Dienstag, 18. Oktober 1927
Ar. 240
VersöhnunMimlnen aus Frankreich
Großer Streik im Braunkohlenverqvan
litär
gegen
Frieden wünsche, es jetzt größte Gefahr, die den yrii
Ile MichsklltslWlnnlling zum Schulgesetz
Aus dem R e i ch s t a g wird uns mitgeteilt:
buchstäblich in letzter Strmde auftretende besonders
der
teien eine überaus lei worden war, wurde m
macht, daß der kleinste Funke, den man auf einen Punkt de« Kontinents wirft, einen allgemeinen Brand entfachen kann, durch den sämtliche Ser»
staat völlige Freiheit vorgesehen' die Einrichtung und der Betrieb von regelmäßigen Luftlinien eines Luftfahrtunternehmens des einen Staates in das Gebiet des anderen Staates unter»
Dienstag mit einer weiteren Verschärfung der Streiklage. Die Elektrizitätsversorgung des Zeii-e, Reviers ist gesichert. Nach Mitteilung von der Streikleitung sollen 16 bis 17000 Mann in den Streik getreten sein. Im Revier Oberröblingen ist der Streikparole nahezu restlos Folge geleistet worden. Di« Zentralstrerkleitung berechnet die ZaN aller Streikenden aus insgesamt 90 Prozent. Auch im Bitterfelder Draunkohlemevier sind von der Gesamtbelegschaft in Höhe von 4500 4300 m den Streik getreten. Di« Gruben liegen bis auf die Grube Ludwig völlig still. Nur die Notstandsar- besten werden aufrecht erhalten. Auch auf der Grube Golpa werden nur die Notstandsarbeiten
verrichtet.
Ein Teil der Berliner elektrischen Lichtvev- sorgung ist von der bestreikten Grube Zschernitz ab- hängig. Die streikenden Arbeiter sind vielfach Kommuni st en.
größte Gefahr, die den Frieden Europas bedrohen könne, mürbe ein schwaches Frankreich sein. Im
Die österreichische Wehrmacht.
Die Verstauensmännerwahlen.
Aus Wien wird gemeldet: Am Sonntag fanden die Wahlen der Verstauensmänner der Wehrmacht statt. Diefen Wahlen, die von größter politischer Bedeutung sind und für die von allen Par-
Ferner wstd aus Wien gemeldet: Den Delegierten der für den 29. Oktober einberufenen Partei- tageS der österreichi'^ ---
kratie wurde der Tätt verstetung über das ver< Darin heißt es, der Pari
Juli vor der Wahl gestanden, zur Bewasfnung des Proletariats zu schreiten, was einen nicht auf Wien beschränkten Bürgerkrieg herbeigeführt hätte. Die Arbeiterklasse sei sogar Gefahr gelaufen, an einem Tage um Jahre oder Jahizehnte zurückgeworfen zu werden. Der Parteivorstand habe trotz des kommunistischen Geschreies diesen A^g nicht be- schritten, sondern zunächst die Disziplin der Arbei- reicklasse wiederhergestellt und sich des wirksamen Kampfmittels des Streiks bedient. Der Bericht stellt weiter fest, daß die Parteiorganisation durch die Ereignisse nicht erschüttert worden sei, sondern Fortschritte mache. Nach dem Stande von Ende Dezember 1926 gehören der Partei im ganzen 595417 Mitglieder an. Die Eröffnung des Par- leitages wird durch den Parteivorfitzenden, Bür-
zu machen beliebt.
Unsere preußischen Provinzialvertreter konnten nach Lage der Dinge gar keine andere Stellung einnehmen, als daß sie sich konsequent gegen die- jenigen Paragraphen stellen und stimmten, die für uns unannehmbar sind. In diesem Punkte also haben unsere preußischen Provinzialoerkreter fpr bie Fassung der Regierungsvorlage sich eingesetzt. Sie haben aber auch gestimmt für den preußischen Antrag und für die Wiederherstellung eines preußischen Antrages, wonach die Geistlichen Sitz und Stimme für di« Schulaufsicht erhalten sollen. Dieser Antrag war vorher gefallen und es ist anzuerkennen, daß Preußen in diesem Punkte durchgehalten hat. Es muß auch ausgesprochen werden, daß Preußen in verschiedenen anderen Dingen die Reichsregierung durchaus unterstützte. In einer Reihe grundsätzlicher Punkte, in denen unsere preußischen Minister überstimmt wurden, haben selbstverständlich auch unsere Provmzialver- steter sich konsequent auf derselben Linie bewegt. Die preußischen Anträge sind, was nicht unnötig
Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen: „Die Welt im Bild" und „Buchenblätter". Rotationsdruck und Verlag bet Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernsprecher Nr. 9. Monatlicher Bezugspreis 1,80 Mk.
yegengesehen. Die bisherige Mehrhei Sozialdemokraten in der Dertretu Soldaten ging verloren, da der sozü kratische Wehrverband von den 259 Mandaten nur 120 erhielt, gegen 202 bei den vorjährigen Wahlen. Der der christlich-sozialen Partei nahe- stehende Wehrbund, der bisher 54 Mandate hatte, erhielt jetzt 132 Mandate, während auf die deutschnationale Soldatengewerkschaft 7 Mandate entfielen, gegen 2 im Vorjahr. Dieser Ausfall der Wahlen wird mit den Juliereignissen m Zusammenhang gebracht, bezw. mit dem Umstand, daß die sozialdemostatische Presse gegen die Wehr - menht wegen ihrer Haltung am 15. Juli wiederholt scharfe Angriffe gerichtet hatte.
liegt dagegen noch einer Sondervereinbarung zwi- schen den obersten Luftfahrtbehörden der beiden Staaten. Die gegenfettige Anerkennung der Per- sonal- und Befähigungs-Ausweise, das Verfahren bei Notlandungen, die Kennzeichnung der Luft- fahrzeuge, die Beförderung von Waffen ufw-, sind st, dem Abkomme» hn einzelnen geregelt
befriedeten Europa, das allmählich aufgebaut werde, erkennen alle unparteiisch Denkenden Frank- reich als eines der sichersten Elemente an.
Der politische Führer des linksgerichteten Frankreich, Caillaux, hat auf dem Iahresbankett der republikanischen Frontkämpfer des Departements Donne in Ioigny eine politische Rede gehalten, in der er ausführlich von der Notwendigkeit sprach, die großen Interessengruppen, die dem Staate eine Hülfe sein müßten, zu überwachen und zu koordinieren. Er ging alsdann auf die Finanzlage ein und erklärte, weil der Franken nicht von dem phantastischen Kurse von 240 oder 250 für das Pfund Sterling — den man immer anführe, der aber nur in einem Augenblick des Alarms erreicht worden sei — sondern oün 190 bis 200 Franken auf 124 oder 125 Franken zurückgegangen sei, spreche man in gewissen Kreisen von einem Wunder. Daß die Tatsache der Stabilisierung eine Wohltat sei, wolle er ebenso wenig verkennen, wie das Verdienst des Staatsmannes, der dieses große Ergebnis in wertvoller Zusammenarbeit mit einer erneuerten Verwaltung der Bank von Frankreich erzielt habe. Aber die Stabilisierung müsie an einem bestimmten Punkte zum Still- stand gebracht werden, der dem wirtschaftlichen und finanziellen Zustande des Landes entspreche. Ein Übermäßiges Vertrauen fei jetzt ebenso gefährlich wie seiner- zeit das übermäßige Mißtrauen. Habe man das richtige Maß eingehalten dadurch, daß man den Franken auf 125 für das englische Pfund stabilisierte? Er wünsche das, aber er sei doch nicht sicher.
Zur Frage der Sowjets führte Caillaux aus: Zu dunklen Zwecken fordere man den Abbruch der Be- Ziehungen zu den Sowjets. Ob man sich wohl über die Gefahren und Nachteile bewußt fei, die dies für das kontinentale Frankreich in politischer und auch wirtschaftlicher Hinsicht In sich schließe? Man benutze revo- lutionäre Machenschaften, für die, wie man behaupte, eine Botschaft der Herd werden könne, als Vorwand,
Bayerische Folgerungen?
Der Vorstand der Bayerischen Bolkspartei hielt in Berlin eine Sitzung ab, in der die Differenzen mit dem Reich anläßlich der Besoldungsvorlage erörtert wurden. Der Bossischen Zeitung zufolge soll dem Vernehmen nach der Austritt der Bayrischen Dolkspartei aus der Regierung s- k o a l i t i o n i m R e i ch e ins Auge gefaßt werden für den Fall, daß die bayrischen Anträge zum Finanzausgleich seitens der übrigen Koalitionsparteien nicht unterstützt würden.
Die offizielle Korrespondenz der Bayrischen Volkspartei erwähnt eine Zeitungsnachricht, nach der auf einer Sitzung der Landesparteileitung die Frage erwogen worden fei, ob nicht die Bayrische Volkspartei aus der Reichskoalition austreten müsse, wenn den bayrischen Anträgen zur Abänderung des Finanzausgleichs im Zusammenhang mit der Befoldungserhöhung nicht Rechnung getragen werde. Die Korrespondenz sagt dazu, daß die auf einer schweren Indiskretion beruhende Meldung in dieser Form nicht den Tatsachen entspreche. Gleich darauf erklärt sie jedoch, es könne nicht verschwiegen werden, daß der Beschluß des Reichskabinetts trotz der Beschlüsse des
gerade als ob es nicht Sache der französischen Regie- rung sei, darüber zu wachen, daß kein Vertreter irgend einer Macht aus der Reserve herausstete, in der er sich halten müsie, gerade als ob die amtlichen Stellen nicht unter der Konstolle des Parlamentes Handelsfreiheit hätten, für den Fall, daß festgestellt werden würde, daß diese elementaren Regeln nicht beobachtet würden.
Diese Männer Netzen es sich auch angelegen sein, die Politik von Locarno zu verleugnen. Sie protestierten mit Heftigkeit gegen den Gedanken, daß es eine Tat größter Klugheit wäre, rechtzeitig die in das Fleisch eines besiegten Volkes gesteckten Dornen herauszuziehen, da diese das besiegte Volk nur in Erregung versetzen, ohne daß sie dem anderen etwas anderes einbringen, als falschen und gefährlichen Schein. Diese Leute beuteten die Befürchtung aus, die Frankreich wegen der vielen Einfälle, die es erduldet, hege, und um der fron- zösischen Bevölkerung Mißtrauen einzuflößen. Sie wiederholten in allen Tonarten, daß eine Wiederversöh- nung mit Deutschland undurchführbar fei. Sie suchten in die Gehirne diesen Gedanken so einzuhämmern, daß der Glaube an eine Annäherung vollkommen verschwinden müsse. Was wollen denn diese Leute eigentlich? Verblendet sei doch der, der nicht die Schwierigkeiten oder die eigenartige Stellung Frankreichs zur gegenwärtigen Stunde erkenne; verblendet sei der, der sich nicht Rechenschaft darüber ablege, daß da» e i n z i g e Mittel, neue Katastrophen zu vermeiden, die Vereinigung aller West machte sei. Um dies zu verwirklichen, müsie man Opfer bringen: Prestigeopfer, Opfer, die schwer zu bringen seien, wie etwa das Vergessen berechtigter Beschwerden. Was komme es darauf an? Lehre die Geschichte nicht, daß ein Volk erst dann enbgültiger Sieger fei, wenn es den Sieg beherrscht
Die „Sunbay Times" veröffentlicht einen Ar- kikel des französischen Kriegsministers P a i n l e v e über „Frankreichs Wille zum Frieden". Der Der- fasser nennt Briand „den großen Apostel des Friedens" und fährt fort: „Das Werk der Versöhnung, das man versuche, sei edelmütig und mutig — einige würden sagen, gefährlich. Ich glaube jedoch, daß blindes Mißtrauen schlimmer ist als blindes Verstauen". Der Präsident des Bundes der ehemaligen Kreigsteilneh- mer würdige in seiner Broschüre vollauf die feind- fellgen Einflüße, mit denen man rechnen müsse. Es gebe in Deutschland ihres Besitzes beraubte Junker, die eine Revanche früher ober später brauchten, aber als diese Junker versuchten, die
Reichsrats auf dem ursprünglichen Standpunkt des Reichsfinanzministeriums zu beharren, für Bayern und für die Bayrische Volkspartei eine sehr ernste Lage geschaffen habe, die, wenn kein befriedigender Äusweg gefunden werde, möglicher- weise Folgen für die ganzen Regie' rungsverhältnisse im Reiche habe» könnte. —
* Anerkennungsschreiben des Reichspräsidente» an Ministerialdftektor Posse. Der Reichspräsident hat in einem persönlichen Schreiben dem Mini- sterialdirektor hn ReichswirtschaftSministestum, Posse, sowie der von Herrn Posse geleiteten Del«' oation seinen besonderen Dank und seine cmfrch- tiae Anerkennung für die bei Fortsetzung und Abschluß des Handelsabkommens zwk- schen Deutschland und Frankreich geleistete Arbeit ausgesprochen. .
* Da» Wahlergebnis im Hultschiner Bezirk. DaS tschechoslowakische Pretzbüro meldet aus Pra^ Im Hultschiner Bezirk wurden insgesamt 9889 gültige Stimmen abgegeben, davon 6718 tschechische, 2891 deutsche und 280 kommunistische oder ut Prozenten ausgedrückt 68 Prozent tschechische, -9 Prozent deutsche und 2,8 kommunistische.
Dom Balkan.
SrmsSberschreistmg durch Komftadschis.
Nach einer Havas-Meldung auS Belgrad ist bei U e S k ü b eine Truppe bulgarischer KomitadschiS in der Nacht im Bezirk Zaribrad über die Grenze gegangen. Nach lebhaften Kämpfen wurden die Kömitadschis auf bulgarisches Gebiet zurückgewor- fett. Nach Nachrichten aus Monastir sollen acht weitere bulgarische Kömitadschis, die cu5 Albanien gekommen seien, die griechisch-albanische Grenze in der Nähe des CreSpanSki-Sees überschritten haben. Griechische Behörden bestätigen diese Meldung.
wtb. Halle, 17. Oft. (Eig. Funkm.) Die Lage im Braunkohlenssteik stellt sich zur Zeit so dar, » . . daß die Werke teilweise gänzlich, teilweise zum
Sonntag nachmittag wurde auf dem Friedhof gelegt find. Die bisher vorllegenden
von Bar-le-Duc ein Denkmal für die Gefal- Meldungen lauten daher noch durchaus uneinheit- lenen emgewecht. Aus diesem Anlaß hat Pomcar« Gleichzeitig wird über einen überaus st ar-
eine Rede gehalten, in der er unter anderem aus- Streikterror berichtet. Auf einer Grube
, . . u . , .. stn anhaltischen Revier wurden sogar 60 Arbeits-
hn^unfw^iebfertiaenr®effibtPe8OTne sämtlichen willige aus einer Grube herausgeholt, wobei es zu Völkern geteilt werden. Wir haben nach bem Schlägereien kam. Man rechnet datz d^e
Kriege unser Heerverringertunddie Dienst- I Regierung entschreiten und den zahlreichen Awetts zeit herabgesetzt. Wir bereiten auf gesetzgerischem I willigen Schutz gewähren läßt. Im Zeitzer Revier Wege eine neue He er esver minderun g I stellt sich die Sstekllage als sehr gespannt dar. vor, die zu einer Herabsetzung der Dienstzeit auf | Zn Zwischenfällen ist es aber noch nicht gekommen, ein Drittel der Dienstzeit vor dem Kriege führt, j Etwa 50 Prozent aller Belegschaften haben der Statt uns anzuklagen, möge man uns nacheifern I Esteikparole Folge geleistet. Man rechnet für Unsere Landsleute wünschen, daß man sich klar I
Republik zu stürzen, fei ihr Putsch erbärmlich fehl- aeschlagen. Reichspräsident v. Hindenburg sei dem Verfassungseide treu, den er geschworen habe. Ein Grund zur Beglückwünschung für Deutschland, für Europa und für uns, fährt Painlev« fort, ist, daß Dr. Stresemann noch Außenminister ist und mit ihm die Locarnopolitik wetterlebt. Ein Land gibt es, wo der Wille zum Frieden stark und einmütig ist, nämlich Frankreich, wo unter vier Außenministern hintereinander r -t die geringste Abweichung int Willen zum Fried m zu verzeichnen war. Wenn man ihm, Painleve die neuen M i - g e s e tz e vorhalten werde, so müsie er da- Einfpruch erheben. Rach der ersten chirurgischen Operation im Jahre 1919, die das neue Europa eingeleitet habe, würde es eine kindische Illusion fein, zu denken, daß, weil Frankreich den abrüften könne. Die
In Ergänzung der an anderer Stelle wiedergegebenen Meldung über den 21 u s b r u cf) des Streiks im mitteldeutschen Braunkohlen-Bergbau wird noch berichtet: •
geben worden.
Für uns int Zentrum kommt es nunmehr darauf an, was aus dem Schulgesetz nach der jetzigen Entwicklung der Dinge werden soll.
Und da wäre folgendes zu sagen: Jetzt setzen wir uns vom Zentrum erst recht und tn aller Geschlossenheit für den von der Retchsregierung in Vorlage gebrachten Schulgesetzentwurf ein.
Wir werden den Reichskanzler und die Reichs- regierung bei ihren Bemühungen auf das nachdrücklichste unterstützen.
Die Reichsregierung hat jetzt, nachdem der Reichsrat seiner inneren Disharmonien wegen die Dinge nicht meistern konnte, vollständig frete Hand Der Reichsrat war nicht imstande, eine einheitliche Auffassung zu dokumentieren, und es hat sich deutlich gezeigt, daß die Abstimmungen jeweils aus ganz verschiedenartigen Motwen heraus erfolgt sind, sodaß von einer einheitlichen Wil- lenstneinung int Reichsrat gar keine Rede setn
Die Vorgänge hn Reichsrat haben jetzt nur historisches Interesse. Die Reichsregte. rung kann nunmehr ihren Entwurf verändert dem Reichstag in Vorlage bringen und sie wird dem- entsprechend auch vorgehen.
Wir, die wir das Schulgesetz fordern unb bte schweren Kämpfe, die sich darum schon entwickelt haben, nicht umsonst geführt wissen wollen, stellen uns entschlossen auf den Boden dieser Vorlage-
Die Oppositionsparteien und ihre Presie be- nutzen naturgemäß die Tatsache der Ablehnung des Schulgesetzes durch den Reichsrat zu einem heftigen Vorstoß gegenüber der Reichsregle- rung In den Berliner demokratischen und so- zialdemokratischen Blättern wird von einer „schweren Niederlage der Reichsregierung" gesprochen, man sagt, daß sich „bas Rechtskabinett in der Sackgasse" befinde, man proklamiert Neuwahlen als „einzigen Ausweg", spricht von einer „völlig verfahrenen Situation" unb dergleichen.
Diese Aufgeregtheit ist vollständig überflüssig Es ist natürlich ein Unsinn, daß aus der jetzigen Sachlage heraus Neuwahlen notwendig mürben. Wie schon eben ausgesprochen, fwdetdie Reichs- regierung jetzt vielmehr eine vollständig klare Situation vor unb sie wird bementsprechenb auf Grunb ber Möglichkeiten, bie ihr bte Verfassung dazu gibt, mit ihrer eigenen Vorlage an den Reichs- taa herantreten, biesem die Entscheidung überlas- fen unb bann es barauf anfommen las- fen' wie sich der Reichsrat zu der bann von Seiten' der Reichsregierung geschaffenen neuen Situation stellt. Erst nach dem Ergebnis dieser zweiten, freilich bann entscheibend wichtigen Stellungnahme des Reichsrats wird die Reichsregierung ihre weiteren Entschließungen zu jassen haben.
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uldaerZeitung
Anzeiger für die Sfabf Fulda und den Landkreis Fulda. Amlliches Kreisblatt.
Anzeiqen-Preise Kleinzeile (Colonel) lokal 0,15 JUl, . . «
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habe.
(Eine Rede poincar^s
gegenüber gewissen, schon zu beobachtenden Machenschaften festzustellen ist, bte Meinung der preußt- schon Staatsregierung und nicht die Mei- nung ber preußischen Minister. Die Begrünbung ber preußischen Vorschläge ist auch ausbruckltch nur von dem preußischen Kultusminister unb nicht von dem preußischen Staatsministerium als solchem ge-
träge vernichtet werben würben, unb burch den all bas, was ber Frieben gezeitigt hat zusammenstür-
»> S“"Än“X. dutz I Di- Abl-Hnun- d-- Entwurfes der R->ch-r-gr°. £nmP„Ä6n8™ri “'n XmSMS*Ä«H«Ä
fr b* Sn bat, ahne
Menmaen'XTheirte rStäfr'Ibur*s#fri buchstäblich in letzter Stunbe austr-t-nb- belonbers
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I Dingen die Wendung gegeben, bie bann zu ber Ab-
Rakowski hat Sonntag früh 6 Uhr, wie Havas I lehnung der vorher von dem Reichsrat selbst ge- berichtet, Paris verlassen. Er reiste nach fahlen Beschlüsse, wie auch ber Regierungsvorlage Berlin im Automobil ab. Zu Zwischenfällen bei führten. Dazu kam, daß die kleinen Lander rine seiner Abfahrt ist es nicht gekommen. | Stellung einnahmen, welche bte großen politischen
I Gesichtspunkte fast völlig außer Acht ließ, unb otel-
... _ . „ _ „ , ... u I jach auch mit den Grundsätzen ber Toleranz
Sennerster Seitz, am 29. Oktober um 10 Uhr vor- ^reinbar war. Wenn es sich beispielsweise Mittags vorgenommen. I dabei ereignen konnte, daß ein kleines Land, wie
---------------------- I Mecklenburg-Schwerin nunmehr ganz unvermittelt
* Das Luftabkommen zwischen bem Deutschen I bie Aufnahme dieses Landes als Simultanschulland Reich unb Großbritannien ist nunmehr auch bem I verlangt, so ist das doch ein recht starkes stuck. Reichstag unterbreitet worden. Das Abkommen ist I Für diejenigen Länder, wie Baden, Hessen ufw-, bereits am 29. Juni 1927 in Berlin unterzeichnet bte auf eine lange Geschichte der Simultanschule worben. Das Abkommen soll den Zivilflugverkehr I zurückblicken können, lassen sich noch berechtigte zwischen den beiben Dertragsstaaten im Sinne I Motive für eine berartige Forderung geltend ma- möglichster Förderung des Luftverkehrs regeln unb I chen. Durch diese Haltung ber kleinen Lander dabei die Interesien ber öffentlichen Sicherheit, bes I ist bann die peinliche Lage herbeigeführt worben, Privateigentums unb der einheimischen Lustver- I wonach mit einem Stimmenverhältnis von burch- kehrsunternehmen wahren. Es lehnt sich tn feiner I schnittlich 42—45 Stimmen zu 20—26 Stimmen bte Fassung an bie mit anberen Staaten, insdeson- I Formulierung in ber Reichsratfassung, also in einer bere an bie im Jahre 1926 mit Frankreich unb gegen bie Reichsregierung gerichteten Form zu- Belgien, im Jahre 1927 mit ber Tschechoslowakei I standegebracht wurde.
unb Italien abgeschlossenen Luftverkehrsabkommen I jßa5 soll man ferner dazu sagen, wenn aus- eng an. Wie bei allen Abkommen dieser Art ist I gerechnet Sachsen der Konfessionsschule eine For- für den Einzelverkehr von Luftfahrzeugen bes tnuüerung unb Interpretation geben will, bie nicht einen Dertragsstaates in den anderen Vertrags- | nur ftch jeden Katholiken vollständig unannehmbar wäre, sondern die geradezu eine beleidigende Mahnung an die Katholiken, für ein sogenanntes W e l t- bürgertum sich einzusetzen, enthält. Mit sol- cher Phraseologie hat Sachsen im Reichsrat Politik