Einzelbild herunterladen
 

Fuldaer Zeitung

Streik ohne Ende. — Landsleute. — Die verleumdete Therese.

glücklich in

Das Cafe

■

Die älteste Sparkasse des Regierungsbezirks

I

Mündelsicher ------

Besitzer: Gustav Hesse, Bahnhofstrasse 11, Tel 222.

■ V

Die Conditorei

Täglich Künstler-Konzerte

zuschicken.

Dann eilte er in

Fast wäre Franc einen Schritt zurückgetreten. Vor ihm stand die Frau ,die er vor einigen Stunden am Bahnsteig gesehen und die mit ihm gesprochen hatte.

Er verriet sich jedoch mit keiner Bewegung, stand dort und griff nach dem Hute.

Sie nickte flüchtig mit dem Kopfe und sagte mit lauter, klingender Stimme:

„Was ist Ihr Begehr hier, mein Herr?"

Sie forschte in seinem Gesicht. Suchte nach Spuren, die sie vielleicht auf die Person des Mannes führen konnten.

Er sah sie einen Augenblick lang an und griff dann in die Tasche. Holte eine Karte hervor und sagte mit verstellter Stimme:

„Ich komme im Auftrage der Brandschadenversiche- rung, meine Gnädigste, ob Sie vielleicht Interesse daran hätten, Ihr Haus versichern zu lassen."

„Dieses Haus gehört nicht uns, wir haben nur diese Wohnung hier gemietet, der Besitzer ist nicht hier, wenden Sie sich an seine Adresse."

Ihre Stirne hatte sich gerötet und verriet den Un­willen, der sich ihr aufdrängte. Mit einer entschlosienen Handbewegung warf sie die Tür ins Schloß, ohne noch etwas gesprochen zu haben.

"Einen kurzen Augenblick lang stand Franc Weller noch auf der Schwelle, murmelte dann einige bedauerliche Worte und ging langsamen, gemessenen Schrittes wieder die Treppe hinunter.

Dor dem Hause blieb er stehen, wandte sich dann auf die andere Seite der Gasse und sah in eine Auslage. Don hier aus konnte er beobachten, ob man ihm von dem Hause aus nachsah. Nur einen Augenblick sah er in das Fenster, dann setzte er seinen Weg fort; niemand hatte ihm nachgesehen.

Es war ein fremdes Haus. Sonderbar. Die fremde, unbekannte Frau, die ihn warnte, wohnte auch hier, wo Fedja Sarin hineinging, der wahrscheinlich mit ihr im Zusammenhang stehen mußte. Er hatte gesehen, daß sie sehr schön war, da sie diesmal ohne Schleier ihm gegen­übergestanden hatte.

Sie konnte noch nicht so alt sein, obwohl sie kein junges Mädchen mehr war. Große, dunkle Augen leuch-

Der Russe brummte einige unverständliche Worte und schielte nach dem Gelbe hin. Dann sagte er zu und ging auf den Hof hinaus.

Franc benützte die kurze Spanne Zeit, während der Bauer das Pferd sattelte, sich von dem Staube zu rei­nigen, der dick auf ihm lag. Dann eilte er hinaus, und wenige Minuten später sprengte er in der Richtung Warschau davon.

Nach zwei Stunden eines wilden Rittes war er in Warschau. Er begab sich zu einem Vertrauensmann, der in Warschau stationiert worden war, als Franc Weller vor Jahren dort seinen Posten verließ, und übergab ihm das Pferd, mit der Weisung, es sofort wieder zurück-

Ein alter Herr trat aus dem Hotel und ging lang­samen Schrittes davon. Schritt durch kleine Gassen und schien ein bestimmtes Ziel vor Augen zu haben.__

Es war Franc Weller.

Dann stand er vor dem geheimnisvollen, hohen Hause, das fast allein am Ende der Gasse stand. Er sah einen Augenblick auf die lange Fensterreihe hinauf und schritt bann etwas schleppenden Schrittes die hohe Treppe empor. ______

Das Haus schien wie ausgestorben. Kein Laut drang an fein Ohr, keinem Menschen begegnete er, es lag da, als wäre es unbewohnt. Er musterte im ersten Stock­werk die beiden Türen, sah, daß sie versperrt waren, ein kleines Schloß hing davon.

Langsam und bedächtig stieg er die Treppe zum zweiten Stockwerk empor, stand dann vor einer ver­schlossenen Tür, an der kein Schloß hing, klopfte kurz ent­schlossen an.

Nichts regte sich. Man mußte ihn nicht gehört haben. Er klopfte wieder, lauter, und horchte. Plötzlich ver­nahm er Schritte, die sich der Tür näherten. Er griff sich nach der Brille und sah auf die Tür.

Ein Schlüssel wurde drinnen herumgedreht, die Tür stöhnte ein wenig, und ein Mensch erschien im Rahmen derselbe».

Was könnte ich heute nicht alles erzählen. Aber ich darf nicht. Stelle sich einer vor, wie ein ver­ehrtes Publikum meine Plauderlust einschränkt. Der Papst hat feinen Index, der Staat hat seinen Index und den größten von allen hat doch noch das Publikum selber. Ich sehe im Geiste, was ich alles nicht schreiben darf. Da ist zum Beispiel die Be- soldnngsreform. Bin ich dafür, geht es mir schlecht, bin ich dagegen, geht es mir auch schlecht. Vielleicht darf ich noch eben wünschen, es möchte doch um jeden Preis vermieden werden, daß Arbeiter gegen Beamte und Beamte gegen Arbeiter dabei m Harnisch gerieten. Eine Konsumgenossenschaft bittet mich, für sie einzutreten. Ich werde mich hüten, denn was wird mein Nachbar der Kolonialwaren­händler, dazir sagen? Ein Warenhaus hat mich interessiert, aber wo bleibt der Mittelstand? Kein Wörtchen darf ich sagen, denn entweder kommt mir der große Mann auf den Pelz oder alle du kleinen. Spreche ich vom Krieg, dann melden sich die Pazifisten, spreche ich vom Frieden, bringt man mir einen Parademarsch als Katzenmusik. Trete ich für die Länder ein, klagt das Reich über drohen- den Bankerott, vergesse ich die Länder, steigt nur der Förderaliemus auf den Kopf. Sage ich: Die Schwerindustrie verdient gut, so antwortet das Ausland: Dann könnt ihr auch die Daweslasten bezahlen. Sage ich: Die Schwerindustrie verdient schlecht, so bringe ich den Arbeiter um seinen ver­dienten Lohn. Lob ich den Mieter, dann klagt der Hausbesiß, spreche ick aber für Hauszinssteuer, dann schlagen mich die Besitzer tot. Bin ich für das Sparen, so verlangt man von mir Garantien, daß der Wert der Ware sich nicht ändere, bin ich gegen das Sparen, so weih ich nicht, wie wir wie­der zu Kavital kommen sollen. Trete ich für die staatliche Fürsorge ein, so meint der Rassenforscher, das verschlechtere nur die Rosse und erhalte das Minderwertige. Bin ich gegen diese Fürsorge, io klagt mich das weinende Elend an. Schließe ich gewisse Dämlichkeiten in einige Gassen ein, so pflege ich ein übliches Gewerbe. Gebe ich dre Dämlichkeiten frei, so verwandeln sie ganze Städte in das Bild jener verrufenen Gassen und fahren obendrein noch nächtlicher Weise im D-Zuge. Bin ich gegen den Alkohol, so schlägt mich ein gewisses Kapital am Ende noch mit Bierflaschen tot, bin ich ober für Alkohol, so trinken die Leute zu viel. Rate ich zur Heirat, so denke ich, was die wohl nach zwanzig Jahren zu meinem Ratschlag sagen werden? Rate ich ab, so verflucht mich nach ebenso­viel Jahren ein einsames Iüngferlein. lieber all das und vieles andere darf ich also nicht sprechen. Was ist heute überhaupt noch übrig geblieben, worüber wir nicht in Streit gerieten, sobald he Rede darauf tarne. Bei der Politik verstehe ich es ja, aber die Nervosität ist so groß geworden, daß die größten Harmlosigkeiten zu einem trojani chen Kriege führen mit all den Heldentaten eines kampflustigen Hektor und mit allen Tranen der Andromache. Überall Lärm um nichts! Schrieb da neulich ein treuherziger Vater an die Redaktion, die Kinder hätten viel zu viel Ferien und machten viel zu viel kostspielige Ausflüge. Gleich telephoniert ein Schulmann: Wie können Sie sich erlauben?

. Was versteht der Mann denn davon? . . . Das ist ja alles Unsinn! ... Das müssen doch wir Lehrer wissen! .... Wir haben doch auch Kinder! . .-. . Und der arme Redakteur bringt also ein zweites Eingesandt. Darob ärgert sich der erste und verlangt das Recht zu einer Antwort. Und die Telephone klingen ohne Unterlaß. Armer Chefredakteur! Entweder hast du die Ruhe jener Patriarchen, die mit ihren fabelhaften guten

Das Vdantom.

Roman von Eduard Adrian Schmant.

15] ----------

Ein Zischen und donnerndes Krachen drang an sein hhr, er spürte, wie ein gewaltiges Zucken durch den Leib der Maschine ging und wie sie sich schüttelte. Sie prallte, eor diesen Krallen, die sie anhielten, zurück. Das war der richtige Augenblick. Fünfzig Meter konnte die Trift «och entfernt sein, die Maschine prustete schon, gleich waren sie heran, da schrie Franc Weller noch einmal: »Weiter!"

Und in diesem Augenblick sprang er ab und landete wohlbehalten in dem frischen, hohen Grase. Sah noch, wie der erste Maschinist grinste und mit der Hand winkte, bann kollerte er auf der anderen Seite der Grastrist herunter.

Im Zuge waren die Fahrgäste einen Augenblick lang burcheinandergesahren, hatten erschreckt aufgesehen, dann aber hatte die Maschine wieder angezogen und war mit gleicher Geschwindigkeit weitergefahren.

So war es niemandem ausgefallen, daß Franc Wel­ker abgesprungen war.

Der Zug raste darauf mit ungeheurer Geschwindigkeit den glitzernden Strang entlang, seinem Bestimmungsort zu. .

•

Einige Meilen von der Grasmulde entfernt stand die Hütte, die Franc Weller gesehen hatte. Er strebte ihr nun zu und erreichte sie bald. Im Hause war außer einem alten Weiblein und einem kleinen Kinde nie­mand anwesend. Franc machte der alten Frau ver­ständlich, daß er ein Pferd brauche. Er zählte ihr einige Banknoten auf den Tisch, die als Sicherstellung dienen sollten. Die Hausbewohner waren auf dem Felde drau­ßen, mähten Gras. Das kleine Kind llef hinaus und kam nach einer Weile mit einem sonnverbrannten, gut­mütig dreinschauenden Manne zurück, der Franc nach sei­nem Begehr fragte.

„Sie müssen mir ein Pferd zur Verfügung stellen, ich bin von der Polizeiabteilung, ich biete Ihnen eine Sicherstellung und werde das Pferd nach meiner Ankunft ta Warschau sofort wieder zurückschicken."

2. Blatt.

Druck der Fuldaer «ckleudruckeret, Fulda

teten aus einem matt bräunlichen, fein ovalen Gesicht, eine fein gebogene Nase stand über einem kleinen Mund. Eine vollschlanke, sehr schöne Gestatt, die in allem die Rasse einer typischen Russin zeigte.

Franc Weller brachte sie in Zusammenhang mit Fedja Sarin und dachte nach, ob dieser vielleicht ihr Bruder sein könne, kam aber zu keinem Resultat dabei.

Vielleicht handelte es sich um eine größere Anzahl von Menschen, die im Spiele waren.

Plötzlich schoß ihm ein Gedanke durch den Kopf: Wer war Saschas Frau gewesen? Er erinnerte sich der Ge­schichte, die man ihm über dieses Weib erzählt hatte, Sascha hatte sie gesunden, als sie sich bas Leben nehmen wollte. Sie war nach seinem Tode gegangen und nicht mehr wieder gekommen. Wo trieb sie sich herum? Wer war sie überhaupt--?

vielleicht hatte man ein Bild von ihr auf Petrowna. Oder man konnte sie genau beschreiben.

Diese Unbekannte, vielleicht spielte sie die Rolle mm Saschas Frau ...

Er holte sich sein Pferd und ritt nach Petrowna.

Man bestürmte ihn mit Fragen, wo er die Zeit über gewesen war und was sich zugettagen hatte.

„Nichts," begann Franc Weller ruhig und gelassen. „Ich hatte nur einen Einfall gehabt, der sich auf den jungen Fedja Sarin bezog. Ich bin nach Warschau ge­kommen und habe gesehen, wie er in einem großen Hause abgestiegen ist. Er dürfte nicht ungefährlich sein, obwohl ich ihn bisher nicht mehr zu Gesicht bekommen habe. War er vielleicht schon wieder hier, oder ist sonst jemand angekommen?"

„Niemand," entgegnete Vorris und sah Franc an.

„Ich habe mancherlei Erfahrungen gemacht in der Stadt drinnen. Ich meine, sie stehen alle mit dieser dunklen Geschichte auf Petrowna in Zusammenhang. Man hat mich sogar gewarnt, ich möchte die Finger aus diesem Spiele lassen. Zum Schein habe ich nachgegeben und bin nach Paris gefahren, aber heimlich zurück- gekehrt und werde vielleicht ans Handeln denken können.

Doch da fällt mir noch etwas ein. Ich bin eigentlich wegen etwas anderem hergekommen: Haben Sie viel­leicht ein Bild von Saschas grau, ich entsinne mich nicht mehr genau, wie sie hieß —" (F. f.)

M 262.

Sonntag, 13. November 1927.

sein Hotel und begann sich umzu­kleiden. Er prüfte sorgfältig sein Aeußeres, bevor er auf die Straße trat und nickte zufrieden.

Die Raffenfrage in Afrika.

Die Rajsenfrage in Afrika, oder genauer aus- «edrückt, das Verhältnis des Schwarzen in seiner Heimat zu dem weißen Eroberer, ist vor kurzem durch die Entscheidung des Obersten Gerichts der englischen Kolonie Sierra Leone wieder, in ein grelles Licht gerückt worden, derzufolge ein ent­laufene Sklave seinem Besitzer mit Gewalt wieder zugeführt werden kann. Wenn dieser Spruch auch die Verhältnisse in dem S ch u tzg e b i et von Sierra Leone betraf, nicht die in der britischen Ko­lonie, in der dle Sklaverei verboten ist, so dat doch die gerichtliche Billigung der Sklaverei in drr ganzen Welt, und nicht zum wenigsten in England selbst, Aufsehen erregt und Ablehnung er- ufjren. Mehrere angesehene englische Schriftstel­ler haben aus diesem Anlaß die Rassenfrage wie­der aufgegriffen, und einer von ihnen, Lord Oliver, scheut sich nicht, offen auszusprechen, daß. obwohl die Sklaverei längst der Vergangenheit an- ochören sollte, sie doch auch in anderen britischen Widern wie der Südafrikanischen Union und den .Afrikanischen Kolonien noch längst nicht ausge- uttet ist. Der Weiße macht zur Zeit in Afrika -je zweite, wesentlich schwierigere Entwicklungs­stufe in seinem Verhältnis zum Schwarzen durch. Die erste Stufe der Besitzergreifung und Ordnung des Chaos in dem neu gewonnenen Lande ist für ein kolonisatorisch geschultes Volk wie die Englän­der verhältnismäßig einfach gewesen. Dann folgte aber die zweite Stufe der wirtschaftlichen Aus­beutung des Landes, wo der Weiße den Eingebore­nen zwingt, fein bisheriges Faulenzer leben auf- mgeben und ihm in Fabriken, Bergwerken und Farmen zu dienen; da beginnt der Schwarze aus feiner anfänglichen Bestürzung zu erwachen und sich aufzulehnen. So ist jetzt die Lage in Afrika; kein geringerer Zeuge als General Smuts bekennt ganz unverholen, daß in allen eingeborenen Stäm­men ganz Afrika der Geist der Auflehnung gegen den Weißen im Wachsen begriffen ist, so daß das Gespenst einer blutigen Auseinandersetzung, eines Der nichtrmgs kampfes zwischen Weißen und Schwarzen drohend am Horizont aufsteigt. Gewiß fft die Dölkergruppe der Bantu heute im allge­meinen besser daran als unter der Schreckens­herrschaft ihrer einstigen Häuptffnge, aber es ist eine alte Erfahrung, daß die Schwarzen die Quä­lereien ihrer Stammesgenoffen williger ertragen als die milde Herrschaft Fremder, und manche Stämme wieder, wie zum Beispiel die Kaffern, haben sich gegen die frühere Zeit unzweifelhaft verschlechtert; aus freien Bauern und Viehzüchtern sind sie zu billigen, unselbständigen Arbeitskräften geworden, entweder in vorbehaltenen Wohnbezir­ken eingepfercht, die schnell zu eng für sie werden, oder in schmutzigen städtischen Wohnstätten unter­gebracht. Dabei vermehrt sich dieser nach Millio­nen zählende Stamm erheblich schneller als die Weißen und hat trotz aller Verkommenheit feinen kriegerischen Geist noch nicht ganz eingebüßt Augenblicklich ist der Kaffernstamm der geeignetste Nährboden für kommunistische Wühlerei. Prof. Brookes in seinem neuesten Buche „Geschichte der Eingeborenenpolitik 'm Südafrika" sieht die beste Lösung in einer getrennten Entwicklung der wei­ßen und der Banturimlisation nebeneinander. Hierbei muß die weiße Zivilisation sich auf die Ar­beit der Bantu stützen, und es ist sehr fraglich, ob diese Rollenverteilung den Negern zusagen wird. Die Zukunst der Weißen in Afrika ist jeden­falls nicht gesichert. Wie sie sich entwickelt, wird sehr von der Umsicht abhängen, mit der man die Rassenfrage behandelt. Jeder Fehler kann den Schwarzen eine mächtige Hilfe zuführen, den krie­gerischen Islam, der die mißvergnügten Bantu schnell zu einer weit gefährlicheren Macht zusäm- menschweißen würde, als sie es heute sind.

Nerven 900 Jahre alt wurden, oder du mietest dich frühzeitig ein in einer Idiotenanstalt. Nur Redakteure, die vor Verdun und an der Somme längere Zeit im Kampfgraben waren und dort erfuhren, was Trommelfeuer ist, wandeln auch un­ter dem Brausen der Kritik wie Sokrates unter den Säulenhallen von Athen. Schritt für «chrm.

Will hier einen Abschnitt machen, obwohl es im gleichen Stile weitergehen soll, ist doch dieses Kapitel wirklich ohne Ende. Da stiftete neulich ein Spanier einen kostbaren Altar. Dre Leute aber sagten, er hätte es doch besser den Armen ge­geben. In einer bestimmten Stadt war den gan- Nnrhmittoo frhmere Sitzung, warum? Es

gen Nachmittag schwere Sitzung, warum? hatten die C. V.er einen ihrer Leute gluckll Stellung gebracht, und es meinten dre K. D er, jetzt müsse endlich auch wieder von den ihren einer ankommen! Soll ich die einen fabeln, roen sie tun, was die andern nicht lassen wollen? Wie sagte der Richter zu dem Angeklagten? Du hast Recht, so sagte er. Und als bei zweite tarn, da jagte er zu ihm: Auch du hast Recht. Ja, aber, was ist das denn nun? Ihr habt eben beide Recht, sagte der schmunzelnde Richter, und dieser Mann hatte ohne Zweifel Beruf zum Journalisten. Aber was soll nun geschehen? Sollen wir etwa alle Drvlo- maten werden? Ganz gewiß hilft in diesen Zei­ten der Fanatismus nichts. Sagen wir Klugheit statt Diplomatie, so lautet das schon bester. Sagen wir statt Klugheit verstehende Liebe, so klingt das sogar sehr gut. Und zwar muß man der Sache

xw oeln" H8im« tre.

* das gute Unionbräu S

aus der

Unionbrauerei Fulda, G. m. b. H. Fulda

Einzige Brauerei des Kreises Fulda.

Flaschenbier-Vertriebi Georg Ruppel, Flaschenbierhandlung, Kanalstr. 8. telephonisch zu erreichen unter Nr.2^. Aug. Ullrich, Haschenbierhandlung, NlkolausstraBe 14 und die durch unsere Plakate bezeichneten Verkaufsstellen.

wirklich auf den Grund gehen.

Zweifellos haben sie alle Recht, der Waren- hausbesitzer, der kleine Kaufmann und der Direk­tor der Konsumgenossenschaft. Zweifellos sprechen Gründe für die Besoldungsreform und ebenso zwei­fellos muß das Los des Bergarbeiters verbessert werden. Der Pazifist hat seine Gründe und der Militarist auch. Der C. V.er soll leben und der K. V.er auch. Ebenso wichtig sind die Sorgen des Hausbesitzers wie die des Mieters. Aus dieser Lage gibt es nur zwei Auswege: Entweder schla­gen wir uns gegenseitig tot, ober aber wir vertra­gen uns. Vertragen kann man sich nur, wenn man in irgendeiner Hinsicht einer Meinung ist. Und da ist das große Loch der Bildung und der Kultur der Gegenwart. Die Zwistigkeiten und die Gründe dafür sind da, wie sie immer dagewesen sind. So lange nämlich Menschen leben, waren es Menschen mit den verschiedensten Interessen. Außer den Verschiedenheiten aber hatten sie auch Gleichheiten. Das aber, worin Menschen gleich sind, das ist heute bis auf einen geringen Rest gufammenge- schrumpft. Vor einiger Zeit bekam ich Streit mn irgendeinem Menschen wegen einer Bagatelle. Aus einmal entdecke^ mir, daß wir ja Landsleute sind. Und schon war der Streit abgetan, und schon sa­ßen wir gemütlich in einem nicht ganz alkohol­freien Winkelchex. Wir waren Landsleute, und diese Gleichheit war viel wichtiger als die Ungleich­heit, die uns in Streit versetzt hatte. Die gemein- fame Heimat stieg auf, das gemeinsame Spiel der Kindheit, die gemeinsame Schule, die gemeinsame Straße, die gemeinsame Kirche, der gemeinsameHerr Pfarrer, das gemeiafame Hinauswandern ins Le­ben, hin und gut, wir hätten uns wegen einer ganzen Million im Augenblick geeint, so festlich war die Stunde.

Nicht also die Interessengegensätze bringen uns auseinander, sondern es hält uns nicht Stärkeres mehr beieinander. Religion. Vaterland, Freundlchaft, Scholle. Ideale, alles das find eini­gende Werte. Ihr Kurswert aber ist in unheim­licher Weise gesunken. Statt dessen aber ist an

die Oberfläche geraten der Reid, die DEmhert, der Betrug, die Beftedjung, die Händelsucht, so daß es wirklich ein gräßliches Bild tft das uns das Leben heute nicht selten zergt. Selbst bie gute Therese von Konnersreuth ist davon nicht verschont geblieben, und es hat die „Tribüne die Nreder- trSchtigkeit besesten, ihr die häßlichsten Dtnge nach­zusagen Man sollte es nicht glauben, daß dre Lust an der Sen ation, die Freude des Derleum- dens so groß sein könnte, daß sie derartige Dinge einfach erfindet. Sei du ein Rkensth, der einmal einfach wieder anfängt, em aufrichtiger Fremfa, ein wohlmeinender Helfer zu fern. 3hmm ben Mammon nicht allzu wichtig. . Bleib ein wenig Kind. Freue dich über das Kieme. Ueberlatz den Lärm den Mussolinis, den Pilfudskis und den cm- dem Motoren in Menschengestalt. Es ist Zeit, sonst wird unser liebes Deutschland noch die reinste Nervenheilanstalt. Der Mann »m Tuonbc.

Reife und Wanderung.

= Earikaspllgerfahri las heilige Laad Die vom Carttasverband in diesem Herbste veranstalteten Pü- gerzüge nach Rom und Lourdes haben Io allgemeinen Anklang gefunden, daß die Pilgerabteilung ermu.mt worden ist. in Verbindung mit dem Verein porn 5)1. Land in Köln und dem Ludwigsmissionsverem in Mün­chen im Avril nächsten Jahres eine Heiliq-Land-Pilger- fahrt in die Wege zu leiten. Die Fahrt wird etwa 9Q Tage in Anspruch nehmen mit fttagigem Aufenthalt im Hl. Lande 'elbst. Um recht vielen die Teilnahme zu ermöglichen, hat man besonders darauf gesehen, zu ei­nem möglichst niedrigen Preis die Wallfahrt ametzen zu können. Die Gesamtkosten werden bet Fahrt 3 Kl. etwa 600 Mk., in 2. Kl. 700 Mk. und in 1. Kl. 800 Mk. betragen. Nähere Angaben sind zu erfahren be> dem Earitasverband in Fulda, Kanalstraße 22 lMutter. haus) oder auch durch die oben genannten Stellen.

Wissenschaft und Forschung.

= Das Gräberfeld bei Plöhing. Bei den Nachfor­schungen auf dem großen Gräberfeld aus dem ersten uni zweiten Jahrhundert vor Christi bei Plötzing tn der Nähe von Werder a. d. Havel sind fünfzig neue Bestat­tungsurnen mit wertvollen Bronce- und Eisenbeigaben gefunden worden. Die Zahl der Urnen dieses Fundes ist damit auf 70 gestiegen. Die Altertümer werden nach dem Potsdamer Museum gebracht.

Radio-Programm.

Montag, den 14. November.

11.55—12: Uebertragung des Glockenspiels aus dem Darmstädter Schloß. 15.30—16 (3.30—4): Die Stunde der Jugend. 16 30-17.45 (4.30-5.45): Konzert des Hausorchesters: Die Oper der Woche. 17.45—18.05 (5_45 bis 6.05): Aus dem Roman „Auch Einer von Fr. Th. Bischer. — Sprecher: O. W. Studtmann. 18.15—18.30 615—6.30): Dereinsnachrichten und andere Mitteilun­gen. 18.30—19.30 (6.30—7.30): Vortragszyklus der In­dustrie- und Handelskammer Frankfurt a. M.-Hanau. 1. Vortrag: „Die Notwendigkeit einer Steuervereinheit- lichunq. Die Vereinheitlichung der Gewerbesteuer", von Dr. Köbner. — 2. Vortrag: „Die Vereinheitlichung der Grund- und Hauszinssteuer", von Rea.-Rat a. D. Dr. Keck. 19.30—19.45 (7.30—7.45): Englische Literaturpro­ben, vorgetragen von Fräulein Moischke. 19.45—20.15 (7 45—8.15): Stunde der Frankfurter Zeitung. 20.15 (8.15): Hasen">nn's Töchter. Lustspiel in drei Akten von L'Arronge. Spielleitung: Ben Spanier. Anschließend: Schallplatten-Konzert. Buntes Programm.

Rund um die Woche.

»esoldungsreform, Warenhäuser, yausbesih, Meter, Sparer o. s. w. — Der Chefredakteur. -

Wie wird das tneffer ?

lieber der Nordsee liegt ein Tiefdruck, das sich sehr wahrscheinlich etwas südwärts verlagern wird, sodaß unser Gebiet mehr unter die Herrschaft nördlicher Winde kommt. Zunächst sind noch Niederschläge in Form von Schnee zu erwarten. Die kalten nördlichen und östlichen Winde bringen starke Temperaturräck- gänge mit sich, sodaß erheblichere Nachtfröste als bis­her’m erwarten sind. .....

Aussichten bis Sonntag: Wolkig, meist trocken, star- kere Nachtfröste, nordwestliche Winde.___________________

UlllllllllllllllllllillllllilllliMllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllUIlillllllllllllllNlllllllllllllMllllllli!» I SIMtische Wusse | | 1825 FUldfl 1825 |

Bahnhofstrasse 5 W