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Anzeiger für die Skadk Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Areisblatt.

Mittwoch, 19. Oktober 1927

Nr. 241

besondere nach der pädagogischen Seite hin zu

Der Reichstag ist versammelt

Zentrum und Schulgesetz.

Aus dem Reichstag wird uns mitgeteilt:

bindlich erklärt worden.

Die I. (3. Farben bietet ihren Bergarbeitern, die während der Streiktage zu ihr halten und arbeiten, eine Treuprämie von 5 Mk. je Schicht neben ihrem Arbeitsverdienst. —

(Afabund, EDA und Gedag) haben zu bet Braunkohlenarbeiter Stellung genommen. Als Ergebnis der Besprechung haben sie laut „Dor- wärts" eine Aufforderung an die Angestellten im Hang mit § Braunkohlenbergbau gerichtet, die Ausführung von ' * *-*"

Streirarbeit strikt abzulehnen. In einer Aus­sprache im preußischen Handelsministerium sei von Regierungsseite festgestellt worden, daß das Berg- gesetz keine Handhabe bietet, die Angestellten zur Verrichtung von Arbeitertätigkeiten zu zwingen.

Sonderverhandlungen.

Der „Vorwärts" meldet aus Halle: Eine Reihe von großen Werken ist an die Zentralstreikleitung herangetreten mit dem Ersuchen, in Sonderverhand­lungen den Streik beizulegen. Sie haben sich gleichzeitig bereit erklärt, die Lohnforderungen der Streikenden zu bewilligen.

vom mexikanischen Bürgerkrieg.

General Gomez getötet?

Die Zeitungen melden aus Mexiko, daß 30 Aufständische, darunter auch der Führer Gomez, i m Verlauf eines Gefechts mit Regierungs­truppen in der Nähe von Tazualzam im Staate Mexiko getötet worden seinen.

V.D.Z. Berlin, 18. Okt. (Eig. Funkm.) Im Reichstage traten die drei größten Parteien be­reits heute vormittag zu Fraktionssitzungen zusammen- die Sozialdemokraten, die Deutschna­tionalen und das Zentrum. Außerdem beriet vor­mittags auch die Fraktion der bayerischen Volks­partei. Für nachmittags hatten die deutsche Volks- partei, die Demokraten und die Wirtschaftspartei Fraktionssitzungen einberufen. Der Aeltestenrat des Reichstags tritt eine Stunde vor Beginn der Vollsitzung, nämlich um 14 Uhr, zusammen. Aus der Tagesordnung der ersten Sitzung des Reichs­taas nach den Ferien, die um 15 Uhr beginnen soll, steht die erste Lesung des Reichs­schulgesetzes. Auf dex Tagesordnung des Reichstags stehen heute außer dem Reichsschulgesetz eine Anzahl internationaler Verträge.

Ebert und Hindenburg im Reichstag

V.D.Z. Berlin, 18. Okt. (Eig. Funkm.) Äm Reichstag wurden heute die Marmorbüsten der bei­den Reichspräsidenten Ebert und von Hinden­burg in feierlicher Weise enthüllt und vom Reichstag übernommen. Die Büsten sind auf hohen Säulen im Kuppelraum mit Lorbeerbäumen, Pal­men und Tannengrün stimmungsvoll geschmückt. Von einem mit der schwarz-rot-goldenen Reichs­fahne überdeckten Rednerpult aus hielt der Reichs­tagspräsident eine kurze Ansprache, in der er dar­auf hinwies, daß unter der neuen Staatsform die Leitung des Reiches nicht im Erbgang einem Für­sten zufglle, sondern das Volk den Würdigsten als Träger des Reichs- und Staatsgedankens erwähle. Beide Reichspräsidenten seien vorbildlich durch Opferwilligkeit, mit der sie ihr hohes Amt über­nommen hätten. *

Von den Plänen, die das Plenum des Reichstages vom Dienstag an beschäftigen werden, steht bisher nur soviel fest, daß zuerst das Reichs­schulgesetz und dann die Besoldungsordnung sowie die Frage der Kriegsversorgungs- gebühren in Beratung genommen werden. Außerdem liegen aber bereits von einzelnen Par­teien Anträge und A'rregimgen auf Behandlung weiterer Gegenstände vor. So beantragen die Sozialdemokraten auf Grund ihrer Interpellation über die Kreditftage, die Preis- und Lohnfrage zur Debatte zu stellen. Die Demokratische Partei verlanat die Beratung über das von ihr bean­tragte Rentnerschutzgesetz. Ferner haben, wie das VD Z.-Büro weiter hört, die kommunistlsche I Partei und die Wirtschaftspartei sich Vorbehalten, weitere Gegenstände für die nächsten Tage zur Be­ratung vorzuschlagen. Die Wirtschastspartei ver­langt insbesondere'Beratungen über Mieter fra­gen und Hauszinssteuer. Sollte auch nur e?n-r von diesen Gegenständen zur Beratung ge­stellt werden, dann dürste es ausgeschlossen sein, daß der Reichstag, wie geplant, schon am Freitag dieser Woche wieder auseinand-rgeht. In diesem Falle müßten die Sitzungen noch auf die nächste Woche erstreckt werden. Der Aeltestenrat wird am Dienstagmittag die näheren Dispositionen treffen. Es wird aber kaum angenommen, daß die Par­teien sich im Aeltestenrat über alle Vorschläge einigen werden, so daß voraussichtlich das Ple­num selbst seine Geschäftsdispositionen bestim- I men wird.

♦

Das VD Z-Büro hört: Im Reichstag fand Mon- I tagabend eine Besprechung vonVertretern der Regierungsparteien statt, an dermlch Reichsjustizminister Hergt tellnahm. Die Ver- I Handlungen galten der geschäftlichen Behandlung der I dem Reichstag bereits vorliegenden Novellen ! zum Reichsmietengesetz und Mieterschutz- I gesetz, die eine weitere Lockerung der Woh- I nungszwangswirtschaft bezwecken. Es I wurde Uebereinstimmung darüber erzielt, daß die-

Fäden eines klugen Jesuiten, der allein genau weiß, warum heute gestreikt werden muß."

Das ist eine unerhörte Vergiftung der öffent­lichen Meinung und eine skrupellose und hetzerische Wahlmache, die nicht mehr übertroffen werden kann. Wenn solche Praktiken demnächst, wenn e« sich um die großen politischen Entscheidungen han­delt, von diesem Teil der Presse beliebt werden, dann müßte das nur zu einer, in ihren verhäng­nisvollen Folgen nicht abzusehenden Verschärfung der Gegensätze führen, für die diese Kreise, die solche Hetze betreiben, mit voller Verantwortlich­keit belastet werden müssen.

(Eine Zenkrumsinkerpellation.

Die Zentrumsfraktion des Reichstages hat be­schlossen, folgende Interpellation, die an erster Stelle von dem Abgeordneten I m b u s ch unter­zeichnet ist, einzubringen:

„Im mitteldeutschen Braunkohlenbergbaugs- biete ist ein großer Streik ausgebrochen, weil in der Lohnfrage keine Einigung zu erzielen war. Der Streik muß bei längerer Dauer außerordent­lich ungünstig auf die deutsche Wirtschaft und die Lage weiter Volkskreise emwirken. Ist die Reichsregierung bereit, auf eine Beendigung des Kampfes hinzuwirken und eine befriedigende Re­gelung der Lohnfrage herbelzufuhren?"

Wie wir vernehmen, beabsichtigt der Reichsar- beitsminister Dr. Brauns von amtswegen in den Lohnstreik im mitteldeutschen Braunkohlen­bergbau ein$ugreifen.

riederfall auf Notslandsarbeiter.

Nach einer Meldung der „Dossischen Zeitung" aus Dessau übersiel eine Anzahl Streikender Die Notstandsarbeiter auf den Braunkohlengruben in

Lohnerhöhung und Preiserhöhung,

Zum Streik im mitteldeutschen Daunkohlen­bergbau.

Von unterrichteter Seite wird uns geschrie- I ben:

Im Braunkohlenbergbau Mitteldeutschlands ist ein tief bedauerlicher Streik ausgebrochen. Die mitteldeutsche Braunkohle befand sich in einem ta­riflosen Zustand seit Mitte dieses Jahres. Da­mals war der bis dahin gültige Lohnvertrag ab­gelaufen, der noch vor der erstenMietspreiserhöhung im April dieses Jahres getätigt worden war. Der Schiedsspruch im Juli dieses Jahres sah eine Lohn­erhöhung von 3,5 Prozent vor, deren Berechti­gung von keiner Seite bestritten worden war, I auch nicht von Seiten der Unternehmer. Im Ge­genteil war anerkannt worden, daß an sich eine weitergehende Erhöhung angebracht gewesen wäre. Die Hemmung lag also schon damals in I der Tatsache, daß durch die Lohnerhöhung die Frage der Kohlenpreiserhöhung akut wurde. Die- I ser Umstand verhinderte im Juli auch die Ver- I bindlichkeitserklcirung des niedrig liegenden I Schiedsspruches von 3,5 Prozent Lohnerhöhung.

Infolgedessen kam es zu einer Lohnbewegung I der Gewerkschaften während dieses Sommers und zur Kündigung des Arbeitsverhältnisses zum 15. Oktober. Ursprünglich hatten die Arbeitnehmer I eine Lohnerhöhung von 16 Prozent auf den tarif­mäßigen Durchschnittslohn des Kernreviers von 5.20 Mark gefordert, oder anders ausgedrückt: eine Lohnerhöhung von 10 Prozent auf den effektiven I Durchschnittslohn von 6.51 Mark.

Obschon von keiner der streitenden Parteien I ein Antrag auf Einigungs- und Schiedsverhand- I langen an" das Arbeitsministerinm ergangen war, 1 hat der Arbeitsminister schon Freitag vergangener I Woche die Parteien zu Verhandlungen eingela- I den, nachdem er sich der beiderseitigen Bereitwil- I ligteit, zu solchen Verhandlungen zu erscheinen, I versichert hatte. Die Verhandlungen waren außer- I ordentlich schwer und langwierig, sie zogen sich vom frühen Morgen bis abends 10 Uhr hin.

Der Schlichter löste sich von vornherein von I dem Juli-Schiedsspruch und war entschlossen, eine I beträchtlich höhere Lohnerhöhung seinerseits zu I bewilligen. Die Arbeitnehmer gingen von der oben bezeichneten Forderung herunter auf 10 Pro­zent. Sie verlangten also auf der Basis von 5.20 eine Erhöhung um 52 Pfennig pro Schicht und ouf der Basis von 6.51 Mark eine Erhöhung von 65 Pfennig pro Schicht. Auch diesmal konnte der Schlichter an dem Problem der Preiserhöhung der Kohle nicht vorbeigehen. Die Fraae, ob eine solche Preiserhöhung zwar bei der Produktion in Kauf genommen, aber beim Handel verhindert werden könnte, konnte das Vorgehen des Schlichters des­halb nicht bestimmen, weil die Einbeziehung des Kohlenhandels in die Kohlenzwangswirtfchaft nur auf gesetzlichem Wege möglich ift" Unter diesen Umständen glaubte der Schlichter die Forderung der Arbeitnehmer, die sich im Verlaufe der Ver­handlungen als ultimativ erwies, nicht erfüllen zu können. Es bestand auch keine Aussicht, zur Zeit durch irgendeinen staatlichen Zwang gegen den Willen der Arbeitnehmer den Frieden herbei­zuführen. So kam es zum Abbruch der Verhand­lungen.

Falsch ist also, was hier und da in der Presse steht, nämlich, daß mit 6,5 Prozent Lohnerhöhung der Friede zu erreichen gewesen wäre.

Wir möchten aber nicht verfehlen, mit aller Ueberzeugung auszusprechen, baß die Forderung der Lohnerhöhung an sich von Seiten der Berg- arbeiterfchaft im Braunkohlenrevier Mitteldeutsch­lands durchaus berechtigt ist. Die soziale Lage dieser Kreise ist in der Tat außerordentlich helfe« rungsbcbürftig, und wir würden alle Maßnah­men begrüßen, die wirtschaftlich tragbar finb, um zu einer solchen Verbesserung heizutragen. Nur die Mittel und Wege, die verschiedentlich einge« schlagen worden finb, konnten nach Lage der Dinge nicht zum Ziele führen.

Unwahrhaftig im höchsten Grade sind alle bie- ienigen Berichte der Presse und Presseerörterun­gen zur Frage, die das Scheitern der Verhandlun­gen auf irgendwelche politischen Zusammenhänge zurückführen.

Das ist vielfach in der sozialbemokratischen Presse,- namentlich im „Vorwärts" geschehen der diesen Streik auf das „Versagen der Regierung zurückführen zu müssen glaubte und der die Schuld für die Entwicklung den beteiligten Ressortmini- ftern zuschob.

Ganz besonders frwol aber geht der lmksbe- mokratische „Mowag-Morgen" vor, der in einer unglaublich hetzerischen Weise den Reich°arbeits- minister geaen den Wirtschaftsminister ausspielt. So sagt beispielsweise dieses Blatt:

„Denn her Kampf, der morgen ausgetragen wird, ist ein Kampf von Marionetten. Dahinter steht der größere politische Kampf um Macht und Einfluß im Reichskabinett.

Der Wirtschaftsminister Dr. Curtius ist zu oft Extratouren geritten: er hat zu oft den einfachen Re­gierungskurs gestört Er hat die Kohlen- urh Eifen- tzreise niedrig "gehalten, und Klöckner und Thyssen spei- fen deutschnationale und Zentrumsparteikassen. Er hat den deutschnationalen Ernährungsminister an seinen Zollerhöhungen gehemmt. Er hat sich dem Reichsschul- gesetz widersetzt. ' Brauns, der kluae Mann, der im Ar- beitsministerium sitzt, hat diele Quertreibereien satt. Mit dem Braunkohlenstreik stellt er ihm ein Bein Er nutzt die Neigung der Bergarbeitergewer^chaften, Lohnerhöhung gegen Preiserhöhung ein^vtatrchen (rr hetzt sie gegen den Kollegen, der in der Seffent Weit die Verantwortuna für den Streik tragen soll, ben in Wahrheit die politische Intrige des Kollegen im Ar- beitsminsiterium herbeigeführt hat. Der Streik geht um Hobe Politik.

70 000 Arbeiter und die vielen anderen, die von diesem Streik in ganz Mittel- und Ostdeutschland mit­betroffen werden, sind Opfer einer Kabinettsintrige.

Im Vordergrund tanzen sie als Marionetten an den

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faffung (Reichsfchulgefetzentwurf) haben in ber Oeffentlichkeit größte Beunruhigung hervorgerufen. Wir fragen bie Reichsregierung:

, a) Wie hoch ist voraussichtlich ber Gesamtmehr- Vngeftelltenorgcmisation und Streik. I aufroanb für das Dolksschulwesen, sofern ber vor- Die drei Spitzmorganisationm ber Angestellten gelegte Entwurf Gesetz wirb? . . M

fabunb GDA und Gedag) haben zu dem Streik I b) Ob Lander und Gemeinden die etwaigen /$t»TTnrtrt 9116 I Mehrlasten zu tragen haben ober ob aufgrund des

8 54 des Finanzausgleichgesetzes im Zusammen­hang mit § 58 Abs. 3 (Fassung des Finanzaus- gleichsaesetzes nach der Bekanntmachung vom 27. April 1926 beim Reichsgesetzbuch I, 203), die den Ländern und Gemeinden durch reichsrechtliche Vor­schriften erwachsenden Mehrausgaben aus dem Reichshaushalt zu übernehmen sind?

c) Ob und auf welchem Wege tm Reichshaus- halt oder in ben Haushalten der Länder und Ge­meinden bie Mittel zur Deckung bes etwaigen Mehrbebarfes bereitgestellt werden sollen?

Die Zentrumsftaktion hat in ihren ^eratungen .. । insbesondere betont, daß ihr das Schulgesetz eine

ses Gesetzgebungswerk nunmehr mit möglichsterBe- Herzensangelegenheit und Ueberzeugungs- schleunigung erledigt werden soll. lieber bte ge- I raAC (ft und daß sie es ablehnt, dieses Gesetz unter schriftliche Behandlung des Re-'chsschulgefetzes einigte taktischen ober koalitivnspolitischen Gesichtspunkten man sich dahin, daß alle Parteim einzeln zu I ,u betrachten. Insbesondere werden die berschie- Worte kommen sollen, daß also von den Regie- | deutlich von gegnerischer Seite gemachten Voichalte, rungsparteien keine gemeinsame Erkla- v ’

rung abgegeben wird.

— ä Wnnmmtr w M (mit UM. Mw 15 M.)

uldaerZeilung

Referats, das der Reichsarbeitsminister Dr. Brauns über den Streik hn mitteldeutschen Staun« kohlenrevier erstattete. Der Minister erkannte die soziale Notlage der dortigen Bergarbeiterbevol- kening durchaus an; betonte auch absolut die Be­rechtigung der Lohnerhöhungsforderungen und schil­derte, wie die Bemühungen, zu einem Ausgleich zu kommen, schließlich scheitern mußten, weil es bis dahin nicht gelang, eine Erhöhung der Kohlenpreise zu verhindern. Selbstverständlich wird seitens des Arbeitsministeriums und insbesondere seitens des Arbeitsministers alles geschehen, um den Konflikt zu beenbigen, ehe sich daraus schwere Rückwir­kungen auch für die Gesamtwirtschaft ergaben muffen.

Die Zentrumsfraktion beschäftigte sich unter an­derem des weiteren mit der Beamtendesoi- dnngsvorlage und zwar insbesondere m Be­trachtung der finanzpolitischen und volkswirtschaft­lichen Seite dieses Problems. Zn diesem Gegen­stand äußerte sich sehr eingehend der Reichsfinanz - minister Dr. Köhler. Die Regelung der Be­amtenbesoldungen, wie die Sefriebigung bet be- .... „ rechtigten Ansprüche der Liquidationsgeschadigten

In einer besonderen Fraktionssitzung beschäftigte I betreffen große wirtschaftliche Fragen, die m enger sich die Reichstagsftaktion des Zentrums in Geaen- Verbindung mit der Gestaltung des Etats wart des Reichskanzlers und der dem Zen- stehen und die unbedingt vor Inkrafttreten des trum an gehörenden Minister mit der politischen neuen Etats mit seinen ganz außerordentlich ge- und varlamentarifchen Situation, wie sie sich nach steigerten Dawesverpflichtungen beordnet werden der Mlekmnng des Reichsschulgesetzes im Reichsrat I müssen. . ... .

gegenwärtig darstellt. Nach einer eingehenden Aus- I Bei dieser Gelegenheit können wir mitteilen, daß spräche, an welcher sich zahlreiche Abgeordnete.be- die Reichsregierung einmütig daran festhalt, daß teiligten und m welcher nicht nur die politische I eine Aenderung des F inan zausgleichs und kulturelle, sondern namentlich auch die päda- I aus innen- und außenpolitischen Gründen n > a? t «maische Seite dieses Problems eingehend erörtert möglich ist. Diese FeWellung ist besonderswich- tourbe, kam die Zentrumsftaktion zu folgender tig, weil in einem Teil der Presse die Behauptung Stellnngncchme: I enthalten war, daß der der Bayrischen Volkspartei

Die"Zentrumsftaktion des Reichstags steht ein- zugehörende Reichspostminister Dr. Schatzelgegen mutig unb geschlossen zu der von ihr bisher diesen Standpunkt im Kabmett sich gestellt habe, verfolgten Politik, em Reichsschulgesetz zu schaffen, Das trifft nicht zu. Das Reichskabinett HM viel- das die Konfessionsschule gesetzlich sicher stellt. Die mehr unter voller Zustimmung des Reichspost- Zcnkrumsftaktion wird sich ebenso einmütig und ministers Dr. Schätze! sich auf den Standpunkt geschlossen mit aller Kraft dafür einsetzen, um ein gestellt, daß eine Aenderung des Finanzausgleichs solches Schulgesetz zustande zu bringen. gegenwärtig nicht durchzuführen ist. Die stnanz-

Die Zentrumsftaktion war ferner der Meinung, I politischen Verhältnisse m ben Landern müssen titel« daß sie an keiner gemeinschaftlich von ben Regie- I mehr auf ber Grundlage einer eingehenden orga- rungsparteien abzugebenden Erklärung sich betet« I nischen und systematischen Verwaltungsre« Imen kann Die Fraktion wftd deshalb ihre Siel- I form erfolgen, und m diesem Sinne steht auch lnngnahme durch" eigene Redner veckreten lassen eine Aktion der Reichsregierung mBer- und" zwar sind von der Fraktion als solche bestimmt bindung mit dem Sparkommissar des Reiches be- worden in erster Linie ber Abgeordnete Rhein- I vor.

länder, als zweiter Sprecher wird Prälat Dr. DlL KoftCnfTOgC.

Schreiber die Fraktion vertreten und ferner ist I , „

ber Abgeordnete Hofmann- Ludwigshafen Borge« I Eine demokratische Interpellation zum Reichs­sehen, um gegebenenfalls dieses Schulproblem ins- I schulgefehentwurf.

I Die demokratischen Reichstagsabgeorbneten Dr. Osternienburg, obwohl bie lebenswichtigen Hermann Fischer, Erkelenz und die übrigen.Mit- Arbeiten mit ausdrücklicher Genehmigung ber I glieber der demokratischen Reichstagsfraktion haben Streikleitung verrichtet werden. Staatliche Orb- I laut „Berl. Tagebl." nachstehende Interpellation nungspolizei aus Dessau konnte die Ruhe bald eingebracht: ~ m}r,

m i e b e rher ft eilen. Die organifatori chen unb finannelen Auswir-

wieveryerßeiien. # kungsmöglichkeiten bes von ber Reichsregierung

Part Vorwärts" ist ber für ben rheini- I vorgelegten Entwurfes eines Gesetzes zur Ausfuh- sch e n Braunkohlenbergbau gefällte Schiedsspiuch rung der Art. 146 Abs. 2 unb 149 ber Reichsver- zur Neuregeluna ber Arbeitszeit auf Antrag ber « «-«•— Arbeiter vom Reichsarbeitsministerium für ver­

deutlich von gegnerischer Sene gemäßen als ob das Zentrum wegen des Schulgesetzes sich zu einem politischen Handel mit den anderen Re- gietungSparteten einlasse, auf das entschiedenste zu- Die Zentrumsftaktion des Reichstags ist am I rückgewiesen.

Montag, den 17. Oktober 1927, zu einer, den Ferner hat bie Zentrumsftaktion sich dahin ganzen Tag hindurch dauernden Sitzung tm Frak- I schlüssig gemacht, daß ihre Mitglieder wa^nd der tionszimmer des Reichstags zusammengetreten. Der bemnächstigen Derhandlungspause der Vollveftamm« Vorsftende. Herr von Guerard, begrüßte die I lung auf jederzestige, gegebenfalls telegraphische Be­aus allen Teilen des Reiches sehr zahlreich erschre- I ntfung der Fraktionsleitung sich zu einer Zusam- nenen Abgeordneten und sprach die Erwartung menkunst und Besprechung m Berlin bereit halten, aus, daß "sie nach der langen Pause ftisch ge- I Die eigentliche Entscheidung über das Reichsschul- krästigt seien für die kommenden sehr schweren und I gesetz wftd ja in dem Ausschuß fallen, und me arbeitsreichen Verhandlungen und zeichnete dann! Zentrumsfraktion wird jeden Anglmblick gerüstet ein Bild der gegenwärtigen allgemein politischen I fein, um zu ben bezüglichen Beschlüssen des Ans- Lage. ... , , schusses Stellung zu nehmen.

Die politische Situation ist . gegenwärtig sehr 1 »

angespannt, insbesondere ist es das bisherige I gjjontaa zusammengeftetene Reichs-

Schicksal des Reichsschulgesetzes, das auch unter I |aaScia^jDn Zentrums nahm sofort Gelegen- den Gesichtspunkten der allgemeinen PolstikschwierM “9 T1 aurf) ^it den schwebenden Wirtschaft- Probleme aufwarf. Dazu kommen nach der wirt- und sozialen Fragen zu beschäftigen,

schaftlichen und sozialen Seite hm die Er- N r Grundlage eines eingehenden

schütterungen, die insbe ondere durch den Streit » s das der Reichsarbestsn " ‘ ”

im mifteldeutschen Braunkohlenrevier sodann aber | mittelbei

auch durch bte Spannungen m anderen In­dustriezweigen, namentlich in der Textilindustrie, sich zeigen. Die Arbeit des Reichsvarlaments fällt deshalb in eine Atmosphäre, die außer­ordentlich sorgfältige und verständnis­volle Arbeit bedingt. Die Zentrumsftaktion ist sich der Verantwortlichkeiten, die sichaus dieser Sage ergeben, vollkommen bewußt, tote ge­rade die Verhandlungen der Fraktion ergaben, m denen die großen, einerseits mit dem Reichsschtl- gesetz verknüpften Kultur- und allgemein politischen Fragen, andererseits aber auch die drängenden wirt­schaftlichen und sozialen Dinge mit ernstem Nach­druck behandelt wurden. Es ist erfteultch, daß bte Fraktion in allen diesen Fragen zu einer einheit­lichen Auffassung und Willensmeiwmg insbesondere auch im Hinblick auf die zu erreichenden Ziele ge« kolninewstsi.