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54.Zahrg

Freitag, 9. Dezember 19271

Nr. 283

in Nord-Amerika

irer

reu«'

Der Landtag hat sich zum Montag, den 12. Dez. vertagt.

von Warschau nachGenfabgereist.

Nach einer aus Genf eingetroffenen Nachricht wird der Völkerbundsrat jedenfalls bereits am näch­sten Samstag feine Arbeiten beenden.

die langsam wachsende Erkenntnis, daß derartige Völkerbundsentscheidungen strittiger eu­ropäischer Fragen nicht Vertreter r E----------

Staaten, wie das bei der Austeilung ~ .

und seither in anderen Fällen geschah, sondern nur europäische Vertreter berufen werden können. Vom deutschen Standpunkt aus kann schließlich als Er­gebnis der ersten vorbereitenden Beratungen die­ses Streitfalles mit Genugtuung festgestellt wer­den, daß alle Verdächtigungen der Haltung Deutsch-

Aus Kreisen der Zentrumsfraktion des Reichs­tags wird uns geschrieben:

Der Stand der parlamentarischen Verhandlung der Beamtenbesoldungsreform kann als recht g ü n - sti g bezeichnet werden, wenn auch nicht verkannt werden darf, daß die vorhandenen Gegenkräfte immer noch einen starken Druck ausüben. Ueber die wesentlichen Disferenzpunkte wurde zwischen den

Die Genfer Ratstagung. > Der Friedensnobelpreis.

wtb. Genf» 8. Dezember. (Eig. Funkm.) Am | Aus Oslo wird gemeldet: Der König, die Re- Donnerstagvormittag hatte Reichsminister Dr. I gierung und Vertreter des Storttngs sowie des Stresemann eine längere Unterredung mit dem I diplomatischen Korps werden der feierlichen englischen Außenminister Sir Austen Chamber- I Sitzung im Nobelinstitut am 10. 12. um 2 Uhr Iain, während Staatssekretär Weismann mit dem I nachmittags beiwohnen, in der das Nobelkomitee polnischen Außenminister Zalewski eine Aussprache I von seinem Beschluß betteffend die Verteilung des über die oberschlesische Schulfrage hatte. I Friedensnobelpreises Mitteilung machen wird.

Ueber den polttisch-litauischen Streit I

* Prälat Schäfer schwer erkrankt. Wie die Germania" aus Freiburg meldet, ist der Führ, des badischen Zentrums, Prälat Schäfer, an eim plötzlich einsetzenden Herzmuskelschwache schwer er- lich sind aber

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diese Neuregelung festsetzt. Falls nein, solle die Regierung erklären, ob die sich daraus ergebenden Folgen, dis Zerschlagung des studentischen Selbst­verwaltungsrechts ufto., von ihr gebilligt werden.

Zur Begründung der Anfrage erhielt zunächst Abg. Oelze (Dtn.) das Wort, der sich in längerer Rede darüber verbreitete.

Ihm folgte sofort der Kultusminister Dr. Becker mit eingehenden Ausführungen, die wie- holt durch lärmende Zwischenrufe unterbrochen wurden.

Der Kultusminister erklärte insbesondere, die Staatsregierung beantworte die Frage, ob sie die Verordnung über die Neuregelung des Studenten­rechts an den preußischen Hochschulen wieder zu­rückziehen wolle, mit einem klarenNein". Diese Verordnung führe nur einen Beschluß des Landtages durch und habe außerdem vor ihrem Inkrafttreten die verfassungsnötige Zustimmung des Staatsrats gefunden. Auf den zweiten Teil der deutschnationalen Interpellation sei zu erwi­dern, daß die Staatsregierung selbstverständlich die möglichen Folgen der Verordnung vorher bedacht habe und sie übernehme jede Verantwortung da­für. Die Frage, ob die Aufhebung der studentischen Selbstverwaltung den Ansichten der Regierung ent­spreche, sei falsch gestellt. Die Regierung hätte nicht nötig gehabt, eine neue Verordnung zu er­lassen, wenn sie die studentische Selbstverwaltung hätte aufheben wollen-, sie hätte das Studentenrecht einfach auf heben können, wofür sie im Land­tag und Staatsrat bei der allgemeinen Unzufrie-

Die Uriegsschuldfrage.

Aus Paris wird gemeldet: Der sozialistische Ab- veordnete Gamard hatte an den Außenminister die Frage gestellt, wann er den ersten Band der diplomatischen Dokumente über den Kriegsursprung zu veröffentlichen gedenke. Er hat die Antwor. erhalten, daß die Regierung beschlossen habe, die französischen Dokumente über die Kriegsurfachen zu veröffentlichen, daß aber wegen der Bedeutung und des Umfanges der geplanten Publikation der Plan gegenwärtig sorgfältig studiert wurde. So­bald ein Beschluß gefaßt sei, werde der Zeitpunkt dar Verösientlichung festgelegt werden.

ä Rvzelnilnuntt 10 Psg. (mit MM. Beilage 15 M.)

MaerZeitung

Anzeiger für die Stabt Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblalk.

Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen:Die Welt im Bild" undBuchenblätter". Rotattonsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernsprecher Nr. 9.

Monatlicher Bezugspreis 1.80 Mk. :-:

As WM m

wtb Washington, 8. Dez. (Eig. Funkm.) Im Repräsentantenhaus ist gestern die F r e i g a b e v o r l a g e in der in der letzten Session angenommenen Form wieder ein­gebracht worden. Im ganzen liegen dem Repräsentantenhaus über 5400 Gesamtent­würfe vor.

Aufgrund einer Anordnung des sächsischen Volks­bildungsministeriums dürfen nach einer Meldung derVoff. Ztg." die Beiträge der sächsischen Stu­dentenschaften für dieDeutsche Studentenschaft" nicht mehr abaeführt werden, da sich die Auswir­kung der durch die Abstimmung der preußischen Studentenschaften geschaffene Lage auf die Deutsche Studentenschaft" nicht übersehen lasse.

In den Kreisen der Leipziger Studentenschaft rechne man mit der Gründung einer eigenen sächsischen Studentenschaft durch b<tf=

denheit mit der Haltung der Studentenschaft eine glatte Mehrheit gefunden hätte.

Von den Parteien wurde zu den Erklärungen des Ministers Stellung genommen. Vom Zentrum sprach der Abg. Lauscher, dessen Ausführungen großen Eindruck machten:

Abg. Lauscher erklärte, im Schützengraben habe sich ein sozialer Geist gezeigt, der Wille zur Ueber- brückung der Gegensätze im Volke. Zwilchen damals, wo der Gedanke der Volksgemeinschaft auch die akademische Jugend begeisterte und der großdeutsche Ge­danke in edler Sinne die Geister beherrschte, und heute klaffe ein großer Gegensatz. Der Fortgang der Be­wegung habe dem verheißungsvollen Anfang wenig ent­sprochen. Die Gesamtorganisation der Studentenschaft sei leider dann politsch beeinflußt worden. Als man die Ju­den Antisemitismus als höchste Offenbarung staatspoli- ' hen begann, sei das Schicksal der ' . In Oesterreich habe

sondern auch die gange politisch interessierte Oef- fentlichkeit wird mit einem Seufzer der Erleich­terung die Verabschiedung des Gesetzentwurfes be­gleiten. Als die Vorlage seinerzeit eingebracht wurde, hatte sicherlich fein Mensch ernsthaft daran gedacht, daß die Auseinandersetzungen über die Besoldungsreform derart scharfe Formen annehmen würden, wie wir sie nunmehr seit Wochen führen müssen. Für das Parlament ist dieses jedoch fein schlechtes Zeichen. Denn gerade durch den heftigen Widerstand, der sich bemerkbar macht, wird der Beweis erbracht, daß im Reichstag nicht der ge­meinsame Wille herrscht, planlos über gewaltige Summen zu verfügen, sondem daß mit größter Gewissenh aftigf eit zu Werfe gegangen wird bei der Prüfung, ob angesichts der Finanzlage des Reiches, der Länder und Gemeinden die an­fallenden Ausgaben besttitten werden fönnen. Es handelt sich bei den Kreisen, welche wamend den Finger erheben, nicht um irgendeine Art Beam- tenfeindlichfeit, sondern die Sachlage wird ledig­lich von großen ttnanz- und wirtschaftsvolitifchen

^Litauen^und^Polen haben sich noch nicht fest- . Am 15. Dezember tritt der Kongreß der Verei- aelegt Aber aus den Erklärungen beider Par- I nigten Staaten von Amerika zusammen. Unter mit sfiprfit den Schluß ziehen daß | den zahlreichen Gesetzentwürfen und Anträgen, die di Aukb7buna des Krie?szustandes ihm vorliegen werden, befindet sich wiederum die erfolgen wird,^obwohl eine von beiden Seiten ak- sogenannte Green-Bill die das während des zeptierte endgültige Formulierung dieser unge- I Krieges tn der Union beschlagnahmte

mein schwierigen Rechtsfrage, bei der weder Li- I Privateigentum bis 80 Prozent zuruckgeben tauen noch Polen brüskiert werden dürfen, noch I will. 2>te restlichen 20 Prozent sollen aus ben nicht gefunden ist. Angesichts der durchaus ver- amerikanischen Jahresantellen der Dawes-Zahlun- ständiqen Haltung Polens, das freilich durch eige- gen gedeckt werden. Für die Ausnutzung der em- nes Verschulden ist der letzten Zeit sebr aggressiiver behaltenen deutschen Patente Schiffe und Radio- Absichten verdächtigt wurde, kann so infolge der stationen sieht die Bill außerdem eme Pauschalent- aemetnsamen Anstrengungen des Rates und der schäbigung in Hohe von hundert Millionen Dollar in ihm vertretenen und erstmals von Sowjet- I vor. Die Grewi-Bill ist zwar in der vorigen rußl and unterstützten Großmächte zunächst ein Session vom Reprafentantenhause angenommen, Z u st a n d geschaffen werden, bei dem die äußerst I aber von der anderen gesetzgebenden Korper- beikle Wilna-Frage noch ganz offen bleibt, schäft, dem Senat, aus parteitaktischen .Gründen

Ja sogar in Bezug auf die Aufnahme diploma- I DerJdjIeppt worden, so daß sie erneut ^agebra. , tischer und konsularischer Beziehungen soll keinerlei I und beraten werden muß. Die Aussigen ihrer Druck ausgeübt werden. Der Rat vertraut bei die- I ^gültigen ^^bsckiedung in diesem Tagungsab I" »mfl.XiförSßeÄKsSan! S® I« &ÄÄ7uÄ?MWtit (Sion.

»».»-> nertieten »orÄ Auch dl-R-.

Beziehungen naturnotwendig zur allmählichen I Awrung will das Gesetz mir allen Mitteln unter« Herstellung nomaler Beziehungen auf allen I stutzen. .

Gebieen führen muß. Daß die jetzt ge- In Deutschland wird die Bedeutung der Frei- vlante Lösung nicht im Schoße eines I gäbe nach stark unterschätzt. Es ist richtig, daß die Dreier- oder Fünfer-Komitees gesucht werden muß, I Anzahl der Jndustrieunternehmungen aller Art, sondern voraussichtlich von dem holländischen I Banken, Versicherungsgesellschaften und Prwat- Ratsmitalied allein erzielt werden kann, ist ein I personen, die aus der Freigabe direkten Nutzen weiteres gutes Anzeichen für die bevorstehende I ziehen, verhältnismäßig klein ist. Die Betrage, Wendung' Auch der Umstand, daß das japanische I um die es sich dabei handelt bei einer nur sech- Ratsmitglied Adatci die Aufgabe des Berichterstat- zigprozentigen Auszahlung erreicht dre Gesamt- ters als Vertreter eines Landes im fernen Osten I summe immer noch einige hundert Millionen Dol- rundweg abgelehnt hat, ist ferner ein Zeichen für lar fließen aber Zum Teil in Devisen der deut- die langsam wachsende Erkenntnis, daß für I schen Wirtschaft zu, die damit ihre Rohstoffeinkaufe 7= I für längere Zeit bezahlen kann, ohne die hochver- außereuropäischer I zinslichen Ausländsanleihen in Anspruch nehmen ing Oberschlesiens I zu müssen. Die Summen, die bei der Freigabe für ' ' einzelne Gesellschaften in Betracht kommen, sind

sehr beträchtlich. Es sollen hier nur einige Beispiele herausgegriffen werden. So schätzt der Norddeut­sche Lloyd sein beschlagnahmtes Eigentum aus rund 80, die Hamburg-Amerika-Linie auf 50, die Flensburger Dampfer Co. auf 6 Millionen Mark.

lands?das"angeblich'ein Jnteresse an der"Verschär- I An der Spitze der Großbanken steht die Berliner fung des polnisch-litauischen Konfliktes haben sollte, I ;"*

fallen gelassen worden sind, und die Haltung | Mlllwnem ^sben ^so viel ver, Deutschlands allgemein als durchaus objektiv

An der Spitze der Großbanken steht die Berliner Handelsgesellschaft mit einer Forderung von 22 Millionen. Eben so viel verzeichnet die Schoko­ladenfabrik Stollwerk-, 5,3 Millionen die Chemische mirh I Fabrik Heyden, 7 Millionen die Kammgarnspin-

Pilludsec der S=labr, V | -««*&,

Maschinenfabrik Humboldt, die Gesellschaft für Lindes Eismaschinen, ferner fast alle Großbanken, verschiedene Zementfabriken, Versicherungsgesell­schaften und einige hundert Privatpersonen. Die Freigabe könnte die Kapitalnot der deutschen Wirt­schaft für längere Zeit wesentlich erleichtern.

er I Mit der Kennzeichnung der Bill als Überpartei.

-rnwHenuvu sind aber die Gegensätze zwischen den F

krankt' Sein Zustand gibt zu Besorgnis Anlaß, den und Gegnern der Freigabe noch lange nicht krankt. Sem ^u,u».o n o w 0 überbrückt. Die Ansichten gehen heute noch genau so weit auseinander wie im Vorjahre. Die Frei­gabe ist an und für sich rein politischer Natur und wird von den Befürwortern in der Hauptsache mit politischen Argumenten verteidigt. Sie ist der Ausdruck des Grundsatzes von der Unantast­barkeit des Privateigentums, der in Amerika sehr hohe Bedeutung besitzt. In der Union spielen aber stärker als anderswo in olle politischen Angelegenheiten wirtschaftliche Rücksichten und Bedenken hinein. Die Gegner der Bill sitzen vornehmlich in den Kreisen der Indu­striellen, die an der Einbehaltung der deutschen Pa­tente stark interessiert sind. Besonders scharfen Widerstand findet die Entschädigung an die beut«

ist bie Aussprache im Völkerbundsrat am Mittwoch I HllS ößlt PcttlttttlCtttCtt.

erfolgt, freilich noch nicht zu Enbe geführt worben. I

Für Litauen sprach Wolbemaras, für Polen Zaleski. I eteiqjsrag.

Die mit großer Spannung erwarteten Erklärungen I Auf bei Tagesordnung im Reichstag staub zu haben sich nicht im geringsten in sensationellen For- Beginn ber Sitzung am Mittwoch bie zweite Le­wen bewegt. Man muß im Gegenteil feststellen, I fung bes neuen Krankenversicherungsgesetzes für daß Form' unb Ton ber Darlegungen bes litaui- I bie Seeleute. Der Anttag der Deutschen Volks- fchen Ministerpräsibenten unb bes polnischen Mini- Partei, ber bie Kasse ermächtigt, die Kapitäne von sters bes Aeutzeren burchaus korrekt waren unb ben I ber Versicheiungspflicht zu befreien, wirb ange- bis auf ben letzten Platz besetzten unb durch viele I nommen. Die neue Kasse erhält ben NamenS e e- ähnliche Vorgänge bereits historisch geworbenen I kasse". Die dritte Lesung wird vertagt. Es Glassaal bes Völkerbunbshauses über brei Stun- I folgt bann bie Beratung ber Genfer Uebereinkom- ben lang fesselten. Im Mittelpunkt bes Interesses I men zur Unfallversicherung. Die fozialdemokiati- ftanb selbstverständlich Wolbemaras mit seinen I schen unb kommunistischen Anträge werden abge- Erklärungen, bie sachlich unb logisch aufgebaut wa- I lehnt, bie Anträge bes Ausschusses angenommen, ren. Wolbemaras, ber, alleinstehenb am Ratstisch, I Das Haus vertagt sich auf Freitag.

sich zum wachsenben Erstaunen seiner Zuhörer mit I preußischer Canbfaa.

67Änf?ü®efSeÄ bie^wttk^m ten^Argu- Sn ber Mittwoch-Landtagssitzung stand zur Be- meL ÄB'iW aufgesM^ Wer auch bie ratung die große beuffchnatiouale Anfrage über t-nfnitoen Darleaunaen verfehlten, vor allem we- I bie Neuregelung bes Studentenrechts.

gen d?r P?rsönsichkeit Zaleskis, befsen Friebens- . Danach soll die Regierungerklären, ob sie be- äefte burchaus ehrlich empfunden würbe, ihren Ein- | reit fei, bie Verordnung zuruckzuziehen, bie druck nicht. Unb in deutschen Ohren wirkte es wie­derum fast als Sensation, als er an die Ratsmächte die Frage richtete, ob der traurige Zustand desMemelerHafens nicht ein Beweis dafür fei, baß es ein Irrtum war, bas Memelgebiet Li­tauen zu überlassen. Man wirb sich hüten müssen, biese Bemerkung in einem Sinne zu interpretieren, der betn polnischen Außenminister schwerlich nahe­lag. Sein Hinweis aber aus bie wirtschaftliche Läh­mung Norbosteuropas, bie , wie er einbrucksvo.l barlegte, zum Teil auf bie völlige Stillegung bes Geschäfts- unb Handelsverkehrs zwischen Polen unb Litauen zurückgeht, hat auf allen Seiten starke Be«

benfrage und Hauptfrage und , .. tischer Weisheit anzusehen begann Studentenschaft besiegelt gewesen. man sich nicht ernsthaft bemüht, der Mindestforderung gerecht zu werden, daß dem Ariertum nicht der alleinige Platze gebühre! Wenn einst der Tag der Vereinigung komme, dann mühten wir das Tor weit öffnen für alle Oesterreicher. Wer habe denn der Studentenschaft zu­gemutet, alle jüdischen Elemente aufzunehmen? Der Prozentsatz der jüdischen Studenten in Oesterreich sei im übrigen gering. Im obesrchlesischen Kampf dürfe man das Verdienst nicht allein den Studenten zerkennen, nationalen Opferwillen hätten alle gezeigt. Die Studen­ten hätten auch allen Schichten des deutschen Volkes angehört. Ohne ein Maß von Achtung, Achtungsbezeu- gung dem heutigen Staat gegenüber geht es nicht ab. Das sollten doch die Herren auf der Rechten bedenken. In dem Studentenkampf handle es sich um betauhte Ablehnung des heutigen St_aates. Das Ab­stimmungsverhältnis sei kein Gegenbeweis! Der Staat, der fo verhöhnt und angefeindet werde, könne staatliche Hoheitsrechte nicht an eine Organisation abgeben, die ihn so provoziere. So schwach sei die Deutsche Republik doch nicht. Allerdings sei die Deutsch Republik ein sehr geduldiges Wesen! (Zuruf links: Leider!). Die Studentenschaft habe sich selbst zerschlagen. Abwegig sei es, wenn das Abstimmungsergebnis als em überwältigender Sieg des völkischen Gedanken über die preußische Regierung hingestellt wird. Ihm sei immer wieder die Frage von Studenten gestellt worden: Hat denn die ganze Sache überhaupt Zweck? Eine Kund­gebung des Hochschulrings habe deutlich erkennen lassen, daß dieser den Kampf gegen den heutigen Staat als sein vornehmstes Ziel ansehe. Der Redner verliest unter gorßer Heiterkeit der Linken Stellen eines Artikels aus edm von Martin Spahn herausgegebenen BlattDas deutsche Volk!", das sich als katholische Wochenschrift für das gesamte deutsche Volk bezeichnet. Zu den Deutsch- nationalen gewandt, erklärte der Redner, daß die Mei­nung der Wochenschrift und der Deutschnationalen, das äentrum werde sehr bald von seinen Bundesgenossen, tresemann und Pinkerneil, verlassen fein, vom Zentrum I nicht gefürchtet werde, insbesondere nicht unter Hinweis auf das Reichsschulgesetz. Zum Schluß betonte er, daß ein großer Teil der Studentenschaft es nicht mehr ruhig hinnehmen wolle, von einer Organisation, - -c 1 deren Ziel'sie ablehne, zu Zwangsabgaben heran- vornehrnlich 1 gezogen zu werden. Die Deutsche Studentenschaft habe ' ihren Anfängen, zu den Grundsätzen der Frontkämp- «- « «- *** -** r - * <.?-!i

schen Schiffahrtsgesellschaften. In ber internatio­nalen Seeschiffahrt rüstet man nämlich zu einem Tarif karnpf. Die Wunben, bie ber Krieg unb ber Friebensvertrag ber deutschen Hanbelsschiff- fahrt schlugen, sinb zwar noch lange nicht geheilt, aber ber zähe Hanseatengeist erobert sich feine alte Stellung im Seeverkehr allmählich zurück: ber beutfdje Anteil am Personen- unb Frachtenver­kehr zur See wächst von Jahr zu Jahr. Die Aus­schaltung ber beutschen Handelsschiffahrt hat aber den amerikanischen Schiffahrtsgesellschaften grcchen Nutzen gebracht; diese befürchten nun, daß bie Ent- schäbigungen ben Wettbewerb ber deutschen Han­delsschiffahrt wesentlich verstärken könnten.

Der Grundsatz der Unantastbarkeit des Privat­eigentums wird allerdings auch von diesen, gegen Konkurrenz sehr empfindlichen, Kreisen aner­kannt. Ihr Widerstand richtet sich demgemäß, abgesehen von einigen Extremischen, nicht grund­sätzlich gegen die Freigabe, sondern vornehmlich gegen den Inhalt der Green-Bill. Die letzte I zu ihren Anfängen, zu den Grunvsatzen Der yrontrc Denkschrift bes Reparationsagenten Parker Gilbert I fer, nicht zurückgefunden. Schuld seien diejenigen, hat ihrer Agitation neuen Angriffsstoff geliefert. I immer selbst von F r e i h e i s r e b e t e n, die Freiheit Die Ansichten bes amerikanischen Finanzbeobachters | "Oberer aber nicht re pettierten. (Lebh. wieder über bie finanzielle Entwicklung ber Ausgaben bes I Folter Beifall in der Mitte.)

Reiches, ber ßänber unb Gemeinben sowie bie kri­tischen Auslanbsstimmen über bas weitere Funktio­nieren bes Dawesplanes haben auch in Amerika Zweifel an ber Erfüllbarkeit ber deutschen Repa­rationsverpflichtungen geweckt. Die Gegner ber Bill versuchen, biese Stimmung für sich auszu­nutzen unb bie wachsenbe Erkenntnis ber wirtschaft­lichen Unmöglichkeit ber Zahlungsleistungen in einen bösen Willen Deutschlands umzudeuten. Wenn auch keine Aussicht besteht, ben extremen Stanbpunkt, bas beutfdje Privateigentum als Pfanbobjekt einzubehalten, burchzufetzen, so hoffen sie boch, auf biesem Wege bie Freigabe zuminbest ...

nach ihren Wünschen gestalten zu können. Diesem I sächsischen Stube Zweck soll auch ber Hinweis auf bie Bestimmungen I Dresdener Ministerium, bes Friebensvertrages bienen, bie Deutschlanb ver- I ---

pflichten, bie Auslanbsbeutschen, beren Vermögen I

von fremben Staaten eingezogen worben ist, zu | Besoldung UNS SOJialtCntnCT. entschäbigen. In ber erwähnten Denkschrift bes Reparationsagenten spielte auch bas eine Milliarbe Mark erforbernbe Kriegsschädenschlußgesetz eine Rolle. Daran knüpft bie Opposition an unb vertritt bie Ansicht, daß auch bie in Amerika Geschädigten in bas Gesetz einbezogen werden könnten. Daß Deutschlanb biese Leistungen nicht aufzubringen vermag, braucht hier nicht näher bargelegt zu wer­ben. Diese Sortierungen sinb unlogisch, denn sie , ,, -

müßten, falls sie ernstlich erfüllt werden sollten, die Regierungsparteien eine Einigung erzielt, deutsche Finanzgebarung in Verwirrung bringen. Daß die Schwierigkeiten ledoch noch nicht völlig

Das widerspricht aber der Politik des Reparations- überwunden sinb, geht daraus hervor, baß zur

agenten, bem Dawes-Plan unb ber Ansicht ber Deamtenbesolbungsvorlage wiederum zirka 100 amerikanischen Regierung. Die Sortierungen las- | neue Anträge eingegangen sind. Man darf nd» fen aber auch bie Unantastbarkeit bes Privateigen- I jedoch ber Hoffnung hmgeben, daß m tomigea

tums außer Acht, bas bie Mehrheit bes Repräsen- Tagen bie Situation klar sein wird sodaß bie

tantenhauses durch ihren vorjährigen Beschluß vor «zweite Lesung im Plenum bald beginnen jedem staatlichen Zugriff bewahrt sehen will. I kann.

Die Taktik der Opposition im Senat gegen die Nicht rmr die Deamten werden aufahnen, wenn Green-Bill soll man in Deutschland nicht unter- I endlich über ihre Bezüge Klarheit geschaffen wird, Sn. Sie zu überschätzen liegt aber auch kein j vor; denn die überwiegende Mehrheit des amerikanischen Volkes ist für die Sreigabe. An ihrer Spitze . marschieren in diesem Falle die Deutschamerikaner, auf deren ansehnliche Stimmen» zahl bei der kommenden Präsidentenwahl keine Partei verzichten kann. Wie das Kompromiß aus­sehen wird, das die Joint-Kommission nach den Beschlüssen des Repräsentantenhauses und bes Senats zu formulieren haben wirb, ist noch nicht klar zu übersehen; in, ben Kreisen ber Deutsch-Ame­rikaner wirb bie Ansicht vertreten, baß ber Senat höchstens 60 Prozent ber Vermögen sofort frei­geben wirb. Die übrigen 40 Prozent sollen zur Aufrechnung ber amerikanischen Privatforderungen unb ber Regierungsansprüche einbehalten werben. Ob bie Green-Bill im Senat stark beschnitten wer­ben wirb ober nicht, kann nicht vorausgesagt wer­ben, es ist aber bestimmt bamit zu rechnen, daß bie Entscheibung über bie Freigabe bes beutschen Pri­vateigentums in dieser Session endgülttg fallen wirb. Arthur Zmarzly.