Anzeiger für die Siadk Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblalt.
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Freitag, 25. November 1927
Nr. 271
Postscheckkonto Frankfurt a. M. Nr 4051
schiedet werde.
i wenn vom Balkan die Rede ist.
Zum Regierungswechsel in Belgien
Strafrechtsausschuß mit dem neuen Strafgesetzbuch. Der Derkehrsausschuß erörterte geschäftliche Angelegenheiten und Petitionen.
wtb D u k a r e st, 24. Rov. (Eig. Funkm.f Ministerpräsident V r a t l a n u ist heute morgen gegen 7 Uhr gestorben. Das Kabinett ist sofort zurückgetreten. Der Regenlschafirrat hat den Finanzmini- ster D i n k i t a Bratianu, den Bruder des Verstorbenen beauftragt, ein neueskabinett zu bilden. das die gleiche Zusammensetzung wie das bls- heriae hak. Die Minister sind bereits vereidigt worden.
Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen: „Die Welt im Bild" und „Buchenblätter". Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernsprecher Nr. 9. :.: Monatlicher Bezugspreis 1,80 Mk.
* Autounfall des Reichstagsabgeordneken von Richthofen. Wie die B. Z. meldet, hatte Reichstagsabgeordneter Freiherr von Richthofen am Mittwoch in Berlin einen Autounfall. Gegen Abend stieß sein Kraftwagen in der Nähe des Platzes Bellevue mit einem anderen zusammen. Dabei erlitt Frecherr von Richthofen Verletzungen im Gesicht und eine leichte Gehirnerschütterung. Er war außerstande, an der Kundgebung der Ausländsdeutschen, wo er als Vertreter der demokra- tisckwn Partei erwartet wurde, teilzunehmen Das Befinden hat sich am Donnerstag vormittag ge
stellt werden können.
Die belgische Kabinettskrisis ist natürlich von großer außenpolitischer Bedeutung, wie schon durch den Wechsel im Außenministerium ersichtlich ist. Dieses Ministerium lag bisher in den fänden des sozialistischen Abgeordneten Dandervelde, der uns durch seine friedensfördernde Tätigkeit in Gern tn guter Erinnerung ist. Daß Hymans denselben Eifer zeigen wird wie Vandervelde, ist schwerlich zu erwarten. Das neue Kabinett Jaspar wird sich hauptsächlich auf die Durchführung der militari- schen Sicherheitspolitik verlegen. Es wird daber unterdemDruckeFrankreichs stehen, das Belgien ja nur als eine vorgelagerte Grenzmark betrachtet. Die Beurteilung, die der belgische Ka- binettswechsel in Frankreich gefunden hat, ist durm- weg parteivolMch gefärbt. Die Linkszeitunaen loben das Verhalten der belgischen Sozialisten während die Rechtszeitungen ihrer Genugtuung dnr- über Ausdruck geben, daß die belgischen Muliar- fragen (natürlich im Sinne Frankreichs) erledigt werden können. Im nächsten Jahre finden Neuwahlen zur belgischen Kammer statt. Dis Sozialisten sind der Hoffnung, daß diese Wahlen für sie einen großen Erfolg bringen werden.
Der lMamjcheMimslerprWentBratWU gestorben
Vorsichtsmaßnahmen gegen eine Umwälzung.
Was wird gespielt?
Aus dem Reichstag wird uns geschrieben:
Schon mehrfach haben wir in Wahrnehmung der Interessen um das Zustandekommen des Reichsschulgesetz es auf Gefahren aufmerksam machen müssen, die dem Zustandekommen dieses Gesetzes hinter den Kulissen durch parteitaktische Minierarbeit drohen. Wir haben unsere Befürchtung zum Ausdruck bringen müssen, daß auf Grund gewisser Anzeichen innerhalb der Deutschen Volkspartei Kräfte am Werk sind, die auf eine Verschleppung und auf eine schließliche Vereitelung der gesamten Vorlage hinarbeiten.
Eine Bestätigung dafür, daß dem m der Tat so ist und daß gerade auf Grund der Braunschweiger Tagung der Deutschen Dolkspartei diese Bedenken und Befürchtungen noch gewachsen sind, ergibt .sich aus einer Darstellung, die zu dieser Frage die „Dossische Zeitung" (Nr. 280) gibt. Es wird da ausgesprochen, daß man nicht den Eindruck haben könne, daß bei allen Regierungsparteien der Wille vorhanden wäre, mit diesem Reichstag noch ein Schulgesetz zu machen. Es wird weiter ausgesprochen, daß sich oerschiedentliche Ur
teile in Kreisen des Zentrums, die dahin gingen, daß die Braunschweiger Tagung eine Verständigung mit der Deutschen Volkspartei über die Schul- frage zulasse, doch wohl in ihrem Optimismus nicht rechtfertigen ließen. Es wird verwiesen auf die vertraulichen Debatten, die der öffentlichen Entschließung der Deutschen Volkspartei worangingen und die auch nach den Meinungen jin deutschnationalen Kreisen, so berichtet die „Vos- stfche Zeitung", erkennen ließen, „daß die Deutsche Dolkspartei trotz der feierlichen Versicherung, an Der Eefetzwertung der Schulvorlage Mitwirken zu wollen, innerlich entschlossen sei, das Schulgesetz zu vertagen", und zwar bilde zu diesem Zweck für die Deutsche Volkspartei die Kostenfrage den entscheidenden Punkt. Die Deutsche Dolkspartei sei der Meinung, daß die Kosten die Gemeinden zu tragen hätten und daß aber an der finanziellen Unfähigkeit der Mehrzahl der Gemeinden diese Frage dann scheitern würde. Es heißt dann wörtlich in der „Vossischen Zeitung" folgendermaßen:
„Die Deutsche Volkspartei werde also alle Mittel anwenden, um die parlamentarische Verabschie-
Bei der am Donnerstag nächster Woche im Reichstag vor sich gehenden Interpellation der Sozialdemokraten und Kommunisten über die W i r t- schaftslage werden vom Zentrum die Abg. Lammers und Dessauer sprechen. Dr. Lammers und Dr. Desiauer sind zweifellos Redner und Kenner des Wirtschaftslebens, mit denen sich das Zentrum sehen lassen kann.
Der Strafgesetzentwurf.
Laut „DAZ." haben in den letzten Tagen interfraktionelle Besprechungen über die Erledigung des Strafgesetzentwurfes stattgefun- den, wobei sich Uebereinstimmung darüber ergeben hat, daß der Strafgesetzentwurf wegen seiner Wichtigkeit bevorzugt behandelt und gegen parlamentarische Wechselfälle hinlänglich gesichert werden soll. Das Blatt nimmt an, daß die Aus- fchußberatungen möglichst beschleunigt werden und daß eine Auflösung des Reichstages, auch wenn die dringenden übrigen Aufgaben der
Vrokestkundgebung der Ausländsdeutschen.
Anläßlich einer Kundgebung der Verbände der Arbeitsgemeinschaft für den Ersatz von Kriegs- und Verdrängungsschäden gegen die Verschleppung der Verabschiedung des Kriegsschädenschlußgesetzes betonte der Präsident des Deutschen Ostbundes, daß die Ausländsdeutschen bis zum äußersten zum Kampfe entschlossen seien, um ihre Ansprüche zu verwirklichen. Es wurde eine Entschließung angenommen. in der gefordert wird, daß die Vorlage zum Kriegsschädenschlußgesetz unverzüglich dem Reichstag zugeleitet werde, und daß der Reichstag die maßvollen Vorschläge der Arbeitsgemeinschaft berücksichtigt. Sie fordern weiter, daß bei einer vorzeitigen Auflösung des Reichstages das Kriegsschädenschlußgesetz unter allen Umständen vorher verab-
wies in einer längeren Erklärung diese Behauptung zurück.
V. D. Z. Berlin, 24. Noo. (Eig. Funkm.). Der Reichstag, der heute um 14 Uhr Zusammentritt, um eine Aenderung des Telegraphengesetzes, ein Auslieferungsgesetz und das Gesetz über den endgültigen Reichswirtschaftsrat in erster Lesung zu erledigen, beabsichtigt nut eine kurze Sitzung abzuhalten, damit der Spätnachmittag und Abend, wie Donnerstags üblich, für die Fraktions- sitzungen freibleiben. Die Zeit bis zum Beginn der Vollversammlung nutzen die Ausschüsse aus, um ihre Arbeiten zu fördern.
Der Haushaltsausschuß des Reichstages beriet die Besoldungsordnung weiter, der volkswirtschaftliche Ausschuß beschäftigte sich mst Petitionen, der sozialpolitische Aus- fch u ß mit dem Rentnerversorgungsgesetz, der Wohnungsausschuß mit der Aenderung der Mieterschutzgesetzgebung, der Bildungsausschuß mit dem Reichsfchulgesetz, der Kriegsbeschädigten-Ausschuß mit der Aenderung des Versorgungsgesetzes und der
Französische Sorgen.
Die französische Kammer lehnte mit 371 gegen 150 Stimmen den Antrag des Marineausschusses ab, einen parlamentarischen Untersuchungsausschuß mit unbeschränkten Vollmachten einzusetzen zur Untersuchung der Zwischenfälle im Marinegefängms von Toulon und aus dem Kreuzer „Ernest Renan". Die Regierung hatte die Vertrauensfrage gestellt. Für den Antrag stimmten nur die Kommunisten, die Sozialisten und einige Radikale. Der Marineminister erklärte, durch einen an Ort und Stelle entsandten höheren Beamten fei festgestellt worden, daß die Zwischenfälle auf kommunistische Propaganda zurückzusühren seien.
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Der Gesetzgebungsausschuß der Kammer hat sich für den Grundsatz der politischen Amne-
>4 I s* Der Zentrumsabgeordnete, Prälat Kaas, der
I vor kurzem eine lebensgefährliche Operation durch - daß durch das Einheitskabinett die Stabilisierung machen mutzte, befindet sich erfreulicherweise auf der belgischen Währung am besten gesichert wer- I dem Wege der Besserung. Es geht ihm unveram- den kann. Die belgische Währung ist seit langem I dert weiter gut. Allerdings wird bis zu ferner befestigt. Je mehr das Vertrauen in ihre Festig- I Wiederherstellung noch erne geraume 2eu vergehen, feit wuchs, um so mehr haben sich die Beziehun- I Am Dienstag hat Pralat Kaas den ersten Gch- aen zwischen den bürgerlichen Kabinettsmitgliedern versuch unternehmen können. Er hofft m neun bis unö tinfozialistischen Ackert. Wenn jetzt die zehn Tagen das Krankenhaus verlassen uiwsich Sozialdemokraten so hartnäckig auf der Herab- I tn ein Sanatorium begeben zu können. Vom Reichs- setzung der Militärdienstzeit bestanden, wobei sie I tagspräsidercken hat sich Pralat Kaas einen Urlaub xArt. hrrrme rnftnen mußten daß sie wieder in die I von sechs Blochen erbeten. In einem herzlich geh al- Nofifi^ Äin ä so tonn bas als tenen Schreiberi dankte Prälat Kaas aus Artlatz des ein^Beweis ^dafür gelten, daß man innerhalb der I Wiederzusammentritts bei ZentmmsfrfEion den
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erroieicn. „ tnimitoen aebilbet war- tags aus, die sich in der damaligen gemeinschast-
den^Es Aew ^us den Lchera en und den Ka^ho- Uchen Fraktionssitzung den Wünschen angeschlossen ne-ü Pinmnhr hh> konservativen wie die demo- haben. Prälat Kaas verbindet damit den herzlich- ki^n!iscku>^Ka!bollken^baben^sich^bereitwilligstbe» ften Wunsch für em gutes Gelingen der nunmehr teiligt. Die Sozialdemokratie befindet sich 'm der I wieder für die Fraktion beginnenden schweren Win- Opposition, die allerdings ziemlich stark ist, da das I terarbeit.--
Kabinett über eine Kammermehrheit von nur 17 Stimmen verfügt. Der neue Ministerpräsident ist wieder Jaspar, — er gehört den konservativen Katholiken an — das Außenministerium befindet sich in den Händen des Liberalen Hymans. Im bisherigen Kabinett war Hymans Ju- stizminister. Das Außenministerium hat er int früheren Kabinett Theunis schon einmal bekleidet, zu der Zeit, als Poincar^ feinen Ruhrein- marsch inszenierte. Hymans hat ihm damals bereitwilligst Trabantendienste geleistet.
Nach der Neubildung der Regierung haben Verhandlungen zwischen den Liberalen und Katholiken stattgefunden, wobei die Liberalen die Bedingung stellten, daß bei den kommenden Arbeiten konfessionelle oder sprachliche Fragen ausgeschaltet werden sollten. Außerdem hat man sich darüber geeinigt, daß zur Lösung der umstrittenen Militär- frage eine Kommission eingesetzt werde. Die
* Anfall Dr. Wirchs. Aus Berlin wird uns mitgeteilt: Der Reichskanzler a. D. Dr. Wirth hat am Dienstagabend einen bedauerlichen Unfall er« s . ., , nnm nnriH, i litten. Bei dem Glatteis, das infolge des Schnee- Ion Bratianu, der letzt so plötzlich vom polltt- fan§ dem eiskalten Boden entstanden war,
schen Schauplatz des Balkans abgetreten ist, hot «-y. $ Wirth am Potsdamer Platz in der Nähe
schon vor de m Krieg viel von sichf redenl ge- Einganges zur Untergrundbahn aus und fiel
macht. Während des Krieges hat er entscheidenden unglücklich/ daß ihm der Arm ausgekugelt wurde. Einfluß auf die Haltung Rumäniensau^ubt unb m^te 3'r nächsten Rettungsstelle gebracht wer - die Kriegserklärung Rumäniens an die Mittel- I roo y-m ber Arm wieder eingerenkt und dann möchte veranlaßt. Als dann die Sache für Ruma- rouibc. Am Donnerstag soll eine
nien zunächst schief ging, wurde er als Sundenbock I Röntgenaufnahme erfolgen, um festzustellen, ob der bezeichnet und in den Anklagezustand versetzt. In- XoAen ift zwischen hatten ober die Ententemächte gesiegt, Ru- I 2lrm gevrocyen Yi. ...
mänien war gerettet, steckte große Vorteile ein und nun war Bratianu in seinem Heimatland wieder der allknächtige Minister, der seine politischen Widersacher rücksichtslos niederhielt und nach kurzen Ablösungen durch anders gerichtete Politiker immer wieder zur Ministerpräsidentschaft gelangte. Man sagt ihm eine hemmungslose und bedenkenlose Art feiner Staatskunst nach. Jedenfalls war er ein echter Vertreter der Politik, an die man denkt.
durch die jetzt tödlich abgelaufene Krankheit in feiner Energie gehindert worden fein. Es ist anzu- nehmen, daß jetzt nach feinem Tode die carlistifche Bewegung noch energischer auf ihr Ziel losgeht und die Rückkehr Carols zu erzwingen versuchen wird. Carol, der auf den Thron verzichtet hat und I DßrbttttöIunQCI?.
dessen kleiner Sohn Michael zum König ausgerufen VIC OeUHO)*poim|a). veii?uiivsuisy^i. wurde, während ein Regentschaftsrat die Regierung Hermes Verhandlungsführer?
führt, hat immer erklärt, er wolle wenigstens als I Entgegen einer von anderer Seite verbreiteten Regent für feinen Sohn ins Land zurückkehren. | Meldung wird von den Blättern betont, daß in der Es fit anzunehmen, daß Königin Maria diesen Ic$ten Sitzung des Reichskabinetts noch kein Be- Plan begünstigt. Außerdem wird behauptet, daß f^ß über den Führer der deutschen Delegation sich Exkronprinz Carol der Förderung Musso- bei ben deutsch-polnischen Handelsvertragsverhand- linis erfreue, da er gleichfalls zu fafzistifchen Me- 1 Iungen gefaßt worden ist. In Aussicht genommen thoden und Ansichten neige. Es ist nun die Frage, I rourbe Reichsminister a. D. Dr. Herme s. Ein ob es der neuen Regierung, die sich sofort nach dem Beschluß über feine Ernennung konnte jedoch noch Tode Bratianus gebildet hat und der der Bruder erfolgen, da Dr. Hermes sich für die Annahme des Verstorbenen angehört, in der Lage ist, die | Bedenkzeit ausgebeten hat.
Autorität, die der verstorbene Bratianu gehabt hat, auch für sich in Anspruch zu nehmen. Das erscheint sehr unwahrscheinlich und dürfte unruhige Zetten für das Königreich Rumänien im Gefolge haben.
Am Mittwoch abend war von der amtlichen Prefsestelle der rumänischen Regierung noch gemeldet worden, daß Bratianu sich wegen einer Mandelentzündung einer leichteren Operation habe unterziehen müssen. Aus anderen Quellen lagen düng der Schulvorlage zu vereiteln, dabei aber I aber bereits Meldungen vor, wonach die Operation möglichst so verfahren, daß nicht ihr die Schuld einen schweren Charakter hatte und 7 Aerzte an cn dem Scheitern des Gesetzes und an einem et- | ihr beteiligt waren. Bemerkenswert war auch oce roaigen Auseinanderfallen der Regierungskoalition Meldung, daß die Königin-Großmutter, "le frühere zugeschoben werden könnte. Denn fo sehr die I Königin Maria, aus der Dobrudfcha nach Bukarest Deutsche Volkspartei auch wünsche, dem Keudell- zurückgekehrt war, in der Begleitung der Mutter schen Gesetzentwurf ein Begräbnis erster Klasse zu I des derzeitigen kindlichen Königs Michael von Ru- bereiten, so wenig habe sie ein Interesse daran, I mänien, der Komgin-Mutter Jlena. Offenbar wa- vorzeittg Neuwahlen zu provozieren." I ren die beiden Damen über den Ernst der Krank-
Hier wird also ganz glatt der Deutschen Volks- beit des rumänischen Ministerpräsidenten nicht m Partei eine Politik der doppelten Moral, ein un- I Antiaren und begaben sich tn die ^.vupfitadt. um ehrliches, takttiches Spiel vorgeworfen. Die Volks- wr Stelle M fern, wenn durch den Tod Bratianus Partei wolle, wie sich aus diesen Darlegungen er- I die rumänischen Probleme tn schnelleren Ablauf gibt, etwas anderes scheinen, als sie tn Wahr- I kommen. Bratianu übte zuletzt in ^Rumänien eine ist I ausgesprochene Diktatur aus. Sie hatte zur
Ob tatsächlich etwas Derarttaes aeivielt wird. I Voraussetzung, daß es ihm gelang, den Exkronprin- vermögen wir im Augenblick nicht festzustellen. I len Carol, der bekanntlich wegen seiner Welber- Auch nicht, wie stark die Kräfte innerhalb der geschichten aus dem Lande verbannt
Deutschen Dolkspartei sind, die derartig zu taktie- I !n,Pa~t5 ,.e^t' ^er,? $fl T; ?et ^“1.9 e ren streben ” 6 I hatte Bratianu mit dem wachsenden Widerstand der
Wi- möchten jedenfalls erneut mio mir das Freunde des Exkronprinzen int Lande selbst zu rech-
schon frü^r getan haben ^ dieser StT auf «en. Daß Bratianu nicht mehr ganz auf der Hohe
da^ Emsttste ^aussprechen, Lß das --Zentrum seiner Leistungsfähigkeit war, ging schon daraus
Augenblick aber, an welchem es erkennt, daß die Schuloorlage aus parteitaktischen Gründen sabotiert weiden soll, wird es feine Entschließun- ga n treffen mit allen Folgen, die dann die anderen zu verantworten haben. . 8 November haben in Brüssel Kammer und
All« Tloifh<;taa I Senat ihre parlamentarische Tätigkeit wieder auf«
aus oem nciajMuy. genommen. Die Kammer hat sich sehr bald wie-
In der Reichstagssitzung am Mittwoch wurde I der für kurze Zeit vertagt. In der Zwischenzest das deutsch-französische Handelsab. I hat sich die Krise zugespitzt, die zu dem Stutz des kommen in der dritten Lesung a n g e n o nt • I Kabinetts Jaspar geführt hat. Der Anstoß ging men. Ohne Aussprache wird dann in dritter Le- I von dem Verlangen der Sozialdemo- sung der deutsch-tschechische Verttag über die Rege- traten aus, daß die Militärzeit auf ein lung der Grenzoerhältnisse angenommen. Daraus I halbes Jahr gekürzt werden solle. Der wurde der Handels- und Schiffahrtsvertrag mit I Verteidigungsminister de Btoqueville hatte vor Jugoslawien dem handelspolitischen Ausschuß über- I einiger Zeit das Versprechen gegeben, eine Um- wiesen. In der Diskussion warf Frau Sender (S.) I bildung der Heeresorganisation auszuarbeiten. Er dem Reichsernährungsminister Schiele (Dtschn) I hat auch wohl Beweise seines guten Willens gefeilte Zugehörigkeit zu einer Kartoffelstärkefabrik I geben, aber er ist dabei auf den Widerstand vor. Um die Interessen dieser Fabrik zu wahren, der Generalität gestoßen. In der Kabinetts- trete er für eine Erhöhung des Maiszolles auf I sitzung vom 22. Nov. hat er ein Expos« über die 5 Mark ein. Reichsernährungsminister Schiele s allgemeine Lage und die Reorganisation der Armee vorgelegt, in dem besonders die Bewaffnung der Einheiten, das System der Befestigungen u»d die Frage der Herabsetzung der Dienstzeit behandelt waren. In diesem Expos« kam der Minffter zu dem Ergebnis, daß es ihm unmöglich fei, jetzt einen Gesetzentwurf über die Herabsetzung der Dienstzeit vorzulegen, der die Billigung aller Mtt- gltebet des Ministeriums finden könnte. Mit tiefer Erklärung war die Krisis akut geworden, denn die Sozialdemokraten hatten längst aus der MN- tärtienfMeitfrage eine Kabinettsfrage gemacht. Der Kriegsminister machte noch den Vorschlag, die ganze Militärfrage einem gemischten Komitee zu unterbreiten, die Sozialdemokraten aber konnten sich mit ihm über die Zusammensetzung des Ausschusses nicht einigen. Daraufhin erklärte der Minister- Präsident den Rücktritt des Gefamtkabrnetts.
Es hat im vorigen Jahr einmal eine Urabstimmung unter den Sozialisten stattgefunden über die Frage, ob sich die sozialdemokratische Fraktion an der Bildung eines Kabinets mit den Liberalen beteiligen soll öder nicht. Diese Urabstimmung ist zu Gunsten der Beteiligung ausgelaufen. Der Grund lag hauptsächlich darin, daß man glaubte,
Koalition inzwischen gelöst worden sind, möglichst Schulfrage hat bei den belgischen Katholiken solange hinausgeschoben wird, bis das Strafgesetz- I in letzter Zeit eine große Rolle llespielt. Sie wol buch sichergestellt ist. Das Blatt glaubt, daß insbe- len die staatliche Begünstigung der freien, katho sondere Reichskanzler Dr. Marx gemeinsam mit fischen Schule. Diese f r e i e k a t h o 111 oy e Reichsjustizminister Hergt sich für diesen Plan em- Schule ist tn der letzten Zeit gegenüber der setzt. Staatsschaule auch von liberalen Eltern bevorzugt
_ .. . . , ... e , TCe. I worden, weil sich in den Staatsschulen radckal-
Das Nrreqsschaden-Schmhgeletz. linksgerichtete Lehrkräfte unangenehm bemerkbar gemacht haben. Wenn nun jetzt die Schulfrage ausgeschaltet bleiben soll, so hat das wohl tie Bedeutung, daß die verlangten staatlichen Subventionen von den Katholiken nicht zur Debatte ge-
— WrelMMK 10 Psg. (mit Mstr. Mage 15 Psg.)
FuldaerZertung