K v.Wtlvitz zum Votjchllster in WaWlon ernannt
das
1928 ben,
vieösterrelchischenZozial-emokralen
Todesstrafe und Politik
Aufmerksamkeit ge«
politischen G e
Die Lage in China
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General Yen
Marschall Tschcmg Tso-linS Truppen haben 2a.
wendig, weil die Vermög den Betrag von 400 Mi
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lungert nördlich des Gelben Flusses tiertrieben, Das heißt also, daß die Peking-Truppen wie. der einmal Siege erringen.
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ang allein dm Kampf gegen die ttsetzen werde. Schanghai, das de-
wtb. Berlin, 5. Nov. (Eig. Funkm.). Das heute veröffentlichte Memorandum des Generalagenten für die Reparationszahlungen enthält eine längere Einleitung und drei Kapitel über die Finanzpolitik des Reiches, das Finanzwesen der Länder und Gemeinden, die Kredit und Währungspolitik und eine Schlußbetrachtung. Es ist ebenso wie die Antwort der Oeffentlichkeit mitgeteilt worden.
Steuer und Haushalt.
Entsprechend der Ankündigung des Reichsfmanz- ministers bei feinen Ausführungen int Hauptaus-
wtb. Berlin, 5. Nov. (Eig. Funkm.). Der Botschaftsrat Dr. von Prittwitz und Gaffron ist heute zum deutschen Botschafter in Washington ernannt worden.
Der Reichspräsident empfing schon am Samstagvormittag den neu ernannten deutschen Bot- lchafter in Washington, von Prittwitz und Gaffron.
Mord an sich, also für die überlegt künftig die Zubilligung mildernde ----- ' ’ . Wie soll sich abe -
Die deutsche Antwort auf das Memorandum des Reparationsagenten ist Samstagvormittag um 11 Uhr überreicht worden.
Die Antwort an Gilbert überreicht
Memorandum und Antwort veröffentlicht.
Das Staatsdepartement in Washington hatte der -rutschen Botschaft mitgeteilt, daß Präsident Eoo- lidge das Agrement für die Ernennung des Votschaftsrats o. Prittwitz zum Botschafter in Washington erteilt hat. Der deutsche Botschafter- Kandidat ist also in Washington genehm und die Ernnennung durch den Reichspräsident ist jetzt cor sich gegangen.
schuß des Reichstages wird in dm nächsten Tagen dem Reichstag ein Gesetzentwurf zugehm, der die Nacherhebung der Vermögenssteuer für regelt. Dieser Entwurf ist not«
Aus dem Reichstag teilt man uns mit: Tas politische Interesse erstreckt sich in diesen Sagen auf die Verhandlungen im Bildungs- und int' Rechtsausschuß. Da ergibt sich nunmehr das Bild, daß die Opposition geschlossen gegen die Regierungsparteien steht und ihre TaM so einrichtet, daß positive Resultate fast garnich: erzielt werden können. Das hat sich sehr kraß besonders in den Derhandlungm des Bildungsaus- schusses über das Reichsschulgesetz und bei den Verhandlungen int Rechtsausschuß bezüglich der Frage
— Die deutsche Florett-Meisterin, Fräulein Helene Mayer-Ossenbach, gewann in London das internationale Damen-Florett-Turnier und nimmt damit zum ersten Male den „Alfred Hutton-Pokal" nach Deutsch- land mit. Die britische Meisterin, Frau Freenv»- wurde Zweite.
den wichtigsten Ausschüssen einen ganz außerordentlich schleppenden Fortgang.
Wie insbesondere von der demokratischen Presse gearbeitet wird, um die Regierungsparteien auseinanderzumanövrieren, ergibt sich aus einer Meldung des „Berliner Tageblatts", wonach die Deutsche Volkspartei in schärfstem Widerspruch zu dem Reichsmnenminister Dr. von Keudell stehe und ihm deshalb die volksparteilichen Forderungen zum Reichsschulgesetz ultimativ in Form einer Denk-
Jn Wien hat, rote schon gemeldet wurde, In diesen Tagen die österreichische Sozialdemokratie einen mehrtägigen Parteitag abgehalten, der wegen seiner Stellungnahme zum Kurs der öfter- reichischen Innenpolitik große fanden hat. Die parteip
der Abschaffung der Todesstrafe gezeigt. Ganz offenbar arbeitet die Opposition darauf hinaus, die beiden Gesetze zu sabotieren.
Besonders stark ist das heworgetreten bei den Beratungen im Rechtsausschuß, wo man offenbar verhindern will, daß diese Regierung die Strafrechtsreform zustandebringe. Nachdem zuerst die Abschaffung der Todesstrafe verlangt worden ist, ging man von der Opposition noch weiter und verlangte nun auch noch die Abschaffung der Zuchthausstrafe, ja ein spezieller Antrag will überhaupt nur eine sogenanntte „Einheitsstrafe" in Form einer „Verwahrung" einrichten!
Hier äußern sich verstiegene Ideologien, die praktisch bedeutungslos sind, aber jetzt als politische Kampfmittel zur Sabotterung der parlamentarischen Aufgaben Anwendung finden sollen. Durch diese
Dazu kommt aber noch eine andere Erwägung: Die Zahl derjenigen Fälle, die nach der neuen Strafrechtsreform mit der Todesstrafe bedroht sind, betrifft nur die allerrohe st e Form des gemeinen Mordes, denn auch für Mord an sich, also für die überlegte Tötung soll künftig die Zubilligung mildernder Umstände möglich sein. Wie soll sich aber der Staat ünd wie sollen sich die Bürger schützen gegenüber Personen, die nicht einen, sondern mehrere Morde begangen haben? Man möge sich einmal vorstellen, was dann eintritt, wenn die Todesstrafe durch die lebenslängliche Zuchthausstrafe ersetzt wird und wenn, was doch oft genug vorkommt, ein solcher Verurteilter ausbricht und seine verbrecherische Tätigkeit fortsetzt. Dann besitzt der Betreffende ja geradezu einen Freibrief für das Verbrechen, denn ihm kann ja garnichts mehr passieren; er kann ja gar keine schwerere Strafe als die des lebenslänglichen Zuchthauses, eine Strafe also, die i er ia lckwn aufgebürdet bekam, erhalten und möge
er noch so viele Untaten derjenigen anfügen, wegen deren er zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt worden ist. So kennen wir den Fall eines Lustmörders, der zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt war, dann ausbrach und bis zur Zeit seiner Wiederinhaftnahme nicht weniger als acht weitere Lustmorde verübte! Wenn nun ein solches Subjekt sich sagen muß, daß er keine andere Strafe, als die er schon zudiktiert bekam, zu erwarten hat, so besteht ein Schutz der Gesellschaft vor einem solchen Verbrecher überhaupt nicht mehr.
Man hat wiederholt den Eindruck, als wenn doch allzu stark in einer unwirklichen Ideologie gearbeitet würde. Welche Auswirkungen das hat, zeigt sich ja dadurch, daß im Rechtsausschuß neben der Abschaffung der Todesstrafe sogar auch schon die Abschaffung der Zuchthausstrafe propagiert wird und daß man für eine „Einheitsstrafe" in Form einer „Verwahrung" eintritt. Diese Theorien lassen der Charakter der Strafe als Sühne vollständig beiseite, und sie betonen das Moment der Erziehung. Wie aber soll eine der» artige Erziehung bei einer Einheitsstrafe gewährleistet fein, wenn Personen, die erstmals einer Strafe verfallen sind, mit Gewehnhestsverbrechern zusammengebracht werden. Dadurch werden einmalige, vielleicht aus Not ober aus augenblicklicher Verirrung Gestrauchelte ohne weiteres von den Gewohnheitsverbrechern infiziert. Man kann doch bei einer solchen Methode nicht von einer „erzieherischen" Möglichkeit der Einheitsstrafe sprechen.
Leider gewinnt es den Anschein, als wenn auch dieses an sich doch durchaus unpolitische Problem der Todesstrafe unter parteipolitischen Gesichtspunkten im Rechtsausschuß des Reichstages behandelt würde. Das wäre die sachlich untauglichste Methode, die dieser Frage gegenüber anzuwenden ist. Die Regierung hat noch eine Denkschrift über diese Frage in Aussicht gestellt, die bis zur zweiten Lesung fertiggestellt fein soll.
hat. Bei der Schaffung des Steu ermüd erungsga- setzes ist im 8 23 eine Klausel festgelegt worden, wonach die Nacherhebung der Vermögenssteuer erfolgen muß, wenn das Aufkommen dieser Steuer nicht 400 Millionen Mark erzielt. Tatsächlich eingegangen sind im Jahre 1926 nur 360 Millionen
schrist überreicht habe. Dazu bemerkt die National- liberale KorrespondeiH, daß es sich bei dieser Meldung um die „sensationelle Aufbauschung eines sehr einfachen Vorganges" handele. Danach hat Geheimrat Dr. Runkel die bekannten innerhalb und außerhalb des Reichstages vertretenen Forderungen der Deutschen Volkspartei zum Reichsschulgesetz schriftlich fixiert und diese Zusammenstellung dem Reichsinnenmimster Dr. von Keudell gezeigt. Das sei alles und bedeute weder einen Wendepunkt in den Verhandlungen noch in der Haltung der Deut» schm Dolkspartei.
Ein Korrespondent deS „Matkn" in Schanghai berichtet, daß wahrscheinlich in absehbarer Zukunft und Gene-
G rund leg ende Aenderungen im Reichs- Haushaltsplan dürsten die Folge der Kritik des Reparationsagenten an den Aufwendungen des Reiches sein. Insbesondere soll bestimmt werden, daß die außerordentlichen Ausgaben nicht mehr durch Anleihen, sondern durch unmittelbare fließende direkte Einnahmequellen gedeckt werden sollen. Diese Regelung, die für den Reichshaushaltsplan für 1928 Platz greifen soll, ist vom Kabinett jetzt beschlossen worden. Danach werden für den außerordentlichen Etat demnächst keine Anleihen mehr begeben werden. Da hierdurch freilich die zur Verfügung stehenden Geldmittel für solche außerordentlichen Ausgaben sehr beschränkt wird, wird nichts anderes übrig bleiben, als die Ausgaben des außerordentlichen Etats künftighin in der schwersten Weise zu drosseln.
* Ein französischer-südslawischer Freundschafts« vertrag. Aus Belgrad wird gemeldet: In parlamentarischen Kreisen verlautet, daß Minister des Aeußern Marinkowttsch sich am 1. Dezember in Begleitung des Belgrader französischen Gesandten nach Paris begeben werde, um den französischsüdslawischen Freundschafts- und Schiedsvertrag zu unterzeichnen.
* Monarchistische Kundgebung in Mm. Wie eine Korrespondenz meldet, kam es am 4. Nov. in der Kapuzinerkirche anläßlich der von der ehemaligen Kaiserin Zita zum Namenstage des ehemaligen Kaisers Karl gestifteten Gedächtnismesse zu einer monarchistischen Kundgebung. Beim Verlassen der Kirche versuchte der Präsident der kaisertreuen Volkspartei, Oberst Wolff, eine Ansprache an die Versammlung zu halten, wurde jedoch von der Polizei daran gchmdert, die die Anwesenden zerstreute.
Herr von Prittwitz wird von einem Teil der beutschnationalen Presse unter Führung des Hugerrberg'schen „Berliner Lokalanzers" scharf bekämpft. Das bedeutet für den neuen Botschafter an sich nur eine Empfehlung! Wenn aber diese Presse versucht, auch das Z e n t r u m in diese Linie zu drängen, so müssen wir das ablehnen. Die Ernennung eines Botschafters ist das dem Reichspräsident en vorbehaltene Recht, und die Deutschnationalen. die sonst gerade auf dieses Recht immer pochen, ja sogar noch die V e r st ä r- k u n g der Reichspräsidentenrechte betreiben, sollten sich hüten, hier sich einzumischen. Das Zentrum lehnt es jedenfalls ab, sich von den
Der vesatzungsabbau vollendet.
Wie der demokrattsche Zeitungsdienst von unter- richteter Seite erfährt, ist der vorgesehene Besatzungsabbau vollendet. Der Rückzug der Truppen ünd die weiter dadurch notwendig gewordene Umgruppierung der im Rheinland verbliebenen Truppen fei im wesentlichen durchgeführt worden. Wie vorgesehen, hätten rund 10000 Mann das Rheinland verlassen. Die Auswirkrrngen des Besatzungsabbaues seien indessen zur Zeit noch nicht zu übersehen, da sich die Familien der verheirateten Offiziere und Unteroffiziere einstweilen zum Teil noch in den früheren Garnisonen befänden.
g e n s ä tz e, der Kampf zwischen Bürgertum und Sozialdemokratie, ist in Oesterreich außerordentlicy heftig. Das hat einmal seinen Grund darin, daß das kleine Land trotz der Hilfe des Völkerbundes unter harten wirtschaftlichen Schwierigkeiten leidet, dann aber auch darin, daß die beiden großen Parteigruppen sich nicht nur auf den politischen Tatsachengebieten bekämpfen, s andern ihre verschiedene Stellungnahme zu den wirtschaftlichen und politischen Problemen des Tages mit weltanschaulichen Begriffen unterbaut ist. Hie christliches Bürgertum, hie sozialistisches Proletariat, das ist die Parole, welche die österreichische Der- roaltungs- und Gesetzgebungspolitik bis in ihre letzten Verästelungen hinein bestimmt.
Die politischen und wirtschaftlichen Kämpfe sind damit Gesinnungskämpfe geworden, die nicht zuletzt auch von moralischen Werturteilen leben. Die Gegensätze, die schon seit Jahren bestehen, haben bei den letzten Nationalratswahlen dadurch noch eine besondere Verschärfung erfahren, daß der sozialdemokrattschen Parteiliste eine bürgerliche Einheitsliste entgegengestellt wurde, auf der die christlich-sozialen mit den nationalistischen Großdeutschen und den antisemitischen Hakenkreuzlern fteundschaftlichst beisammensaßen. Im Vorraum des Wiener Stephansdomes konnte man in diesen Wahlzeiten Zeitungsverkäu- fer aller dieser Parteien ihre Blätter anbieren sehen. Wir in Deutschland empfinden ein gewisses peinliches Befremden, wenn wir einen solchen Parieiaufmarsch auf Grund einer klassenmäßigen Scheidung sich entwickeln sehen. Damals hat die bürgerliche Einheitsliste die bürgerlichen Parteien vor Mandatsverlusten nicht bewahrt, es ist aber doch zu der Bildung einer rein bürgerlichen Regierung gekommen. Die größte Partei hat sich mit einigen kleinen Zwergparteien zu- sammengefunden und übt in Oesterreich eine ebenso unbeschränkte Macht aus, rote in der Stadt Wien die dort größte Partei, nämlich die So- zialbemokratie.
Daß dieser ausgeprägte Gegensatz zweier Parteien, deren Trenungslinie in Politischem zugleich eine Trennungslinie im Weltanschauliche«, im Wirtschaftlichen und im Gesellschaftlichen ist, sich für das österreichische Volk nicht günstig aus- wirken kann, liegt auf der Hand. Der österrek- chische Staat befindet sich in einem fortwährenden Spannungszustand, der zu Explosionen führen kann, wie man sie am 15. Juli beim Brande des Justizpalastes erlebt hat. Nach dieser Explo-
Deutschnattonalen in diesen Dingen als Vorspann benutzen zu lassen.
Aus Kreisen der Zentrumsfrakiton des Reichstags wird uns zu dieser Angelegenheit noch mit- geteilt:
In einigen rechtsgerichteten Blättern Berlins, so in der Nr. 264 des „Tag" vom Freitag, den 4. November 1927, befindet sich die Mitteilung, „daß sich aus der Ernennung des Herrn von Prittwitz zum Botschafter in Washington eine Verstimmung innerhalb der Koalition bei den Deutschnationalen und dem Zentrum entwickelt habe" und daß diese wohl den Anlaß zu einer Besprechung des interfraktionellen Ausschusses der Regierungsparteien geben werde, um einen Ausgleich in dieser Frage vom parlamentarischen Gesichtspunkt aus zu finden.
Demgegenüber wird festgestellt, daß, soweit das Zentrum in Frage kommt, von einer Verstimmung wegen der sogenannten Ernennung k e i n e R e d e ist. Die Fraktion des Zentrums hat nicht einmal Veranlassung genommen, sich mit dieser Frage zu beschäftigen. Sie sieht deshalb auch keinen Anlaß, weshalb diese Ernennung zu einer Besprechung des interfraktionellen Ausschusses der Regierungsparteien Veranlassung geben könnte. Es folgt daraus, daß die Behauptung des „ Tag", soweit das Zentrum in Frage kommt, vollkommen e r f u n b en sind und jeglicher Unterlage entbehren.
Die „New Pork Sun" schreibt in einem Leitartikel: Die deutsche Republik kann keinen besseren Beweis für die Aufrichtigkeit ihrer Haltung gegenüber andern Republiken geben, als die Qualität einiger Männer, welche sie ins Ausland als ihre Vertreter sendet. Mes galt im Falle des hier betrauerten Botschafters v. Maltzan und dies scheint auch der Beweggrund im Falle des neuen Botschafters von Prittwitz zu sein. Dom Botschaftsrat in Rom zum Botschafter in Washington ist ein großer Schritt, aber Prittwitz bedeutet keine Verkleinerung der Bedeutung des diplomatischen Korps an den Ufern des Potomac. Anfänglich wurden nur Botschafter oder frühere Kabinettsmitglieder für einen iolchen Posten berücksichtigt, dann schließlich schied jede Erwägung außer der 'Geeignetheit aus. Aber möglicherweise ist nach Berücksichtigung aller feiner Errungenschaften und Eigenschaften feine beste Einführung, daß er ein enger persönlicher und politischer Freund Maltzans war.
Wie die Associated Preß ans Washington meldet, vertritt Präsident Coolidge die Auffassung, daß die Verhandlungen zwischen Amerika und Frankreich über einen Vertrag betreffend Gesetz- loserklärung des Krieges wahrscheinlich in etwa drei Wochen beginnen werden.
Mit Dr. v. Pritt witz und Gaffron gelangt einer der jüngeren Diplomaten auf den so wichtigen Washingtoner Posten. Dr. jur Friedrich Wilhelm v. Prittwitz und Gaffron ist am 1. September 1884 als ältester Sohn des preußischen Obersten Max v. Prittwitz und Gaffron in Stuttgart geboren. Er ist ein Neffe des Ge- nraloberften v. Prittwitz, der zu Beginn des Krieges die Armee m Ostpreußen führte, bevor Hindenburg den Oberbefehl übernahm. Nach Vollendung des rechtswissenschaftlichen Studiums wandte sich Prittwitz der diplomatischen Laufbahn zu. Schon vor dem Kriege hatte er eine Zeitlang der deutschen Botschaft in Washington als Attache angehört und ist also dort kein ganz Unbekannter. Er war auch der Botschaft in Petersburg zugeteilt. Gegen Ende des Krieges war er in der Reichskanzlei tätig, übernahm dann später das Referat Deutschland im Auswärtigen Amt, ging aber 1920 wieder ins Ausland, und zwar zunächst als Konsul nach Triest. Seit 1921 wirkte er als Botschaftsrat an der deutschen Botschaft in Rom. Prittwitz ist Demokrat. Er ist mit einer geborenen Gräfin Strachwitz verheiratet.
Aus politischen Kreisen wird uns aus dem Reichstag geschrieben:
Die Todesstrafe ist an sich sicherlich keine Frage, die irgendetwas mit Parteipolitik zu tun hätte. Sie ist eine Angelegenheit, die mit der größten Gewissenhaftigkeit und Sorgfalt geprüft werden muß. Wenn man diese Frage vom weltanschaulichen Standpunkt prüft, d. h. also, ob die religiöse und sitlliche Anschauung dahin geht, daß im Laufe der geschichtlichen Entwicklung niemals Bedenken bestanden haben, dort, wo diese Strafe zum Schutze der Gesellschaft notwendig ist, sie auch zur Anwendung zu bringen. Wenn es em doch sicherlich unbestrittenes sittliches Recht des Staates zum Kriegführen gibt, wobei das Leben großer Massen von Personen auf das Spiel gesetzt wird, um den Staat zu erhalten, so muß doch auch diesem Staate erlaubt sein, gegen einzelne Personen im Interesse des Schutzes von Leben, Freiheit und Eigentum der Bürger die äußersten Konsequenzen zu ziehen. Wenn, was durchaus verständlich ist, in manchen Kreisen der Arbeiterschaft ■"gen die Todesstrafe Bedenken bestehen, so muß doch auch einmal darauf hingewiesen werden, daß weite Kreise der Arbeiterschaft sozusagen täglich ihr Leben im Produktions-Prozeß zur Verfügung stellen. Wenn man aber schon das Leben von Menschen gefährdet, nur um materieller und wirtschaftlicher Güter willen, so wäre es nicht zu verstehen, wenn der Staat andererseits darauf verzichten wollte, zum Schutze der Bürger um hoher geistiger und sittlicher Güter willen die übelsten Subjekte der menschlichen Gesellschaft entsprechend zu bestrafen.
WjklmMN 10 M. (M Msik. VcilW 15 Psg.)
FnldaerZeitung
k Anzeiger für die Stabt Aulba unb ben Lanbkreis Aulba. Amtliches Areisblatt.
fvnders gegen jeden Angriff geschützt werde, habe sein normales Aussehen wieder erhalten. D4e in den Straßen errichteten Barrikaden feien Beteiligt worden. Hankau dagegen befinde sich noch immer m den Händen der extremistischen Elemente, die zahlreiche Unruhen hervorriefen. Das Gleiche fei der Fall mit dem Warentransport aus dem Blauen Fluß. Die Schiffahrt fei dort durch räuberische chinesische Verbände unmöglich gemacht worden. Diese plünderten und brandschatzten die chinesischen Kaufleute nach Belieben. Der Korrespondent des „Matin" hat den Eindmck, daß die Engländer und Japaner in allem, was die Aufrechterhaltung der Ordnung anbetreffe, gemein- fam vorgingen. Die Amerikaner handelten für sich allein. Was die Franzosen arifange, so träfen bisweilen die zivllen und militärischen in Frage kom- menben Stellen einander widersprechende Beschlüsse.
7lr. 256.
Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen: „Die Welt im Bild" und „Buchendlätter". Rotattonsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernsprecher Nr. 9.
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