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uldaerZertung

Anzeiger für die Skadk Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt

54.Zohrg

Jreitag, 18. November 1927.

Nr. 265

Die FernivirKungen des juoollaöildjen Vertrages

Deutsch-polnische Verhandlungen

Nissen kommt.

Der Reickslay tritt zusammen.

D.D.Z. Berlin. 17. Nov. (Eig. Funkm.) Die

Hobe die Absicht, den preußischen Landtag vorzeitig aufzulSsen, geht jetzt eine ähnliche aufgeregte Welle von allen möglichen Kombinationen anläßlich der Erörterungen um das Reichsschulgesetz und andere Probleme um. Am allerheftigsten gebärden sicl' dabei rote immer die Demokraten, die schon alles auf die nahende Wahl vorbereiten wollen und be­reits über Wahlparolen nachsinnen! Sonderbar, wie eilig es diese Partei hat. Ausgerechnet die Demokraten sind es wieder, von denen man, ohne ihnen wohl zu nahe zu treten, sagen kann, daß sie alle Aussicht haben, bei den nächsten Wahlen sicherlich keine Lorbeeren zu holen. Es gibt sogar urteilsfähige Leute, die ihnen eine sichere Nieder­lage prophezeien.

Merkwürdig, wie verschiedenartig die Ansichten und Aussichten sind bei einer Neuwahl. Es ist uns auf Grund der Erfahrungen nicht möglich zu glauben, daß eine umstürzende Aenderung in der Zusammensetzung des Reichstages eintreten wird, und wenn die Soziallsten weiter so eine abstinente Politik betreiben, wie sie es seither im Reiche ge­tan, und wenn sie weiter dem Zentrum die Absicht, auch die Linke zur Mtarbeit heianzuziehen, io schwer machen wie bisher, so könnte es ihnen trotz bester Wahlerfvlge gelingen, sich weiter auszu- schalten. Denn wer glaubt von urteilsfähigen So-

* Dohnungsdenkschrifk des Reichsarbeitsmini­sters. Der Reichsarbeitsminister wird dem Reichs­tag demnächst eine Wohnungsdenkschrift vorlegen. Mit der Wohnungsdenkschrift wird eine sehr ein­gehende Untersuchung überreicht werden, die das Statistische Reicksamt auf Grund der letzten Reichswohnungszählung vorgenommen hat. Das Statistische Reicksamt kommt bei der Reichswohnungszählung bekanntlich zu einer Ge- somttahl von 1 Million Familien ohne selbstän­dige Wohnung. Don Bedeutung ist hierbei, daß es auch in seiner Untersuchung nach einer dreifachen verschiedenen Berechnung zu ähnlichen (Ergeb-

auf der anderen Seite kein Reichsfchulgesetz, so sind wir in der Lage, zu warten, und das wollen wir auch ruhig tun. Solange mit ähnlichen Schlag- warten, wie soeben gekennzeichnet, gearbeitet und nicht den nüchternen Fragen der Wirklichkest die entscheidende Stellung eingeräumt wird, werden roit überhaupt niemals ein Reichsschulgesetz be­kommen, weder von rechts noch von links, bann bleibt eben alles beim alten und das können wir

das ihnen durch die Heranziehung der Rechten diese billigen Erfolge ermöglicht; aber daß sie sie ihrer vortrefflichen Politik verdankten, wer wollte

Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen:Die Welt im Bild" undDuchenblätter". Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernsprecher Nr. 9. Monatlicher Bezugspreis 1,80 Mk.

Karn dazu, daß Briand nach dem Pcmter- fprung nach Tanger sich den Ansichten Poincares nähern mußte, wollte er als Außenminister nicht disqualifiziert werden: die Unterstreichung der italienisch-spanischen Solidarität und die Tanger- Provokation Datiert Baris mit dem franko-jugo- slaroischen Bündnis-Vertrag; das Ausschlagen Italiens nach beiden Seiten führte die seit Jahr und Tag von Italien Betroffenen zwangsläufig zueinander England wird viel zu tun haben, um die Scherben aus dem Weg zu räumen, die Italien nunmehr am Boden liegen sieht.

(Eine Stimme aus Rom.

Povolo d' Italia" schreibt, der neue franzö­sisch-südslawische Vertrag bedeute eine Stel­lungnahme gegen Italien und eine Ga­rantie Südslawiens gegen Jtatten. Italien werde angetfagt, wenig friedfertige Absichten zu haben, aber in dieser Hinsicht könne Italien einen Ver­gleich mit Frankreich ruhig aushasten. Italien halte nicht, wie heute noch Frankreich, so viele Jahre nach dem Kriege die R h e i n l a n d e be­setzt. Da'' Blatt-spricht'alsdann von Umtrieben serbischer Eeheimbünde und behauptet zum Schluß, daß dem jetzigen franrösisch-südslawischen Vertrag ein geheimes Abkommen zwischen den beiden Heeresleitungen vorausgegangen sei

Ser Präsident des Kyffhäuserbundes, General der Artillerie a. D. v. Horn veröffent­licht die Richtlinien für die Kriegervereine in der Flaggenfrage.

Im ersten Teil der Erklärung, die der Kyff- hauser, das Zentralorgan der Deutschen Krieger­vereine, veröffentlicht, betont General v. Horn noch einmaldie parteipolitische Neutrali­tät" des Kyffhäuserbundes, dessen Angehörige alle den Farben schwarz-weiß-rot denDun- desfarben" die Treue bewahren und in deren Zeichen der Kyffhäuserbund alleinseine hohen Aufgaben" lösen könne.

General v. Horn fährt dann fort:Aber mit der Ehrung der Vergangenheit allein ist es nicht abgietan. Wir müssen die Aufgaben der Gegenwart verstehen, um an der Zukunft bauen yi können. Wir müssen uns klar darüber fein, daß alle diejenigen, die sich zum Staate be­kennen, die gewillt sind, am Staate und im Staate mitzuwirken, und das wollen mir, weil roit es für notwendig halten, auch ver­pflichtet find, die Staatsautorität zu stützen.

Darum muß auch die heutige Reichs­flagge, solange sie besteht, als solche gewürdigt werden, mag dies auch hohe Anforderungen an Herz und Gemüt der alten Krieger stellen.

Wird in Einzelfällen Wert darauf gelegt, die Vertreter der Behörden bei unseren Festen zu sehen, und bekommt dadurch die Veranstaltung einen offiziellen Charakter, so muffen wir unsere politische Neutralität äußerlich noch dadurch be­kunden, daß wir necken unseren Bundesfarben auch die Reichsflagge in der verlangten Form zeigen."

wahifieber?

Aus parlamentarischen Kreisen wird uns ge­schrieben:

Die politischen Erörterungen der letzten Wochen nach der Zwischentagung des Reichstages haben eine ungemeine Unruhe in weite Kreise des deut­schen Volkes getragen. Nachdem vor kurzem em volksparteiliches Blatt dem preußischen Minister­präsidenten Braun allen Ernstes unterstellte, er

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Die heutige Reichsflagge ist zu würdigen.

Unruhen in Konton.

rotb. Schanghai, 17. Nov. (Eig. Funkm.). Wie aus chinesischer Quelle verlautet, sind gestern abend in Kanton infolge eines Versuchs der Arbeiterpar­tei, sich unter der Führung Guangfatfuis der Stadt zu bemächtigen, Unruhen ausgebrochen. Der Feuerkampf zwischen den gegnerischen Parteien dauerte die ganze Nacht. Der Belagerungszu­stand wurde erklärt und die Tore des europäi­schen Viertels wurden geschloffen. Andere Mel­dungen besagen, daß die Arbeiterparteiler, ihre Versuche, die' Stadt einzunehmen, tatkräftig fort« jetzen. Sie haben das Telegraphenamt besetzt.

201er wahrhaften Demokratie aber widerspricht im tiefsten Sinne die Vergewaltigung der Ge­wissen: es bedeutet dies aber, wenn man versuckt, uns eine einzige Schule aufzuzwingen. Man tut es im Namen der Geistesfreiheit! Als wenn Gei- stesfreiheit etwas Uniformes wäre und nicht Va­rietät irn höckften Sinne. Man kann niemals d,e Geiftesfreiheit für fick in Anspruch nehmen, nxnn man sie nicht allen anderen auch geben will! Wer simultan Lenkt, kann tue frei denken, weil er ein­seitig denkt. Diese Leute sprechen vomfinsteren Mittelalter und sind selbst sinsterste neue Zeit! Im Mittelalter mag man Hexen verbrannt haben, heute will man schlimmeres tun: man will sm« berfeelen in einen Rahmen hineinpferchen, in Den sie nicht passen, und man will ihnen das Köst­lichste nehmen, was sie haben: die natürliche Ver­anlagung des Kindes, alles und jedes mit Religion zu imrditränten und der Religion die natürliche Zentralstellung zu geben, die die Welt wieder haben müßte, um glücklicher zu sein!

Und das alles im Namen der Geistesfreiheit' Man wird an das Wort eines französischen Rona- listen erinnert, der, am Fuße der Gu-llotine du Freiheitsstv.tue erblickte und ausrief: Man könnte sagen: Geistesfreiheit, welche Verbrechen begeht man in deinem Namen!

Die öffentlichen und vertraulichen Unterhaltun­gen der deutschen Staatsmänner mit den österrei­chischen Führern sind zu Ende geführt und haben ----- - .. . , einen harmonischen Verlauf genommen, der zwar

zialisten daran, daß der neue Reichstag ihnen eme I fcine schnelle Lösung der Anschlußfrage, aber eine Stellung geben werde, wie etwa in der National- organische Weiterentwicklung der guten Deziehun- versammlung? Die Zeiten sind vorüber. Man 1 zwischen Deutschland und Oesterreich erwarten sollte also mit der Wahl etwas vorsichtiger und I jzßt.

ruhiger operieren, wenigstens in den großen Par- I Reichskanzler Dr. Marx und Reichsaußenmini- teien, und die Aufgeregtheiten den Kleinen und I ffer j>r. Stresemann begaben sich am Dienstag denen überlassen, die voraussichtlich bei einer Wahl I zusammen mit Bundeskanzler Dr. Seipel nach sehr enttäuscht werden müssen! Für die Zentrums» I K l o st e r n e u b u r g, wo sie in der Stiftkirche Partei ist die Lage ganz klar. Es war zur inner- I dem feierlichen Pontifikalamt beiwohnten. Hier­politischen Gesundung notwendig, die gesamte I auf wurde vom Kirchenchor auf besonderen Wunsch Rechte einmal zu längerer Arbeit in einer Regie- I des Reichskanzlers dieMesseinE-Mollvon rung festzuhalten. Dieses Ziel ist fast, aber noch I Anton Bruckner aufgeführt. Nack dem Hoch- nicht ganz erreicht. Noch sind die gesteckten Auf- I amt besichtigten die Gäste das Stift. In der Bib- goben nicht ganz gelöst, und daher kann der Au- I liothek trugen sie sich in das Gedenkbuch ein. An genblick für eine Neuwahl auch noch nicht zweck- I die Besichtigung schloß sich ein zu Ehren der Gäste mäßig sein. Wenn die Sozialisten und i hre I im Refektorium gegebenes Frühstück an.

Freunde heute große Wahlerfolge erringen, und I Dr. Stresemann ist am Mittwoch unmittelbar noch größere erhoffen, so verdanken sie es der I nach Berlin zurückgefahren. Reichskanzler Dr. klugen u. staatspolitischen Haltung des Zentrums, ! Marx berührte auf der Heimreise München, wo der Kanzler am Mittwochabend eine Reihe führender Persönlichkeiten empfing.

Man muß unvoreingenommener Weise zuge­stehen, daß Jugoslawien seitens Italiens geradezu künsllich in den Vertrag hineingetrieben wurde. Belgrad weiß, wie hier aus eigener Erfahrung bekannt ist daß Iugoflawien von Franketch seit Kriegsende stets nur dann angezogen wurde, wenn Frankreich Jugoslawien be­nötigte; jedesmal, wenn Jugoslawien her notleidende Teil war, riet Frankreichzur Mäßigung". Belgrad weiß, daß für Jugo­slawien die Umwandlung des altösterreichischen Wortes galtJugoslawien und Italien sind ent­weder Verbündete oder Feinde". Belgrad weiß, daß es am liebsten weder Verbündeter sein wollte, noch Feind sein konnte daher durch den vor­geschlagenen Dreier-Pakt eine absolut neutrale Rolle einzuhalten versuchte. Doch Mussolini hörte nicht aus Rintschitsch Vorschlag das Kompromiß, sondern nut das Nein ein Wort, das Nint- fchiffch in Rom (März 1926) garnicht aussprechen wollte.

Ueber alle vergangenen Dinge hinweg schlug aber dem Faß den Boden aus, die in Belgrad als zuverlässig bekannt gewordene Unterstützung Pro- togeioros mit Geldmitteln, die daraus offen von den Mazedoniern zugegebene Attentatsserie in Südserbien, sowie angeblich zuverlässige Mitteilungen über die Konferenzen Doris in Rom, knapp nachdem Korosec in Sofia als Träger jugo­slawisch-bugarischer Verständigung gefeiert und die beiden Könige auf bayerischem Boden sich freund­schaftlich ausgesprochen haben.

So fühlte sich Jugoslawien doppelt und drei­fach getäuscht: Don Italien politisch gedrängt, son Bulgarien hinter das Licht geführt, während Ungarn hu Norden als nicht geringzuschätzende Rückenstoßkraft stand.

Solange Italien bloß Zuschauer spielte, sah Jugoslawien denEinkreisungsversuchen" durch die kleinen Nachbarn gelassen zu;wir können nicht lingetreift werden" so sagte man in Belgrad.

Nun schien Italien gerade durch die Unter­stützung Protogerows und durch Boris Aufent­halt in Rom eine grundlegende Wendung gemacht zu haben, indem es nicht mehr einen Ring der Anderen um Jugoslawien herum inspirierte, son­dern selbst in diesen Ring eintrat diesem Augenblick, der bereits den Schatten der Einkrei­sung und Isolierung voraufwarf, mußte Jugo­slawien begegnen, wollte es nicht sich vor römischen Druckversuchen bis in den Staub beugen.__

Lange hat man in allen prominenten Kreisen Jugoslawiens die Parole so gestellt: Wenn Italien uns in südöstlichen Fragen nicht entgegentritt, sondern unserer Vormachtstellung am Balkan inso­fern Rechnung trägt, als Albanien neutralisiert, der bulgarisch-jugoslawischen Annäheruna nicht entgegenarbeitet und Griechenland dem Schicksal überlassen wird, sick in den wirtschaftspolitischen Saloniki - Fragen ohne italienische Einflußnahme mit Jugoslawien zu akkordieren wenn sonach diese Prämissen geschaffen sind, dann würde Ju­goslawien bereit sein, einen gleich lautenden Neu­tralitäts-Vertrag sowohl mit Frankreich, als mit Italien abzuschließen.

auch ertragen!

Soziales.

=S Leichtes Ansteigen der Arbeitslose»,iffer am 31. Oktober 1927. Die Zahl der Hauptunterstutzungsemp- fänger ist in der Zeit vom 15. bis zum 81. Oktober d. I. zum ersten Male seit Februar des Jahres wieder in geringem Umfange gestiegen und zwar in der Arbeits­losenversicherung um rund 10 000 und in der Krisenunter- stützung um rund 3000. Die Gesamtzahl der unterstützten Arbeitslosen hat also um rund 13000 zugenom­men. Die Zunahme ist zu einem nicht unerheblichen Teil darauf zurückzuführen, daß die Notstandsarbeiten der Jahreszeit entsprechend eingeschränkt wurden. Im übrigen ist die Steigerung in der Hauptsache auf die Ent­lassung von Arbeitskräften aus landwirtschaftlichen, bau­gewerblichen und anderen Saisonbetrieben zurückzufüh­ren. Die Zahl der Hauptunterstützungsempfänger in der Arbeitslosenunterstützung betrug am 31. Oktober d I. rund 340 000 (männlich. 274 000, weiblich. 66 000). Die Zahl der Hauptunterstützungsempfänger in der Krisen- Unterstützung betrug am 31. Oktober d. I. rund 116 000 (männlich 93000, weiblich 23000).

Schulgesetz uni) Geistesfreiheit.

Ans parlamentarischen Kreisen schreibt man uns: das behaupten! ' I Daß bei der Behandlung des Reichsschulgesetzes

Soweit beim Zentrum die Entscheidung für 1 Schlagworte eine unverdiente Bedeutung gehabt eine eventuelle frühere Wahl liegen follte, kann I habenö mar anen Einsichtigen klar; daß aber noch dies Problem nur staatspolitisch gesehen werden. jm «Jutlflen Stadium dieser Frage ein führender Irgend welche Wahlagitation oder wahltaktische I Demokrat wie der demokratische Präsidentschafts- Gesichtspunkte scheiden habet völlig aus. Erne I fonMb(lt fienPad) mit abgegriffenen Schlagworten Wahl ist weder ein Vergnügen, noch eme bloße I Iit>ctale Schulpolitik macht, das ist ein betrübliche Gelegenheit zum Kamvf, sondern ist eine Frage I o id.en und beweist nur, daß wir uns in dieser höchster Politik, und ihre Ansetzung nicht minder I °ft einem bedauerlich tiefen Niveau

eine Frage leidenschaftslosester und sachlichster "

Ue'berlegung. In dem Sinne allein kann das I ' . «er-

Problem vom Zentrum gesehen werden, wobei es I Aber H^pach hat , t und die

sich seiner einflußreichen Stellung, die ihm d e sammlung der borttgen ^okraten getan

Dinge geben, bewußt ist. Darum können auch die wenigen freunb i^en !Bttte, Me « imlajg Jen Nervositäten der Linkspresse mit ihrem allzu her- Ko n dem Zentrum un KP

ausgekehrten Sinn:Wahlagitation" keinen Ern- Katholiken widmete.konnten> die Tatsach« nicht druck Hervorrufen. So macht man keine Politik, aus der Welt schaffen daß er offenbar den Ker.« wenn man Verantwortung hat, und die Linke I des ^anzen Schulkampse-', e begreifen

würde es vermutlich auch ablehnen, wenn sie selber scheu Katholiken avstgefaßtwirdnicht begreifen Verantwortung hätte! Eine vollkommen sachliche will- oder, daß er.wieder nicht

Xäff S" if* 0,5 iC 618 ® V. 8teiD.it d--'s-.

bot der Stunde. wissens und damit auch Geistesfreiheit.

Die Rückkehr aus lv'en. Hellpach nennt sich mit Stolz einen Demo-

, ... , . , I traten, aber er sollte dann nicht vergessen, daß

Dr. Marx und Dr. Stresemann sind heimgekchrt. bie vornehmste Ausgabe der Demokratie derSckutz - - - - der Minderheiten ist! Und in diesem Sinne gebie- tet echte Demokratie, daß dem katholischen Volks- teil d i c Schule gegeben wird, die er selber erstrebt.

Statt dessen erfolgte Tirana, erfolgte unter ita- I 17m Mie-

lienischer Einflußnahme die Kündigung des he« deutsch - polnischen ®e|preckungenüber die t e leit5 abgeschlossenen griechisch-jugoslawischen Sa- beraufnahme der H^"delMertragsverhandlungen loniki-Paktes und wurde Koroseffchs Verständi- werden derV. Z. zufolge noch heute nach m i behaupten: wahrhaft modern im besten

gungsreife durch Protoaerowas erfolgreiche Werb-- werden Man datt' wie einne ber, der jedem die Möglichkeit läßt, schul­

reife ab abfutbum geführt. Gerechterroeife muß Blatt schreibt, annehmen, daß die Veibandlungentisch nach feiner Fasson selig zu werden. Da- man nun sagen, daß Jugoslawien nicht mehr die öwff^n Dr Sttesemann und ^«ckow ndie f P W Grundsatz, den man sonst im Lager der Wahl offen hatte, sondern sich mit Frankreich ver- den Slbschluß des deutsch- polnischeni Wirt chakts- lmmet guerkennt und für den man sogar

bünden mußte, wollte es nicht zwischen zwei Ses- I zwar nur vorbereitende, ü^er ^ru2I')fn^ ,u streiten vorgibt. Allen, auch den unmöglichsten

fein am Boden sitzen. «che Bedeutung haben n u r wem g e T a ge 3« aufkommenden Weltanschauungen

Objektiverweise muß man daher sagen, daß bie rechnet^baß nock^"dies? WÄe die birekttn Be- gemährt man Duldung im Namen der Gewissens-

italSenische Art, gegenüber Jugoslawien Außen- °°° Men Dr Nemönn und d^r freiheit, aber der gewaltigen Orgcmffatwn bei

Politik zu führen, gerade das Gegenteil dessen er- S^d-rgefandttn r^r polnWen Neuerung Jak- deutschen Katholiken will man sie tm Namen der reichte, was es erreichen wollte. « m S werben Cr»ilem Gewiffensfreiheit versagen und sie einem Zwange

Objektiverweife muß man aber auch sagen, daß Lewald?ift als Führer der deutschen' Delegation unterwerfen, der gerade m dlefem Lager son

Jugoslawien selbst nicht ganz schuldlos ist. Hätte entfrunben worden. höchst- Empörung hervorruft! Und das alles, wert

es die Nettuno-Konventionen ratifiziert! Zeit I I man mit Schlagworten arbeitet, d'- nur fchemba

genug hatte es, denn feit der Paraphierung durch I 7)»*> Noickstaa tritt lUfattUnCIt. I Uck mit einem Begriffe decken, mit dem ffe ffcy » Rintschitsch (Juni 1925) sind zweieinhalb Jahre UEr Wirklichkeit ober garnicht decken Die G-lstesfre-

verstrichen und welchen Wert Italien diesen Kon- D.D.Z. Berlin, 17. Nov. (Eig. Funkm.) Die heit, wie die Demokraten sie verstehen 'm. Schutt

pentionen beilegte, wußte man auch. Für I vorliegende Tagesordnung für die n ä cf) ft e kämpfe, ist nichts anderes alsmlttela terttcher Wto WM*«* nur bk L'.ch.-Iltzunu am Sl.n.t.u, d-n d>- w°hr- Fr-chni 'st d-r and°r.n

Basis, auf der man im Sinne der Ruckenfreiheit, I ' 8 . " ,, ... m»;«» I Seite!

im Sinne absoluter italienisch-jugoslawischer Neu- 2 2- November, 15 .ihr, enthalt zunachs k I giber der Kampf ist hoffnungslos; mehr als tralität fortbauen wollte (Angebote aufErwei- I Vorlagen, darunter die Novelle zum Hypotheken- I e;ne Klärung bei uns über unsere wahren Ziele

terung des Adria-Baktes"), sondern auch begreif- I bankgesetz, den Gesetzentwurf über die Pfandbriefe I rönnen wir doch nicht erreichen, im anderen Lager

lich eine Prestige-Frage, die man als berechtigt unb ' verwandte Schuldverschreibungen öffentlich werden die Scklagworte weiter eine Rolle fptelen,

anerkennen muß. nachdem die Großmacht Stafien ..... Kreditanstalten deutsch - ffchechoslowa- Für sie ist Religion doch nur em aufreizendes

die Nettuno-Konventionen in zuvorkommender ^.2 , . 1 . o 'Phänomen, das man nicht versteht und das man

Eile ratifizierte, während sie in Jugoslawien auch I kische Vertrage über einen Eisenbahnbau und über I n^t galten läßt, höchstens in einet Form, bie rott

jetzt noch nicht ratifiziert sind. die Regelung von Grenzverhältnissen. Als Haupt- I anerkennen können. Religion und Geistes-

Daher gilt objektiverroeise: Gewiß, Italien trägt I punkt sieht die Tagesordnung die erste und zweite I freiheit sind dort eben solche Gegensätze, wie unsere Schuld, daß Jugoslawien nunmehr ins Gegen- I Beratung des deutsch-französischen Handelsabkom- I Bestrebungen auf dem Gebiete des Reichsichul-

laaer endgültig überging aber auch Jugoslawien I ' I gesetzes. Aber wir können das ertragen. Willman

ist nicht schuldlos, daß bas italienische Mßtrauen ' mens DDr---> -----

wach erhalten blieb.