Für unsere Frauenwelt
Nr. 276 vom 1. Dez. 1927
Verlage zur Fuldaer Zeitung
Seilunflsretlome ist von Mer? Manien öle KllMgMWe cnö isitö es Infolge lötet BlUlgteit und WMeii aus ölelöen.
Die Frau als Hausarzt.
f Diät Es ist unbedingt erforderlich, daß ein Menst,- durch richtige Nahrungsaufnahme und regelmäßige Aus- kcheidung im Zustande des Gleichgewichts gehalten wird. Ueberernährung ist ebenso schädlich wie Unterernährung. Deshalb muß jede Diät der Beschaffenheit des menschlichen Körpers angepaßt werden. Nervöse Zustände, eine Anzahl Erkrankungen werden in ihrer Heilung gefördert, wenn sie durch eine gute Diät unterstützt werden. Man soll also nicht nur die Heilmittel einnehmen, die der Arzt verschrieb, sondern auch seine Diätvorschriften befolgen. Ein Zuwiderhandeln hat schon manchen Rückfall herbei- geführt.
was ich möchte.
Noch einmal wie vor Jahren Still durch die Straßen gehn. Die ich als Kind durchfahren; Wie wär' das doch (o schön!
Noch einmal wie im Traume
Vernehmen Wundermär Unter dem Tannenbaume, Geschwister um mich her.
Noch einmal liebe Worte Hören aus Elternmund, Eingehen zu der Pforte, Die stets mir offen stund.
Noch einmal auf den Wangen
Erglühen heller Freud;
Noch einmal auch — empfangen, Nicht geben nur, wie heut'.
Noch einmal aller Sorgen Und aller Drangsal los, Das Heute wie das Morgen Legen in Vaters Schoß.
An lieber Hand durchschreiten
Selige Kinderzeit!
Was eilt ihr doch, ihr Zeiten?
Warum jo fern, jo weit . . .?
AlbertBerlin.
Das blasse Kind.
Von Prof. Dr. Arnold O r g l e r, Berlin.
Blasse Kinder sind Sorgenkinder. Zwar muß nicht hinter jeder Blässe eine Krankheit stecken, denn es, gibt eine ganze Reihe von Kindern, die stets schon von Saug- lingszeit an blaß gewesen sind, und deren Blässe auf der ihnen eigenen Gesichtsfarbe beruht. Wenn aber ein Kind, das bisher gute Farben gehabt hat, blaß wird, muß man sich natürlich fragen, ob hier etwas Krankhaftes vor- liegt Blässe der Haut kommt bei den verschiedensten Zuständen vor, und es bedarf daher stets einer genauen Untersuchung, um festzustellen, worauf sie beruht. Vor allen Dingen muß darauf hingewiesen werden, daß blasse Farbe und Blutarmut nicht dasselbe sind, was noch vielfach irrtümlicherweise angenommen wird. Nur im Säuglingsalter kann Blässe Folge einer echten Blutarmut sein. Die Milch, von der der Säugling fast ausschließlich das ganze erste halbe Jahr lebt, ist nämlich eine sehr eisen- arme Nahrung. Ihr Eisengehalt reicht nicht aus, um den Bedarf des Säuglings an Eisen zu decken. Um nun den Säugling vor Auftreten der Blutarmut zu schützen, ist ihm ein gewisser Vorrat an Eisen mit auf die Welt gegeben, der in den ersten Lebensmonaten aufgezehrt wird. Wird ihm keine eisenhaltige Nahrung zugeführt, so kann der Säugling an Blutarmut erkranken. Aber außerdem muß in der Milch noch ein Faktor enthalten sein, der auf eine noch nicht ganz aufgeklärte Weise die Blutbildung stört. In dieser Beziehung wirkt Ziegenmilch ungünstiger als Kuhmilch, Kuhmilch ungünstiger als Frauenmilch. Um daher das Aufreten von Blutarmut im Säuglingsalter zu verhüten, muß man einmal
von Geschenken.
Don Alfred E r l b e ck - Leipzig.
5m Spiele nicht nur Unterhaltung, Zeitvertreib und Belustigung zu suchen, sondern auch zu 1e r n e n, ift. einer der Grundsätze moderner Kindererziehung. Den Geist der Jugend schon beim Spielen für die Anforderungen des Lebens zu schulen, muh Zweck des Spieles und des Spiel- zeuges fein. Daß dabei dieser Zweck im Spiel der verständigeren und Heranwachsenden Jugend zum Ausdruck I kommen soll, ist selbstverständlich. Aber auch das noch im jugendlichen Alter stehende Kind wird Grundbegriffe durch das Spiel erhallen. Das Spielzeug ist vielfach eine Nachbildung der großen Wirklichkeit, fodaß es leicht verständlich ist, daß es für das Heranwachsende Kind em unentbehrliches Hilfsmittel für das spätere Leben ist. Welche Gebiete sind es nun, für die durch das Spielzeug dem Kinde Interesse beigebracht wird? Zunächst wird man wohl die Naturwissenschaften nennen mögen, in die das kleinste Kind, sowohl wie die Heranwachsende Jugend eingeweiht wird; damit im Zusammenhang steht auch die Kenntnis der techn. Wissenschaften und schließlich kann man als drittes Hauptgebiet die Weckung des Sinnes für Kunstempfinden nennen, die dem Kinde durch das Spiel vermittelt wird. ,
Schon im jugendlichen Atter wird das Kind durch Tierfiguren und Tierpuppen in die Grundbegriffe der Zoologie eingeführt. Die Erzeugnisse der Puppenindustrie sind dazu berufen, nicht nur Puppenmütterchens Kindesliebe zu vergrößern, es wird darüber hinaus der Babypuppe eine besonders wichtige Rolle als Anschauungsmittel im Unterricht in der Säuglingspflege zukommen. Die Beschäftigung mit der Puppe, die Auswahl ihrer Gar- derobe, ferner die Künstlerpupppe, sie werden dem Kinde Geschmack und Kunstempsinden vermitteln.
Wie sich Schaffens- und Schöpfersreude beim frühen Kindesatter im Spiele äußern, fo bei der fortgeschrittenen und reiferen Jugend im Basteln und Bauen. Wohl in keiner Kinderstube fehlt der Baukasten, der nicht nur die Aufgabe erfüllt, den Sinn für architektonisches Empfinden zu wecken, sondern auch zu Kenntnis der verschiedenen Konstruktionen verhilft. Ferner gibt es Baukästen auch für die Mechanik flüssiger Körper, für die Akustik, für die Chemie, die Optik, die Elektrotechnik usw., kurz alles Gebiete, für die die Heranwachsende Jugend durch das Spiel Interesse erhält und auf diese Weise einen wertvollen Helfer für den Schulunterricht bekommt. Zu den Steinbaukästen sind nunmehr auch Metallbaukästen gekommen, durch die sich Eisenkonstruktionen fast jeder Art, Hallen- und Brückenbauten, Krane, Bagger,Türme usw., ja selbst Flugzeuge und Luftschiffe zusammenbauen lassen. Die Kenntnis der Elektrizität, die heute die ganze Industrie beherrscht, wird durch geeignete Spielzeuge und Lehrgegenstände der Jugend oermiftelt. Es sei hier an die Experimentier- und Baukästen für Elektrotechnik erinnert, ferner an Jnstallationszufammenstellungen usw. Bei solcher Beschäftigung werden schlummernde Gaben wach und offenbaren sich in den Jungen, die von ihren physikalischen und chemischen Experimenten, von ihren noch als
Spielzeug dienenden Apparaten und Maschinen nicht loskommen können, nicht selten schon deutlich die späteren Techniker, Physiker, Chemiker, die Ingenieure und For- scher, die Männer der Praxis und Wissenschaft. Spiel- waren im wetteren und höheren Sinne sind daher auch alle mechanischen Spielzeuge und Apparate, für die einzelne Fabriken den Weltmarkt erobert haben. Den Schuten, den Ellern und Erzieherin kann dieser Hang der Jugend zu einer Beschäftigung mit praktischen Dingen als Vorbereitung für das Leben und für den künftigen Beruf nur willkommen fein.
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lieber das gleiche Thema schreibt RobertMösin-
g e r - Frankfurt a. M.: . ...
Auch das Schenken will gelernt fern! Was wird nicht alljährlich zu Weihnachten für eine Unmenge Geld nutzlos zum Fenster hinausgeworfen für Geschenke, die m ihrer banalen Alltäglichkeit besser unterblieben waren. Niemals sollte man schenken, nur damit etwas auf dem Gabentisch liegt, sondern jedes Geschenk muß sorgfältig erwogen unbgeprüft sein. Und bei einigem Nachdenken kommt man dann auf Gaben, die garnichtsolltag .t an sich haben und die trotzdem und vielleicht gerade des- halb besonders gern genommen werden. Es gibt wohl kaum jemand, der einen Gutschein für eine Theaterkar oder gar für ein Theaterabonnement oblehnt. Konzertkarten für die Veranstaltungen der führenden Musikgesellschaften schaffen immer freudige Gesichter bei den Beschenkten, die seinen Wert zu würdigen wissen. Bucher- abonnements, die dem Beschenkten die Auswahl gestatten, der fortlaufende Bezug einer teueren Zeitschrift wissenschaftlicher, künstlerischer und unterhaltender Art, all das sind Dinge, die unterm Wechnachts- baunt mit Freude begrüßt werden. Wieder anderen macht man mit einer seltenen Pflanze, einem Mineral größeres Vergnügen wie mit den kostbarsten Alltäglichkeiten. Ich kannte eine junge Dame, die alljährlich /Weihnachten einige stachlige Kaktuspflanzen bekam. Nicht mein ©e- fchmack werden viele sagen. Zugegeben! Aber wenn ich dann sah, wie das junge Mädel die Pflanzen Jahre hindurch gehegt und gepflegt hat wie sie wuchsen und gediehen und in stolzer Schönheit prangten, als andere nicht weniger kostbare Weihnachtsgeschenke längst vergessen waren, bann muß ich mir doch sagen, daß der Spender der Kakteen mit seinem Geschenk das Richtige getroffen hatte. So gibt es noch vielerlei, das man getrost zu Weihnachten schenken könnte, wenn man ein wenig nachden- ten wollte. Kleine Wochenendfahrten, für die man neuerdings Gutscheine ausgibt, eine hübsche Sommerreise für I den größeren Geldbeutel, Gutscheine für eine Reise mit dem Flugzeug, all das sind Weihnachtsgeschenke, die sicher nicht doppell und dreifach gegeben werden und ine doch Freude machen, wenn sie zum Charakter und zu den Interessen des Beschenkten einigermaßen passen. Also ge- I dankeittos darf man nicht schenken, das überläßt man denjenigen, die im Geschenk ein „Muß" sehen. Und ist jebes Geschenk, auch bas kleinste, Herzenssache . . .!
mit Anfang des 4. Monats ®emu{e{aft ober Obst- saft unb im Alter von 5 Monaten ©emu(e bem Säugling verabreichen. Zweitens dürfen nicht mehr die großen Milchmengen gegeben werben, bie früher üblich waren; man kommt bei unnatürlicher Ernährung unter Zugabe geeigneter Beikost mit 500—600 ccm Kuhmilch E^uch im Kleinkinbesalter ist bie reichliche Milchzufuhr eine ber Ursachen für bas Auftreten blasser Farbe Von der irrigen Auffassung ausgehend, Milch sei da- beste für bas Kinb, werden den Kindern noch sehr große Milchmengen verabreicht, sodaß sie dadurch bereits gesättigt, wenig Gemüse und Obst zu sich nehmen Hier genügen die Einschränkung ber Milchmenge auf 1 brs höchstens 2 Becher am Tage und die Darreichung gemischter Ko unter Bevorzugung von Gemüse und Obst, um bws blaff Farbe nach kurzer Zeit zum Verschwinden zu bringen. Schwieriger ist es bei einer zweiten Gruppe. Hier handelt es sich um taufaule ober appetitlose Kmder bie keine festen Speisen essen wollen und daher nut Milch und Milchbreien noch weiter ernährt werden. Die oft sehr schwierig; Behandlung dieser Kinder muh natürlich ganz andere Wege einschlagen.
Aber schon im Kleinkinbesalter unb noch mehr im Schulalter ist für das Auftreten blasser Farbe etwas anderes von ausschlaggebender Bedeutung. Echte Blutarmut findet man in diesem Atter, wie schon oben erwähnt, sehr fetten. Nun ist für die Hautfärbung nicht nur die Zahl der roten Blutkörperchen und die Menge des Blutfarbstoffes von Bedeutung, sondern die Starke der Durch- dlutung der Haut. Diese ist abhängig von der Weite ober Enge ber Blutgefäße. Bei sehr vielen K.nbern
I wirb durch einen Mangel an frischer Lust die Durchhin- I tung der Haut ungünstig beeinflußt. Hierher gehören die
| Stubenhocker, die im Moment, wo es gelingt, sie zum Spielen im Freien zu bringen, ihre blasse Farbe verlie-
I ten Bei einer anderen Gruppe werden durch seetzsch- nervöse Momente die Gesäße in krankhafter Weise verengt und dadurch kommt es zu einem blassen Aussehen.
| Bei diesen Kindern beobachten wir, daß sie nur während der Schulzeit blaß sind, während sie in den Ferien, ganz gleichgültig ob Winter oder Sommer, aufblühen. Man hat diese Erscheinung fälschlicherweise ber Ueberbürbung
| durch bie Schule zugeschoben. Allerdings leben solche | Kinder unter einem gewissen Druck, aber dieser wird nur selten durch die Menge der Schularbeiten hervorgerufen,
| er beruht vielmehr auf der Ang st des Kindes vor der I Schule. Die Angst vor der Schule kommt schon beim Kleinkinde dadurch zustande, daß ihm aus Erziehungs-
| gründen mit ber Schule gedroht wird. „Komm du erst mal in bie Schule!" In anberen Fällen ist es ber Ehrgeiz ber Ettern, ber den Kindern Angst vor ber Schule wacht. Bei jebem schlechten Zeugnis werben bie Kinber gescholten unb ihnen als leuchtendes Beispiel die angeblich glänzenden Zeugnisie der Ettern vorgehalten. Dadurch wirb bas Kinb entmutigt. Diese brei Punkte: Angst, Sorge unb Entmutigung wirken auf bas kindliche Gemüt
| in bem Sinne ein, baß bas Wohlgefühl des Kindes stark herab gemindert wird. Das Kind befindet sich dauernd in einem Zustand des Gescholtenfeins und der Derängsti- gung. Liegt nun die geschilderte Beeinflußbarkeit des
I Gefäßsystems vor, so werden sich bei diesen Kindern die Hautgefäße viel stärker zusammenziehen als es normal ist, und das Kinb wird blaß. Selbstverständttch können
I auch zu strenge Lehrer verängstigend auf das Kind ein- wirken und dadurch denEinfluß der übrigen schädigenden Momente verschärfen. In all diesen Fällen kann eine »er- ständige Erziehung durch Ermutigung des Kindes das Blaßwerden verhüten. In anderen Fällen handelt es sich
I um leicht ermüdbare Kinder, um Kinder, die morgens I stets gut und frisch aussehen, bann im Saufe bes Tages nbfallen, Ringe unter ben Augen bekommen unb blaß werben. Auch gibt es Kinder, die in den Jahren des stärkeren Wachstums blaß werden, fodaß man direkt von einer Wachstumsblässe spricht.
Merkwürdigerweise werden vielfach in diesen Fällen von den Eltern die Würmer als Ursache der Blässe beschuldigt. Doch spielt die Wurmkrankheit hierbei die ge- ringfte Rolle. Dagegen gibt es eine Reihe von versteckten Krankheiten, bie ein blasses Aussehen des Kindes Hervorrufen. Daher müssen Arzt, Haus und Schule verstän- • big Zusammenarbeiten, damit den blassen Kindern wirk- , lid) geholfen wird.
Die Frau als Erzieherin.
. f Unberechtigte Vorwürfe. Wer seine Kinder auf eine , höhere Schule schickt, muß auch willig die Kosten tragen. • Schon als Schuljunge war ich Zeuge, wie Eltern ihre . Kinder immer wieder anfuhren: „Schon wieder ein I j Buch! Nein, das ist nicht gut zu machen!" Und so ging
fort eine halbe Stunde lang. Dabei waren sie es doch J.i.L hie ihre sehr begabten Kinder auf ine höhere Scku schickten Manchem Schüler ist so die Lust am Lernen vergangen; andere tauschten und schacherten, um sich ein par Pfennige zu verschaffen. Aus jeben Fall waren die Vorwürfe unberechtigt und konnten mch.s nützen- sehr oft aber schabeten sie. Wer meint, bie Bucher nicht beschaffen zu können, sollte sich an die Lehrer wenden und fragen, ob sich bie Anschaffung nicht mitunter oermeiben läßt.
Die Geschichte des Marzipans.
Don Magba T r o t t - Misbroy
Woher stammt eigentlich bas Marzipan? Die w> nigften wissen es, sie schmunzeln wohl beim Genuß du ses köstlichen Gebäckes, machen sich aber feine ©edan ken, wer ber Erfinder war. Ganz klar ift schichte über diesen Mann nun auch nicht. Es helft daß ein frommer italienischer Klosterbruder, der sich viel mit Bäckerei beschäftigte, das Marzipan erfand uni baß es von Italien her seinen Slegeszug durch dir ganze Welt angetreten habe. Eine andere Legende be richtet, daß nicht das Kloster in einem ab [eds gelegener Apeninnental, sondern die schöne Lagunenstadt Venedig die Wiege dieser Leckerei ist. Dort war es angeblich ein Zuckerbäcker, ber als erster bas Marzipan bereitete und ihm ben Namen „marci panis", b. h. Markusbrot gab. Er wollte badurch ben hl. Markus, ben Schutzpatron von Venebig, ehren.
Ganz besonbers war es Frankreich, das das Mcuzi- pan mit offenen Armen aufnahm. Schon im 18. Jahrhundert wurde dort keine Verlobung geschlossen, bet ber nicht ber Bräutigam seiner Liebsten einen Kasten mit diesem feinen Naschwerk schenkte. Je nach der Vermögenslage des Eheschliehers mußte dieser Kasten einfacher ober reicher ausgestattet werben. Die Sitte soll sich in mehreren Provinzen bis auf ben heutigen Tag- I erhalten haben. .
Aber auch unter ben Männern mit großem Namen fand das Marzipan seine Freunde. Ms nämlich Feldherr Tilly ber Stabt Leipzig seine Abgaben diktierte, forderte er u. a. eine beträchtliche Menge Marzipan. Da sein Kriegslagen nach kurzer Zeit sehr plötzlich abgebrochen wurde, fand man unter ben zurvckgelassenen Sachen im Zett bes großen Feldherrn noch beträchtliche Mengen Marzipan. Bis auf den heutigen Tag kann man in alten Archiven Spottgedichte und Karikaturen über Tilly und seine süße Liebhaberei finden.
I Auch eine englische Königin zählte zu den Marzi- I pananhängern. Elisabeth von England war es, die bei einem Besuch der Stadt Cambridge von der Universität eine prachtvolle Schale überreicht bekam, die mit köstlichem Marzipangebäck gefüllt war. Man hatte Nachfrage gehalten, mit was die hohe Frau wohl am meisten zu erfreuen sei und die Antwort daraus bekommen, daß sie in Marzipan bas Schönste für den Gaumen er
I blicke.
Ostpreußen war es, als das Land im 14. Jam hundert durch überreiche Ernten zu großem Wohlsta I gekommen war, das förmlich in Marzipan schwel' Den Kindern wollte das gewöhnliche Brot nicht m - schmecken, so bucken denn bie Mütter aus Mandeln u
I Zucker prachtvolle Brote, die von Groß und Kleii täglich als Naschwerk in Mengen gegessen wurden.
Heute sind es die Städte Königsberg, Lübeck uni Leipzig, die neben Danzig den Ruf Haden, das heft' Marzipan herzustellen. Auf welcher Höhe die Mar zipanbäckerei heutigentags angelangt ist, wirb das nah« Weihnachtsfest wiederum beweisen.
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