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Anzeiger für die Skadk Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblaik

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Samstag, 26. November 1927.

Nr. 272

Postscheckkonto Frankfurt a. M. Nr 4051

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Lloyd George als Kriegsgegner.

Unabhängig von den wirtschaftlichen Derhand- Amgen mit Polen haben in Berlin in den letz­ten Tagen zwischen deutschen und polnischen Regie­rungsvertretern Beratungen über die Regelung der'Fisch er ei Verhältnisse in den Grenz­wasserläufen und Erenzgewässern stattgefunden. Sie sind auf kurze Zeit unterbrochen worden, um den beiden Regierungen Gelegenheit zu geben, zu den Vorbehalten Stellungz unehmen, die von bei­den Vorbehalten Stellung zunehmen, die von bel- Dertragsentwurf gemacht worden sind.

Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen: „Die Welt im Bild" und „Buchenblätter". Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernsprecher Nr. 9.

Monatlicher Bezugspreis 1,80 Mk. :•:

Bei der Einbringung seines Antrages zur Ab­rüstungsfrage erklärte der englische Arbeiterführer Macdonald im Unterhaus, die einzige Aussicht auf eine Uebereinkunft bestehe darin, daß England und Amerika jeden Schritt tun, um die Gefahr eines Krieges zu vermeiden. Der englische Außenmini­ster Chamberlain wies die Behauptung zuruck, daß auf der Marineabrüstungskonferenz die bri­tische Delegation einen militärischen Charak­ter gehabt habe. Zwei dem Kabinett angehörige Minister seien Mitglieder der Delegation gewesen. Die Konferenz sei von den Vereinigten Staaten einberufen worden und weil die britische Regie­rung die Einladung nicht habe ablehnen wollen, sei die Konferenz nicht diplomatisch vorbereitet worden. Der Verlauf der Konferenz sei eine Lehre dafür gewesen, daß nur aufgrund sorgfälti­ger Vorbereitung und indem man sich die nötige Zeit gönne, eine Konferenz, sogar auch eine Konferenz des Völkerbundes zu einem glücklichen Resultat kommen könne.

Im weiteren Verlauf seiner Rede ematrre Chamberlain, er müsse es ablehnen, eine Definition des Angriffskrieges zu geben, weil eine solche De­finition nur eine Falle für die Unfchul d i- gen und eine Warnungstafel für die Schuldigen darftelle. Ueberbies werde es dem Völkerbund keine Schwierigkeiten bereiten, in einem Streit den Angreifer zu bezeichnen. Chamkwrlain behandelte nach einem Hinweis auf die die Kriege beschränkende Funktion des Völkerbundes die Gründe, die die britische Regierung verhinderten, die Unterzeichnung der Fakultativklausel diesmal anzuempfehlen. Dabei betonte Chamberlain, diese augenblickliche Haltung der britischen Regierung müsse nicht notwendigerweise eine Stellungnahme Englands für alle Zeiten sein. Die vorläufige ab- lehnende Haltung in dieser Frage wurde auf der britischen Reichskonferenz beschlossen, weil man der Ansicht war, daß es verfrüht sein würde, heute der Fakultativklausel beizutreten. Man fei über- eingekommen, in dieser Angelegenheit keine Aktion zu unternehmen, ohne vorherige Beratung unter­einander. Er brache nicht zu sagen, wie wichtig es sei, daß in dieser Frage das ganze brrtrsche Reich zusammen handele.

Zum Schluß wies Chamberlmn darauf hin, daß selbst, wenn Großbritannien die Fakultativklausel unterzeichne, es dies nur mit Vorbehalten tun I könne. Das bedeutet jedoch nicht, daß England nicht bereit fei, das Schiedsgerichtsverfahren für die Regelung von Streitigkeiten im vollsten Maße zu benutzen. England habe in der Vergangenheit feinen Glauben an die Schiedsgerichtsbarkeit be- wiesen. Es hoffe, dies auch in der Zukunft zu hm, auch wenn es nicht die Verpflichtung über­nehmen könne, in allen Fällen das Schiedsgericht entscheiden zu lassen. England als Garant des Locarnopaktes, das sei der britische Beitrag und zwar ein riesengroßer Beitrag zum Sicherheitsge­fühl, das die europäische Welt genießt. Wenn Maconald erkläre, England müsse noch roeiter gehen, dann wolle er ihn fragen, welche neuen Verpflichtungen er zu übernehmen bereit sei. Chamberlain schloß: Ich fordere jedermann im Hause und außerhalb auf zu sagen, ob irgendein Staat mehr für die Sicherheit oder Abrüstung ge­tan hat als wir.

Nach Chamberlain ergriff Kenworthy das Wort. Während feiner Ausführungen ging plötzlich das L i ch t im Unterhaus aus. Auch im Oberhaus ist das Licht ausgegangen.

Nach Wiederanfnahme der Sitzung fetzte Ken­worthy feine Rede fort und frgte den Staatsfekre- I tär für Luitfchiffahrt, ob die deutsche Re­gierung alle Beschränkungen für britische Zivilflug­zeuge, die deutsches Gebiet überfliegen, zurückge­zogen habe und welche Maßnahmen für die Schaf­fung einer Luftverkehrslinie London-Prag getrof­fen worden feien. Lord Sassoon erwiderte, die Antwort auf diese Fragen werden in dem offi- I zielten Bericht enthalten sein. Im Juni sei ein l englisch-deutsches Derkehrsabkommen unterzeichnet

(Eine italienische Geste.

Als Antwort auf den französisch-serbischen Vertrag ein italienisch - albanischer Defensivbündnisvertrrg.

In Rom ist ein italienisch-albanischer Defensiv­bündnisvertrag unterzeichnet worden. Er hat als einzigen Zwecf die Stabilisierung der zwischen den beiden Staaten bestehenden natürlichen Beziehun­gen behufs Sicherung einer Politik der friedlichen Entwicklung. So wird erklärt. Der Vertrag soll also die diplomatische Scharte auswetzen, die Mus­solini durch den Abschluß des Vertrags Frankreichs mit Jugoslawen zugefügt worden ist. In dem Vertrag von Rom wird „em unwandelbares Ver-

militärischen, finanziellen und sonstigen Mittel zur Uebertoinbung des Konfliktes zur Verfügung ge­stellt werden. Beide Parteien dürfen nur gemein­sam Frieden ober Waffenstillstand schließen und entsprechende Verhandlungen aufnehmen.

worden; vor einer Ratifizierung müßten ftdoch noch bestimmte Gesetze in Deutschland erlassen werden.

In der Abrüstungsdebatte erklärte Lloyd George, die Deutschland durch den Friedensver- trag auferlegten Bedingungen seien die schwer­sten feit den Panischen Kriegen, eie feien auferlegt worden als erster Schrit zur all­gemeinen Verminderung der Rüstungen. Id Millionen Mann bereiten sich in Europa auf einen Krieg vor. Solange wir nicht die Aushebung zum Kriegsdienst abgeschafft haben, werden wir nichts erreichen.

Nie wieder Krieg.

Der italienische Staatsmann Nitti erklärte in feiner mit stürmischem Beifall aufgenommenen Rede zur Eröffnung der Nie- W i e d e r - K r i e g- K o n f e r en z, die Kriegsgefahr sei nw so groß ge­wesen wie augenblicklich. Sie sei noch großer als am Vorabend des europäischen Krieges. Rach der Abrüstung Deutschlands, Oesterreichs und Bulga- riens habe Europa fast eine Millionen Menschen mehr unter Waffen als vor dem Kriege und gebe siir mMärifche Zwecke 2 Milliarden 200 Millionen Dollar aus. Die Rüstungsverminderung werde er- örtert, doch gehen die Rüstungen weiter. Zwi- schen den Völkern selbst bestehe kern Haß. Das deutsche und das französische Volk hassen ein­ander nicht. Es gebe jedoch in jedem Lande dos- artige Minderheiten. Nltti griff den Fa­schismus an, der in Italien alle Freiheiten unter­drücke. Trotz der falschen Statistik nehme die fr- nanzielle Unordnung tn Italien fast tag» lich zu. Mussolini habe niemals seinen Willen zum Kriege verhehlt. In Genf sei niemals ernstlich bte Absicht hervorgetreten, die Rüstungen zu vermin­dern. Der deutsche Vertretet General von Schönaich wurde von den zahkreichen Anwesen­den, unter denen sich viele Frauen befanden, lebhaft begrüßt.

Deutsch-französischer Kulturaustausch

Aus Paris wird gemeldet: Im Verlauf der Beratung des Budgets des Unterrichtsministers trat der Abg. Bouly für einen Austausch von Filmen und Büchern mit Deutschland ein, um die Beziehungen zwischen den beiden Lan- dem auf geistigem Gebiet zu bessern. Das paoa- gogische Museum, das der Unterrichtsminlster plane» würde gleichfalls ein Instrument für die intellektuelle Annäherung beider Völker werden können. Unterrichtsminister Herriot erwiderte, daß er sich bereits mit dem preußischen und dem österreichischen Unterrichtsminister in Verbindung gesetzt habe wegen eines Intellektuellenaustauschs zwischen den Nationen und daß bereits Erfolge er­zielt worden seien. Zum Beispiel gebe es in Grenoble in einem Gymnasium einen deutschen Assistenten.

Die tschechoslowakische Armee.

Aus Prag wird gemeldet:

Nach einem offiziellen Bericht über die Sitzung des Handelsauslchuffes erklärte der Minister für nationale Verteidigung, daß im Voranschlag für das nächste Jahr 1 400 Millionen Kronen für will- tärische Zwecke vorgesehen werden, also 30 Millio­nen mehr als im Vorjahre. Diese Vermehrung sei eine Folge der Erhöhung der Personal- ausgaben, da die Ausgaben für das Material zurückgegangen feien. Das tschechoslowakische Heer, das nur zu dem Zwecke der Verteidigung da Tn diene dem Schutz der Verträge und müsse deswege» stets bereit fein, gegen irgendeine Seite zu han­deln, von der die Grundlagen der Existenz de, Staates bedroht werden. Im weiteren Verlaut feiner Rede teilte der Minister mit, es feien fest der Gründung der Republik 23 moderne Kasernen, 30 provisorische Kasernen, 16 Barackenlager, 37 Bürohäuser und 257 Wohnbaracken mit einem Ko­stenaufwand von 460 Millionen aebaut worden.

verflossenen zwei Jahren habe sich bie intentio­nale Lage wiederholt sehr ftarf zugespitzt. Aus der Grundlage einer relativen Stabilisierung des Kapitalismus sei in einer ganzen Reihe von Lan­dern die am weitesten rechtsstehende bürgerliche Partei zur Macht gelangt, was auch eine verstärkte Feindseligkeit gegen die Sowjetunion zeitige. In einer Reihe von Fällen sei die «owietunlon einem Kriege nahe getoefm- Doch dank chrer konsequenten friedfertigen Politik sei es der Sowiet Union gelungen, den Frieden zu sicher. Gegen­wärtig fei die Lage günstiger als vor einem halben Jahre.

Eine Entscheidung Ealonders.

Der polnisch-litauische Konflikt.

Ueberreichung russischer Noten tit Warschau und Kowno.

wtb. WarschM, 25. Novbr. (Eig. Funkm.) Der Gesandte der Sowjetregierung in Warschau, Bogo­molow, hat gestern der polnischen Regierung eine Note über den polnisch-litauischen Streitfall über­reicht. Dem „Glos Prawdy" zufolge ist die Note im gleichen Sinne gehalten wie die letzthin in der Jftwestija" erschienenen Aussührungen über die gleiche Frage. Die Note hebt dem Blatt zufolge insbesondere die ernste Gefahr hervor, die dem Frieden drohen würde, wenn Litauen seine Un­abhängigkeit verlieren würde. „Gazetta Wars- zawska" erfährt, daß auch in Kowno eine Note der Sowjetregierung über den polnisch-litauischen Konflikt überreicht wurde. Marschall Pilsudski ist heute früh aus Wilna nach Warschau zurückgekehrt. Nahezu alle Blätter verzeichnen das Gerücht, daß außer dem Minister des Aeußern, Zaleski, der am 2. Dezember nach Gens reist, auch möglicherweise Marschall Pilsudski selbst in Gens erscheinen werde, um den polnischen Standpunkt in der litauischen Frage persönlich zu verteidigen. Eine amtliche Be­stätigung dieser zuerst aus Wilna verbreiteten Nach­richt liegt nicht vor.

viedeutsch-polmschenverhandlungen

Zum Leiter der polnischen Delegation für die Deutsch-polnischen Handelsvertragsverhandlungen wurde für Polen der frühere Minister Dr. Twar- dowski, gegenwärtig Präsident der polnisch-öster­reichischen Handelskammer in Wien ernannt. Bon deutscher Seite ist auf Vorschlag ©trefemanns Dr. Hermes ernannt worden.

In Warschau fand die Unterzeichnung des deutsch-polnischen Vertrages über die Wander- rrbeUer statt. Die Unterzeichnung erfolgte auf polnischer Seite durch den Delegierten der polni­schen Regierung Dr. Pradzynski, deutscherseits durch den deutschen Gesandten Rauscher.

und wirtschaftlichen Problemen. Unter anderem I wurde auch das Gesetz über den endgültigen Reichs- I wirtschastsrat eingehend erörtert. Die Meinungen 1 über dieses Gesetz gehen bei allen Parteien sehr I stark auseinander. Teilweise wird sogar bie Mer- I nung vertreten, daß eine Organisation wie der I Reichswirtschastsrat überhaupt nicht notwendig fet, namentlich in Betrachtung gewisser Tendenzen von rechts, diesen Reichswirtschastsrat zu einer Art I zweiten Kammer auf der Grundlage berufsmäßiger I Gliederung zu machen. Der Reichswirtschastsrat I ist nun aber in der Verfassung verankert. Eine I Regelung dieser Frage muß erfolgen, und eS ist I dabei zu erwägen, ob der neue Entwurf, der nur I 151 Mitglieder gegenüber den bisherigen 340 des I Vorläufigen Reichswirtschastsrats Vorsicht, nicht dann vorzuzichen ist. Eine endgültige Entscheidung I dieser Frage konnte noch nicht getroffen werden. I Ob das Gesetz in der gegenwärtigen Form über­haupt verabschiedet werden tarnt, ist sehr fraglich, I umso mehr, da ja für jede Aenderung eine quali­fizierte, also Zweidrittel-Mehrheit im Reichstag notwendig ist. Das Zentrum wird auch diese Frage unter dem Gesichtswinkel der Bedürfnisse und Not- Wendigkeiten der gesamten Wirtschaft und des ge­samten Volkes betrachten und entscheiden.

Außerdem behandelte die Fraftion noch in ein­gehenden Ausführungen die außerordentlich wich­tige Frage der sogenannten Werkpensivns- kassen.

Preußen und Bayern.

Anläßlich der Einweihung der Räume der preu- ßischen Gesandtschaft in München veranstaltete die preußische Staatsregierung in engem Kreise ein Festessen, an dem u. a. der bayerische Mini­sterpräsident und sämtliche bayerischen Staatsminister teilnahmen. Der preußische Mini- stervräsident Dr. B r a u n wies in seiner Ansprache darauf hin, daß die Frage der Beibehaltung der innerdeutschen Gesandtschaften nach der verfas­sungsrechtlichen Neugestaltung Deutschlands u ni­st r i 11 e n sei. Er machteauch fein Hehl daraus, daß er selbst grundsätzlich auf dem Standpunkte ihrer Entbehrlichkeit siehe. Wenn Preußen alle früheren Gesandtschaften bis auf die in München aufgelöst habe, so liege das daran, daß diese Ge­sandtschaft die besondere Aufgabe habe, das Der- hältnis zwischen den beiden größten Ländern des Reiches immer enger zu gestalten und dazu beizu­tragen, die sogen. Mainlinie vollends zu verwi­schen. Der Ministerpräsident kam bann auf das Problem der Verwaltungsreform zu sprechen und erklärte, die Ueberzeugung von der Unhallbarkeit der heutigen verfassungsrechtlichen Struktur des Reiches sei mit der Zeit Allgemeingut aller im öffentlichen Leben stehenden Deutschen geworden. Strittig sei nur die Frage, in welcher Richtung sich die unerläßliche Aenderung bewegen solle. Der Vorwurf der mitunter laut werde, Preußen strebe die Hegemonie im Reiche, die Verpreu- ßung Deutschlands an, entbehre jeder Berech­tigung, Ministerpräsident Dr. Held erwiderte, die bayerische Staatsregierung sehe in dem Bestand der preußischen Gesandtschaft den äußeren Ausdruck des förderativen Reichsgedankens, den die bayerische Staatsregierung aus tieffter liebet• zeugung stets gepflegt und betont habe; wie auch das innerdeutsche Problem aufgefaßt und zu seiner Lösung geführt werden möge, auch in Bayern wolle man dem Deutschen Reiche, seiner neuen Kraftentfaltung auf allen Gebieten dienen. Das sicherste Mittel' hierzu sei die Wahrung der eigenen verfassungsmäßigen Rechte Bayerns.

Sowjetunion und England.

wtb. Moskau, 25. November. (Eig. 5untm.) In einer Rede auf dem Kongreß der kommuntsti- fchen Partei der Ukraine in Charkow betonte R y - kow in Beantwortung der unlängst gehaltenen Rede Baldwins, daß die Sowjetregierung die Wiederausnahme der diplomatischen und der Handelsbeziehungen aufgrunb der von Baldwin aufgefteHten gegenseitigen J&ebingung, sich feder Einmischung in die inneren Vechaltnisse des anderen Landes zu enthalten, nicht abvehne. Daß von feiten der Regierung Englands feiner bet offizielle oder offiziöse Vorschläge zur Wieder­aufnahme diplomatischer Beziehungen vorsiegen, gebe jedoch Anlaß zu der Annahme, daß Baldwins Rede nur den Interessen der Wahlkampagne Rechnung trüge. Die Initiative zur Wiederauf­nahme der Beziehungen müsse von der englischen Regierung ausgehen, da ja auch die Initiative zum Abbruch von ihr ausgegangen sei.Zud^Abbe- ruftlng Rakowskis vom Pariser Botschasterposten erklärte Rykow, bei der Lösung dieser Frage sei die Sowjetregierung davon ausgegangen, daß die Aufrechterhaltung der diplomatischen und der Han­delsbeziehungen zwischen der Sowjet-Union und Frankreich notwendig und daß die Frage der Person des Botschafters demgegenüber von untergeordneter Bedeutung sei. Ferner erklärte Rykow, die^Eut- wicklung der Ere' “**

wtb. Kattowitz, 25. November. (Eig. Funkm.) Auf Anordnung der zuständigen Stellen der Woi­wodschaft sind Ausschristen und Vordrucke für Bucher und Akten der deutschen Minderheitsschulen cms- schließlich in p oInisch er Sprache abgeaßt und es wird von den Minderheitsschullehrem »erlangt, daß sie ihre Eintragungen in polnischer Sprache vornehmen. Gegen diese Anordnung hat der deutiche Volksbund Beschwerde bet der gemischten Kommis­sion einqereicht. Präsident Calonder hat nun ent- schieden?daßdiesen. Aufschriften und Vordrucke. in polnischer Sprache eine deutsche Hebe r s e tzung beizufügen ist. Auch ist dm Lehrern der deutschen

teidiqungsbündnis" auf zwanzig Jahre abgeschlos­sen, das ohne Kündigung stillschweigmd für wei­tere zwanzig Jahre erneuert wird. Das Bündnis verpflichtet zur gegmfeitigm Verteidigung gegen jeden Angriff und im Falle eines nicht provozierten Krieges zur Anwmdung aller zu Gebote stehen­den 'Mittel für die Verhinderung der Feindselig­

Die „Voss. Ztg." weiß als einziges Berliner Blatt folgendes zu berichten: In der letzten Kabi- netsitzung hat zwischen den Mitgliedern der Reichs­regierung eine Aussprache darüber stattgefunden, zu welchem Zettpunkte die Auflösung des Reichs­tages sich am ersten empfehlen würde. Die Mit­glieder des Kabinetts kamen überein, daß als frü­hester Termin für die Auflösung der Monat Juni 1928 in Betracht käme, sodaß die Wahl kurz vor Beginn der Ernte ftattfinben könnte. Von anderer Seite wird es als umvahrscheinnlich bezeichnet, daß über diese Frage bindende Abmachungen getroffen worben finb.

Em Nachlragsetat in Ächt.

lieber bie Grunblagen ber veränderten Finan­zierung bes Liauibationsfchäbenge- fetzes ist berichtet worben, baß bie notwendigen Mittel aus den Zinsen der Vorzugsaktien der Reichsbahn und aus Etatsmitteln gemeinsam aus- gebracht werden sollen. Ein Teil der Liquidations­geschädigten, und zwar alle diejenigen, die kleine Forderungen haben, soll, dem „Berl. Lokalanz." zufolge, durch Barzahlungen abgefunden werden. Alle auf höhere Beträge lautenden Forderungen dagegen sollen durch Schuldbucheintragungen ge­deckt werden. Diele werden dann im Lause der Jahre mit Hilfe der Zinsen der in der Hand des Reiches verbleibenden Vorzugsaktien und unter Hinzunahme laufender Etatsmittel abgelöst. Für Barzahlung kommt ein Betraa von etwa 165 Mill, in Frage, für Schuldbucheintragungen eine Summe von etwa 860 Millionen. Der Hauptteil der Bar­zahlungen soll schon möglichst bald geleistet wer­den, und zwar sind für das Jahr 1927 bereits 160 Millionen für. diesen Zweck in Aussicht genommen, der kleinere Rest von 5 Millionen für die beiden fol­genden Jahre. Der ganze Zahlungsplan erstreckt sich auf etwa über zwanzig Jahre. Dabei soll in der Weise verfahren werden, daß die kleinen Schuldbucheintragungen zuerst und die großen etwa in den Jahren 1942 bis 1946 getilgt werden.

Don der Zentrumsfraktion -es Reichstags.

Aus dem Reichstag wird uns mitgeteilt:

Die Zentrumsfraktion bes Reichstags beschäftigte sich in längerer Sitzung am Donnerstag abend mit allgemeinpolitifchm, sozialen und wirtschaft- fichm Fragen, lieber die in Regensburg getrof­fenen Vereinbarungen zwischen den Vertretern des Zentrums und der Bayrischen Volkspartei wurde Bericht erstattet. Die eigentliche Beschlußfassung kommt dem Reichsparteivorstanbe zu, als dessen Bertreter bie Unterhändler des Zentrums auf« »getreten sind und gehandelt haben. Bei den Ver­wandlungen waren vom Zentrumsseite delegiert und «beteiligt bie Abgeordneten von Guerard, Steger- sivald, Joos, Fräulein Weber und Generalsekretär Dockeh von ber Bayrischen Volkspartei Prälat 'Leicht, Abgeordneter Heim, Abgeordneter Wohl» 'tnutt), Prälat Walterbach und Generalsekretär Pfeiffer. Die Vereinbarungen bedeuten einen erften Schritt zu dem Ziel der endgültigen Wiederver­einigung der beiden Parteien und Fraktionen. Mit ber Beschlußfassung des Reichsparteivorstandes, die für kommenden Montag vorgesehen ist, werden die Vereinbarungen, die dann auch der Oeffentlichkeit Übergeben werden, perfekt.

Di« Fraktion beschäftigte sich ferner mit der Frage der Kinderzulagen für die Beamten und mit anderen damit zusammenhängenden sozialen

Sowjetunion keinen Erfolg «ckzielie. In den I vorzunehmen. ____

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uldaerZeitung