Gedanken und im festen Zi sammenhalten aller Deutschen können wir die so schwierigen Probleme und Aufgaben lösen, die noch vor uns liegen. Daß Gott uns hierfür Kraft und Stärke gebe, daß unserem schwer geprüften Volke weitere Gesundung und friedlicher Fortschritt be- schieden seien, ist der Neujahrswunsch, mit dem ich Sie und das deutsche Volk von Herzen grüße!"

Anschließend übermittelten zahlreiche andere Ab­ordnungen, so des Reichstages unter Füh­rung des Reichstagspräsidenten L o e b e, der preu­ßische Ministerpräsident Braun, die Vertreter der Wehrmacht und die Generaldirektoren von Reichs- bahn und Reichsbank dem Reichspräsidenten ihre Glückwünsche, für die er ebenfalls mit herzlichen

Die Junglehrer in Preußen.

Das VDZ.-Büro meldet: In einem Berliner Wendblatt schilderte dieser Tage der erste Vor­sitzende des Bundes preußischer Junglehrer, daß 30 000 Junglehrer dem Hunger preisge- geben feien.

Hierzu erfährt das Nachrichtenbüro des VDZ. von unterrichteter Stelle das folgende: Auf Vor­schlag der Regierung hat der preußische Landtag schon im vorigen Jahre erhebliche Mittel für die

Am 3. Januar 1928 kann unser langjähriger und verdienter Reichsarbeitsminister seinen ßO. Geburtstag feiern. Wir handeln gewiß im Sinne unseres Leserkreises, wenn wir dem verdienten Minister unsere herzlichsten Glück- und Segens­wünsche aussprechen.

Dr. Brauns gehört zu den Männern des ka­tholischen Deutschland, die sich um Staat und Volk die größten Verdien st e erworben haben. Nach beendigtem Studium der Theologie, Natio­nalökonomie und der Rechtswissenschaft wurde Dr. Brauns zunächst als Kaplan in Krefeld und Bor- beck verwendet. Nach zehnjähriger priesterlicher und stark sozialer Tätigkeit wurde Dr. Brauns als Direktor des Volksoereins für das katholische Deutschland nach München-Gladbach berufen, wo­selbst er als Organisator und Leiter der volkewirt- schastlichen Kurse des Volksvereins sich große Ver­dienste erworben hat. Die meisten und namhaf­testen christlichen Arbeiterführer Deutschlands gin­gen durch seine Schule. In dem Kampf um den selbständigen Charakter der christlichen Gewerk­schaften, deren Aufgaben und Zielsetzung, stand Dr. Brauns auf feiten der letzteren. Er lehnte aus guten Gründen die Bildung katholischer Gewerk­schaften ab. Die Entwicklung der deutschen Ar­beiterbewegung hat ihm Recht gegeben. Die christ­lich-nationale Arbeiter- und Angestelltenbewegung Deutschlands ist zu einem bedeutsamen Faktor in unserem gesamten öffentlichen Leben geworden. Das ist mit ein Verdienst des heutigen Reichsar­beitsministers!

Als Politiker gehört Dr. Brauns zu den klügsten,Kd markantesten Persönlichkeiten Deutsch­lands. K allen schwierigen "Fragen außen- und innenpoMscher Art hört die Zentrumsfraktion gern auf den Rat des erfahrenen Minffters, der, aufbauend auf den alten und bewährten GrunV- sätzen der Zentrumspartei, doch ein sehr bewegll- cher und geschickter Takttker ist.

Die größten Verdienste hat jedoch Dr. Brauns in seiner Eigenschaft als Reichsarbeitsmi­ni ste r erworben. Roch keine zwei Jahre nach dem Umsturz, am 7. Juni 1920, wurde Dr. Brauns un­ter dem ersten Kabinett Fehrenbach Reichsarbeits- Minister. Jnzwfflhen ist er weitere zwölf Mal auf seinen Posten berufen worden. Die Gründe hier­für liegen hauptsächlich in der Person des Reichs­arbeitsminister selbst. Dr. Brauns besitzt eine ge­waltige Arbeitskraft. Er ist ein Mann von sozia­lem Verständnis, reicher Lebenserfahrung, star­kem Willen .persönlicher Initiative und gewisien- hafter Pflichtauffassung und Pflichterfüllung. Bei all seiner sozialen und politischen Tätigkeit ist Dr. Brauns katholischer Geistlicher im besten Sinne des Wortes geblieben. Nur ein Mann mit hoher religiös-sittlicher Lebensauffassung war im­stande, die vielseitigen und schwierigen Fragen der letzten 6% Jahre frohgemut anzupacken und sie einer 'brauchbaren Lösung entgegenzuführen.

Unter der Leitung und Führung von Dr. Brauns hat die deutsche Sozialpolitik der Nach­kriegszeit ihren Wiederaufbau erlebt.

Bei Beendigung der Inflation war von der Sozialversicherung nur noch der äußere Rabmen da; gegen 4 000 Millionen Goldmark gin­gen den sozialen Versicherungsträgern verloren. Heute ist die Kranken-, Unfall-, Invaliden- und Angestelltenversicherung je über die Friedensleist­ungen hinaus gewachsen. Durch das Reichsknapp­schaftsgesetz erfuhren die Bergleute eine namhafte Förderung ihrer Interessen und eine einheitliche Regelung der ganzen knappschaftkichen Versiche- runas- und Venfionsverhältniih--

Der wiederholte Ausbau der Erwerbslo­senfürsorge fand in der Schaffung des Ge- setzes über Arbeitsvermittlung und Arbeitslosen­versicherung seine Krönung. Der Ring der sozia­len Versicherungsgesetzgebung wurde unter Dr. Brauns zum Abschluß gebracht.

Die Gewerbe- und Kaufmannsgerichte wurden beseitigt; an deren Stelle trat das neue Arbeits­gerichtsgesetz, dem nun alle Arbeiter- und Angestelltenkreise mit deren Arbeitgebern unter­worfen sind. Die Rechtsprechung fft schnell, billig, fach-und sachgemäß.

Das Tarifvertragswesen fand unterDr. Brauns seine gesetzgeberische Verankerung. Das Schlichtungswesen würde ausgebaut, und eS wirk sich heute als produftionsschützender und -fördernder Fattor stark aus. Als Beispiele mögen dienen 1. der rasche Abschluß der Tabakarbefteraussperrung und 2. die Verhinderung der Stillegung der großen Metallindusttiellenwerke.

Auf lohnpolitischem Gebiet hat Dr. Brauns in den Zeiten der größten deuffchen Ar- beitslosigkeit eine wesentliche Senkung der Arbeiter­löhne zu verhindern verstanden. Bei der Lohnsest- setzung selbst wird aber der Einfluß des Reichs­arbeitsministers doch vielfach stark überschätzt. Wäre es anders, brauchte man ja bald keine gewerk­schaftlichen Organisationen mehr!

Das Fürsorgewesen wurde unter dem Reichs­arbeitsminister einheitlich gestaltet und unter dau­ernder Beseitigung der entehrenden armenrechtllchm Bestimmungen auf eine neue Grundlage gestellt. Die caritatkven Organisationen, die sich der freien Wohlfahrtspflege widmen, erfuhren unter Dr. BraunS eine namhafte Fördemng.

DaS PensionS- und DerforgungSwesen für Kriegsbeschädigte und KriegerhinteMiebeue wurde neu auf gebaut und wiederholt auSgebaut.

DaS WohnungS -und SiedlungSprod­le m wurde vom ReichSarbettsnMffter kräftig an- gefaßt und gefördert.

Auf arbeitSrechtlichem Gebiet wurden insbesondere hinsichtlich der Arbeitszeittegelung Fortschritte erzielt; der ArbeAerschutz-Gesetzentwurf siegt noch unerledigt beim Reichstag. Durch den großzügigen Ausbau der Wochenhufe ging die Kindersterblichkeit im Säuglingsalter stark zurück.

ES ist deshalb unbillig, davon zu sprechen, daß wir im Zeitalter dersozialen Reaktion leben", oder daßnichts geschehen" sei. Wer so redet, kennt entweder die sozialen Leistungen nicht oder sagt auS Agitationsrüirfichten die Unwahrhett.

Die Zentrumsfraktion kann mA ftmever Beftiedigung auf die Arbeit ihres ArbeAsmmEsterS zurückblicken. Sie hat Hm in den Mttgliedern des sozialen und Kriegsbeschädigten-Ausschüsses tüchtige Mitarbeiter zur Verfügung gestellt. So konnten große gesetzgeberislhe Erfolge erreicht werden!

Das Ziel aller Sozialpolitik muß sein, die Volksgefundheft und Dolkssfttlichkeit zu schützen und zu heben und dem schaffenden Volke in der Siche- rung der Existenzgrundlagen beizustehen, Staats­gesinnung hervorzumfen und ein innerlich gefestigtes deutsches Volkstum zu schaffen. Wenn wir in die­sem Sinn« arbeiten, dann handeln wir im Geiste unseres Jubilars^ dem wir am heutigen Tage gute Gesundheit und Rüstigkeit wün­schen, damit er feiner großen Aufgabe auch weiter­hin mit Erfolg vorzustehen vermag. In diesem Sinne gelte Herrn Dr. Brauns unser Glück- und Segenswunsch!

internationaler Gerechtigkeit und des Schiedsge- ^tzichtsverfahrens anführen. Beides stellten große Eroberungen des modernen Volksrechtes dar und seien wohltuende Sympthome für die Zukunft. Die einmütige Zustimmung der Geister zu einer neuen Auffassung der internationalen Beziehungen, bei der die Idee des Verstehens sich vereinigt mit den Pflichten, die jedem Staat in der großen Familie der Völker zugewiesen ist, sei ebenfalls anzuführen. Die Bemühungen der Völker um eine freundschaft­liche und vertrauensvolle Zusammenarbeit seien noch weit von ihrem Ziele entfernt, aber sie überstiegen weder die Möglichkeit, noch den Willen der Regierungen, die er habe die feste Hoffnung ohne Zweifel die hohe Mission, die ihnen zugefallen sei, zu einem guten Ende führen könnten.

Günstiger Fortschritt.

Me französisch - amerikanischen Dertragsverhcmd> lungen. Frankreich und Italien. Franlrörch und Deutschland.

HavaS veröffentlicht eine offiziöse Mitteilung, derzufolge die in Washington geführten Verhand­lungen zur Erneuerung des französisch-amerika­nischen Schiedsgerichtsverttages auf weitere 20 Jahre und zur Erweiterung seines angewandten Gebiets gute Fortschritte machen. Die amerika- Nischen Behörden seien ebenfalls bereit, mit Frank- reich über den Abschluß eines Verttages zu ver­handeln, der den Krieg als etwas Ungesetz­liches ausschließe, unter der Bedingung, daß die- ses diplomatische Instrument allen Mächten offen stehe, die dieselbe Verzichtslefftung aussprechen wollen.

Das Oeuvre, daS den Besuch des amerikanischen Geschäftsttägers Whitehouse bei Briand mit den Verhandlungen in Zusammenhang bringt, fragt: Wird es Briand und Whitehouse gelingen, dem von amerikanischer Seite vorgelegten recht unge­wissen und reservietten Text eines Friedenspaktes den sttengen Charatter zu geben, den er haben muß?

In einem Interview mit dem Pariser Korre­spondenten derSunday Times" sagte der Mini­ster des Aeußeren Briand unter anderem: Es besteht aller Grund zu der Hoffnung, daß I t a I i en und Frankreich zu einer Vereinbarung kommen werden. Bezüglich der Dalkangrenzen kann meines Erachtens erreicht werden, was bezüglich anderer Grenzen durch den Locarnopatt zustande gebracht wurde. Dieses Balkan-Locarno würde im Zusammenhang stehen mit dem Nichtangriffpakt, den die Sowjetregierung vorgeschlagen hat und über den Verhandlungen beginnen werben, sobald der neue russische Botschafter in Paris ein- trifft. Diese Verträge rufen keinerlei Feindschaft ober Mißtrauen hervor, wenn sie nur ber vom Völlerbund empfohlenen Att von «ertragen ent- sprechen. Eines der Dinge, die ich für 1928 erhoffe, ist der Abschluß eines französisch-amerikanischen Pattes über Aechtung des Krieges, ber, beiläufig bemerkt, auf andere Länder ausgedehnt werden könnte. Sobald der amerikanische Bot- schafter nach Paris zurückkehrt, werden die Be­sprechungen über die Frage des Paktes eine greif­bare Form annehmen. Briand betonte weiter die Verminderung, die die stanzösische Heeresstärke gegenüber der Zeit vor dem Kriege erfahren habe, und sprach die Hoffnung aus, daß 1928 die ma­terielle Abrüstung Überall fortschreiten werde .Zum Schluß fagte er:Besonders wünsche ich für daS neue Jahr die Entwicklung b er Politik französisch-deutscher Annähe- rung, die ich auf französischer Seite unb Dr. Sresemann auf deutscher Seite begonnen haben.

Eine Politik der Isolierung und ber Rüstungen ist überhaupt keine Politik. Sollen Frankreich und Deuffchland stach einem Kampf, ber beide fürchterlich geschwächt hat, auf einem Wege vorwärts gehen, der sie schließlich unvermeidlich zu einem neuen Kriege führt? Nein! Die Politik, die ich jetzt betreibe, habe ich im Jahr» 1921 «plant.

Kämpfe in Nicaragua

Bei Quflall kam es M einem ernsten Kampfe zwischen amerikanischen Marinesoldaten und Auf­ständischen. Auf Seiten der Marinesoldaten mür­ben 5 Mann getötet und 23 verletzt. Die Aufstän­dischen hatten schwere Verluste, deren Zalfl jedoch nicht genau bekannt ist.

Reichspräsident Hindenburg empfing am 1. Ja­nuar mittags die Chefs der fremden diplomatischen Vertretungen, denen im Ehrenhof des Reichsprä­sidiums von einer Abteilung Reichswehr die übli­chen militärischen Ehrenbezeugungen erwiesen wur­den. Me Glückwünsche des diplomatischen Korps brachte auf den Reichspräsidenten, feine Familie und die gesamte große deutsche Natton

Nuntius PaceM

als Doyen zum Ausdruck, wobei er auf die im ab- gelaufenen Jahre erzielten neuen Fortschritte auf dem schweren Wege der Befriedung und Zusam- menschließung ber Völker hinwies. Er fügte hinzu:

Das Gefühl des Vertrauens, das die Wohltaten des Friedens und die internationalen politischen und wirtschaftlichen Uebereinkommen bei den Völkern Hervor­rufen, hat dazu beigetragen, in den verschiedenen Staa­ten das große Werk des Wiederaufbaues zu lfördern. Unter diesen Staaten nimmt einen wich- tigen Platz die Nation ein, deren oberstes Amt Sie, Herr Reichspräsident inne haben.

Der Retdispräfibenf

erwiderte die ihm dargebrachten Glückwünsche ?mtb richtete sie im Namen des deuffchen 'Volkes zugleich auch an die Staatsoberhäupter, ^Regierungen und Volker. Er gab der Hoffnung rausdruck, daß die wirtschaftlichen, sozialen und gei­stigen Nöte bet Gegenwart in den Völkern, von ebenen jedes einzelne im Zusammenleben ber Menschheit seine wichtigen unb unentbehrlichen raufgaben zu erfütten hat, ben Willen zur Zusam­menarbeit und das Verständnis für die Lebensnot- ' Wendigkeiten jedes einzelnen Volkes vertiefen und verstärken werden. Opferwillige Hingabe an das Vaterland, so betonte et, schließt den Dienst ;an ber Menschheit nicht aus. Die Völker aber werden sich um die Herbeiführung einer wahren Friedensgemeinschaft der Nationen um so freudiger bemühen, wenn sie von ber Ueberzeugung erfüllt fein können, daß dieser Friede zugleich die Herr­schaft der Gerechtigkeit unb ihres höchsten Gutes, der Freiheit, begründet. So sehr das deutsche Volk noch von eigenen Sorgen bedrückt fft, die es weder vergessen noch zurückstellen kann, so wird es sich doch allen Bemühungen um einen echten Frieden anschließen.

Nach diesen Empfang, bei dem am Schluß der Reichspräsident die einzelnen Botschafter, Gesand­ten unb Geschäftsträger persönlich begrüßt hatte, erschienen die in Berlin anwesenden Reichs- Minister und S t a a t s s e k r e t ä re der Reichs- tegierung beim Reichspräsidenten.

Reichskanzler Marx

gab in feiner Glückwunfchansprache der Ueberzeugung Ausdruck, daß Deuffchland auf das abgelaufene Jahr mit dem Gefühl dankbarer Be­friedigung zurückblicken kann. Wir wissen, so führte er aus, daß ber Wiederaufstieg unseres Volkes nur schrittweise und in unablässiger Arbeit zu er« »ringen ist. Zwar ist der Herzenswunsch des ge­samten deutschen Volkes, die Befreiuung des besetz- ten Gebietes, noch nicht in Erfüllung gegangen, aber dennoch ist eine Besserung unserer auswärti­gen Lage unverkennbar. Der Reichskanzler erin­nerte sodann an die Besserung der vor Jahresfrist »vorhandenen A r b e i t s l o s i g k e i t, an die 53er» ffchonung von schweren Wirtschaftskämpfen im ab= gelaufenen Jahr und sprach die Hoffnung aus, daß der Gedanke einer gemeinsamen Meisterung der sckweren Wirtschaftsprobleme durch Arbeitgeber und Arbeitnehmer sich immer tiefer festsetzen möge. Mit besonderer Genugtuung erfülle ihn, daß es ge­lungen fft, ber treuen und bewährten Beamten­schaft zum Jahresabschluß das nach Lage der Staatsfinanzen u.Wirffchaftsverhältnlsse Mögliche zu geben. Er erinnerte zum Schluß an die schweren Aufgaben unb dringenden Probleme, die sich für ibas kommende Jahr aus der historischen Gliederung des Deutschen Reiches er« ,gpben. Er vertraue darauf, daß in den politischen Kämpfen des kommenden Jahres die bei ber Feier des 80. Geburtstages bes Reichspräsidenten neu empfundene Einmütigkeit des deuffchen Vol­kes nicht verloren gehen werde.

In feiner Erwiderung anerkannte der Reichs­präsident, daß das abgelaufene Jahr in man­cher Beziehung eine Besserung dex Lage Deuffch­lands gebracht hat, bedauerte aber ebenfalls, daß es den deutschen Brüdern am Rhein die Freiheit 'loch nicht brachte. Wir gedenken, so erklärte er, beute wiederum in schmerzlicher Anteilnahme der Volksgenossen im besetzten Gebiete und gab im Be­wußtsein, in diesem Wunsche mit dem ganzen deut­schen Volke einig zu sein, auch heute der Erwar­tung Ausdruck, daß ihnen bald Befreiung werde, ttremde Militärgewalt und Besatzung im Lande ist unverkennbar mit einer endgültigen Befriedung. Rur auf freiem Boden und zwischen freien Völ­kern können die Gedanken ber Verständigung und des Ausgleichs üoq zur Auswirkung gelangen. Mit lebhafter Genugtuung, so fuhr er fort, stelle ich dagegen fest, Cs in den letzten Tagen ge­lungen ist, den anderen bedrängten Grenzgebieten unseres Vaterlandes O st p r e u ß en durchgreifende

Zusagen zu können. Ich hoffe, daß diesen Versprechungen baß) die Verwirklichung folgt und daß die schweren Sorgen, die über diesem von ber Heimat getrennten Landesteil und feiner arbeits- freubtgen Bevölkerung seit Jahren lasten, in Kürze behoben werden. Zum Schluffe begrüßte auch f)in« benburg die wesentliche Besserung bet wirtschaftlichen Lage Deutschlands, hoffte, daß der Gedanke des sozialen Friedens und Aus­gleichs sich 'm neuen Iahte stärken und vertiefen möge und bezeichnete es als seinen dringenden Wunsch, an diesem Neujahrstage an alle Deutschen, besonders aber an die führenden Männer im Dar-

FuldaerZertung

Anzeiger für die Stadt Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblakt.

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