Für unsere Frauenwelt
Nr. 1 vom 1. Januar 1928
Beilege zur Fuldaer Zeitung
an
denken, weil man die
Vereinfachung wagte niemand zu
Bahnhofstrasse 5
Die älteste Sparkasse des Regierungsbezirks
I
------ Mündelsicher ------
Fernruf 263, 264, 265
Die vereinfachte Ernährung
Don Dr. Maria Marefch (Wien).
6t erst und das
Semmelklößchen. ,
f. Uebrig gebliebene kalte Kartoffeln tn der Schale lassen sich in gleicher Weise wieder wie frisch gekochte ver- wenden, wenn man sie in siedendes Wasser wirft und einige Minuten darin beläßt. Die Kartoffeln sollen au, diese Weise sogar an Wohlgeschmack gewinnen.
gelebt, durchkostet, wie es im Auswärtigen Amt zuging und welche Rolle die Eifersucht, Jntriguen und Strcbe- reien in Diplomatenkreisen spielten.
Es war wohl die ruhigste Zeit für die junge Frau, als Heyking das Generalkonsulat im chilenischen Valparaiso bekleidete. Damals durchstreifte sie auf weiten Ausflügen das schöne Land, und vor allem hatte sie rechte Muße für Lektüre, wobei sie gern zum Schwierigsten greift. In Indien ziehen die Wunder dieses Zauberlandes das schönheitsgeschulte Auge der künstlerisch hochveranlagten Frau mächtig an und begeistern sie zu Schilde- ruägen von traumhaft erhabener Größe, And das alles wird umspielt vom orientalischen Leben, das so ungleich bunter und reicher ist, als es in Amerika war. Dazu treten, wenn auch noch nicht so stark wie heute, die Gegensätze zwischen den herrschenden Engländern und den beherrschten „Natives"; die stellen manches Problem auf, ebenso wie die nach Indien begehrlich blickende russische Politik. Und dann wirft Wilhelm II. schon seinen Schatten ins Ausland. Es ist März 1892 und die Deutsche muß die wenig schweichelhaften Betrachtungen über die letzte Rede des Kaisers mitanhören, jene Rede, in der alle Unzufriedenen und Nörgler aufgefordert werden, den deutschen Staub von den Schuhen zu schütteln, und sie stellt fest, „daß der Ton, in welchem Fremde über unsere deutschen Angelegenheiten reden, während der letzten 2 Jahre nicht gerade an Achtung zugenommen hat." Nun ja, Bismarck ist ja seit 2 Jahren nicht mehr im Amte.
Aegypten, wohin Heyking im Februar 1894 kommt, ist ein Interessanter, aber auch ein heißer Boden, denn das Verhältnis zwischen dem Khediven und England ist schwierig und gespannt. Auch der neue deutsche und der englische Generalkonsul geraten um deswillen unsanft aneinander, wobei der Erstere auf das „fressende England" einen kräftigen Druck ausübt. Damit handelt Heyking im Grunde im Sinne der Instruktionen, die er vom Kaiser beim Abschied erhalten hat. Und doch, der gutgesinnte Kiderlen warnt davor, sich allzu antienglisch einzustellen, besonders nicht in Aegypten, denn „man wisse doch nie, wie weit des Kaisers englische Sympathien reichen". S. M. ist schließlich doch halber Engländer. Aber die auswärtige Politik wird ja in Berlin von den Berufenen gemacht, wobei jeder Unberufene hineinreden
arbeit der Schülerinnen erstehen. Ein frohes Gemeinschaftsleben soll vorblldlich Anregung für den späteren Beruf geben.
München bietet außerdem als Großstadt noch manche Möglichkeiten allgemeiner Fortbildung, so daß sich die Schülerinnen unverhältnismäßig leicht Anregungen holen können. .Näheres durch Prospekte. Die nächsten Kurse beginnen Ansang Januar 1928. Anmeldungen und Auskünfte durch die Leitung der Bundesheime des Kathol. Frauenbundes, Hedwig-Dransfeld-Haus, Bendorf a. Rh, und München, Schraudolphstraße 1.
hoffe immer.
Manche Straße mußt du gehen Ganz von Schatten eingehüllt.
Manche Stunde wird verwehen, Die dein Sehnen nicht erfüllt.
Wl» voll Trauer ist dein Schreiten, Frohe Zeichen siehst du nicht. — Laß die Hoffnung nie entgleiten, Einmal führt sie dich zu.m Licht.
Franz Cingia.
die Anwesenheit von Metallverbindungen (Basen) in der Nahrung, die, wie bereits ausgeführt, zur besseren Aus- nützung der Nährstoffe beitragen.
Aus diesen nunmehr allgemein angenommenen Ergebnissen der Ernährungsforschung ergibt sich für die Hausfrau eine wichtige Umstellung der Ernährung, die dazu beitragen kann, ihr Leben zu vereinfachen. Bor allem kann das zeitraubende Bereiten des warmen Abendessens oft entfallen. Das Butterbrot bietet nach Hindhede die beste Grundlage des Abendessens. Butterbrot mit Milch, Salate aller Art, vor allem Kartoffelsalat, Milchspeise mit Fruchtsaft oder Früchten, sind ein vollständig genügendes Abendessen. Dank dieser Zusammensetzung entfällt dann nicht bloß das Kochen, sondern auch das Abwaschen des Kochgeschirrs und der Abend wird frei. In diesem Sinne kann die Anwendung der Ergebnisse der Ernährungsforschung zu einer Befreiung der Hausfrau führen.
Nicht ganz so einfach steht es mit dem Mittagessen. Hier bietet zwar die Zusammensetzung einer genügenden fleischlosen Mahlzeit, z. B. die Kohlsuppe mit Kartoffeln, die Hindhede so sehr empfiehlt, eine genügende Ernährung, aber trotz des Kochbeutels oder der Kochkiste ist bis jetzt doch die Fleischspeise für die Hausfrauen am leichtesten zuzubereiten. Die Verbilligung der Fleischspeisen durch fleischlose Kost ist in diesem Falle nicht zugleich eine Erleichterung der Arbeit, sondern eher eine Erschwerung. Denn sowohl Gemüsespeisen als die in Oesterreich beliebten Mehlspeisen erfordern viel Arbeit. Die küchentechnische Seite der nach neuen Ergebnissen der Forschung zusammengestellten Mahlzeiten ist noch nicht gelöst.
Die Ergebnisie der Neueinstellung können für den Familienhaushalt sehr erfolgreich fein. Vor allem bedeuten sie bei einer Verbesserung der Ernährung in vielen Fällen auch eine Verbilligung. Die Gemüsesuppe mit Kartoffeln ober sonst ein Eintopfgericht als Mittagessen bedeutet keine Armenkost mehr, sondern ganz richtig zusammengesetzte Ernährung. Die Erkenntnis, daß die Kartoffel ein hochwertiges Nahrungsmittel ist, das genügend Eiweiß und Kohlenhydrate für die menschliche Ernährung enthüll und nur durch Fett ergänzt werden muß, rät uns zur reichlichen Verwendung von Kartoffeln, die natürlich sachgemäß als Dampfkartoffeln, nicht als Salzkartoffeln zubereitet werden müssen, damit die kostbaren Ergänzungsstoffe erhalten bleiben.
Die Verwendung der Kartoffel ist aber auch vom Standpunkt der sozialen Gemeinschaft aus zu begrüßen. Denn der Kartoffelanbau führt zur Ernährungsvermehrung. Verringerung der Fleischerzeugung und Aende- rung der Anbauverteilung vergrößert sozusagen die uns zur Verfügung stehende Anbaufläche und ist ein Weg zu besserer Beoöikerungsernährung, weil ein Hektar Boden- 'fläche bei Kartoffelanbau die größte Zahl von Menschen (11 Erwachsene und 2 Kinder) zu ernähren vermag. Dadurch weisen uns die Ergebnisie der Ernährungsforschung einen Weg aus der drangvollen Gegenwart in eine bessere Zukunft.
Die praktische Hausfrau.
f. Schimmel aus Seilern beseitigt man mit ungelösch- tem Kalk. Durch einen Blasebalg bläst man den feingepulverten Kalk an Wände und in die Ritzen. Sind die Wände sehr trocken, so bespritze man sie vorher mtt etwas Wasser.
f. Fettig gewordene Kochtöpfe reinigt man am besten ""^Schonung der Lackschuhe. Selbst der beste Lack bricht oft schon nach kurzen Tagen. Um dies zu vermeiden, stecke man sogleich nach dem Ausziehen der Schuhe einen Leisten hinein, wobei man zu beachten hat, daß die Spitze, in welche zumeist der Leisten nicht ganz hinein- paßt, vorher mit feiner Grütze ausgefllllt werden muß, damit sich auch nicht das kleinste Fältchen bilden kann. Da, Lackleder reibt man mit ein wenig Rizinusöl ein und poliert erst kurz vor dem Gebrauch mit Samt nach.
Familie der vermeintlich richtigen Ernährung nicht berauben wollte.
Unbegreiflicherweise entstanden aber gerade im Zusammenhang mit dieser veredelten Ernährung neue und unbekannte Krankheiten. Besonders gut und sorgfältig genährte Kinder blieben in ihrer Entwicklung vollkommen stehen und glichen aufs Haar den verhungerten Kindern ärmster Volksschichten. Die Zahnfäule vermehrte sich, vor allem durch Weißbrot und Fleischnahrung, Skorbut entstand durch Vitaminmangel infolge Konservennahrung und Ernährung mit poliertem Reis, die Stoffwechselkrankheiten waren im steten Zu- uehmen begriffen.
Da kam der Krieg und zwang die im Blockadegebiet wohnenden Völker zu tiefgreifender Aenderung ihrer Ernährungsweise. Nicht bloß Deutschland und Oesterreich, auch neutrale Völker, wie Dänemark, mußten die Ernährung ihrer Bevölkerung aus den Erträgnissen ihres eigenen Landes decken. Dadurch war der Boden gegeben für Ernährungsexperimente und Ernährungsforschungen, vor denen auch der fortschrittliche Mensch der Vorkriegszeit eine heilige Scheu hatte. Unter dem Zwang dieser Kriegsverhältnisse kam in Dänemark ein bedeutender Ernährungsforscher, Dr. Hindhede, dazu, einen ganz großen Ernährungsversuch mit der Bevölkerung cinzüstcllen. Hindhede hatte aus eigenen Versuchen und Versuchen an seinen Kindern festgestellt, daß der Mensch ein viel geringeres Quantum Eiweiß zur Ernährung brauche als bisher angenommen wurde, und daß dieses Eiweiß völlig aus pflanzlicher Nahrung gewonnen werden könne. Die billigste Art, dieses Eiweiß
Elisabeth von Heyking und ihre Tagebücher aus vier Weltteilen.
Von Prof. Dr. Carl Scherer.
Fürst Bülow hat Recht, wenn er die Frau, mit deren Werk und Persönlichkeit sich die nachstehenden Zeilen beschäftigen, eine „bedeutende" Frau genannt hat. Wer hätte nicht Elisabeth v. Heykings „Briefe, die ihn nicht erreichten" gelesen, ohne allein schon von der selten hohen Kultur der Form, in der sie sich barbieten, gebannt zu sein! Und der Inhalt? Nicht die meisterhaft geschauten Bilder amerikanischen Lebens, nicht die seligen Jygend- erinnerungen an Berlin und die Mark, nicht der düstere Hintergrund Ehinas und seines Boxeraufständes sind das Wesentliche; das unwiderstehlich Fesselnde vielmehr ist die Zeichnung einer Frauenseele, die unaufhörlich kreist, öagt, bangt, hofft, sich quält, zittert, sich verzehrt und furchtet, um das Leben eines geliebten Freundes, den sie *n den chinesischen Wirren bedroht weiß. Kein Brief von ihr erreicht ihn, keine Antiport kommt auf all ihre Fratzen zurück, bis schließlich die Todesnachricht an sie ge- langt, die auch ihr Leben erlöschen läßt. Eine schwere Luft und eine trübe Stimmung lagern über dem Ganzen.
$ics vor nunmehr fast 25 Jahren erschienene Buch war ein literarisches Ereignis, es wurde verschlungen und in alle Kultursprachen übersetzt. An 100 Auflagen liegen vor, und man lieft es noch heute mit dem gleichen innerlichen Anteil wie damals und lieft cs immer wieder gern.
Elisabeth v. Heyking ist am 4. Jan. 1925 in Berlin verschieden. Aus ihrem Nachlaß, 25 enggeschriebenen Bänden, Tagebücher, hat eine treue Freundin, Grete Litzmann, die Witwe des bekannten Clarer Schumann Biographen, die „Tagebücher aus vier Weltteilen 1886 bis 1904 zusammengestellt und uns damit ein wertvolles Buch gegeben. — Elisabeth v. Heyking hat mit ihrem Gatten^ der im diplomatischen Dienst des Deutschen Reiches stand, fast 22, nur durch die Heimatsurlaube unterbrochene Jahre im Ausland verlebt. So hat sie ein gutes Stück der Welt sehenden Auges kennen gelernt, vor allem aber mit hellem Blick die deutsche Auslandspolitik mit
Sätteln weichgeritten wurde, von den rohen Beeren Und Früchten des Waldes, die gefunden und verzehrt wurden, ist ein weiter Weg zu unserer heutigen Er- nährungsform ,der im wesentlichen durch das Kochen der Speisen gekennzeichnet wird.
Das Kochen der Speisen hat zunächst den Zweck, die Nährstoffe aufzuschliehen und die Nahrungsmittel dadurch verdaulicher zu machen, dann aber auch den sekundären Zweck, die Nahrung schmackhaft zu machen. Dieser letztere Zweck hat im Laufe der letzten Zeit die Küchenführung bestimmt. Je reicher ein Volk wurde, um so mehr Kunst wurde auf die Küche verwendet. Die Mahlzeiten des Lukullus haben historische Berühmtheit erlangt.
Lange Zeit war es dem Menschen unbekannt, daß fein Bestreben, die Küche zu veredeln, zur körperlichen Degeneration führen müsse. Dadurch wurden nicht bloß kostbare Nahrungsmittel mit auffallendem Mißerfolg für die Ernährung des Menschen aufgewendet, sondern auch die Frau, die die Küche zu führen hatte, nutzlos mit schwerer Arbeit belastet. Immer mehr wurde die Frau des 18. und 19. Jahrhunderts aus der Mutter und Gefährtin zur Köchin. Kochen wurde ihr Lebensberus. Der Wechsel von Kochen und Abwaschen erfüllte den Tag vom Frühstück bis zum späten Abend. An eine
Alles organische Leben ist an Ernährung als feine Bedingung geknüpft. Während die Ernährung der Pflanzen und Tiere- feit Menschengedenken keinen sichtbaren Veränderungen unterworfen war, hat der Mensch im Laufe seiner Entwicklung die Ernährung völlig umgestaltet. Vom rohen Fleisch, das aus den
I stMtlsthe Swrta |
1825 FUldO 1825
f. Linsengemüse. Die Linsen werden verlesen, waschen, mit kochendem Wasser zu Feuer gebracht, nach dem Garwerden gesalzen und dann mit Speck Zwiebeln geschmelzt. Beim Anrichten garniert man Gericht mit kleinen Brühwürstchen ober Buletten und reicht geschmortes Backobst dazu. .
f.Hasenfupp«. Das Gerippe des Hasen wie alle neinen Reste werden 3 Stunden mit Wurzelwerk, Salz und Gewürz tüchtig gekocht, mit in Butter gebräuntem Mehl seimig gemacht. Als Einlage gibt man Fleisch- ober
Die Frau als Erzieherin.
f Taschengeld. Vor einiger Zeit las ich eine Anzahl Meinungsäußerungen über dieses Thema. Die meisten stimmten für Taschengeld, und zwar sollte es gegeben werden, sobald das Kind rechnen könnte. Die Begründung ließ sich hören. Trotzdem halte ich die Frage nicht für so wichtig wie die Verteidigerinnen des Taschengeldes. In vielen ärmeren und mittleren Familien wird kein Taschengeld gegeben, und die Männer und Frauen, die aus ihnen hervorgehen, rechnen deshalb nicht schlechter. Ich habe bei meinen Eltern gesehen, wie sehr sie das Geld zu Rate halten mußten; das hat mich veranlaßt,' mich aufs äußerste einzuschränken, als ich selbst etwas verdiente. Genau dasselbe erklärten mir viele andere Dagegen fand ich bet Kindern ,die immer „einige Groschen" in der Tasche hatten, daß sie weit leichteren Sinnes Geld ausgaben, und so ist es auch später geblieben. Allerdings führten sie nicht Buch. Das aber ist durchaus notwendig, wenn Kinder Taschengeld haben. Genau und wahrheitsgemäß alles anschreiben, und dann das Taschengeld nicht höher bemessen, als unumgänglich nötig ist. 1
Die Zrau als Hausarzt.
f Bei Hartleibigkeit frottiere man den Unterleib mit einem Handtuch, das in kaltes Wasser getaucht und wieder ausgerungen wurde, in kreisförmigen Bewegungen; nachdem verschaffe man sich Körperbewegung und tnnte Wasser. *■
Die Frau in der Nüche.
Die gut eingerichtete Küche gehört zum behaglichen Helm Vollständige Küchenausstattungen hauswirtschaftliche Maschinen, Nickel-, Tafel- und Kochgeschirre, Bestecke, Messingwaren, Flur- und Wandgarderoben.
C. ü. flrnd G. m. b. <1. Fulda.
Kulsto^e^L/3^J
zu gewinnen, stellte aber die Verwendung der Kartof« I fein bar. Er bewies, daß Kartoffeln und Fett eine völlig zureichende Nahrung auch für den schwer arbeiten« den Menschen ergeben könnte, daß also die Verfütterung der Kartoffeln und der Milch zur Aufzucht der Schweine I in der Zeit der Nahrungsmittelnot unverantwortlich sei. Deshalb wurde der Schweinebestanst in Dänemark auf ein Fünftel herabgesetzt, die Alkoholerzeugung aufs äußerste eingeschränkt und Kartoffel, Getreide und Milch zur menschlichen Ernährung bereitgestellt. Der Fleisch, verbrauch wurde auf ungefähr 40 Gramm pro Kopf rationiert; das Ergebnis war verblüffend. Die Sterblichkeit nahm um 17 Prozent ab und die Stoffwechselkrankheiten verschwanden nahezu ganz.
Hindhedes Forschungen wurden durch die Forschungsergebnisse Chittendens, Bircher-Benners, Lohmann, Ragnar-Bergs und vieler anderer Aerzte bestätigt. Rag- nar-Berg erwarb sich das Verdienst, die Ergebnisse der modernen Ernährungsverhältnisse auf deutsche Ernährungsverhältnisse anzuwenden. Seine vorzüglichen Bücher „Die Grundlagen der Ernährung" (im Verlag des Hygienemüseums erschienen) und „Die alltäglichen Wunder" (Emil Pahl, Verlag für angewandte Lebenspflege) vermitteln eine Fülle des Wisiens auf dem Gebiet der neuen Ernährungsforschung. Obwohl Einzelfragen noch nicht geklärt, sind doch die Grundrisse des neuen Baues klar zu erkennen.
Vor ollem hat die neue Ernährungsforschung den Eiweißverbrauch eingeschränkt. Die verschiedene Aufgabe des notwendigen Mindestverbrauches an Eiweiß (zwischen 30 und 100 Gramm täglich) ist darauf zurückzu- führen, daß der Eiweißverbrauch nach der Aufnahmefähigkeit des Körpers unter Zusammensetzung der Nahrung tatsächlich ein ganz verschiedener ist. Bei basenreicher Ernährung sinkt der Eiweißbedarf, weil das Eiweiß vom Körper besser ausgenommen wird. Bei Säureüberschuß steigt der Eiweißbedarf. Daraus ergibt sich, daß die richtige Zusammensetzung d e r Ernährung für die Aufnahme der Nahrungsstoffe von großer Bedeutung ist und zu großen Ersparnissen beitragen kann.
lieber diese Zusammensetzung war man bis vor kurzer Zett nicht im klaren. Sie wurde vor allem nach dem Geschmack bestimmt. Nun ist ja durch Tierversuche einwandfrei festgestellt, daß der Anreiz zu essen bet der Aufnahme und Verarbeitung der Ernährung eine wichtige Rolle spielt, weil er zur Absonderung von Säften beiträgt, die die Verdauung fördern. Wenn somit auch der Anreiz zu essen bei der Zusammensetzung der Nahrung mttbeftimmen kann und soll, so müssen doch andere Gesichtspunkte dabei zur Geltung kommen.
Dos tierische Eiweiß, das in Fleisch, Fisch und Eiern enthalten ist, soll in geringen Mengen in unserer Nahrung enthalten sein. Es darf höchstens als Bausto^ für den Aufbau der verbrauchten Organe dienen und kann auch hier durch pflanzliches Eiweiß vollkommen ersetzt werden. Auf keinen Fall soll der für den Menschen nötige Brennstoff aus Eiweiß gewonnen werden. Der Brennstoff der Nahrung (ungefähr 96 Prozent des ganzen Nahrungsbedürfnisses) wird am besten aus Fett und aus Kohlenhydraten (Stärke, Zucker) bezogen. Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate genügen aber auch in entsprechender Kalorienzahl nicht für die gesunde Ernährung des Menschen. Selbst reichliche und gute Ernährung mit hochwertigen Nahrungsmitteln hat zu schweren Erkrankungen geführt, wenn vorwiegend Kon- seroennahrung upd polierter Reis verwendet wurden. -Tauben, die nur mit poliertem Reis gefüttert werden, gehen zugrunde. Die menschliche Ernährung bedarf also noch mancher Stoffe, die bis vor kurzem unbekannt waren, der Vitamine und Kompletine (Ergänzungsstoffe). Diese erst kurz entdeckten notwendigen Bestandteile der menschlichen Ernährung sind der Erhitzung gegenüber nicht widerstandsfähig und verschwinden nahezu alle beim Kochen. Daraus ergibt sich, daß ein Teil der Nährstoffe im rohen Zustand genossen werden muß (Obst, Salate, Butter) und daß beim Kochen von Gemüsen und Kartoffeln sowie Obst das Kochwasser mitverwendet werden muß, weil in dieses die wertvollen Ergänzungsstoffe übergehen. Wertvoll ist auch noch
alles wissen ließ und der deshalb ein langsameres Tempo vorzog? Bericht auf Bericht, Brief auf Brief geht nach Berlin, mit aller Energie und unter äußerster Anstrengung wird in Peking gearbeUet — und der Erfolg ist der, daß man fjepfing noch Zögern vorwirft und in Unzufriedenheit unverdient rüffelt. Plötzlich kommt alles in schnelles Rollen. Mitte November 1897 besetzt der deutsche Admiral die Kiautschoubucht, und die langwierigen Verhandlungen um 99jährige Pachtung, um Eisenbahnbau, um die Bergwerkskonzession und die Missionen erreichen einen erfolgreichen Abschluß. Ein fester Wille hat alle Widerstände niedergezwungen, der Gedanke der Flottenstation, der Heyking als der „eigentliche Lebensgrund auf diesem fruchtbaren Boden" erschienen war, ist verwirklicht. Das Wort „Dank vom Hause Oesterreich" hat auch hierbei seine Geltung. Andere bekommen ihre Auszeichnung für bas, was sie nicht geleistet haben, der Gesandte wird übergangen, damit auch nicht der Gedanke aufkommen könne, als habe er Verdienste bei der Sache gehabt, und man versteht es vortrefflich, aus dem Kiautschouvertrag eine „Marinesache" zu machen. Die Ausländer spenden Heyking bas höchste Lob für bas, was er erzielt hat, — von Berlin kommt auch nicht bie leiseste Anerkennung. D-r Gekränkte hegt den Wunsch,-möglichst balb aus China fortzukommen, aber noch laufen bie letzten Verhandlungen mtt den Chinesen, indessen im Lande die Erregung gegen die Europäer bedrohlich wächst und bas Einrücken von Detachements in Peking nötig macht. Eine gewisse Genugtuung für die Heykings ist es, daß Prinz Heinrich, den man so theatralisch von Deutschland hat abfahren lassen, für einige Zelt als Gast in der Gesandtschaft Wohnung nimmt. Das bringt Freude und seelische Beruhigung in den Unmut und in bie Erregung. Der Prinz gibt sich so menschlich und einfach, baß sich alles Bebrückenbe mit ihm besprechen läßt, unb zubem hat er über Auswärtiges Amt und befonbers über Holstein so ziemlich bieselbe Meinung wie seine Gastfreunbe. An ihm, der als Einziger sich lobenb über bie erfolgreiche Mission Heykings sich ausspricht, finbet man für die Folgezeit einen aufrichtigen Freund.
^Fortsetzung folgt)
■At »einer He/®», das gute Unionbräu aus der
Unionbrauerei Fulda, G. m. b. HL Fulda
Einzige Brauerei des Kreises Fulda. .
Flaschenbier - Vertrieb s Georg Rup.jel, Flaschenbierhandlung, Kanalstr. 8, telephonisch zu erreichen unter Nr.22. Äug. Ullrich, Flaschenbierhandlung, Nikolausstraße 14 und die durch unsere Plakate bezeichneten Verkaufsstellen.
will, — oder der Kaiser macht sie. Das liegt nicht, allzu lange vor dem Abschluß des schmählichen Sansibarvertrags, vor dem Einfall des Dr. Iamefon in Transvaal und vor der Krügerdepesche. Heute ist es schon interessant zu hören, bah in Aegypten nicht nur Deutsche unter sich, sondern auch mit beamteten Franzosen davon sprachen, daß Frankreich und Deutschland zusammenkom- men müßten in einer gegen England gerichteten Allianz. Es sind die damals allgemein verbreiteten Ideen des Antagonismus gegen das Jnselreich, mit denen sich bie Vergrößerung der deutschen Flotte eng verbinden. „Unsere hiesige Jnaktion," so klagt Frau von Heyking am 5. Januar 1896, „wird mir in dieser Zeit zu schwer. Wäre doch etwas zu unternehmen gegen dieses Volk (das englische), bas uns schädigt, wo es kann unb davon lebt, uns mit Frankreich zu verhetzen". Dieser Frau ist klar, baß die „wichtigsten Fragen jetzt außerhalb (Europas, liegen, aber bie beutschen Diplomaten älteren Schlages kennen bie Welt zu wenig und koloniale Angelegenheiten sind für sie immer noch unangenehme Zugaben. Kein Zweifel: antienglisch ist die Parole in den außerhalb der Heimat lebenden deutschen Kreisen. Gleichwohl, wer bie Holsteinsche Politik „fontertarriert", muß ersetzt werden und so verschwindet Heyking mit der Befürchtung, nach Tanger zu kommen, aus Aegypten, für den Abberufenen zweifellos eine Kränkung.
Indessen, es kommt anders, und der anscheinend in Ungnade Gefallene wird überrascht durch seine Beförderung zum Gesandten in Peking. Das deutsche Prestige will man in China heben unb ber brutschen Inbustrie sollen bort neue Absatzgebiete erschlossen werben. Dazu erscheint vor allem eine Flottenstation nötig. In China ist der englische Einfluß im Abnehmen, Frankreich unb Rußland haben bas Uebergeroidjt, unb bet ber Isolierung Deutschlanbs erscheint es geboten, sich ber Hilfe Rußlands zu versichern. Heyking hat nie auf einem schwierigeren Posten gestanden als auf diesem; es lag vor allem daran, daß er lange unorientiert blieb über bas, was man in Berlin wollte unb nicht wollte. War es bas Auswärtige Amt, besser gesagt Holstein, ber nicht recht an bie Flottenstation heranging unb allerlei Hemmungen herbeiführte? War es der Kaiser, den man nicht
Nurse *ur den Haushalt.
Wenn im Haushalt nicht ein solch weitgehend spürbarer Umsturz ber Arbetts- und Kulturverhältnisse statt- gesunden hätte, wie es tatsächlich der Fall ist, könnte die frühere Methode, im eigenen Hause zu lernen und lediglich zur Vervollständigung der Kochkenntnisse in eine Hotelküche zu gehen, vielleicht noch genügen.
Kein Beruf kann aber mit veralteten Arbettsgewohn- heiten roeitertommen. Auch die Hausfrau und bie etwa hau,shaltführende Kraft nicht. Darum ist eine (Einführung in all die neuen Möglichkeiten, so wie sie wirtschaftlich/ gesundheitlich und kulturell vernünftig sind, durchaus notwendig. Diese Einführung sucht praktisch und theoretisch der hauswirtschaftliche Vierteljahrkurs des Kacholifchen Frauenbundes im Hedw!g-Dransfelb= Haus, Bendorf a. Rh., und in München, Schraudolphstraße 1, zu bieten. Ein neuzeitlicher, wirtschaftlich rationeller, den gesundheitlichen und wirtschaftlichen Aufgaben der .Hausfrau, berücksichtigender Familienhaushalt soll durch die Zusammen