Fuldaer Zeitung
Rund um die Woche
Erster Adventssonntag.
Karlstraße 1/3.
Fernruf 263, 264, 265
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(Fortsetzung folgt)
Volksvereins - Versammlungen
finden am Sonntag statt:
Hunseld 15.30 Uhr: Dr. Austermann, Neuhof 19.30 Uhr: Abg. Fink, Mittelkaibach, Studienrat Pfeifer, Mieden, Abg. Fink Hünhan 16 Uhr: Dr. Schroter, Burghaun 20 Uhr: Dr. Schroter, Großenbach 16 Uhr: Abg. ^hmitt, Mackenzell 20 Uhr: Abg. Schmitt, Oberufhausen 15 Uhr: Dr. Thole, Großentaft 20 Uhr: Dr. Thole.
Großmama Gesellschaft zu leisten. Aber sie ist inzwischen zwanzig geworden und so schön —"
„Aber das kann der Bruno doch gar nicht wissen! Der arme Junge ist doch blind!"
„Haha, seit wann denn? Als er vor drei Jahren zum letzten Male in Urlaub war, da trug er wohl schon die große Brille, ohne die man sich unseren Bruno gar nicht vorstellen konnte. Aber da sah er doch noch ganz gut. Und Hete war damals immerhin schon im siebzehnten, und wenn sie inzwischen auch noch viel hübscher geworden ist, so sah sie auch damals schon reizend aus, daß sich ein lebensfrischer Mensch, wie unser Herr Bruno, in sie ver- schauen konnte. Seit er als Kriegsblinder nach Hause ge- kommen ist, treffen sie Tag für Tag bei Ihnen zusammen. So engelsgut ist sie zu ihm! Wäre es da ein Wunder, wenn der arme einsame Mensch die Zähne zusammenbeißen muß, damit er Wünsche nicht laut werden läßt, die ihm unwillkürlich kommen müssen?"
Frau von Termöllen ließ das Haupt mit der schneeweißen Haarkrone tief sinken. An diese Möglichkeit hatte sie bisher wirklich nicht im entferntesten gedacht. Aber dann wären ja die Stunden bei ihr dem armen Bruno eine fortgesetzte Qual! Denn Hete ging so unbefangen harmlos mit ihm um, als wäre er ein lieber Bruder. Sie gab ihm das Geleite zu feinem Zimmer, obgleich er den Weg ganz genau kannte, strich ihm mit ihren schmalen Händen — dem einzigen Erbteil ihrer mütterlichen Fa- milie, der Freiherrn von Boyen — über seinen blonden Haarschopf und lachte und scherzte mit ihm, um die leise Melancholie von ihm zu scheuchen, die seit seinem Unglück über ihn gebreitet war. Das harmlose Mädchen dachte ge- wiß nicht im entferntesten daran, daß Bruno in ihr etwas anderes sehen könnte als eine liebe Frundin und Schwester. Und wie hätte es Bruno Brackenberg auch wagen dürfen, sie zu begehren, da er doch blind war und fein Leben lang blind fein würde! Mochte er auch zehnmal Teilhaber der großen Unionwerke fein; diesen körperlichen Mangel glich er mit allen Schätzen der Welt nicht aus.
Die alte Dame verlor sich immer mehr in ihre Gedanken. Bruno und Hete trafen jeden Tag bei ihr zusammen. War das nicht ganz dazu angetan, das Feuer in Bruno« Herzen noch mehr zu schüren? Er hatte doch fo- unendlich viel Zeit, an Hete zu denken und seine lebhafte Phantasie würde an ihrem Bilde unausgesetzt malen.
Frau Alwine von Termöllen richtete ihren zufammen- gefuntenen Körper in dem bequemen Rollstuhl ein wenig auf und schaute mit freundlichem Lächeln, das ihr rundliches Greisinnengesicht wundersam verschönte, der alten treuen Dienerin Rieke entgegen. Diese bewegte mit einer ganz erstaunlichen Gewandtheit ihren schweren Körper durch das große Gemach, rückte zwei Polstersesiel und ein Tischchen an den Rollstuhl der allen Dame und meinte lächelnd: „Run wird es ja wohl nicht mehr lange dauern, daß unser Sonnenschein, unsere kleine Hete, ankommt. Denn pünktlich ist sie, bas muß man ihr lassen."
Frau Termöllen schaute zu der Pendule aus Goldbronze hin, die auf der altmodischen Vitrine stand: „Ein bißchen muß ich mich schon noch gedulden. Vor drei Uhr kommen Hete und Bruno nicht. Die beiden glauben ja, eine alte Frau wie ich müßte nach Tisch ein wenig ruhen. Und ich laste sie in dem Glauben, denn ich bin ihnen schon so dankbar, daß sie mir jeden Tag bei Sonnenschein und Regen, einige Stunden Gesellschaft leisten. Wie könnte ich sonst meine Einsamkeit ertragen!"
„Nun, nun, für Herrn Bruno bedeutet es wirklich kein so großes Opfer, wenn er auch täglich zu Ihnen kommt. Er ist ja noch viel einsamer als Sie, gnädige Frau. Mich tut er allemal herzlich erbarmen. Ach, es ist doch ein Jammer, so ein junger, feiner Mensch ist blind! Und wie geduldig er fein Schicksal trägt! Er läßt nicht das mindeste anmerken, daß er die Hete von Herzen lieb hat und doch stumm fein muß wie ein Fisch —"
„Was sagst du da, Rieke? Bruno hätte unseren Sonnenschein, unsere Hete, lieb? Davon habe ich ja bisher nicht das mindeste gemerkt!" unterbrach Frau Termöllen ihre treue Rieke, und heiße Angst flammte in ihren Augen auf.
Die alte Dienerin lachte breit und behäbig: „Das kann ich mir schon denken, daß Sie es bisher nicht gemerkt haben. Se sehen ja unsere Hete immer noch als das kleine Kind an, das Tag für Tag zu Ihnen kommt, um der
I des Stabes die unvermeidliche Aktenmappe 'N der Hand, das Wandern und Reifen ist schön. Me • WE fff größer als dein Dorf und deine Stobt. ! Ueberall gibt es gute und aufrechte Menschen.
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r. Blatt.
Druck der Fuldaer Actiendruckerei, Fulda
Meine Schutzmarke Ä
verbürgt
M 273.
Sonntag, 27. Nonem»« 1927.
umkehrt.
O, das werde ich nicht erleben! Doch^ dos wirst du erleben! Als Auferstandener. Dann aber wnd das bei dir sein, bei dem du auf ffr=
Rieke hatte ganz recht: er kannte sie, hatte sie gesehen, als sie in der ersten Entwicklung ihrer bezaubernden Schönheit stand. Ihre süße Stimme mußte sich immer mehr in sein Herz schmeicheln. Die Dankbarkeit, daß sie so bereit- willig zu seiner geistigen Anregung beitrug, würde ein übriges tun, das Feuer der Liebe immer mehr zu entfachen, bis ein Brand daraus werde, den keiner, Bruno am wenigsten, zu löschen vermochte. Gewiß, er war ein charaktervoller Mensch. Und das furchtbare Erleben dreier letzten Jahre hatte ihn doch ernster und reifer ge- macht. Aber er war und blieb ein junger, sehnsuchtsvoller Mensch, der in stummer Qual sich nach diesem lieb- reizenden Mädchen verzehren würde, bis eines Tages die Staudämme rissen, die seines Herzens gewaltige Flut bisher zurückhielten. Und dann? Ja, dann würde auch die arme Hete in den härtesten Kampf hineingestoßen werden, den es für ein Mädchen von ihrer Gemütsart gab. Immer wieder würde sie sich fragen, ob sie es verantworten könnte. Bruno, den das Schicksal so furchtbar hart getroffen, dem es bas schönste genommen, was ein Mensch besitzt: das Licht der Augen, durch ihre Abweisung in noch tieferes Leid zu stoßen, ihm den letzten Trost zu rauben, den er hier auf Erden besaß: ihre Siebe! Und was würde das Ende vom Liede fein? Aus Pflichtgefühl, aus tiefstem fraulichen Mitleid reichte sie einem blinden Manne die Hand zum Lebensbunde! Konnte daraus für beide Teile ein dauerndes Glück fließen?
Aber war es nicht töricht, sich solchen Gedanken hinzugeben? Kam nicht letzten Endes doch alles fo, wie es kommen mußte? Und wenn sie auch Hete, die doch gar nicht ihres Blutes war, noch fo sehr liebte, wenn sie jetzt, wo sie durch Rieke aufmerksam gemacht worden war, die Augen offenhalten wollte, um wenigstens abzuwehren, fo war sie doch machtlos, sie durste vor allem nicht warnen, wollte sie nicht herbeiführen, was sie fo gerne verhindert hätte.
Die alte Rieke hantierte noch immer geräuschlos im Zimmer, strich mit dem weißen Tuch über die blanken Mahagonimöbel, auf denen doch kein Stäubchen war und fchaute bann ihre Herrin erwartungslos an. Frau von Termöllen nickte ihr freunblich zu und meinte: „Es ist gut, Rieke, du kannst jetzt gehen. Ich sonne mich inzwi- scheu in der Vorfreude aus die schönen Stunden, die
mir bald beschieden sein werden. Roch ein Diertelstünd» chen, dann kommt Hete!"
Rieke machte ein ziemlich enttäuschtes Gesicht. Mehr wußte die Herrin auf ihre bedenkliche Neuigkeit nicht zu sagen? Sie glaubte am Ende nicht einmal daran! Bis es zu spät war. Nun, die Frau mußte es ja schließlich selbst wissen, was sie zu tun hatte. Nur durste sie ihr nachher keine Vorwürfe machen!
Rieke schlug die Vorhänge zu dem runden Turmerker zurück. Die gemalten Fenster dämpften das grelle Licht des Sommernachmittags. Dafür wurden die anderen Vor- hänge Heruntergelaffen, als könnte man auf diese Weise die blinden Augen Brunos schonen, denen doch kein Licht mehr etwas anzuhaben vermochte. Schließlich öffnete Rieke noch die Flügeltüren zum benachbarten Zimmer, in dem ein herrlicher Stutzflügel stand. Dann verschwand sie schweigend.
Mit leise surrenden Schlägen gab die Pendule die Zeit an. Frau von Termöllen hatte ihre Handarbeit nicht wieder ausgenommen. Sie stützte das Haupt in die Rechte, die durch die Gicht verunstaltet war, und immer wieder mußte sie daran denken, wie es doch kam, daß sie gerade Hete so lieb hatte. Ein tiefer Seufzer entrang sich ihrer Brust. Das Schicksal hatte sie wahrlich nicht zart ange- faßt. Ihr Gedanke kannte nur einen Gedanken, die Entwicklung der Westfaliawerke. Darum hatte er auch so spät geheiratet, und als der einzige Sohn kaum den Kinderschuhen entwachsen war, da legte er sich hin und starb. Ja, damals war es wohl ein Glück, daß das Schick- sal der Firma nicht allein auf ihrem Sohne beruhte, daß sie in dem Teilhaber, Herrn Brackenberg, einen verantwortungsbewußten Leiter besaß, der mit gleicher Tatkraft das Werk des Verstorbenen fortsetzte, bis ihr Sohn selbst die Zügel ergreifen konnte. Auch er war von der zähen Natur der Termöllens, liebte fern Werk mit allen Fasern seines goldtreuen Herzens und meinte lachend, eine andere Neigung hätte in seinem Herzen keinen Raum. Bis er schließlich doch heiratete und ein Jahr reinsten Glückes erlebte. Und am Ende desselben, als ihm just der Erbeb geboren worben war, verunglückte er in seinem Eisenwerk, als er einen gefährdeten Gießmeister hatte retten wollen. •
Qualität und Preiswrüdiskeit.
Joseph Schmitt, Fulda,
Weingroßhandlung.
Je mehr man mit den Bewohnern vertraut 1 wird, umsomehr ist man ergriffen von ihrer Not und von ihrer Treue. Wir wissen, was Inflation ist. Das Saargebiet hat die Sache zweimal durchmachen müssen. Seine Wirtschaft steht heute auf dem schwankenden Fundamente des noch immer nicht stabilisierten französischen Franken. Sie ist auf ihrem an sich schon engen Raum noch einmal eingeengt durch drückende Zölle. Im Wirtschaftsleben, im Gerichtswesen, in der Verwaltung, ja die allen Gebieten gibt es dort Wirrnis und Kampf, worüber sich unsere Vertreter jetzt in Paris recht ausgiebig verbretten sollten. Daß irgendeine Gemütlichkeit des Lebens unter fremder Be- setzung nicht aufkommen kann, ist für alle, die etwa die Besetzung der Ruhr mitgemacht haben, selbstverständlich. Dagegen kommt selbst das beste Tröpf- lein des köstlichen Saarweins nicht an. Worüber man sich nur wundert, ist immerfort die Psychologie der Franzosen, die auf solche Weise in allem Ernst für sich Stimmung zu machen suchen. Sre mögen sich beruhigen. Niemals vielleicht hat das
„Die tapferen Kommunisten."
Unter diesem Titel verulkt der „Vorwärts" die Taktik der Kommunisten im Reichstag. Wir lesen da:
..Bei der Beratung des beutsch-französifchen Handelsvertrages am Dienstag dieser Woche drehte der Kommunist Hörnle im Reichstag die alte verrostete Leier gegen die Sozialdemokratie, Me treu ihrer jahrzehntelangen Tradition einem Handelsvertrag zustimmt, der, mag er auch ungenügend sein, doch den Handelsverkehr zwischen den beiden Ländern erleichtert — auch im Interesse der Arbeiter. Herr Hörnle trompetete los:
„Der Vertrag ist ein ausgesprochener Vertrag des großen Trustkapitals. Die Handelspolitik der Trusts und Kartelle bedeutet nicht Befriedigung der Weltwirtschaft, sondern steigenden Wirtschaftskrieg. Die Leidtragenden der Handelspolttik der Trusts und Kartelle sind die Kleinbauern und Arbeiter. Trotz der steigenden Belastung der roerttätigen Schichten durch die Handelspolitik des Großkapitals stimmt die S. P. D. dieser Handelspolitik zu. Die S. P D. will Zollabbau Arm in Arm mit den Hochschutz- zöllnern."
Man hätte nach dieser vernichtenden Anklage anneh- <hen müssen, die Kommunisten würden dieses Scheusal des Trustkapitals in die Wolfsschlucht werfen. Aber weit aefehlt. als der Präsident bei der Abstimmung auf- forberte, die Gegner des Handelsvertrages mögen sich von den Plätzen erheben, biteben die tapferen Kommunisten sitzen, enthielten sich der Stimme und ließen so dem furchtbaren Unheil freien Lauf!
Sie hatten wieder einmal nur ein Skandalftiick gegen bte Sozialdemokraten aufführen wollen, aber vor den Konsequenzen ihres lächerlichen Treibens fiel ihnen das Herz in die Hosen".
Das ist alles sehr niedlich zu lesen und trifft auch durchaus den Kern der Sache. Indessen ist das Spiegelbild, das hier die Sozialdemokraten von den Kommunisten entwerfen, gleichzeitig die ulkigste Kritik ihrer selbst, denn zwischen den Worten und den Taten der Sozialdemokraten, namentlich seitdem sie in der Opposition find, besteht ebenfalls recht oft ein klarer Unterschied. Und wenn wir die- fer Tage an derselben Stelle des „Vorwärts" (anläßlich der Besprechung der Danziger Wahlen, „Vorwärts" vom 20. November 1927) haben lesen müssen, daß es etwas anderes ist. ob die Sozialdemokraten in der Wahlpropaganda etwas
Die gut eingerichtete Küche gehört zum heimlichen Heim Vollständige Küchenausstattungen hauswirtschaftliche Maschinen, Nickel-, Tafel- un^ Kochgeschirre, Bestecke, Messingwaren, Hur- und Wandgarderoben.
C. A. Arnd G. in. b. n. Fulda.
Das Haus Termöllen.
Roman von Emil Frank.
Eopyrighi by Alfted Bechtold, Braunschweig.
H --------- (Nachdr. Derb.)
^versprechen und etwas anderes, ob sie es bei | mögen sich beruhigen. Niemals vielleicht hat das Regierungsbeteiligung halten können, so ist I Saargebiet, Klerus und Volk, so deutsch gesuhlt 8 genau dasselbe. I wie heute. Eine ganz neue Liebe zur Henna, st.
das gute Unionbräu
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Kein Haus und kein Hof wird mehr etwas wert fein, keine Mannesmannaktien, keine „Silber"- und , ™ kl_ , „
Kupfer" und keine „Vereinigte Stahl" und wie 1 Wanderer, kommst du nach Mettlach . . . Was bas alles heißt, worum die Menschen sich reißen I ist Mettlach? Wie so viele deutsche Städte, ist es und wovon sie nie genug bekommen können. Und I eine alte Benediktinerabtei. 2hren Ursprung hat wärst du dann der Petrol-, der Diamant- oder der die Sage mit wundervollem Rankwerk umspon- Automobilkönig selber, die Dinge kauft dir an nen. Sagenhaft schön ist aber auch das, was dis dem Tage kein Mensch ab. Du darfst sie herschen- Geschichte uns mit Sicherheit erzählt: Daß da am
ken und es reicht nicht mal einer die Hand danach. I Hofe des fränkischen Königs Chlldebert n . Lut«
Das wird der Tag der großen Revolution fein, I minus lebte. Daß ferner dieser Lutwmus aus alt- der wahren und wirklichen Revolution, die alles | adeligem Geschlechte war, daß er durch seine gro-
I ßen Fähigkeiten und Erfolge hoch in des Herr-
- s I schers Gunst stieg und daß ihm zur Seite ein herr-
Dann I liches Ehegespons blühte. Ihm aber genügte das alles nicht, da er nach des allerhöchsten Herrn den warst. Hattest du deine Seele dann dem I Dienst trachtete. So zog er zum Leidwesen Childe- Mammon geschenkt, so wird der Mammon bei dir I berts nach dem Tode seiner Gemahlin m das stnle
sein, aber nicht zu deiner Freude. Warst du mit I Mettlacher Tal und baute dort Koster und Kirche,
deiner Seele der Armut verlobt, so wird die Ar- » andächtigem Staunen vertiefst du dich iin das mut bei dir sein, aber nicht zu deinem Leide. [ Büchlein, das Carl Conrath bem Orte Mettlast)
Sieh, der Stern von Bethlehem grüßt herüber. I gewrdemt hat. (vaardrucker Druckerei.)
freundlich und mahnend. Noch kommt der Herr | Was fonn'ge Kindheit tief ins Herz mir schrieb, als Erlöser; einmal wird er als Richter kommen. | gür immer bleibts: Die Heimat, meine Lieb'!
Heute ist Mettlach kein Ort des Friedens. Hast du dich nichtsahnend im Zuge von Trier nach Saarbrücken zu einem Nickerchen entschlossen, so fliegt auf einmal die Waggontüre auf, und eine Kommandostimme: „Alles aussteigen!" weckt dich aus deinen Träumen. Auf einmal gewahrst du mitten im deutschen Land den fremden Soldaten. Wie, an einer Grenze wirst du vor Zollschranken getrieben. Die beamtliche Neugier des Zollwäch- ters oder der Zollwächterin befaßt sich mit den geringfügigsten Intimitäten deiner Reisetasche. Auf das braune Leder der Koffer setzt man Kreidekreuzchen, schaut noch in deinen Paß und dann darfst du zu deinem Nickerchen zurückkehren. Alles noch wie im Kriege, heute noch, fast zehn Jahre nach Versailles. Natürlich packt jeden Deutschen, der durch solch Kaudinisches Joch gehen muß, auch wenn er der friedlichste Bürger ist, zu> nächst eine Wut. Man möchte die Wacht am Rhein nur so hinausschmettern. Man erinnert sich an Schillers Verse von Wilhelm Teil und dem Geß- lerhut. Dann wieder hält man heimlich Zwiesprache mit dem Geist von Locarno. . . Und weiter rollt der Zug hinein in das herrliche deutsche Saargebiet.
„Himmel und Erde werden vergehen." Ev. ueoeruu «>v> «.» ------
Jawohl aus und vorbei. In einem Augenblick. Mettlach. - Versailles und Locarno. - Unsere Landsleute an der Saar. - MH« Sladkmusikanten. _ mit ^r At^t zu Tff^ nwrgen mtt ..... Lin Schlachtfest. - Vagabundentum. - Das deutsche Saargebiet. ME erwacht, und alle schwören zu ihr rote jener eine, I . fe'ine lustige, jeder seine traurige Geschichte, der singt: unb kein Dichter webt ein Gewebe wie es bas
Guffptcltcn. (Fs id . off, lmit I Freiheit riebe und über andere, einer fort-
sie verstanden ihr Handwerk- Als^e gelade I 3 Nation eigentlich unwürdigen Dinge,
pausbackiger Inbrunst das Lied spielten. „strömt geichrnrenen ^ar h Saarland
LLWL-WxZ ZWM--L-S-- RL",7L'V'L"- N-r- -s 'L LuÄ.flklW und komm.
sie dann noch eine zweite Strophe tjinjufugtcn,
so daß es widerklang von den Hausern des Mark- I tzeM Reichstag.
les und des nahen Domes und alles bis zu den I ,
herbstlichen Weinbergen hin rote eine einzige I Bor Eintritt in die Tagesordtmng am Frettch Hmnne an den deutschen Rhein war. Em gebil- I Härten die Kommunisten die nachträgliche Ableh» deter Mann hat selbstverständlich keinen Geschmack nung des deutsch-französischen Handelsvertra^L an solcher Blechmusik, und er ärgert sich am Ende I $ie Reichshaushaltsrechnung 1926 wird dem Ge foaar roenn ber dicke Pfälzer da nach schivung- I schäftsordnungsausschuß überwiesen. Reichsarbetts. Sem Stücke die Tröte herumdreht und die Spucke Stifte, Dr. Brauns führte aus daß der Entwurf geschäftssicher abfließen läßt. Aber ich bin m der I her Krankenfürsorgevorlage ber Seeleute gletchzei Unsicht noch heute veranlagt wie ein Gassenbube, tig eine geschlossene Berufsversicherung sei. Die einer von ^nen, die da unten stehen und bewun- Sozialdemokraten treten für «ne Abschaffung der beruh zuschauen, alles andächtig hinnehmend, bte beute noch bestebenden Seemannsordnung Äs ber Musik unb die Spucke ... heutigen Zeit unwürdig ein. Die Vorlage oer
■asm? äw Rs WWKL K-ZW Wirt „Zum goldenen Löwen" zusammenfand. | rauf auf Donnerstag, Gerade wollte ich beginnen, etwas von Marr und Stresemann zu erzählen, von ihrer Reise nach Wien und München, von den tausend Fragen^ die sich daran knüpfen, als es mir eine ferne Witterung der Zungennerven verriet, daß bet diesem Wirt Schlachtfest war. Da gab es denn sogleich Aufträge ohne Zahl. Die Kellner stürzten her unb hin. Die vornehmsten Damen unb sogar der Herr Bürgermeister schämten sich nicht, vor einem lieben Tellerchen zu sitzen, auf dem etn weißes Würstchen neben einem schwarzen lag, und es war ein herrliches Kauen und Schmatzen, leise unb verstohlen, aber doch hörbar. Was waren uns m diesem Augenblick Marx unb Stresemann was
Völkerbund und Franzosen, was alle Erdbeben I tr)|e Wtrö ÖGS Wettet?
Dd im Kruge nicht abnahm. Denn unmöglich DeutschlattdRe^nfall^ verarsEe, ^sichg über konnte bas alles, roas in dem Raum kmdersettg I e lUnter ftinem Einfluß ist auch bei uns, abge- verzehrt wurde, von ernem einzigen Tiere sÄn. I Nebelbildung, mit heiterer Witterung zu
Das aber blieb das Geheimnis des Wirtes. Solch I red)nen Die Tagestemperaturen steigen zunächst noch ein Schlachtfest hat wirklich in diesen Tagen unb ^boch gehen infolge Ausstrahlung .die nächtlichen in einem zermarterten Volke eine wahrhaftig po- I Temperaturen wieder stärker zuruck. Bei 3slano ist em litische Bedeutung. Man fühlt sich doch einmal neuer kräftiger Tiefdruckwirbel erschienen , dessen Em- wohl Man ist doch für ein Stündchen einmal sluß auf unsere Wittes wahrscheinlich "st spater SSSSSs -
mären da nicht Appetite, rote ber bes unersättlichen 1 .
Mussolini ober einer gewissen Art von Kapitalis- I MM WS M StMllWkS MM
mus, wie leicht wäre alles in Ordnung gebracht I Sterbefälle vom 18. Nav. bis 25. Nov. 1927.
Wie habe ich die lieben Bruder an der Saar Anna Förster Freiensteinau, 1 I, 3 M, 11 T. » liebgewonnen! Wie schon ist dieses Land mit sei- Steinrichter Karl Zink, Silges, 25 I, 14 T. 20. Ehe. nen Bergen unb Tälern, seinen Flüssen und sei- I . u gRaria Katharina Henning, geb. Bähr, 21 1,11 M, nen Städtlein, seinen Hüttenwerken unb ber Reg- I | $ 21 Hüttner Witwer August Fritz, Molzbach, 75 I. samkeit seiner Bewohner. Und wieder freue ch I g M, 4 T. 21. Landwirt Joseph Dietrich, Lehnerz, mich meines Vagabundentums, das überall zu 46 I, 19 T. 21. Maria Anna Tilly Kohler 2 I, 6 M, Hause ist. Ist auch statt des Sträußchens am I 11 T. 24. Privatmann Witwer Karl Schlehuber, 72 I, ^ute nur ein Loch daran, unb trage ich auch statt I 3 M, 13 T.